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Sonntag, 13. Juli 2025

Stachelbeer Crumble mit Haferflocken


Ein Sonntagssüss wie aus dem Bilderbuch. Zum Niederknien!


Ausreichend für 4-6 Dessertliebhaber:

  • 1 Tl Butter
  • 400 gr grüne Stachelbeeren
  • 200 gr rote Pflaumen oder Himbeeren
  • 1 Apfel, ca. 180 Gramm
  • 2 bombierte Suppenlöffel Zucker
  • 1 El Speisestärke
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 3 El Orangensaft oder Wasser

Als erstes den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Rost auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Eine tiefe Backform (io: Brownieform, 20 x 20 cm) mit der Butter einfetten. Stachelbeeren von Stielen und Blütenresten befreien. Abbrausen und im Sieb abtropfen lassen. Himbeeren ebenfalls abbrausen und abtropfen lassen. Pflaumen - falls verwendet - und Apfel vierteln und vom Kern bzw. Kerngehäuse befreien. Die Viertel der Länge nach halbieren und jeweils 8 Stücke zerteilen. Form mit den Früchten füllen. Zucker mit der Speisestärke und Vanillepulver mischen, über die Früchte streuen. Kurz durchrühren. Saft an der Seite in die Form giessen.

Streusel:
  • 125 gr Butter, weich
  • 100 gr brauner Rohrzucker
  • 115 gr feine Haferflocken
  • 85 gr dunkles UrDinkelmehl (io: Typ 1170, Mühle Maisprach)
  • eine Prise Salz
  • Double Crème de Gruyère, Mascarpone oder Vanilleeis, optional


Alle Zutaten für den Belag direkt in einer Rührschüssel abwiegen. Mit dem Pastry Blender oder den Knethaken des Handrührers zu einem Teig verarbeiten. Portionsweise mit den Händen zu flachen Patties formen und die Fruchtmischung damit möglichst lückenlos bedecken. Restlichen Teig benutzen, um die Löcher zu stopfen. Für ca. 40 Minuten in den Ofen stellen, bis der Belag hellbraun ist und die Apfelstücke weich sind. Heiss oder zimmerwarm mit oder ohne Double Crème geniessen.

Sonntag, 15. Dezember 2024

Fast schon vollkornig und trotzdem lecker: Emmerwaffeln

 

Herr C. ist Meister darin, mich seit beinahe zwei Jahrzehnten mit seinem Essverhalten auf die Palme zu bringen. Er kann problemlos auch körperlich anstrengende Arbeitstage ausschliesslich mit Red Bull, Zigaretten und einer Butterbrezel bestreiten. Und das, wohlgemerkt, ohne Frühstück, Kaffeepausen oder sonstiger Kalorienzufuhr vor dem Abendessen. Wann immer möglich, bekommt er deshalb eine Lunchtüte von mir in die Hand gedrückt: Mittagessen - bestehend aus Resten oder Sandwiches - zusätzlich Salat oder Obst und oft noch ein Tupperli mit Keksen oder einer Scheibe Kuchen. Waffeln sind ebenfalls eine nette Zwischenverpflegung. Ganz besonders, weil sie temperatur- und schüttelunempfindlich sind, und auch am übernächsten Tag noch schmecken, wenn Mann sie wieder einmal im Rucksack vergessen hat....

Für 15 Waffeln:

  • 3 Eier Grösse XL, zimmerwarm
  • 150 gr Zucker
  • fein abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 1/2 Tl Alma Mater, optional*
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Salz

Alle Zutaten mit dem Handrührer ein paar Minuten auf höchster Stufe aufschlagen, bis der Schüsselinhalt merklich heller und dickcremig ist.

  • 150 gr geschmolzene Butter, lauwarm
  • 250 gr Emmermehl Typ 1300 (io: Schapfenmühle, gibts z.B. in der Müller Drogerie)
  • 10 gr Weinsteinbackpulver
  • 250 gr Milch, zimmerwarm
  • 1 Tl geschmacksneutrales Öl (io: Raps)

Zuerst die Butter bei laufendem Rührgerät zugiessen. Dann etwa die Hälfte des Mehls einarbeiten. Backpulver und restliches Mehl kurz unterrühren, bis der Teig glatt ist. Milch zugiessen und wieder nur so lange rühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Schüssel mit einem Teller abdecken und den Teig 15 Minuten ruhen lassen. Wenn die Eieruhr geklingelt hat, das Waffeleisen auf höchster Stufe vorheizen Io: Stufe 5, bis das grüne Licht erlischt (ca. 6 Minuten). Den angedickten Teig (Ribbon Stage) mit einem Schöpflöffel mit Ausguss durchrühren. Obere und untere Platten mit einem Silikonpinsel sparsam einölen. Zackig pinseln, damit die Platten nicht zu stark abkühlen. Auf die unteren Platten je einen grosszügigen Schöpflöffel voll Teig verteilen, d.h. alle Ecken und Erhebungen sollten bedeckt sein. Etwa 10 Sekunden warten, bis der Teig anfängt auf der Oberfläche Blasen zu bilden. Erst dann das Waffeleisen schliessen. Nach Anleitung bzw. Erfahrung goldbraun backen. (Io: Auf Stufe 4 genau 2 Minuten backen. Mit der Eieruhr die Zeit stoppen, denn wenn das grüne Licht bei ca. 01:30 aufblinkt, ist die Waffel noch zu hell). Mit einem Silikonspatel oder hitzebeständigen Gummischaber aus dem Waffeleisen heben und auf ein Kuchengitter bugsieren. Platte wieder sparsam einölen, die nächste Ladung ausbacken. Die Teigmenge ergab bei mir 15 rechteckige Waffeln. Übrige Waffeln im Winter in einer grossen Tupperdose auf der Terrasse lagern, im Sommer im Kühlschrank. Einfrieren und auftoasten ist auch eine Möglichkeit, die ich selber aber noch nicht ausprobiert habe. Erfahrungsberichte, besonders im Hinblick auf die Verwendung von Emmermehl, werden dankend entgegengenommen.

* Alma Mater durch die gleiche Menge Zimt, Ingwer oder Mahlab ersetzen. Oder das Gewürz weglassen und dafür die Zitronenschalen- und Vanillemenge erhöhen. Abgeriebene Mandarinen- oder Orangenschale wäre auch eine gute Idee. Sonst einfach den puren nussigen Geschmack des Emmermehls würdigen.

Mittwoch, 28. Dezember 2022

Sizilianischer Wackelpudding: Gelo di clementine con vaniglia


Na, alle die Festfresserei schadlos überstanden?

Egal, wie die Antwort ausfällt: Dieses leichte, fruchtig-säuerliche Dessert passt immer (noch irgendwo rein).

Für sechs Personen / eine Gugelhupfform mit 1,5 Litern Fassungsvermögen: 

  • 1 Liter frisch gepresster Clementinensaft (io: aus 22 Clementinen)*
  • ca. 120 gr Zucker (io: hellbrauner Bio-Zucker)
  • 35 gr frisch gepresster Zitronensaft, durchgesiebt
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 85 gr Maisstärke

Die Clementinen auspressen und den Saft durchsieben um Fruchtfleisch und Kerne zu entfernen. Einen Liter fruchtfleischfreien Saft abmessen. Zucker direkt im Kochtopf (io: 2,5 Liter) abwiegen. Zitronensaft, Vanillepulver und 800 gr Clementinensaft zugeben. Auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Unterdessen die Maisstärke mit dem restlichen Saft klümpchenfrei verrühren. Wenn der Topfinhalt kocht, die aufgelöste Stärke unter ständigem Rühren mit dem Schwingbesen zugiessen. Hitze reduzieren (io: 6 von 9), zwei Minuten kochen. Dabei ständig rühren, rühren, rühren! Topf zur Seite ziehen. Gugelhopfform (io: aus Borosilikatglas) kalt ausspülen und die Puddingmasse reingiessen. Die Oberfläche direkt mit einem Stück Klarsichtfolie belegen (ein Folienquadrat abreissen, in der Mitte ein Loch mit den Fingern reinstechen - siehe zweites Foto). Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, danach über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das Gelo nach der Kühlzeit vorsichtig auf eine Tortenplatte stürzen. Wenn es sich unkooperativ verhält, vorsichtig mit den Fingern vom Rand lösen oder die Form kurz in heisses Wasser tauchen. Wer auf Deko steht, kann noch fein geschabte Bitterschokolade und/oder gehackte Pistazienkerne - natürlich ungeröstet & ungesalzen - über den knallorangen Wackelpudding streuen. Sofort servieren und erst am Tisch zerteilen. Quelle: La cucina siciliana (ohne Vanille).

