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Sonntag, 2. Juni 2024

Zitronen-Vanille-Eistee

 

Ab Montag steigen die Temperaturen wieder bis auf 26 Grad. Sonnenschein und Baustellenlärm von früh bis spät, ein überhitztes Büro und deswegen genervte Mitarbeiter lösen schon jetzt unbändige Vorfreude in mir aus. Nach der täglichen Feierabendodyssee mit Bus und Zug, werde ich mir zu Hause erst einmal ein grosses Glas Eistee gönnen. Erstens, weil ich tagsüber stets zu wenig trinke. Geht oft im Arbeitsstress vergessen. Zweitens, weil die Heimreise - dank Verspätungen, verpasster Anschlüsse & Baustellen - momentan massiv mehr Zeit als gewöhnlich verschlingt. Drittens, weil das Hirn bei der Heimkehr zwar nach einem doppelten Whiskey pur schreit, aber der Körper danach bis zum nächsten Morgen unfähig wäre, den Terrassensessel zu verlassen. In meinem Alter steckt man Genickstarre, eingeklemmte Rückennerven und ähnlich schmerzhafte Auswirkungen nach einem ausgedehnten Tiefschlaf im Sitzen nicht mehr so einfach weg, also bleibt's beim Tee. 

Für einen Liter Eistee:

  • ein Liter Wasser
  • ein zeigefingerlanger Streifen gelbe Bio-Zitronenschale
  • 2 Beutel Darjeeling Schwarztee (io: Campo Verde, demeter)
  • 1 Beutel Rooibostee mit echter Vanille (io: Alnatura)
  • 1 Msp Natron oder 2 Msp Weinsteinbackpulver
  • brauner Zucker nach Bedarf

Wasser mit der Zitronenschale in einem Kochtopf auf maximal 80 Grad erhitzen. Teebeutel reinhängen, 20 Minuten neben der Herdplatte ziehen lassen. Beutel und Zitronenschale rausfischen. Natron einrühren und den Tee nach Geschmack süssen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mit Eiswürfeln servieren oder in eine Glasflasche umfüllen und im Kühlschrank ein paar Stunden durchkühlen. Mild, erfrischend, rundum gut. Vielleicht sollte ich für das Rezept ein Patent beantragen. Cookies Eistee-Imperium. Mmmmhhh.... 😎 

Mittwoch, 1. Januar 2020

Cookies T-Masala



Natürlich hat es auch Nachteile, in einer grossen Stadt zu leben: Aggressive Fahrradfahrer, dämliche Hipster, riesige Baustellen, Verkehrslärm.... Aber die Vorteile, besonders solche der kulinarischen Art, tilgen alle kleineren Unannehmlichkeiten. Zumindest wenn man mich fragt, denn die Besorgung des Schwarzen Kardamoms für diese indische Gewürzteemischung hat nur 15 Minuten in Anspruch genommen. I love my Quartier!

Für ein kleines Gläschen T-Masala, ausreichend für etwa 8 Liter Masala Chai:

  • 4 Tl Fenchelsamen
  • 4 schwarzer Kardamomkapseln
  • 1 Tl grüne Kardamomkörner 
  • 1 Sternanis, grob zerbrochen
  • 14 Gewürznelken

Gewürze kurz in einer kleinen Pfanne anrösten, bis sie gut duften. Auf einem Teller abkühlen lassen und danach in der Kaffeemühle fein mahlen.

  • 2 Tl Ingwerpulver
  • 2 Tl Cassiapulver
  • 1 Tl Pimentpulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Mohrenpfeffer oder schwarzer Pfeffer, fein gemahlen 
  • 1/4 Tl Galgant, fein gemahlen
  • 1/8 Tl Zimtblätterpulver
  • 1/8 Tl Muskatnuss, frisch gerieben

Alle Gewürze vermischen und in einem gut schliessenden Gläschen aufbewahren. Pro Liter Chai einen gehäuften Teelöffel Masala mitkochen (io: ohne Milch, wenig Schwarztee). Und wie immer gilt: Lieber unzerkleinerte Gewürze kaufen und nach Bedarf selber mahlen. Die Anschaffung einer Cloer 7580 mit abnehmbarem Mixbehälter lohnt sich wegen der einfachen Handhabung und Reinigung auch für Teetrinker.

Sonntag, 29. Juli 2018

Leaf to Root: Tepache de piña aus Ananasstrünken



Ab und zu gönne ich mir eine Ananas. Bevorzugt in Bioqualität, und manchmal finde ich mit viel Glück sogar eine biologisch-dynamisch angebaute Frucht. Mich reut dann, auch wegen des hohen Einkaufspreises, jedes Fitzelchen, das ungenutzt im Kompost landet. Auf der Suche nach Verwertungsmöglichkeiten, fand ich auf einem mexikanischen Selbstversorgerblog eine Anleitung für Tepache aus Ananasschalen. 


