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Sonntag, 2. Juni 2024

Zitronen-Vanille-Eistee

 

Ab Montag steigen die Temperaturen wieder bis auf 26 Grad. Sonnenschein und Baustellenlärm von früh bis spät, ein überhitztes Büro und deswegen genervte Mitarbeiter lösen schon jetzt unbändige Vorfreude in mir aus. Nach der täglichen Feierabendodyssee mit Bus und Zug, werde ich mir zu Hause erst einmal ein grosses Glas Eistee gönnen. Erstens, weil ich tagsüber stets zu wenig trinke. Geht oft im Arbeitsstress vergessen. Zweitens, weil die Heimreise - dank Verspätungen, verpasster Anschlüsse & Baustellen - momentan massiv mehr Zeit als gewöhnlich verschlingt. Drittens, weil das Hirn bei der Heimkehr zwar nach einem doppelten Whiskey pur schreit, aber der Körper danach bis zum nächsten Morgen unfähig wäre, den Terrassensessel zu verlassen. In meinem Alter steckt man Genickstarre, eingeklemmte Rückennerven und ähnlich schmerzhafte Auswirkungen nach einem ausgedehnten Tiefschlaf im Sitzen nicht mehr so einfach weg, also bleibt's beim Tee. 

Für einen Liter Eistee:

  • ein Liter Wasser
  • ein zeigefingerlanger Streifen gelbe Bio-Zitronenschale
  • 2 Beutel Darjeeling Schwarztee (io: Campo Verde, demeter)
  • 1 Beutel Rooibostee mit echter Vanille (io: Alnatura)
  • 1 Msp Natron oder 2 Msp Weinsteinbackpulver
  • brauner Zucker nach Bedarf

Wasser mit der Zitronenschale in einem Kochtopf auf maximal 80 Grad erhitzen. Teebeutel reinhängen, 20 Minuten neben der Herdplatte ziehen lassen. Beutel und Zitronenschale rausfischen. Natron einrühren und den Tee nach Geschmack süssen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mit Eiswürfeln servieren oder in eine Glasflasche umfüllen und im Kühlschrank ein paar Stunden durchkühlen. Mild, erfrischend, rundum gut. Vielleicht sollte ich für das Rezept ein Patent beantragen. Cookies Eistee-Imperium. Mmmmhhh.... 😎 

Mittwoch, 1. Januar 2020

Cookies T-Masala



Natürlich hat es auch Nachteile, in einer grossen Stadt zu leben: Aggressive Fahrradfahrer, dämliche Hipster, riesige Baustellen, Verkehrslärm.... Aber die Vorteile, besonders solche der kulinarischen Art, tilgen alle kleineren Unannehmlichkeiten. Zumindest wenn man mich fragt, denn die Besorgung des Schwarzen Kardamoms für diese indische Gewürzteemischung hat nur 15 Minuten in Anspruch genommen. I love my Quartier!

Für ein kleines Gläschen T-Masala, ausreichend für etwa 8 Liter Masala Chai:

  • 4 Tl Fenchelsamen
  • 4 schwarzer Kardamomkapseln
  • 1 Tl grüne Kardamomkörner 
  • 1 Sternanis, grob zerbrochen
  • 14 Gewürznelken

Gewürze kurz in einer kleinen Pfanne anrösten, bis sie gut duften. Auf einem Teller abkühlen lassen und danach in der Kaffeemühle fein mahlen.

  • 2 Tl Ingwerpulver
  • 2 Tl Cassiapulver
  • 1 Tl Pimentpulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Mohrenpfeffer oder schwarzer Pfeffer, fein gemahlen 
  • 1/4 Tl Galgant, fein gemahlen
  • 1/8 Tl Zimtblätterpulver
  • 1/8 Tl Muskatnuss, frisch gerieben

Alle Gewürze vermischen und in einem gut schliessenden Gläschen aufbewahren. Pro Liter Chai einen gehäuften Teelöffel Masala mitkochen (io: ohne Milch, wenig Schwarztee). Und wie immer gilt: Lieber unzerkleinerte Gewürze kaufen und nach Bedarf selber mahlen. Die Anschaffung einer Cloer 7580 mit abnehmbarem Mixbehälter lohnt sich wegen der einfachen Handhabung und Reinigung auch für Teetrinker.

Sonntag, 29. Juli 2018

Leaf to Root: Tepache de piña aus Ananasstrünken



Ab und zu gönne ich mir eine Ananas. Bevorzugt in Bioqualität, und manchmal finde ich mit viel Glück sogar eine biologisch-dynamisch angebaute Frucht. Mich reut dann, auch wegen des hohen Einkaufspreises, jedes Fitzelchen, das ungenutzt im Kompost landet. Auf der Suche nach Verwertungsmöglichkeiten, fand ich auf einem mexikanischen Selbstversorgerblog eine Anleitung für Tepache aus Ananasschalen. 


Tepache, in Südamerika auch Chicha genannt, ist ein fermentierter Fruchwein, welcher ähnlich wie Federweisser/Sauser, zuerst angenehm spritzig-süffig ist. Je länger die Flüssigkeit fermentiert, desto alkoholhaltiger und säuerlicher wird das Getränk. Die Fermentation verläuft wild, d.h. ohne Zugabe von Startern oder Hefe. Aus diesem Grund ist Tepache besonders bei der ärmeren Bevölkerung Mittel- und Südamerikas beliebt, denn zur Herstellung benötigt man nur reife Früchte, Zucker, Wasser und einen Behälter mit Deckel.


In Mexiko wird Tepache de piña auf drei verschiedene Arten angesetzt: Mit zerkleinerten Früchten, nur mit Schalen und Rüstabfällen oder alleine aus den Strünken. Jede Methode hat Vor- und Nachteile, doch für uns Europäer sind eigentlich nur die folgenden Fragen interessant: Wurde die gekaufte Ananas mit Herbiziden und/oder Insektiziden besprüht? Falls zutreffend: Will ich dieses Zeug, aufgelöst im Tepache, zu mir nehmen?


Klare Antwort: Non, merci. Selbst bei normaler Bioware besteht ein Restrisiko, dass eventuell vorhandene, unappetitliche Rückstände durch die Fermentation in das Getränk gelangen könnten. Ausnahmen mache ich nur für demeter-zertifizierte Ananas, deren Importmenge aber leider äusserst gering ist. Bei Früchten aus konventionellem (Bio-)Anbau scheint es also sinnvoller, Tepache nur mit den Strünken anzusetzen. 