* Faule Köche sparen sich die Auspresserei und besorgen heimlich eine Flasche Clementinensaft, zum Beispiel im Coop von Andros. Die Zuckermenge ist stark abhängig vom Säuregehalt der Früchte bzw. dem fixfertigen Saft. Lieber mit 80 Gramm beginnen und vor der Zugabe der Stärke noch nachzuckern, falls nötig. Im Rezept werden 200 Gramm verlangt, wir fanden das Gelo mit 120 Gramm Zucker perfekt ausbalanciert.

Sonntag, 16. Oktober 2022

Sonntagscrack: Torta di Ricotta


Quarktorten und ich: Ein Herz und eine Seele seit 1985. Oder so um den Dreh 'rum.
Bis gestern.
Bitte begrüsst meine neue beste Freundin: 
La Torta di Ricotta
Luftiger, crèmiger, vertraut und doch anders.
Njammnjammnjamm!


Optional:

  • 90 gr Sultaninen (io: grüne Sultaninen aus dem Iran)
  • 1 Tl Mehl
Sultaninen in einer kleinen Schüssel mit reichlich hahnenheissem Wasser zwei Stunden abgedeckt einweichen. Schüsselinhalt in ein Sieb leeren, Sultaninen kurz heiss abspülen. Im Sieb abtropfen lassen, während die Ricottamasse zubereitet wird. Unmittelbar vor der Zugabe die Sultaninen mit dem Mehl bestreuen. Im Sieb herumwirbeln, bis alle Sultaninen bemehlt sind und das überflüssige Mehl abgeschüttelt wurde .

Für eine 24er Springform:
  • ein Knubbel Butter zum Ausfetten der Form
  • 750 gr Ricotta, zimmerwarm 
  • 300 gr Sahne, zimmerwarm (io: laktosefrei, UHT)
  • 150 gr Zucker (mit Sultaninen) oder 170 Gramm (ohne Sultaninen)
  • fein abgeriebene Schale einer Zitrone oder Limette (io: grüne Zitrone, mittelgross)
  • bombierter 1/8 Tl Vanillepulver
  • 3 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 100 gr Mehl (io: Coop Bio Weissmehl)
  • knapper 1/2 El Weinsteinbackpulver

Auch wenn Energie sparen zur Zeit oberstes Gebot ist: Für die Torta di Ricotta muss der Ofen vorgeheizt werden. Man kann ja von Anfang an Kartoffeln, Kürbis oder Rote Bete mitgaren, um nicht als Stromverschwender gebrandmarkt zu werden. Also, das schlechte Gewissen überhören oder übertölpeln - ganz nach Wunsch - und den Ofen auf 240 Grad vorheizen. Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Backform (io: orange Gusseisenform, 8 cm hoher Rand) gut ausbuttern. Zwei mindestens handbreite, überformlange Streifen Backpapier kreuzförmig hineinlegen, ebenfalls bebuttern. Ricotta, Sahne, Zucker, Vanille und Zitronenschale mit dem Handmixer 2-3 Minuten crèmig-luftig rühren. Eier aufschlagen und alle zusammen 2-3 Minuten sehr gut untermischen. Zuletzt Mehl und Backpulver zugeben. Zuerst eine Minute lang mit dem Handrührer ohne dynamische Armbewegungen einmischen. Erst wenn keine Klümpchen mehr zu sehen sind, mit der restlichen Masse vermischen. Noch weitere 1-2 Minuten aufschlagen, bis der Teig schön luftig ist. Zuletzt die bemehlten Sultaninen gründlich mit einem Gummischaber unterheben. Teig in die vorbereitete Form giessen, herausguckende Sultaninen unter die Oberfläche stupsen. Backen: 10 Minuten 220 Grad, 40 Minuten 180 Grad. Nach fünfzig Minuten sollte die Torta di Ricotta aufgegangen und die Oberfläche gleichmässig gebräunt sein. Aus dem Ofen holen und auf einem Kuchengitter mindestens zwei Stunden abkühlen lassen. Vor dem Herausheben eventuell vorsichtig mit einem Messer angebackenen Kuchenrand von der Form lösen. Mit Hilfe der Backpapierstreifen die Torta V-O-R-S-I-C-H-T-I-G aus der Form auf das Kuchengitter umplatzieren. Vier Hände sind in diesem Fall besser als zwei. Vor dem Anschneiden komplett auskühlen lassen. Anschliessend zum Zerteilen mit den Papierstreifen auf eine Servierplatte heben. Backpapier erst jetzt entfernen.


Frisch gebacken ist die Torta di Ricotta wegen ihrer luftigen Konsistenz recht fragil. Sie lässt sich ohne Sultaninen aber trotzdem problemlos in Stücke schneiden. Wenn Sultaninen, andere Trockenfrüchte oder Schokostücke mitgebacken wurden, sollte die Torta vor dem Anschneiden mindestens ein paar Stunden, gerne auch über Nacht, abgedeckt im Kühlschrank ruhen dürfen. Quelle: Gourmandia

Freitag, 2. September 2022

Bananenmuffins mit gerösteten Nüssen und Mohn


Husch, husch, schnell noch Bananen besorgen fürs Sonntagssüss. 😋

Für 12 Muffins:

  • 70 gr gemahlene Nüsse (io: Mix aus Walnüssen, Haselnüssen, Cashews & Mandeln)
  • 100 gr Butter

Ofen auf 220 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. 12er Muffinblech ausbuttern oder mit Papierförmchen bestücken. Gemahlene Nüsse in einer kleinen Pfanne hellbraun rösten. Herd ausschalten. Nüsse auf einem Teller abkühlen lassen. Butter in der selben Pfanne auf der noch heissen Herdplatte schmelzen (Restwärme nutzen). Butter in der Pfanne zur Seite stellen.

  • 250 gr Mehl
  • 100 gr Zucker
  • 2,5 Tl Weinsteinbackpulver
  • 2 Tl gemahlener Mohn, optional
  • 1 Prise Salz
  • ein gehäufter 1/4 Tl Zimt
  • 1/8 Tl Piment
  • 1/8 Tl Vanillepulver

Trockene Zutaten in einer Rührschüssel mit dem Schwingbesen vermischen. In der Mitte eine Mulde formen.

  • 2 superreife Bananen, ca. 260 gr mit Schale / 195 gr ohne Schale
  • 150 gr Kefir oder Buttermilch
  • 1 Ei Grösse L 

Geschälte Bananen, Kefir und Ei im Mixbecher glatt pürieren. Zuletzt die geschmolzene Butter einpürieren. Bananenmix unter ständigem Rühren in die Mehlmulde giessen. Den Teig nur so lange vermischen, bis er gerade glatt ist. Mit einem Löffel in die Vertiefungen des Muffinblechs schöpfen. Der Teig sollte jede Vertiefung knapp bis zum Rand füllen. Backen: 20 Minuten bei 180 Grad. Danach das Gitter auf die zweite Stufe von oben versetzen und noch weitere 5-10 Minuten backen, bis der Stäbchentest  positiv verläuft und die Oberfläche der Muffins nett gebräunt ist. Fünf Minuten in der Form zum Abkühlen gönnen, danach die Muffins vorsichtig herauslösen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

Anmerkung: Die Muffins schmecken auch ohne Mohn ausgezeichnet, er kann ersatzlos gestrichen werden.