Tepache, in Südamerika auch Chicha genannt, ist ein fermentierter Fruchwein, welcher ähnlich wie Federweisser/Sauser, zuerst angenehm spritzig-süffig ist. Je länger die Flüssigkeit fermentiert, desto alkoholhaltiger und säuerlicher wird das Getränk. Die Fermentation verläuft wild, d.h. ohne Zugabe von Startern oder Hefe. Aus diesem Grund ist Tepache besonders bei der ärmeren Bevölkerung Mittel- und Südamerikas beliebt, denn zur Herstellung benötigt man nur reife Früchte, Zucker, Wasser und einen Behälter mit Deckel.


In Mexiko wird Tepache de piña auf drei verschiedene Arten angesetzt: Mit zerkleinerten Früchten, nur mit Schalen und Rüstabfällen oder alleine aus den Strünken. Jede Methode hat Vor- und Nachteile, doch für uns Europäer sind eigentlich nur die folgenden Fragen interessant: Wurde die gekaufte Ananas mit Herbiziden und/oder Insektiziden besprüht? Falls zutreffend: Will ich dieses Zeug, aufgelöst im Tepache, zu mir nehmen?


Klare Antwort: Non, merci. Selbst bei normaler Bioware besteht ein Restrisiko, dass eventuell vorhandene, unappetitliche Rückstände durch die Fermentation in das Getränk gelangen könnten. Ausnahmen mache ich nur für demeter-zertifizierte Ananas, deren Importmenge aber leider äusserst gering ist. Bei Früchten aus konventionellem (Bio-)Anbau scheint es also sinnvoller, Tepache nur mit den Strünken anzusetzen. 


Für etwa 850 ml:

  • Strunk einer richtig reifen Ananas
  • 80 gr Palmzucker oder brauner Rohrzucker, bio (io: Kokoszucker von Madal Bal)
  • Unzerkleinerte Gewürze nach Belieben* (io: 5 cm Zimtstange & 4 Gewürznelken)

Ein Einmachglas oder eine Milchflasche mit einem Liter Fassungsvermögen gründlich mit heissem Wasser und Abwaschmittel reinigen. Ausgiebig mit kaltem Wasser abspülen. Ananas schälen, der Länge nach vierteln. Den hölzernen Mittelteil jedes Viertels wegschneiden. Das Fruchtfleisch gleich verspeisen oder kühl stellen. Die Strunkstücke in das gereinigte Glas legen, Zucker und Gewürze zugeben. Lauwarmes Wasser bis etwa 3 cm unter den Rand auffüllen (siehe zweites Foto). Umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Glas verschliessen und in einen tiefen Suppenteller stellen. An einem etwa 20-25 Grad warmen Plätzchen ohne direktes Sonnenlicht zwei bis drei Tage fermentieren lassen. Bügelgläser müssen für einen Druckausgleich nicht geöffnet werden, Gläser mit Drehdeckelverschluss sollten mindestens einmal pro Tag aufgeschraubt werden. Falls die Fermentation ziemlich heftig abläuft, kann es passieren, dass trotz des Sicherheitsabstandes Flüssigkeit aus dem Glas rausblubbert. Darum der Suppenteller. Das Tepache ist fertig, wenn beim Bewegen des Glases viele kleine Bläschen erscheinen, die hurtig an die Oberfläche steigen. Geruch und Geschmack sollten angenehm spritzig-säuerlich sein. Bei einer längeren Fermentationszeit steigert sich der Säure- und Alkoholgehalt. Geschmacklich ist dies aber keine Bereicherung. Es sei denn, man möchte Ananasessig herstellen... Wenn der Geschmack passt, das Tepache absieben und die Flüssigkeit in eine saubere PET-Flasche umfüllen. Deckel gut zudrehen und nochmal ein paar Stunden fermentieren lassen. Gleich nach dem Umfüllen kann die Flasche noch eingedrückt werden, ein paar Stunden später wird sie nur noch starkem Druck nachgeben oder sogar bretthart sein. Wenn dies zutrifft, Deckel aufdrehen, um Druck abzulassen. Sonst noch ein paar Stunden weiter gären lassen. Tepache anschliessend über Nacht im Kühlschrank durchkühlen und mit oder ohne Eis servieren. Möglichst innerhalb einer Woche aufbrauchen.

Im Ursprungsland werden zur Aromatisierung oft noch Zimtstangen, Piment und Gewürznelken zugegeben. In einer Reportage über mexikanische Gefängnisse, erzählte ein Insasse, dass sie ihren Ansatz gerne mit Tabak verfeinern. Das ergibt dann ein "männliches" Tepache mit Bitter- und Rauchnoten. Für einen Versuch lieber auf Lapsang Souchong oder mild geräucherten Schwarztee ausweichen. Ist gesundheitlich garantiert unbedenklicher, siehe Agatha Christies Kriminalroman Nikotin. 😉

