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Sonntag, 19. März 2023

Sonntagssüss: Ovo-Karotten-Muffins


Beim letzten Grosseinkauf eine neue Buttersorte im Kühlregal entdeckt. Gesalzene Bio-Sauerrahmbutter aus dem Fass, stand auf der Verpackung. Meine Erwartungen waren hoch. Viel zu hoch. Dank der luftdurchlässigen Papierverpackung war die äussere Butterschicht dunkelgelb verfärbt und roch etwas abgestanden. Den farbigen Teil weggeschnitzt und den wesentlich helleren Kern verkostet. Der Geschmack war langweilig-dumpf mit einer schwer zu beschreibenden, eigenwilligen, schon fast unangenehmen Nebennote. Irks! Definitiv nur als Koch- und Backbutter zu gebrauchen. Wenn überhaupt. Um das auszutesten, ein Spiegelei darin gebraten. Beim Erhitzen verschwand der Stallgeruch. Gut. Als Herr C. wenige Tage später verkündete, er würde am Wochenende seine Verwandtschaft mit einem Besuch beehren, scrollte ich Minuten später durch die gespeicherten Pinterest-Bildchen auf der Suche nach einem netten Kuchenrezept. Die Ovo-Rüebli-Muffins machten das Rennen. Unter anderem, weil vom letzten Urlaub noch eine halbgefüllte Dose Ovomaltine im Schrank herumstand. Die hatte Herr C. in einem Anfall von Ferienfrühstückswahn angeschafft und nach unserer Heimkehr nie mehr in die Hand genommen. Ich sag's jetzt nicht, aber Gott hört mein Brummeln....

Für 12 Muffins:

  • 4 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 90 gr Zucker
  • 80 gr geschmolzene Butter, lauwarm (io: Fassbutter mit 1% Salzgehalt)
  • fein abgeriebene Schale einer kleinen Bio-Orange
  • 140 gr gemahlene Haselnüsse (io: geschält & frisch gemahlen)
  • 135 gr fein geraffelte Karotten
  • 120 gr Ovomaltine
  • 2,5 Tl Weinsteinbackpulver
  • 130 gr Mehl

Ofen auf 220 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Eine 12er Muffinform mit Papierförmchen bestücken.* Eier und Zucker in einer Rührschüssel mit dem Schwingbesen kräftig verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Butter und Orangenschale unterrühren. Nacheinander Nüsse, Rüebli und Ovomaltine mit Backpulver einrühren. Zuletzt das Mehl kurz (!) untermischen. Förmchen randvoll mit dem Teig füllen. Ab in den Ofen. Die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und die Muffins 30 Minuten backen, bis die Stäbchenprobe positiv verläuft. Auf einem Kuchengitter fünf Minuten abkühlen lassen. Danach die Muffinränder vorsichtig mit den Fingerspitzen vom Blech lösen, falls nötig. Einzeln aus der Form heben und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. Übrige Muffins maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.

P.S. Der Verwandschaft und dem Herrn C. hat das Gebäck gemundet. Ich bin immer noch erkältet und alles was ich esse oder trinke, schmeckt wie gekochte Pappe. Ihr müsst euch daher auf das Urteil der Jury verlassen.

* Eventuell den oberen Rand der Vertiefungen und die angrenzende Blechregion vorsorglich rundherum einbuttern. Der Teig fliesst beim Backen a bisserl über die Vertiefungen und klebt - je nach Blechart - im dümmsten Fall die Muffinoberteile bombenfest ans Metall.

Freitag, 2. September 2022

Bananenmuffins mit gerösteten Nüssen und Mohn


Husch, husch, schnell noch Bananen besorgen fürs Sonntagssüss. 😋

Für 12 Muffins:

  • 70 gr gemahlene Nüsse (io: Mix aus Walnüssen, Haselnüssen, Cashews & Mandeln)
  • 100 gr Butter

Ofen auf 220 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. 12er Muffinblech ausbuttern oder mit Papierförmchen bestücken. Gemahlene Nüsse in einer kleinen Pfanne hellbraun rösten. Herd ausschalten. Nüsse auf einem Teller abkühlen lassen. Butter in der selben Pfanne auf der noch heissen Herdplatte schmelzen (Restwärme nutzen). Butter in der Pfanne zur Seite stellen.

  • 250 gr Mehl
  • 100 gr Zucker
  • 2,5 Tl Weinsteinbackpulver
  • 2 Tl gemahlener Mohn, optional
  • 1 Prise Salz
  • ein gehäufter 1/4 Tl Zimt
  • 1/8 Tl Piment
  • 1/8 Tl Vanillepulver

Trockene Zutaten in einer Rührschüssel mit dem Schwingbesen vermischen. In der Mitte eine Mulde formen.

