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Freitag, 22. April 2022

Flaumiger Erdbeer-Buttermilch-Kuchen mit Sumach


Heute war wieder einmal so ein Tag, an dem ich gar-nie-nicht hätte aufstehen sollen. Viele doofe Ereignisse, kurze Zusammenfassung: Total verkrampft mit Kopfschmerzen aufgewacht. Eine Tasse Tee geschlürft, danach Erdbeeren geschnibbelt. Blöderweise war irgendwann ein Finger dazwischen. Aua. Fettmasse aufgeschlagen, Mehl direkt in der Rührschüssel abgewogen. Ohne Vorwarnung erlosch die Anzeige der Waage. Neue Batterie? Fehlanzeige. Yeah. Mehlmenge geschätzt, Kuchen gelang trotzdem. Puh. Beim Anziehen der Jeans ein hässlichen Ratschen gehört. Adieu, Lieblingshose. Komplett umgezogen. Schnell die Brillengläser poliert. Knack! Gestell gebrochen. Ersatzbrille gesucht, Zeit verloren. Hektisch das abgekühlte Gebäck verpackt und im Milchkasten deponiert. Zum Bus gerannt, der mir direkt vor der Nase abgefahren ist. Zur Tramstation gehechtet. Der Chauffeur sah mich, schloss die Türen und fuhr los. Geflucht wie ein Brauereikutscher. Mit reichlich Verspätung ein thailändisches Mittagessen via TGTG abgeholt. Zurück zur Busstation getrottet. Wartezeit laut elektronischer Anzeige: Drei Minuten. Eine Viertelstunde später stand ich immer noch dort und erfreute mich an klumpigen Nudeln mit kätschigem Broccoli ohne Sauce. Bäh. Nach der Heimkehr den Briefkasten überprüft. Leer. Abholung reibungslos verlaufen. Gut. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich hatte vergessen, den fertigen Erdbeer-Buttermilch-Kuchen zu fotografieren! Genau wie letztes Jahr! Gnaaaaaahhhhh! 


Meine Lieblingsnichte wird, falls der Kuchen heil in Bern ankommt, ein Bild knipsen. Werde es bei Gelegenheit nachreichen. Erledigt. Sie lässt noch ausrichten: Der Kuchen ist mega fein! 😋

Für eine tiefe Wähenform mit 24 cm Durchmesser:

  • 350 gr Erdbeeren, abgebraust und abgetropft
  • 140 gr Zucker
  • 90 gr weiche Butter
  • ein gehäufter 1/4 Tl Sumach*
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Ei Grösse L
  • 130 gr Buttermilch, zimmerwarm
  • 190 gr Mehl
  • 1,5 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Form mit Backpapier auslegen. Die Erdbeeren der Länge nach vierteln, vorher Grünzeug und weisse Ansätze wegschneiden. Zur Seite stellen. Zucker mit Butter und Gewürzen crèmig rühren. Ei mit dem Schwingbesen so lange untermischen, bis die Masse wieder glatt ist. Buttermilch einrühren. Der Schüsselinhalt sieht nun wie geronnene Milch aus. Kein Grund zur Panik, das ist völlig okay. Zuletzt Mehl und Backpulver nur so lange unterrühren, bis der schwer reissende Teig glatt aussieht. Gleichmässig mit einem Gummischaber in der vorbereiteten Form verteilen. Erdbeerviertel dicht an dicht mit den Samen nach oben leicht in den Teig drücken. Backen: Etwa 50-55 Minuten bei 170 Grad, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. (Io: 50 Minuten plus 5 Minuten auf der zweiten Schiene von oben zum Nachbräunen). Auf einem Gitter 20 Minuten abkühlen lassen, danach die Form und das Backpapier entfernen. Mit dem Anschneiden warten, bis der Kuchen ausgekühlt ist. Reste im Kühlschrank aufbewahren. 