Für etwa 850 ml:

  • Strunk einer richtig reifen Ananas
  • 80 gr Palmzucker oder brauner Rohrzucker, bio (io: Kokoszucker von Madal Bal)
  • Unzerkleinerte Gewürze nach Belieben* (io: 5 cm Zimtstange & 4 Gewürznelken)

Ein Einmachglas oder eine Milchflasche mit einem Liter Fassungsvermögen gründlich mit heissem Wasser und Abwaschmittel reinigen. Ausgiebig mit kaltem Wasser abspülen. Ananas schälen, der Länge nach vierteln. Den hölzernen Mittelteil jedes Viertels wegschneiden. Das Fruchtfleisch gleich verspeisen oder kühl stellen. Die Strunkstücke in das gereinigte Glas legen, Zucker und Gewürze zugeben. Lauwarmes Wasser bis etwa 3 cm unter den Rand auffüllen (siehe zweites Foto). Umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Glas verschliessen und in einen tiefen Suppenteller stellen. An einem etwa 20-25 Grad warmen Plätzchen ohne direktes Sonnenlicht zwei bis drei Tage fermentieren lassen. Bügelgläser müssen für einen Druckausgleich nicht geöffnet werden, Gläser mit Drehdeckelverschluss sollten mindestens einmal pro Tag aufgeschraubt werden. Falls die Fermentation ziemlich heftig abläuft, kann es passieren, dass trotz des Sicherheitsabstandes Flüssigkeit aus dem Glas rausblubbert. Darum der Suppenteller. Das Tepache ist fertig, wenn beim Bewegen des Glases viele kleine Bläschen erscheinen, die hurtig an die Oberfläche steigen. Geruch und Geschmack sollten angenehm spritzig-säuerlich sein. Bei einer längeren Fermentationszeit steigert sich der Säure- und Alkoholgehalt. Geschmacklich ist dies aber keine Bereicherung. Es sei denn, man möchte Ananasessig herstellen... Wenn der Geschmack passt, das Tepache absieben und die Flüssigkeit in eine saubere PET-Flasche umfüllen. Deckel gut zudrehen und nochmal ein paar Stunden fermentieren lassen. Gleich nach dem Umfüllen kann die Flasche noch eingedrückt werden, ein paar Stunden später wird sie nur noch starkem Druck nachgeben oder sogar bretthart sein. Wenn dies zutrifft, Deckel aufdrehen, um Druck abzulassen. Sonst noch ein paar Stunden weiter gären lassen. Tepache anschliessend über Nacht im Kühlschrank durchkühlen und mit oder ohne Eis servieren. Möglichst innerhalb einer Woche aufbrauchen.

* Im Ursprungsland werden zur Aromatisierung oft noch Zimtstangen, Piment und Gewürznelken zugegeben. In einer Reportage über mexikanische Gefängnisse, erzählte ein Insasse, dass sie ihren Ansatz gerne mit Tabak verfeinern. Das ergibt dann ein "männliches" Tepache mit Bitter- und Rauchnoten. Für einen Versuch lieber auf Lapsang Souchong oder mild geräucherten Schwarztee ausweichen. Ist gesundheitlich garantiert unbedenklicher, siehe Agatha Christies Kriminalroman Nikotin. 😉

Sonntag, 17. Juni 2018

Kastanienmilch



Bevor der Amtsschimmel wiehert: Pflanzlicher Milchersatz darf offiziell nicht mit dem Wörtchen "Milch" vermarktet werden. Aber wir sind ja hier entre nous und mir gefällt der Name Kastanienmilch wesentlich besser als Kastaniendrink. Dank ihrer nussigen, leicht süsslichen Note trinke ich die Kastanienmilch sehr gerne pur, aber auch für Kakaogetränke, Chai, Shakes, Pfannkuchen, Gebäck, Brot und Saucen ist sie bestens geeignet. 


Für 2 Gläser:

  • 400 gr Wasser
  • 1 El / 10 gr Kastanienmehl 
  • ein paar Körnchen Salz
  • Gewürze nach Geschmack, optional (io: 1/4 Tl Hippiemilchpulver)

Alle Zutaten in einem kleinen Topf vermischen. Auf den Herd stellen und unter ständigem Rühren eine Minute kochen, bis der mehlige Geschmack verschwunden ist. In eine saubere Glasflasche abfüllen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Anschliessend im Kühlschrank mindestens 2 Stunden durchkühlen lassen. Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von vier Tagen konsumieren. 

Anmerkungen: Besonders bei grösseren Mengen geht es schneller, wenn nur die Hälftes des Wassers zum Kochen verwendet wird. Restliches Wasser kalt untermischen. Bitte beachten, dass sich dadurch aber die Haltbarkeit verkürzen kann. Wer eine dickere Konsistenz bevorzugt, erhöht die Mehlmenge auf 15 oder 20 Gramm. Gewürze sind absolut nicht nötig, aber eine Prise Zimt, Piment, Vanille und/oder Garam Masala ist nie verkehrt. Kastanienmehl findet man im Bioladen, meist im Regal mit den glutenfreien Produkten, und in Italien in jedem gut sortierten Supermarkt. In Bella Italia unbedingt darauf achten, dass ihr kein Mehl aus Kastanien kauft, die über Rauch getrocknet wurden. Mit dem Verpackungsaufdruck "essicate senza fumo" seid ihr auf der sicheren Seite. Ich bevorzuge das Tessiner Bio-Kastanienmehl der Firma Erboristi Lendi, welches im italienischsprachigen Teil der Schweiz in jedem grösseren Coop erhältlich ist (350 gr für ca. 8 Franken).

Sonntag, 18. Juni 2017

Fencheleistee mit Schwarzem Kardamom



Schwarzer Kardamom ist in Europa lange nicht so bekannt und beliebt wie grüner Kardamom. Kein Wunder, denn Schwarzer Kardamom ist einiges sperriger als sein laubfroschfarbener Cousin aus der Ingwerfamilie. Sein markanter Duft, der Eukalyptus, Kampfer, Grapefruit, Altbau-Estrich und Lapsang Souchong vereint, löst oft spontane Abneigung aus. Herr C. hat es beispielsweise so formuliert: Riecht wie Fishermen's Friend mit Teershampooglasur und sieht aus wie ein Rattenschrumpfkopf. Welcher deiner Feinde willst du damit foltern? Yeah... Aber lasst euch bloss nicht von dieser unqualifizierten Aussage abschrecken und greift beherzt zu, wenn ihr irgendwo Schwarzen Kardamom erspäht. Er verleiht nämlich Curries, Dhals und vielen anderen indischen Gerichten das je ne sais quoi. Sogar Desserts, Gebäck und Getränke profitieren von seinem vielschichtigen Aroma. Um sich an den speziellen Geschmack heranzutasten, empfehle ich euch diesen erfrischenden Eistee, der sich mit der Zugabe von Milch im Handumdrehen in einen exotischen Chai verwandelt.


Für 2 Personen:

  • 800 ml kaltes Wasser
  • 2 Tl Fenchelsamen
  • 2 schwarze Kardamomkapseln, angequetscht
  • 1-2 Esslöffel loser Schwarztee
  • 1 Msp Natron
  • Palmzucker
  • Zitronenlimonade oder Milch (optional, io: Gazzosa)

Wasser mit Fenchel und Kardamom in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und auf der heissen Platte 15 Minuten ziehen lassen. Nochmals aufkochen und die Teeblätter einrühren. Zur Seite ziehen und dem Tee weitere 5 Minuten Ziehzeit gönnen. Absieben, Natron einrühren, nach Geschmack süssen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Danach ein paar Stunden Zwischenhalt im Kühlschrank einplanen. Vor dem Servieren, falls gewünscht, mit Limo oder Milch verfeinern.

