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Sonntag, 1. Dezember 2024

Lebkuchenkugeln mit UrDinkelmehl


Eine Kanne Earl Grey Tee aufbrühen. 
Die erste Kerze anzünden.
Sich auf dem Sofa bequem einrichten. 
"Die geheime Geschichte" von Donna Tartt aufschlagen.
"I can't get started" von Ella Fitzgerald leise in Dauerschleife abspielen.
Eine Lebkuchenkugel knabbern.
Dann noch eine.
Noch eine weitere.
Nur noch eine.
Das ist dann aber die letzte.
Aber wirklich die allerletzte!
Und so weiter und so fort....
Geniesst den ersten Advent mit euren Lieben.


 Für 40-50 kugelige Kekse:

  • 220 gr feiner brauner Rohrzucker (io: Coop)
  • 200 gr Creme fraiche (io: Brebis, bio)
  • 35 gr geschmolzene Butter, lauwarm
  • 1 Ei Grösse XL
  • 25 gr Kakaopulver
  • 1 Päckchen Lebkuchen- oder Birnbrotgewürz für 1/2 kg Mehl*
  • eine grosszügige Prise Salz
  • fein abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone, gross
  • Saft der halben Zitrone
  • 500 gr dunkles UrDinkelmehl Typ 1100 (io: Mühle Maisprach / Ersatz: Dinkelmehl Typ 1050)
  • 2 Tl Weinsteinbackpulver

Handrührer und Rührschüssel zusammensuchen. Zucker mit der Creme fraiche verrühren. Dann alle Zutaten bis und mit Zitronensaft der Reihe nach untermischen. 200 Gramm Mehl und einen Teelöffel voll Backpulver einrühren. Quirle gegen die Knethaken austauschen. Restliches Mehl zusammen mit dem übrigen Backpulver untermischen. Zum Schluss kurz aber kräftig mit einer Hand zu einem Ball zusammenkneten. Der Teig sollte nicht an den Händen kleben und gut zusammenhalten. Ein Backblech mit einem Backpapier belegen und den Ofen auf 180 Grad vorheizen. 25 Gramm Teig abwiegen und eine Kugel daraus formen. Diese Kugel dient als Vorlage und vereinfacht die Portionierung des restlichen Teigs. Maximal 25 Kugeln mit einem daumenbreiten Abstand auf dem Backblech verteilen. Die restlichen 15-25 Kugeln auf einem grossen Teller zwischenparken. Erst wenn der ganze Teig zu Kugeln geformt wurde, darf das Blech in den Ofen. Backen: Mittlere Schiene, 12-15 Minuten bei 180 Grad. Die Lebkuchenkugeln sollen auf keinen Fall bräunen. Weder unten noch oben. Während die erste Ladung im Ofen ist, den Guss zusammenrühren.

Guss:
  • 150 gr Puderzucker, gesiebt
  • 3 El Kirsch (io: Etter Zuger Kirsch)
  • Saft der restlichen halben Zitrone, gesiebt

Puderzucker mit Kirsch in einer Schüssel vermischen. Soviel Zitronensaft unterrühren, bis die Glasur schön fliesst, aber nicht zu dünnflüssig ist. Ein Kuchengitter auf einen grossen Porzellanteller stellen. Wenn die Eieruhr geklingelt hat, die Kekse aus dem Ofen direkt auf das Kuchengitter befördern. Zwei bis drei Minuten abkühlen lassen. Die noch warmen Kekse vorsichtig mit den Fingern kopfüber in die Puderzuckerglasur tauchen. Der Boden soll dabei unglasiert bleiben. Zurück auf das Gitter legen. Zackig arbeiten. Wenn alle Kekse glasiert sind, den Teller unter dem Kuchengitter hervorholen. Die runtergetropfte Glasur mit einem Gummispatel in die Schüssel zurückschaben. Das ganze Prozedere mit der zweiten Keksladung wiederholen. Die übrige Glasur mit einem Teelöffel über die Kekse verteilen. In eine Blechdose verräumen, wenn die Glasur komplett durchgetrocknet ist. Die Lebkuchenkugeln können natürlich direkt nach dem Backen gegessen werden, schmecken aber am folgenden Tag noch einen Tick besser. Kühl und dunkel max. 14 Tage aufbewahren.

*Io: Lebkuchengewürz ist kein Familienfavorit, deshalb ein Päckchen fruchtiges Backgewürz für Stollen und ein Teelöffel Birnbrotgewürz verwendet. Biovegan stellt die winterliche Würzmischung anscheinend nicht mehr her,  hier die Zutatenliste zum Nachbasteln: Zimt, 19% Orangenschale, Sternanis, 12% Zitronenschale, Nelken, Piment, Kardamom, Muskatnuss, 0,6% Orangenöl, 0,4% Zitronenöl. Inhalt: 15 Gramm pro Packung.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Schoko-Sauerkirschen-Kuchen mit gerösteten Haselnüssen

Frau Schwiegermama feiert heute, am französischen Nationalfeiertag, ihren Geburtstag.
Mes plus chaleureuses félicitations!

 Für eine Springform mit 24 cm Durchmesser:

  • ein Glas leicht gezuckerte Sauerkirschen, Abtropfgewicht 350 gr
  • 200 gr Butter, weich
  • 120 gr Zucker
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier Grösse L
  • 3 El Sherry
  • 2 bombierte El Kakaopulver
  • 120 gr geschälte & geröstete Haselnüsse, fein gemahlen
  • 2 gehäufte Tl Weinsteinbackpulver
  • 150 gr Mehl
  • 100 gr dunkle Schokolade, gehackt (io: Italienische Schokotropfen, 50%)
  • 80 gr Sauerkirschensaft

Ofen auf 210 Grad vorheizen, das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Die Form komplett mit Backpapier auslegen, den Boden zusätzlich dünn bebuttern. Sauerkirschen in einem Sieb abtropfen lassen, den Saft auffangen und 80 Gramm abwiegen. Butter mit Zucker, Vanille und Salz in einer Rührschüssel crèmig aufschlagen. Eier einzeln unterrühren, danach den Sherry und das Kakaopulver. Nüsse und Backpulver gemeinsam untermischen. Das Mehl kurz klümpchenfrei einrühren. Zuletzt abwechselnd Schokostücke, Saft und Schattenmorellen mit einem Gummispatel unterziehen. Teig in die vorbereitete Form umfüllen und glatt streichen. Backen: 180 Grad, ca. 50-55 Minuten, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. (io: Nach 40 Minuten locker mit Alufolie zugedeckt, mittlere Schiene. Nach 10 Minuten abgedeckt und noch 5 Minuten nachgebacken). Zwanzig Minuten abkühlen lassen, danach vorsichtig Form und Backpapier entfernen. Auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen. Der Schokokuchen schmeckt am besten, wenn er - gut eingepackt - vor dem Anschneiden 24 Stunden durchziehen durfte. Reste im Kühlschrank aufbewahren. Quelle: Hühnerküche

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Alpenbrot mit Kirschglasur


Schwesterherz ist kurz davor, mich zur Adoption anzubieten. Letztes Jahr fiel unsere traditionelle Keksbackschlacht wegen der Seuche aus und dieses Jahr wegen Schweinwolls Bandscheibengeschichte. Natürlich schiebt sie mir für beide Ausfälle die Schuld in die Schuhe. Wahrscheinlich hat sie aus diesem Grund mein Weihnachtsgeschenk auch schon der Heilsarmee gespendet. Oder im Affekt aus dem Fenster geworfen. Ich frag' lieber nicht nach.

