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Sonntag, 19. März 2023

Sonntagssüss: Ovo-Karotten-Muffins


Beim letzten Grosseinkauf eine neue Buttersorte im Kühlregal entdeckt. Gesalzene Bio-Sauerrahmbutter aus dem Fass, stand auf der Verpackung. Meine Erwartungen waren hoch. Viel zu hoch. Dank der luftdurchlässigen Papierverpackung war die äussere Butterschicht dunkelgelb verfärbt und roch etwas abgestanden. Den farbigen Teil weggeschnitzt und den wesentlich helleren Kern verkostet. Der Geschmack war langweilig-dumpf mit einer schwer zu beschreibenden, eigenwilligen, schon fast unangenehmen Nebennote. Irks! Definitiv nur als Koch- und Backbutter zu gebrauchen. Wenn überhaupt. Um das auszutesten, ein Spiegelei darin gebraten. Beim Erhitzen verschwand der Stallgeruch. Gut. Als Herr C. wenige Tage später verkündete, er würde am Wochenende seine Verwandtschaft mit einem Besuch beehren, scrollte ich Minuten später durch die gespeicherten Pinterest-Bildchen auf der Suche nach einem netten Kuchenrezept. Die Ovo-Rüebli-Muffins machten das Rennen. Unter anderem, weil vom letzten Urlaub noch eine halbgefüllte Dose Ovomaltine im Schrank herumstand. Die hatte Herr C. in einem Anfall von Ferienfrühstückswahn angeschafft und nach unserer Heimkehr nie mehr in die Hand genommen. Ich sag's jetzt nicht, aber Gott hört mein Brummeln....

Für 12 Muffins:

  • 4 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 90 gr Zucker
  • 80 gr geschmolzene Butter, lauwarm (io: Fassbutter mit 1% Salzgehalt)
  • fein abgeriebene Schale einer kleinen Bio-Orange
  • 140 gr gemahlene Haselnüsse (io: geschält & frisch gemahlen)
  • 135 gr fein geraffelte Karotten
  • 120 gr Ovomaltine
  • 2,5 Tl Weinsteinbackpulver
  • 130 gr Mehl

Ofen auf 220 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Eine 12er Muffinform mit Papierförmchen bestücken.* Eier und Zucker in einer Rührschüssel mit dem Schwingbesen kräftig verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Butter und Orangenschale unterrühren. Nacheinander Nüsse, Rüebli und Ovomaltine mit Backpulver einrühren. Zuletzt das Mehl kurz (!) untermischen. Förmchen randvoll mit dem Teig füllen. Ab in den Ofen. Die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und die Muffins 30 Minuten backen, bis die Stäbchenprobe positiv verläuft. Auf einem Kuchengitter fünf Minuten abkühlen lassen. Danach die Muffinränder vorsichtig mit den Fingerspitzen vom Blech lösen, falls nötig. Einzeln aus der Form heben und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. Übrige Muffins maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.

P.S. Der Verwandschaft und dem Herrn C. hat das Gebäck gemundet. Ich bin immer noch erkältet und alles was ich esse oder trinke, schmeckt wie gekochte Pappe. Ihr müsst euch daher auf das Urteil der Jury verlassen.

* Eventuell den oberen Rand der Vertiefungen und die angrenzende Blechregion vorsorglich rundherum einbuttern. Der Teig fliesst beim Backen a bisserl über die Vertiefungen und klebt - je nach Blechart - im dümmsten Fall die Muffinoberteile bombenfest ans Metall.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Schoko-Sauerkirschen-Kuchen mit gerösteten Haselnüssen

Frau Schwiegermama feiert heute, am französischen Nationalfeiertag, ihren Geburtstag.
Mes plus chaleureuses félicitations!

