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Donnerstag, 22. Februar 2024

Kräuterbrotpancakes mit Paprikazhoug


                                          Problem: Übrige Brötchen und Kräuter aus einer TGTG Tüte.
                        Bei Pinterest ins Auge gesprungen: Ottolenghis A'jas & Black Sea Pancakes. 
                                                     Ersteres: Zu viele Eier, zu wenig Altbrot.
                                                             Letzteres: Ohne Brotzugabe. Mist.
                                   Idee: Die zwei Rezepte Handgelenk mal Pi zusammenmischen. 
                                                               Ergebnis: Experiment gelungen. 

Für etwa 20 kleine Pancakes

  • 4 helle Brötchen vom Vortag, ca. 160gr ohne Rinde 
  • 2 Eier Grösse L
  • kalte Milch nach Bedarf (io: etwa 150 ml)
  • 1/2 Tl geräuchertes Paprikapulver
  • je ein bombierter 1/4 Tl Kräutersalz, Sumach und gemahlener Koriander
  • 1/4 Tl gerösteter Kreuzkümmel, ganz oder gemahlen
  • 1/4 Tl grob gemahlener schwarzer Pfeffer (io: Pesteda)
  • 1 Prise Urfa Biber
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • eine Handvoll glatte Petersilie ohne grobe Stiele, abgebraust und trocken getupft
  • eine kleine Handvoll Dill, dito
  • Öl zum Braten (io: halb Olive, halb Raps)

Brötchen entrinden und halbieren. Eine Schüssel mit lauwarmen Wasser füllen. Brötchenhälften nacheinander kurz hineintauchen, so gut wie möglich ausdrücken und über einer Rührschüssel zerzupfen. Die Brötchenmasse mit einem Kartoffelstampfer zermatschen. Eier aufschlagen, zur Brötchenmasse geben und alles nochmals mit dem Kartoffelstampfer bearbeiten. Stampfer zur Seite legen und den Schwingbesen hervorholen. Milch Schluck für Schluck unterrühren, bis der Schüsselinhalt die Konsistenz eines dicken Omelettenteigs hat. Zwiebeln in dünne Röllchen schneiden, Petersilie und Dill mittelfein hacken. Zusammen mit Salz und Gewürzen unter den Teig rühren. Eine beschichtete Pfanne mit hohem Rand auf den Herd stellen und einen grosszügigen Gutsch Öl reingiessen. Heiss werden lassen (io: Stufe 7,5 von 9). Pro Pancake einen bombierten Suppenlöffel Masse in die Pfanne setzen, vorsichtig ein bisschen breit streichen. Wenn sich unten eine Kruste gebildet hat, die Pancakes mit einem Pfannenwender vorsichtig umdrehen. So lange wiederholen, bis alle Pancakes auf beiden Seiten schön gebräunt sind. Auf Küchenpapier absetzen und evt. im Ofen bei 80 Grad warm halten. Heiss mit Zhoug und Salat geniessen. Oder handlange Baguettestücke aufschneiden, Unterseite mit einem Löffel voll Zhoug bestreichen und mit zimmerwarmen Pancakes belegen. Mit Grünzeug, Tomatenscheiben und Fetakrümeln toppen. Als Hauptericht mit Salat reichen die Pancakes für 2-3 Esser, als Baguettefüllung für 4-6 Personen.


Unorthodoxes Paprikazhoug:
  • 1/4 Tl geröstete Kreuzkümmelsamen
  • 1 Knoblauchzehe, geschält & gescheibelt
  • 20 gr Koriander mit Stielen, abgebraust & getrocknet
  • 50 gr Olivenöl
  • 12 gr milder Weissweinessig (io: Condimento Bianco)
  • Kräutersalz
  • 1 rote Spitzpaprika, ca. 100 gr

Die Kreuzkümmelsamen im Zerkleinerer ein paar Runden drehen lassen. Knoblauchscheiben zum Kreuzkümmel in den Behälter legen, obendrauf den Koriander. Öl und Essig zuwiegen. Salzen und bis zur gewünschten Konsistenz kleinmixen (io: glatt). Paprika abbrausen, trocken tupfen, rüsten und in kleine Würfelchen schneiden. Mit dem Korianderpesto verrühren. Nachsalzen und, falls nötig, mit ein paar zusätzlichen Tropfen Essig abschmecken. Reste halten sich locker eine Woche im Kühlschrank.

