Mittwoch, 28. Oktober 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -249-



 [GE]gessen: Bündner Nusstorte aus Malans

[GE]trunken: Vivi Kola

[GE]kocht: Gerstensuppe mit verdoppeltem Gemüseanteil

Neu an[GE]setzt: Hefewasser aus Bio Medjool-Datteln

[GE]freut: Hat endlich geklappt. Es blubbert wie wild. Yeah. 

[GE]backen: 
Ruchmehlboule mit Hartweizenvollkornmehl
Pane Porridge
Pane speciale allo yogurt
Pizza und Pancakes aus Hefewasser

[GE]wesen: Zweimal in der Bibliothek.
Zuerst die bestellten Bücher abgeholt. Eine Stunde später dann die überfälligen Bücher abgegeben, die ich beim übereilten Aufbruch zu Hause vergessen hatte.

 [GE]sehen
The Boys, die restliche Folgen 
Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse
Spuk in Bly Manor
 Jemand muss sterben

[GE]lesen
Zu viel und nie genug - Mary L. Trump
Mord auf der Speisekarte - Peter Haining (Herausgeber)
Tokyo Cakes - Simone Wille
Funkenmord - Klüpfel & Kobr

Auf dem ehemaligen Lieblingsflohmarkt [GE]kauft
Ein Porzellanschälchen von Hutschenreuther, eine Bonbonniere mit Spritzdekor, zwei Rössler Schalen, sechs Anismödeli, ein Bärentatzenmodel, zwei Backformen und ein in drei Teile zersägtes 18er Holzmodel. (Frevel! Wer tut so etwas?)

Ehemalig? Yup, denn die "Sicherheitsvorkehrungen" dort waren lächerlich. Wie jedes Jahr startete der Verkauf mit heftigem Gedränge beim Einlass, drinnen befanden sich viel zu viele Menschen auf engstem Raum, die Stände waren wie gewohnt dicht an dicht aufgebaut, keine Lüftung etc. pp. Das pure Chaos mitten in einer Pandemie! Ebenso unangenehm war die Anwesenheit von Coronaleugnern, Impfgegnern und sonstigen Aluhüten en masse. Erschreckend, was sich dort alles herumtrieb.

Unfreiwillig mitan[GE]hört
Sämtlichen Mist, den solch Idioten von sich geben:
...Corona ist eine Erfindung der Regierung um uns zu unterdrücken...
...Corona ist ein Vorwand, um uns zum Impfen zu zwingen...
...Meine Kinder werden auf gar keinen Fall geimpft, ich habe bisher jede Impfung seit ihrer Geburt verweigert...
...Die werden uns nicht impfen, sondern Chips zur Überwachung implantieren...
...Covid existiert nicht, dass hat mir die Freundin einer Freundin erzählt und die weiss es von ihrer Cousine, die Naturärztin ist...
...Alles völliger Quatsch, wenn es Corona gäbe, hätte ich mich schon längstens damit infiziert...
...Corona ist eine Grippe und an einer Grippe stirbt niemand...
... Masken helfen nicht, die wollen nur Profit mit unserer Angst machen. Aber ohne mich. Ich trage meine Maske immer unter dem Kinn und wenn mich jemand kontrolliert, sage ich, dass ich gerade Medikamente einnehmen musste. Klug, gell?...

Nein, ihr seid nicht klug. Keiner von euch.
Denn was nicht existiert, braucht man ja nicht zu behandeln, gell?

Aber wenn ihr erkrankt, wird kein einziger von euch eine Versorgung im Spital ablehnen. Keiner von euch wird die Beatmungsmaschine verweigern. Keiner von euch wird die Behandlung eurer Grosseltern, Eltern, Geschwister, Partner oder Kinder ablehnen, weil Corona angeblich nicht existiert. 

Oder? 

Sonntag, 25. Oktober 2020

Fluffiges Joghurtbrot mit UrDinkel und Honig



Die Einleitung dieses Posts ist ein Zitat: Die können viel. Aber Brot, das können sie nicht.
Urheber: Schwesterherz.
Thema: Die Bäcker in der Nähe unseres Ferienhauses.
Bäm! Hammerhart, aber leider zutreffend.