* Sumachpulver von türkischen Herstellern ist oft mit Salz versetzt. Wird reiner Sumach verwendet - z.B. aus dem Iran oder von Schwarzenbach - mit den Gewürzen eine zusätzliche Prise Salz unterrühren. 

Sonntag, 28. Juni 2020

Orangiges Schafmilcheis mit eingestrudelter Erdbeersauce



Beinahe wäre ich daran vorbeigelaufen. Auf der Suche nach Bergbauernbutter, bemerkte ich einen ganzen Karton voll verbilligter Schafmilch. Ich ging weiter auf Buttersuche und nachdem ich in der hintersten Ecke der Regalzeile fündig geworden war, kehrte ich grübelnd zur Milch zurück. Was könnte ich daraus machen? Frischkäse? Mmmmhhh... Hatte ich überhaupt noch Lab im Kühlschrank? Mmmmmhhh.... Definitiv unsicher grübelte ich weiter. Pudding? Griessköpfchen? Vanillesauce? Mmmmmmhhhh.... Auf dem Weg zur Kasse, packte ich stattdessen vier Körbchen vergünstigte Erdbeeren ein und fuhr anschliessend im Nieselregen nach Hause. Dort angekommen, zog ich gerade die nassen Kleider aus, als ein Gedankenblitz mein Hirn durchzuckte. Schafmilch = hoher Fettgehalt = supercrèmiges Eis. Blitzschnell zog ich mich wieder an und schwang mich, mittlerweile im strömenden Regen, nochmal aufs Velo. Schwein gehabt, von den sechs Flaschen waren noch vier da. Als ich aus dem Laden trat, war der Regen so heftig, dass mir nichts anderes übrig blieb, als das Velo zu schieben. So hatte ich genug Zeit, um über meine undichte Regenjacke zu fluchen und zu überlegen, auf welche Sorte Eis ich eigentlich Lust hatte. Die Grundmasse sollte die gleiche wie beim Vanilleeis sein, allerdings mit kleinen Änderungen. Statt Vanille stellte ich mir Orange und Grand Marnier vor. Und was passt dazu wie die Faust auf's Auge? Erdbeeren! Was soll ich noch sagen? Ich bin hin und weg. Crèmiges Milchglacé mit einer dezenten Nuance von Orangen und Grand Marnier, ergänzt durch frisch-fruchtige Erdbeerstrudel... Njammi! Aus den restlichen Früchten entstand übrigens eine Erdbeerkonfitüre mit Bergamotteschalen. Génial, nebenbei bemerkt. Doch das ist eine andere Geschichte. 


Für die Erdbeersauce:
  • 300 gr Erdbeeren, geputzt gewogen
  • 75 gr Bio-Gelierzucker 2:1
  • 30 gr frisch gepresster Orangensaft
  • 30 gr frisch gepresster Zitronensaft

Erdbeeren in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einem Topf vermischen und eine Stunde ziehen lassen. Zum Kochen bringen, 6 Minuten sprudelnd kochen lassen. Topf zur Seite stellen und zwei Stunden auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Dann mit dem Mixstab fein pürieren. Die dunkelrote Masse wird flüssiger und hellrot. Abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag die schaumig-wobblige Sauce in der letzten Minute vor Verwendung aus dem Kühlschrank holen und kurz durchrühren. 


Für das Schafmilcheis:
  • 500 gr Schafmilch (io: Naturaplan mit 6,3% Fett)
  • 300 gr Sahne
  • 110 gr Zucker
  • 2 El/30 gr Agavendicksaft
  • 4 breit abgeschälte Streifen Bio-Orangenschale
  • 2 Prisen Salz
  • 14 gr Speisestärke 
  • 60 gr sahniger Frischkäse (io: Crème fraîche de brebis)
  • 3 El Grand Marnier