Meinen Vorschlag, getrennt zu backen und die Ergebnisse dann zu tauschen, stiess bei ihr auf taube Ohren. In der Adventszeit alleine Guetzli backen sei trostlos, war ihr Argument. Naja, irgendwie hat sie ja recht. Aber weil es schon seit gestern Abend regnet, Herr C. geschäftlich bis Donnerstagabend ausser Haus weilt, das Schweinwoll sich schonen muss und ich nach einer Folge Dead of Summer genug von den grottigen Schauspielern hatte, wurde kurzerhand der Ofen angeworfen. Nachdem das Alpenbrot gebacken, glasiert und zerteilt war, fiel mir doch noch etwas Positives auf: Kein Streit um die Anschnitte. Yeah! Mömpf. Yeah! Mömpf. 

Für 50 - 60 Stück:

  • 125 gr weiche Butter
  • 125 gr brauner Zucker (io: 65 gr Vollrohrzucker & 60 gr brauner Rohrzucker)
  • 15 gr Kakaopulver
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 3/4 Tl Zimt
  • 1/4 Tl Lebkuchengewürz
  • 1/8 Tl Nelkenpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 250 gr Mehl

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Butter und Zucker mit dem Handrührer weiss-crèmig aufschlagen. Kakao, Backpulver, Gewürze und Salz zugeben, eine Minute unterrühren. Ei aufschlagen und ebenfalls eine Minute unterrühren. 150 Gramm Mehl zuwiegen, mit dem Handrührer kurz vermischen. Die restlichen 100 Gramm Mehl mit einem Gummispatel untermischen. Wenn der Teig zu weich zum Formen ist, etwa 30 Minuten im Kühlschrank - oder im Winter auf der Terrasse - kühl stellen. Drei Portionen à ca. 190 gr abwiegen, auf der Arbeitsfläche zu knapp blechlangen Rollen formen. Mit genügend Abstand auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Auf der mittleren Schiene einschieben und 12 - 15 Minuten backen. Die Rollen sollen nicht ganz durchgebacken werden und sich deshalb noch etwas weich anfühlen. Je nach Ofen und Rollendurchmesser, die Backzeit entsprechend verkürzen oder verlängern. Unterdessen den Guss zubereiten.

  • 50 gr Puderzucker
  • 2 El & 1 Tl Kirsch (io: Etter Zuger Kirsch)

Puderzucker und Kirsch mit einem Schneebesen zu einem klümpchenfreien Guss verrühren. Sobald der Timer piept, Blech aus dem Ofen holen und die Rollen unverzüglich mehrmals gleichmässig bepinseln bis der Kirschguss aufgebraucht ist. Etwa 2-3 Minuten antrocknen lassen, dann mit einem glatten Messer schräg in fingerbreite Stücke schneiden. Fünf Minuten warten, dann die Stücke vorsichtig auseinanderschieben und vollständig abkühlen lassen. In einer Blechdose aufbewahren. Quelle: Heikes Blog (leider nicht mehr online)

Notiz an mich: Die Butter darf nicht pomadig oder halb angeschmolzen sein, denn damit wird der Teig zu weich und die Rollen kleben an der Arbeitsfläche. Vollrohrzucker vorher sieben, die Klümpchen werden durch das Rühren nicht ausreichend zerkleinert. Variante: Kirsch durch Cognac, Rum oder Cointreau ersetzen.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Zum ersten Advent: Lebkuchenfladen



Auf der Suche nach einem patenten Hausfrauen-Lebkuchen-Rezept, musste ich einige Niederlagen einstecken. Der angeblich weltbeste Lebkuchen vom Blech, entpuppte sich beispielsweise als teigiger Murks. Cave superlativum, Miss Cookie! Irgendwann werde ich es auch noch lernen.... Von einer netten Leserin bekam ich dann den Tipp, diesen Luzerner Lebkuchen auszuprobieren. Das Ergebnis war fein, erfüllte aber nicht ganz meine hochgesteckten Erwartungen bezüglich eines idealen Gebäcks für einen Kaffeeklatsch in der Adventszeit.


Nach weiteren Misserfolgen musste mein bewährtes Zimtfladenrezept als Basis herhalten. Kurzentschlossen den Teigboden weggelassen, die Gewürzmischung angepasst und trotzdem war der erste Bissen, direkt nach dem Auskühlen, keine Offenbarung. Autsch. Aber am nächsten Tag hat mich der Kuchen fast aus den Socken gehauen. Der Fladen war feuchter, die Gewürze harmonierten perfekt und alles zusammen ergab genau den unkomplizierten Läbchueche, den ich mir für Überraschungsgäste und spontane Besuche gewünscht hatte. Unbedingt ausprobieren!


Gewürzmischung:
  • 2-3 Tl Lebkuchengewürz (z.B. von Betty Bossi)
  • 2 Tl Ingwerpulver 
  • 1 Tl Kakao- oder Schokoladenpulver
  • 1/2 Tl Zimtpulver
  • 1/2 Tl Piment, fein gemahlen
  • 1/4 Tl Nelkenpulver
  • 1 Prise Salz

Alle Gewürze in einem Schälchen vermischen und abgedeckt zur Seite stellen. Eine runde Wähenform (24 cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen oder gründlich ausbuttern.

Teig:
  • 2 Eier Grösse L
  • 150 gr Zucker
  • Gewürzmischung
  • 200 gr Sahne
  • 50 gr Milch
  • 200 gr Ruchmehl
  • 3 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eier und Zucker mit dem Handrührer weiss-crèmig aufschlagen. Zuerst die Gewürzmischung, dann Sahne & Milch unterrühren. Mehl mit Backpulver zugeben und nur so lange verrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Vorsichtig in die vorbereitete Form giessen, glatt streichen. In den vorgeheizten Ofen stellen und 45 Minuten backen, bis der Teig aufgegangen und leicht gebräunt ist. Anschliessend zwei Minuten auf der obersten Schiene zum Nachbräunen gönnen. Auf einem Kuchengitter 15 Minuten abkühlen lassen. Aus der Form heben, das Backpapier vorsichtig entfernen und auf dem Gitter vollständig auskühlen lassen. Danach wieder in die Form legen, mit einem Deckel oder Alufolie verschliessen und den Fladen über Nacht durchziehen lassen. Am Adventsmorgen mit weicher Butter und am Nachmittag mit heissem Kakao servieren. Der Kuchen bleibt, gut eingepackt und kühl gelagert, eine Woche lang ein Hochgenuss. Stosssicher verpackt, lässt sich der Fladen sogar per Post verschicken.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Marmorierter Kokosmilchkuchen



Dieser Marmorkuchen mit Kokosmilch ist schlichtweg perfekt. 
Er ist, bis auf die Form, exakt so, wie ihn die Lieblingstante in den 80ern aufgetischt hat.
Ein saftiges Stück Kindheitsglück.


Für einen Cake:

  • 10 gr Schokopulver (io: Cailler Le Chocolat)
  • 5 gr Kakaopulver
  • 2 El Milch

Schokopulver, Kakao und Milch in einer kleinen Schüssel klümpchenfrei verrühren. Cakeform (25 x 12 cm) mit Backpapier auslegen. Ofen auf 170 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben.