Das in Italien übliche Hartweizenbrot ist oft geschmacksarm und krümelig, Misch- und Vollkornbrote sind kaum erhältlich, Brötchen schon kurz nach dem Kauf staubtrocken. Ein paar Fehlkäufe am Ferienanfang führten dazu, dass wir uns auf abgepackten Bio-Kamuttoast für's Frühstück und Focaccia als Brotersatz für die Grillorgien einigten. Ganz okay, aber alles andere als ein kulinarisches Highlight. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie gross die Vorfreude gegen Ende der Ferien auf eine Reunion mit meinen Mehlvorräten war. Eines Abends, als Schwesterherz einen Roman las und Herr C., das Schweinwoll quer über seinem Bauch liegend, Dokus schaute, notierte ich mir Ideen für neue Brotrezepte. Kaum zu Hause, noch bevor das Gepäck ausgepackt war, stand ich schon in der Küche und rührte ein Quellstück zusammen. Am nächsten Morgen strichen wir die Persische Quittenkonfitüre endlich wieder auf Brotscheiben, die uns beiden ein strahlendes Lächeln ins Gesicht zauberten. 

Quellstück:

  • 230 gr Joghurt, zimmerwarm (io: Schafjoghurt mit 3% Fett)
  • 40 gr Weizenvollkornmehl (io: Helles Vollkornmehl von Aurora)
  • 2,5 gr Flohsamenschalen

Alle Zutaten für das Quellstück in der Rührschüssel der Küchenmaschine vermischen. Abdecken und zwei Stunden bei Zimmertemperatur quellen lassen.

  • 150 gr warmes Wasser
  • 40 gr heller Honig (io: Eukalyptushonig)
  • 330 gr Farina di Manitoba oder backstarkes Weizenmehl Typ 550
  • 130 gr UrDinkelmehl dunkel, ca. Typ 1100
  • 10 gr Salz
  • 5 gr Hagebuttenpulver
  • 4 gr frische Hefe
  • 25 gr Butter, kalt

Quellstück mit Wasser und Honig glatt rühren. Restliche Zutaten bis und mit Hefe direkt in der Rührschüssel abwiegen. Fünf Minuten auf Stufe 1 kneten, dann die Butterflöckchen zugeben. Weitere 5 Minuten kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat.  Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen. Mit einer Duschhaube abdecken und bei Zimmertemperatur verdoppeln lassen (io: über Nacht auf der Terrasse). Die Kuchenform auf 30 cm ausziehen, mit Backpapier auslegen. Den aufgegangenen, zimmerwarmen Teig auf einer bemehlten Fläche halbieren. Zu etwa 30 cm langen Zungen ausziehen, einrollen, die Enden umschlagen und die Teigschnecken der Länge nach in die vorbereitete Form legen. Die Oberfläche mit zwei Stössen aus der Sprühflasche befeuchten. Abdecken und etwa eine Stunde aufgehen lassen, bis der Teig mindestens zweifingerbreit über den Rand ragt. Unterdessen den Ofen auf 250 Grad vorheizen, Blech umgedreht auf der untersten Schiene einschieben. Aufgegangenen Teigling in den Ofen stellen, reichlich schwaden. 10 Minuten bei 210 Grad anbacken, danach Temperatur auf 180 Grad drosseln, weitere 25 Minuten backen. Brot aus der Form befreien und noch 10 Minuten nachbacken. Vor dem Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Anmerkung: Superfluffiges Brot mit leichter Säurenote, feiner Geschmack, bleibt lange frisch. 

Dienstag, 20. Oktober 2020

12 x [GE] - Ferien Special: Meine Hirnwindungen in Italien -248-


[GE]wesen
Zwei Wochen in einem Ferienhäuschen auf der italienischen Seite des Lago Maggiore.