Sonntag, 15. Januar 2017

Rösa Wintermülch



Se Winter samt Schnee und Eisglätte is back! Und damit auch das Bedürfnis, ununterbrochen heisse Getränke zu schlürfen. Egal ob Tee, Kakao, Bouillon, Suppe, Punsch oder Glühwein. Hauptsache hot as hell.


Ein weiterer Favorit ist heisse Milch mit Trietolt Magenträs. Vor einigen Jahren durfte ich bei einem Ausflug nach Braunwald/GL zum ersten Mal einen Cappuccino mit Magenträs statt Kakao auf dem Milchschaum geniessen und bin seither dem Glarner Gewürzzucker regelrecht verfallen. An sich keine schlimme Sache, doch der Nachschub stockt und je öfter ich die Mischung verwende, desto stärker sticht der künstliche Vanillinzucker hervor. Alle, die von Vanillin- auf Vanillezucker umgesattelt sind, wissen was ich meine.


Und so kam wieder einmal der gute, alte DIY-Gedanke ins Spiel. Magenträs wird aus Zucker, Sandelholz, Zimt, Vanillinzucker, Muskat, Nelken und Ingwer zusammengemischt. Bis auf den verpönten Vanillinzucker war alles im Vorratsschrank vorhanden, sogar das tomatenrote Sandelholzpulver. Nach ein paar Testläufen wurde die Gewürzpalette mit grünem Kardamom und Safran ergänzt, der weisse Zucker gegen Palmzucker ausgetauscht und für das Eggnog-Feeling noch Speisestärke zum Andicken mitgekocht. Die Rösa Wintermülch schmeckt aber natürlich auch ohne "Dickmacher", und nach 17:00 Uhr darf die Rumzugabe um 100% erhöht werden.


Für 4 Personen:

  • 1 Liter Vollmilch oder Hafermilch
  • 1 Halbkugel / 50 gr heller Palmzucker
  • 1 ausgekratzte Vanilleschote (z.B. aus dem Vanillezuckerglas)
  • 8 ausgelöste Kardamomkörner, angequetscht
  • 3 Gewürznelken, angequetscht
  • 2 Prisen frisch geraspelte Muskatnuss 
  • 1 kleinfingerdicke Cassiastange, davon ca. 1 cm frisch runterraspeln
  • 1/2 Tl Sandelholzpulver
  • 1/8 Tl Ingwerpulver
  • 8 Safranfäden
  • 1 Prise Salz
  • 50 gr Sahne oder Hafersahne
  • 2,5 El Speisestärke (optional)
  • Rum nach Belieben

Alle Zutaten bis und mit Salz in einen grossen Topf geben. Bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren heiss werden lassen. Topf vom Herd ziehen, Deckel auflegen und mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Danach durchsieben, Gewürze entsorgen, die Milch wieder in den Topf giessen und nochmal erhitzen. Speisestärke klümpchenfrei mit der Sahne vermischen, zur heissen Milch geben und unter ständigem Rühren aufkochen. Eine Minute kochen, bis der Topfinhalt merklich angedickt ist. Sofort heiss mit oder ohne Rum servieren. Für eine Version ohne Maisstärke, die abgesiebte Milch nochmals heiss werden lassen, Sahne unterrühren und that's it. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass einmal etwas übrig bleibt, einfach abgedeckt im Kühlschrank oder auf der Terrasse parkieren und am nächsten Tag aufwärmen oder kalt schlürfen. 


Mittwoch, 2. November 2016

Ein Dickie am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen



Für Dickies griff ich aus Faulheit meist zum Stabmixer, obwohl die Konsistenz oft zu wünschen übrig liess. Grünzeug, wie Petersilie oder Wildkräuter, endeten immer als Fitzelchenschwarm im Glas. Ingwer, Kurkuma oder gefrorene Fruchtstücke brachten ihn regelmässig an den äussersten Rand seiner Leistungskraft und wurden nie 100%ig glattpüriert. Mein alter Standmixer hingegen liefert wesentlich bessere Ergebnisse. Kein Wunder, bei doppelt soviel Power. Aber leider verschlingen Auf- und Abbau samt Reinigung auch mehr als doppelt soviel Zeit. Pest oder Cholera, sozusagen... Doch seit ein paar Wochen muss ich mich nicht mehr mit stückigen Frühstücksgetränken oder zeitfressendem Abwasch herumärgern, denn der Mixaufsatz der Ankarsrum vereint die Vorteile beider Geräte: Maximal 18'000 (!) Umdrehungen pro Minute sorgen für perfekte Smoothies, mit dem praktischen Trenndeckel werden auch Kleinstmengen ohne lästiges Runterschaben fitzelfrei glatt und die Reinigung ist kinderleicht. Warmes Wasser und zwei Tropfen Spülmittel in den Aufsatz füllen und ein paar Minuten laufen lassen (unterdessen kann man z.B. gemütlich die Lunchbox füllen). Spülflüssigkeit auskippen, abbrausen und zum Trocknen mit der Öffnung nach unten in den Geschirrhalter stellen. Höchstens 40 Sekunden Aufwand und der Mixaufsatz ist bereit für den nächsten Einsatz. I love my Ankarsrum!


Zutaten für einen herbstlichen Dickie:

  • 1 gefrorene Banane
  • 2 Orangen oder 3 Clementinen
  • 1 vollreife Persimone
  • eine daumengrosse, frische Kurkumawurzel
  • 3 cm langes Stück einer Vanilleschote
  • Haselnussmilch oder Wasser zum Verdünnen

Banane schälen bzw. die Schale mit einem scharfen Messer wegschnitzen. Orangen oder Clementinen schälen. Persimone waschen und den Stielansatz entfernen. Kurkuma waschen und zusammen mit allen anderen Zutaten in den Mixer geben. Glatt pürieren. Mit Haselnussmilch oder Wasser nach Geschmack verdünnen, ein paar Sekunden einpürieren und ab geht die Post.

P.S. Ich kann das Wort Smoothie, besonders wenn es falsch ausgesprochen oder betont wird (z.B. Schmuusii/Smuuzi/Schmosie), nicht mehr hören. Darum wurden meine pürierten Obst- und Gemüsegetränke schon vor einiger Zeit in Dickies umgetauft. Klingt doch viel sympathischer, oder?


Mittwoch, 5. Oktober 2016

Peruanischer Kakaomix



Oscar Wilde sagte einst: Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht. Mit diesem Bonmot auf den Lippen, welches übrigens mein kulinarisches Lebensmotto ist, wühlte ich vor einigen Wochen im Bioladen in der Ramschkiste herum. Die Ausbeute bestand aus zwei Riegeln Kakaobutter, Matcha-Tee, Muskatnüssen, weissem Pfeffer und einer Packung Lucuma. Wegen einer Sortimentsumstellung wurde alles verbilligt angeboten und bei den Schnäppchenpreisen musste ich einfach zuschlagen. Die Kakaobutter ist schon fast aufgebraucht, da sie sich perfekt zum Anbraten von Fleisch eignet. Tee und Gewürze verschwinden nach und nach, nur das Lucumapulver stand immer noch kaum angetastet im Vorratsschrank. Pur, d.h. nur mit Milch oder Fruchtsaft verrührt, schmeckt es mir überhaupt nicht. Auch in Smoothies und Joghurtmixgetränken konnte es mich nicht wirklich überzeugen. Die zwei Kekssorten mit Lucuma waren ganz okay, wobei mir die Schokovariante wesentlich besser gefiel. So entstand die Idee, mit dem Pulver eine Kakaomischung zu kreieren. Nach ein paar Experimenten hat sich dann der Peruanische Kakaomix als Testsieger herauskristallisiert. 


