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Freitag, 15. April 2022

Cuisine du Placard: Shiitake Tom Kha in 15 Minuten

 

Cuisine du Placard? Wandschrankküche? Ergibt, wörtlich aus dem Französischen übersetzt, tatsächlich nicht viel Sinn. Gemeint ist damit das Kochen mit lange haltbaren Vorräten, die im Wand(Vorrats)Schrank, Kühlschrank und Tiefkühler vorhanden sind. Kein extra Einkauf, keine ellenlange Zutatenliste, kein grosser Aufwand. Gerichte, die man spontan für Überraschungsbesuch, Sonntags im Pyjama, und unter der Woche auch nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag mit links auf den Tisch zaubert.

Aus dem Vorratsschrank benötigen wir getrocknete Shiitakepilze, Kokosmilch, Fischsauce (in der veganen Variante aus fermentierter Ananas) und Kokos- oder Palmzucker. Die Kaffirlimetten- und Korianderblätter sollten im Tiefkühler schlummern, getrocknete Blätter sind kein Ersatz. Schalotten liegen im Zwiebeltopf, fehlt nur noch die Suppenpaste. Falls ihr keine vorrätig habt, wäre die Chop Stick Tom Kha Paste aus der Migros einen Abstecher an den Bahnhof wert. Sie besteht nur aus Limettensaft, Zucker, Salz, Ingwer, Zwiebeln, Zitronengras, Knoblauch, Koriander, Kaffirlimettenblättern, Chili und Pfeffer. Die bisher getesteten thailändischen Produkte fand ich alle zu scharf und die Zutatenlisten bedenklich (E-Nummern noch und nöcher, Sojaöl, Glutamat...). Irks.

Übrigens verwende ich seit Jahren ätherisches Korianderöl in Körnchenform von Aromandise statt frische oder gefrorene Korianderblättchen. Ein geniales Mitbringsel aus Frankreich: Es besteht aus genau zwei Zutaten in Bioqualität, nämlich Agavenpulver als Trägerstoff und ätherischem Korianderöl. Zudem ist es sehr lange halt- und perfekt portionierbar. Ideal zum Abschmecken von asiatischen Gerichten, wenn der oder die Mitesser Korianderhasser sind. Wer mehr über diese tolle Produktlinie erfahren möchte: Klick. 

Für zwei hungrige Suppenliebhaber:

  • 800 ml hahnenheisses Wasser
  • 6 grosse, getrocknete Shiitakepilze
  • 4 Kaffirlimettenblätter, eingerissen
  • Tom Kha Suppenpaste ohne Zusätze (io: ein Beutel)
  • 2 grosse Schalotten oder eine mittelgrosse Zwiebel 
  • eine Dose Kokosmilch à 400 ml
  • (vegane) Fischsauce 
  • Kokoszucker
  • Korianderblättchen, frisch oder aus dem TK (io: Cristaux d'huiles essentielles)

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Unterdessen die Pilze grob zerbröckeln und zusammen mit den Kaffirlimettenblättern und der Tom Kha Paste in den Topf geben. Die Zwiebel schälen und in kleine Stücke zerteilen. Ebenfalls in den Topf schubsen. Etwa fünf Minuten kochen, bis die Shiitake- und Zwiebelstücke weich sind. Kokosmilch zugiessen und den Topfinhalt wieder zum Kochen bringen. Weitere zwei Minuten kochen, dann die Zitrusblätter rausfischen. Herd ausschalten. Suppe mit dem Stabmixer möglichst glatt pürieren. Kosten und, je nach Geschmack und Salzgehalt, mit heissem Wasser verdünnen. Pürierte Suppe mit Fischsauce und Kokoszucker abschmecken. Zuletzt die Korianderkörner unterrühren. Oder die Suppe in Schüsseln verteilen und mit Korianderblättchen toppen. Danach noch einen Salat und der fleischfreie Karfreitag ist gerettet.