 Für eine Springform mit 24 cm Durchmesser:

  • ein Glas leicht gezuckerte Sauerkirschen, Abtropfgewicht 350 gr
  • 200 gr Butter, weich
  • 120 gr Zucker
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier Grösse L
  • 3 El Sherry
  • 2 bombierte El Kakaopulver
  • 120 gr geschälte & geröstete Haselnüsse, fein gemahlen
  • 2 gehäufte Tl Weinsteinbackpulver
  • 150 gr Mehl
  • 100 gr dunkle Schokolade, gehackt (io: Italienische Schokotropfen, 50%)
  • 80 gr Sauerkirschensaft

Ofen auf 210 Grad vorheizen, das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Die Form komplett mit Backpapier auslegen, den Boden zusätzlich dünn bebuttern. Sauerkirschen in einem Sieb abtropfen lassen, den Saft auffangen und 80 Gramm abwiegen. Butter mit Zucker, Vanille und Salz in einer Rührschüssel crèmig aufschlagen. Eier einzeln unterrühren, danach den Sherry und das Kakaopulver. Nüsse und Backpulver gemeinsam untermischen. Das Mehl kurz klümpchenfrei einrühren. Zuletzt abwechselnd Schokostücke, Saft und Schattenmorellen mit einem Gummispatel unterziehen. Teig in die vorbereitete Form umfüllen und glatt streichen. Backen: 180 Grad, ca. 50-55 Minuten, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. (io: Nach 40 Minuten locker mit Alufolie zugedeckt, mittlere Schiene. Nach 10 Minuten abgedeckt und noch 5 Minuten nachgebacken). Zwanzig Minuten abkühlen lassen, danach vorsichtig Form und Backpapier entfernen. Auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen. Der Schokokuchen schmeckt am besten, wenn er - gut eingepackt - vor dem Anschneiden 24 Stunden durchziehen durfte. Reste im Kühlschrank aufbewahren. Quelle: Hühnerküche

Samstag, 7. Dezember 2019

One-Pot-Soulfood: Zweierlei Kartoffelgratin mit Sardellen



Dieses Gratin wird sicherlich nie einen Schönheitspreis gewinnen. 
Kratzt uns das? 
Nö.
Es ist deftiges, unkompliziertes Soulfood für eiskalte Winterabende.
Und nur das zählt.

Für 4 Personen:

  • 600 gr Vollmilch
  • 7 Sardellenfilets
  • 2 Knoblauchzehen, zermust
  • je 1/4 Tl getrocknete Thymian-, Bohnenkraut- und Majoranblättchen
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • knapper Teelöffel Kräutersalz 

Man nehme eine gusseisernen Topf mit etwa vier Litern Fassungsvermögen und vermische darin alle oben stehenden Zutaten. Auf mittlerer Stufe erwärmen. Die Flüssigkeit soll recht salzig, aber nicht versalzen sein.

  • 600 gr festkochende Kartoffeln, geschält gewogen
  • 300 gr Süsskartoffeln, dito (io: eine weisse Sorte)
  • 1 mittlere Zwiebel, geschält
  • 4 El geriebener Pecorino oder Parmesan
  • 1 El Butter
  • eine kleine handvoll geschälte, gehackte Haselnüsse

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln und Zwiebel in dünne Scheiben hobeln. In den Topf geben, Hitze hochdrehen. Unter ständigem Rühren 3-4 Minuten köcheln, bis die Milch leicht angedickt ist und die Kartoffelscheiben fast gar sind. Topf in den Ofen verfrachten, 30 Minuten backen. Oberfläche des Gratins mit dem Käse bestreuen, Butterflöckchen darüber verteilen und mit den Nüssen garnieren. Gitter auf der mittleren Schiene einschieben und das Gratin weitere 10 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen und stellenweise gebräunt ist. Heiss mit Chicoréesalat servieren.

Donnerstag, 8. September 2016

Hirseporridge mit Haselnussmus



Nichts für Herrn C., der in Sachen Porridge ein Purist ist und Hirse sowieso nicht ausstehen kann. 
Wenn der Suppenkaspar nicht will, bleibt halt mehr für mich übrig.
Püh.


Für 2 Frühstücksportionen:

  • 100 gr Hirse
  • 250 gr heisses Wasser
  • 200 gr Milch oder Haselnussdrink
  • 1/2 Tl fein abgeriebene Zitronenschale
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • Kokosblütenzucker nach Bedarf
  • 3 El Haselnussmus

Um die Kochzeit zu reduzieren, Hirse in den Zerkleinerer oder die Kaffeemühle geben und 1-2 Minuten zermixen, bis der Inhalt wie staubiger Griess aussieht. In einem kleinen Topf kurz anrösten, bis er ein wenig Farbe angenommen hat und nussig duftet. Topf vom Herd ziehen und vorsichtig mit Wasser ablöschen. Wieder auf die Platte stellen, kräftig rühren und 2 Minuten kochen. Dann erst Milch, Zitronenschale, Vanille und Salz zugeben. Rührend wieder zum Kochen bringen, nochmals zwei Minuten kochen. Nun nach Belieben süssen. Küchenpapier/-tuch über den Topf legen, den Deckel draufpressen und auf der ausgeschalteten Kochplatte 10-15 Minuten zum Ausquellen gönnen. Haselnussmus untermischen. Sofort geniessen oder in kalt ausgespülte Gläschen füllen, auskühlen lassen und maximal 4 Tage im Kühlschrank aufbewahren.