Sonntag, 11. Februar 2024

Bunte Kürbis-Gersten-Suppe mit Petersilie

Starke Windböen und Temperaturen unter 10 Grad. Kein Ponyhofwetter für Herrn C., der heute ein paar Stunden mit seiner Fasnachtsclique über Wiesen und Wälder bummelt. Um ihn aufzutauen, erwartet ihn nach seiner Rückkehr eine warme Suppe. Oder vielleicht auch nicht. Werde mich zwingen müssen, ihm ein winziges Schälchen dieser Köstlichkeit abzutreten. Vielleicht verstecke ich - ganz hinterhältig - den Suppentopf auf der Terrasse und biete ihm nur einen heissen Tee an. Die Idee gefällt mir. Mehr Suppengenuss für mich. Ha!

Für 4-6 Personen, je nach Hunger und Grösse des Kürbisses:

  • etwa 1,2 Liter Gemüsebrühe
  • 2 Lorbeerblätter, eines mit einer Gewürznelke gespickt
  • 1 grosse Muskatblüte
  • 100 gr fein geschrotete Gerste oder grober Gerstengriess (io: Semola di orzo grossa)
  • ein Kabocha Kürbis, ca. 1,2 Kilo - gerüstet und in mirabellengrosse Würfel zerteilt
  • 1 richtig grosse Zwiebel (io: Rosa Roscoff)
  • 1 Stange Sellerie
  • 100 gr Bündner- oder Hobelfleisch, gerne auch Ab-/Anschnitte 
  • ca. 150 ml Milch
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle (io: Pesteda)
  • Kräutersalz
  • Piment, gemahlen
  • ein kleines Sträusschen Petersilie, ca. 20 Gramm

In einem beschichteten Bräter 800 ml Gemüsebrühe mit den Lorbeerblättern und Macis zum Kochen bringen. Unterdessen die Gerste in einem Sieb unter fliessendem kalten Wasser so lange abspülen, bis das abfliessende Wasser klar bleibt. Griess etwa 5 Minuten in der Bouillon vorkochen. Unterdessen die Zwiebel schälen und mittelfein hacken. Sellerie entfädeln und in kleine Würfel schneiden. Trockenfleisch ebenfalls klein würfeln. Wenn die Gerste fast weich ist, Kürbis, Gemüse und Fleisch einrühren. Soviel Brühe zugiessen, bis die Kürbiswürfel knapp bedeckt sind. Deckel auflegen und etwa 10 Minuten kochen, bis die Kürbisstücke weich sind. Dann die Milch zugiessen. Suppe mit Salz, Pfeffer und Piment abschmecken, weitere drei Minuten kochen. Falls die Gerstensuppe zu dick scheint, mit heissem Wasser oder mehr Milch bis zur gewünschten Konsistenz verdünnen. Lorbeerblätter, Gewürznelke und Macis rausfischen. Lorbeer und Nelke entsorgen, gekochte Muskatblüte fein hacken. Anschliessend auf dem Schneidebrett mit der Breitseite des Messers zermusen und wieder zur Suppe geben. Petersilie waschen, entstielen, fein hacken und zuletzt unterrühren. Heiss servieren.

Tipps: Fein geschrotete Gerste bzw. grober Gerstengriess benötigt ein Bruchteil der Kochzeit, die man für Perlgraupen einrechnen muss. Kürbiswürfel aus dem TK verkürzen den Vorbereitungsaufwand enorm, ebenso dünne Bündnerfleischanschnitte. Petersilie weglassen und Schnittlauchröllchen zum Schluss über die Suppe streuen. Für eine üppigere Version, Milch durch Sahne ersetzen.

Sonntag, 23. Juli 2023

Krabbensalat anders: Ohne Mayo, dafür mit Zucchini und Tomaten

Auf dem Rückweg von unserem Ausflug ins Bernbiet, legten wir einen Halt beim Dyhrberg Fabrikladen ein. Leider waren die von Herrn C. favorisierten geräucherten Forellenfilets schon ausverkauft, aber geräucherte Tiefseescallops und ein Familienbecher Eismeerkrabben halfen ihm, die Enttäuschung abzumildern. Zu Hause versank dann ein Teil der Crevetten in einer frisch angerührten Cocktailsauce. Not bad, aber..... Als Kind der 80er hatte ich Crevettencocktails heiss und innig geliebt, doch nun sprang der Funke nicht mehr über. Mayonnaise in Ehren, aber für den Rest des Becherinhalts schwebte mir etwas Leichteres vor, so in Richtung sommerlicher Salat mit Gemüse. Kaum hatte ich den Gedanken zu Ende gesponnen, tauchte Herr C. mit etlichen Zucchini aus dem Garten auf. Et voilà, isch präsentiere: Lö Sonntagsschmaus chez nous. Njamm!