  • 2 superreife Bananen, ca. 260 gr mit Schale / 195 gr ohne Schale
  • 150 gr Kefir oder Buttermilch
  • 1 Ei Grösse L 

Geschälte Bananen, Kefir und Ei im Mixbecher glatt pürieren. Zuletzt die geschmolzene Butter einpürieren. Bananenmix unter ständigem Rühren in die Mehlmulde giessen. Den Teig nur so lange vermischen, bis er gerade glatt ist. Mit einem Löffel in die Vertiefungen des Muffinblechs schöpfen. Der Teig sollte jede Vertiefung knapp bis zum Rand füllen. Backen: 20 Minuten bei 180 Grad. Danach das Gitter auf die zweite Stufe von oben versetzen und noch weitere 5-10 Minuten backen, bis der Stäbchentest  positiv verläuft und die Oberfläche der Muffins nett gebräunt ist. Fünf Minuten in der Form zum Abkühlen gönnen, danach die Muffins vorsichtig herauslösen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

Anmerkung: Die Muffins schmecken auch ohne Mohn ausgezeichnet, er kann ersatzlos gestrichen werden.

Mittwoch, 3. Juni 2020

Mittwochssüss: Gepimpte Beerichüechli



Im Kühlschrank steht ein Einmachglas mit orangefarbenem Sirup. Sirup? Nee, liebe Leute, das ist kein Sirup. Sondern Mandarinenmarmelade mit Vanille aus Eigenproduktion. Der Geschmack ist top, die Konsistenz leider ein Flop. Herr C. findet zwar, dass Zitrusmarmelade ruhig recht flüssig sein darf, aber ich mag das einfach nicht. Kleckerei und klebrige, verschmierte Finger sind nicht meine Welt. Aus diesem Grund mische ich die Konfi lieber unter Quark oder Joghurt. Und unter Kuchenteig. Sozusagen als Ersatz für Zitrusabrieb. Die Konfi hält sich dezent im Hintergrund, verleiht dem fertigen Gebäck aber heimlich noch eine extra flaumige, saftige Konsistenz.
P.S. Schweizer machen übrigens keinen EU-Norm-Konformen-Unterschied und nennen alles, was nur entfernt an Fruchtaufstrich erinnert, einfach "Konfi".


Für 12 Muffins:

  • 150 gr geputzte Beeren, z.B. Heidel-, Cassis-, Johannis-, Brom- oder wünzige Stachelbeeren
  • 125 gr sehr weiche Butter
  • 65 gr brauner Rohrzucker 
  • 65 gr Zitrusmarmelade (io: flüssige Mandarine mit Vanille)
  • 2 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 125 gr Weizenmehl oder 65 gr Ruchmehl & 60 gr Weizenmehl Typ 405
  • 3/4 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Stufe von unten einschieben. Beeren in ein Sieb geben, abbrausen, trocken tupfen. Tiefgekühlte Beeren direkt unter den Teig mischen. Unterdessen ein 12er Muffinblech ausbuttern oder mit Papierförmchen bestücken. Butter mit Rohrzucker zwei Minuten aufschlagen. Zitrusmarmelade unterziehen, dann die Eier eine Minuten unterrühren. Mehl und Backpulver kurz untermischen. Nicht zu lange rühren, nur bis das Mehl gerade eingearbeitet ist. Beeren mit einem Spatel unterrühren. Teig in die Muffinformen verteilen und gleich in den Ofen verfrachten. 18-20 Minuten dunkelgoldig backen. Stäbchentest nicht vergessen! 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig einzeln herausholen und auf einem Gitter völlig auskühlen lassen. Die Chüechli lassen sich wunderbar aus den Papierförmchen lösen und sind auch nach zwei Tagen noch supersaftig. Quelle: Abgewandeltes Rezept aus dem Buch Tender. Obst von Nigel Slater.

Montag, 27. April 2020

Colonnade Corn Bread Muffins



Ich war noch niemals in New York....*summ*... Geschweige denn in Atlanta im Colonnade Restaurant, das für seine Corn Bread Muffins berühmt ist, die, mit möglichst viel Butter bestrichen, warm verspeist werden. Kalt reissen sie keinen mehr zu Begeisterungsstürmen hin, ähnlich wie Yorkshire Puddings oder Popovers. Idealer Partner für dieses Maisbrot in Muffinform ist gegrilltes Fleisch jeglicher Art. Und Chili con Carne. Sie passen natürlich auch zu Gemüse oder einem Salatteller. Obwohl die meisten Menschen im Süden der USA sich nicht vorstellen können, Corn Bread Muffins ohne Fleischbeilage zu essen. Womit sie richtig liegen. Ausnahmsweise.