400 gr Milch, Sahne, Zucker, Agavendicksaft, Orangenschale und Salz in einen Topf geben, auf den Herd stellen und unter Rühren zum Kochen bringen. Unterdessen die Speisestärke mit der restlichen Milch klümpchenfrei verquirlen. Wenn die Milchmischung kocht, Topf zur Seite ziehen und die angerührte Speisestärke zügig untermischen. Wieder auf die heisse Platte schieben und unter ständigem Rühren etwa eine Minute kochen, bis es merklich andickt. Vom Herd nehmen und die Schalenstreifen herausfischen. Frischkäse in einer kleinen Schüssel glatt rühren. Vier Esslöffel von der heissen Milchmischung zugeben und kräftig rühren, bis die Masse völlig glatt ist. Die Frischkäsemilch in den Topf löffeln und klümpchenfrei verquirlen. Waschbecken etwa handbreit mit kaltem Wasser füllen, Topf hineinstellen und so lange rühren, bis der Inhalt nur noch lauwarm ist. Dann den Grand Marnier untermischen. Wasser auswechseln und den Topf im Becken stehen lassen, bis der Inhalt vollständig abgekühlt ist. In einen grossen Messkrug mit Ausguss (vorzugsweise aus Glas) umfüllen, abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag nach Gebrauchsanweisung in der Eismaschine gefrieren lassen. Unterdessen eine Tupperschüssel im Tiefkühler vorkühlen und aus Backpapier eine passende Abdeckung ausschneiden. Nach 45 Minuten das Eis abwechselnd mit der Erdbeersauce in die vorgekühlte Schüssel füllen. Mit einem breiten Löffelstiel verwirbeln, vorsichtig den Backpapierdeckel andrücken und ab damit in den Tiefkühler. Nach 2-3 Stunden ist das Glacé fester und servierbereit. Erst dann, also wenn das Eis fest ist, mit dem Deckel verschliessen. Das Backpapier nicht entfernen, es sorgt dafür, dass sich auf der Oberfläche keine gummige Schicht oder Eiskristalle bilden. Das Eis hält sich locker einen Monat im Tiefkühler und behält dabei seine crèmige Konsistenz. Tipp: Schüssel 10 Minuten vor dem Servieren aus dem TK holen und Deckel abnehmen. Danach lässt es sich sehr gut portionieren. Geht zur Not aber auch ohne Aufwärmzeit. Ergibt etwa 1,2 Liter Eis. Notiz an mich: Etwas mehr, als das gelbe Tupperli fassen kann.

P.S. Zitronige Variante: Orangenschale durch 4 Streifen Zitronenschale und Grand Marnier durch 3 El Limoncello, Wodka oder Grappa ersetzen.

Donnerstag, 7. April 2016

Erdbeer-Sesam-Shake



Sie sahen unglaublich verführerisch aus. Sie rochen so aromatisch. Und kosteten keine zwei Franken, da musste ich doch einfach zugreifen, obwohl ein leises Stimmchen in meinem Kopf davon abriet. Wie so oft, hatte das Stimmchen natürlich recht, denn die Erdbeeren aus Spanien hätten bei einer Blindverkostung auch als säuerliche Apfelstückchen durchgehen können. In solchen Fällen landen die Beeren bei uns entweder in einem Kompott oder in einem Shake. Wenn Herr C. mittrinkt, dann gibt es eine "normale" Version aus Erdbeeren, Kuh- oder Hafermilch, wenig Vanille und Zucker nach Bedarf. Für mich alleine verwende ich gerne andere Süssungsmittel. Die verschiedenen Nuancen, die z.B. Birnel oder Dattelsirup mitbringen, finde ich besonders in Mixgetränken sehr interessant. Ganz im Gegensatz zu Herrn C., der sich dann oft erkundigt, ob der komische Nachgeschmack von angegammelten Zutaten herrührt...


