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Sonntag, 2. März 2025

Glutenfreie vegane Çiğ Köfte & Çiğ Köfte Aufstrich


Eine kleine Auszeit nach Neujahr wollte ich mir gönnen, so zwei bis drei Wochen waren angedacht. Zwei Monate später kann ich auf über zwanzig Posts zurückblicken, die verfasst, teilweise sogar mit Fotos dekoriert und trotzdem nicht vollendet wurden. Meine Motivation, irgendetwas ausser dem Allernötigsten zu erledigen, ist gleich null. Neben diversen Wehwehchen macht mir der baldige Firmenumzug schwer zu schaffen. Die Auswirkungen sind unter anderem ein verdreifachter Arbeitsweg und ein ungeschützter Arbeitsplatz in einer lärmigen Lagerhalle. Nicht einmal ein abschliessbares Schrankabteil für Jacke, Tasche und Snacks ist vorhanden. Angekündigt als "Schulterschluss" zwischen zwei Firmen, die s-e-l-b-s-t-v-e-r-s-t-ä-n-d-l-i-c-h ihre Eigenständigkeit behalten, entwickelte sich das Ganze unterdessen zur absurde Farce. Wir wurden schwupsdiwups einverleibt und innerhalb weniger Wochen von geschätzten Mitarbeitern zu blossen Nummern degradiert. Le Big Boss, der unsere Interessen vertreten sollte, entpuppte sich als dauergrinsende Karikatur eines Managers, der sämtliche negativen Auswirkungen der Zusammenlegung herunterspielt/ignoriert und natürlich weiterhin alle seine Privilegien behält - inkl. eigenes Büro an einem anderen Standort. Fluchtartig den Job wechseln, war der erste Gedanke. Andererseits will ich mir aber auch nicht irgendwann vorwerfen müssen, ich sei zu früh "geflüchtet". Also gilt: Durchhalten bis Mai und dann die (hoffentlich) richtige Entscheidung treffen. 

P.S. Abgesehen von einem mittelmässigen Restaurant mit teuren Mittagsmenüs sind Verpflegungsmöglichkeiten am neue Standort - mitten im Industriegebiet, eingezwängt zwischen Autobahn und zwei Schnellstrassen -  quasi inexistent. Die grossartig beworbene Kantine mit Kochmöglichkeit ist in Wahrheit eine kleine IKEA Küchenzeile, gelegen in einem Raum mit dem Charme einer Pathologie, genutzt von insgesamt drei Firmen. Ja, Chef, das ist eine echte Verbesserung gegenüber drei richtigen Kantinen, täglich wechselnden Foodtrucks, einer Pizzeria, einem Dönerladen, einer Imbissbude und einem Supermarkt im Umkreis von fünf Gehminuten.....

Und schon sind wir bei der Überleitung zum heutigen Rezept gelandet. Zukünftig rangieren wieder Sandwiches ganz oben in meiner Hitliste. Möglichst mit wärmeresistenter Füllung, denn die Kantinenkühlschrankkapazität scheint eher für neun als für neunzig Lunchboxen konzipiert worden zu sein. 

Für 8-10 Köfte oder ein randvolles Glas mit 250 ml Fassungsvermögen:

  • 60 gr gesalzene Reiswaffeln, etwa 7-8 Scheiben
  • 1 reife, möglichst aromatische Tomate, ca. 100 gr (io: Cherrytomaten, bio)
  • 1 El Olivenöl
  • 1 El Tomatenmark (io: Tube, bio)
  • 1/2 El mildes Paprikamark (io: Tube, aus Ungarn)
  • 1/2 El Granatapfelmelasse (io: Grenadine Molasses von Chtoura)
  • 1 Tl Palmsirup, optional
  • ein gehäufter 1/4 Tl Pul Biber Tatlı / milde Paprikaflocken 
  • ein gehäufter 1/4 Tl Paprikapulver, mild (io: geräuchert)
  • ein gehäufter 1/4 Tl Koriander, gemahlen
  • 1/4 Tl Sumach
  • 1/8 Tl fein gemahlener gerösteter Kreuzkümmel 
  • 1/8 Tl Pimentpulver
  • 1/8 Tl Zimtpulver
  • eine Prise Isot Biber (io: Smoky Chipotle)
  • eine Prise gemahlener Ingwer
  • eine Prise getrocknete Naneminze 
  • eine Prise gerösteter, gemahlener Bockshornklee (Ersatz: 1/8 Tl bockshornkleelastiges Currypulver)
  • eine paar wenige Bohnenkraut- und Thymianblättchen, fein zerrieben
  • zwei Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle 
  • Salz (io: Bio Oriental Salz)
  • 200 ml kochendes Wasser
  • 1 Zwiebel, ca. 75 gr

Reiswaffeln im Zerkleinerer oder Mixer zerhacken. Für den Aufstrich dürfen noch ein paar gröbere Stückchen übrig bleiben, für Köfte sollten die Waffeln möglichst fein zerkleinert werden. In eine Salatschüssel umfüllen. Tomate(n) abbrausen und im Zerkleinerer glatt pürieren. Messereinsatz entfernen. Alle Zutaten bis und mit Pfeffer mit dem Tomatenbrei verrühren. Zu den Reiswaffelbröseln in die Rührschüssel schütten. Sparsam salzen. Mit einem Löffel gründlich verrühren, bis alle Brösel mit der Sauce überzogen sind. Nun etwas weniger als die Hälfte des kochenden Wassers zugiessen. Rühren, rühren, rühren. Kurz quellen lassen. Kosten und, falls nötig, (kräftig) nachwürzen. Wenn man mit den Händen problemlos Röllchen formen kann, ist die richtige Konsistenz erreicht. Falls die Masse zu feucht scheint, mehr fein zerbröselte Waffeln untermischen. Wenn Geschmack und Konsistenz passen, die Zwiebel schälen und auf der Röstiraffel in kleine Stückchen reiben (runde Bewegungen, nicht hoch und runter). Zwei Esslöffel der geraffelten Zwiebel in ein stabiles Teesieb befördern und mit dem Löffelrücken soviel Saft wie möglich rauspressen. Die ausgedrückten Zwiebelstückchen unter die Reiswaffelmasse rühren. In eine Tupperbox umfüllen. Mindestens drei Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und erst vor dem Servieren zu Röllchen formen.* Für den Aufstrich mehr Wasser zugiessen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (io: etwa 170 ml insgesamt - natürlich auch abhängig von der verwendeten Reiswaffelsorte). Kurz quellen lassen, kosten, ggf. nachwürzen. In das blitzsaubere Einmachglas umfüllen, Deckel zudrehen, im Kühlschrank lagern und innerhalb einer Woche aufbrauchen.

* Man kann die Köfte natürlich auch direkt formen und auf knackigen Salatblättern arrangieren, aber durch ein paar Stunden Kühlung & Ruhezeit verbessern sich Geschmack und Konsistenz merklich. Die kalte Masse lässt sich dann sehr gut ohne Gummihandschuhe formen: Unmittelbar vor dem Servieren einen Esslöffel voll zwischen den Händen zu einem daumendicken Würstchen rollen. Die Hand danach zusammenpressen, um die traditionelle Köfteform mit den Fingerabdrücken zu erhalten. Vier Röllchen pro Person sind ein guter Mittelwert. 

Anmerkungen: Im Winter würde ich die Tomate durch 4-5 Esslöffel Passata aus dem Glas ersetzen. Das Ausdrücken der Zwiebelstücke sorgt dafür, dass die Schärfe abgemildert wird und der Zwiebelgeschmack die Köfte nicht dominiert. Gewürzt wird nach Lust und Laune. Je mehr Gewürze, desto besser. Zimt, Koriander, Bockshornklee und Naneminze können im Notfall ersatzlos gestrichen werden. Paprikaflocken 1:1 durch Paprikapulver ersetzen, Isot Biber durch Cayennepfeffer oder Chilipulver. Sumach, Piment und Kreuzkümmel gehören aber unbedingt rein. Ich verwende libanesische Granatapfelmelasse statt türkischer Granatapfelsauce (Nar ekşisi sosu), die leider oft unerwünschte Zusätze enthält. Mit einem Teelöffel voll starten und nach Geschmack mehr zugeben. Kithul, ein dunkler Palmsirup, ist ein fester Bestandteil meiner Çiğ Köfte aus Bulgur und durfte deshalb auch in diesem Rezept nicht fehlen. Ahornsirup wäre ein guter Ersatz, sonst einfach weglassen. Frische, gehackte Petersilie ist nur bei Knoblauchzugabe ein Muss, ohne hält die Masse länger im Kühlschrank. Alle Zutaten, bis auf Reiswaffeln und Kithul, sind in türkischen Geschäften erhältlich. 

Dienstag, 31. Dezember 2024

Adieu 2024: Cashew-Sesam-Mayonnaise (vegan & ideal für Dips)

Noch auf der Suche nach einer feinen ei- und laktosefreien Mayonnaise? 
Die auch als Grundmasse für Dips und für Salatsaucen taugt?
Ding, ding, ding! 
Jackpot!

Wünsche allen einen guten Rutsch und eine sanfte Landung im Jahr 2025.
Herzlichen Dank fürs Mitlesen und Kommentieren.
Schön, dass es euch gibt.
See y'all next year.