Für 12 Muffins:

  • 360 ml feiner Maisgriess 
  • 120 ml Weizenmehl
  • 1 gehäufter El Zucker
  • 2,5 Tl Weinsteinbackpulver
  • ein knapper Tl Salz
  • 180 ml kaltes Wasser
  • 120 ml Rapsöl
  • 120 ml Buttermilch
  • 2 Eier Grösse L, zimmerwarm

Ofen auf 230 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Die Vertiefungen eines 12er Muffinblechs mit Papierförmchen bestücken oder einfetten. In einer Rührschüssel alle trockenen Zutaten verrühren. Ein einer anderen Schüssel die feuchten Zutaten mit einem Schwingbesen gründlich verquirlen. Flüssiger Schüsselinhalt zu den trockenen Zutaten giessen, zackig vermischen. Bloss nicht zu lange rühren! In die vorbereiteten Förmchen giessen und in 20 - 25 Minuten goldbraun backen. Stäbchentest nicht vergessen. 
P.S. Irgendwann werde ich die Mengen noch in Gramm nachreichen. Vielleicht. Quelle: Whats4DinnerTonite

Dienstag, 28. August 2018

Kürbis zum Ersten: Torta soffice alla zucca e mandorle



Maestro, bitte einen Tusch! Danke sehr. Hiermit verkünde ich offiziell: Die Kürbissaison hat begonnen! *froi* Dieses Jahr hatten wir vier Sorten im Anbau und zwei davon, Delicata und Buttercup Emerald, sind schon abgeerntet. Delicata Kürbisse eignen sich, dank des süsslichen Fruchtfleisches, ideal für Desserts und Gebäck. Folgerichtig wären sie auch für dieses Rezept meine erste Wahl gewesen. Blöderweise hatten die Kellerasseln einen Buttercup schon auf dem Feld angenagt und nachdem ich die Frassstelle rausgeschnitten hatte, musste er zackig verbraucht werden. So gab es noch am gleichen Tag Kürbisrisotto und der Rest landete am nächsten Tag in der Teigschüssel. Herr C. befand: Wird nachgebacken. Und so geschah es. Mittlerweile schon vier Mal.


Für eine runde Form mit 24 cm Durchmesser oder 12 Herzen/kleine Muffins:

  • 70 gr Mandelblättchen
  • 125 gr roher Kürbis, geputzt gewogen (io: Buttercup)
  • 40 gr Milch
  • 60 gr Mandel- oder Rapsöl 
  • 120 gr Zucker
  • 2 Eier Grösse L
  • 3 El Bittermandelextrakt oder Amaretto*
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 150 gr Mehl
  • 10 gr Weinsteinbackpulver

Grosse Backform mit Backpapier auslegen, kleine Formen gut ausbuttern oder mit Papierförmchen bestücken. Ofen auf 170 Grad (grosse Backform) oder 210 Grad (Herzen & Muffins) vorheizen, das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Mandelblättchen im Mixer fein mahlen, in die Teigschüssel umfüllen. Kürbis in kleine Stücke schneiden und zusammen mit der Milch und dem Öl im Mixer zu einem glatten Brei pürieren. Zu den Mandeln in die Schüssel schütten. Zucker, Eier, Bittermandelextrakt und Vanillepulver zum Kürbispüree geben, mit dem Handrührer auf mittlerer Stufe etwa zwei Minuten lang aufschlagen. Mehl und Backpulver zugeben und nur so lange vermischen, bis der Teig homogen aussieht. In die vorbereitete grosse Backform giessen, in den Ofen schieben und 30 Minuten backen. Danach noch fünf Minuten auf der mittleren Schiene zum Nachbräunen gönnen. Oder den Teig gleichmässig auf die Vertiefungen der Herz- oder Muffinform verteilen und 18-20 Minuten backen, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. Zehn Minuten in der Form abkühlen lassen, danach aus der Form befreien und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Vor dem Servieren eine Nacht zum Durchziehen gönnen. Der saftige Kuchen bleibt, gut eingepackt und kühl gelagert, mindestens sieben Tage lang ein Genuss. Küchlein innerhalb von drei Tagen verputzen, falls sie so lange überleben. Idee: Tavolartegusto

* Ersatz: 3 El Orangensaft/Cointreau und die fein abgeriebene Schale einer Orange. Oder 3 El Milch und 1 Tl gemahlene Gewürze, z.B. Zimt oder Pumpkin Spice Mix. Oder 3 El Rum und ein My mehr Vanillepulver. 

Sonntag, 5. August 2018

Muffins mit Wildpflaumen



Vor der Werkstatt meines Grossvaters wuchs früher ein Obstbaum, der sich jedes Jahr unter der Last seiner Früchte bog. Roh waren die murmelgrossen Dinger, von uns Wildpflaumen genannt, kein Genuss. Ihre Schale war zäh, das Innere eher geschmacksarm und das Fruchtfleisch liess sich kaum von den Steinen lösen. Erst durch Erhitzen entfaltete sich eine angenehme, manchmal leicht säuerliche Geschmacksmischung aus Mirabelle, Reineclaude und einem Hauch Zwetschge. Frau Mama kochte im Hochsommer immer mal wieder Kompott aus den Pfläumchen und servierte es uns, gekühlt mit Griessbrei oder Vanillesauce, als süsses Znacht. 