Sonntag, 14. August 2022

Dinkelsahnekuchen mit Mandelbelag

Nothing fancy, just an easy Sonntagssüss.

Belag:

  • 100 gr Mandelblättchen
  • 100 gr Zucker
  • 65 gr Butter
  • 4 El Sahne (io: laktosefrei, UHT)
  • 2 Tropfen ätherisches Bittermandelöl oder ein gehäufter 1/4 Tl Zimtpulver 

Ofen auf 200 Grad vorheizen, das mit Backpapier belegte Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine Wähenform mit 24 cm Durchmesser einbuttern. Einen etwa 45 cm langen, handbreiten Streifen Backpapier abschneiden, quer in die Form legen, ebenfalls bebuttern. So lässt sich der Kuchen später problemlos aus der Form heben. Mandelblättchen in einer Pfanne hellbraun rösten. Zucker zugeben, dann Butter, Sahne und Bittermandelöl oder Zimt. Rühren, bis der Pfanneninhalt blubbert. Pfanne vom Herd ziehen und die Mandelmasse auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Unterdessen den Teig zubereiten.

Teig:
  • 200 gr Sahne (io: laktosefrei, UHT)
  • 120 gr Zucker
  • 1 El brauner Rum (io: Coruba)
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier Grösse L
  • 225 gr Dinkelmehl Typ 630 oder helles UrDinkelmehl
  • 3 Tl Weinsteinbackpulver

In einer Rührschüssel Sahne, Zucker, Rum, Vanille, Salz und Eier mit einem Schwingbesen ausgiebig verrühren. Mehl und Backpulver vermischen. In zwei Portionen unterrühren. Nur so lange mischen, bis der Schüsselinhalt gerade glatt ist. Teig in der vorbereiteten Form verteilen. Backen: 18-20 Minuten bei 200 Grad. Der Kuchen sollte aufgegangen und leicht gebräunt sein. Die Mandelmasse in der Pfanne mit einem Gummispatel durchrühren. Backofenhitze auf 240 Grad hochdrehen, Kuchen aus dem Ofen holen. Den Belag einigermassen gleichmässig auf dem Kuchenboden verteilen. Zackig arbeiten und rundherum einen daumenbreiten Rand frei lassen, damit die Mandelmasse beim Backen nicht über den Formrand tropft. Kuchen wieder zurück in den Ofen stellen, Hitze auf 180 Grad reduzieren. Weitere 10-12 Minuten backen, bis der Stäbchentest positiv verläuft. Gitter auf der zweiten Schiene von oben einschieben und dem Belag 3-4 Minuten zum Nachbräunen gönnen. Wichtig: Unbedingt auf Sicht backen, sonst gibt's Dinkelsahnekuchen mit Brikettbelag zum Kaffee. Gesamtbackzeit: 30 - 35 Minuten. Auf einem Kuchengitter 20 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig mit Hilfe des Backpapierstreifens aus der Form heben. Eventuell vorher die Form hochkant stellen und vorsichtig rundherum drehen, um den Kuchen vom Formrand zu lösen. Vor dem Anschneiden komplett auf dem Kuchengitter auskühlen lassen. Direkt geniessen oder, falls möglich, gut eingepackt über Nacht bei Zimmertemperatur lagern. Der Geschmack profitiert ungemein von ein paar Stunden Ruhezeit, meiner Meinung nach. Mit Beeren aus dem Garten servieren. Kuchenreste (echt?) halten sich locker drei Tage. Kindergerecht: Rum durch den feinen Abrieb einer Bio-Orange, Mandarine oder Clementine ersetzen und etwas mehr Vanille verwenden. 

Donnerstag, 4. August 2022

Cookies Linsengranola (vegan & glutenfrei)

Fertiges Granola mit roten Linsen

Bei der Bruthitze verzichte ich lächelnd auf ein reguläres Mittag- oder Abendessen und greife stattdessen gerne zur Müslischüssel. Das perfekte Birchermüesli steht momentan ganz oben auf meiner Hitliste. Dicht gefolgt von hausgemachtem Granola mit Cashewmilch, getoppt mit allem, was die Obstschale gerade hergibt.

Ungebackene Granolamasse mit gelben Linsen

Das Linsengranola ist meine neueste Kreation. Keine Angst, es schmeckt weder "linsig" noch "gesund", dafür sättigt es langanhaltend. Die Hülsenfrüchte erhöhen den Proteingehalt erheblich und sorgen zusammen mit dem Reissirup für das Zusammenklumpen der übrigen Zutaten. Toller Nebeneffekt: Die Granolastückchen sind - und bleiben über Monate hinweg - superknusprig. Ein Kunststück, welches mir mit Apfel- oder Bananenmus als Bindemittel noch nie gelungen ist. Fazit: Unbedingt ausprobieren!

Für etwa 450 Gramm Granola:

  • 65 gr halbierte rote oder gelbe Linsen
  • 200 gr hahnenheisses Wasser
  • 1 Prise Salz

Linsen in einem Sieb unter fliessendem kalten Wasser abspülen. Einweichen ist nicht notwendig. Die abgetropften Linsen in einem Topf mit Wasser und Salz zum Kochen bringen. Etwa acht Minuten auf höchster Stufe kochen, bis die Linsen quasi durchgegart sind und ein Grossteil des Wassers aufgesogen wurde. Herd ausschalten, ein Küchentuch über den Topf legen, den Deckel draufpressen und die Linsen neben der heissen Platte 30 Minuten ausquellen lassen. Danach die Linsen mit einer Gabel zerquetschen um ein möglichst glattes Mus zu erhalten. Den Topf noch einmal auf den Herd stellen und den Linsenbrei wenige Minuten unter ständigem Rühren zu Apfelmuskonsistenz einkochen. Abwiegen. Es sollten +/- 165 Gramm Linsenmus im Topf vorhanden sein. Falls die Waage einiges mehr anzeigt, den Brei noch länger einkochen, damit überflüssiges Wasser verdampft. Je trockener der Linsenbrei, desto knuspriger werden die Granolabröckchen.


Alle Zutaten im Topf mit dem heissen Linsenbrei vermischen. Probieren und ggf. nachwürzen oder -zuckern. Ofen auf 160 Grad vorheizen. Das Backblech mit Backpapier belegen.

  • 150 gr zarte Vollkornhaferflocken
  • 30 gr Kokosraspel
  • 20 gr Mandelblättchen
  • eine Hand voll Sultaninen, optional

Haferflocken, Kokosraspel und Mandelblättchen mit dem gewürzten Linsenbrei im Topf vermischen. Dabei entsteht ein gut zusammenhaltende, nur minimal bröckelige Masse. Die Linsenmasse auf dem vorbereiteten Backblech mit einer Teigkarte oder einem Pfannenwender verteilen. Grosse Brocken in maximal gummibärchengrosse Stücke zerkleinern. Blech auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Fünfzehn Minuten backen, durchrühren. Danach alle 5-10 Minuten umrühren und zu gross geratene Cluster nochmals verkleinern. Gesamtbackzeit: Etwa 40 Minuten. Wichtig: Nach spätestens 25 Minuten auf Sicht backen. Das Linsenmüesli sollte rundum nett gebräunt sein aber keinesfalls dunkelbraun werden. Wenn Farbe und Konsistenz passen, den Ofen abschalten. Backofentür öffnen und das Granola noch 5 Minuten nachtrocknen lassen. Danach das Blech auf ein Kuchengitter stellen. Alle paar Minuten die Klumpen vorsichtig durchrühren, damit sie schneller abkühlen. Wenn das Granola völlig ausgekühlt ist, mit oder ohne Sultaninen in ein dicht schliessendes Glas umfüllen. Kühl und trocken lagern. Haltbarkeit: Mindestens sechs Monate.