Für etwa 200 ml Mayo:

  • 100 gr ungesalzene, ungeröstete Cashewkerne
  • 70 gr warmes Wasser
  • 30 gr helles Sesammus (io: Achva Tahini) 
  • 25 gr milder Essig (io: Narcissus Reisessig)
  • 12 gr Senf
  • 1/2 Tl Zwiebelpulver
  • knapper 1/2 Tl Knoblauchsalz (io: mit Kräutern & Chipotle)
  • 1 Prise Kala Namak, optional

    Cashews in einer Schüssel grosszügig mit heissem Wasser bedecken (ca. 60 Grad). Abdecken und drei Stunden zum Rehydrieren gönnen. Nach der Einweichzeit in ein Sieb schütten und gründlich abspülen. Abtropfen lassen. Unterdessen alle anderen Zutaten direkt im Behälter des Zerkleinerers/Mixers abwiegen. Cashews zugeben und alles seidenglatt pürieren. Falls die Konsistenz zu dick ist, esslöffelweise mehr Wasser einpürieren. Nach Geschmack mit Salz, Essig oder Kala Namak nachwürzen. Direkt verwenden oder in ein sauberes Einmachglas umfüllen und maximal eine Woche im Kühlschrank aufbewahren. Kombinationsideen für Dips: Zitronensaft und fein geriebene Zitronenschale / Knoblauchmus / Meerrettich und geriebener Apfel / pürierte Ananas und Currypulver / Schnittlauchröllchen und Weisswein / Paprikastücke und geräuchertes Paprikapulver / gehackte Kräuter und grüner Pfeffer und so weiter und so fort.

    Wichtig: Beim Braun Zerkleinerer das warme Wasser Schluck für Schluck einpürieren. Vorher mit einem Löffel unterrühren, sonst drückt die Flüssigkeit beim Mixen durch den Deckel raus. Bitte an die Essigmenge herantasten. Narcissus Reisessig ist milder als Weissweinessig aus dem Supermarkt. Eventuell lieber weissen Balsamico oder Zitronensaft verwenden. Ich empfehle für dieses Rezept ein israelisches Sesammus - obwohl mir die aktuelle Politik der dortigen Regierung gewaltig gegen den Strich geht. Tahin aus anderen Ländern ist in der Regel merklich bitterer und würde geschmacklich stärker herausstechen. Zum Thema Kala Namak: Eine Prise reicht für den Hauch Schwefel, den man von eibasierter Mayonnaise gewöhnt ist. Tipp: Grobe Salzkristalle kaufen und jeweils frisch mörsern. Trocken und dunkel aufbewahrt hält sich Kala Namak so quasi ewig. 

    Sonntag, 4. August 2024

    Gartengemüsegazpacho mit Zucchini

    Am Jahresanfang hatte ich mir ganz fest vorgenommen, 2024 wieder öfter zu bloggen. Rezepte, 12 x GE, Ausflüge, Küchengadgets, kulinarische Neuentdeckungen - sozusagen das volle Programm. Was daraus wurde? Zuerst begann der Laptop zu streiken. Lange Geschichte, kurze Zusammenfassung: Nach einem Aufenthalt im Apple Store sind nur noch knapp 800 Fotos aus den Jahren vor 2015 vorhanden. Vor dem Ausflug in die Reparaturwerkstatt waren es über 11´000.... Herr C. arbeitet mit Hochdruck an der Wiederherstellung, ist aber - beruflich bedingt - seit Monaten nur an den Wochenenden zu Hause und selber gesundheitlich seit einiger Zeit am äussersten Limit angelangt. Die aufgesuchten Ärzte sind ratlos, die zwei aktuellen Therapien mehr Schein als Sein. Und als wäre mein Bedarf an schlechten Nachrichten nicht schon gedeckt, wurde beim Schweinwoll ein bösartiger, inoperabler Tumor diagnostiziert. Dank der palliativen Medikamente hüpft er momentan noch fit und fröhlich durch die Gegend, was wir ihm von Herzen gönnen. Bisher einzige Nebenwirkung: Sein Flüssigkeitsbedarf hat sich verzigfacht. Und als direkte Folge davon, ebenso seine Pipirunden. Ruhige Nächte sind die mittlerweile eine Ausnahme und meine Versuche, ein oder zwei Stunden Schlaf  tagsüber  nachzuholen, selten von Erfolg gekrönt. Herr C. verpflegt sich unter der Woche im Hotel und in Restaurants, während ich mich mit Sandwiches und Fertigfutter über Wasser halte. Am Wochenende wird gegessen, was über TGTG ergattert werden kann, garniert mit Gemüse, Früchten, Beeren und Kräutern aus dem Garten. Die Ernte ist, wettertechnisch bedingt, gering, aber es reicht allemal für eine Flasche voll erfrischender Gazpacho. Zumindest ein kleiner Lichtblick.

    Für 1,5 Liter:

    • 1 mittlerer Zucchino, gerne mit hellgrüner oder gelber Schale (io: Ortolana di Faenza)
    • 1 Gartengurke
    • 2 eigrosse Tomaten
    • 2 grosse rote Spitzpaprika
    • eine kleine Zehe frischer (!) Knoblauch
    • eine fingerdicke Scheibe altbackenes helles Brot (io: ein Schwedenbrötchen)
    • 2 El Olivenöl (io: Oliven-Zitronen-Öl von Terra Verde)
    • 1 El Rotweinessig
    • 1 El Granatapfelmelasse
    • 1 El helles Miso (io: Schwarzwald Gerstenmiso)
    • ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle
    • zwei grosszügige Prisen Kräutersalz
    • 1/2 Liter tomatiger Gemüsesaft, vorgekühlt (z.B. von Biotta)
    • Mineralwasser nach Bedarf, ebenfalls vorgekühlt

    Gemüse gründlich abbrausen, schälen und/oder rüsten. In grobe Stücke schneiden. Alles der Reihe nach - bis und mit Kräutersalz - in den Turbomixer verfrachten. Eine Minute glatt schreddern. Saft zugiessen, weitere 40 Sekunden glatt mixen. Falls die Gazpacho zu dick scheint, mit Mineralwasser verdünnen. Probieren. Wenn nötig, mit Essig, Granatapfelmelasse, Miso oder Kräutersalz nachwürzen. Nochmal 20 Sekunden durchwirbeln. Gazpacho in eine Flasche abfüllen und ein paar Stunden im Kühlschrank durchkühlen. Bon appétit.

    Sonntag, 2. Juni 2024

    Zitronen-Vanille-Eistee

     

    Ab Montag steigen die Temperaturen wieder bis auf 26 Grad. Sonnenschein und Baustellenlärm von früh bis spät, ein überhitztes Büro und deswegen genervte Mitarbeiter lösen schon jetzt unbändige Vorfreude in mir aus. Nach der täglichen Feierabendodyssee mit Bus und Zug, werde ich mir zu Hause erst einmal ein grosses Glas Eistee gönnen. Erstens, weil ich tagsüber stets zu wenig trinke. Geht oft im Arbeitsstress vergessen. Zweitens, weil die Heimreise - dank Verspätungen, verpasster Anschlüsse & Baustellen - momentan massiv mehr Zeit als gewöhnlich verschlingt. Drittens, weil das Hirn bei der Heimkehr zwar nach einem doppelten Whiskey pur schreit, aber der Körper danach bis zum nächsten Morgen unfähig wäre, den Terrassensessel zu verlassen. In meinem Alter steckt man Genickstarre, eingeklemmte Rückennerven und ähnlich schmerzhafte Auswirkungen nach einem ausgedehnten Tiefschlaf im Sitzen nicht mehr so einfach weg, also bleibt's beim Tee. 

    Für einen Liter Eistee:

    • ein Liter Wasser
    • ein zeigefingerlanger Streifen gelbe Bio-Zitronenschale
    • 2 Beutel Darjeeling Schwarztee (io: Campo Verde, demeter)
    • 1 Beutel Rooibostee mit echter Vanille (io: Alnatura)
    • 1 Msp Natron oder 2 Msp Weinsteinbackpulver
    • brauner Zucker nach Bedarf

    Wasser mit der Zitronenschale in einem Kochtopf auf maximal 80 Grad erhitzen. Teebeutel reinhängen, 20 Minuten neben der Herdplatte ziehen lassen. Beutel und Zitronenschale rausfischen. Natron einrühren und den Tee nach Geschmack süssen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mit Eiswürfeln servieren oder in eine Glasflasche umfüllen und im Kühlschrank ein paar Stunden durchkühlen. Mild, erfrischend, rundum gut. Vielleicht sollte ich für das Rezept ein Patent beantragen. Cookies Eistee-Imperium. Mmmmhhh.... 😎 

    Sonntag, 24. März 2024

    Zitronige Korianderbrühe - Vegan und ideal bei Erkältungen

    In einer kürzlich abgeholten TGTG Biotüte lagen zwei Hühnerbrüste, ein riesiger Bund Koriander (der seine besten Tage schon knapp hinter sich hatte), eine Karotte, eine Zwiebel, ein Knoblauch, eine Orange, eine Zitrone und ein "Asiamix", bestehend aus Ingwer, Kurkumarhizomen, Zitronengras, Kaffirlimettenblättern, Sternanis und einer schwarzen Kardamomkapsel. Immer noch erkältet, konnte ich mich nur dazu aufraffen, alles, ausser der Orange, in einen Suppentopf zu werfen. Eigentlich nur als Notlösung gedacht, entpuppte sich die quasi fettfreie Brühe als zitroniger Allrounder. Zuerst gönnte ich mir eine Tasse voll als Trinkbrühe. Danach pochierte ich in der restlichen Flüssigkeit das Geflügel und zum Schluss schubste ich noch die gescheibelte Karotte und drei Esslöffel Bio-Kokosmilchpulver rein. Herr C. freute sich am Abend über den Hühnchensalat mit Mayonnaise und ich mich über die aufgewärmte würzige Suppe. Übrigens: Die Viren scheinen meine Begeisterung für die Brühe nicht geteilt zu haben. Am nächsten Tag waren sie alle weg. Suppenbanausen. Püh.