Die gelben bis dunkelroten Früchte tragen, je nach Landstrich, ganz unterschiedliche Namen wie Pflümli, Haferpflaume, Kriecherl, Kirschpflaume, Haferschlehe, Katharinenpflaume, Spilling oder Ringlotte. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie alle zur Familie Prunus domestica gehören. Hier in der Region wachsen viele dieser Obstbäume wild an Waldrändern und man darf sich nach Herzenslust bedienen. Das Fruchtfleisch lässt sich am einfachsten mit einem Pflaumenentsteiner oder einem scharfen Rüstmesser vom Stein trennen.


Für 6 Muffins:

  • ca. 160 gr reife Wildpflaumen
  • 1 gehäufter Tl fein gemahlener Weizen
Pflaumen waschen, Stein entfernen und 120 Gramm Fruchtfleisch abwiegen. Die abgewogene Menge in kleine Stücke schneiden. Erst unmittelbar bevor sie in den Teig wandern, mit dem Weizen vermischen.

Topping:
  • 1/2 El brauner Rohrzucker
  • 1/8 Tl Zimt
In einem Schüsselchen verrühren und zur Seite stellen.

Teig:
  • 75 gr brauner Rohrzucker
  • 50 gr sehr weiche Butter
  • 50 gr Saure Sahne, zimmerwarm
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 5 El Orangensaft
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 120 gr Mehl
  • 20 gr fein gemahlener Weizen 
  • 1 leicht gehäufter Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Ein 6-er Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder gut ausfetten. Zucker, Butter und Saure Sahne eine Minute mit dem Handrührer vermixen. Ei dazu, 30 Sekunden untermischen. Dann Milch, Bittermandelextrakt, Vanillepulver und Salz kurz unterrühren. Mehl, gemahlener Weizen und Backpulver zugeben und 5-10 Sekunden lang vermischen, bis der Teig gerade homogen ist. Pflaumenstücke mit dem gemahlenen Weizen blitzschnell verrühren, in die Schüssel kippen und mit einem Teigschaber kurz unterheben. Teig mit einem Esslöffel in die vorbereiteten Vertiefungen der Form verteilen. Nicht wie gewohnt 3/4 voll, sondern randvoll. Das sorgt für einen hübschen Gupf. Mit Zimtzucker bestreuen und zackig in den Ofen schieben. Backen: Zuerst 20 Minuten bei 190 Grad. Dann auf 210 Grad hochdrehen und das Gitter auf die mittlere Schiene verfrachten. Dort noch 6-8 Minuten nachbräunen lassen. Stäbchentest nicht vergessen. Wenn nichts mehr am Hölzchen klebt, Form aus dem Ofen holen. Fünf Minuten abkühlen lassen, dann die Form leicht schräg halten und die Muffins vorsichtig befreien. Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Freitag, 4. November 2016

Sanddornmuffins (auf Nachfrage auch mit Schokolade erhältlich)



Wildfrüchte, wie beispielsweise Holunder, Mispeln, Kornelkirschen, Schlehen, Sauerdorn, Zieräpfel und -quitten, sind gerne gesehene Gäste in meiner Küche. Sanddorn hingegen hat uns leider noch nie mit seiner Anwesenheit beehrt. Mangels ergiebiger Fundorte, gönne ich mir ab und zu fixfertigen Sirup oder Muttersaft, denn Orangen-Buttermilch mit Sanddornsirup gehört im Herbst zu meinen liebsten Muntermachern, und heisser Hagebutten-Sanddorn-Zitrus-Tee hat sich bei fiesen Erkältungen schon oft als Virenkiller bewährt. Neuerdings findet sich im Vorratsschrank auch Sanddornkonfitüre für Backexperimente: Sanddornzopf und Sanddorn-Spitzbuben sind schon abgehakt; Sanddorn-Biskuitrolle, Birnentarte mit Sanddornglasur und Schoko-Sanddorn-Kuchen stehen in den nächsten Wochen auf dem Programm. Die Muffins entstanden spontan an einem verregneten Sonntagnachmittag, und sind mit oder ohne Schokolade eine Sünde wert.  


Für 4 Muffins:

  • 60 gr sehr weiche Butter
  • 40 gr Zucker 
  • 45 gr Sanddornkonfitüre
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 25 gr fein gehackte Schokolade, mind. 70% Kakaogehalt (optional)
  • 70 gr Weizenmehl 
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Stufe von unten einschieben. Vier Vertiefungen eines Muffinblechs mit Papierförmchen bestücken. Butter und Zucker eine Minute von Hand mit dem Rührbesen aufschlagen. Sanddornkonfitüre unterziehen, dann das Ei eine Minute lang unterrühren. Nun, falls verwendet, die Schokolade zugeben. Mehl und Backpulver kurz untermischen. Nicht zu lange rühren, nur bis das Mehl gerade eingearbeitet ist. Teig randhoch in die Muffinformen verteilen und gleich in den Ofen verfrachten. 18-20 Minuten dunkelgoldig backen. Stäbchentest nicht vergessen! Fünf Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Gitter völlig auskühlen lassen. Die Muffins lassen sich wunderbar aus den Papierförmchen schälen und sind auch zwei Tagen später noch supersaftig. 