Sonntag, 18. Juni 2017

Fencheleistee mit Schwarzem Kardamom



Schwarzer Kardamom ist in Europa lange nicht so bekannt und beliebt wie grüner Kardamom. Kein Wunder, denn Schwarzer Kardamom ist einiges sperriger als sein laubfroschfarbener Cousin aus der Ingwerfamilie. Sein markanter Duft, der Eukalyptus, Kampfer, Grapefruit, Altbau-Estrich und Lapsang Souchong vereint, löst oft spontane Abneigung aus. Herr C. hat es beispielsweise so formuliert: Riecht wie Fishermen's Friend mit Teershampooglasur und sieht aus wie ein Rattenschrumpfkopf. Welcher deiner Feinde willst du damit foltern? Yeah... Aber lasst euch bloss nicht von dieser unqualifizierten Aussage abschrecken und greift beherzt zu, wenn ihr irgendwo Schwarzen Kardamom erspäht. Er verleiht nämlich Curries, Dhals und vielen anderen indischen Gerichten das je ne sais quoi. Sogar Desserts, Gebäck und Getränke profitieren von seinem vielschichtigen Aroma. Um sich an den speziellen Geschmack heranzutasten, empfehle ich euch diesen erfrischenden Eistee, der sich mit der Zugabe von Milch im Handumdrehen in einen exotischen Chai verwandelt.


Für 2 Personen:

  • 800 ml kaltes Wasser
  • 2 Tl Fenchelsamen
  • 2 schwarze Kardamomkapseln, angequetscht
  • 1-2 Esslöffel loser Schwarztee
  • 1 Msp Natron
  • Palmzucker
  • Zitronenlimonade oder Milch (optional, io: Gazzosa)

Wasser mit Fenchel und Kardamom in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und auf der heissen Platte 15 Minuten ziehen lassen. Nochmals aufkochen und die Teeblätter einrühren. Zur Seite ziehen und dem Tee weitere 5 Minuten Ziehzeit gönnen. Absieben, Natron einrühren, nach Geschmack süssen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Danach ein paar Stunden Zwischenhalt im Kühlschrank einplanen. Vor dem Servieren, falls gewünscht, mit Limo oder Milch verfeinern.

Dienstag, 30. August 2016

Orangiger Hippie-Eistee mit Honig



Langsam schleicht sich der Herbst in mein Gemüt. Tagsüber ist es zwar noch angenehm warm, doch abends schon zu kühl für T-Shirts und kurze Hosen. Bald werde ich die leichte Sommerdecke gegen das dickere Duvet eintauschen, wieder jeden Morgen Socken anziehen und die durch Gartenarbeit mühsam erworbene Bräune wird nach und nach verblassen. Doch bis dahin zelebriere ich noch jeden Sommertag, indem ich genüsslich auf der Terrasse ein grosses Glas Hippie-Eistee zum Frühstück geniesse.


Für ein kleines Gläschen Hippie-Tee-Pulver:

  • 3 Tl Kurkumapulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Mandarinen- oder Orangenschalenpulver
  • 1/8 Tl Ingwerpulver
  • 1/8 Tl Kardamompulver
  • 2 Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Msp Nelkenpulver
  • 2 Msp Vanillepulver
  • 1 Msp gemahlener Galgant
  • 1/2 Hibiskusblüte, fein zerkrümelt

Alle Gewürze vermischen und in ein kleines, dicht schliessendes Gläschen umfüllen. Kühl und lichtgeschützt aufbewahrt hält sich das Pulver etwa drei Monate. Am besten schmeckt die Mischung natürlich mit frisch gemahlenen/gemörserten Gewürzen. Aber das muss ich ja nicht extra betonen, oder? Die Mischung reicht für einen Liter Eistee oder einen Liter Hippiemilch

Für einen halben Liter Hippie-Eistee:

  • 500 ml kaltes Wasser
  • 2 Tl Hippie-Tee-Pulver
  • Abrieb einer halben Bio-Orange
  • heller Honig, z.B. Akazie oder Klee 
  • 150 ml frisch gepresster Orangensaft

In einem kleinen Topf die 150 ml Wasser mit dem Teepulver und dem Orangenabrieb verquirlen. Zum Kochen bringen und vier Minuten köcheln lassen. Durch ein feines Sieb giessen und nach Geschmack mit Honig süssen. Restliches Wasser und Orangensaft unterrühren. Mit Eiswürfeln servieren. Oder in eine Glasflasche umfüllen und vor dem Genuss ein paar Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen. Wenn es kälter wird, kann der Tee natürlich auch heiss serviert werden. 


Freitag, 21. August 2015

Schwarztee mit Liebstöckel oder Dill



Liebstöckel, auch bekannt als Maggikraut, und Tee? Geht ja wohl gar nicht, werden einige sofort denken. Dill und Tee? Genau so schräg. Wer will ein solches Gebräu freiwillig zu sich nehmen? Ich, zum Beispiel. Allerdings muss ich eines vorausschicken: Wir reden hier von den Samen dieser zwei Pflanzen, die sehr viel nuancierter schmecken als das Grünzeug selbst. Vergleichbar etwa mit Koriandersamen und Korianderkraut. Entstanden ist diese ungewöhnliche Kombination im Garten. 