    Für etwa 1,2 Liter Brühe:

    • 1 Tl hoch erhitzbares Öl (io: Erdnuss)
    • 1 grosse ungeschälte Zwiebel, Wurzelansatz gekürzt & halbiert
    • 1 daumengrosses Stück Ingwer, der Länge nach halbiert
    • 1,4 Liter hahnenheisses Wasser
    • 2 zeigefingergrosse Kurkumarhizome, der Länge nach geviertelt
    • 1 handlange Stange Zitronengras, der Länge nach mehrmals tief eingeschnitten
    • 6 grosse frische Knoblauchzehen, geschält und der Länge nach halbiert
    • 5 Kaffirlimettenblätter, mehrmals eingerissen
    • 1 zentimeterdicke Scheibe Bio-Zitrone oder Limette
    • 6 grosse, getrocknete Shiitakepilze
    • 1 schwarzer Kardamom, angeknackst
    • 1 Sternanis, ganz
    • 10 schwarze Pfefferkörner
    • 60 gr Koriandergrün mit Stielen, gründlich abgebraust
    • Sojasauce, Salz und Kokoszucker zum Abschmecken

    Öl in einem Topf erhitzen. Schnittseiten der Zwiebel- und Ingwerhälften bräunen. Wasser reingiessen. Restliche Zutaten bis und mit Koriander zugeben. Fünf Minuten kräftig kochen. Danach den Deckel auflegen und etwa eine halbe Stunde auf niedriger Stufe köcheln, bis die ganze Wohnung fein duftet. Herd ausschalten und den Topf noch 10 Minuten auf der heissen Kochplatte stehen lassen. Brühe durchsieben und mit Sojasauce, Salz und Kokoszucker abschmecken. (Io: Knoblauch und Shiitake klein gehackt und wieder zur Brühe gegeben). Sehr aromatisch und leicht säuerlich durch die mitgekochte Zitronenscheibe. Njamm!

    Tipp: Für eine hellgelbe Brühe die Zwiebel schälen und ausschliesslich mit Salz und Haushaltszucker würzen. Optional: Frische/getrocknete Chilischote mitkochen und mit (veganer) Fischsauce den letzten Schliff verleihen. Kaum Fett, aber viel Geschmack, daher ideal als Trinkbrühe. Besonders bei Erkältungen. Aber natürlich auch fein - und sättigender - mit Gemüse-, Fisch-, Tofu- und/oder Nudeleinlage.

    Sonntag, 3. März 2024

    Cuisine du Placard: Oranges Massamancurry, vegan


    Es hat mich wieder einmal erwischt. Husten, Kopfschmerzen, Schnupfen und so weiter und so fort. Wer auch immer Erkältungen erfunden hat, soll im untersten Höllenkreis schmoren. Mit einer ewig triefenden Nase, ohne Taschentücher in Reichweite.... Apropos Hölle: Herr C., der schlechteste Krankenpfleger aller Zeiten, ist mittlerweile auch ein miserabler Koch. Als ich ihn kennenlernte, konnte er etwa fünf Gerichte von Grund auf zubereiten. Doch diese Fähigkeit scheint er in den Jahren unseres Zusammenseins komplett verloren zu haben. Vielleicht auch besser so. Seine chaotische Küchennutzung wäre irgendwann - eher früher als später - ein Trennungsgrund gewesen. Um auf den Punkt zu kommen: Seuche hin oder her, selber kochen ist angesagt. Einfach, schnell und mit Zutaten, die sich alle in der Küche verstecken. Egal, ob im Vorratsschrank, im Kühlschrank oder im TK. Das nennt sich Cuisine du Placard, improvisieren mit dem, was man zur Hand hat. 

    Für 2-4 Personen, je nach Beilage:

    • 1 El Öl
    • 1 daumengrosses Stück Ingwer
    • 4 Knoblauchzehen
    • 1 mittlere Zwiebel
    • Massamancurrypaste nach Bedarf (io: ca. 1 Tl, Cock Brand ohne Zusätze)
    • bombierter 1/2 Tl Kurkumapulver
    • 500 gr Karotten
    • hahnenheisses Wasser
    • Salz
    • 220 gr gekochte Kichererbsen (io: dm Bio im Glas)
    • 400 ml / eine Dose Kokosmilch
    • 1 grosse Süsskartoffel
    • Kokoszucker, Limettenscheibe & Cristaux d'huiles essentielles Coriandre zum Abschmecken

    Öl in einem Bräter warm werden lassen. Unterdessen Ingwer, Knoblauch und Zwiebel schälen. Ingwer in dünne Scheiben schneiden, Zwiebel grob zerkleinern, Knoblauchzehen ganz lassen. Alles in den Zerkleinerer umfüllen und zu einer glatten Paste mixen. Im Öl bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis der beissend rohe Geruch verflogen ist (riecht man sogar mit verstopfter Nase). Ab und zu umrühren. Sobald die Pfanneninhalt fein duftet, Currypaste und Kurkuma einrühren. Während die Paste gart, die Karotten schälen, von den Enden befreien, der Länge nach vierteln und in etwa kichererbsengrosse Stücke schneiden. In die Pfanne schubsen. Hitze hochdrehen und die Karotten knapp mit Wasser bedecken. Salzen und kurz vorkochen. Kichererbsen in ein Sieb schütten, gründlich abbrausen und kurz abtropfen lassen. Zu den Karotten in die Pfanne befördern. Sobald die Karotten weicher werden, Kokosmilch zugiessen. Deckel drauf und weiterkochen. Die Süsskartoffel schälen und in etwa doppelt so grosse Würfel wie die Karotten zerteilen. Zusammen mit einem Teelöffel Kokoszucker zum Pfanneninhalt geben. Noch ein paar Minuten kochen, bis das Gemüse weich aber nicht matschig ist. Mit Salz, Kokoszucker, Limettensaft und Cristeaux d'huiles Coriandre oder frischen Korianderblättchen vollenden. Mit Reis oder Naan servieren. Sättigt und schmeckt aber auch ohne Beilage(n).

    Dienstag, 30. Januar 2024

    Schneller Ingwer-Curry-Tofu aus dem Ofen


    Ganz ehrlich? Den Ofentofu in Joghurtmarinade finde ich besser. Fakt. Aber wenn die Zeit drängt, der Hunger die Hirnkontrolle übernimmt und man keine fixfertigen Nuggets in den Ofen schieben will, sind diese Ingwer-Curry-Tofuwürfel auch gut. Nein, nicht nur gut. Besser. Sogar wesentlich besser als irgendwelches hochverarbeitetes Fertigfutter aus unaussprechlichen Zutaten mit zig E-Nummern. Organisierte Menschen pressen den Tofu am Vortag und lassen die Marinade über Nacht einwirken. Harte Kerle vertauschen das milde mit dem scharfen Currypulver. Toughe Mädels mischen eine gehackte Chilischote unter. Weicheier wie ich, sind auch so mit den mild-aromatischen, leicht ingwerscharfen Tofubrocken zufrieden. Weil gut. Nein. Besser.

    Für ein rechteckiges Brownieblech (ca. 20 x 30 cm):

    • 600 Gramm Tofu (io: 350 gr normaler Tofu & 250 gr geräucherter Tofu, beides bio)
    • ein grosszügiger Gutsch / ca. 3-4 El hoch erhitzbares Öl 
    • 1 grosse Knoblauchzehe, geschält und fein geraspelt
    • 1 kleinfingergrosses Stück Bio-Ingwer, ungeschält fein geraspelt
    • 1 El mildes Currypulver
    • Salz 

    Ofen auf 210 Grad vorheizen, Gitter auf der mittleren Schiene platzieren. Brownieblech mit etwas Öl einfetten, zur Seite stellen. Jeden Tofublock einzeln in Küchenpapier wickeln. Vorsichtig soviel Flüssigkeit wie möglich herausdrücken, ohne ihn zu zerkrümeln. Mit den Fingern in nicht zu kleine Stücke zerteilen, d.h. etwa mirabellengrosse Würfel. In einer Salatschüssel das restliche Öl mit Knoblauch und Ingwer verrühren,  Tofuwürfel zugeben. Mit Currypulver und etwas Salz bestreuen. Mit den Händen vorsichtig durchmischen, bis alle Würfel hellgelb verfärbt sind. Bröselt ein bisschen, deshalb auch die grossen Stücke. Kosten und ggf. nachsalzen. In einer Lage in der gefetteten Form verteilen und ca. 25-30 Minuten backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist. Kann man heiss servieren, eignet sich aber zimmerwarm genau so gut als Salattopping, für Buddha Bowls, als Baguettefüllung oder mit (süsser) Chillisauce als Snack für zwischendurch. Reste nach dem Abkühlen eintuppern, im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von fünf Tagen aufbrauchen. 