  • 150 gr Butter, sehr weich 
  • 140 gr Zucker
  • gehäufter 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 300 gr Mehl 
  • 1 gehäufter Tl Weinsteinbackpulver
  • 150 gr Kokoscrème oder dicke Kokosmilch
  • 1-2 El brauner Rum

Butter mit Zucker, Vanille und Salz crèmig schlagen. Die Eier nacheinander jeweils 30 Sekunden unterrühren. Mehl mit Backpulver vermischen. Zuerst die Kokoscrème unter die Butter-Zucker-Masse heben, dann das Mehl. Nur so lange rühren, bis der Schüsselinhalt homogen aussieht. Teig halbieren. Eine Hälfte des Teiges mit dem Rum verquirlen und in die vorbereitete Form giessen. Die Schokomilch mit dem restlichen Teig vermischen. Auf den hellen Teig befördern und für die Marmorierung eine Gabel spiralförmig durchwirbeln. Mittig mit dem Gabelstiel einen Längsstrich ziehen. Backen: Etwa 60 Minuten, bis die Stäbchenprobe positiv ausfällt. Auf einem Kuchengitter 15 Minuten abkühlen lassen. Erst dann die Form und das Backpapier entfernen. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen. Quelle: From Snuggs Kitchen.

P.S. Die Kokosnote ist so dezent, dass sogar Herr C. sie bis zum letzten Bissen nicht herausgeschmeckt hat. 

Sonntag, 7. Oktober 2018

Se one and only Dattelkuchen



Zur Geburtstagsfeier im kleinen Rahmen hatte Tante Z. extra einen Biberfladen aus Appenzell mitgebracht. Geschmacklich war das Traditionsgebäck ganz in Ordnung, aber die Konsistenz schon beim Anschneiden spürbar alles andere als optimal. Mit Unmengen Butter bestrichen, flutschten die trockenen Stücke zwar gut hinunter, verharrten danach aber bleischwer im Magen. Vielleicht lag's daran, dass der Biberfladen hauptsächlich aus Dinkel- statt Weizenmehl bestand. Vielleicht bin ich aber auch nur furchtbar verwöhnt und überkritisch, denn meiner Meinung nach taugt ein Biberfladen ausschliesslich als Notration im Marschproviant... Am anderen Ende der Beliebtheitsskala in Sachen Wanderverpflegung liegt se one & only Dattelkuchen. Er ist nach dem Backen schön feucht und bleibt es auch bis zum letzten Krümel. Die Gewürze harmonieren unaufdringlich, für ein verfrühtes Weihnachtsfeeling empfiehlt sich eine Verdoppelung der Mengen. Der saftige Kuchen kann mit Butter, Frischkäse oder Schlagsahne serviert werden, ist aber auch solo eine Gaumenfreude.


Für eine rechteckige Kuchenform (22 x 13 x 7 cm):

  • 125 gr entsteinte Datteln, grob gehackt (io: Medjool)
  • 220 gr Wasser
  • 1/4 Tl Natron
  • 75 gr Butter, kühlschrankkalt
  • 1 El Brandy

Ofen auf 170 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Form grosszügig einbuttern. Dattelstücke, Wasser und Natron in einem Topf mit 1,2 Liter Fassungsvermögen aufkochen. Fünf Minuten köcheln. Herd ausschalten und noch zwei Minuten auf der heissen Herdplatte gönnen. Mit dem Stabmixer zu einem glatten Brei pürieren. Butter und Brandy unter den heissen Dattelbrei rühren. Zur Seite stellen.

  • 1 Tl Kakao
  • gehäufter 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Ingwerpulver
  • 1/4 Tl Pimentpulver
  • 1/8 Tl Nelkenpulver
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Salz

Kakao, Gewürze und Salz klümpchenfrei vermischen, mit einem Schwingbesen unter den Topfinhalt rühren.

  • 1 Ei Grösse L, kühlschrankkalt
  • 100 gr Kokosblütenzucker (io: Madal Bal)*
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 80 gr fein gemahlene Schwarz- oder Walnüsse
  • 200 gr Weizenmehl Typ 550 

Ei am Topfrand aufschlagen, in das mittlerweile lauwarme Dattelmus gleiten lassen. Zucker und Backpulver zugeben, mit dem Schwingbesen gründlich verrühren. Zuerst die Nüsse, dann das Mehl kurz untermischen. In die vorbereitete Form füllen, glatt streichen und mit dem Gummischaber der Länge nach eine Linie in den Teig ziehen. Backen: 55-60 Minuten, bis die Stäbchenprobe positiv ausfällt. Kuchen aus dem Ofen holen, 20 Minuten in der Form abkühlen lassen. Danach vorsichtig aus der Form befreien und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Vor dem Anschneiden, wenn möglich, gut verpackt über Nacht durchziehen lassen.

* Kann durch die gleiche Menge Dattelsüsse oder 80 Gramm Vollrohrzucker ersetzt werden.

Sonntag, 22. April 2018

Gomfibraunies



Im Kühlschrank finden sich ab und zu halbleere Gläser mit selbst gemachter Konfitüre und/oder Gelée, die unabsichtlich immer weiter nach hinten gewandert und so aus dem Blickfeld verschwunden sind. Diese Braunies sind eine wunderbare Möglichkeit, solche Reste in ein köstliches Dessert zu verwandeln. Ihr Name setzt sich übrigens zusammen aus dem mundartlichen "Gomfi" (siehe Schweizerisches Idiotikon) und der amüsanten eingedeutschten Schreibweise von "Brownies".


Für eine runde Tarteform (24cm) oder eine viereckige Brownieform (20 x 20 cm):

  • 200 gr dunkle Schokolade, mind. 50%
  • 100 gr Butter
  • 3 Eier Grösse L
  • 140 gr Zucker
  • 20 gr Kakao
  • 1 grosszügige Prise Salz
  • 120 gr Konfitüre, Gelée oder Marmelade, glatt gerührt (io: Holundergelée)
  • 120 gr Mehl
  • gehäufter 1/4 Tl Backpulver
  • 2 El angerösteter Sesam (optional)

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Die Form mit Backpapier auslegen. Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen, glatt rühren. Zur Seite stellen. Eier mit Zucker, Kakao und Salz klümpchenfrei verquirlen, dann die Konfitüre unterrühren. Mehl und Backpulver in die Schüssel geben, kurz untermischen. Geschmolzene Schokolade einrühren. Nur so lange vermischen, bis der Teig gerade homogen ist. In die vorbereitete Form giessen, mit dem Sesam bestreuen. In den Ofen verfrachten und 30-35 Minuten backen, bis auch die Mitte aufgegangen ist. Auf ein Kuchengitter stellen, in der Form auskühlen lassen und zimmerwarm servieren. Die Braunies halten sich, gut eingepackt & kühl gelagert, etwa eine Woche.

Montag, 16. April 2018

Barely Black Bread



Herr C. ist ein Gewürzgurkenjunkie. Er isst die süss-sauer eigelegten Gürkchen in rauen Mengen zu belegten Brötchen, Gschwellti mit Käse oder auch als kleinen Snack zwischendurch. Wenn er ein Glas geleert hat, backe ich oft mit einem Teil der übrig gebliebenen Flüssigkeit ein amerikanisches Deli Rye Bread. Trotz des relativ hohen Roggenanteils (25 - 60% der Mehlmenge), werden diese Brote konsequent ohne Sauerteig hergestellt. Praktische Sache, wenn man wie ich, keinen Sauerteig mehr pflegen und trotzdem leicht säuerliche, aromatische Roggenmischbrote backen möchte. BTW versuche ich gerade, aus Fermentpulver eine Madre heranzuzüchten, aber das ist eine andere Geschichte. Angelehnt an das Russian Black Bread von King Arthur Flour, entstand vor ein paar Wochen eine neue Version. Das Ergebnis war köstlich, aber nicht annähernd so dunkel wie das Original, darum wurde es von mir in Barely Black Bread umgetauft.