Liebstöckelsamen 

Ich hatte damals eine Tasse Schwarztee in der Hand als ich spontan beschloss, die zwei riesigen Liebstöckelstöcke zurückzuschneiden. Ich lasse die Pflanzen immer ungestört blühen, da sie wochenlang von Bienen und Hummeln umschwärmt werden. Aber zu der Zeit hatten die Blütenstände sich schon in Samenstände verwandelt und sollten dringend entfernt werden. Nachdem ich alles auf dem Kompost aufgetürmt hatte, wandte ich mich wieder meiner Tasse zu. Ärgerlicherweise schwammen auf der Oberfläche ein paar Samen. Zu faul, um mir einen neuen Tee aufzubrühen, fischte ich die ungewollte Zugabe heraus und trank einen Schluck. Der Tee war fantastisch würzig, mit leichter Kräuternote, exotisch und doch vertraut. Ein ganz klarer Fall von: Mehr haben will! Darum endeten einige Samenstände auch nicht auf dem Kompost, sondern zu Hause im Dörrer. Sie taugen übrigens nicht nur als Teezusatz, sondern verleihen auch Salaten, Suppen, Eintöpfen und Kräutersalz das gewisse Etwas. 

Dillsamen, noch nicht abgerebelt

Wer keine Liebstöckelsamen im Vorratsschrank hat, kann sich mit Dillsamen behelfen. Die sind aktuell erntereif und werden oft für wenig Geld auf Gemüsemärkten verkauft. Samenstände einige Tage auf einem Teller trocknen lassen, abrebeln und anschliessend in ein Glässchen umpacken. Oder fertig getrocknet und abgepackt beim Gewürzhändler besorgen (meist in der Ecke mit den Einlegegewürzen). 


Zutaten pro Person:

  • 1 Tl loser Schwarztee (oder wenn es sein muss, halt einen Teebeutel)
  • 5-10 getrocknete Liebstöckel- oder Dillsamen
  • 200 ml kochendes Wasser
  • Honig oder Zucker

Schwarztee und Samen in ein kleines Tee-Ei füllen. In eine Tasse hängen und mit dem Wasser übergiessen. Etwa 5 Minuten (oder auch länger, je nach Vorliebe) ziehen lassen. Tee-Ei entfernen und das Getränk nach Belieben süssen. Der Tee kann auch bei leichten Magenbeschwerden helfen, sofern man welche hat. 

Und weil Zorra gerade für ihren Blogevent heiss(es) & kalt(es) sucht, schicke ich gleich ein Tässchen vorbei.


Dienstag, 7. Juli 2015

Eistee ist out, Cold Brew Tea ist in!



Gesprächsfetzen bei einem Brunch: 
Möchtest du Kaffee oder Tee? - Weder noch, es ist einfach zu warm. Hast du kalten Orangensaft? - Warte, ich schaue schnell im Kühlschrank nach. Leider nein, ich kann dir nur Milch, Buttermilch oder Cold Brew Coffee anbieten. Den hatte ich ja glatt vergessen. -  Was für Coffee? - Kalt gebrühter. - Wie bitte? - (Kurze Erklärung) - Oh, das ist aber eine richtig gute Idee. Nur schade, dass es nicht auch mit Tee funktioniert. Ich trinke nämlich lieber Schwarztee als Kaffee. - Funktioniert natürlich auch mit Tee, einfacher geht's kaum. - Echt?

Ja, echt. Einfach, praktisch, supergut.

Und so wird's gemacht:

Man nehme einen möglichst hohen, schlanken Glaskrug. Es funktioniert natürlich auch mit so ziemlich jedem anderen grossen Gefäss aus Glas, Porzellan oder Keramik. Der oben abgebildete Krug hat einfach den Vorteil, dass er wenig Platz im Kühlschrank beansprucht und auch problemlos in der Kühlschranktüre untergebracht werden kann. Die Färbung des Wassers bzw. die Stärke des Tees kann in einem Glasgefäss auch ein bisschen besser beobachtet werden, aber wie gesagt, es ist keine Voraussetzung für gutes Gelingen. Pro Liter Wasser werden 1-4 Teebeutel oder 1-4 Esslöffel loser Tee verwendet. Tee in den Krug geben und mit kaltem Wasser auffüllen. Abdecken und in den Kühlschrank stellen. Mindestens 4 Stunden ziehen lassen. Lapsang Souchong zum Beispiel ist schon nach wenigen Stunden trinkfertig, loser Kräuter- oder Früchtetee aus grossen Pflanzenteilen/Fruchtstücken benötigt mind. 12 Stunden, bis sich sein Aroma voll entfaltet hat. Die Zeitangaben sind nur ungefähre Richtwerte und müssen nicht sklavisch befolgt werden. Der grosse Vorteil dieses Verfahrens ist nämlich, dass die Ziehzeit problemlos verlängert oder verkürzt werden kann. Soll es schneller gehen, den Krug einfach an ein sonniges Plätzchen stellen und nach ein paar Stunden ist der Tee fertig. In diesem Fall vorzugsweise mit ein paar Eiswürfeln servieren. Vergessen, die Teebeutel zu entfernen? Kein Problem. Die meisten Sorten, ausser Grüntee, schmecken auch nach einer verdoppelten Ziehzeit immer noch 1A. Vor dem Servieren nach Belieben süssen. Eigentlich aber unnötig, denn kalt angesetzter Tee ist deutlich milder als die heiss gebrühte Variante. Für Kinder und Süssschnäbel empfiehlt sich eine Mixtur mit Sirup. 