    Sonntag, 7. Januar 2024

    Ofentofu in würziger Joghurtmarinade


    Mit Tofu verbindet mich eine lange Beziehung, die in meinen frühen Teenagerjahren begann und bis heute anhält. Herr C. hingegen findet Tofu so unnötig wie Leggins mit Leoparden-Print. O-Ton seiner Lordschaft: Gebraten? Frittiert? In Sauce gekocht? Scrambled Tofu? Bäh, bäh, bäh und nochmals bäh. Um so erstaunlicher war seine Reaktion auf einen Würfel Ofentofu, den er zuerst aus dem Fenster werfen wollte und nur unter Androhung von Dessertentzug gekostet hat: Uuuuh.... *mömpf*.... könnte.... *mömpf*..... essbar sein... *mömpf*.... die Marinade ist fein.... *mömpf*.... nicht mein zukünftiges Leibgericht, aber in der Not frisst der Teufel auch Ofentofu. Sprach's und schnappte sich einen zweiten Würfel. Alea iacta est. 😋

    Für 2 Personen:

    • 300 gr Bio-Tofu (io: Migros M-Budget)
    Tofu auspacken, in Küchenpapier wickeln und sanft soviel Flüssigkeit wie möglich herausdrücken. Anschliessend in frisches Küchenpapier wickeln und in einen Suppenteller legen. Auf dem eingewickelten Tofu ein grosses Schneidebrett platzieren und mit reichlich Gewicht beschweren, z.B. mit zwei Litern Orangensaft in Tetrapacks. Eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. Unterdessen die Joghurtmarinade zusammenrühren.


    Marinade:
    • 125 gr Joghurt, gerne auch aus Soja- oder Kokosmilch (io: Bio Schafjoghurt, vollfett & stichfest)
    • 2 El mildes Olivenöl
    • 1,5 El frisch gepresster Zitronensaft
    • je 1/2 El Paprikapaste und Tomatenmark
    • 1 Tl geräuchertes mildes Paprikapulver
    • 1/2 Tl Ingwerpulver (io: Junger Ingwer von Schwarzenbach)
    • knapper 1/2 Tl getrocknete Oreganoblättchen, zwischen den Fingern fein zerrieben
    • 1/4 Tl Sumach
    • 1/4 Tl grob gemahlener Pfeffer (io: Pesteda)
    • je eine grosszügige Prise Zimt- und Pimentpulver
    • eine Prise getrocknete Naneminze, zwischen den Fingern fein zerrieben
    • 1/2 Tl Salz (io: Kräutersalz)
    • 2-3 Knoblauchzehen, fein gerieben (io: junger Knoblauch)

    Alle Zutaten bis und mit Salz in einer Tupperbox verrühren. Kosten und ggf. nachsalzen. Die Marinade sollte gut gesalzen aber nicht versalzen sein. Zuletzt das Knoblauchmus unterrühren. Gepressten Tofu in mundgerechte Würfel schneiden (io: 18 Stück). Vorsichtig mit der Marinade vermischen. Möglichst in einer Lage in der Tupperbox verteilen. Deckel schliessen und dem Tofu vier Stunden zum Marinieren gönnen. Oder ein paar Stunden länger - bis maximal vier Tage - im Kühlschrank durchziehen lassen. Backblech auf der zweiten Schiene von oben einschieben, Ofen auf 220 Grad vorheizen. Tofu samt Marinade in einer passenden Backform ausbreiten (io: 20 x 20 cm Brownieblech), die Würfel sollten einander nicht berühren. Backen: Etwa 12 - 15 Minuten. Der Tofu muss heiss und die Sauce gestockt sein. Das Ganze darf leicht bräunen, schwarz verbrannte Punkte sind unnötig. Sofort mit Butterreis und gedünstetem Gemüse auftischen. Oder auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und als Sandwichbelag geniessen. Zum Beispiel Gyros-Style mit Krautsalat und gegrillten Paprikastreifen in einem Pitabrot. Wer hat, stopft noch Pommes Frites und Tzatziki rein. Oder mit Karottensticks, Rettichscheiben, Hölskytyskurkut und Korianderblättchen in ein Stück Baguette klemmen = Veganes Bánh mì.
    Anmerkung: Die Marinadenmenge reicht sicher auch für 400 Gramm Tofu, evt. sogar für ein halbes Kilo.

    Dienstag, 8. August 2023

    Hölskytyskurkut - Fridge Pickles - Saure Kühlschrankgurken

    Kinners, heute erzähle ich euch die Geschichte von den Gurkenscheiben mit dem unaussprechlichen Namen, die im Kühlschrank wohnen. Es begann alles mit einem typischen WhatsApp-Chat unter Kleingärtnern.

    Schwesterherz: Willst du Gürkli? 

    Ich: Aber ja doch. Her damit.

    Schwesterherz: Und Zucchini?

    Ich: Ernsthaft? Wir suchen selbst verzweifelt nach Abnehmern. Melde dich rechtzeitig bevor du die Gürkchen vorbeibringst, dann tauschen wir. Secondhand Dörrer pour toi, knackiges Grünzeug pour moi.

    Schwesterherz: 'Türlich, 'türlich.

    Zwei Tage später lagen sieben Gurken im Milchkasten. Das Dörrgerät wartet noch immer auf seine Abholung...

    Blauäugig, wie Tante Cookie halt ist, hatte sie mit zwei oder drei Gürkli gerechnet. Aber gleich sieben Stück, das ist selbst für zweieinhalb Gurkenfans eine happige Menge. Doch einen Tag später wurde tatsächlich nur noch eine einsame Gurke im Gemüsefach gesichtet. Was ist geschehen? Die zwei grössten Exemplare hatten sich in zwei Gläser Pickeldi verwandelt und vier kleinere schwammen - gescheibelt, in ein Glas geschichtet und kühl gestellt - in einer Mischung aus Gurkensaft und Essig. In Amerika nennt sich diese Zubereitungsart Fridge Pickles, in Finnland geht das als Salat namens Hölskytyskurkut durch. Herr C. fand die zweite Bezeichnung pottlustig, aber nach dem zwölften Versprecher und einer kurzzeitigen Zungenlähmung, taufte er das Ganze in saure Kühlschrankgurken um. Klingt alles andere als instagrammable-influenzerisch, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Herr Ober, bitte eine Runde kühles Bier, Butterbrot und saure Kühlschrankgurken für alle!

    Für ein 1000 ml fassendes Einmachglas:

    • 4 mittelgrosse Garten- bzw. Nostranogurken, ca. 800 gr
    • 1-2 Tl Dillsamen 
    • 2 Tl Salz (io: 2 Tl / 13 gr Herbamare)
    • 175 gr milder Reisessig (io: Narcissus)

    Das Einmachglas einmal durch die GWM schicken und mit einem sauberen Tuch trocknen. Gurken gründlich abbrausen, drei davon in ca. 2-3 mm dünne Scheiben hobeln (io: Börner Hobel, oranger Fingerschutzeinsatz umgedreht). Stielansatz- und Endscheiben kompostieren (io: Hund verfüttert. Die Gurkenscheiben an den Hund, meine ich. Nicht umgekehrt). Gurkenscheiben lageweise mit dem Salz und den Dillsamen in das Glas schichten. Bei mir passten bis zum Glasrand ziemlich genau 600 Gramm rein. Mit dem Essig übergiessen und danach kräftig durchschütteln, damit alle Scheiben Salz und Essig abbekommen. Eine halbe Stunde auf dem Küchentisch ziehen lassen und beim Vorbeigehen immer mal wieder schütteln. Danach in den Kühlschrank stellen. Etwa vier Stunden später sollte die Flüssigkeit ca. 3/4 des Gurkenhügels bedecken und nach oben hin etwa dreifingerbreit Luft sein. Siehe Foto. Nun die letzte Gurke abbrausen und hobeln. Auf die marinierten Gurkenscheiben schubsen, Deckel gut zudrehen und das Glas zwei Stunde auf dem Kopf stehend im Kühlschrank lagern. Tipp: Vorsichtige Menschen stellen das Glas in eine tiefe Müslischale um ein drohendes Gurkenlakendesaster zu verhindern. Nach der Kopfstandzeit umdrehen und mindestens weitere zwei Stunden in der Kälte marinieren lassen. Essbar sind die Gurken schon nach vier Stunden. Besser sind sie aber nach einer ausgedehnten Übernachtungsparty. Angeblich halten sich die Fridge Pickles bis zu drei Wochen im Kühlschrank. Keinerlei Erfahrungsbericht von mir, nach spätestens einer Woche war das Glas immer leer.


    Diverse Anmerkungen: Kleine Einlege- und Nostranogurken bleiben knackiger als ihre grösseren Artgenossen aus dem Gewächshaus. Deb von Smitten Kitchen verwendet 3-5 Teelöffel grobkörniges Salz und weissen Haushaltsessig. Wir fanden 2 Teelöffel feinkörniges Kräutersalz auf 800 Gramm Gurken ausreichend und den wesentlich milderen Reisessig passender. In finnischen Rezepten ist der Essiganteil niedriger bzw. wird der Essig mit Wasser verdünnt. Und ohne einen Löffel Zucker in der Lake geht in Skandinavien anscheinend gar nix. Bei der Würzung hat man die Qual der Wahl: Frische Dillzweige, getrockneter Dill, eine fein gehobelte Zwiebel, Knoblauchzehen, Senfkörner, Piment, eine Prise Kurkuma, Fenchelsamen, Koriander, Kümmel, Ajowan, Lorbeerblätter, frische oder getrocknete Chilischoten.... Apropos Gewürze: Dillsamen gibt's für wenig Geld in gut sortierten India-Shops. Kein Reisessig zur Hand? Einfach 110 Gramm normalen Weissweinessig mit 65 Gramm Wasser strecken (mehr oder weniger, nach Belieben). Angeblich schmeckt Hölskytyskurkut auch mit jungen, kleinen, feinen Zucchini. Wir werden es für euch testen und berichten. 

    P.S. Ich esse die Gurkenscheiben tatsächlich am liebsten auf und zu Butterbrot oder in Sandwiches versteckt. Auch gut: Zu Pellkartoffeln mit Kräuterquark und als Blattsalatergänzung. Herr C. mag sie gerne als separat eingetupperte Beilage zu seinem Lunchbox-Mittagessen. Egal ob es sich dabei um belegte Brote handelt oder restlichen Curryreis mit Cashews und Gemüse vom Vortag. 