Anmerkung: Das Linsengranola wird mit der kleinen Menge Reissirup und Kokoszucker nur minimal süsslich, Zimt und Vanille halten sich ebenfalls eher im Hintergrund. Wer sein Granola süsser und würziger mag, sollte die Zucker- und Gewürzmenge grosszügig erhöhen. Reissirup besitzt wenig Süsskraft, wenn als Ersatz Ahornsirup, Birnel, Agavendicksaft o.ä. verwendet wird, eventuell den zusätzlichen Zucker reduzieren oder streichen.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Schoko-Sauerkirschen-Kuchen mit gerösteten Haselnüssen

Frau Schwiegermama feiert heute, am französischen Nationalfeiertag, ihren Geburtstag.
Mes plus chaleureuses félicitations!

 Für eine Springform mit 24 cm Durchmesser:

  • ein Glas leicht gezuckerte Sauerkirschen, Abtropfgewicht 350 gr
  • 200 gr Butter, weich
  • 120 gr Zucker
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier Grösse L
  • 3 El Sherry
  • 2 bombierte El Kakaopulver
  • 120 gr geschälte & geröstete Haselnüsse, fein gemahlen
  • 2 gehäufte Tl Weinsteinbackpulver
  • 150 gr Mehl
  • 100 gr dunkle Schokolade, gehackt (io: Italienische Schokotropfen, 50%)
  • 80 gr Sauerkirschensaft

Ofen auf 210 Grad vorheizen, das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Die Form komplett mit Backpapier auslegen, den Boden zusätzlich dünn bebuttern. Sauerkirschen in einem Sieb abtropfen lassen, den Saft auffangen und 80 Gramm abwiegen. Butter mit Zucker, Vanille und Salz in einer Rührschüssel crèmig aufschlagen. Eier einzeln unterrühren, danach den Sherry und das Kakaopulver. Nüsse und Backpulver gemeinsam untermischen. Das Mehl kurz klümpchenfrei einrühren. Zuletzt abwechselnd Schokostücke, Saft und Schattenmorellen mit einem Gummispatel unterziehen. Teig in die vorbereitete Form umfüllen und glatt streichen. Backen: 180 Grad, ca. 50-55 Minuten, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. (io: Nach 40 Minuten locker mit Alufolie zugedeckt, mittlere Schiene. Nach 10 Minuten abgedeckt und noch 5 Minuten nachgebacken). Zwanzig Minuten abkühlen lassen, danach vorsichtig Form und Backpapier entfernen. Auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen. Der Schokokuchen schmeckt am besten, wenn er - gut eingepackt - vor dem Anschneiden 24 Stunden durchziehen durfte. Reste im Kühlschrank aufbewahren. Quelle: Hühnerküche

Sonntag, 8. Mai 2022

Zum Muttertag: Sauerkirschenpie


Nicht ganz saisonal, aber köstlich. Besonders mit einem riesigen Klecks Schlagsahne.

Füllung:
  • 350 gr selbst eingekochte Sauerkirschen oder Schattenmorellen aus dem Glas, abgetropft gewogen 
  • 275 gr Sauerkirschensaft
  • Schalenabrieb einer halben Bio-Zitrone
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 2 El Zucker
  • 25 gr Speisestärke

Sauerkirschen abtropfen lassen, Saft auffangen und abmessen. 200 ml mit Zitronenabrieb, Saft, Vanille und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen. Speisestärke mit dem restlichen Saft klümpchenfrei verrühren. Aufgelöste Stärke mit dem Schwingbesen in den kochenden Saft einrühren. Den Topfinhalt eine Minute unter ständigem Rühren kochen. Topf vom Herd ziehen, die abgetropften Kirschen untermischen. Zur Seite stellen.

Teig:
  • 125 gr geschmolzene Butter, leicht abgekühlt
  • 125 gr Zucker
  • 1/2 Tl Omas Kuchen- & Keksgewürz von Sonnentor*
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 250 gr Weizenmehl 
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Backpapier so zuschneiden, dass es die runde Wähenform mit 24 cm Durchmesser rundherum etwa 2 cm überlappt. Butter, Zucker, Vanillepulver und Salz mit dem Rührbesen kurz vermischen. Ei zugeben und 30 Sekunden unterrühren. Weizenmehl mit Backpulver vermischen und in zwei Portionen unter die Buttermasse rühren. Zuerst mit dem Schwingbesen, dann mit dem Gummispatel. 2/3 des Teiges möglichst gleichmässig mit angefeuchteten Händen auf dem Boden der mit Backpapier ausgelegten Form verteilen. Aus dem restlichen Teig dicke Rollen formen, rundherum an den Boden anlegen und bis zur Randkante der Form hochdrücken. Teigübergänge nahtlos verstreichen. Kirschkompott einfüllen. Pie in den Ofen verfrachten und 40-45 Minuten backen, bis der Teig nett gebräunt ist. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Direkt in der Form zerteilen. Mit Schlagsahne servieren.

* DIY: Ein knapper halber Teelöffel Zimtpulver, eine grosszügige Prise frisch geriebene Muskatnuss und eine ebenfalls grosszügige Prise Nelken- und/oder Pimentpulver.

Sonntag, 1. Mai 2022

Sonntagssüss: Flauschiger Heidelbeer-Buttermilch-Kuchen


Flauschig & feucht. Njamm.

Für eine viereckige Brownieform (20 x 20 cm):

  • 300 gr frische Heidelbeeren
  • 130 gr Zucker
  • 90 gr weiche Butter
  • fein abgeriebene Schale einer kleinen Bio-Orange
  • ein gehäufter 1/4 Tl Sumach 
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Ei Grösse L
  • 140 gr Buttermilch, zimmerwarm
  • 190 gr Mehl
  • 1,5 Tl Weinsteinbackpulver

Heidelbeeren in ein Sieb schütten, kurz abbrausen und gut abtropfen lassen. Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Form mit Backpapier auslegen. Zucker mit Butter, Orangenschale und den Gewürzen crèmig rühren. Ei mit dem Schwingbesen so lange untermischen, bis die Masse wieder glatt ist. Buttermilch einrühren. Der Schüsselinhalt sieht nun wie geronnene Milch aus. Kein Grund zur Panik, das ist völlig okay. Zuletzt Mehl und Backpulver nur so lange unterrühren, bis der schwer reissende Teig glatt aussieht. Beeren mit einem Teelöffel Mehl bestreuen. Kurz im Sieb herumhüpfen lassen, bis sie alle dünn mit Mehl überzogen sind. Vorsichtig unter den Teig rühren. Teig gleichmässig mit einem Gummischaber in der vorbereiteten Form verteilen. Backen: Etwa 40-45 Minuten bei 170 Grad, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. Auf einem Gitter 20 Minuten abkühlen lassen, danach aus der Form heben und das Backpapier entfernen. Mit dem Anschneiden warten, bis der Kuchen ausgekühlt ist. Reste im Kühlschrank aufbewahren. 