Für 2 Personen:

  • 4-5 grosse Medjool-Datteln 
  • 500 ml kaltes Wasser
  • 3 El helles Sesammus
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 6 grosse Eiswürfel
  • 350 gr Erdbeeren, geputzt und in kleine Stücke geschnitten
  • ein paar Tropfen Zitronensaft 

Datteln entkernen, in kleine Stücke schneiden und in den Mixbecher geben. Mit etwa 200 ml Wasser bedecken und superfein pürieren. Sesammus und Vanillepulver einmixen. Eiswürfel zugeben und zermixen. Restliches Wasser und Erdbeeren untermixen. Mit Zitronensaft abschmecken und sofort servieren.

Samstag, 26. September 2015

DIY: Beeriges Instant Porridge mit Erdmandeln



Im Eingangsbereich meines bevorzugten Bioladens stand kürzlich ein Promotionstisch, auf dem sich die verschiedensten Sorten Instant Porridge tummelten. Ziemlich erstaunt über diese Fülle an Fertigprodukten, griff ich ein paar heraus und las die Zutatenlisten. Quinoakleie? Teff-Flocken? Reiskeime? Interessant. Trotzdem hat mich keines der Päckchen so nachhaltig beeindruckt, dass ich es unbedingt kaufen wollte. Aber die Grundidee blieb natürlich hängen, denn während der kalten Jahreszeit ist ein schnell zubereitetes, heisses Porridge eine gute Vorsorge gegen Herbst- und Winterblues.


Allerdings muss man nicht zu Fertigmischungen greifen, denn Instant Porridge kann problemlos selbst hergestellt werden. Nebst den Zutaten, wird dafür nur noch ein Zerkleinerer oder ein Mixer benötigt und der Arbeitsaufwand ist minimal. Rein in den Mixer, 30 Sekunden laufen lassen, fertig. Die Basis bilden meist Flocken und/oder Kleie. Ein weiterer Bestandteil sind Trockenfrüchte und/oder Nüsse und, je nach Geschmack, werden noch Gewürze und/oder Superfood untergemischt (z.B. Chia, Moringa, Lucuma oder Brennnesselsamen). Die unten angegebene Menge reicht für ein kleines Schüsselchen voll Porridge, ist also eher eine Beilagenportion. Für ein normales Erwachsenenfrühstück die Menge einfach verdoppeln. Oder gleich vervielfachen und einen Vorrat für die ganze Woche produzieren.


Trocken:
  • 12 gr Erdmandelflocken (z. B. Chufas Nüssli)
  • 8 gr Gerstenflocken
  • 8 gr Einkornflocken
  • 5 gr getrocknete Beeren (Erd-, Him-, Brom-, Heidel-, Johannisbeeren, Aronia, Berberitzen)
  • 4 gr Rosinen
  • 3 gr Chia

Alle Zutaten in den Zerkleinerer geben und in kleine Stückchen schreddern. Das dauert mit meinem Gerät etwa 30 Sekunden, plus 2-3 Impulsschaltungen, falls einige Stücke noch zu gross sein sollten. Zur Aufbewahrung in ein sauberes Einmachglas umfüllen und maximal eine Woche kühl und dunkel lagern. Im Sommer empfiehlt sich dafür der Kühlschrank, im Winter reicht der Vorratsschrank.


Feucht:
  • ca. 120 gr Wasser oder (pflanzliche) Milch (etwa die dreifache Menge der Trockenmischung)
  • 1 Prise Vanillepulver oder gemahlene Zimtblüten
  • 1 wünzige Prise Salz

Alle Zutaten in einen kleinen Topf geben und zum Kochen bringen. Wenn die Flüssigkeit kocht, Topf von der Platte ziehen und die Porridgemischung einrühren. 1-2 Minuten ziehen lassen, nochmals umrühren, in eine kleine Schüssel füllen und heiss servieren. Wer mag, reicht dazu frische Sahne, dicke Kokosmilch, einen Klecks Butter, Ahornsirup, Birnel oder was euch sonst noch in oder auf einem Porridge gefallen könnte.