P.S. Wer noch einen Knubbel Ingwer oder Galgant im Tiefkühler findet, darf gerne ein paar Scheibchen mitkochen. Das gilt auch für Chilischoten, Korianderwurzeln und Zitronengras, die ebenfalls vor dem Pürieren entfernt werden. Limettenspalten zum Nachsäuern sind kein Muss, die Suppenpasten enthalten meist genug Limettensaft. Wenn ihr wisst, dass eure Paste sehr sauer ist, lieber zwei Dosen Kokosmilch und nur 400 ml Wasser verwenden. Für eine gemüsige Tom Kha können die Pilze zum Beispiel durch Karottenscheiben, Randen-, Süsskartoffel- oder Kürbiswürfel ersetzt werden. Oder, um die Sache mit den lange haltbaren Vorräten wieder aufzugreifen, wie wäre es mit einer Linsen Tom Kha, vorzugsweise aus halbierten roten oder gelben Linsen? Die Suppe auf dem Foto wurde mit lila Süsskartoffeln zubereitet und die Deko besteht aus farblich passenden roten Rettichsprossen. Lasst eurer Phantasie freien Lauf. 

Donnerstag, 4. Februar 2021

Kampf der Tristesse: Cebollas encurtidas


Das Wetter: Grau in grau. Die Stimmung: Trübselig. Das Essen: Zum Gähnen. 

Abwechslung braucht der Mensch. 

Rote Zwiebeln: Farbe. Zitrusfrüchte: Süss, sauer und bitter. Oregano: Eine Prise Süden.

Fazit nach dem ersten Bissen: Zungentanz.

Olé!

Für zwei Gläser à 200 ml:

  • 2 grosse rote Zwiebeln, ca. 300 gr
  • 1 rosa Grapefruit
  • 1 Orange
  • 1/2 Limette
  • 1 El Kokosblüten-, Palm- oder brauner Rohrzucker
  • ca. 3/4 Tl Salz (io: Kräutersalz)
  • 1/2 Tl getrocknete Oreganoblättchen und -blüten
  • drei Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Zwiebeln schälen und fein hobeln. Die Zitrusfrüchte auspressen. Saft durch ein Teesieb filtern und abwiegen. Benötigt werden mindestens 275 Gramm, um die Zwiebeln zu bedecken (io: 180 gr Grapefruit, 65 gr Orange, 30 gr Limette). Die restlichen Zutaten mit den Zwiebeln und dem Saft so lange verrühren, bis die Zwiebelringe ein bisschen labberig sind. Marmeladentrichter auf dem blitzsauberen Glas positionieren, die Hälfte der Zwiebeln mit einer Gabel hineinbugsieren. Mit der Flüssigkeit bedecken. Das Ganze mit dem zweiten Glas wiederholen. Gläser verschliessen. Mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur durchziehen lassen. Danach im Kühlschrank aufbewahren und schnell verputzen. Zum Beispiel in Tacos und Tortillas. Auf einem Lachssandwich. Pouletsandwich. Roastbeefsandwich. Unter Couscous-, Linsen- oder Kichererbsensalat mischen. Oder als Überraschung zum Sonntagsbraten reichen. Quelle: Better Homes & Gardens.

P.S. Ihr könnt die Menge natürlich auch problemlos halbieren und nur ein Glas Cebollas encurtidas herstellen. Aber ich wette mit euch, dass ihr alle jemanden kennt, der sich über ein hausgemachtes Geschenk, das von Herzen kommt, freuen würde. Oder liege ich da falsch?

Sonntag, 29. Juli 2018

Leaf to Root: Tepache de piña aus Ananasstrünken



Ab und zu gönne ich mir eine Ananas. Bevorzugt in Bioqualität, und manchmal finde ich mit viel Glück sogar eine biologisch-dynamisch angebaute Frucht. Mich reut dann, auch wegen des hohen Einkaufspreises, jedes Fitzelchen, das ungenutzt im Kompost landet. Auf der Suche nach Verwertungsmöglichkeiten, fand ich auf einem mexikanischen Selbstversorgerblog eine Anleitung für Tepache aus Ananasschalen. 