Für ein kleines Gläschen:

  • 30 gr Kakaopulver 
  • 30 gr Lucumapulver
  • 1 El Machica (geröstetes Gerstenmehl) oder Malzkaffee
  • 1,5 Tl Carobpulver
  • 3/4 Tl Kurkumapulver
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1/8 Tl Zimt- oder Cassiapulver
  • 1 Prise Salz
  • 20 gr Kokosblütenzucker 

Alle Zutaten vermischen und in ein luftdicht schliessendes Glässchen umfüllen. Die Kakaomischung ist mindestens 3 Monate haltbar und eignet sich daher auch wunderbar als (Last-Minute-)Geschenk. Soll der Peruanische Kakao heiss serviert werden, einfach 250 ml (pflanzliche) Milch in einem Topf erhitzen, 2 Tl Kakaomix einrühren und gründlich verquirlen. In kalten Flüssigkeiten entstehen kleine Klümpchen, die sich mit einem Löffel kaum verrühren lassen. Für ein optimales Ergebnis lieber mit dem Stabmixer durchwirbeln.


Dienstag, 30. August 2016

Orangiger Hippie-Eistee mit Honig



Langsam schleicht sich der Herbst in mein Gemüt. Tagsüber ist es zwar noch angenehm warm, doch abends schon zu kühl für T-Shirts und kurze Hosen. Bald werde ich die leichte Sommerdecke gegen das dickere Duvet eintauschen, wieder jeden Morgen Socken anziehen und die durch Gartenarbeit mühsam erworbene Bräune wird nach und nach verblassen. Doch bis dahin zelebriere ich noch jeden Sommertag, indem ich genüsslich auf der Terrasse ein grosses Glas Hippie-Eistee zum Frühstück geniesse.


Für ein kleines Gläschen Hippie-Tee-Pulver:

  • 3 Tl Kurkumapulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Mandarinen- oder Orangenschalenpulver
  • 1/8 Tl Ingwerpulver
  • 1/8 Tl Kardamompulver
  • 2 Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Msp Nelkenpulver
  • 2 Msp Vanillepulver
  • 1 Msp gemahlener Galgant
  • 1/2 Hibiskusblüte, fein zerkrümelt

Alle Gewürze vermischen und in ein kleines, dicht schliessendes Gläschen umfüllen. Kühl und lichtgeschützt aufbewahrt hält sich das Pulver etwa drei Monate. Am besten schmeckt die Mischung natürlich mit frisch gemahlenen/gemörserten Gewürzen. Aber das muss ich ja nicht extra betonen, oder? Die Mischung reicht für einen Liter Eistee oder einen Liter Hippiemilch

Für einen halben Liter Hippie-Eistee:

  • 500 ml kaltes Wasser
  • 2 Tl Hippie-Tee-Pulver
  • Abrieb einer halben Bio-Orange
  • heller Honig, z.B. Akazie oder Klee 
  • 150 ml frisch gepresster Orangensaft

In einem kleinen Topf die 150 ml Wasser mit dem Teepulver und dem Orangenabrieb verquirlen. Zum Kochen bringen und vier Minuten köcheln lassen. Durch ein feines Sieb giessen und nach Geschmack mit Honig süssen. Restliches Wasser und Orangensaft unterrühren. Mit Eiswürfeln servieren. Oder in eine Glasflasche umfüllen und vor dem Genuss ein paar Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen. Wenn es kälter wird, kann der Tee natürlich auch heiss serviert werden. 


Sonntag, 10. Juli 2016

Eiskalte Hippiemilch



Yipieyayooooo! Sonne satt! Endlich!
Oder wie Herr C. es formuliert: Sauna-Alarm!
Sein Gegenmittel: Eiskaltes Red Bull 
Mein Gegenmittel: Eiskalte Hippiemilch


Hippiemilch?
Andere nennen dieses Getränk Goldmilch, Golden Milk oder Kurkuma-Latte.
Herr C. befand nach einem Blick in mein Glas: Sieht aus wie Hippiemilch. Viel zu fröhlich, viel zu gelb.
I love Hippiemilch! :D


Für ein kleines Gläschen Hippiemilchpulver (reicht für einen Liter Hippiemilch):

  • 3 Tl Kurkumapulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Kakao- oder Carobpulver
  • 1/4 Tl Mandarinen- oder Orangenschalenpulver
  • 1/8 Tl Ingwerpulver
  • 1/8 Tl Kardamompulver
  • 2 Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Msp Nelkenpulver
  • 2 Msp Vanillepulver
  • 1 Msp gemahlener Galgant

Alle Gewürze vermischen und in ein kleines, dicht schliessendes Gläschen umfüllen. Kühl und lichtgeschützt aufbewahrt hält sich das Pulver etwa drei Monate. Am besten schmeckt die Mischung natürlich mit frisch gemahlenen/gemörserten Gewürzen. Aber das muss ich ja nicht extra betonen, oder?

Für einen halben Liter Hippiemilch: In einem kleinen Topf 200 ml Kuhmilch oder Mandelmilch mit 2 Teelöffeln Gewürzmischung verquirlen. Unter ständigem Rühren 3 Minuten köcheln. Nach Belieben süssen, z.B. mit Kokosblütenzucker. Mit 300 ml kalter Milch vermischen, in eine Flasche umfüllen und ein paar Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen. Eiskalt geniessen und innerhalb von 3 Tagen verbrauchen. 


Donnerstag, 7. April 2016

Erdbeer-Sesam-Shake



Sie sahen unglaublich verführerisch aus. Sie rochen so aromatisch. Und kosteten keine zwei Franken, da musste ich doch einfach zugreifen, obwohl ein leises Stimmchen in meinem Kopf davon abriet. Wie so oft, hatte das Stimmchen natürlich recht, denn die Erdbeeren aus Spanien hätten bei einer Blindverkostung auch als säuerliche Apfelstückchen durchgehen können. In solchen Fällen landen die Beeren bei uns entweder in einem Kompott oder in einem Shake. Wenn Herr C. mittrinkt, dann gibt es eine "normale" Version aus Erdbeeren, Kuh- oder Hafermilch, wenig Vanille und Zucker nach Bedarf. Für mich alleine verwende ich gerne andere Süssungsmittel. Die verschiedenen Nuancen, die z.B. Birnel oder Dattelsirup mitbringen, finde ich besonders in Mixgetränken sehr interessant. Ganz im Gegensatz zu Herrn C., der sich dann oft erkundigt, ob der komische Nachgeschmack von angegammelten Zutaten herrührt...