[GE]kocht: Täglich, z.B. Minestrone oder Pasta mit Oliven-Ricotta-Sauce. 
Und immer reichlich (Zichorien)Salat dazu.


[GE]grillt: Mit Wonne. Salsiccie. Second cuts. Peperoni. Njamm.


Auswärts [GE]gessen
Nur einmal. Die Pizza mit Rucola und Gambaretti war okay. Herr C., mit seinem lauwarmen Pulposalat, und Schwesterherz mit ihrem Pizzabelag aus Wildschweinsalami & Ziegenkäse, hatten wieder einmal ein glücklicheres Händchen bei der Auswahl.


[GE]trunken: Morgens Milch mit Orzo, tagsüber Beerentee und am Abend Chianti. 


 [GE]sehen: Wenig. Wir gönnten uns äusserst faule chillige Ferien, nur unterbrochen von kurzen Ausflügen in die unmittelbare Umgebung. Ein Highlight war die Wanderung durch das über uns gelegene Dorf, inklusive verwunschener Barockkapelle auf dem Weg. Schwesterherz und Herr C. vergnügten sich zwischendurch mit dem Sammeln von Kastanien, ich mich dann später beim Rösten derselbigen.


Auf der Terrasse [GE]lesen
1918: Die Welt im Fieber - Laura Spinney
Die Kinogänger von Chongjin - Barbara Demick
Famiglia Nostrana: Wegweiser durch das ursprüngliche Tessin - Juliette Chrétien
Drinking French - David Lebovitz
Diverse Reiseführer




[GE]ärgert
Das Haus stand nicht mitten im Städtchen, wie von der Agentur beschrieben, sondern einen Strassenkilometer und etliche Höhenmeter entfernt im nächsten Dorf. Erreichbar war es nur über einen steilen, holperig gepflasterten Mauleselweg und eine kurvige, extrem unübersichtliche Autostrasse ohne Trottoir. 
Soviel zum Thema gemütliches Spazieren und Einkaufen zu Fuss.*gnah* 
Glück im Unglück: Gottseidank hatten wir uns wegen dem späten Ferienantritt für ein Häuschen statt Campingferien direkt am See entschieden. So vermieste uns der Rekordregen nur kurzfristig mit einem eintägigen Stromausfall die Stimmung. 
P.S. Der Zeltplatz stand zwei Tage lang unter Wasser...


[GE]freut
Dafür war das Haus gemütlich und lichtdurchflutet, die Aussicht formidabel und das Wetter für die Jahreszeit überraschend sonnig. Und wie jedes Jahr, hat uns Schwesterherz ein paar Tage Gesellschaft geleistet. 
Snorella for President!


Im Tessin und in Bella Italia [GE]kauft: Oh je... Ertappt...
Gazzosa, Mortadella fegato, Pesteda, Kastanien-Linden-Honig, Eukalyptushonig, Buchweizenmehl, Semola rimacinata integrale, Pizzoccheri della Valtellina, Oliven, Bio-Olivenöl, unpasteurisierter Bio-Apfelessig, Cicerchie, Scamorzine, Primo Sale, Orzo für die Mokkamaschine, frische Salami, Bresaola, vier Sorten Grappa, Sciroppo di Amarena, vier Mucheli von Langenthal aus dem Jahr 1950, und viele kaum Gemüse- und Salatsamen (u.a. Catalogna, Zucca violina, Pomodori Principe Borghese).
Zur Ehrenrettung: Familie und Freunde wurden grosszügig mit essbaren Reisemitbringseln bedacht.


[GE]hörtSpätabends klingelte das Natel. Am anderen Ende war der Lieblingsneffe, der mir mitteilte, dass er nächstes Jahr Papi wird. Vor über einem Vierteljahrhundert "durfte" ich seine Windeln wechseln und ab Frühling 2021 haben wir dasselbe "Vergnügen" mit seinem Sprössling. 
Herrje, seit dieser freudigen Nachricht fühle ich mich uralt...