Für ein Kastenbrot:

  • 320 gr Weizenmehl Typ 550
  • 105 gr Roggen, fein gemahlen
  • 10 gr Kakaopulver
  • 1 Tl Getreidekaffeepulver (io: Bambu von A. Vogel)
  • 250 gr lauwarmes Wasser
  • 40 gr Gewürzgurkenlake
  • 40 gr Melasse (io: türkische Maulbeermelasse)
  • 9 gr Salz
  • je 1/4 Tl Kümmel-, Dill- und Fenchelsamen (zuerst abmessen, dann fein mörsern)
  • 4 gr frische Hefe
  • 20 gr Butterflöckchen, kühlschrankkalt

Alle Zutaten bis und mit Hefe in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Zehn Minuten auf Stufe 1 kneten, dann die Butterflöckchen zugeben. Danach noch 5 Minuten auf Stufe 2 kneten lassen, bis der Teig nicht mehr an Schüssel klebt. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen. Abdecken und 4-5 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. Ofen auf 240 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine 28 cm lange Brotbackform mit Backpapier auskleiden. Arbeitsfläche mit ein wenig Mehl bestäuben. Den Teig in vier gleich grosse Stücke teilen. Mit den Händen jedes Teigstück zu einer länglichen Zunge ausziehen, aufrollen und in die vorbereitete Form legen. Die Oberfläche mit 2-3 Stössen aus der Sprühflasche befeuchten, mit einer Duschhaube abdecken und ca. 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis der Teig etwa fingerbreit über den Rand schaut. Mit einem scharfen Messer schräg etwa 3 cm tief einschneiden (wie bei einem Tessinerbrot). In den Ofen stellen, kräftig schwaden und die Hitze danach auf 210 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken. Dann auf 190 Grad runterdrehen und weitere 25 Minuten backen. Aus der Form nehmen und noch 10 Minuten nachbacken. Gesamtbackzeit: 45 Minuten. 

Sonntag, 9. Juli 2017

Spicy Café Touba Red Palm Brownies



Um die Diskussion rund um das Thema Palmöl zu minimieren, schicke ich gleich vorweg: Ja, auch ich gehöre zu den Menschen, die irgendwelches Fertigfutter wieder ins Regal stellen, weil in der Zutatenliste das böse, böse Palmöl auftaucht. Allerdings besteht zwischen "billigem" Palmöl von Plantagen, die oft auf illegal gerodetem Urwald betrieben werden, und biologisch erzeugtem, fair gehandeltem Palmöl von Kleinbauern ein ziemlich grosser Unterschied. Und um die Sache noch mehr abzukürzen: Im Bioladen wurde wegen dem bald nahenden Geburtstag des MHDs ein Glas zum halben Preis angeboten. Ich war neugierig und so landete das rote Palmöl von Rapunzel im Einkaufskorb. Basta. Wer Palmöl vermeiden will, kann auf natives Kokosöl ausweichen, welches aber ebenfalls nicht völlig unbedenklich ist. Oder nur Butter verwenden, die die Arterien verstopft und uns allen einen schröcklichen Tod bringen wird. Oder war es der weisse Industriezucker, der uns so enden lässt? Oder doch das Gluten im Weizenmehl? *grübel*


Für 12 kuchige Brownies:

  • 60 gr rotes Palmöl, pomadig
  • 60 gr Butter, sehr weich
  • 120 gr Zucker
  • 1/2 Tl frisch gemahlener Mohrenpfeffer
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 40 gr Kakaopulver
  • 75 gr Mehl
  • 1/2 Tl Backpulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen und das Gitter auf der mittleren Schiene einschieben. Eine Brownieform (20 x 20 cm) oder ein rundes Wähenblech (24 cm Durchmesser) gründlich mit Butter einfetten oder mit Backpapier auslegen. Palmöl, Butter, Zucker, Gewürze und Salz in eine Rührschüssel geben und mit dem Handrührer eine Minute auf hoher Stufe vermischen. Eier einzeln zugeben und jeweils 10 Sekunden unterrühren. Kakaopulver untermischen, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Mehl und Backpulver zugeben, und dann nur noch so lange verrühren, bis das Mehl gerade eingearbeitet ist. In die vorbereitete Form umfüllen und 20-22 Minuten backen. Aus dem Ofen holen, 15 Minuten in der Form abkühlen lassen. Dann vorsichtig aus der Form befreien und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Mit Sahne, Vanilleeis oder ohne alles geniessen. Quelle: Senegal: Modern Senegalese Recipes from the Source to the Bowl by Pierre Thiam.

P.S. Mohrenpfeffer, auch Senegalpfeffer genannt, verleiht den Brownies zwar keine wahrnehmbare Schärfe, dafür aber einen Hauch Gewürzbasar (so in Richtung Kubebenpfeffer meets Eukalyptus meets Sandelholz). Spicy wird das Gebäck durch die Zugabe von 1/8 Tl Cayennepfeffer, den ich aber Herrn C. zuliebe unterschlagen habe. 

P.P.S. Café Touba ist übrigens Senegals Nationalgetränk: Kaffeebohnen, Mohrenpfeffer, evt. noch Kardamom und/oder Gewürznelken werden zusammen geröstet, zerstossen und (mehrmals) aufgebrüht. Der Café wird dann noch heftig gezuckert und immer brühheiss serviert. 

P.P.P.S. Ist der Café Touba zu stark, bist du zu schwach. ;-)

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Peruanischer Kakaomix



Oscar Wilde sagte einst: Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht. Mit diesem Bonmot auf den Lippen, welches übrigens mein kulinarisches Lebensmotto ist, wühlte ich vor einigen Wochen im Bioladen in der Ramschkiste herum. Die Ausbeute bestand aus zwei Riegeln Kakaobutter, Matcha-Tee, Muskatnüssen, weissem Pfeffer und einer Packung Lucuma. Wegen einer Sortimentsumstellung wurde alles verbilligt angeboten und bei den Schnäppchenpreisen musste ich einfach zuschlagen. Die Kakaobutter ist schon fast aufgebraucht, da sie sich perfekt zum Anbraten von Fleisch eignet. Tee und Gewürze verschwinden nach und nach, nur das Lucumapulver stand immer noch kaum angetastet im Vorratsschrank. Pur, d.h. nur mit Milch oder Fruchtsaft verrührt, schmeckt es mir überhaupt nicht. Auch in Smoothies und Joghurtmixgetränken konnte es mich nicht wirklich überzeugen. Die zwei Kekssorten mit Lucuma waren ganz okay, wobei mir die Schokovariante wesentlich besser gefiel. So entstand die Idee, mit dem Pulver eine Kakaomischung zu kreieren. Nach ein paar Experimenten hat sich dann der Peruanische Kakaomix als Testsieger herauskristallisiert. 