Ausprobiert und für gut befunden:

Earl Grey und Sanddornsirup
Gemischter Kräutertee mit Goldmelissensirup
Früchtetee mit Holunderblütensirup
Lindenblüten mit Zitronensirup
Schwarztee mit Mandelsirup
Hagebutte mit Hibiskussirup
Orangenblüten mit Quittensirup

Alle Vorteile auf einen Blick: Kein unnötiger Energieverbrauch, da Wasser kochen und Eiswürfel horten auf einen Schlag entfallen. Quasi zero waste, wenn loser Tee mit einem Tee-Ei oder -netz verwendet wird.

Nachteil: Ein bisschen Vorausplanung ist Voraussetzung, aber das wird schnell zur Gewohnheit. Ich trinke tagsüber den Krug leer, wasche ihn am Abend kurz aus, gebe neuen Tee hinein und stelle ihn über Nacht in den Kühlschrank. Und am nächsten Tag beginnt das Spiel dann wieder von vorne. Echt einfach, oder?

Und ab damit zu #Einab, wo Monat für Monat nachhaltige Ideen gesammelt werden.


Freitag, 18. Oktober 2013

Bissap mit Ingwer und Vanille, Variationen & Sirup



Neben Cola, Fanta & Co. werden in Afrika auch viele lokal produzierte Süssgetränke konsumiert. Sie werden meist aus regionalen Zutaten hergestellt und sind daher oft preisgünstiger als importierte Markenwaren. Ein in ganz Westafrika verbreitetes Erfrischungsgetränk ist Bissap, welches aus Hibiskusblüten hergestellt wird. Die Zubereitung ist ganz einfach: Aus den Blüten wird ein starker Tee gebraut, nach Geschmack mit diversen Zusätzen aufgepeppt, gezuckert und eiskalt serviert. Wer keine Zeit hat, kauft sich eine Flasche Konzentrat oder Sirup, die dort an jeder Ecke erhältlich sind. In Mitteleuropa ist Bissap, ob frisch oder aus der Konserve, so gut wie unbekannt. Sehr schade, denn die Limonade hat Hitpotential. 


Der schwierigste Teil an der ganzen Geschichte könnte die Beschaffung der Blüten sein. Wer keinen Teeladen, eine Drogerie, einen (Weihnachts)Markt mit einem Gewürz- und Teestand oder einen Indiashop mit afrikanischer Ecke (in Basel z.B. Aggarwal am Claraplatz) in der Nähe hat, wird bei diversen Shops im WWW fündig. Die Preise für 100 Gramm bewegen sich zwischen einem und fünf Euro. Je grösser die Blüten, desto teurer wird's. In vielen Rezepten liegen die Menge des verwendeten Tees, die Koch- und die Ziehzeit weit über den unten stehenden Angaben. Meiner Erfahrung nach wird der Tee dann stärker, aber auch sehr viel saurer, was mit einer erhöhten Menge Zucker ausgeglichen werden muss. Der Zucker kann natürlich auch durch Honig, Birnel, Agavendicksaft, Süssstoff, Stevia oder andere Süssungsmittel ersetzt werden. Tipp: Zuerst nur eine kleine Menge süssen, um herauszufinden, ob die ausgewählte Zuckeralternative geschmacklich zum Tee passt. Bissap kann in der kalten Jahreszeit natürlich auch heiss getrunken werden. Für alle, die den säuerlichen Tee genau so gerne wie ich mögen, stehen unten noch einige Variationen und ein Siruprezept für den Vorrat.


Für 1,2 Liter:

  • 12 grosse Hibiskusblüten oder 1 Handvoll loser Hibiskustee
  • 5 cm Ingwerwurzel
  • 1/4 Tl Vanillepulver 
  • Zucker 

In einem Topf 1,2 Liter Wasser mit den Hibiskusblüten zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit den Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit dem Vanillepulver in den Topf geben. Fünf Minuten köcheln lassen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und den Tee 20 Minuten ziehen lassen. Absieben und nach Geschmack süssen. Eiskalt geniessen.

Variationsmöglichkeiten:
Am Schluss einen Esslöffel Orangenblütenwasser einrühren.
Ingwer weglassen, dafür 2-3 Zweige frische Minze in den Topf geben.
Vanillepulver durch ein Stück Vanilleschote, Vanillextrakt, Vanillezucker oder Vanillinzucker ersetzen.
Nur einen Liter Wasser verwenden und nach dem Abkühlen 250 ml Orangen- oder Ananassaft unterrühren.
Bissap Bonne Dame: Den abgekühlten, gezuckerten Tee mit frischen Ananasstückchen im Glas servieren.