Für 2 Personen:

  • 4-5 grosse Medjool-Datteln 
  • 500 ml kaltes Wasser
  • 3 El helles Sesammus
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 6 grosse Eiswürfel
  • 350 gr Erdbeeren, geputzt und in kleine Stücke geschnitten
  • ein paar Tropfen Zitronensaft 

Datteln entkernen, in kleine Stücke schneiden und in den Mixbecher geben. Mit etwa 200 ml Wasser bedecken und superfein pürieren. Sesammus und Vanillepulver einmixen. Eiswürfel zugeben und zermixen. Restliches Wasser und Erdbeeren untermixen. Mit Zitronensaft abschmecken und sofort servieren.

Samstag, 2. April 2016

Eierlikörkuchen mit Brombeeren



Im letzten Spätsommer bin ich eines Abends in den total verwilderten Nachbargarten geschlichen und habe alle Brombeeren gepflückt, die ich ohne grössere Verletzungen erreichen konnte. Der kostbare Schatz wanderte sogleich in die Tiefkühltruhe und wurde vergessen für den Osterbrunch wieder aus der Versenkung geholt. Als süsses Finale hatte ich eigentlich einen Eierlikörkuchen mit Rhabarber vorgesehen, doch die TK-Vorräte waren erschöpft und die Stängel im Garten noch viel zu klein. So hatte ich die Qual der Wahl zwischen Stachelbeeren (kann Schwesterherz nicht leiden), Himbeeren (dito), roten Johannisbeeren (mag Herr C. nicht besonders), schwarzen Johannisbeeren (perfekt, nur leider zu wenig) und den gemopsten Brombeeren. Schwierig, unter solchen Bedingungen die richtige Entscheidung zu treffen... Doch schlussendlich kam der saftige Kuchen so gut an, dass ich nur noch ein Randstückchen für einen Schnappschuss retten konnte. 


Für eine rechteckige Brownieform (20 x 30 cm):

  • 250 gr weiche Butter & ein Knubbel zum Ausbuttern
  • 200 gr Zucker
  • Abrieb einer halben Zitrone
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier Grösse L
  • 220 gr Mehl 
  • 80 gr Speisestärke
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 200 gr selbst gemachter Eierlikör*
  • ca. 350 gr Brombeeren, frisch oder gefroren 

Form mit dem Knubbel Butter grosszügig einfetten, zur Seite stellen. Ofen auf 190 Grad vorheizen und das Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Butter, Zucker, Zitronenabrieb, Vanillepulver und Salz mit dem Handrührer crèmig aufschlagen. Eier einzeln zugeben und jeweils 30 Sekunden unterrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver in einer anderen Schüssel vermischen. Abwechselnd Mehlmischung und Eierlikör unter die Eiermasse rühren. In die eingefettete Form löffeln und die Oberfläche glatt streichen. Die Beeren möglichst gleichmässig auf dem Teig verteilen. Form auf das Gitter stellen und etwa 45-50 Minuten bei 190 Grad backen, bis die Stäbchenprobe positiv verläuft. Falls der Kuchen zu schnell bräunt, die Oberfläche locker mit Alufolie abdecken. In der Form auskühlen und vor dem Servieren möglichst ein paar Stunden durchziehen lassen. Und bloss nicht die Schlagsahne dazu vergessen! Wenn schon, denn schon.


* Eierlikör gibt's bei uns nur aus demeter-Eiern nach meinem Hausrezept:

  • 200 ml UHT-Rahm/H-Sahne
  • 1/3 Vanilleschote
  • 3 superfrische Bio-Eigelb 
  • 180 gr Puderzucker
  • 1 Msp fein geriebene Tonkabohne
  • 250 ml milder Kirsch 
  • 2 El Cognac

Vanilleschote der Länge nach halbieren, Mark auskratzen. Schote und Mark zusammen mit dem Rahm in einem kleinen Topf aufkochen lassen. Topf vom Herd nehmen und die Vanillesahne 15 Minuten ziehen lassen. Zwischendurch umrühren, damit sich keine Haut bildet. Unterdessen Eigelb, Puderzucker und Tonkabohne mit dem Handrührer verquirlen, bis die Masse sehr hell/fast weiss ist. Vanilleschote entfernen und den Rahm unter stetigem Rühren zur Eiermischung giessen. Den Kirsch zugeben, gut vermischen. Eierlikör in eine (Wasserbad)Schüssel umfüllen, auf einen Topf mit heissem Wasser setzen und langsam erwärmen. Immer schön rühren, damit nichts anhängt. Der Likör sollte nach einigen Minuten anfangen einzudicken. Wichtig: Nicht zu heiss werden lassen (max. 72 Grad)! Soll ja kein Rühreilikör werden. Sobald der Schüsselinhalt schön dickflüssig ist, den Cognac zugeben. In eine ausgekochte Flasche füllen, Deckel zudrehen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann ab in den Kühlschrank damit. Möglichst bald verbrauchen.


Freitag, 21. August 2015

Schwarztee mit Liebstöckel oder Dill



Liebstöckel, auch bekannt als Maggikraut, und Tee? Geht ja wohl gar nicht, werden einige sofort denken. Dill und Tee? Genau so schräg. Wer will ein solches Gebräu freiwillig zu sich nehmen? Ich, zum Beispiel. Allerdings muss ich eines vorausschicken: Wir reden hier von den Samen dieser zwei Pflanzen, die sehr viel nuancierter schmecken als das Grünzeug selbst. Vergleichbar etwa mit Koriandersamen und Korianderkraut. Entstanden ist diese ungewöhnliche Kombination im Garten. 

Liebstöckelsamen 

Ich hatte damals eine Tasse Schwarztee in der Hand als ich spontan beschloss, die zwei riesigen Liebstöckelstöcke zurückzuschneiden. Ich lasse die Pflanzen immer ungestört blühen, da sie wochenlang von Bienen und Hummeln umschwärmt werden. Aber zu der Zeit hatten die Blütenstände sich schon in Samenstände verwandelt und sollten dringend entfernt werden. Nachdem ich alles auf dem Kompost aufgetürmt hatte, wandte ich mich wieder meiner Tasse zu. Ärgerlicherweise schwammen auf der Oberfläche ein paar Samen. Zu faul, um mir einen neuen Tee aufzubrühen, fischte ich die ungewollte Zugabe heraus und trank einen Schluck. Der Tee war fantastisch würzig, mit leichter Kräuternote, exotisch und doch vertraut. Ein ganz klarer Fall von: Mehr haben will! Darum endeten einige Samenstände auch nicht auf dem Kompost, sondern zu Hause im Dörrer. Sie taugen übrigens nicht nur als Teezusatz, sondern verleihen auch Salaten, Suppen, Eintöpfen und Kräutersalz das gewisse Etwas. 

Dillsamen, noch nicht abgerebelt

Wer keine Liebstöckelsamen im Vorratsschrank hat, kann sich mit Dillsamen behelfen. Die sind aktuell erntereif und werden oft für wenig Geld auf Gemüsemärkten verkauft. Samenstände einige Tage auf einem Teller trocknen lassen, abrebeln und anschliessend in ein Glässchen umpacken. Oder fertig getrocknet und abgepackt beim Gewürzhändler besorgen (meist in der Ecke mit den Einlegegewürzen). 