    Mittwoch, 22. März 2023

    Cuisine du Placard: Ramenähnliche Slurpsuppe

    Die Temperaturen steigen, die Sonne zeigt sich öfter und mein Körper verlangt gierig nach Frühlingsgrün aus dem Garten (Giersch! Schaumkraut! Junger Löwenzahn!). Das gestrige Schmuddelwetter aber hat uns die Lust auf einen Gartenbesuch gründlich vermiest. Schnee im März. Total unnötig. Regen würde völlig ausreichen, wir wohnen schliesslich nicht in einem Skigebiet. Hmpf. Um den Magen trotzdem zufriedenzustellen, gab's wieder einmal eine Suppe aus Zutaten, die im Vorrats- und Kühlschrank herumlungerten. Achtung: Suchtpotential!

    Für zwei hungrige Menschen:

    • 150 gr Ramen- oder Reisnudeln
    • 600 ml Hühnerfond, selbst gekocht oder aus dem Glas (io: Gerippe vom Brathuhn ausgekocht)
    • ein fünf Zentimeter breites Stück grüne Lauchstange oder zwei Frühlingszwiebeln, dünn geschnitten
    • 2 Knoblauchzehen, fein gerieben
    • ein mirabellengrosser Knubbel junger Ingwer, fein gerieben
    • 2 El Sojasauce
    • 1 El Reisessig
    • 1/8 Tl Chiliflocken (wenn Herr C. mitisst 1/2 Tl milde Paprikaflocken & Prise Isot Biber)

    Nudeln nach Packungsanleitung garen. Kalt abspülen und bis zur Verwendung abgedeckt zur Seite stellen. Nebenbei alle oben aufgezählten Suppenzutaten zusammen kochen, bis die Lauchstücke gar sind.

    Unterdessen Tahin und Erdnussmus mit einem Gutsch heisser Suppe in einem Schälchen glatt rühren. In den Suppentopf löffeln, danach die Sojamilch zugiessen. Salzen und fünf Minuten köcheln. Achtung: Sojamilch schäumt auf! Zuletzt das Sesamöl unterrühren und die Suppe mit dem Stabmixer glatt pürieren. Abschmecken. Nudeln auf zwei Suppenschalen verteilen, mit der kochendheissen Slurpsuppe übergiessen. Falls vorhanden, mit Korianderblättchen garnieren. Passend wären auch Thaibasilikumblättchen, dünne Chiliringe, Chiliöl, frittierte Zwiebel- oder Knoblauchstücke und so weiter und so fort. Tut euch keinen Zwang an. Vegane Variante: Hühnerfond durch Shiitake Dashi ersetzen (Parmesanrinde weglassen und am Schluss einen Pilz mitpürieren).

    * Die Korianderblätter können durch eine kleine Korianderwurzel, z.B. aus dem TK, ersetzt werden. Wurzel gründlich reinigen und der Länge nach aufschneiden. Gleichzeitig mit dem Lauch im Hühnerfond versenken. Vor dem Pürieren entfernen. Die von mir verwendeten Korianderkörnchen habe ich mit dem Sesamöl einpüriert.

    Samstag, 25. Februar 2023

    Harcha Pancakes (vegan)

    Harcha (ausgesprochen: Herrscha) ist ein in Marokko und Algerien beliebtes Pfannenfladenbrot aus Hartweizengriess. Die einfachere Frühstücksversion wurde von Choumicha erfunden und nennt sich Harcha à la semoule façon pancake. Frei übersetzt: Harcha aus Griess nach Art eines Pancakes. Ich habe mir krankheitsbedingt die Freiheit genommen, das Rezept meinen Vorräten anzupassen. Dass die Harcha Pancakes am Ende zufällig vegan waren, hat Herr C. gar nicht bemerkt und genüsslich vier Stück verputzt. Hurra!

    Für etwa acht Pancakes:

    • 200 gr Hartweizenmehl, z.B. Coop Bio (io: Semola rimacinata von Molisana)
    • 50 gr Hartweizengriess
    • 60 gr vegane Margarine, geschmolzen (io: Violey Block)
    • 20 gr neutrales Öl (io: Erdnussöl)
    • 15 gr Zucker
    • 7 gr Weinsteinbackpulver
    • 1/2 Tl Salz
    • 350 gr lauwarme Pflanzenmilch (io: Bio Cashewdrink, Aldi CH)
    • 4 gr frische Hefe

    Mit einem Löffel zuerst Hartweizenmehl, Griess, Margarine und Öl in einer Schüssel gründlich verrühren. Der Schüsselinhalt sollte wie feuchter Sand aussehen. Erst dann Zucker, Backpulver und Salz untermischen. Mit dem Schwingbesen Cashewmilch und Hefe glatt rühren. Zu den trockenen Zutaten giessen, gut vermischen. Die Teigwärme sollte ca. 32 Grad betragen. Schüssel mit einer Duschhaube abdecken und dem Teig zwei Stunden bei Zimmertemperatur zum Quellen und Aufgehen gönnen. Danach eine kleine, beschichtete Pfanne ohne Fettzugabe auf mittlerer Stufe erhitzen (io: 6 von 9). Eine Kelle voll Teig in die Pfanne giessen. Mit der Kellenrückseite den Teig kreisförmig ausstreichen (wie bei der Crêpeszubereitung). Sobald sich auf der Oberfläche Blasen zeigen und die Unterseite nett gebräunt ist, den Pancake vorsichtig wenden. Die zweite Seite ebenfalls hellbraun braten. Sofort servieren oder auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Übrige Harcha Pancakes eintuppern und maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. 

    Tipp: Mit der oben angegebenen Zucker- und Salzmenge sind die Pancakes eher auf der neutralen Seite. Sie passen deshalb zu Gelée aus Zierquittenblüten genau so gut wie zu Hummus aus Kichererbsenmehl.

    Sonntag, 8. Januar 2023

    Würzige Linsen-Rotwein-Bolognese

     

    Schon weiss, ich schulde euch noch den Jahresrückblick 2022. Bloss nicht hetzen. Bin momentan im locker-flockigen, fläzig-faulen Ferienmodus. Zur Überbrückung folgt das Rezept für eine feine - und zufällig auch vegane - Linsenbolognese, die nicht nur Pasta sondern auch Polenta, Couscous, Bulgur und Gnocchi alla romana veredelt. Oder in Pfannkuchen einrollen und mit einer Béchamelsauce überbacken. Njamm!

    Für vier Portionen:

    • 1 Tl Paprikaflocken/Pul biber, mild
    • 1 Tl geräuchertes Paprikapulver, mild
    • 1 Tl Bohnenkrautblättchen
    • 1/2 Tl getrocknete Dillspitzen
    • 1/2 Tl Majoranblättchen
    • 1/2 Tl Oreganoblättchen und -blüten
    • 1/2 Tl Korianderpulver
    • ein gehäufter 1/4 Tl Zimtblatt- oder Lorbeerpulver (Ersatz: ein Zimt- oder Lorbeerblatt, eingerissen)
    • je ein gehäufter 1/4 Tl Piment- und Zimtpulver

    Gewürze in einer kleinen Schüssel vermischen, abgedeckt zur Seite stellen.

    • 150 gr braune Berglinsen, über Nacht eingeweicht*
    • 2 El Olivenöl
    • 1 grosse rote Zwiebel
    • eine 400 gr Dose Pelati, zerkleinert 
    • eine Dosenfüllung Wasser
    • eine Dosenfüllung kräftiger Rotwein, z.B. Merlot
    • 1 Tl geräuchertes Paprikapulver, mild oder scharf
    • Salz
    • Pfeffer aus der Mühle

    Linsen in ein Sieb schütten. Unter fliessendem Wasser gründlich abspülen, abtropfen lassen. Öl im Bräter erwärmen, nebenbei die Zwiebel klein hacken. Zwiebelwürfel auf mittlerer Stufe anbräunen. Gewürze zugeben, eine Minute rührbraten. Linsen und Pelati unterrühren. Die leere Tomatendose randvoll mit Wasser füllen, in die Pfanne giessen. Mit dem Wein wiederholen. Salzen und offen kochen, bis die Flüssigkeit stark eingedickt ist. Falls die Linsen nicht schnell genug weich werden, Deckel auflegen und/oder hahnenheisses Wasser nachgiessen. Wenn die Linsen gar sind und die Sauce die Konsistenz einer Bolognese erreicht hat, Paprikapulver und Pfeffer unterrühren. Hitze ausschalten, Deckel auflegen und der Linsenbolognese auf der heissen Platte Zeit zum Durchziehen gönnen. Erst jetzt das Pastawasser aufsetzen. Nudeln nach Packungsanleitung kochen. Abgiessen und mit einem grosszügigen Stück Butter vermischen (optional, Herr C. besteht darauf). Geriebener Sbrinz ist ebenfalls optional, passt aber wie die Faust auf's Auge.

    *Funktioniert auch ohne vorheriges Einweichen, Kochzeit und Wassermenge entsprechend anpassen.

    Mittwoch, 28. Dezember 2022

    Sizilianischer Wackelpudding: Gelo di clementine con vaniglia


    Na, alle die Festfresserei schadlos überstanden?

    Egal, wie die Antwort ausfällt: Dieses leichte, fruchtig-säuerliche Dessert passt immer (noch irgendwo rein).