Montag, 26. September 2016

Grapefruitmuffins mit Kaniwa



Coop hat seit einigen Wochen Kaniwa im Sortiment und natürlich musste ich schleunigst ein Päckchen davon in meinen Besitz bringen. Das schwarze Minikorn, auch Baby-Quinoa genannt, soll angeblich nussig-schokoladig schmecken und sich für salzige und süsse Gerichte gleich gut eignen. Nach einer ersten Kostprobe war ich bitter enttäuscht: Nix nussig, nix schokoladig, quasi kein Eigengeschmack. Dafür kleben die Körnchen hartnäckig in den Zahnzwischenräumen und sorgen so für einen enormen Dentalstäbchenverschleiss. Zukünftig werde ich, auch wegen der Anbauproblematik, tunlichst einen grossen Bogen um die Regale mit Quinoa, Amaranth und Co. machen. Unsere Freundschaft bleibt also nur so lange bestehen, bis das Päckchen aufgebraucht ist. Wer das Pseudogetreide nicht vorrätig hat, kann es in diesem Rezept problemlos weglassen oder durch die halbe Menge Mohn ersetzen.  


Für 6 Muffins:

  • 85 gr Zucker
  • 8 gr / ca. 5 fingergrosse Streifen rosa Grapefruitschale 
  • 50 gr sehr weiche Butter
  • 50 gr Saure Sahne, zimmerwarm
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 80 gr frisch gepresster rosa Grapefruitsaft
  • 25 gr gekochtes Kaniwa*
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 125 gr Mehl
  • 20 gr fein gemahlene Gerste (ersatzweise Weizen oder Dinkel)
  • 1 leicht gehäufter Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. 6-er Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder gut ausfetten. Zucker mit Grapefruitschale fein zermixen. Grapefruitzucker, Butter und Saure Sahne zusammen eine Minute mit dem Handrührer verrühren. Ei dazu, 30 Sekunden untermischen. Dann Grapefruitsaft, Kaniwa, Vanillepulver und Salz kurz unterrühren. Mehl, gemahlene Gerste und Backpulver zugeben und nur so lange vermischen (ca. 5-10 Sekunden), bis der Teig gerade homogen ist. Teig mit einem Esslöffel in die vorbereiteten Vertiefungen der Form verteilen. Nicht wie gewohnt 3/4 voll, sondern randvoll. Das sorgt für einen hübschen Gupf. Zackig in den Ofen schieben. Backen: Zuerst 20 Minuten bei 190 Grad. Dann auf 210 Grad hochdrehen und das Gitter auf die mittlere Schiene verfrachten. Dort noch 6-8 Minuten nachbräunen lassen. Stäbchentest nicht vergessen. Wenn nichts mehr am Hölzchen klebt, Form aus dem Ofen holen. Fünf Minuten abkühlen lassen, dann die Form leicht schräg halten und die Muffins vorsichtig befreien. Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.


* Kaniwa kochen: 1-2 Minuten unter ständigem Rühren anrösten, bis die Körner anfangen aufzupoppen. Mit der fünffachen Menge Wasser ablöschen. Eine Prise Salz zugeben und 7 Minuten auf höchster Stufe kochen lassen. Herd ausschalten, ein Küchentuch über den Topf legen, Deckel draufpressen und 20 Minuten auf der heissen Platte ausquellen lassen. Mit einer Gabel auflockern. 


Sonntag, 11. September 2016

Zwetschgenmuffins



In einem Artikel der New York Times wurde kürzlich verkündet: Cupcakes sind OUT, Muffins wieder IN.
Kein Einwand meinerseits gegen diese Einschätzung. Ich konnte Cupcakes noch nie wirklich leiden. 


Richtig gute Muffins brauchen schliesslich weder Buttercrème noch Frosting.
Der beste Beweis? 
Zwetschgenmuffins!


Für 6 Muffins:
  • 6-8 grosse Zwetschgen
  • 1 gehäufter Tl fein gemahlener Weizen
Zwetschgen waschen, halbieren, Stein entfernen und 120 Gramm abwiegen. Die abgewogenen Hälften in kleine Stücke schneiden. Erst unmittelbar bevor sie in den Teig wandern, mit dem Weizen vermischen.

Topping:
  • 1/2 El brauner Rohrzucker
  • 1/8 Tl Zimt
In einem Schüsselchen verrühren und zur Seite stellen.