Donnerstag, 18. Juni 2015

Erdbeerkonfitüre mit Bergamotte



Das Beeriland in Bottmingen ist vielen hier in der Gegend ein Begriff, ganz im Gegensatz zum Erdbeerfeld beim Sunnebädli St. Margarethen. Warum eigentlich? Stadtnaher geht es ja kaum. Die Anreise ist ganz einfach: Bei der 2er Tramstation Margarethen aussteigen, die Friedhofstrasse hoch und dann den Schildern nach. Oder man fährt mit dem 15er bis zur Haltestelle Studio Basel und folgt der Strasse, die rechts am berühmten Restaurant Stucki vorbeiführt. Vorbei am SRF-Studio auf der linken Seite, noch ein Stück weiter und dann beim Feld rechts einbiegen. Ist doch gar nicht schwer zu finden, oder? 

Die gelb-grünen Früchtchen rechts im Bild sind Bergamotten

Ein Kilo der dort geernteten Früchte endete zusammen mit eingefrorenem Rhabarber im Topf und wurde zu Erdbeer-Rhabarber-Konfitüre mit Vanille. Dem zweiten Kilo erging es ähnlich, es transformierte sich mit Birnel zu Erdbeer-Rhabarber-Kompott. Ein weiteres Kilo verbrachte einige Stunden im Dörrer. Die getrockneten Stücke werden im Herbst und Winter im Müesli, und vielleicht auch in einem Keksteig landen. Blieb noch etwas mehr als ein Kilo im Korb, welches ebenfalls zu Konfitüre verarbeitet wurde. Und zwar zum zweiten Batch Erdbeer-Bergamotte-Konfitüre. Im Januar hatte ich ja das unverhoffte Glück gehabt, in einem italienischen Supermarkt über frische Bergamotten zu stolpern. Zehn davon durften in den Einkaufskorb, zusammen mit einigen sizilianischen Blutorangen und ligurischen Kumquats. Wieder zu Hause, habe ich die Schalen fein abgerieben und im Tiefkühler zwischengelagert. Bergamotteabrieb ist so hocharomatisch, dass nur wenige Gramm für ein ganzes Kilo Konfitüre reichen. Bloss nicht nach dem Motto "Viel hilft viel" dosieren, das Ergebnis würde nur noch als Badezusatz taugen. 


Für 4 Gläser à 250 ml und 1 Glas à 150 ml:

  • 1,1 Kilo Erdbeeren, geputzt gewogen
  • Saft einer kleinen Orange
  • 550 gr Bio-Gelierzucker 2:1
  • 1 El / 3 gr fein abgeriebene Bergamotteschale (aus dem TK, von 1-2 Früchten)*

Erdbeeren in Scheiben schneiden, mit Orangensaft und Zucker vermischen und 3 Stunden im Topf Saft ziehen lassen. Alles fein pürieren, Bergamotteschale zugeben und langsam zum Kochen bringen. Dabei ständig rühren, fleissig abschäumen und 6 Minuten sprudelnd kochen lassen. Heiss in die ausgekochten Gläser füllen, gut verschliessen und unter einer Decke auskühlen lassen. Haltbarkeit, wenn sauber gearbeitet wurde: Mindestens 6 Monate. Und nicht mit Earl-Grey-Tee zusammen servieren, das ist ein geschmacklicher Overkill. 

*Eventuell die Schale zusammen mit einem Teelöffel Zucker im Mörser zerstossen, die Stücke sollten wirklich winzig sein. 