Für ein kleines Gläschen:

  • 30 gr Kakaopulver 
  • 30 gr Lucumapulver
  • 1 El Machica (geröstetes Gerstenmehl) oder Malzkaffee
  • 1,5 Tl Carobpulver
  • 3/4 Tl Kurkumapulver
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1/8 Tl Zimt- oder Cassiapulver
  • 1 Prise Salz
  • 20 gr Kokosblütenzucker 

Alle Zutaten vermischen und in ein luftdicht schliessendes Glässchen umfüllen. Die Kakaomischung ist mindestens 3 Monate haltbar und eignet sich daher auch wunderbar als (Last-Minute-)Geschenk. Soll der Peruanische Kakao heiss serviert werden, einfach 250 ml (pflanzliche) Milch in einem Topf erhitzen, 2 Tl Kakaomix einrühren und gründlich verquirlen. In kalten Flüssigkeiten entstehen kleine Klümpchen, die sich mit einem Löffel kaum verrühren lassen. Für ein optimales Ergebnis lieber mit dem Stabmixer durchwirbeln.


Sonntag, 18. September 2016

Entschärftes Sonntagssüss: Zimtfladen



Als unsere Urgrosstante noch eine Bäckerei im Appenzellerland führte, bekamen wir jedes Jahr zu Weihnachten von ihr ein Paket mit Taflevögel, Chäsflade, Biber und Zimtfladen zugeschickt. Letzteres war meiner Meinung nach eine völlig unnötige Beigabe, denn die Verwandtschaft mit Lebkuchen, den ich in allen Formen verabscheute, war zu offensichtlich. Erst vor einigen Jahren entdeckte ich, wie grandios Pain d'épices, Ontbijtkoek und Honigkuchen sein können. Herr C. kapituliert meist nach einem Stück bzw. einer Scheibe mit der Begründung, das Gebäck wäre ihm einfach zu "gewürzlastig". Aus diesem Grund kommt mein Zimtfladen, entgegen aller Traditionen, mit einer minimalen Menge Zimt, Birnbrotgewürz und Nelken daher. Ruchmehl ist ebenfalls eher unüblich und kann problemlos durch helles Weizen-, Dinkel- oder Emmermehl ersetzt werden.

Für eine Brownieform (20cm x 20cm):

  • ein ausgewallter Butter-Blätterteig  
  • 3 El säuerliche Konfitüre, z.B. Kornelkirsche, Johannisbeere oder Hibiskus
  • 1 Ei Grösse L
  • 85 gr Zucker
  • 2 Tl Kakao
  • 1 Tl Zimt
  • 1 Tl Birnbrotgewürz
  • 1/8 Tl Nelkenpulver
  • 1 Prise Salz
  • 125 gr Sahne
  • 100 gr Ruchmehl
  • 1,5 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Teig passend zuschneiden und mit dem anhaftenden Backpapier in die Form legen. Konfitüre möglichst gleichmässig auf dem Teigboden verstreichen. Ei und Zucker mit dem Handrührer weisscrèmig aufschlagen. Zuerst die Gewürze, dann die Sahne unterrühren. Mehl mit Backpulver zugeben und nur so lange verrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Vorsichtig über der Konfitüreschicht verteilen. In den Ofen stellen und 35 Minuten backen, bis die Füllung aufgegangen und leicht gebräunt ist. Aus der Form heben und 10 Minuten auf dem Gitter nachbacken, damit der Boden schön knusprig wird. Lauwarm mit Schlagsahne oder Double crème de la Gruyère und einem Gläschen Grappa servieren. Abgewandelt nach diesem Rezept.

Sonntag, 10. Juli 2016

Eiskalte Hippiemilch



Yipieyayooooo! Sonne satt! Endlich!
Oder wie Herr C. es formuliert: Sauna-Alarm!
Sein Gegenmittel: Eiskaltes Red Bull 
Mein Gegenmittel: Eiskalte Hippiemilch


Hippiemilch?
Andere nennen dieses Getränk Goldmilch, Golden Milk oder Kurkuma-Latte.
Herr C. befand nach einem Blick in mein Glas: Sieht aus wie Hippiemilch. Viel zu fröhlich, viel zu gelb.
I love Hippiemilch! :D


Für ein kleines Gläschen Hippiemilchpulver (reicht für einen Liter Hippiemilch):

  • 3 Tl Kurkumapulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Kakao- oder Carobpulver
  • 1/4 Tl Mandarinen- oder Orangenschalenpulver
  • 1/8 Tl Ingwerpulver
  • 1/8 Tl Kardamompulver
  • 2 Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Msp Nelkenpulver
  • 2 Msp Vanillepulver
  • 1 Msp gemahlener Galgant

Alle Gewürze vermischen und in ein kleines, dicht schliessendes Gläschen umfüllen. Kühl und lichtgeschützt aufbewahrt hält sich das Pulver etwa drei Monate. Am besten schmeckt die Mischung natürlich mit frisch gemahlenen/gemörserten Gewürzen. Aber das muss ich ja nicht extra betonen, oder?

Für einen halben Liter Hippiemilch: In einem kleinen Topf 200 ml Kuhmilch oder Mandelmilch mit 2 Teelöffeln Gewürzmischung verquirlen. Unter ständigem Rühren 3 Minuten köcheln. Nach Belieben süssen, z.B. mit Kokosblütenzucker. Mit 300 ml kalter Milch vermischen, in eine Flasche umfüllen und ein paar Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen. Eiskalt geniessen und innerhalb von 3 Tagen verbrauchen. 


Sonntag, 29. März 2015

Schoggiwürfel (aka Brownies) mit WonderFlour



Apropos Würfel: Früher hiessen die Dinger bei uns Schoggiwürfel und enthielten oft noch einen Schuss Alkohol. Meistens war es Kirsch, ab und zu Rum, seltener Grand Marnier und für spezielle Gelegenheiten durfte es auch mal Cognac sein. Für Kinder wurden sie mit einem Schuss Orangensaft versetzt, aber die schmeckten natürlich nie so gut, wie die Erwachsenenversion. Irgendwann kamen sie aus der Mode und wurden durch Vollkorn-Schoggikuchen mit Zucchini ersetzt. Ich sage nur: Bääh. Jahre später hatten die Würfel dann ein Revival unter dem Namen Brownies. Klingt natürlich kosmopolitischer, ist aber eigentlich genau das gleiche Gebäck. Viel Schokolade, wenig Mehl, kaum Backpulver, kurze Backzeit. Einziger Unterschied: Wer es Schoggiwürfel nennt, darf 2 Esslöffel Hochprozentiges unter den Teig mischen. 

Für eine runde oder eckige Springform (16/18 cm):

  • 100 gr dunkle Schokolade, mind. 50%
  • 65 gr Butter & Knubbel zum Ausfetten
  • 2 Eier Grösse M
  • 70 gr Zucker
  • 1 Tl Kakaopulver
  • 1 Tl Malzkaffeepulver
  • 2 Prisen Salz
  • 40 gr WonderFlour*
  • 1/4 Tl Weinsteinbackpulver

Boden der Springform mit Backpapier belegen und den Rand ausbuttern. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Schokolade in kleine Stücke brechen und mit der Butter zusammen im Wasserbad schmelzen. Zum Abkühlen zur Seite stellen. Unterdessen Eier mit Zucker, Kakao, Malzkaffee und Salz verquirlen. Geschmolzene Schokolade einrühren. Wenn die Masse glatt ist, Mehl und Backpulver kurz untermischen. Nicht länger als nötig rühren. In die vorbereitete Form giessen, auf der mittleren Schiene einschieben und 18-20 Minuten backen, bis der Kuchen aufgegangen ist. In der Form auskühlen lassen, dann in viereckige Stücke schneiden. Gut eingepackt, bleiben sie ein paar Tage schön feucht.