Für ca. 500 ml feinsten Sirup:

  • 800 ml kaltes Wasser
  • 2-3 Handvoll Hibiskusblüten
  • ein etwa 10 cm langes Stück (junger) Ingwer 
  • ca. 300 gr Zucker
  • 3 Prisen kristalline Zitronensäure oder Saft einer halben Zitrone
  • 1/2 Tl Vanillepulver 

Wasser mit Hibiskus zum Kochen bringen. Unterdessen Ingwer schälen. Für einen sanften Geschmack in Scheiben schneiden. Wer es dominant mag, raspelt oder zermust ihn. Blüten 10 Minuten kochen, dann Ingwer dazu. Vom Herd nehmen, zudecken und zwei Stunden ziehen lassen. Absieben und Flüssigkeit wiegen. Mit Zucker im Verhältnis 2:1 (zwei Teile Flüssigkeit, ein Teil Zucker) und Zitronensäure oder -saft wieder zum Kochen bringen. 15 Minuten kochen lassen. Zwischendurch probieren, ob der Ingwergeschmack ausreicht. Falls nicht, noch einen Knubbel schälen, fein schneiden und 4 Minuten mitkochen. Wenn der Geschmack den Vorstellungen entspricht, Vanillepulver einrühren und weitere 2 Minuten kochen. Ein feines Sieb in den Einfülltrichter hängen/halten und den Sirup durch diese Konstruktion in eine ausgekochte, vorgewärmte Flasche füllen. Der Sirup hält sich unangebrochen etwa ein Jahr, angebrochen und im Kühlschrank gelagert, mindestens 3 Monate.

Sonntag, 25. August 2013

Fermentierter Brombeerblättertee (funzt auch mit Himbeer- und Erdbeerblättern)



Unsere Sommerferien sind ja leider komplett ins Wasser gefallen. Statt drei Wochen Sonne satt in Bella Italia, gab es nur kurze Ausflüge in die nähere Umgebung, um ein bisschen abzuschalten. Auf der Suche nach einem weiteren, möglichst nicht überlaufenen Ausflugsziel in der Region, stiess ich auf eine Internetseite mit Kursangeboten im Schwarzwald. Dort wurden u.a. Kräuterwanderungen und ein Nachmittag zum Thema "Aus Beerenblättern selber Tee fermentieren" angeboten. Ich fand das so spannend, dass ich mich gleich anmelden wollte. Nur leider hatte der Kurs schon stattgefunden. Super.

Auf Umwegen gelangte ich dann zu dieser Seite. Dort wird die Herstellung von fermentiertem Brombeertee sehr gut beschrieben. Natürlich juckte es mich sofort in den Fingern und ein paar Tage später plünderte ich die Brombeersträucher in der hintersten Ecke des Gartens. Ich denke, dass diese Art der Teeherstellung nicht sehr verbreitet ist und da mich das Ergebnis absolut überzeugt hat, möchte ich ein wenig Werbung dafür machen. Es ist wirklich ganz einfach. Alles was ihr braucht, sind Brom-, Him- oder Erdbeerblätter, eine ungespritze Zitrone, ein altes Küchentuch und eine Plastiktüte. That's it. Dann lasst uns mal starten.

Für eine Probierportion benötigen wir eine Salatschüssel voll junger Triebe, d.h. die Spitzen und dazu die obersten 2-3 Blattststände. Im nächsten Arbeitsgang trennen wir die Blätter von den Stielen. Die kleinsten, weichen Stiele dürfen bleiben, alle dicken Stiele (bei Brombeeretrieben auch alle Teile mit harten Stacheln) müssen weg. Dabei gleich noch auf Ungeziefer und Schadstellen kontrollieren und befallene/beschädigte Blätter aussortieren. 

Wenn die Blätter nicht wirklich stark verschmutzt sind, können wir uns das Waschen sparen. Feuchte Blätter würden ausserdem den Trocknungsprozess verzögern. Auf einem sauberen Tuch auslegen und 24 Stunden im Schatten antrocknen lassen. Ich habe die Blätter locker auf drei Dörrsiebe verteilt, vier Stunden im Dörrer bei 30 Grad angetrocknet und dann im ausgeschalteten Gerät noch 12 Stunden nachtrocknen lassen.

Danach sollten die kleineren Blätter leicht angetrocknet sein und die grösseren sich ledrig anfühlen. 

Blätter mit einer Schere in ca. 5-8 mm breite Streifen schneiden. 
Auf einem alten, sauberen Geschirrtuch (bitte ohne Weichspüler gewaschen) in einer Schicht ausbreiten.
Mit Wasser besprühen, bis alle Blätter leicht feucht sind. 

 Mit einem Wallholz oder einer Glasflasche gründlich plattwalzen/quetschen, damit die Zellen aufbrechen. Schicht kurz durchlockern, nochmals fein besprühen. Ich habe insgesamt so ca. 70 ml Wasser verbraucht.  