Samstag, 8. Juni 2013

Erdbeer-Rhabarber-Apfel-Kompott mit Sandelholz (ohne Zucker)



Momentan geht es hier nicht gerade wie auf dem Oktoberfest zu. Mea culpa. Bin seit zwei Wochen völlig ausgelastet mit Wildkräuter sammeln, trocknen oder sonstwie haltbar machen, Sirup kochen, gärtnern, Wohnung umstellen, Balkon bepflanzen und mich beim Lesen in der Sonne fläzen. Nebenbei koche und backe ich wie ein Weltmeister und denke meistens sogar daran Fotos zu knipsen, bevor alles ins Nirvana verschwindet. Nur zum Bloggen fehlt die Zeit und/oder auch die Motivation. Ein dicker, fetter Durchhänger, würde ich es nennen. Vielleicht hat mir auch nur der lange Sonnenstrahlenentzug auf's Gemüt geschlagen und in ein, zwei Wochen bin ich wieder (fast) täglich am Bloggen. Schau'n mer mal.

Als kleines Lebenszeichen gibt es ein Erdbeer-Rhabarber-Kompott mit Äpfeln und Sandelholz für die hübsche dunkelrote Farbe. Kann auch weggelassen werden, denn geschmacklich macht sich das Pulver nicht gross bemerkbar. Allerdings fällt das Ergebnis dann einiges blasser aus. Herr C. löffelt das Zeug so schnell weg, dass ich mit Kochen kaum hinterher komme. Wir geniessen 2-3 Schälchen frisch und frieren den Rest ein, damit wir im Sommer immer ein schnelles und unkompliziertes Dessert zur Hand haben. Er mag dazu am liebsten dicke Sahne, ich eigentlich auch. Aber da der Herr Sensenmann mir schon ganz dicht auf den Fersen ist und nur darauf wartet, bis mein Herzilein vor Verfettung aufgibt, darf's für mich (schweren Herzens - ha,ha...) auch ohne sein. Dem Lungenkrebs ein Schnippchen geschlagen, dafür vom Cholesterinwert gekillt. Oder so ähnlich. Rauchen macht zumindest nicht fett. Aufhören hingegen schon. *Ääääärgggsss*. Zurück zum Rezept. Kompott einfach am Abend vorher aus dem Tiefkühler holen und im Kühlschrank auftauen lassen. Oder ein bis zwei Stunden an die pralle Sonne legen. Und genau das werde ich nun auch wieder tun. Rückstand aufholen. :-) 


Zum Frühstück, für Zwischendurch oder zum Dessert:

  • 1 Kilo Erdbeeren
  • 750 gr Äpfel
  • 500 gr Rhabarber
  • Saft einer Orange
  • Saft einer Zitrone
  • 4-7 El Birnel oder Agavendicksaft 
  • 1 El Sandelholzpulver

Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Schnitze schneiden. Rhabarber waschen, entfädeln und in kleine Stücke zerteilen. Zusammen mit Orangen- und Zitronensaft in einen Topf geben und zugedeckt zum Kochen bringen. Unterdessen die Erdbeeren waschen, putzen und vierteln. Wenn die Apfelstücke schon etwas weich sind, Erdbeeren zugeben. Ohne Deckel etwa 10 Minuten kochen, bis die Fruchtstücke fast zerfallen sind. Mit Birnel oder Agavendicksaft süssen. Sandelholz unterrühren und weitere zwei Minuten kochen. Topf vom Herd ziehen und das Kompott darin auskühlen lassen. Gleich schnabulieren oder bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahren. Im Tiefkühler ist das Kompott mindestens ein halbes Jahr haltbar.

Und ab mit diesem Post zum Gärtnerblog. Dort dreht sich im Monat Juni nämlich alles um die Erdbeere.