Teig:
  • 75 gr brauner Rohrzucker
  • 50 gr sehr weiche Butter
  • 50 gr Saure Sahne, zimmerwarm
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 3 El Milch
  • 2 El Bittermandelextrakt
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 120 gr Mehl
  • 20 gr fein gemahlener Weizen 
  • 1 leicht gehäufter Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Ein 6-er Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder gut ausfetten. Zucker, Butter und Saure Sahne eine Minute mit dem Handrührer vermixen. Ei dazu, 30 Sekunden untermischen. Dann Milch, Bittermandelextrakt, Vanillepulver und Salz kurz unterrühren. Mehl, gemahlener Weizen und Backpulver zugeben und 5-10 Sekunden lang vermischen, bis der Teig gerade homogen ist. Zwetschgenstücke mit dem gemahlenen Weizen blitzschnell verrühren, in die Schüssel kippen und mit einem Teigschaber kurz unterheben. Teig mit einem Esslöffel in die vorbereiteten Vertiefungen der Form verteilen. (Nicht wie gewohnt 3/4 voll, sondern randvoll. Das sorgt für einen hübschen Gupf). Mit Zimtzucker bestreuen und zackig in den Ofen schieben. Backen: Zuerst 20 Minuten bei 190 Grad. Dann auf 210 Grad hochdrehen und das Gitter auf die mittlere Schiene verfrachten. Dort noch 6-8 Minuten nachbräunen lassen. Stäbchentest nicht vergessen. Wenn nichts mehr am Hölzchen klebt, Form aus dem Ofen holen. Fünf Minuten abkühlen lassen, dann die Form leicht schräg halten und die Muffins vorsichtig befreien. Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Anmerkung: Kein Bittermandelextrakt zur Hand? Shame on you. Notlösung: 2 El Milch und 2-3 Tropfen Bittermandelöl. Oder gleich auf 2,5 El Grand Marnier und 2,5 El Milch ausweichen. 

Donnerstag, 5. Mai 2016

Orangenherzen mit Avocadoöl



Bei David Lebovitz erschien vor zwei Wochen ein Rezept für unkomplizierte Olive Oil Muffins, das sofort an die Spitze der Nachbackliste gesetzt wurde. Allerdings konnte ich mir, wie so oft, kleine Änderungen hier und da nicht verkneifen: Die Zuckermenge wurde reduziert, Olivenöl gegen Avocadoöl ausgetauscht, die Mehlmenge ein wenig erhöht, mehr Orangenschale verwendet, Cointreau statt Grand Marnier im Teig versenkt und so weiter und so fort. Natürlich kann man die Teilchen auch in einer Muffinform backen, aber Herzen sehen zum Verschenken halt einfach putziger aus.


Für 6 Herzen:

  • 1 kleiner Knubbel weiche Butter
  • 100 gr Mehl
  • 65 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 2 Tl fein abgeriebene Orangenschale 
  • 1 Ei Grösse L
  • 80 gr Avocadoöl (Ersatz: Sehr mildes Olivenöl oder Rapsöl)
  • 70 gr Milch
  • 2 El frisch gepresster Orangensaft
  • 2 El Cointreau 

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Herzform (ich: aus Aluguss von Nordic Ware) gründlich ausfetten und zur Seite stellen. Mehl, Zucker, Salz, Backpulver und Orangenschale mit einem Schwingbesen vermischen. In einer anderen Schüssel Ei kurz verquirlen, dann Öl, Milch, Orangensaft und Cointreau untermischen. Trockene und feuchte Zutaten kurz verrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Jede Vertiefung bis ca. 3/4 der Höhe mit dem dickflüssigen Teig befüllen. In den Ofen damit und ca. 35 Minuten backen, bis der Stäbchentest positiv verlaufen ist. Fünf Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig stürzen. Gut verpackt, bleiben sie 2-3 Tage schön saftig. Angeblich können die Muffins auch problemlos eingefroren werden, das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. 


Freitag, 16. November 2012

Bolo de Cenoura (Brasilianischer Karottenkuchen)



Wie peinlich aber auch. Ich liebe Rüeblikuchen und ich habe auf meinem Blog noch nie ein Wort darüber verloren. Fotos sind irgendwo gespeichert, das Rezept sowieso. Aber wie so oft, fehlt einfach die Zeit, um alles direkt nach der Vollendung zu veröffentlichen. Da rutschen optisch eher unscheinbare Gerichte schnell in die Versenkung. Was mein Standartrüeblikuchen nicht verdient hat. Das Rezept wird also bald nachgereicht. Zwischenzeitlich präsentiere ich euch Bolo de Cenoura, brasilianischen Karottenkuchen. Bei mir allerdings im Kleinformat und mit Deep Purple Karotten, die das Gebäck dunkelviolett färben. Im Original wird dem Teig kein Aroma zugesetzt, mit einer Zitrusnote gefallen mir die Küchlein aber wesentlich besser. Fast eine Bedrohung für meinen Lieblingskuchen und auf alle Fälle eine nette und bunte Abwechslung auf dem Kuchenteller.