Freitag, 22. April 2022

Flaumiger Erdbeer-Buttermilch-Kuchen mit Sumach


Heute war wieder einmal so ein Tag, an dem ich gar-nie-nicht hätte aufstehen sollen. Viele doofe Ereignisse, kurze Zusammenfassung: Total verkrampft mit Kopfschmerzen aufgewacht. Eine Tasse Tee geschlürft, danach Erdbeeren geschnibbelt. Blöderweise war irgendwann ein Finger dazwischen. Aua. Fettmasse aufgeschlagen, Mehl direkt in der Rührschüssel abgewogen. Ohne Vorwarnung erlosch die Anzeige der Waage. Neue Batterie? Fehlanzeige. Yeah. Mehlmenge geschätzt, Kuchen gelang trotzdem. Puh. Beim Anziehen der Jeans ein hässlichen Ratschen gehört. Adieu, Lieblingshose. Komplett umgezogen. Schnell die Brillengläser poliert. Knack! Gestell gebrochen. Ersatzbrille gesucht, Zeit verloren. Hektisch das abgekühlte Gebäck verpackt und im Milchkasten deponiert. Zum Bus gerannt, der mir direkt vor der Nase abgefahren ist. Zur Tramstation gehechtet. Der Chauffeur sah mich, schloss die Türen und fuhr los. Geflucht wie ein Brauereikutscher. Mit reichlich Verspätung ein thailändisches Mittagessen via TGTG abgeholt. Zurück zur Busstation getrottet. Wartezeit laut elektronischer Anzeige: Drei Minuten. Eine Viertelstunde später stand ich immer noch dort und erfreute mich an klumpigen Nudeln mit kätschigem Broccoli ohne Sauce. Bäh. Nach der Heimkehr den Briefkasten überprüft. Leer. Abholung reibungslos verlaufen. Gut. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich hatte vergessen, den fertigen Erdbeer-Buttermilch-Kuchen zu fotografieren! Genau wie letztes Jahr! Gnaaaaaahhhhh! 


Meine Lieblingsnichte wird, falls der Kuchen heil in Bern ankommt, ein Bild knipsen. Werde es bei Gelegenheit nachreichen. Erledigt. Sie lässt noch ausrichten: Der Kuchen ist mega fein! 😋

Für eine tiefe Wähenform mit 24 cm Durchmesser:

  • 350 gr Erdbeeren, abgebraust und abgetropft
  • 140 gr Zucker
  • 90 gr weiche Butter
  • ein gehäufter 1/4 Tl Sumach*
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Ei Grösse L
  • 130 gr Buttermilch, zimmerwarm
  • 190 gr Mehl
  • 1,5 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Form mit Backpapier auslegen. Die Erdbeeren der Länge nach vierteln, vorher Grünzeug und weisse Ansätze wegschneiden. Zur Seite stellen. Zucker mit Butter und Gewürzen crèmig rühren. Ei mit dem Schwingbesen so lange untermischen, bis die Masse wieder glatt ist. Buttermilch einrühren. Der Schüsselinhalt sieht nun wie geronnene Milch aus. Kein Grund zur Panik, das ist völlig okay. Zuletzt Mehl und Backpulver nur so lange unterrühren, bis der schwer reissende Teig glatt aussieht. Gleichmässig mit einem Gummischaber in der vorbereiteten Form verteilen. Erdbeerviertel dicht an dicht mit den Samen nach oben leicht in den Teig drücken. Backen: Etwa 50-55 Minuten bei 170 Grad, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. (Io: 50 Minuten plus 5 Minuten auf der zweiten Schiene von oben zum Nachbräunen). Auf einem Gitter 20 Minuten abkühlen lassen, danach die Form und das Backpapier entfernen. Mit dem Anschneiden warten, bis der Kuchen ausgekühlt ist. Reste im Kühlschrank aufbewahren. 

* Sumachpulver von türkischen Herstellern ist oft mit Salz versetzt. Wird reiner Sumach verwendet - z.B. aus dem Iran oder von Schwarzenbach - mit den Gewürzen eine zusätzliche Prise Salz unterrühren. 

Sonntag, 20. Februar 2022

Mit oder ohne Gluten: Apfel-Quark-Auflauf


Eine Abwechslung der gelungenen Art: Süsser Apfelauflauf statt Sonntagsbraten. 

Auch ohne Gluten und Laktose ein feines Zmittag oder Znacht.

 Für eine 28 cm Pie- oder Auflaufform:

  • 800 gr eher mehlige, aromatische Äpfel (io: Schrumpeläpfelmix aus dem Keller)
  • 125 gr Zucker
  • 60 gr sehr weiche Sauermilchbutter 
  • feiner Schalenabrieb einer kleinen Bio Zitrone
  • ein gehäufter 1/4 Tl Zimtpulver
  • ein gehäufter 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1/8 Tl Pimentpulver
  • 3 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 60 gr Weichweizen- oder Reisgriess
  • 3/4 Tl Weinsteinbackpulver
  • 500 gr Sahnetopfen oder laktosefreier Quark

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, das Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Pieform grosszügig ausbuttern. Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse, Fliege und Stielansatz entfernen. Die Apfelviertel in dünne Scheiben hobeln oder schneiden. In einer Rührschüssel Zucker, Butter, Gewürze und Eier mit einem Schwingbesen kräftig zu einer glatten Masse verrühren. Griess und Backpulver untermischen, danach den Topfen. Rühren, bis die Masse wieder glatt ist. Apfelscheibchen mit einem Gummischaber untermischen. Teig die vorbereitete Form umfüllen, glatt streichen. Backen: 45 Minuten bei 180 Grad. Heiss servieren. Reicht für vier Personen. Reste im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag in die Lunchbox packen. 

Sonntag, 13. Februar 2022

Weit gereistes Sonntagssüss: Apfel-Buchweizen-Kuchen


Weit gereist? 
Äpfel: Bodenseeregion/D
Zucker: Schweiz
Butter: Irland
Bio Zimt: Madagaskar
Bio Vanille: Uganda
Salz: Himalayagebiet
demeter Eier: Biederthal/F
Bio Buchweizenvollkornmehl: Veltlin/I (Ferienmitbringsel)
demeter Buchweizenmehl, hell: Deutschland
Bio Weinsteinbackpulver: Deutschland
 Bio Orange: Griechenland
Bio Weizenmehl: Schweiz
Zusammengerührt und gebacken: In Basel.
Sehnsüchtig erwartet und persönlich abgeliefert: In Bern.
Fürwahr: Weit gereist.

Für eine rechteckige Brownieform (20 x 30 cm):

  • 4 aromatische, eher mehlige Äpfel, ca. 600 gr (io: Holsteiner Cox)
  • 190 gr Zucker
  • 150 gr sehr weiche Butter
  • bombierter 1/4 Tl Zimt
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • eine Prise Salz
  • 3 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 135 gr Buchweizenmehl (io: halb Vollkorn, halb hell)
  • 1 gehäufter Tl Weinsteinbackpulver
  • 70 gr frisch gepresster Orangensaft
  • 100 gr Weizenmehl Typ 405

Backofen auf 170 Grad vorheizen, Gitter samt Backpapier auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Die Brownieform mit Backpapier auslegen. Äpfel schälen. Kerngehäuse, Stielansatz und Fliege entfernen, Fruchtfleisch achteln. Zur Seite stellen. Zucker mit Butter, Gewürzen und Salz eine Minute lang mit dem Handrührer crèmig aufschlagen. Eier zugeben und die Masse weiter aufschlagen, bis sie deutlich heller und voluminöser ist. Buchweizenmehl und Backpulver kurz (!) untermischen. Anschliessend den Orangensaft kurz (!) unterheben. Zuletzt das Weizenmehl kurz (!) unterrühren. Den crèmigen Teig in die vorbereitete Form umfüllen, mit einem Gummischaber glatt streichen. Die Apfelschnitze dicht an dicht, mit der Wölbung nach unten, leicht in den Teig drücken. Form in den Ofen schieben und den Kuchen etwa 60 Minuten backen. (Io: Nach 40 Minuten locker mit Alufolie abgedeckt. Nach 55 Minuten fiel der Stäbchentest positiv aus. Alufolie entfernt und noch 5 Minuten nachgebacken). Auf ein Kuchengitter stellen und eine halbe Stunde in der Form abkühlen lassen. Der Kuchen fällt leicht zusammen, kein Grund zur Panik. Nach der Abkühlzeit den Kuchen vorsichtig mit dem anhaftenden Papier aus der Form auf das Kuchengitter bugsieren. Papierränder herunterklappen, Form überstülpen. Form, Kuchen und Kuchengitter zusammen umdrehen. Absetzen und das Backpapier abziehen. Gitter direkt auf den Kuchenboden legen, das Ganze wieder umdrehen und den ausgepackten Kuchen so vollständig auskühlen lassen. Zimmerwarm mit einem Klecks Crème double (Fribourg/CH) geniessen. Das lockere - aber keineswegs trockene - fein nussige Gebäck hält sich, gut eingepackt und kühl gelagert, mindestens drei Tage. P.S. Auch mit geriebener Tonkabohne (Brasilien) statt Vanille ein Knüller.