Garten-Koch-Event Juni 2013: Erdbeere [20.06.2013]


Sonntag, 1. Juli 2012

Mexikanischer Mango-Erdbeer-Salat



Beim Entstauben der Bücherregale entdeckte ich in der "Fehlkaufecke" (ganz unten links) Mexican Food Made Simple von Thomasina Miers. Beim Buchhändler auf dem Grabbeltisch gefunden und zu Hause festgestellt, dass mich kein einziges Rezept so richtig begeistern konnte. Lag vielleicht am Winterblues, denn beim erneuten Durchblättern stachen mir einige interessante Gerichte ins Auge, darunter auch der Mango-Erdbeer-Salat. Netterweise stand im Kühlschrank noch ein Schälchen Erdbeeren, in der Obstschale lag eine Mango und auf der Terrasse wächst die Marokkanische Minze munter vor sich hin. Fünf Minuten geschnibbelt, 20 Minuten gewartet und fertig war das fruchtig-frische Samstagssüss.

Für zwei Personen:

  • 1 grosse Mango
  • 250 gr Erdbeeren
  • 2 Tl Rohrzucker
  • Saft einer halben Limette
  • ein Schuss Tequila
  • 2 Stengel Marokkanische Minze, Blätter fein geschnitten

Mango schälen und in kleine Würfel schneiden. Erdbeeren waschen, Kelch entfernen und in Stücke schneiden. Mit den restlichen Zutaten mischen und mindestens 20 Minuten marinieren lassen. Fertig.

Die Erdbeeren kann man durch Himbeeren ersetzen, schmeckt ebenfalls sehr lecker.


Sonntag, 13. Mai 2012

Old School Erdbeer-Rhabarber-Kompott



Jedes Jahr, wenn der Rhabarber im Garten erntereif war, kochte meine Frau Mama daraus diverse Konfitüren und mindestens einen grossen Topf voll Kompott. Am Zubereitungstag wurde das Kompott oft mit Griessbrei als süsses Z'nacht serviert und am folgenden Tag gab es noch ein Schüsselchen voll als Dessert. Der Rest wurde portionsweise eingefroren und diente den ganzen Sommer über als gesunder Eis-Ersatz. Kompott aus dem Tiefkühler holen, kurz antauen lassen und noch halb gefroren aus dem Becher kratzen und löffeln.


Für eine kleine Orgie:

  • 1 kg Erdbeeren
  • 1 kg Rhabarber
  • Saft einer Orange
  • 3 El selbst gemachter Vanillezucker
  • Zucker nach Bedarf

Erdbeeren waschen, Kelch entfernen und vierteln. Rhabarber entfädeln und in dünne Scheiben schneiden. Früchte mit dem Orangensaft und Vanillezucker in einem grossen Topf zum Kochen bringen. Wenn die Früchte weich sind und zu zerfallen beginnen, Kompott probieren und nach Geschmack zuckern. Die Zuckermenge hängt von verschiedenen Faktoren ab: Reifegrad der Erdbeeren, verwendete Rhabarbersorte, gewünschte Haltbarkeit und natürlich dem persönlichen Geschmack. Je kürzer das Kompott kocht, desto stückiger bleibt es. Wer ein ziemlich glattes Kompott möchte, hilft mit dem Kartoffelstampfer nach und verlängert die Kochzeit um ein paar Minuten.

Auskühlen lassen und zum Beispiel mit Vanillepudding und Schlagsahne servieren. Oder mit Joghurt und Granola. Oder einfach ohne alles geniessen. Hält sich im Kühlschrank mindestens drei Tage.

Reste einfrieren und sich damit den Sommer versüssen.

 Sonntagssüsses wird heute bei mat & mi gesammelt....

..und bei Orangenmond rhabarberiges *grins*    


Sonntag, 1. April 2012

Erdbeeren im Schnee



April,April!
Sieht täuschend echt aus, gell?


Der "Schnee" besteht hier aus einer schaumig aufgeschlagenen Eiweiss-Zucker-Masse, die wie fluffiges Marshmallow schmeckt. Entdeckt habe ich dieses japanische Trompe l'oeil hier. 


Wichtig: Nur absolut frische Eier verwenden! 
Wir wollen uns den Spass schliesslich nicht von Salmonellen & Co. verderben lassen.