    Für sechs Personen / eine Gugelhupfform mit 1,5 Litern Fassungsvermögen: 

    • 1 Liter frisch gepresster Clementinensaft (io: aus 22 Clementinen)*
    • ca. 120 gr Zucker (io: hellbrauner Bio-Zucker)
    • 35 gr frisch gepresster Zitronensaft, durchgesiebt
    • 1/8 Tl Vanillepulver
    • 85 gr Maisstärke

    Die Clementinen auspressen und den Saft durchsieben um Fruchtfleisch und Kerne zu entfernen. Einen Liter fruchtfleischfreien Saft abmessen. Zucker direkt im Kochtopf (io: 2,5 Liter) abwiegen. Zitronensaft, Vanillepulver und 800 gr Clementinensaft zugeben. Auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Unterdessen die Maisstärke mit dem restlichen Saft klümpchenfrei verrühren. Wenn der Topfinhalt kocht, die aufgelöste Stärke unter ständigem Rühren mit dem Schwingbesen zugiessen. Hitze reduzieren (io: 6 von 9), zwei Minuten kochen. Dabei ständig rühren, rühren, rühren! Topf zur Seite ziehen. Gugelhopfform (io: aus Borosilikatglas) kalt ausspülen und die Puddingmasse reingiessen. Die Oberfläche direkt mit einem Stück Klarsichtfolie belegen (ein Folienquadrat abreissen, in der Mitte ein Loch mit den Fingern reinstechen - siehe zweites Foto). Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, danach über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das Gelo nach der Kühlzeit vorsichtig auf eine Tortenplatte stürzen. Wenn es sich unkooperativ verhält, vorsichtig mit den Fingern vom Rand lösen oder die Form kurz in heisses Wasser tauchen. Wer auf Deko steht, kann noch fein geschabte Bitterschokolade und/oder gehackte Pistazienkerne - natürlich ungeröstet & ungesalzen - über den knallorangen Wackelpudding streuen. Sofort servieren und erst am Tisch zerteilen. Quelle: La cucina siciliana (ohne Vanille).

    * Faule Köche sparen sich die Auspresserei und besorgen heimlich eine Flasche Clementinensaft, zum Beispiel im Coop von Andros. Die Zuckermenge ist stark abhängig vom Säuregehalt der Früchte bzw. dem fixfertigen Saft. Lieber mit 80 Gramm beginnen und vor der Zugabe der Stärke noch nachzuckern, falls nötig. Im Rezept werden 200 Gramm verlangt, wir fanden das Gelo mit 120 Gramm Zucker perfekt ausbalanciert.

    Sonntag, 11. Dezember 2022

    Krautsalat mit Dill, Oregano und Paprikaflocken

    Hungrig [GE]gessen: Ohne einen Gedanken an ein hübsches Foto zu verschwenden.
    Nur nebenbei [GE]knipst: Ein Bild vom letzten Rest für den Familienchat.
    Und die Moral von der [GE]schichte? Unfähige Fotografin, njammi Krautsalat. 

    Für vier Portionen:

    • ein halber Weisskohlkopf, ca. 600 gr
    • Salz
    • ein daumengrosses Stück weisse Lauchstange

    Kraut nicht zu dünn direkt in eine Salatschüssel hobeln. Leicht salzen und mit den Händen weich kneten. (Io: Salzlos mit dem grossen Steinstössel in einer Plastikschüssel auf die Hälfte des Volumens zusammengekloppt). Lauchstange putzen, der Länge nach halbieren, in dünne Scheiben schneiden und unter das Kraut mischen. 

    • ein grosszügiger Schuss milder Essig (io: Reisessig)
    • mehr Salz
    • je ein bombierter 1/2 Tl getrocknete Dillspitzen, Oreganoblättchen mit Blüten & milde Paprikaflocken
    • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
    • ein grosszügiger Schuss Öl  (io: geröstetes Erdnussöl)

    Alle Zutaten zum Kraut in die Schüssel geben. Rühren, rühren, rühren! Besser: Kräftig mit den Händen einmassieren. Zwischendurch kosten und nachwürzen, bis der Geschmack passt. Die Schüssel abdecken und den Krautsalat mindestens eine Stunde bei Zimmertemperatur durchziehen lassen. Vor dem Servieren eventuell nachwürzen. Reste maximal eine Woche im Kühlschrank aufbewahren.

    Mittwoch, 24. August 2022

    Im Schnelldurchlauf: Vegane Çiğ Köfte


    Die veganen Çiğ Köfte und ich begegneten uns zum ersten Mal in Istanbul. Ein Standbetreiber drückte mir bei einem Altstadtbummel ein Salatblatt mit einem knallroten "Würstchen" zum Probieren in die Hand. Meinen überraschten Blick garnierte er mit der Bemerkung: It's good, no meat. Abenteuerlustig, wie ich nunmal bin, biss ich beherzt in das Röllchen. Eine Chili- und Salzexplosion im Mund trieb mir die Tränen in die Augen. Hustend huschte ich eilig um die Ecke, um den Rest unauffällig loszuwerden. Es war alles andere als Liebe auf den ersten Blick und eine zeitnahe Wiederholung stand nicht auf meinem kulinarischen Wunschzettel. Vor ein paar Wochen entdeckte ich zufällig auf dem Heimweg einen Stand mit diversen Köftevarianten. Mutig eine kleine Auswahl erstanden und zu Hause festgestellt: Schärfe okay, allerdings nur für mich. Herr C. begann nach dem Probebissen zu röcheln - er ist halt echt empfindlich. Auch der Salzgehalt war erneut an der obersten Grenze. Die Idee, Köftemasse auf ein dünnes Fladenbrot zu streichen, mit Salat einzurollen und dann das Ganze als Köftewrap zu servieren, fand ich toll. Wenn da nicht der saure Salat und diese angetrocknete und zugleich gummige Fladenbrothülle gewesen wäre... Das geht auch besser, dachte ich mir. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, so viele Anläufe dafür zu benötigen. Meine diversen Anmerkungen zu dem Rezept findet ihr unten.

    Für die würzige Köftemasse:

    • 200 gr Wasser
    • 2 Prisen Salz
    • 200 gr feiner, heller Bulgur (io: Köftelik Ince Bulgur von Duru)

    Wasser mit Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Unterdessen den Bulgur in der Metallrührschüssel der Küchenmaschine oder einer anderen hitzebeständigen Schüssel abwiegen. Wenn das Wasser kocht, schnell über den Bulgur giessen und alles mit einer Gabel vermischen. Schüssel abdecken und den Bulgur zehn Minuten quellen lassen. Unterdessen die restlichen Zutaten vorbereiten und abmessen.

    • 1 reife, möglichst aromatische Tomate, ca. 150 gr
    • 1 Zwiebel, ca. 95 gr
    • 4 El Tomatenmark (io: Tube, bio)
    • 3 El Olivenöl
    • 2 El Paprikamark (io: Tube, mild, aus Ungarn)
    • 1-2 El Granatapfelmelasse (io: Grenadine Molasses von Chtoura )
    • 1 El Palmsirup, optional
    • 1 Tl Pul Biber Tatlı / milde Paprikaflocken 
    • 1 Tl Paprikapulver, mild (io: geräuchert)
    • 1 Tl Sumach
    • 1/2 Tl fein gemahlener Kreuzkümmel 
    • 1/2 Tl Koriander, gemahlen
    • 1/2 Tl Pimentpulver
    • 1/4 Tl Zimtpulver
    • 1/4 Tl Isot Biber 
    • 1/4 Tl getrocknete Minze (türk. Nane, keine Pfefferminze!)
    • knapper 1/4 Tl gemahlener Bockshornklee
    • 1/8 Tl schwarzer Pfeffer aus der Mühle (io: Kampot)
    • Salz (io: Herbamare oder Bio Oriental Salz)

    Tomate abbrausen, Stielansatz entfernen und fein raffeln. Übrige Tomatenschale entsorgen. Oder die Tomate im Mixer zu einem glatten Brei verarbeiten. Zwiebel schälen und auf der Röstiraffel in kleine Stückchen reiben (runde Bewegungen, nicht hoch und runter). Zwiebelstücke in ein feines Sieb befördern und mit einem Löffel soviel Saft wie möglich rauspressen. Tomatenbrei, Zwiebelstücke und alle anderen Zutaten zum gequollenen Bulgur in die Rührschüssel geben. Sparsam salzen. Flachrührer einspannen und die Köftemasse auf niedriger Stufe etwa 20 - 30 Minuten kneten, bis sie prima zusammenhält. Ab und zu mit einem Gummischaber die Schüsselwand reinigen und, wenn die Masse zu trocken scheint, esslöffelweise kaltes Wasser zugeben. Zwischendurch kosten und, falls nötig, nachwürzen. Wenn man mit den Händen problemlos Röllchen formen kann, ist die gewünschte Konsistenz erreicht. Die Köftemasse in Tupperware (800 ml Fassungsvermögen) packen und über Nacht im Kühlschrank parkieren. Man kann die Köfte natürlich auch direkt formen und auf knackigen Salatblättern arrangieren, aber durch die Ruhezeit verbessert sich der Geschmack. Die kalte Masse lässt sich ausserdem sehr gut ohne Gummihandschuhe formen: Unmittelbar vor dem Servieren einen Esslöffel voll zwischen den Händen zu einem daumendicken Würstchen rollen. Die Hand danach zusammenpressen, um die traditionelle Köfteform mit den Fingerabdrücken zu erhalten. Vier Röllchen pro Person sind ein guter Mittelwert. Die Bulgurmasse hält sich, wenn sauber gearbeitet wurde, locker eine Woche im Kühlschrank.