* Helles Emmermehl kann als Ersatz verwendet werden.


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Würziger Persimonen-Cake mit Haselnüssen



Mir passiert es immer wieder, dass Früchte schneller als geplant nachreifen. Grasgrüne Bananen sind plötzlich braunfleckig, steinharte Birnen werden unerwartet butterweich und unreife Persimonen quasi über Nacht dunkelorange. Und dabei habe ich sie doch erst vor zwei Tagen gekauft..... Oder waren es drei?... Oder sogar fünf?... Hmmmm.... Es könnten auch zehn Tage gewesen sein... *grübel*


Jedenfalls ist das kein Problem bei Früchten, die so oder so für einen Smoothie oder Dickie eingeplant waren. Nur blöd, dass es auch Phasen gibt, während denen ich plötzlich keine Lust mehr auf flüssigen Fruchtmatsch habe. Noch blöder, wenn dann eine superreife Persimone in der Obstschale liegt. Und oberblöd, wenn man die Persimone ein bisschen zur Seite schieben möchte und dabei zu fest zugreift. Da lag sie nun, hatte ein grosses Loch in der Schale und ich keinen blassen Schimmer, was ich damit anstellen soll. Das Unfallopfer daher kurzerhand im Kühlschrank geparkt (Fruchtfliegen, ihr könnt mich mal!), den Mac angeworfen, die gespeicherten Bildchen bei Pinterest durchgescrollt und gleich drei Rezepte gefunden. Ein Gâteaux aux Kakis, ein türkisch angehauchtes Persimmon Bread und einen Persimmon Spice Tea Cake. Bei jedem Rezept gefielen mir einige Komponenten, die ich dann zu einer eigenen Version zusammengefügt habe. Mir schwebte ein herbstlicher, saftiger Kuchen vor, nicht zu süss, schön würzig, mit grob gehackten Nüssen für den Biss. Und weil mich der Sturm ein bisschen irre gemacht hat, entschied ich spontan, den Teig in Muschelschalen zu backen. War ganz lustig, aber der zweite Cake aus der Gugelhupfform war genau so gut, darum spare ich mir jetzt die Erläuterungen wie das mit den Schalen funktioniert.*


Für eine kleine Gugelhupfform (3 Cups Bundt Pan):

  • 1 mittlere Persimone, vollreif (ca. 170 gr)
  • 1 Tl Zitronensaft
  • 100 gr Mehl
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 1/2 Tl Hildegards Kuchen- und Keksgewürz**
  • 1/4 Tl Zimt
  • 1/4 Tl Kakaopulver
  • 1/8 Tl Ingwer 
  • 1/8 Tl Galgant
  • 75 gr weiche Butter & ein Knubbel zum Ausfetten der Form
  • 85 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 grosses Ei (70 Gramm)
  • 1 El Cognac
  • 60 gr nicht zu fein gehackte Haselnüsse

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Form gut ausbuttern. Stielansatz der Persimone entfernen. Fruchtfleisch aus der Schale drücken (funktioniert nur im superreifen Zustand) oder mit einem Messer schälen. In den Mixer geben und zusammen mit dem Zitronensaft fein pürieren. 100 Gramm abwiegen und zur Seite stellen. In einer Schüssel Mehl, Backpulver und alle Gewürze vermischen. In einer Rührschüssel Butter, Zucker und Salz crèmig schlagen. Zuerst das Ei 30 Sekunden lang, dann Püree und Cognac ebenfalls 30 Sekunden auf hoher Stufe unterrühren. Mehlmischung zugeben und nur so lange rühren, bis alles gerade vermischt ist. Haselnüsse dazu und kurz mit einem Schaber unterrühren. Der Teig sollte nun schwer reissend sein. In die Form füllen, glatt streichen und auf der zweite Schiene von unten etwa 40 Minuten bei 180 Grad backen. (Eventuell nach 25 Minuten locker mit Alufolie abdecken, falls die Oberfläche zu schnell bräunt). Danach 5 Minuten im abgeschalteten, leicht geöffneten Ofen stehen lassen. Aus dem Ofen nehmen, auf einem Gitter 15 Minuten abkühlen lassen und erst dann aus der Form stürzen. Diese saftige, würzige Aromabombe hält sich, gut verpackt und kühl gelagert, etwa eine Woche.

* Für alle die wissen möchten, wie Muschelschalen für Gebäck präpariert werden : Madeleines nach Lenôtre

** Durch 1/2 Tl Cassiazimt, 2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss und 3 Msp Nelkenpulver ersetzen.

Freitag, 22. August 2014

Browniekuchen mit Miso



Ich bin süchtig! Ja, ihr habt richtig gehört. Ich werde wohl den Rest meines Lebens diesem Schokokuchen mit Miso verfallen sein und es keine Sekunde lang bereuen. In der amerikanischen Blogwelt wird Miso schon länger als DIE neue Geheimwaffe für Süssspeisen gehandelt. Kuchen, Glasuren, Cookies, Eis und sogar Milchshakes erhalten durch die fermentierte Paste einen Touch Umami. Essentiell für dieses Rezept ist die Verwendung einer hellen, möglichst glatten Misosorte ohne Zusatzstoffe. Dunkleres Miso hat oft einen ausgeprägten Eigengeschmack, der für Desserts zu dominant sein kann. Mehr zum Thema erfährt man hier im Wall Street Journal, aus dem übrigens auch das Basisrezept stammt. Der Kuchen hat bisher alle Testesser durch seinen runden Geschmack, die wunderbar saftige Brownie-Konsistenz (und ich meine saftig, nicht klitschig!) und das leicht salzige je ne sais quoi überzeugt. Wer mag, kann die Form nach dem Ausbuttern noch mit gerösteten Sesamsamen ausstreuen, damit kommt man dem Original noch ein bisschen näher.


Für eine Gugelhupfform mit 16 cm Durchmesser (3 Cups Fassungsvermögen):

  • 100 gr Butter + ein Knubbel zum Ausfetten der Form
  • 100 gr dunkle Schokolade mit mind. 50 % Kakaoanteil
  • 20 gr helles Miso* 
  • 100 gr Zucker 
  • 40 gr Mehl 
  • 10 gr Kakaopulver 
  • knapper 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 2 grosse Eier (zusammen 150 gr mit Schale)

Ofen auf 170 Grad vorheizen und die Form gut ausbuttern. Im Wasserbad Butter und zerbröckelte Schokolade schmelzen lassen. Wenn die Schokolade vollständig flüssig ist, das Miso mit einem kleinen Schneebesen klümpchenfrei unterrühren. Schüssel zur Seite stellen und ein bisschen abkühlen lassen. Unterdessen in einer Teigschüssel Zucker, Mehl, Kakao und Backpulver vermischen. Unter ständigem Rühren die Schokolade-Miso-Butter in die Schüssel zu den trockenen Zutaten giessen. Jedes Ei einzeln mit dem Schneebesen kurz und kräftig unterrühren, bis der Teig homogen ist. In die vorbereitete Form giessen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Kuchen 35 Min backen. Stäbchenprobe nicht vergessen. Danach 5 Minuten im abgeschalteten, leicht geöffneten Ofen stehen lassen. Aus dem Ofen nehmen, auf einem Gitter 15 Minuten abkühlen lassen und erst dann stürzen. Hält sich, gut verpackt und kühl gelagert, mindestens drei Tage.