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Würziger Persimonen-Cake mit Haselnüssen



Mir passiert es immer wieder, dass Früchte schneller als geplant nachreifen. Grasgrüne Bananen sind plötzlich braunfleckig, steinharte Birnen werden unerwartet butterweich und unreife Persimonen quasi über Nacht dunkelorange. Und dabei habe ich sie doch erst vor zwei Tagen gekauft..... Oder waren es drei?... Oder sogar fünf?... Hmmmm.... Es könnten auch zehn Tage gewesen sein... *grübel*


Jedenfalls ist das kein Problem bei Früchten, die so oder so für einen Smoothie oder Dickie eingeplant waren. Nur blöd, dass es auch Phasen gibt, während denen ich plötzlich keine Lust mehr auf flüssigen Fruchtmatsch habe. Noch blöder, wenn dann eine superreife Persimone in der Obstschale liegt. Und oberblöd, wenn man die Persimone ein bisschen zur Seite schieben möchte und dabei zu fest zugreift. Da lag sie nun, hatte ein grosses Loch in der Schale und ich keinen blassen Schimmer, was ich damit anstellen soll. Das Unfallopfer daher kurzerhand im Kühlschrank geparkt (Fruchtfliegen, ihr könnt mich mal!), den Mac angeworfen, die gespeicherten Bildchen bei Pinterest durchgescrollt und gleich drei Rezepte gefunden. Ein Gâteaux aux Kakis, ein türkisch angehauchtes Persimmon Bread und einen Persimmon Spice Tea Cake. Bei jedem Rezept gefielen mir einige Komponenten, die ich dann zu einer eigenen Version zusammengefügt habe. Mir schwebte ein herbstlicher, saftiger Kuchen vor, nicht zu süss, schön würzig, mit grob gehackten Nüssen für den Biss. Und weil mich der Sturm ein bisschen irre gemacht hat, entschied ich spontan, den Teig in Muschelschalen zu backen. War ganz lustig, aber der zweite Cake aus der Gugelhupfform war genau so gut, darum spare ich mir jetzt die Erläuterungen wie das mit den Schalen funktioniert.*


Für eine kleine Gugelhupfform (3 Cups Bundt Pan):

  • 1 mittlere Persimone, vollreif (ca. 170 gr)
  • 1 Tl Zitronensaft
  • 100 gr Mehl
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 1/2 Tl Hildegards Kuchen- und Keksgewürz**
  • 1/4 Tl Zimt
  • 1/4 Tl Kakaopulver
  • 1/8 Tl Ingwer 
  • 1/8 Tl Galgant
  • 75 gr weiche Butter & ein Knubbel zum Ausfetten der Form
  • 85 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 grosses Ei (70 Gramm)
  • 1 El Cognac
  • 60 gr nicht zu fein gehackte Haselnüsse

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Form gut ausbuttern. Stielansatz der Persimone entfernen. Fruchtfleisch aus der Schale drücken (funktioniert nur im superreifen Zustand) oder mit einem Messer schälen. In den Mixer geben und zusammen mit dem Zitronensaft fein pürieren. 100 Gramm abwiegen und zur Seite stellen. In einer Schüssel Mehl, Backpulver und alle Gewürze vermischen. In einer Rührschüssel Butter, Zucker und Salz crèmig schlagen. Zuerst das Ei 30 Sekunden lang, dann Püree und Cognac ebenfalls 30 Sekunden auf hoher Stufe unterrühren. Mehlmischung zugeben und nur so lange rühren, bis alles gerade vermischt ist. Haselnüsse dazu und kurz mit einem Schaber unterrühren. Der Teig sollte nun schwer reissend sein. In die Form füllen, glatt streichen und auf der zweite Schiene von unten etwa 40 Minuten bei 180 Grad backen. (Eventuell nach 25 Minuten locker mit Alufolie abdecken, falls die Oberfläche zu schnell bräunt). Danach 5 Minuten im abgeschalteten, leicht geöffneten Ofen stehen lassen. Aus dem Ofen nehmen, auf einem Gitter 15 Minuten abkühlen lassen und erst dann aus der Form stürzen. Diese saftige, würzige Aromabombe hält sich, gut verpackt und kühl gelagert, etwa eine Woche.