    Anmerkungen: Traditionell wird die Köftemasse stundenlang von Hand geknetet. Durch das Vorquellen des Bulgurs und den Einsatz der Küchenmaschine erspare ich mir den kräfte- und zeitraubenden Aufwand. Türkische Rezepte verlangen oft ein Kilo Bulgur oder mehr, die obige Menge reicht für sechs bis acht Personen als Fingerfood und mit Salatbeilage für vier Personen als leichtes Hauptgericht. Ich empfehle für mein Rezept hellen Bulgur. Der Schalenanteil der rot-braunen Variante (Esmer Bulgur) bleibt, trotz Quellzeit, unangenehm hart und stört mich beim Genuss der fertigen Köfte. Geschmacklich konnte ich keinen Unterschied feststellen, ausserdem ist heller Bulgur einfacher aufzutreiben. Im Winter würde ich die Tomate durch ein paar Esslöffel kaltes Wasser ersetzen. Wer Kerne und Schalenfitzel verabscheut, sollte den Tomatenbrei vor der Weiterverwendung durch ein Sieb streichen. Das Ausdrücken der Zwiebelstücke sorgt dafür, dass die Schärfe abgemildert wird und der Zwiebelgeschmack die Köfte nicht dominiert. Gewürzt wird nach Lust und Laune. Je mehr Gewürze, desto besser. Finde ich zumindest. Zimt, Koriander, Bockshornklee und Nane Minze können im Notfall ersatzlos gestrichen werden. Paprikaflocken 1:1 durch Paprikapulver ersetzen, Isot Biber durch weniger Cayennepfeffer. Sumach, Piment und Kreuzkümmel gehören aber unbedingt rein. Ich verwende libanesische Granatapfelmelasse statt türkischer Granatapfelsauce (Nar ekşisi sosu), die oft unerwünschte Zusätze wie E-Nummern enthält. Mit einem Esslöffel voll starten und nach Geschmack mehr zugeben. Nachdem der erste Versuch mit zwei Esslöffeln Granatapfelmelasse zu sauer geriet, habe ich einen Esslöffel Palmsirup untergemischt. Seither ist er ein fester Bestandteil meiner Çiğ Köfte. Dunkler Ahornsirup wäre ein guter Ersatz, sonst einfach weglassen. Frische, gehackte Petersilie ist nur bei Knoblauchzugabe ein Muss, ohne hält die Masse länger im Kühlschrank. Alle Zutaten, bis auf den Palmsirup, sind in türkischen Geschäften erhältlich. 

    Donnerstag, 4. August 2022

    Cookies Linsengranola (vegan & glutenfrei)

    Fertiges Granola mit roten Linsen

    Bei der Bruthitze verzichte ich lächelnd auf ein reguläres Mittag- oder Abendessen und greife stattdessen gerne zur Müslischüssel. Das perfekte Birchermüesli steht momentan ganz oben auf meiner Hitliste. Dicht gefolgt von hausgemachtem Granola mit Cashewmilch, getoppt mit allem, was die Obstschale gerade hergibt.

    Ungebackene Granolamasse mit gelben Linsen

    Das Linsengranola ist meine neueste Kreation. Keine Angst, es schmeckt weder "linsig" noch "gesund", dafür sättigt es langanhaltend. Die Hülsenfrüchte erhöhen den Proteingehalt erheblich und sorgen zusammen mit dem Reissirup für das Zusammenklumpen der übrigen Zutaten. Toller Nebeneffekt: Die Granolastückchen sind - und bleiben über Monate hinweg - superknusprig. Ein Kunststück, welches mir mit Apfel- oder Bananenmus als Bindemittel noch nie gelungen ist. Fazit: Unbedingt ausprobieren!

    Für etwa 450 Gramm Granola:

    • 65 gr halbierte rote oder gelbe Linsen
    • 200 gr hahnenheisses Wasser
    • 1 Prise Salz

    Linsen in einem Sieb unter fliessendem kalten Wasser abspülen. Einweichen ist nicht notwendig. Die abgetropften Linsen in einem Topf mit Wasser und Salz zum Kochen bringen. Etwa acht Minuten auf höchster Stufe kochen, bis die Linsen quasi durchgegart sind und ein Grossteil des Wassers aufgesogen wurde. Herd ausschalten, ein Küchentuch über den Topf legen, den Deckel draufpressen und die Linsen neben der heissen Platte 30 Minuten ausquellen lassen. Danach die Linsen mit einer Gabel zerquetschen um ein möglichst glattes Mus zu erhalten. Den Topf noch einmal auf den Herd stellen und den Linsenbrei wenige Minuten unter ständigem Rühren zu Apfelmuskonsistenz einkochen. Abwiegen. Es sollten +/- 165 Gramm Linsenmus im Topf vorhanden sein. Falls die Waage einiges mehr anzeigt, den Brei noch länger einkochen, damit überflüssiges Wasser verdampft. Je trockener der Linsenbrei, desto knuspriger werden die Granolabröckchen.


    Alle Zutaten im Topf mit dem heissen Linsenbrei vermischen. Probieren und ggf. nachwürzen oder -zuckern. Ofen auf 160 Grad vorheizen. Das Backblech mit Backpapier belegen.

    • 150 gr zarte Vollkornhaferflocken
    • 30 gr Kokosraspel
    • 20 gr Mandelblättchen
    • eine Hand voll Sultaninen, optional

    Haferflocken, Kokosraspel und Mandelblättchen mit dem gewürzten Linsenbrei im Topf vermischen. Dabei entsteht ein gut zusammenhaltende, nur minimal bröckelige Masse. Die Linsenmasse auf dem vorbereiteten Backblech mit einer Teigkarte oder einem Pfannenwender verteilen. Grosse Brocken in maximal gummibärchengrosse Stücke zerkleinern. Blech auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Fünfzehn Minuten backen, durchrühren. Danach alle 5-10 Minuten umrühren und zu gross geratene Cluster nochmals verkleinern. Gesamtbackzeit: Etwa 40 Minuten. Wichtig: Nach spätestens 25 Minuten auf Sicht backen. Das Linsenmüesli sollte rundum nett gebräunt sein aber keinesfalls dunkelbraun werden. Wenn Farbe und Konsistenz passen, den Ofen abschalten. Backofentür öffnen und das Granola noch 5 Minuten nachtrocknen lassen. Danach das Blech auf ein Kuchengitter stellen. Alle paar Minuten die Klumpen vorsichtig durchrühren, damit sie schneller abkühlen. Wenn das Granola völlig ausgekühlt ist, mit oder ohne Sultaninen in ein dicht schliessendes Glas umfüllen. Kühl und trocken lagern. Haltbarkeit: Mindestens sechs Monate.

    Anmerkung: Das Linsengranola wird mit der kleinen Menge Reissirup und Kokoszucker nur minimal süsslich, Zimt und Vanille halten sich ebenfalls eher im Hintergrund. Wer sein Granola süsser und würziger mag, sollte die Zucker- und Gewürzmenge grosszügig erhöhen. Reissirup besitzt wenig Süsskraft, wenn als Ersatz Ahornsirup, Birnel, Agavendicksaft o.ä. verwendet wird, eventuell den zusätzlichen Zucker reduzieren oder streichen.

    Sonntag, 5. Juni 2022

    Cuisine du Placard: Dahi Aloo - Kartoffelcurry mit Joghurt

     
    Letzten Sonntag, am Geburtstagsessen des Herrn C., erschien Schwesterherz mit einer leichten Erkältung. Kein Grund zur Panik, das Gelage fand unter freiem Himmel statt. Kurz darauf stellte sich bei einem Arztbesuch heraus, dass sie sich keine Grippe sondern eine Bakterienherde eingefangen hat. Und nun ratet mal, wer neben ihr sass und seit vier Tagen flach liegt.... Das Kartoffelcurry hatte ich am Tag vor dem Seuchenausbruch gekocht und die Reste in den folgenden Tagen aufgewärmt. Sobald ich wieder beschwerdefrei am Herd stehen kann, d.h. ohne Fieber, Schwindelanfälle, Kopfweh und Husten, wird das Curry gleich nochmal zubereitet. Es ist würzig und trotzdem mild genug für Herrn C., der sich am Kochtag freudig eine zweite Portion auf den Teller geschaufelt hat. Alle, die es etwas schärfer mögen, rühren mit den Kartoffeln einen halben Teelöffel Chilipulver unter. Die tiefgekühlten Erbsen sind übrigens optional, aber nicht nur optisch eine feine Ergänzung.

    Für 4 Portionen:

    • 6 mittelgrosse Kartoffeln, geschält und in je 16 Stück zerteilt (io: mehligkochende Sorte)
    • 1 El Ghee 
    • 1 Tl Korianderpulver
    • 1/2 Tl braune Senfkörner
    • 1/2 Tl Kreuzkümmel, gemahlen
    • 1/2 Tl Kurkumapulver
    • 1/2 Tl Garam Masala
    • eine grosszügige Prise Asafoetida
    • ein walnussgrosses Stück junger Ingwer, fein gerieben
    • etwa 350 ml hahnenheisses Wasser
    • Salz
    • 150 gr Joghurt (io: 3,5% Fett, laktosefrei) 
    • zwei Handvoll feine TK-Erbsen
    • Korianderblättchen zum Garnieren (io: zuletzt ein paar Korianderkrümel untergerührt)

    Kartoffeln schälen. Jede Kartoffel in 16 Stücke zerteilen. Ghee in einer grossen Pfanne mit hohem Rand auf mittlerer Stufe zerlassen (io: Stufe 6 von 9). Gewürze in das zerlassene Ghee streuen und ohne zu rühren kurz anrösten. Wenn der Pfanneninhalt fein duftet, Kartoffeln und Ingwer zugeben. Rührbraten, bis die Kartoffelstücke rundum von der Gewürzmischung bedeckt sind. Hitze hochdrehen und soviel hahnenheisses Wasser zugiessen, bis die Kartoffelstücke ganz knapp bedeckt sind. Kräftig salzen, Deckel auflegen und so lange kochen, bis die Kartoffeln weich sind. Joghurt direkt im Becher mit vier Esslöffel heisser Flüssigkeit aus der Pfanne verrühren. Joghurtmischung in die Pfanne löffeln. Das Curry langsam unter ständigem Rühren wieder zum Kochen bringen, eine Minute köcheln. Erbsen einrühren und abschmecken (io: zwei Prisen Kokoszucker & Bio Orient Salz). Zugedeckt zehn Minuten durchziehen lassen. Mit Cashew-Butter-Reis (ohne Currypulver und Kurkuma) oder Methi Parata (Pfannenbrote mit Bockshornklee) geniessen. Reste halten sich mind. drei Tage im Kühlschrank. Vegane Variante: Ghee durch Öl ersetzen und Joghurt durch Kokosjoghurt, z.B. von The Coconut Collaborative.