Sonntag, 9. Januar 2022

Vegan, laktose- und glutenfrei: Süsse Reisblinis

Der Grossteil meiner Küchenutensilien stammt aus zweiter Hand. Wunderbar fürs schlechte Gewissen, schlecht für die vorhandenen Schrankkapazitäten. Ich bemühe mich redlich, zu lange ungenutzte Sachen auszusortieren und so Platz zu schaffen. Das freut das Teufelchen auf meiner Schulter. Er merkt sich nämlich die neuen Lücken und flüstert mir beim nächsten Brockibesuch ins Ohr: Kauf dieses. Oder das. Du hast genug Platz dafür. *säusel* Die Pancakespfanne, die im Herbst bei uns einzog, verdanke ich ebenfalls dem gehörnten Mistvieh. Obwohl ich jederzeit Schwesterherzens Pancakespfanne hätte ausleihen können, bestand der Verführerfürst auf ein eigenes Exemplar. Doch dieses Mal habe ich ihn ausgetrickst. Seit die Pfanne den Platz der unterdessen verkauften Tajine eingenommen hat, ist sie ständig in Gebrauch: Vegane Blinis, fluffige Pancakes ohne Eier, Minibeghrir, Wachtelspiegeleier, süsse Reisblinis.... Und die Ideen gehen mir noch lange nicht aus. Ätsch, bätsch!

Für etwa 20 kleine Reisblinis:

  • 200 gr dicke Kokosmilch, zimmerwarm 
  • 100 gr lauwarmes Wasser 
  • 50 gr Zucker
  • je eine grosszügige Prise Salz, Vanillepulver und/oder frisch gemahlener Kardamom
  • 3 gr frische Hefe
  • 20 gr lauwarmes Wasser
  • 125 gr grobes Reismehl (io: Coarse Rice Atta von Aggarwal - fühlt sich wie Hartweizenmehl an)
  • 1 El Sonnenblumenöl zum Braten

Kokosmilch mit Wasser, Zucker, Salz, Vanille und Kardamom in einer Teigschüssel mit dem Schwingbesen verrühren. Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und zusammen mit dem groben Reismehl unter die Kokosmilch mischen. Der Teig sollte dickflüssig, schon fast crèmig sein. Mit einer Duschhaube abdecken und 2-3 Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis sich an der Oberfläche unzählige kleine Bläschen zeigen. Wenn der Teig das gewünschte Stadium erreicht hat und fein hefig riecht, eine möglichst schwere Pancakespfanne auf mittlerer Stufe erhitzen (io: 5 von 9). Die Vertiefungen dünn mit Sonnenblumenöl einpinseln. Teig mit einem Schöpflöffel durchrühren und die Vertiefungen nicht ganz bis zum Rand damit auffüllen. Nach kurzer Zeit zeigen sich auf den Teigrondellen viele Bläschen, die für eine lockere Struktur/die Fluffigkeit sorgen. Erst wenn die Oberfläche quasi trocken ist, die Blinis wenden und kurz auf der zweiten Seite bräunen. Heiss oder zimmerwarm geniessen. Übrige Blinis eintuppern und im Kühlschrank aufbewahren. Quelle: Tanzanian Coconut Pancakes aus The African News Cookbook (Rezept stark abgewandelt).

Sonntag, 19. Dezember 2021

Apfelreis. Einfach nur Apfelreis.

Milchreis ist bei uns ein immer gern gesehener Gast. Egal, ob als Lenôtres Teurgoule, griechischer Reispudding, Kokosmilchreis mit Määäh, Fırın Sütlaç, lila Reissgriessbrei oder als schnöder Milchreis aus dem Slow Cooker.

Blöderweise hat die eine Familienhälfte aber nun ein Laktoseverträglichkeitsproblem und der Rest eine schon lange eingebürgerte Abneigung gegenüber Kokosmilch. Milchreis mit Hafer- statt Kuhmilch stiess bei beiden Parteien auf Ablehnung, doch der Apfelreis wurde mit frenetischem Applaus überschüttet.

Für 2 Personen als süsses Znacht, inkl. Reste für die Lunchbox:

  • je 500 ml frischer Apfelsaft und Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 200 gr Rundkornreis (io: Idlireis)

Ofen auf 190 Grad vorheizen, das Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Apfelsaft und Wasser mit dem Salz in einem ofenfesten Topf (io: Le Creuset Düpfi) zum Kochen bringen. Unterdessen die Äpfel rüsten. Wenn der Topfinhalt kocht, den Reis zugeben und die Hitze runterdrehen.

  • 3 grosse, aromatische Äpfel, ca. 500 gr 
  • eine daumenbreite Zitronenscheibe
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • Zucker nach Geschmack (io: ca. 40 gr hellbrauner Bio-Rohrzucker)
  • 45 gr grüne Sultaninen, abgebraust und abgetropft

Die Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse und Fliege entfernen. Jedes Viertel in 6-8 Stücke zerteilen, sofort mit etwas Zitronensaft beträufeln.*  Apfelstücke, Vanillepulver und Zucker unter den Reis rühren. Hitze hochdrehen und den Apfelreis einmal aufkochen. Kosten und ggf. sparsam nachzuckern. Zuletzt die Sultaninen unterrühren. Den Deckel auflegen und 30-35 Minuten im vorgeheizten Backofen ausquellen lassen.

  • 3 gehäufte Esslöffel Crème fraîche (io: Halbfett aus Fronkreisch)
  • fein abgeriebene Bio-Zitronenschale, optional

Wenn der Reis durchgegart ist, Crème fraîche und wenig abgeriebene Zitronenschale unterrühren. Den Apfelreis nach Bedarf mit Zitronensaft oder Zucker abschmecken (abhängig vom Zuckergehalt des Apfelsafts, der Zitronensaftmenge und der verwendeten Apfelsorte(n)). Heiss mit Zimt-Zucker geniessen oder abgekühlt als Alternative zum fixfertigen Milchreis aus dem Supermarktkühlregal servieren.

Tipp: Eher geizig mit dem Zitronensaft umgehen, besonders wenn Kinder mitessen. 

Sonntag, 22. August 2021

Brownies mit geröstetem Haferflockenmehl (glutenfrei)



Herr C., der sonst süss-salzige Desserts und Gebäck verschmäht, war von den Brownies so angetan, dass er täglich um ein grosses Stück als Zugabe zu seiner Lunchboxfüllung bat. Schwesterherz, die ein riesiger Fan von süss-salzigen Desserts und Gebäck ist, ging aus diesem Grund leer aus. Alles selber gemampft. Sorry.

Für eine quadratische Brownieform (20 x 20 cm):

  • 85 gr zarte Vollkornhaferflocken (z.B. glutenfreie Hafervollkornflocken aus der Migros)

Haferflocken in einer Pfanne unter ständigem Rühren anrösten, bis sie nussig duften und ganz leicht gebräunt sind. Auf einem Teller abkühlen lassen, danach im Zerkleinerer/Mixer in feines Mehl verwandeln.