* Zum Beispiel Miko-chan Miso ohne Zusätze, gekauft bei Nishi in Zürich. Das dort erhältliche Saikyo Shiromiso (ideal für Süsses) enthält leider Glucosesirup und kam für mich daher nicht in Frage. 

Freitag, 13. Juni 2014

Caonella - Einfach, vegan und palmölfrei



Ich präsentiere: Eine einfache, vegane und palmölfreie Alternative zu Nutella & Co. Das Grundrezept lässt sich passend für jeden Geschmack und Geldbeutel abwandeln. Natives Kokosöl oder Kakaobutter sind zu teuer oder nicht erhältlich? Ungehärtetes Kokosfett (z.B. aus der Migros) tut's auch. Helles Mandel- und Cashewmus halten sich dezent im Hintergrund, dunkles Mandelmus und Haselnussmus bringen Schwung in die Sache.


Agavendicksaft hat praktisch keinen Eigengeschmack, Ahornsirup, Birnel, Dattel- oder Reissirup hingegen verpassen der Caonella eine ganz eigene Note. Mehr Kakao kann nie schaden und die Gewürze können ganz nach Belieben ergänzt oder weggelassen werden. Unkomplizierter geht es kaum, oder?


Für ein Glas mit 125 ml Fassungsvermögen:

  • 60 gr Kokosöl oder Kakaobutter
  • 60 gr Nussmus
  • 45 gr flüssiges Süssungsmittel, z.B. Agavendicksaft, Birnel, Apfelsüsse, Dattel- oder Reissirup
  • mindestens 2 El / 10 gr Kakao- oder Carobpulver
  • 1-2 Prisen Meersalz
  • je 1/3 Tl Vanillepulver, Zimt und Spekulatiusgewürz

Kokosöl in einen kleinen Topf geben und bei milder Hitze schmelzen lassen. Topf fünf Minuten zum Abkühlen zur Seite stellen. Nussmus mit Süssungsmittel, durchgesiebtem Kakaopulver, Salz und den Gewürzen in einer Schüssel klümpchenfrei verrühren. Probieren und ggf. nachwürzen. Lauwarmes Kokosöl dazu giessen und gründlich unterrühren. In ein sauberes Glas umfüllen und etwa zwei Stunden auskühlen lassen, bevor der Deckel drauf kommt. Ganz wichtig: Diesen Schritt nicht überspringen, sonst würde sich Kondenswasser bilden und die Caonella könnte anfangen zu schimmeln. An einem kühlen Plätzchen (nicht im Kühlschrank) aufbewahren und innerhalb von zwei Monaten verputzen.

Samstag, 29. Dezember 2012

Mörderisch gut: Kastanientruffetorte



Weihnachten ist überstanden. Gottseidank. Noch mehr gutes Essen würde mir garantiert einen Platz im Expresszug Richtung Himmelreich bescheren. Zum Glück sind bis Ostern keine weiteren Orgien geplant. Schwesterherz würde jetzt einwerfen: Geplant nicht, aber organisieren kann man alles. Dazu setzt sie dann ein oberfieses Grinsen à la schmieriger Mafiaboss auf und geht im Geist schon die Termine durch, an denen sie Zeit hätte. Notiz an mich: Ich muss meine Auswanderungspläne dringend vorantreiben und schleunigst herausfinden, wie hoch die Immobilienpreise auf Tristan da Cunha oder St. Helena sind.

Doch vor der Flucht Abreise verrate ich euch noch ein Lieblingsrezept. Ich kenne niemanden, der diese Torte gekostet hat und sie nicht mochte. Zartschmelzend, üppig, nicht zu süss und in kleinere Stücke geschnitten, auch ein hervorragendes Dessert. In der Frage, ob Kirsch oder Cognac, ist la Famiglia in zwei Lager gespalten. Ich tendiere übrigens zu Cognac, Herr C. zu Kirsch. Er ist und bleibt halt ein kleiner Bünzli. Mein Bünzli.


Für 8 Personen:


Den Boden einer kleinen Springform (20 cm Durchmesser) mit Klarsichtfolie belegen und den Rand mit zugeschnittenem Backpapier auskleiden. Folie und Backpapier halten übrigens besser, wenn die Form vorher mit ein bisschen Butter eingefettet wurde. Schokolade mit Butter und Sahne im Wasserbad schmelzen. Aufgetautes Marronipüree in eine Rührschüssel bröckeln, Kirsch zugeben und mit dem Handmixer oder Schwingbesen einigermassen glatt rühren. Geschmolzene Schokolade zum Marronipüree geben. Kräftig verrühren, bis die Masse seidig glatt ist. In die ausgekleidete Form giessen und die Oberfläche mit einem Löffel glatt streichen. Form abdecken und die Torte im Kühlschrank, oder im Winter auf der Terrasse, mehrere Stunden erstarren lassen. Eine halbe Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen und vorsichtig aus der Springform befreien. Mit wenig Kakaopulver bestäuben und flaumig geschlagene Sahne dazu reichen.

P.S. Die nächsten Posts werden, wie dieser, vor grottigen Fotos nur so strotzen. Kommt davon, wenn man die Kamera mitnimmt, den Akku aber zu Hause lässt. Aaargh. *michselberhau*


Freitag, 7. September 2012

Kirsch-Schoko-Kuchen aus der Nähe des Schwarzwaldes



Vielleicht habe ich eine besondere Vorliebe für Kuchen mit Schokolade und Sauerkirschen, weil ich schon als Kind ein grosser Fan von Schwarzwälder Torte war. Leider gab es davon immer nur winzige Stücke, sonst wäre das arme Kind ja plötzlich angetüddelt gewesen. Ich hätte ja nichts dagegen gehabt, aber nach der Sache mit dem Champagner bei der Hochzeitsfeier meiner Schwester... Ich schweife wieder mal ab. Den amüsanten Rest erzähle ich euch ein anderes Mal. 

Obwohl ich diverse Torten sehr gerne esse, selber backen mag ich sie nur sehr selten. Der Aufwand, die Fummelei, die vielen Schüsseln und Utensilien, die nachher abgewaschen werden müssen... Ne, ne, dann lieber in der einfachen Version. Aromatischer Schokokuchen mit reichlich Kirschen, supersaftig, da mit Kirsch und Orangensaft statt Zuckersirup getränkt, dazu geschlagene Sahne. Soviel Aufwand ist vertretbar.


Für eine Brownieform (20 x 30 cm):

  • 100 gr Bitterschokolade (64%)
  • 200 gr Mehl
  • 40 gr Speisestärke
  • 30 gr Kakao
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 250 gr Butter, sehr weich
  • 250 gr Zucker
  • 4 Eier Grösse L
  • 120 gr Milch
  • 1 Glas Schattenmorellen/Sauerkirschen, abgetropft (ca. 350 gr)
  • 3 grosse Orangen, nur Saft
  • 3 El Kirsch 

Ofen auf 180 Grad vorheizen.    