* Für alle die wissen möchten, wie Muschelschalen für Gebäck präpariert werden : Madeleines nach Lenôtre

** Durch 1/2 Tl Cassiazimt, 2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss und 3 Msp Nelkenpulver ersetzen.

Mittwoch, 12. Juni 2013

I love Austria: Vegane Zaunerkipferl



Zum ersten Geburtstag von Petzis Blog From Veggie to Vegan lässt sie es richtig krachen und richtet einen Blogevent aus. Das Motto lautet I love Austria und gesucht werden vegane und trotzdem möglichst authentische Rezepte aus Österreich. Eine schwierige Aufgabe, denn zum Thema österreichisches Essen fallen mir spontan nur Schnitzel, Beuscherl und Salzburger Nockerln ein. Tante Google spuckte dann nach intensiver Suche ein Rezept für Zaunerkipferl aus. Im Original werden sie mit viel Butter im Plunderteig zubereitet. Plunderteig? Ach ja, diese lustige Mischung aus Hefe- und Blätterteig. Nicht ganz einfach in der Herstellung, deshalb greifen viele gern zu Fertigprodukten. Ich gestehe, dass ich auch dazu gehöre. Mehr als ein, zwei Mal pro Jahr mag ich mir die aufwändige Zubereitung zu Hause nicht antun.


Der erste Versuch, angelehnt an das Original, war leider nicht so toll. Die Kuchenbrösel machten die ganze Sache zu mächtig, deshalb wurden sie rigoros gestrichen. Beim zweite Anlauf nahm ich Haselnüsse statt Mandeln und verteilte die Nussmischung auf beide Seiten. Das war schon einiges besser. Beim dritten Mal hackte ich die Nüsse nicht ganz so fein, wie für die ersten zwei Testläufe. Bingo, so waren sie fast perfekt. Doch irgendetwas fehlte. Herr C. meinte beim dritten Testessen, dass dunkle Schokolade gut passen würde. Gesagt, getan. Beim Probieren waren wir uns einig: Nun sind sie perfekt.


Die Fotos musste ich bei strömendem Regen knipsen, weil ich nicht riskieren wollte, dass die letzten zwei Kipferl verspeist werden, bevor die Sonne wieder scheint. Kaum hatte ich die Kamera weggelegt, verschwanden die Teilchen, begleitet von behaglichen Grunzlauten. Hat jemand bemerkt, dass die Leckerei vegan war? Nö. Unkompliziert, schnell zubereitet, schmeckt. Was will man mehr? :-) 


Für 6 grosse Kipferl:

  • 400 gr Plunderteig, fertig ausgewallt (z.B. von Tante Fanny)
  • 30 gr Alsan
  • 100 gr Haselnüsse
  • 70 gr brauner Rohrzucker
  • 1/2 Tl Zimt (optional)
  • 6 Reihen dunkle Schokolade
  • Puderzucker nach Wunsch

Ofen auf 160 Grad vorheizen und das Backblech mit Backpapier belegen. Alsan in einem kleinen Topf schmelzen und kurz abkühlen lassen. Unterdessen Haselnüsse von Hand oder im Mixer nicht zu fein hacken. Mit Rohrzucker und Zimt in einer Schüssel mischen. Plunderteig entrollen und auf einer Seite mit der Hälfte der geschmolzenen Margarine einpinseln. Die Hälfte der Nussmischung darüber streuen und mit den Händen oder einem Nudelholz sanft in den Teig drücken.