Für 6 Muffins oder Herzen (Nordic Ware):

  • 70 gr Butter 
  • 85 gr Karotten, geschält gewogen
  • Saft einer Mandarine oder Clementine 
  • abgeriebene Schale einer halben Mandarine oder Clementine 
  • 1 El Grand Marnier oder Cointreau
  • 1 Ei Grösse L
  • 65 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 gr Mehl
  • 3/4 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 210 Grad vorheizen, Formen mit Papierförmchen bestücken oder gründlich einfetten. Butter schmelzen und einige Minuten zum Abkühlen zur Seite stellen. Karotte in Stücke schneiden, mit dem Saft der Mandarine im Mixer zu einem glatten Brei pürieren. Mandarinenschale, Grand Marnier, Ei, Zucker und Salz zugeben, kurz einmixen. Mehl und Backpulver sieben, unter die Karottenmasse mischen. Nicht zu lange rühren, sonst werden die Küchlein nicht luftig. Mit einem Löffel in die Förmchen füllen und auf der mittleren Schiene 18-20 Minuten backen. Stäbchentest nicht vergessen. Kühl aufbewahrt bleiben sie 4-5 Tage ein echter Leckerbissen.

Montag, 10. September 2012

Herbstlich gewürzte Pfirsich-Hafer-Muffins (vegan)


Ich bin ja ein bekennender Frühstücksverweigerer. Bevor ich nicht richtig wach bin, kann ich beim besten Willen nichts herunterbringen. Früher war meine erste Mahlzeit des Tages oft das Mittagessen. Doch je älter ich werde, desto früher schreit mein Körper nach Futter. Lösung: Hastig verschlungene Süssigkeiten. Kein Idealzustand, ich weiss. Deshalb werde ich in den nächsten Wochen versuchen, dies zu ändern. Mein Ziel ist es, ein paar Minuten früher aufzustehen und etwas "Vernünftiges" (wie meine Mutter sagen würde) zu essen. Keine leichte Aufgabe. Um mir die Umstellung zu erleichtern, sind in den letzten Tagen diverse gesunde Frühstücksalternativen in den Vorratsschrank gezogen. Hafer-, Dinkel-, Mehrkorn- und Reisflocken, Quinoa, Gerstengriess, Amaranth, Chufas Nüssli und Chia.

Stellt euch also schon mal darauf ein, dass es hier in nächster Zeit etwas "breiig" zugehen wird. Doch zuvor noch ein "Müsli-to-go" in Form von Pfirsichmuffins. Wir wollen ja nicht gleich mit Hardcorezeug beginnen. ;-) 


Für 12 Muffins:
            
  • 3 mittlere Plattpfirsiche / 1 normaler Pfirsich
  • 100 gr Haferflocken
  • 100 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 75 gr Vollkorndinkelmehl
  • 100 gr Rohrzucker
  • 1 geh. El Speisestärke
  • 1 Tl Natron
  • 1 Tl Backpulver
  • 1/2 Tl Salz
  • 1 Tl gemahlener Koriander
  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • wenig frisch geriebene Muskatnuss

Pfirsiche vierteln, Haut abziehen und jedes Viertel in drei Schnitze schneiden. Abgedeckt zur Seite stellen. Haferflocken im Mixer zu feinem Puder zerkleinern. Macht nichts, wenn ein paar grössere Stückchen übrig bleiben. Das sorgt für etwas Biss. Hafermehl kurz in einer Pfanne rösten, bis es anfängt intensiv zu duften. Auskühlen lassen und mit den übrigen Zutaten in einer Rührschüssel vermischen.

  • 100 gr Rapsöl oder natives Kokosöl, geschmolzen
  • 200 gr Hafermilch und 75 gr Sojajoghurt            
  • 4 El Apfelmus, ungezuckert
  • Saft einer halben Zitrone

Ofen auf 190 Grad vorheizen. Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder Vertiefungen gut ausbuttern. Alle Zutaten in einer kleinen Schüssel mischen. Zu den trockenen Zutaten geben und kurz (kurz! kurz!! kurz!!!) durchmischen. Teig in die Vertiefungen löffeln und mit je drei Pfirsichschnitzen belegen. Auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten backen. Stäbchentest machen und wenn nichts mehr klebt, Form aus dem Ofen holen. Muffins einige Minuten in der Form abkühlen lassen. Danach rausholen und auf ein Kuchengitter setzen. 

Anmerkung: Bitte übriggebliebene Muffins im Kühlschrank aufbewahren, da die Fruchtstücke schnell zu schimmeln anfangen. Hafermilch und Sojajoghurt können durch 275 Gramm Buttermilch ersetzt werden. Da ich Sojajoghurt verabscheue, bevorzuge ich diese unvegane Variante. Inspiriert von einem Muffinrezept aus dem Buch Good to the Grain von Kim Boyce. 