Tepache, in Südamerika auch Chicha genannt, ist ein fermentierter Fruchwein, welcher ähnlich wie Federweisser/Sauser, zuerst angenehm spritzig-süffig ist. Je länger die Flüssigkeit fermentiert, desto alkoholhaltiger und säuerlicher wird das Getränk. Die Fermentation verläuft wild, d.h. ohne Zugabe von Startern oder Hefe. Aus diesem Grund ist Tepache besonders bei der ärmeren Bevölkerung Mittel- und Südamerikas beliebt, denn zur Herstellung benötigt man nur reife Früchte, Zucker, Wasser und einen Behälter mit Deckel.


In Mexiko wird Tepache de piña auf drei verschiedene Arten angesetzt: Mit zerkleinerten Früchten, nur mit Schalen und Rüstabfällen oder alleine aus den Strünken. Jede Methode hat Vor- und Nachteile, doch für uns Europäer sind eigentlich nur die folgenden Fragen interessant: Wurde die gekaufte Ananas mit Herbiziden und/oder Insektiziden besprüht? Falls zutreffend: Will ich dieses Zeug, aufgelöst im Tepache, zu mir nehmen?


Klare Antwort: Non, merci. Selbst bei normaler Bioware besteht ein Restrisiko, dass eventuell vorhandene, unappetitliche Rückstände durch die Fermentation in das Getränk gelangen könnten. Ausnahmen mache ich nur für demeter-zertifizierte Ananas, deren Importmenge aber leider äusserst gering ist. Bei Früchten aus konventionellem (Bio-)Anbau scheint es also sinnvoller, Tepache nur mit den Strünken anzusetzen. 


Für etwa 850 ml:

  • Strunk einer richtig reifen Ananas
  • 80 gr Palmzucker oder brauner Rohrzucker, bio (io: Kokoszucker von Madal Bal)
  • Unzerkleinerte Gewürze nach Belieben* (io: 5 cm Zimtstange & 4 Gewürznelken)

Ein Einmachglas oder eine Milchflasche mit einem Liter Fassungsvermögen gründlich mit heissem Wasser und Abwaschmittel reinigen. Ausgiebig mit kaltem Wasser abspülen. Ananas schälen, der Länge nach vierteln. Den hölzernen Mittelteil jedes Viertels wegschneiden. Das Fruchtfleisch gleich verspeisen oder kühl stellen. Die Strunkstücke in das gereinigte Glas legen, Zucker und Gewürze zugeben. Lauwarmes Wasser bis etwa 3 cm unter den Rand auffüllen (siehe zweites Foto). Umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Glas verschliessen und in einen tiefen Suppenteller stellen. An einem etwa 20-25 Grad warmen Plätzchen ohne direktes Sonnenlicht zwei bis drei Tage fermentieren lassen. Bügelgläser müssen für einen Druckausgleich nicht geöffnet werden, Gläser mit Drehdeckelverschluss sollten mindestens einmal pro Tag aufgeschraubt werden. Falls die Fermentation ziemlich heftig abläuft, kann es passieren, dass trotz des Sicherheitsabstandes Flüssigkeit aus dem Glas rausblubbert. Darum der Suppenteller. Das Tepache ist fertig, wenn beim Bewegen des Glases viele kleine Bläschen erscheinen, die hurtig an die Oberfläche steigen. Geruch und Geschmack sollten angenehm spritzig-säuerlich sein. Bei einer längeren Fermentationszeit steigert sich der Säure- und Alkoholgehalt. Geschmacklich ist dies aber keine Bereicherung. Es sei denn, man möchte Ananasessig herstellen... Wenn der Geschmack passt, das Tepache absieben und die Flüssigkeit in eine saubere PET-Flasche umfüllen. Deckel gut zudrehen und nochmal ein paar Stunden fermentieren lassen. Gleich nach dem Umfüllen kann die Flasche noch eingedrückt werden, ein paar Stunden später wird sie nur noch starkem Druck nachgeben oder sogar bretthart sein. Wenn dies zutrifft, Deckel aufdrehen, um Druck abzulassen. Sonst noch ein paar Stunden weiter gären lassen. Tepache anschliessend über Nacht im Kühlschrank durchkühlen und mit oder ohne Eis servieren. Möglichst innerhalb einer Woche aufbrauchen.