Ein Backpapier auf den Teig legen und mit einer schnellen, schwungvollen Bewegung den Teig umdrehen, damit die benusste Seite unten liegt. Anhaftendes Backpapier abziehen, Alsan aufpinseln und den Rest der Nussmischung auf dem Teig verteilen. Andrücken und wie auf der Packung gezeigt, in sechs Dreiecke teilen. Falls auf eurem Plunderteig ein Bild bzw. eine Anleitung fehlt: Teig senkrecht in drei gleich grosse Teile schneiden, die Drittel dann noch diagonal durchschneiden. Schokolade einen fingerbreit vom Rand weg auf der breiten Seite hinlegen und den Teig locker einrollen. Werden die Kipferl zu fest eingerollt, können sie in der Mitte nicht richtig durchbacken. Mit Abstand auf das vorbereitete Backblech legen und auf der mittleren Schiene einschieben. 25-30 Minuten backen, bis die Kipferl schön hellbraun sind. Abkühlen lassen und nach Belieben vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Sonntag, 28. April 2013

Viva la Diva: La Sbrisolona



Geplant war für nächste Woche ein kleiner Shoppingtrip nach Bella Italia. Leider wird nichts daraus, da mir das Wetter wieder einmal meine schönen Pläne versaut hat. Dieses Wochenende wollten wir im Garten alle Setzlinge einpflanzen und den im letzen Winter erfrorenen Aprikosenbaum durch ein Apfelbäumchen ersetzen. Doch dank des heftigen Regens, der gestern früh begonnen hat und erst am Montag aufhören soll, ist ausser Schlammcatchen in den Beeten nicht mehr viel machbar. Und weil der Wetterdienst für meinen Reisetag strahlenden Sonnenschein angekündigt hat, darf ich nicht fahren. Befehl von Herrn C., der in solchen Dingen unerbittlich ist. Zuerst kommt die Gartenarbeit, dann das Vergnügen. Nicht lustig.


Miesepetrig verzog ich mich gestern Abend mit einem alten Kochbuch von Lorenza de Medici ins Bett. Darin beschreibt sie eine Torta Sbrisolona, eine Spezialität aus der Gegend um Mantova, die nur aus Streuseln besteht. Eine Krümeltorte, sozusagen. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Ihr Rezept mit Schweinefett und Eiern gefiel mir hingegen überhaupt nicht. Doch die Neugierde war geweckt und in anderen Kochbüchern fand ich verschiedenste Rezepte mit Butter oder Margarine, mit oder ohne Eier, mit Nüssen und auch mit Konfitüre oder Nutella gefüllt. Ich entschied mich für eine Eigenkreation ohne Eier, in der die Butter für eine vegane Variante problemlos durch Alsan ersetzt werden kann. Der Maismehlanteil macht die Torte erst richtig mürbe, bitte nicht durch Maisstärke (Maizena) oder Polenta ersetzen, das ergibt einen ungeniessbaren Murks. Traditionell wird die Torte übrigens nicht geschnitten, sondern in unregelmässige Stücke gebrochen. 


Für eine Springform mit 28 cm Durchmesser:

  • 100 gr Weizenmehl
  • 100 gr Maismehl
  • 100 gr Haselnüsse, frisch gemahlen
  • 150 gr Butter, weich
  • 140 gr Zucker
  • fein abgeriebene Schale einer halben Zitrone
  • 1 Prise Salz

Beide Mehlsorten, Haselnüsse, Zucker, Salz und Zitronenschale in einer Teigschüssel vermischen. Butter in kleine Würfel schneiden und zugeben. Mit den Händen rasch zu grossen Streuseln verarbeiten. Schüssel abgedeckt 30 Minuten in den Tiefkühler oder 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit die Streusel gut durchkühlen können und extra knusprig werden. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform ausfetten oder mit Backpapier auslegen. Die kalten Streusel vorsichtig gleichmässig in der Form verteilen. Auf der mittleren Schiene 30-35 Minuten goldgelb backen. Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen und erst dann vorsichtig aus der Form befreien. In Stücke schneiden oder brechen und mit einem Espresso servieren. Die Torte hält sich gut eingepackt mindestens eine Woche. Kurz vor dem Servieren fünf Minuten in den heissen Ofen schieben und schon schmeckt sie wieder wie frisch gebacken.


Donnerstag, 10. Mai 2012

Nicht ganz Heinos Haselnusstorte



Nein, ich bin kein Heino-Fan. Und kann auch sonst nichts mit Volksmusik anfangen, obwohl ich zwangsweise damit aufgewachsen bin. Mein Vater hörte gerne Jodlermusik und Rock 'n' Roll, meine Mutter Schlager und Volksmusik und meine Schwester Depeche Mode. Somit hätten wir auch meine psychischen Störungen hinreichend erklärt. Äh, ich schweife ab. Zurück zum Thema.