Für 4-6 Portionen:

  • 20 kleine Erdbeeren (etwa 300 gr)
  • 500 ml kaltes Wasser
  • 2 1/2 Tl Agar-Agar
  • 100 gr Zucker oder selbst gemachter Vanillezucker
  • 2 grosse, sehr frische Bio-Eiweiss 
  • 1 Prise Salz
  • 1-2 El Zitronensaft

Erdbeeren waschen, entstielen und mit Küchenpapier trockentupfen. 

Wasser, Zucker und Agar-Agar in einem Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten unter ständigem Rühren kochen. Topf vom Herd nehmen. Eiweiss und Salz mit dem Handrührer so lange aufschlagen, bis sich weiche Spitzchen bilden. Den Rührer auf die niedrigste Stufe schalten und den Zuckersirup in einem feinen Strahl zugiessen. Zitronensaft zugeben, eine höhere Stufe einstellen und so lange weiterrühren, bis der Schnee schön fluffig ist. Das dauert etwa eine Minute. Ab jetzt muss sehr zügig gearbeitet werden. Schnee in eine kalt ausgespülte oder mit Klarsichtfolie ausgelegte Form füllen, glatt streichen und die Erdbeeren mit der Schnittstelle hineindrücken.

Drei bis vier Stunden in den Kühschrank stellen. In beliebige Formen schneiden und sofort servieren.

Ein weiterer Beitrag zur {Initiative Sonntagssüss}, heute gesammelt von Julie (Mat & Mi)



Sonntag, 18. März 2012

Erdbeer-Vanille-Jelly mit Filmjölk



Strahlender Sonnenschein und angenehme 20 Grad verleiteten mich gestern, eine Schale Erdbeeren zu kaufen. Im Winter habe ich in einer alten Ausgabe der Saisonküche ein Rezept für Erdbeer-Jelly gesehen und konnte mit dem Nachkochen nicht länger warten. Mein Gewissen wollte mich zwar vom Kauf abhalten ("Importware, sauer, geschmacklos!"), aber meine (Koch)gier gewann trotzdem. Sorry.

Filmjölk ist eine milde Sauermilch, die sich vor allem in Schweden grosser Beliebtheit erfreut. Sie wird wie Joghurt pur gegessen oder zu Früchten und Müsli gereicht. In der Schweiz ist Filmjölk von der Firma Biomilk in Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Leider kenne ich keine Bezugsadressen in Deutschland und Österreich, Hinweise werden aber gerne entgegengenommen. Sonst einfach durch Sauermilch, Dickmilch oder milden Joghurt ersetzen. Geschlagene Sahne tut's natürlich auch. Wie es euch beliebt.

Und ab damit zur {Initiative Sonntagssüss}, heute gesammelt von Fräulein Text.

Für 2-3 Personen:


Erdbeeren mit kaltem Wasser abbrausen, gut abtropfen lassen, putzen und in Stücke schneiden. Zugedeckt in den Kühlschrank stellen. Wein mit Zucker und Agar-Agar in einem kleinen Topf erhitzen und unter ständigem Rühren zwei Minuten kochen. Topf zur Seite stellen, damit die Flüssigkeit etwas auskühlen kann. Aber bitte nicht zu lange warten, unter 45 Grad beginnt das Agar-Agar zu gelieren. Unterdessen die Erdbeeren in Gläser verteilen. Flüssigkeit über die Erdbeeren löffeln. Einige Minuten stehen lassen, bis das Jelly etwas angedickt ist. Dann für 3-4 Stunden in den Kühlschrank stellen. Mit einem grosszügigen Klacks Filmjölk garnieren und genüsslich verputzen.

Anmerkung:
Für Kinder den Wein durch 250 ml Wasser und 3 Esslöffel Erdbeer- oder Himbeersirup ersetzen. Den Vanillezucker dann weglassen. In ein paar Tagen werde ich mich in einem Post ausführlicher mit dem Thema Filmjölk beschäftigen. So stay tuned!