* Im Ursprungsland werden zur Aromatisierung oft noch Zimtstangen, Piment und Gewürznelken zugegeben. In einer Reportage über mexikanische Gefängnisse, erzählte ein Insasse, dass sie ihren Ansatz gerne mit Tabak verfeinern. Das ergibt dann ein "männliches" Tepache mit Bitter- und Rauchnoten. Für einen Versuch lieber auf Lapsang Souchong oder mild geräucherten Schwarztee ausweichen. Ist gesundheitlich garantiert unbedenklicher, siehe Agatha Christies Kriminalroman Nikotin. 😉

Donnerstag, 8. März 2018

Linsensuppe mit Marroni



Seit fast zwanzig Jahren eine meiner unangefochtenen Lieblingssuppen. Sie schmeckt hervorragend, die Zubereitung ist pipieinfach und das Rezept lässt sich ohne Komplikationen abwandeln. Keine roten Linsen im Vorratsschrank? So lange die Linsen am Ende verkochen, kommt es nicht auf die Farbe an. Wenn es eilt, das Einweichen überspringen und dafür die Kochzeit verdoppeln. Noch schneller geht's mit gelben oder geschälten rote Linsen. Das Zimtblatt weglassen oder durch ein Lorbeerblatt ersetzen. Mehr Schärfe gewünscht? Gehackte Chilischote(n) mitkochen. Statt Palmzucker tut's auch brauner Rohrzucker. Limetten- statt Zitronensaft passt auch. Nur eines dürft ihr unter gar keinen Umständen tun: Die Marroni gegen fixfertiges Kastanienpüree mit Zuckerzusatz austauschen. Es sei denn, ihr wollt ungeniessbaren Murks. Dann tut euch keinen Zwang an.


Für 4 Personen:

  • 60 gr rote Linsen
  • 60 gr braune Linsen

Linsen zusammen mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten, abbrausen und gut abtropfen lassen.

  • 1 grosszügiger El Butter
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 1 mittelgrosse Karotte
  • 1 kleines Zimtblatt
  • 1/2 Tl mildes Currypulver
  • 1,2 Liter Wasser
  • 200 gr geschälte Kastanien (TK, Glas, Dose, vakuumiert)
  • 1 Tl Palmzucker
  • 100 ml Sahne
  • 1-2 El frisch gepresster Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle

Butter in einem grossen Topf schmelzen lassen. Unterdessen Zwiebel und Karotte schälen und grob hacken. In der Butter andämpfen. Currypulver zugeben, eine halbe Minute rührbraten. Dann die abgetropften Linsen unterrühren. Wasser zugiessen, kräftig salzen und den Topfinhalt zum Kochen bringen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 10-15 Minuten kochen, bis die Linsen weich sind. Kastanien und Zucker zugeben, weitere 5-10 Minuten kochen, bis die Linsen zu zerfallen beginnen. Zimtblatt entfernen, Sahne einrühren und die Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren. Falls sie zu dick scheint, mit heissem Wasser verdünnen. Mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz abschmecken. Heiss servieren. Die Suppe lässt sich auch sehr gut vorbereiten: Bevor die Sahne eingerührt wird, die Suppe vom Herd nehmen, abkühlen lassen und zugedeckt maximal 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Danach wie oben beschrieben fertig stellen. Quelle: Hiltl. Vegetarisch nach Lust & Laune

Sonntag, 18. Juni 2017

Fencheleistee mit Schwarzem Kardamom



Schwarzer Kardamom ist in Europa lange nicht so bekannt und beliebt wie grüner Kardamom. Kein Wunder, denn Schwarzer Kardamom ist einiges sperriger als sein laubfroschfarbener Cousin aus der Ingwerfamilie. Sein markanter Duft, der Eukalyptus, Kampfer, Grapefruit, Altbau-Estrich und Lapsang Souchong vereint, löst oft spontane Abneigung aus. Herr C. hat es beispielsweise so formuliert: Riecht wie Fishermen's Friend mit Teershampooglasur und sieht aus wie ein Rattenschrumpfkopf. Welcher deiner Feinde willst du damit foltern? Yeah... Aber lasst euch bloss nicht von dieser unqualifizierten Aussage abschrecken und greift beherzt zu, wenn ihr irgendwo Schwarzen Kardamom erspäht. Er verleiht nämlich Curries, Dhals und vielen anderen indischen Gerichten das je ne sais quoi. Sogar Desserts, Gebäck und Getränke profitieren von seinem vielschichtigen Aroma. Um sich an den speziellen Geschmack heranzutasten, empfehle ich euch diesen erfrischenden Eistee, der sich mit der Zugabe von Milch im Handumdrehen in einen exotischen Chai verwandelt.