Warum ausgerechnet Heinos Haselnusstorte? Weil ich im Radio gehört habe, dass er sein Café in Bad Münstereifel bald schliessen muss. Und die Fans jetzt schon um den Verlust der weltberühmten Haselnusstorte trauern. Da musste ich doch herausfinden, ob die Trauer angebracht ist. Mit seiner Musik werde ich mich wohl nie anfreunden, aber seine saftige Torte hat zukünftig einen Platz in meinem Herzen auf unserem Kaffeetisch. Das Originalrezept findet man hier auf Heinos Homepage. Ich habe die Menge halbiert und meinen Vorräten angepasst. 


Für eine runde Form mit 22 cm Durchmesser:

  • 125 gr Butter, weich
  • 1 Prise Salz
  • 150 gr selbst gemachter Vanillezucker
  • 3 Eier
  • 100 gr Mehl
  • 3 gr Backpulver
  • 30 gr geriebene Bitterschokolade
  • 140 gr gemahlene Haselnüsse

Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Butter, Salz und Vanillezucker schaumig rühren. Eier einzeln zugeben, weitere 2-3 Minuten rühren, bis die Masse sehr hell ist. Mehl und Backpulver sieben, unterrühren. Dann die Schokolade und die Nüsse gründlich unter die Masse mischen. Die Kuchenform ausbuttern und leicht bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Teig einfüllen, Oberfläche mit einem Löffel glatt streichen und dann 35-40 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen. Mit einem dicken Klacks Sahne servieren. Bleibt gut verpackt 4-5 Tage frisch.

Und hier noch die passenden Musik zum Kuchengenuss:



Zehn Mal das Lied singen, dazu Trudes Aerobicübungen absolvieren und schon sind die Kalorien verbraucht.


Sonntag, 22. Januar 2012

Totenbeinli - Ein nur leicht makaberes Gebäck



Totenbeinli (= Toten(ge)beinchen) stammen ursprünglich aus dem Schweizer Kanton Graubünden und wurden früher beim Leichenschmaus zum Kaffee gereicht. Daher der etwas gewöhnungsbedürftige Name. Heutzutage sind sie in der ganzen Schweiz verbreitet und werden gerne auch ausserhalb der Weihnachtszeit gebacken, da sie sich gut aufbewahren lassen. In der Romandie sind sie als "Croquants aux noisettes" bekannt. Klingt zwar vornehmer, aber da ich ein Faible für Gebäck mit kuriosen Namen habe, halte ich mich an "Totenbeinli".

Mein dritter Beitrag zur {Initiative Sonntagssüss}.

Zutaten für etwa 40 Stück:

  • 100 gr Butter, weich
  • 150 gr Zucker
  • 2 Eier Grösse L
  • fein abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 1/4 Tl Zimt
  • 1/8 Tl Nelkenpulver
  • 1/8 Tl Piment, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 200 gr ganze Haselnüsse und/oder Mandeln, angeröstet und abgekühlt
  • 250 gr Mehl
  • verquirltes Eigelb zum Bestreichen (optional)

Zucker und Butter in einer Schüssel mit dem Handrührer crèmig rühren. Alle anderen Zutaten der Reihe nach untermischen. Aus dem Teig einen rechteckigen Block formen (ca. 12 cm breit, 4 cm hoch), in Frischhaltefolie wickeln und für 3-4 Stunden in den Kühlschrank legen.

Ofen auf 200 Grad vorheizen und Backblech mit Backpapier belegen. Etwa zentimeterdicke Scheiben vom gut durchgekühlten Teigklotz abschneiden. Mit etwas Abstand zwischen den Reihen auf das Backblech legen. Wer möchte, kann die Totenbeinli nun noch dünn mit verquirltem Eigelb bestreichen. In der Mitte des Ofens 15-20 Minuten backen, bis die Totenbeinli goldgelb sind. Auf einem Gitter auskühlen lassen und in einer dicht schliessenden Dose aufbewahren. Haltbarkeit: 3-4 Wochen

Anmerkung: Ich habe dieses Mal 100 gr Mandeln und 100 gr Haselnüsse verwendet. Gefällt mir geschmacklich noch besser, als nur eine Nusssorte alleine. Das Rezept habe ich vor einigen Jahren aus einer Zeitschrift (Betty Bossi oder vielleicht Annabelle?) abgeschrieben und etwas modifiziert.