  • 175 gr dunkle Schokolade (io: mit 60% Kakaogehalt)
  • 120 gr Salzbutter (io: Meersalzbutter aus der Normandie mit 2,8% Salzkristallen)

Schokolade grob hacken. Zusammen mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Die Schokobutter vor der weiteren Verwendung ein paar Minuten abkühlen lassen. Unterdessen den Ofen auf 180 Grad vorheizen, das Backblech auf der mittleren Schiene positionieren. Die Form mit Backpapier auslegen. Den Boden zusätzlich mit ein wenig pomadiger Butter einfetten. So lässt sich das Backpapier später leichter ablösen.

  • 3 Eier Grösse M
  • 140 gr Zucker
  • ein leicht gehäufter Tl lösliches Kaffeepulver (io: Orzo & Café)
  • 1/4 Tl Weinsteinbackpulver
  • eine grosszügige Prise Vanillepulver 
  • 75 gr dunkle Schokolade, nicht zu fein gehackt (io: wiederum mit 60% Kakaoanteil)
  • 1 El brauner Rum oder Orangensaft

Eier mit Zucker, Kaffee-, Back- und Vanillepulver in einer Schüssel mit dem Schwingbesen aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Schokobutter gründlich untermischen, danach das Hafermehl. Zum Schluss die gehackte Schokolade und den Rum zackig mit einem Gummispatel unterheben. Den dickflüssigen Teig in vorbereitete Form giessen. Etwa 30 Minuten backen, bis der Stäbchentest positiv verläuft. Aus dem Ofen holen, 20 Minuten in der Form abkühlen lassen. Vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen. Backpapier abziehen und mit Hilfe eines Tellers den Browniekuchen wieder richtig herum auf das Gitter befördern. Vor dem Anschneiden komplett auskühlen lassen. Übrige Haferflockenbrownies eintuppern und maximal eine Woche im Kühlschrank aufbewahren. Abgeändert nach diesem Rezept: Klick

Sonntag, 24. Januar 2021

Mini für 2: Beauregard Apfelkuchen



Funkstille. Ungewollt. Viren nicht nur draussen vor der Tür, sondern auch drinnen im PC. Elendig mühsam sowas. Nun sollte das Problem behoben sein. Hoffentlich. Beim Durchstöbern der Dateien nach versteckten Restviren, fanden sich etliche Foodfotos aus der Zeit vor dem Umzug. Das erklärt die helle Mitte des Apfelkuchens. Mein damaliger Gasherd, das billigste Schrottmodel ever, ohne Temperaturanzeige & Oberhitze, weigerte sich nämlich standhaft, jeglichem Gebäck eine nette Bräunung zu verleihen. Weder betteln noch fluchen half. Im Elektroofen gebacken, sieht der Beauregard Apfelkuchen mit goldbrauner Oberfläche richtig adrett aus. Dumm nur, wenn das doofe Kind nie daran denkt, endlich neue Fotos vom Kuchen zu schiessen...


Für eine 18er Springform:

  • 2 kleinere, säuerliche Äpfel, z.B. Sauergrauech
  • 50 gr Butter, pomadig
  • 50 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 65 gr Mehl
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 1/4 Tl Alma Mater, fein gemahlen*
  • 2 El Milch

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Boden und Rand der Springform mit Backpapier verkleiden. Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse, Fliegen und Stiele entfernen. Die Apfelviertel dritteln, das ergibt insgesamt 24 Apfelschnitze. Zur Seite stellen. Butter mit Zucker und Salz schaumig rühren. Ei gründlich untermixen. Mehl, Backpulver und Alma Mater verrühren. In zwei Portionen, abwechselnd mit der Milch, zackig unter die Fettmasse mischen. In die vorbereitete Form löffeln, Oberfläche glätten. Die Apfelstücke nur leicht in den Teig drücken. Backen: Etwa 25-30 Minuten, bis die Stäbchenprobe positiv ausfällt. Eine Viertelstunde auf einem Kuchengitter abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form befreien. Vor dem Servieren vollständig abkühlen lassen und nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.


*Alma Mater gibt's ausschliesslich bei Schwarzenbach in Zürich. (Stand Januar 2021: Leider ausverkauft). Ersatz: 1/4 Tl Hildegards Kuchen- und Keksgewürz. Oder Zimtpulver. Oder Kardamom. Oder etwas weniger Vanillepulver. Oder zwei Prisen fein geriebene Tonkabohne. Piment und Äpfel ergänzen sich auch wunderbar.

Sonntag, 8. November 2020

Oranger Ingwersirup mit Kardamom und Vanille



Alnatura hatte letzte Woche nochmals jungen Bio-Ingwer aus Deutschland im Angebot. Blitzschnell setzte bei diesem Anblick meine Denkfähigkeit aus und die Gier übernahm das Kommando. Nachdem meine Zurechnungsfähigkeit zurückgekehrt war - naturellement erst hinter der Kasse -  stellte sich heraus, dass ein Viertelkilo Ingwer für das geplante Linsengericht ein bisschen zu viel des Guten wäre. Bevor Herr C. den Spontankauf im Kühlschrank erspähen und mich dafür ausschelten würde, musste das Corpus Delicti spurlos verschwinden. Blöd nur, dass die ganze Bude bis am späten Abend nach dem frisch gekochten Sirup roch... 

Für ca. 600 ml:

  • 220 gr junger Bio-Ingwer
  • 50 gr frische Bio-Kurkuma
  • 4 Kapseln grüner Kardamom
  • 1 Liter Wasser

Ingwer und Kurkuma gründlich abbrausen. Ungeschält in einen mindestens 2,5 Liter fassenden Kochtopf raffeln (io: Röstiraffel). Die Kardamomkapseln der Länge nach halbieren, zum Ingwer in den Topf legen. Wasser zugiessen, Topf auf den Herd stellen und den Inhalt zum Kochen bringen. Hitze reduzieren, Deckel auflegen und eine Viertelstunde köcheln. Auf der ausgeschalteten Herdplatte eine Stunde ziehen lassen.

  • ca. 300 gr Zucker
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 1/4 Tl Kurkumapulver
  • 1 gehäufter El heller Honig (io: Eukalyptushonig)

Den Ingwertee durch ein feines Teesieb giessen. Flüssigkeit auffangen, Siebinhalt leicht ausdrücken und danach im Kompostkübel entsorgen. Kochtopf reinigen, die Flüssigkeit darin abwiegen (io: 904 gr). Mit einem Drittel Zucker (io: 300 gr) im Topf vermischen. Zehn Minuten köcheln. Dann den Honig und die beiden Gewürzpulver unterrühren. Vorsicht: Der Sirup schäumt heftig auf! Weitere fünf Minuten köcheln, dabei den Topfrand mehrmals mit einem Gummischaber reinigen. Das am Schaber haftende Vanillepulver wieder unterrühren. Den Sirup durch ein feines Sieb in eine blitzsaubere, vorgewärmte Glasflasche füllen. Gut verschliessen und zugedeckt abkühlen lassen. Nach dem Anbruch im Kühlschrank aufbewahren. Der Sirup hält sich etwa ein halbes Jahr, wenn sauber gearbeitet wurde. Erkältungstee: Eine Tasse heisses Wasser oder Früchtetee, Saft eines Zitronenviertels, Ingwersirup und Honig nach Geschmack. Möglichst zügig trinken. Tipp: Plus 2 cl Rum = Ingwergrog. *hicks* Meine (kalte) Lieblingsvariante: Halb Orangensaft, halb Mineralwasser, mit einem Schuss Sirup verrühren.