Schale einer kleinen Bio-Zitrone dünn abschälen und die Streifen über die Blätter verteilen.  

Längsseiten des Tuches überlappend einschlagen und alles satt aufrollen  
Jetzt seht ihr auch, warum es ein altes Tuch sein sollte. 
Die Blätter verfärben den Stoff unauswaschbar schmutzig-braun.

Rolle in eine wiederverwendbare Plastiktüte legen, Luft herauspressen, darin einrollen und gut verschliessen. Alternative zur Plastiktüte: Ein passendes Glas- oder Porzellangefäss mit Deckel (z.B. eine kleine Auflaufform)

Die Rolle an einen möglichst sonnigen/warmen Ort legen. Im Sommer nutze ich dafür einen alten Tonblumenkasten auf dem Fenstersims. Die Wärme wird optimal gespeichert und die Rolle kann nicht runterfliegen. Im Frühling oder Herbst eignet sich auch ein Plätzchen auf einer mässig warmen Heizung.

Einen Tag später sollten sich die Blätter schwarz verfärbt haben.
Voilà, der Fermentationsprozess hat begonnen.

Nach 2-3 Tagen an der Wärme ist der Tee fermentiert und riecht angenehm fruchtig-herb. Die Rolle bitte jeden Tag kontrollieren, Tuch und Inhalt sollten durchgehend nur leicht feucht sein. Nach Bedarf mit ein paar Stössen aus der Spritzflasche befeuchten oder einige Stunden ausgepackt antrocknen lassen, wenn die Blätter zu feucht sind. Sollte sich trotz der Kontrollen Schimmel bilden, muss die ganze Ladung entsorgt und das Tuch vor einem neuen Versuch bei 90 Grad gewaschen werden. Leider passiert das immer mal wieder, denn Wärme und Feuchtigkeit im Inneren der Rolle sind ein idealer Nährboden für ungebetene Gäste.

Zum Schluss muss der Tee im Schatten oder im Dörrer getrocknet werden, damit er längere Zeit haltbar ist. Dazu lege ich die Dörrsiebe mit zugeschnittenem Backpapier aus (grosszügiger Abstand zum Rand wg. Luftzirkulation nicht vergessen!), Blätter samt Zitronenschale locker darauf verteilen und ungefähr vier Stunden bei 40 Grad durchtrocknen. Die Blätter sollen bei Berührung rascheln und leicht zerbrechen, dann ist der Tee fertig. Kurz auskühlen lassen und in ein dicht schliessendes Glas verpacken. An einem dunklen, eher kühlen Ort lagern und innerhalb eines Jahres verbrauchen.

Zum Aufbrühen einen knappen Esslöffel Blätter mit 300 ml kochendem Wasser übergiessen. Je nach Geschmack 5-15 Minuten ziehen lassen, nach Belieben süssen und heiss oder kalt geniessen.

                 Und ab damit zu #Einab, wo Monat für Monat nachhaltige Ideen gesammelt werden.


Samstag, 29. September 2012

Der Tee meines Liebhabers



Tagsüber trinke ich am liebsten Kräutertee. Meist ungesüsst, im Sommer eisgekühlt, im Winter zimmerwarm. Ab und zu begeht Herr C. den Fehler, sich ein Glas voll einzugiessen, um nach einem Schluck lautstark zu bemerken: "Bäh! Igitt! Gruusig! Ist die Zuckerrübenpest schon wieder ausgebrochen?" Dabei verzieht er das Gesicht und gibt Geräusche von sich, als ob er gerade einen Schluck aus dem Ganges genommen hätte. 

Letzthin goss er sich wieder gedankenverloren ein Glas voll ein. Nach einem Schluck verzog er das Gesicht, sah mich böse an und feixte: "Aha, wenn ich auf Geschäftsreise bin, dann kannst du plötzlich vernünftigen Tee machen. Ist dir das Honigglas in die Kanne gefallen oder bevorzugt dein Liebhaber auch gesüsste Getränke?" Ha,ha...


Für eine Tagesration:

  • 2 Beutel Lindenblütentee
  • 2 Beutel Eisenkrauttee
  • 1 Beutel Pfefferminztee
  • 1 Beutel Kamillentee
  • 1 Beutel Salbeitee
  • 1 Beutel Hagebuttentee 
  • 1 Tl Fenchelsamen
  • 1/2 Tl getrocknete Rosmarinnadeln
  • Saft einer Zitrone, Orange oder Grapefruit
  • Agavendicksaft oder Honig

Fenchelsamen und Rosmarinnadeln in ein kleines Tee-Ei füllen. 1,5 Liter Wasser zum Kochen bringen, fünf Minuten abkühlen lassen. Teebeutel und -Ei in eine grosse Teekanne hängen, mit dem heissen Wasser übergiessen, 12-15 Minuten ziehen lassen. Teebeutel und -Ei entfernen, Zitrussaft einrühren und nach Belieben süssen. Tee-Ei wieder in die Kanne hängen, Deckel aufsetzen und auskühlen lassen. Wenn der Tee vollständig ausgekühlt ist, Tee-Ei herausnehmen, evt. nachsüssen und servieren.