Zutaten pro Person:

  • 1 Tl loser Schwarztee (oder wenn es sein muss, halt einen Teebeutel)
  • 5-10 getrocknete Liebstöckel- oder Dillsamen
  • 200 ml kochendes Wasser
  • Honig oder Zucker

Schwarztee und Samen in ein kleines Tee-Ei füllen. In eine Tasse hängen und mit dem Wasser übergiessen. Etwa 5 Minuten (oder auch länger, je nach Vorliebe) ziehen lassen. Tee-Ei entfernen und das Getränk nach Belieben süssen. Der Tee kann auch bei leichten Magenbeschwerden helfen, sofern man welche hat. 

Und weil Zorra gerade für ihren Blogevent heiss(es) & kalt(es) sucht, schicke ich gleich ein Tässchen vorbei.


Mittwoch, 15. Juli 2015

Orangen-Buttermilch mit Kardamom



Obwohl ich sonst sehr wärmeliebend bin, macht mir die momentane Hitzewelle ziemlich zu schaffen. Der Speiseplan besteht darum vorwiegend aus Rohkost (z.B. klein geschnippelten Tomaten, Peperoni, Gurken, Melonen), Salaten und literweise Cold Brew Tea. Trotzdem fühle ich mich unglaublich schlapp und versuche als Ausgleich, möglichst viele Vitamine in mich hineinzustopfen. Darum gab es die letzten Tage zum Frühstück Orangen-Buttermilch, die daneben gleich noch den Vorteil hat, herrlich erfrischend zu sein. 


Für 1-2 Personen:

  • 350 ml Buttermilch
  • 175 ml frisch gepresster Orangensaft mit Fruchtfleisch (3-4 Saftorangen)
  • 1-2 El frisch gepresster Zitronensaft
  • 1/8 Tl frisch gemahlener grüner Kardamom
  • optional ein paar Eiswürfel

Alle Zutaten in den Mixbecher geben und eine Minute auf höchster Stufe durchquirlen. Mit oder ohne Eiswürfel servieren. Wer mag, ergänzt das Getränk noch mit 1 Teelöffel Rosen- oder Orangenblütenwasser.


Dienstag, 7. Juli 2015

Eistee ist out, Cold Brew Tea ist in!



Gesprächsfetzen bei einem Brunch: 
Möchtest du Kaffee oder Tee? - Weder noch, es ist einfach zu warm. Hast du kalten Orangensaft? - Warte, ich schaue schnell im Kühlschrank nach. Leider nein, ich kann dir nur Milch, Buttermilch oder Cold Brew Coffee anbieten. Den hatte ich ja glatt vergessen. -  Was für Coffee? - Kalt gebrühter. - Wie bitte? - (Kurze Erklärung) - Oh, das ist aber eine richtig gute Idee. Nur schade, dass es nicht auch mit Tee funktioniert. Ich trinke nämlich lieber Schwarztee als Kaffee. - Funktioniert natürlich auch mit Tee, einfacher geht's kaum. - Echt?

Ja, echt. Einfach, praktisch, supergut.

Und so wird's gemacht:

Man nehme einen möglichst hohen, schlanken Glaskrug. Es funktioniert natürlich auch mit so ziemlich jedem anderen grossen Gefäss aus Glas, Porzellan oder Keramik. Der oben abgebildete Krug hat einfach den Vorteil, dass er wenig Platz im Kühlschrank beansprucht und auch problemlos in der Kühlschranktüre untergebracht werden kann. Die Färbung des Wassers bzw. die Stärke des Tees kann in einem Glasgefäss auch ein bisschen besser beobachtet werden, aber wie gesagt, es ist keine Voraussetzung für gutes Gelingen. Pro Liter Wasser werden 1-4 Teebeutel oder 1-4 Esslöffel loser Tee verwendet. Tee in den Krug geben und mit kaltem Wasser auffüllen. Abdecken und in den Kühlschrank stellen. Mindestens 4 Stunden ziehen lassen. Lapsang Souchong zum Beispiel ist schon nach wenigen Stunden trinkfertig, loser Kräuter- oder Früchtetee aus grossen Pflanzenteilen/Fruchtstücken benötigt mind. 12 Stunden, bis sich sein Aroma voll entfaltet hat. Die Zeitangaben sind nur ungefähre Richtwerte und müssen nicht sklavisch befolgt werden. Der grosse Vorteil dieses Verfahrens ist nämlich, dass die Ziehzeit problemlos verlängert oder verkürzt werden kann. Soll es schneller gehen, den Krug einfach an ein sonniges Plätzchen stellen und nach ein paar Stunden ist der Tee fertig. In diesem Fall vorzugsweise mit ein paar Eiswürfeln servieren. Vergessen, die Teebeutel zu entfernen? Kein Problem. Die meisten Sorten, ausser Grüntee, schmecken auch nach einer verdoppelten Ziehzeit immer noch 1A. Vor dem Servieren nach Belieben süssen. Eigentlich aber unnötig, denn kalt angesetzter Tee ist deutlich milder als die heiss gebrühte Variante. Für Kinder und Süssschnäbel empfiehlt sich eine Mixtur mit Sirup. 

Ausprobiert und für gut befunden:

Earl Grey und Sanddornsirup
Gemischter Kräutertee mit Goldmelissensirup
Früchtetee mit Holunderblütensirup
Lindenblüten mit Zitronensirup
Schwarztee mit Mandelsirup
Hagebutte mit Hibiskussirup
Orangenblüten mit Quittensirup

Alle Vorteile auf einen Blick: Kein unnötiger Energieverbrauch, da Wasser kochen und Eiswürfel horten auf einen Schlag entfallen. Quasi zero waste, wenn loser Tee mit einem Tee-Ei oder -netz verwendet wird.

Nachteil: Ein bisschen Vorausplanung ist Voraussetzung, aber das wird schnell zur Gewohnheit. Ich trinke tagsüber den Krug leer, wasche ihn am Abend kurz aus, gebe neuen Tee hinein und stelle ihn über Nacht in den Kühlschrank. Und am nächsten Tag beginnt das Spiel dann wieder von vorne. Echt einfach, oder?

Und ab damit zu #Einab, wo Monat für Monat nachhaltige Ideen gesammelt werden.


Donnerstag, 25. Juni 2015

Vin de Noix / Vino alle Noci / Walnusswein aus grünen Walnüssen



Im Tessin serviert man gern gesehenen Gästen als Abschluss eines Menüs oft ein Gläschen Nocino. Für diesen Digestif werden grüne, unreife Walnüsse und verschiedene Gewürze für ein paar Wochen in Grappa eingelegt. Später wird die hocharomatische Flüssigkeit in Flaschen abgefüllt, und darf vor dem Genuss nochmals ruhen.  


In Südfrankreich und Norditalien hingegen werden grüne Walnüsse lieber in Rotwein als in hochprozentigem Alkohol versenkt. Hat einerseits den Vorteil, dass die Kosten überschaubar bleiben, andererseits kann der mildere Vin de noix auch als Apéritif serviert werden.