Für 2 Personen:

  • 800 ml kaltes Wasser
  • 2 Tl Fenchelsamen
  • 2 schwarze Kardamomkapseln, angequetscht
  • 1-2 Esslöffel loser Schwarztee
  • 1 Msp Natron
  • Palmzucker
  • Zitronenlimonade oder Milch (optional, io: Gazzosa)

Wasser mit Fenchel und Kardamom in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und auf der heissen Platte 15 Minuten ziehen lassen. Nochmals aufkochen und die Teeblätter einrühren. Zur Seite ziehen und dem Tee weitere 5 Minuten Ziehzeit gönnen. Absieben, Natron einrühren, nach Geschmack süssen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Danach ein paar Stunden Zwischenhalt im Kühlschrank einplanen. Vor dem Servieren, falls gewünscht, mit Limo oder Milch verfeinern.

Sonntag, 11. Januar 2015

Schatzi, das indische Frühstück ist angerichtet!


Mit Apfel

Herr C.? Hallo? Hallooohoooo? Sind sie noch da? Hmmm... Scheint geflüchtet zu sein. Wohl weil in seinem Kopf indisches Essen untrennbar mit Curry und Chilis verbunden ist. Tstststststs... Selber schuld. 

An dem Tag waren die Äpfel aus

Poha Kheer wird in Indien gerne auch als Dessert oder süsser Snack gereicht, ich finde es perfekt für ein gemütliches Frühstück im Bett. Keine Krümel, keine Kleckerspuren. Manchmal schneide ich noch einen Apfel in kleine Stücke und brate ihn mit den Cashews und den Rosinen. Gewürzt mit einer grosszügigen Prise Cassiazimt gleicht das Ergebnis geschmacklich einer Apfelstrudelfüllung. Und wer kann zu Apfelstrudel mit Milchreis schon nein sagen? (Herr C., natürlich. Grmpf.)


Für eine Person:

  • 1 Tasse / 50 gr Reisflocken*
  • 1 Tl Ghee
  • 10 Cashews, der Länge nach halbiert
  • 2 El Rosinen
  • 200 ml Milch
  • 1 El geriebener Palmzucker
  • 1 Prise Salz
  • 4 Safranfäden

Reisflocken in ein Sieb geben, gründlich abbrausen, 5 Minuten abtropfen und gleichzeitig einweichen lassen. Ghee in einem kleinen Topf schmelzen, Cashews darin goldbraun braten. Die Rosinen kurz vor Schluss zugeben. Sie sollten nicht länger als 1-2 Minuten mitgebraten werden, da sie schnell verbrennen. Nüsse und Rosinen aus dem Topf fischen und zur Seite stellen. Milch, Palmzucker, Salz und Safran in den Topf geben und zum Kochen bringen. Eingeweichte Flocken einrühren, Herd ausschalten und 3-4 Minuten auf der Platte ziehen lassen. Die Flocken sollten die Milch fast absorbiert haben, ein bisschen Sauce ist aber gewollt. Probieren, abschmecken, mit Cashews und Rosinen garnieren und gleich geniessen.

* In Asiashops erhältlich unter diversen Bezeichnungen wie Poha, Pawa, Flake Rice, Flattened Rice oder Beaten Rice. Bekannte Hersteller sind zum Beispiel TRS und Heera. Unbedingt die Sorte "medium" nehmen, die hauchdünnen ergeben einen Matschebrei und die dicken Flocken müssen viel länger eingeweicht werden. Sonst halt Reisflocken aus dem Bioladen besorgen, die aber leider in den meisten Fällen auch zu schnell durchweichen.


Dienstag, 1. Januar 2013

Gebt mir sofort einen Rooibos Chai oder...



Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein... äääähhh... neues Jahr. Na, seid ihr alle gut angekommen? Das Wollschwein und ich durften gestern eine kleine Privatparty feiern, da Herr C. zuerst arbeiten und danach die Sau rauslassen musste. Ich hätte die Möglichkeit gehabt, an einer schicken Party mit Dinner teilzunehmen, aber das Menü hörte sich zu gräuslich an (u.a. Crevetten-Ceviche mit Passionsfruchtsauce und Lauchsalat *würg*). Da verzichte ich gerne auf den Ausgang zugunsten des wollschweinigen Seelenheils. Er ist zwar nicht lärmempfindlich, aber das stundenlange Geböllere im nahen Park findet er trotzdem nicht wirklich berauschend. Um uns den Abend zu versüssen, gab es eine Aufführung von "Cabin in the Woods". Dazu Schnitteli vom frisch gebackenen Miche-Brot mit Trüffelbutter und hauchdünnem Schinken. Die zweite Variante war mit selbstgemachtem Schafsfrischkäse und Schnittlauch. 

Schlag Mitternacht habe ich dann mit mir selbst angestossen und die Flasche halt gezwungenermassen alleine geleert. Reste sind mir zutiefst unsympathisch. Danach teilten wir uns noch ein paar Kekse und gingen bald darauf ins Bett. Zumindest dachte ich das. Doch als mich Herr C. nach seiner Rückkehr weckte, lag ich angezogen auf dem Sofa. Zusammen mit einem friedlich meine Kniekehlen anschnarchenden Wollschwein. Nach dem heroischen Rübergetorkel ins Bett, dämmerte die Erkenntnis, dass ich lieber auf dem Sofa geblieben wäre. Herr C. schnarcht nämlich einiges lauter. Und das auch noch auf Augen-, bzw. Ohrenhöhe....

So war die erste Handlung heute morgen, eine Kanne voll Rooibos Chai aufzusetzen. Vielleicht schaffe ich's damit, den Tag zu überstehen. Es kann ja nur noch besser werden. Hoffentlich. Cheerio, Miss C.!


Für einen Liter:

  • 600 ml kaltes Wasser
  • 1/2 Vanilleschote, ausgekratzt (z.B. aus dem Vanillezuckerglas)
  • 1/2 Zimstange 
  • 8 Gewürznelken
  • 8 Pimentkörner
  • 4 schwarze Pfefferkörner
  • 3 grüne Kardamomkapseln
  • 2 Beutel Rooibostee
  • 500 ml Vollmilch
  • Kokosnuss- oder Palmzucker 

Gewürze, ausser Vanille und Zimt, im Mörser sanft anquetschen. Wer keinen Mörser hat, nimmt eine schwere Pfanne, mit der man die schlüpfrigen Scheisserchen kurz verprügelt. Zusammen mit dem Wasser in einem kleinen Topf 15 Minuten leise köcheln. Herd ausschalten, Teebeutel in den Topf hängen und 10 Minuten ziehen lassen. Teebeutel und Gewürze entfernen, Milch zugeben und Hitze wieder einschalten. Langsam heiss werden lassen und nach Geschmack mit  Kokos- oder Palmzucker süssen. 


Sonntag, 7. Oktober 2012

Quinoa Sakkarai Pongal



Momentan komme ich kaum zum Kochen und noch weniger zum Fotografieren oder Bloggen. Über Langeweile kann ich mich gerade nicht beklagen, aber eine Verschnaufpause ab und zu wäre schon wünschenswert. Hoffentlich wird die nächste Woche etwas ruhiger.

Pongal ist ursprünglich ein tamilisches Festtagsgericht aus Reis, Milch und Palmzucker. Mittlerweile ist der reichhaltige Brei in ganz Indien ein beliebtes Frühstück. Die Idee, Quinoa statt Reis zu verwenden, übernahm ich von hier. Schmeckt natürlich auch als Pausenfüller.