[GE]lacht
Das Schweinwoll ging bei der Wahl seines Ferienlieblingsplätzchens ganz strategisch vor: Tagsüber viel Sonne, trotzdem angenehm kühle Bodenplatten, kein Mensch konnte ungesehen abhauen und nichts heimlich aus dem Kühlschrank stibitzt werden. Ausserdem erlaubte ihm die erhöhte Warte, den Verkehr und die Wanderer ständig im Blick zu behalten. Wie man sieht, hatte er sichtlich Freude an seinem Ianitor-Job. 

Sonntag, 4. Oktober 2020

Olivenbrot mit Piment d'Espelette



Eigentlich hätte dieses Brotrezept schon während der Freiluftgrillsaison veröffentlicht werden sollen. Eigentlich. Tja, aber wie so oft, kamen hunderte andere Sachen dazwischen und nun erscheint es halt erst im Oktober. Kein Beinbruch, denn es eignet sich auch hervorragend als Apérogebäck, wie uns unsere Gäste versicherten. Herr C. favorisierte die Version mit Sauerrahmbutter und Schnittlauchröllchen, ich tendiere zu Ziegenfrischkäse mit Feigenvierteln. Die Schnittchen mit dem Kosovarischen Ajvar verschwanden zuerst, danach die mit dem Bio-Schinken und zuletzt die Tête de Moine Rosetten mit Dörraprikosen. Einen Augenblick später waren alle drei Platten leer und der Lobgesang vielstimmig. Und wer bin ich, dass ich meinen Gästen widersprechen würde? P.S. Das restliche Olivenbrot assen wir am nächsten Tag zur Linsensuppe. Passte wie die Faust auf's Auge. 

Für ein Brot:

  • 100 gr Oliven (io: Bio Kalamata in Salzlake, nicht entsteint, 150 gr Abtropfgewicht)
  • 1 Schalotte oder kleine Zwiebel, ca. 35 gr
  • 10 gr Kapern, abgetropft gewogen
  • 1/2 Tl Piment d'Espelette

Oliven ggf. entsteinen und mittelfein hacken. Ob ihr grüne, schwarze oder eine bunte Olivenmischung verwendet, bleibt euch überlassen. Die Schalotte schälen und fein hacken. Kapern trocken tupfen und ebenfalls mittelfein hacken. Alles zusammen mit dem Piment d'Espelette in einer kleinen Schüssel vermischen.

  • 550 gr Weizenmehl Typ 550 
  • 165 gr hahnenheisses Wasser
  • 160 gr kühlschrankkalte Milch
  • 70 gr Olivenöl
  • 40 gr Zucker
  • 10 gr Kartoffelflocken
  • 7 gr Salz
  • 4 gr frische Hefe

Alle Zutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und 12 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen, bis sich der Teig vollständig von der Schüssel gelöst hat. Die Olivenmischung zwei Minuten unterkneten. Den Teig auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen, abdecken und etwa 4-5 Stunden bei Zimmertemperatur verdoppeln lassen. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen, den Teig zu einem Ball formen. Die Schüssel der Küchenmaschine auswaschen, mit einem Gär- oder Leinentuch auslegen, dieses leicht bemehlen. Den Teigball mit dem Schluss nach oben reinlegen, die Schüssel abdecken und bei Zimmertemperatur etwa 45 Minuten aufgehen lassen, bis sich der Teig fast verdoppelt hat. Unterdessen auf der untersten Schiene das Gitter einschieben, darauf einen Gusseisentopf (io: Le Creuset, 4,7 Liter) platzieren. Den Ofen auf 270 Grad vorheizen. Sobald sich der Teigling fast verdoppelt hat, die Form aus dem Ofen holen. Deckel entfernen und den Teig vorsichtig in die Form gleiten lassen. Schnell einschneiden, Deckel wieder auflegen und 25 Minuten anbacken. Danach die Hitze auf 220 Grad senken und das Olivenbrot weitere 20 Minuten backen. Zum Schluss noch 5 Minuten ohne Deckel zum Nachbräunen gönnen. Vor dem Anschneiden vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Das Olivenbrot hält sich locker vier Tage und länger.