Unabdingbare Voraussetzung für einen guten Walnusswein sind ungespritzte Nüsse, deren Schale im Innern noch nicht ausgebildet ist. In südlicheren Gegenden gilt die Regel, dass die Ernte unbedingt vor dem 24. Juni erfolgen muss, danach wäre die Schalenbildung zu weit fortgeschritten. Im Norden ist dieses Datum eher als Richtlinie zu verstehen, denn die Erntezeit kann meist bis Anfang Juli - und in manchen Jahren auch noch länger - ausgedehnt werden. Einfach eine Nuss pflücken, durchschneiden und wenn das Messer auf keinen Widerstand stösst, ist alles in Butter. Für die Verarbeitung empfehlen sich Gummihandschuhe und ein Porzellanteller, denn der Nusssaft verziert Hände und Schneidebretter aus Holz oder Plastik mit kaum entfernbaren Flecken. 


Die Ziehzeit des Walnussweines beträgt mindestens einen Monat und maximal drei Monate. Abgefüllt sollte das tiefschwarz gefärbte Gebräu dann nochmals einige Zeit ruhen dürfen. Traditionell wird die erste Flasche an Weihnachten geöffnet. Gefällt das Ergebnis, werden noch am gleichen Tag ein paar Fläschchen an Familiemitglieder und gute Freunde verschenkt, denn Vino alle noci ist unter Kennern nicht weniger begehrt als ein hochprozentiger Nocino.


Für vier Flaschen à 0,7 Liter:

  • 24 grüne, mittelgrosse Walnüsse 
  • 180 gr weisser Zucker
  • 75 gr brauner Zucker
  • 1 1/2 Vanilleschoten, ausgekratzt (Mark für etwas anderes verwenden)
  • Schalenstreifen einer grossen Bio-Zitrone
  • 10 Zimtblüten
  • 8 Pimentkörner
  • 3 Wacholderbeeren
  • 3 Gewürznelken
  • 4 mm dicke Scheibe aus der Mitte einer Muskatnuss, fein zerbröselt
  • 2,8 Liter Rotwein, z.B. Sangiovese
  • 300 ml Grappa 

Walnüsse waschen, abtropfen lassen. Zuerst die Enden kappen, danach in Viertel schneiden. In ein oder mehrere grosse Einmachgläser geben. Zucker, alle Gewürze, Wein und Grappa zugeben bzw. zu gleichen Teilen auf mehrere Gläser verteilen. So lange umrühren oder sanft schütteln, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Gläser gut verschliessen und 40 Tage möglichst an der Sonne stehen lassen. Nach der Ziehzeit absieben, durch einen Kaffeefilter giessen und denn Geschmack eventuell mit etwas Rotwein oder Grappa abrunden. Wer es süsser mag, kann noch mehr Zucker unterrühren. In saubere Flaschen abfüllen, gut verschliessen und an einem dunklen, eher kühlen Plätzchen (z.B. Vorratsschrank, Keller) noch mindestens einen Monat ziehen lassen. Puristen servieren den Wein gut gekühlt. Hipster scheuen sich nicht, bei sommerlichen Temperaturen noch ein paar Eiswürfel ins Glas zu geben. Der Wein sollte bis zur nächsten Walnussernte aufgebraucht werden, was bei seiner Süffigkeit aber keine unlösbare Aufgabe ist. *hicks*

Montag, 8. Juni 2015

Fruchtiger Holunderblütensirup



Am nächsten Sonntag werde ich die Seiten wechseln und nach langer, langer Zeit wieder einmal hinter einem Flohmarktstand Platz nehmen. Neben all den schönen Dingen, von denen ich mich teilweise schweren Herzens trenne (die Schrankkapazitäten sind überschritten), werde ich auch hausgemachte Konfitüre und Holunderblütensirup zum Kauf anbieten. Das Rezept für den Sirup wollte ich schon vorletztes Jahr veröffentlichen, aber wie das oft so ist: Aus den Augen, aus dem Sinn. Und letztes Jahr machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der andauernde Regen verwandelte fast alle Dolden von U.'s riesigem Holunderbaum in braun getüpfelten Blütenmatsch. Einige Wochen danach konnte ich dafür massenhaft grünen Beeren ernten, die dann als Holunderkapern endeten. Notiz an mich: Dieses Rezept harrt übrigens auch noch seiner Veröffentlichung.... Anyway, hier ist die Anleitung für den intensivsten, fruchtigsten Holunderblütensirup, den ihr euch vorstellen könnt. Das Geheimnis? Mehr Dolden, mehr Zitrussaft, weniger Ziehzeit, weniger Zitronensäure und weniger Zucker. Die Haltbarkeit wird davon übrigens nicht beeinträchtigt, die letzte Flasche des Jahres 2013 haben wir im Februar geleert. 

Für 2,5 Liter:

  • ca. 60 Blütendolden (eine halbe Papiertüte voll)
  • 2,5 Liter kaltes Wasser
  • eine kleine Bio-Zitrone 
  • eine kleine Bio-Orange

Dolden gründlich auf Insektenbefall kontrollieren, ggf. sanft ausschütteln und die dicksten Stiele entfernen. Bloss nicht waschen, denn mit dem Wasser würde der Hauptakteur der Geschichte, der Blütenstaub, im Ausguss verschwinden. Blüten auf weissen Geschirrtüchern oder ein paar Bahnen Küchenpapier ausbreiten. Nach einer halben Stunde sollten sich alle eventuell noch vorhandenen Krabbelviecher auf die Tücher begeben haben. Weiss zieht sie nämlich magisch an. Unterdessen grosse Einmachgläser (z.B. 2 x 1,5 Liter) oder eine entsprechend grosse Salatschüssel aus Glas oder Porzellan bereit stellen. Blüten in die Gläser oder die Schüssel schichten. Mit dem kalten Wasser bis etwa 3 cm unter den Rand auffüllen. Orange und Zitrone unter fliessendem heissen Wasser abbürsten, trocken tupfen und in dünne Scheiben schneiden. Die Endstücke entsorgen, nur die Scheiben mit Fruchtfleischanteil verwenden. Die Oberfläche mit den Zitrusscheiben abdecken, damit alle Blüten unter Wasser bleiben. 24 Stunden (maximal 48 Stunden, und nur im Notfall!) an einem kühlen Plätzchen ohne direkte Sonneneinstrahlung ziehen lassen. Das Wasser sollte am Ende hellgelb und gesättigt mit dem Holunderblütenduft sein. Zitrusscheiben mit einer Gabel herausfischen, dann durch ein Sieb giessen. Das Holunderblütenwasser noch durch ein Geléetuch oder einen Nussmilchbeutel filtern (keine Kaffeefilter aus Papier verwenden), um eine möglichst klare Basis zu erhalten.  

Wichtig: Wenn das Blütenwasser so trüb wie im linken Glas aussieht, ist es übergekippt 
bzw. hat angefangen zu fermentieren. Es riecht dann säuerlich und muss entsorgt werden.