Für 2 Portionen:

  • 75 gr Quinoa
  • 50 gr Moong Dal (geschälte Mungbohnen)
  • 2 grüne Kardamomkapseln
  • 250 ml Wasser
  • 200 ml Milch
  • 1-3 El geriebener Palmzucker 
  • je 1 El Rosinen und Cashewnüsse
  • 1 Tl Butter

Quinoa unter fliessendem Wasser gründlich waschen, um die eventuell anhaftenden Bitterstoffe zu entfernen. Kardamom anquetschen. Die Kapseln sollten nur leicht geöffnet sein, damit die Samen nicht herausfallen. Zusammen mit Quinoa, Mungbohnen, Milch und Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. 15 Minuten leise köcheln. Herd auf die kleinste Stufe stellen, Deckel auflegen und 10 Minuten ziehen lassen. Unterdessen Rosinen und Cashews in der Butter kurz anbraten. Topf vom Herd nehmen, Palmzucker, Rosinen und Cashews unterrühren. Deckel wieder auflegen und weitere 5 Minuten ziehen lassen. Wenn der Brei zu dick ist, mit etwas kalter Milch verdünnen. Möglichst heiss servieren.


Montag, 12. Dezember 2011

Erdnusscookies aus Sambia



Normalerweise backe ich im Dezember so 5-10 verschiedene Kekssorten. Doch dieses Jahr bin ich total unmotiviert. Zu mehr als zwei Sorten konnte ich mich nicht aufraffen. Muss wohl am Wetter liegen. Ohne Schnee oder Eiseskälte macht mir vorweihnachtliches Backen einfach keinen Spass. *grummelgrummelschneehabenwillgrummelgrummel*

Statt zum x-ten Mal Klassiker wie Vanillekipferl oder Spitzbuben herzustellen, entschied ich mich für zwei Rezepte, die ich schon seit längerer Zeit mal ausprobieren wollte. Und ich habe es nicht bereut. Beide Sorten sind sehr lecker. Die Bounty-Kekse poste ich in den nächsten Tagen.

Für diese supermürben Cookies verlangt das Rezept gemahlene Erdnüsse. Da hat man die Qual der Wahl. Entweder kauft man sich einen grossen Sack ungeschälte Erdnüsse und pult sie aus. Besser: Die lieben Kleinen oder den unterbeschäftigten Liebsten die Fieselarbeit erledigen lassen. Oder man macht sich das Leben einfacher und erwirbt im Asialaden eine Tüte geschälte, ungeröstete Erdnusshälften. Wer mag, kann die Nüsse noch kurz in der Pfanne anrösten. Ist aber nicht unbedingt notwendig. Dann ab damit in den Mixer und nach 10-20 Sekunden it's done.

Den Palmzucker muss man ebenfalls zerkleinern. Geht natürlich auch am einfachsten im Mixer. Als kostenlose Aggressionstherapie empfehle ich die Verwendung eines Mörsers. Oder die Brocken in einen Gefrierbeutel füllen und mit einer schweren Pfanne kräftig vermöbeln. Falls keine Aggressionen abgebaut werden müssen (oder kein Palmzucker aufzutreiben ist) kann ersatzweise Rohzucker verwendet werden.

Für die vegane Variante die Butter durch Alsan ersetzen.

Zutaten für ca. 50 Stück:

  • 360 gr gemahlene Erdnüsse
  • 180 gr Palmzucker
  • 300 gr Mehl
  • 200 gr weiche Butter
  • 2 Prisen Salz

Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und mit den Händen oder dem Handrührer zu einem Teig verarbeiten. Masse halbieren, Rollen formen, in Klarsichtfolie einpacken und über Nacht in den Kühlschrank legen.

Am nächsten Tag den Ofen auf 180 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Rollen in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit etwas Abstand auf das Blech legen und je nach Ofen 10-15 Minuten backen. Die Unterseite sollte hellbraun sein, die Oberseite nur leicht gebräunt. Einige Minuten auf dem Blech ruhen lassen und dann sehr vorsichtig (Bruchgefahr!) auf ein Kuchengitter umsetzen. Vollständig auskühlen lassen, in eine Blechdose packen und innerhalb der nächsten 3 Wochen verputzen.

Anmerkung: Das Originalrezept stammt aus dem Buch " 1000 recipes to try before you die - Rezepte aus der ganzen Welt" von Ingeborg Pils. Modifiziert, da ich mehr Erdnüsse im Teig wollte und die Zuckermenge für meinen Geschmack zu viel war.