Mittwoch, 4. Juli 2012

Überhaupt nicht igittigitt: Süsse Mayonnaise-Küchlein



Lange Zeit hielt ich Mayonnaise-Kuchen für eine Urban Legend. In meiner Vorstellung handelte es sich dabei um eine mehrstöckige süsse Torte, gefüllt und garniert mit Mayonnaise. Wer soll's erfunden haben? Na klar, die Amis. Denen trauen wir ja an kulinarischen Abartigkeiten so ziemlich alles zu. Würde jemand wirklich so etwas backen? Klare Antwort meinerseits: Nein, so irre kann keiner sein. Nicht einmal die Amis. Irgendwann erfuhr ich, dass die Mayo in den Teig wandert und nicht, wie ich mir vorgestellt hatte, als Buttercrème- oder Schlagsahneersatz verwendet wird. Mein Magen signalisierte trotzdem Sturmwarnung. Aber irgendwie liess mich der Gedanke viele Jahre nicht los. Nur den Mut, es einmal selbst auszuprobieren, konnte ich nie aufbringen. Liegt natürlich auch an meiner Feindschaft mit eierhaltiger Mayo.


Als ich kürzlich wieder einmal Maionese de leite gemixt habe, schlug der Gedanke wie eine Bombe ein. Was wäre, wenn ich nur Öl, Milch, Zitronensaft und etwas Salz emulgieren würde? Dann könnte ich diese Mayobasis (ohne Ei, ohne Senf, Essig oder Knoblauch) doch unbeschwert für einen Kuchen verwenden. Kein komischer Nach- oder Nebengeschmack wäre zu befürchten und es gäbe kein Hintertürchen für unerwünschte Zusatzstoffe. Hach, welch genialer Geistesblitz. *mirstolzaufdieschulterklopf* Im Internet diverse Rezepte verglichen und mich dann für eine Variante ohne zusätzliche Eier entschieden. Wenn schon, denn schon. Und das Fazit? Himmlische Küchlein! Locker, fluffig, supersaftig und niemand würde je auf Mayo als Zutat kommen. Gesprächsstoff garantiert. Natürlich kann man auch ein Fertigprodukt verwenden. Egal ob mit Eiern oder in der veganen Variante. Nur möglichst neutral sollte sie sein. Knobi-Zitronen-Vanille-Küchlein sind wahrscheinlich nicht so der Hit...


Mayonnaisebasis für 12 Küchlein:

  • 180 ml geschmacksneutrales Öl (z.B. Raps-, Reis- oder Sonneblumenöl)
  • 100 ml kalte Vollmilch oder Sojamilch
  • 2 Tl Zitronensaft
  • 2 Prisen Salz

Alle Zutaten in einen hohen Mixbecher geben. Stabmixer reinhalten und einschalten. Wenn die Masse unten im Becher ganz dick wird, den Stabmixer sehr langsam hochziehen. Einige Sekunden weitermixen. Nun sollte die Mayobasis eine puddingähnliche, homogene Konsistenz haben. Bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern. Man kann sich die Mixerei auch sparen und die Zutaten einfach so untermischen. Dann werden die Küchlein aber nur halb so fluffig.


Für sechs Zitronen-Vanille-Küchlein:

  • 120 gr Mehl
  • 20 gr Speisestärke
  • 100 gr Zucker
  • 1,5 Tl Weinstein-Backpulver
  • 1/3 Tl Natron
  • 120 ml kaltes Wasser
  • 120 ml Mayonnaisebasis
  • 2 Tl Vanille-Essenz
  • 2 Tl abgeriebene Zitronenschale
  • 1 Tl Apfelessig



Für sechs Schoko-Küchlein:
  • 120 gr Mehl
  • 20 gr Kakao
  • 100 gr Zucker
  • 1,5 Tl Weinstein-Backpulver
  • 1/3 Tl Natron
  • 120 ml kaltes Wasser
  • 120 ml Mayonnaisebasis
  • 2 El Apfel- oder Bananenmus
  • 2 Tl Apfelessig

Ofen auf 190 Grad vorheizen. Muffinblech einfetten oder mit Papierförmchen bestücken. Die trockenen Zutaten, bis und mit Natron, in einer Schüssel vermischen. In einer anderen Schüssel die restlichen Zutaten verquirlen. Flüssigkeit zu den trockenen Zutaten giessen und nur so lange rühren, bis sich alles gut vermischt hat. Etwa 3/4 hoch in die Vertiefungen des Blechs füllen und auf der mittleren Rille 15-20 Minuten backen. Stäbchenprobe machen und wenn nichts mehr klebt, Blech aus dem Ofen holen. Fünf Minuten warten, dann die Küchlein auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Gut verpackt bleiben sie mindestens drei Tage frisch. Wer mag, kann sie noch mit Zuckerguss oder Frosting garnieren. Bei uns braucht das niemand, also blieben die Muffins nackert.
Ideen: Vegan Heartland & Occasional Sugar