Schokolade in kleine Stücke brechen und mit 25 gr Butter im Wasserbad schmelzen. Leicht auskühlen lassen. Unterdessen Mehl, Speisestärke, Kakao, Salz und Backpulver in einer Schüssel mischen. Butter und Zucker schaumig rühren. Eier einzeln einrühren, dann die geschmolzene Schokolade untermischen. Mehlmischung zur Fettmasse sieben und klümpchenfrei verrühren. Am Schluss noch die Milch untermischen. Teig in die ausgebutterte oder mit Backpapier ausgelegte Form füllen. Mit den Sauerkirschen belegen (nicht andrücken!). Auf der mittleren Schiene 50-55 Minuten backen. Stäbchentest nicht vergessen. In einem Kännchen Orangensaft und Kirsch verrühren. Wenn nichts mehr klebt, Kuchen aus dem Ofen holen und sofort mit dem Orangensaft tränken. Mindestens zwei Stunden durchziehen lassen. Mit viel geschlagener Sahne servieren. Anmerkung: Der Kirsch ist optional, verleiht dem Kuchen aber einen Hauch von Schwarzwälder Torte. 

Donnerstag, 19. Juli 2012

Mexikanischer Schokopudding



Die Idee, Schokopudding mit Zimt und Vanille zu kochen, stammt von hier. Ich habe ihn mit Mandel- und Kuhmilch ausprobiert und finde beide Versionen gleich gut. Wer Zimt liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Rohrzucker und Vanilleschote lassen sich durch 60 Gramm selbst gemachten Vanillezucker ersetzen.

Für 4 Portionen:

  • 500 ml Kuh- oder Mandelmilch
  • 1 Zimtstange
  • 1 ausgekratzte Vanilleschote (z.B. aus dem Vanillezucker-Glas)
  • 60 gr Rohrzucker
  • 40 gr Kakao
  • 1 Prise Salz
  • 1 El Butter oder Alsan
  • 40 gr Speisestärke

400 ml Milch mit der Zimtstange und der Vanilleschote in einem kleinen Topf aufkochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und 20 Minuten ziehen lassen. Gewürze herausfischen und die restlichen Zutaten bis und mit Butter in die warme Milch einrühren. Speisestärke mit 100 ml Milch klümpchenfrei verrühren. Herd wieder einschalten und Topfinhalt wieder zum Kochen bringen. Wenn der Kakao kocht, Topf vom Herd ziehen und die aufgelöste Speisestärke zügig unterrühren. Topf wieder auf den Herd stellen und Pudding eine Minute unter ständigem Rühren kochen, bis er merklich andickt. In kalt ausgespülte Förmchen* füllen und die Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. Eine Stunde auskühlen lassen, dann mindestens vier Stunden in den Kühlschrank stellen. 

Hält sich im Kühlschrank 3-4 Tage.

* Hab ich vergessen. Daher die unschön gefurchte Oberfläche.


Mittwoch, 4. Juli 2012

Überhaupt nicht igittigitt: Süsse Mayonnaise-Küchlein



Lange Zeit hielt ich Mayonnaise-Kuchen für eine Urban Legend. In meiner Vorstellung handelte es sich dabei um eine mehrstöckige süsse Torte, gefüllt und garniert mit Mayonnaise. Wer soll's erfunden haben? Na klar, die Amis. Denen trauen wir ja an kulinarischen Abartigkeiten so ziemlich alles zu. Würde jemand wirklich so etwas backen? Klare Antwort meinerseits: Nein, so irre kann keiner sein. Nicht einmal die Amis. Irgendwann erfuhr ich, dass die Mayo in den Teig wandert und nicht, wie ich mir vorgestellt hatte, als Buttercrème- oder Schlagsahneersatz verwendet wird. Mein Magen signalisierte trotzdem Sturmwarnung. Aber irgendwie liess mich der Gedanke viele Jahre nicht los. Nur den Mut, es einmal selbst auszuprobieren, konnte ich nie aufbringen. Liegt natürlich auch an meiner Feindschaft mit eierhaltiger Mayo.


Als ich kürzlich wieder einmal Maionese de leite gemixt habe, schlug der Gedanke wie eine Bombe ein. Was wäre, wenn ich nur Öl, Milch, Zitronensaft und etwas Salz emulgieren würde? Dann könnte ich diese Mayobasis (ohne Ei, ohne Senf, Essig oder Knoblauch) doch unbeschwert für einen Kuchen verwenden. Kein komischer Nach- oder Nebengeschmack wäre zu befürchten und es gäbe kein Hintertürchen für unerwünschte Zusatzstoffe. Hach, welch genialer Geistesblitz. *mirstolzaufdieschulterklopf* Im Internet diverse Rezepte verglichen und mich dann für eine Variante ohne zusätzliche Eier entschieden. Wenn schon, denn schon. Und das Fazit? Himmlische Küchlein! Locker, fluffig, supersaftig und niemand würde je auf Mayo als Zutat kommen. Gesprächsstoff garantiert. Natürlich kann man auch ein Fertigprodukt verwenden. Egal ob mit Eiern oder in der veganen Variante. Nur möglichst neutral sollte sie sein. Knobi-Zitronen-Vanille-Küchlein sind wahrscheinlich nicht so der Hit...


Mayonnaisebasis für 12 Küchlein:

  • 180 ml geschmacksneutrales Öl (z.B. Raps-, Reis- oder Sonneblumenöl)
  • 100 ml kalte Vollmilch oder Sojamilch
  • 2 Tl Zitronensaft
  • 2 Prisen Salz

Alle Zutaten in einen hohen Mixbecher geben. Stabmixer reinhalten und einschalten. Wenn die Masse unten im Becher ganz dick wird, den Stabmixer sehr langsam hochziehen. Einige Sekunden weitermixen. Nun sollte die Mayobasis eine puddingähnliche, homogene Konsistenz haben. Bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern. Man kann sich die Mixerei auch sparen und die Zutaten einfach so untermischen. Dann werden die Küchlein aber nur halb so fluffig.


Für sechs Zitronen-Vanille-Küchlein:

  • 120 gr Mehl
  • 20 gr Speisestärke
  • 100 gr Zucker
  • 1,5 Tl Weinstein-Backpulver
  • 1/3 Tl Natron
  • 120 ml kaltes Wasser
  • 120 ml Mayonnaisebasis
  • 2 Tl Vanille-Essenz
  • 2 Tl abgeriebene Zitronenschale
  • 1 Tl Apfelessig



Für sechs Schoko-Küchlein:
  • 120 gr Mehl
  • 20 gr Kakao
  • 100 gr Zucker
  • 1,5 Tl Weinstein-Backpulver
  • 1/3 Tl Natron
  • 120 ml kaltes Wasser
  • 120 ml Mayonnaisebasis
  • 2 El Apfel- oder Bananenmus
  • 2 Tl Apfelessig

Ofen auf 190 Grad vorheizen. Muffinblech einfetten oder mit Papierförmchen bestücken. Die trockenen Zutaten, bis und mit Natron, in einer Schüssel vermischen. In einer anderen Schüssel die restlichen Zutaten verquirlen. Flüssigkeit zu den trockenen Zutaten giessen und nur so lange rühren, bis sich alles gut vermischt hat. Etwa 3/4 hoch in die Vertiefungen des Blechs füllen und auf der mittleren Rille 15-20 Minuten backen. Stäbchenprobe machen und wenn nichts mehr klebt, Blech aus dem Ofen holen. Fünf Minuten warten, dann die Küchlein auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Gut verpackt bleiben sie mindestens drei Tage frisch. Wer mag, kann sie noch mit Zuckerguss oder Frosting garnieren. Bei uns braucht das niemand, also blieben die Muffins nackert.
IdeenVegan Heartland & Occasional Sugar