    Sonntag, 15. Mai 2022

    Cuisine du Placard: Türkischer Bulgursalat, würzig & vegan

    Ein praktischer Sommersalat, der beliebig abgewandelt werden kann. Eine überschüssige Paprikaschote? Klein würfeln und untermischen. Übrige Walnüsse? Grob hacken, anrösten, vor dem Servieren über den Salat streuen. Oder geröstete Mandelblättchen unterrühren. Die Kräuter auf der Terrasse benötigen einen Rückschnitt? Grünzeug fein hacken und rein damit. Einen einsamen Rest Feta im Kühlschrank gefunden? Drüberkrümeln. Njamm!

    Für 2-3 Personen (inkl. Reste für die Lunchbox):

    • 300 gr Wasser
    • 1/2 Tl Kräutersalz (io: Herbamare)
    • 200 gr feiner, heller Bulgur (io: Duru Köftelik Bulgur)

    Wasser mit Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Wenn das Wasser zu Blubbern beginnt, den Topf vom Herd ziehen. Bulgur schnell mit einer Gabel einrühren. Deckel auflegen und den Bulgur mindestens 10 Minuten quellen lassen. Unterdessen die restlichen Zutaten abmessen und vorbereiten.

    • 2 El Olivenöl
    • 2 grosszügige El Tomatenmark 
    • 2 El Granatapfelmelasse (io: Chtoura)
    • 1 El Paprikamark (io: mildes ungarisches aus der Tube)
    • 1 Tl Paprikapulver (io: halb edelsüss, halb geräuchert)
    • 1 Tl Sumach
    • 1/2 Tl gemahlener Kreuzkümmel 
    • 1/4 Tl Zimtpulver
    • 1/4 Tl Pimentpulver
    • 1/4 Tl getrocknete Bohnenkrautblättchen
    • 1/8 Tl schwarzer Pfeffer aus der Mühle (io: Kampot)
    • eine grosszügige Prise Cayennepfeffer
    • 1 Zehe junger Knoblauch, optional

    In einer mindestens zwei Liter fassenden Rührschüssel alle Zutaten bis und mit Cayennepfeffer verrühren. Knoblauch, falls verwendet, fein zermusen und untermischen. Bulgur mit einer Gabel auflockern, in die Rührschüssel umfüllen. Ein paar Minuten kräftig mit (behandschuhten) Händen oder den Knethaken des Rührgeräts vermengen. Die Konsistenz sollte an feuchten Sand erinnern. Falls die Masse zu trocken scheint, esslöffelweise kaltes Wasser unterrühren. Gegebenenfalls nachsalzen und -würzen.

    • 1 kleine rote Zwiebel oder zwei Frühlingszwiebeln
    • eine kleine Handvoll Petersilienblätter, abgebraust
    • 6 frische Minzeblätter oder 1/4 Tl getrocknete Nanaminze
    • eine kleine Bio-Zitrone

    Zwiebel sehr fein hacken, Frühlingszwiebeln in dünne Röllchen schneiden. Petersilie und Minzeblätter fein hacken. In die Bulgurmischung einkneten, zuletzt mit Zitronensaft abschmecken. Die Schüssel abdecken und dem Salat mindestens zwei Stunden im Kühlschrank zum Durchziehen gönnen. Der Bulgursalat lässt sich auch prima ein, zwei Tage vorher zubereiten. Bei uns gab's als Beilage einen einfachen Gurkensalat (dünn gehobelte Bio-Gurke, halbfett Crème fraîche, Zitronensaft, Dill, Salz), der wie die Faust auf's Auge gepasst hat. Die Knoblauchzehe würde ich unter der Woche weglassen, am Wochenende - besonders, wenn der Salat als Grillbeilage vorgesehen ist - ist sie aber eine herzlich willkommene Ergänzung.

    Freitag, 15. April 2022

    Cuisine du Placard: Shiitake Tom Kha in 15 Minuten

     

    Cuisine du Placard? Wandschrankküche? Ergibt, wörtlich aus dem Französischen übersetzt, tatsächlich nicht viel Sinn. Gemeint ist damit das Kochen mit lange haltbaren Vorräten, die im Wand(Vorrats)Schrank, Kühlschrank und Tiefkühler vorhanden sind. Kein extra Einkauf, keine ellenlange Zutatenliste, kein grosser Aufwand. Gerichte, die man spontan für Überraschungsbesuch, Sonntags im Pyjama, und unter der Woche auch nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag mit links auf den Tisch zaubert.

    Aus dem Vorratsschrank benötigen wir getrocknete Shiitakepilze, Kokosmilch, Fischsauce (in der veganen Variante aus fermentierter Ananas) und Kokos- oder Palmzucker. Die Kaffirlimetten- und Korianderblätter sollten im Tiefkühler schlummern, getrocknete Blätter sind kein Ersatz. Schalotten liegen im Zwiebeltopf, fehlt nur noch die Suppenpaste. Falls ihr keine vorrätig habt, wäre die Chop Stick Tom Kha Paste aus der Migros einen Abstecher an den Bahnhof wert. Sie besteht nur aus Limettensaft, Zucker, Salz, Ingwer, Zwiebeln, Zitronengras, Knoblauch, Koriander, Kaffirlimettenblättern, Chili und Pfeffer. Die bisher getesteten thailändischen Produkte fand ich alle zu scharf und die Zutatenlisten bedenklich (E-Nummern noch und nöcher, Sojaöl, Glutamat...). Irks.

    Übrigens verwende ich seit Jahren ätherisches Korianderöl in Körnchenform von Aromandise statt frische oder gefrorene Korianderblättchen. Ein geniales Mitbringsel aus Frankreich: Es besteht aus genau zwei Zutaten in Bioqualität, nämlich Agavenpulver als Trägerstoff und ätherischem Korianderöl. Zudem ist es sehr lange halt- und perfekt portionierbar. Ideal zum Abschmecken von asiatischen Gerichten, wenn der oder die Mitesser Korianderhasser sind. Wer mehr über diese tolle Produktlinie erfahren möchte: Klick. 

    Für zwei hungrige Suppenliebhaber:

    • 800 ml hahnenheisses Wasser
    • 6 grosse, getrocknete Shiitakepilze
    • 4 Kaffirlimettenblätter, eingerissen
    • Tom Kha Suppenpaste ohne Zusätze (io: ein Beutel)
    • 2 grosse Schalotten oder eine mittelgrosse Zwiebel 
    • eine Dose Kokosmilch à 400 ml
    • (vegane) Fischsauce 
    • Kokoszucker
    • Korianderblättchen, frisch oder aus dem TK (io: Cristaux d'huiles essentielles)

    Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Unterdessen die Pilze grob zerbröckeln und zusammen mit den Kaffirlimettenblättern und der Tom Kha Paste in den Topf geben. Die Zwiebel schälen und in kleine Stücke zerteilen. Ebenfalls in den Topf schubsen. Etwa fünf Minuten kochen, bis die Shiitake- und Zwiebelstücke weich sind. Kokosmilch zugiessen und den Topfinhalt wieder zum Kochen bringen. Weitere zwei Minuten kochen, dann die Zitrusblätter rausfischen. Herd ausschalten. Suppe mit dem Stabmixer möglichst glatt pürieren. Kosten und, je nach Geschmack und Salzgehalt, mit heissem Wasser verdünnen. Pürierte Suppe mit Fischsauce und Kokoszucker abschmecken. Zuletzt die Korianderkörner unterrühren. Oder die Suppe in Schüsseln verteilen und mit Korianderblättchen toppen. Danach noch einen Salat und der fleischfreie Karfreitag ist gerettet.


    P.S. Wer noch einen Knubbel Ingwer oder Galgant im Tiefkühler findet, darf gerne ein paar Scheibchen mitkochen. Das gilt auch für Chilischoten, Korianderwurzeln und Zitronengras, die ebenfalls vor dem Pürieren entfernt werden. Limettenspalten zum Nachsäuern sind kein Muss, die Suppenpasten enthalten meist genug Limettensaft. Wenn ihr wisst, dass eure Paste sehr sauer ist, lieber zwei Dosen Kokosmilch und nur 400 ml Wasser verwenden. Für eine gemüsige Tom Kha können die Pilze zum Beispiel durch Karottenscheiben, Randen-, Süsskartoffel- oder Kürbiswürfel ersetzt werden. Oder, um die Sache mit den lange haltbaren Vorräten wieder aufzugreifen, wie wäre es mit einer Linsen Tom Kha, vorzugsweise aus halbierten roten oder gelben Linsen? Die Suppe auf dem Foto wurde mit lila Süsskartoffeln zubereitet und die Deko besteht aus farblich passenden roten Rettichsprossen. Lasst eurer Phantasie freien Lauf.