Montag, 17. September 2012

Der Duft des Herbstes: Quittentee



Quitten sind für mich die schönsten Vorboten des Herbstes. Und nebenbei sind sie auch noch die widerspenstigsten Früchtchen, die mir je unter die Finger gekommen sind. Oder kennt ihr jemanden, der sich beim Quitten schälen und/oder schneiden nicht schon mal verletzt hat? Eben. Spätestens beim Kerngehäuse hört der Spass auf. 


Darum empfehle ich euch für diesen köstlichen Tee ein frisch geschliffenes Gemüsemesser, ein möglichst grosses, stabiles Schneidebrett und ausserordentlich viel Geduld. Alternativ können ein Gemüsehobel oder eine Küchenmaschine ziemlich hilfreich und zeitsparend sein.


Für eine Kanne Tee:

  • 1 mittlere Quitte, ca. 250 gr
  • 1,5 Liter kaltes Wasser
  • 2 Gewürznelken
  • 1/2 Vanilleschote, ausgekratzt (Vanillemark für etwas anderes verwenden)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 El Zucker

Quitte mit einem Küchentuch gründlich abreiben, um den Flaum zu entfernen. Waschen und, je nach Grösse, halbieren oder vierteln. Samt Schale und Kerngehäuse in 2-3 Millimeter dünne Scheiben schneiden. Quittenstücke zusammen mit allen anderen Zutaten in einem Topf zum Kochen bringen. Zehn Minuten köcheln lassen, bis die Fruchtstücke sehr weich sind, aber noch nicht zu Mus zerfallen. Topf vom Herd ziehen, Deckel auflegen und mindestens vier Stunden, besser über Nacht, durchziehen lassen. Tee durch ein feines Sieb oder ein Geléetuch filtern. Wieder erhitzen, in eine Teekanne umfüllen und mit Zuckerstückchen servieren. Schmeckt übrigens auch kalt ganz vorzüglich. An frostigen Herbstabenden mit einem Schuss Rum krönen.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Mediterraner Kräutereistee



Bella Italia hat nicht nur Pizza, Pasta e Berlusconi vorzuweisen, sondern auch einen sehr erfrischenden Kräutereistee. Hergestellt wird dieses Getränk von einem bekannten Mineralwasserproduzenten. Abgefüllt in PET-Flaschen findet man ihn quasi in jedem grösseren Supermercato. Und genau da liegt das Problem. Supermercato, nicht Supermarkt. Der Tee ist nämlich ausserhalb Italiens nirgends erhältlich. Sehr schade. Eine Runde Mitleid, bitte. Da es völlig bekloppt wäre, nur wegen ein paar Litern Tee nach Italien zu düsen (das machen wir erst, wenn wir auch noch Pasta brauchen), musste ich Ersatz beschaffen. Die von mir getesteten, hier erhältlichen Tees enthalten leider sehr viel Zitronensäure. Und die lässt ab einer gewissen Menge meinen Magen rebellieren. Jammern hilft nix, selber machen heisst die Devise. Glücklicherweise konnte ich mich an die meisten Zutaten des gekauften Tees erinnern. (Irgendwann musste sich ja meine "Ich-lese-jede-Etikette-und-zwar-gründlichst"-Manie auszahlen). Das Endergebnis hat den industriell hergestellten Tee ganz klar auf die Plätze verwiesen. Erfrischend, nicht zu sauer, nicht zu süss und definitiv frei von irgendwelchen Zusätzen, die in einem Tee nichts zu suchen haben.


Zutaten für 2 Liter Kräutereistee:

  • 1 El getrockneter Rosmarin
  • 1 El getrockneter Salbei
  • Schale einer halben Zitrone und einer halben Orange
  • 4 Beutel Lindenblütentee
  • 3 Beutel Kamillentee
  • 3 Beutel Eisenkraut-Tee
  • 1 Beutel Pfefferminztee
  • Saft einer halben Zitrone und einer halben Orange
  • Zucker, Honig, Süssstoff oder Agavendicksaft zum Süssen

Zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Ein grosses Tee-Ei mit den Kräutern und den Zitrusschalen füllen. Die Teebeutel und das -ei in einen ausreichend grossen Krug hängen. Mit dem kochenden Wasser übergiessen und etwa 12 Minuten ziehen lassen. Falls der Tee noch nicht aromatisch genug ist, noch ein paar Minuten länger warten. Dann die Beutel und das Ei entfernen. Zitronen- und Orangensaft einrühren, nach Belieben süssen*. Erkalten lassen und danach ab in den Kühlschrank. Eiskalt servieren. Wer hat, gibt noch einige Eiswürfel dazu.

*Mir reichen 2 Esslöffel Zucker. Herr C. findet eine Menge von unter 4 Esslöffeln völlig indiskutabel.