Zweiter Teil:

  • 2 Liter Blütenwasser
  • 1,4 kg Zucker
  • Saft zweier Zitronen
  • Saft einer Orange 
  • 5,5 gr Zitronensäure

Blütenwasser, Zucker, durchgesiebter Zitrussaft (zusammengenommen etwa 200 ml) und Zitronensäure in einen grossen Topf geben. Zum Kochen bringen, ab und zu umrühren nicht vergessen. Fünf Minuten sprudelnd kochen lassen. Sofort in die sterilisierten, vorgewärmten Flaschen abfüllen. Gut verschliessen und unter einer Decke auskühlen lassen. Wenn sauber gearbeitet wurde, hält sich der Sirup locker ein Jahr und länger. Nach dem Anbruch im Kühlschrank lagern und bald verbrauchen.


Mittwoch, 29. April 2015

Waldmeisterwein - Ein wilder Digestif



In Frankreich ist die Herstellung von aromatisiertem Wein ein beliebtes Hobby. Das Vorgehen ist kinderleicht: Früchte (z.B. Aprikosen, Pfirsiche, Brombeeren, grüne Walnüsse), Blätter (Pfirsich, Sauerkirsche), Gewürze (Vanille, Zimt, Nelken), Garten- oder Wildkräuter (Thymian, Rosmarin, Zitronenmelisse) dürfen einzeln oder bunt gemischt für eine bestimmte Zeit in Wein mazerieren. Zucker und hochprozentiger Alkohol verlängern die Haltbarkeit und verleihen dem portweinähnlichen Gebräu die typische Süffigkeit. Manche Weine werden zum Apéro serviert, andere als Begleitung zu einem Dessert oder sie runden ein Festmahl als Digestif ab. Der geschmacksintensive Waldmeisterwein gehört eindeutig zur dritten Sorte. Ein kleines Gläschen davon kann sogar Kopfschmerzen bändigen oder vertreiben. Herr C. genehmigt sich immer zwei Schlückchen, sobald er das Gefühl hat, dass eine Migräne naht und kann danach oft auf Tabletten verzichten. * 

Für eine Flasche:

  • 40 gr Zucker
  • 75 ml Wodka 
  • 1 kleine Bio-Orange
  • 1/2 ausgekratzte Vanilleschote
  • 12 Stiele / ca. 5 gr angetrockneter Waldmeister
  • 750 ml Weisswein (z.B. Soave oder Pinot Grigio)

Zucker und Alkohol in ein grosses Einmachglas geben und so lange verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Orange heiss abwaschen, trocknen und die Schale abreiben. Restliche Frucht in feine Scheiben schneiden und zusammen mit der abgeriebenen Schale, der Vanilleschote und den Waldmeisterstängeln ebenfalls in das Glas geben. Mit dem Wein übergiessen, Deckel gut zudrehen und drei Tage durchziehen lassen. Danach absieben, in eine saubere Flasche umfüllen und am besten im Kühlschrank lagern. Eisgekühlt servieren.

* Doch Vorsicht: Viel hilft viel ist hier eindeutig die falsche Devise! Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen wären die Folgen. Waldmeister sollte immer nur in kleinen Mengen genossen werden.

Garten-Koch-Event April 2015: Frühlingskräuter [30.04.2015]

Und ab damit zum Gärtner-Blog, wo aprilfrische Rezepte mit Frühlingskräutern gesammelt werden.

Sonntag, 17. August 2014

Coco'Nog



Frage: Charakterisieren sie bitte das Wetter der letzten Tage.

Antwort: Total durchgeknallt ist noch untertrieben.

Wahnsinn ist ja bekanntlich ansteckend, deshalb habe ich mir mitten im August schon vier Mal eine eierlose Variante des eigentlich weihnächtlichen Eggnogs gemixt. Und das Zeuch ist richtig flexibel! Wenn das Thermometer über 25 Grad klettert, nimmt man gefrorene Bananen. Sinkt es unter 15 Grad, einfach die Milch vorher erhitzen. Vormittags den Rum weglassen und nach 17 Uhr wird zum Strohrum gegriffen. Cheerio, Miss Sophie.


Für 2 grosse Gläser:

  • 2 grosse Bananen, vollreif
  • 350 ml Kuh- oder Mandelmilch (evt. mehr zum Verdünnen)
  • 125 ml Kokosmilch
  • 1/3 Tl Spekulatiusgewürz/Mixed Spice o.ä.
  • 1/3 Tl Zimt
  • 1/4 Tl Ingwerpulver
  • 1/4 Tl Kurkuma
  • Agavendicksaft nach Geschmack
  • 2 Tl brauner Rum 

Alles in den Standmixer werfen, zwei Minuten volle Pulle laufen lassen und dann geniessen. 


Donnerstag, 31. Juli 2014

Vive la Suisse! Vive le Vin de Pêche!



Der Schweizer Nationalfeiertag ist zwar erst morgen, doch viele Festivitäten finden schon heute statt. 
Vorteil: Man kann den arbeitsfreien Tag mehr geniessen und/oder seinen Rausch ausschlafen.
Nachteil: Es wird an beiden Abenden hier im Quartier wie wild geböllert.


Darum verabschieden wir uns Richtung Schrebergarten, wo es ruhiger zugeht und unsere, wie auch die Nerven des kleinen Schweinwolls, geschont werden. Er nimmt es zwar generell ziemlich cool, aber bei den ganz lauten Böllern zuckt auch er zusammen und wirkt nicht mehr so richtig glücklich. Herr C. packt deshalb gerade zum Anstossen einige Flaschen Quöllfrisch in den Korb, dazu noch Vin de pêche und weg sind wir.

An dieser Stelle wünschen wir euch einen fröhlichen 1. August und sagen Adieu und bis bald.



Für zwei Flaschen à 0,75 Liter und ein paar Extraschlückchen:

  • 80 kleine Pfirsichblätter
  • 1,5 Liter Rotwein (z.B. Primitivo di Salento)
  • 150 gr Zucker
  • 150 ml Wodka 

Pfirsichblätter waschen, ein paar Runden in der Salatschleuder gönnen oder trocken tupfen und anknicken. Zusammen mit den restlichen Zutaten in ein grosses Einmachglas geben und fest verschliessen. An einen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen und während den ersten zwei Wochen täglich schütteln, damit sich der Zucker auflöst. Mindestens 40 Tage (bis spätestens Anfang Dezember)* ziehen lassen. Dann durch ein feines Sieb oder ein Geléetuch filtern, in die sauberen Flaschen abfüllen, Deckel gut zudrehen und nochmal mindestens 4 Wochen ruhen lassen. Im Keller aufbewahrt hält sich der Wein angeblich mehrere Jahre und soll dabei immer besser werden. Der Ansatz aus dem Jahr 2012 ist schon ratzeputz vernichtet, daher kann ich das mit der langen Haltbarkeit nicht aus eigener Erfahrung bestätigen. *hicks*

P.S. In Südfrankreich wird der Pfirsichblätterwein spätestens im August angesetzt, damit er mindestens drei Monate ziehen kann. Traditionell wird nämlich die erste Flasche des an Portwein mit Bittermandelnote erinnernden Vin de pêche an Weihnachten geöffnet und gekühlt als Apéritif gereicht.