Donnerstag, 10. September 2020

Apfelkompott-Pie aus UrDinkelruchmehl


Das Apfelbäumchen im Garten scheint mich ständig verschmitzt anzugrinsen. Kein Wunder, denn es hat uns von Anfang an gründlich veräppelt. Als ich es zum ersten Mal sah, stand es zusammen mit unzähligen anderen Apfelbäumchen in einem Container vor dem Gartencenter. Es war das einzige Bäumchen mit rosafarbenen Blüten und obwohl das Sortenetikett fehlte, quengelte ich so lange, bis Herr C. den Kauf genehmigte. Die ersten Jahre nach dem Einpflanzen tat es nichts anderes, als Blätter zu produzieren. Kein Wachstum, keine Blüten, keine Früchte. Irgendwann begann es dann doch noch zu wachsen, überraschte uns mit weissen Blüten und wurde prompt vom Apfelschorf befallen. Die drei oder vier Äpfel, die es später pro Jahr trug, waren zwar fein, aber wegen der Krankheit so unansehnlich, dass eine Sortenbestimmung unmöglich war. Vor drei Jahren beschloss der Baum plötzlich in die Grossproduktion einzusteigen und bescherte uns einen Weidenkorb voll Äpfeln. Freudig stellten wir den Korb in den Keller, fuhren für zwei Wochen Ferien ins Appenzellerland, und als wir zurückkamen, waren alle Äpfel braun, verschrumpelt und ungeniessbar. Keine Lagersorte, offensichtlich.


Im letzten Herbst fiel die Ernte wieder gewohnt mickrig aus, doch dieses Jahr scheint der Baum dem Grössenwahnsinn verfallen zu sein. Er trägt so viele Früchte, dass sich alle Äste zum Boden hin durchbiegen. Wir mussten einige Hauptäste sogar mit Holzbalken stützen, sonst wären sie schon im Frühsommer abgebrochen. Nun sind die Äpfel reif, die Hälfte ist schon geerntet und wir haben immer noch keine Ahnung, um welche Sorte es sich handelt. Die Früchte sind mittelgross, sattgrün bis hellgelb, leicht säuerlich und eignen sich hervorragend für Apfelmus, Kompott, Apple Butter und Apfelkuchen. Der Apfelkompott-Pie ist der beste Beweis dafür, denn wenn die Füllung nicht aus aromatischen, säuerlichen Äpfeln bester Qualität hergestellt wird, taugt er nur als Kompostfutter. Oder als Geburtstagsgeschenk für den unausstehlichen Onkel, der sich als Gourmet ausgibt, eine Vanillesauce aber nicht von einer Mangosauce unterscheiden kann...

Apfelkompott:

  • 1,1 Kilo aromatische, säuerliche Äpfel (vorzugsweise alte Sorten, lasst euch auf dem Markt beraten)
  • Zimt, Piment, Gewürznelke, Ingwer
  • 100 ml Apfelsaft
  • ca. 40 gr heller Rohrzucker
  • 1 Tl Limettensaft

Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse, Stiele und Fliegen wegschneiden. Viertel direkt über dem Kochtopf in dicke Scheiben zerteilen. Mit reichlich Zimt, etwas weniger Piment, noch weniger Ingwer und zwei grosszügigen Prisen Nelkenpulver würzen. Apfelsaft und 2 Esslöffel Zucker unterrühren. Deckel auflegen und auf mittlerer Stufe kochen, bis die Äpfel fast weich sind. Mit einem Kartoffelstampfer zu einem grobstückigen Brei zerkleinern. Ohne Deckel und unter ständigem Rühren weiter einkochen, bis das Kompott schön eingedickt ist. Nach Belieben mehr Gewürzpulver und Zucker untermischen, zum Schluss mit Limettensaft abschmecken. Kompott auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Unterdessen den Teig zubereiten.

Teig:
  • 125 gr sehr weiche Butter & ein Knubbel für die Form
  • 125 gr heller Rohrzucker
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Salz
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 1 El Milch
  • 225 gr UrDinkelruchmehl (io: Mühle Maisprach, ca. Typ 1100)
  • 25 gr Maisstärke 
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 700 gr Apfelkompott

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Den Rand einer runden Kuchenform (24 cm Durchmesser) mit der Hälfte des Butterknubbels einschmieren. Ein Stück Backpapier rund zuschneiden und den Boden der Form damit auslegen. Den Backpapierboden mit dem restlichen Butterknubbel einfetten. Butter, Zucker, Vanillepulver und Salz mit dem Schwingbesen gründlich vermischen. Ei und Milch zugeben. So lange unterrühren, bis die Masse wieder glatt ist. Mehl mit Stärke und Backpulver vermischen. In zwei Portionen mit einem Kochlöffel unter die Buttermasse rühren. 165 Gramm Teig für die Deckschicht zur Seite stellen. Restlichen Teig möglichst gleichmässig mit feuchten Händen oder einem Löffelrücken in der Form verteilen und bis zur Randkante hochdrücken. Apfelkompott bis knapp unter den Rand einfüllen. Vom abgenommenen Teig walnussgrosse Portionen abstechen, flach drücken und möglichst deckend auf der Fruchtschicht verteilen. In den Ofen stellen und 35 Minuten backen, bis der Teig nett gebräunt ist. Vor dem Anschneiden auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. Reste gut eingepackt im Kühlschrank aufbewahren. Ohne Kühlung neigt die Apfelschicht wegen des niedrigen Zuckergehalts leider zur Schimmelbildung.

Freitag, 7. August 2020

Blitzschnell nachgebacken: Quarktaler mit Brombeeren



Eben noch bei Barbaras Spielwiese, jetzt auf Cookies Showbühne: Quarktaler mit Beeren aus unkompliziertem Quark-Öl-Teig. Praktischerweise waren ein Viertelkilo Halbfettquark und ein Schälchen säuerliche Brombeeren aus Biel-Benken im Kühlschrank zu Gast, beides Überbleibsel aus TGTG-Rettungstüten, die zügig verbraucht werden sollten. Zum Glück sind Aufwand und Backzeit so gering, dass die Taler auch während einer Hitzewelle problemlos ohne Schweissausbrüche realisiert werden können. Quod erat demonstrandum.

Für sechs Quarktaler:

  • 250 gr backstarkes Weizenmehl Typ 405 
  • 60 gr Zucker
  • 2 Tl / 7 gr Weinsteinbackpulver
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 120 gr Halbfettquark (io: mit 6% Fettgehalt)
  • 70 gr Milch
  • 60 gr Rapsöl

Ofen auf 240 Grad vorheizen, Blech mit Backpapier belegen. Mehl, Zucker, Backpulver, Vanille und Salz in einer Rührschüssel mit einem Löffel vermischen. In der Mitte eine Mulde formen. Quark, Milch und Rapsöl zugeben. Mit dem Löffel zu einem möglichst homogenen Teig verrühren. Aus der Schüssel heben und den Teig mit den Händen auf der Arbeitsfläche kurz glatt kneten. In sechs gleich grosse Stücke zerteilen. Bei jeder Teigportion die Ecken unterschlagen, rund schleifen und danach die Bällchen auf die Grösse einer Untertasse platt drücken. Mit reichlich Abstand auf dem Blech verteilen, bei jedem Fladen einen kleinen Rand nachformen. 

Belag:

  • 350 gr Brombeeren
  • 130 gr Halbfettquark
  • 50 gr Zucker
  • 1 El / 8 gr Speisestärke
  • 1/4 Tl Zitronenschalenpaste oder etwas mehr frischer Zitronenabrieb

Brombeeren, falls nötig, kurz abbrausen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Quark gleich in der Verpackung mit dem Zucker, der Speisestärke und der Zitronenpaste klümpchenfrei verrühren. Auf jeden Teigfladen einen gehäuften Esslöffel Quarkmasse geben. Gleichmässig verstreichen, dabei rundherum einen knapp fingerbreiten Rand frei lassen, damit der Quark nicht auf's Blech fliesst. Mit den Beeren belegen und auf der untersten Schiene einschieben. Temperatur auf 180 Grad reduzieren, 17 Minuten backen. Grill zuschalten und die Teilchen auf der obersten Schiene 2-3 Minuten unter ständiger Beobachtung nachbräunen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, nach Belieben mit Puderzucker bestäuben und noch am gleichen Tag geniessen.

Anmerkung: Zutaten & Zubereitung wurden an die vorhandenen Vorräte und unseren zickigen Ofen angepasst.