Für 4 Personen:

  • 3 El Olivenöl
  • 4 gelbe Zucchini, ca. 750 gr 
  • Kräutersalz & Currypulver nach Geschmack (io: Salz & Grand St. Bernard Kräutermix mit Curry)
  • 4 eigrosse aromatische Tomaten, ca. 250 gr
  • 1 dicke, fette Frühlingszwiebel
  • 2 El Essig (io: Mischung aus Kräuter- und Rotweinessig)
  • 250 gr gegarte kleine Crevetten, auch mehr oder weniger 
  • eine kleine Hand voll glatte Petersilienblätter und zwei Zweige Oregano, fein gehackt
  • 1 El Zitronenöl oder Olivenöl & a bisserl fein abgeriebene Zitronenschale
  • reichlich Pfeffer und frisch gepresster Zitronensaft

Olivenöl in einer grossen Pfanne erhitzen. Zucchini abbrausen, mit einem Tuch trocknen und in nicht zu kleine Würfel schneiden. Im Öl rundherum anbraten, bis die Gemüsestücke gar aber nicht pflotschweich sind. In den letzen Minuten sparsam salzen, dafür etwas grosszügiger mit dem Currypulver umgehen. Mild oder scharf, it's up to you. Pfanneninhalt in eine Saltschüssel befördern. Während die Zucchini bräunen, Tomaten in etwa gleich grosse Würfel zerteilen. Zwiebel samt Grün in dünne Ringe bzw. Streifen schneiden. Zusammen mit den Tomaten, Essig und etwas Salz vermischen. Abgedeckt ziehen lassen, bis die Zucchiniwürfel zimmerwarm sind. Marinierte Tomaten mit den Zucchinistücken vermischen. Danach Crevetten, Kräuter und Zitronenöl unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft den letzten Schliff verleihen. Schüssel abdecken, in den Kühlschrank verfrachten und dem Krabbensalat mindestens eine Stunde - gerne auch ein paar mehr - zum Marinieren gönnen. Vor dem Servieren nochmals abschmecken. Dazu gab's gebuttertes Fladenbrot und eine Flasche ein Glas eisgekühlter Rosé. Reste empfehlen sich für Krabbensandwiches. Mit Urfa biber und Mayonnaise, bitte.

Sonntag, 15. Mai 2022

Cuisine du Placard: Türkischer Bulgursalat, würzig & vegan

Ein praktischer Sommersalat, der beliebig abgewandelt werden kann. Eine überschüssige Paprikaschote? Klein würfeln und untermischen. Übrige Walnüsse? Grob hacken, anrösten, vor dem Servieren über den Salat streuen. Oder geröstete Mandelblättchen unterrühren. Die Kräuter auf der Terrasse benötigen einen Rückschnitt? Grünzeug fein hacken und rein damit. Einen einsamen Rest Feta im Kühlschrank gefunden? Drüberkrümeln. Njamm!

Für 2-3 Personen (inkl. Reste für die Lunchbox):

  • 300 gr Wasser
  • 1/2 Tl Kräutersalz (io: Herbamare)
  • 200 gr feiner, heller Bulgur (io: Duru Köftelik Bulgur)

Wasser mit Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Wenn das Wasser zu Blubbern beginnt, den Topf vom Herd ziehen. Bulgur schnell mit einer Gabel einrühren. Deckel auflegen und den Bulgur mindestens 10 Minuten quellen lassen. Unterdessen die restlichen Zutaten abmessen und vorbereiten.

  • 2 El Olivenöl
  • 2 grosszügige El Tomatenmark 
  • 2 El Granatapfelmelasse (io: Chtoura)
  • 1 El Paprikamark (io: mildes ungarisches aus der Tube)
  • 1 Tl Paprikapulver (io: halb edelsüss, halb geräuchert)
  • 1 Tl Sumach
  • 1/2 Tl gemahlener Kreuzkümmel 
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Pimentpulver
  • 1/4 Tl getrocknete Bohnenkrautblättchen
  • 1/8 Tl schwarzer Pfeffer aus der Mühle (io: Kampot)
  • eine grosszügige Prise Cayennepfeffer
  • 1 Zehe junger Knoblauch, optional

In einer mindestens zwei Liter fassenden Rührschüssel alle Zutaten bis und mit Cayennepfeffer verrühren. Knoblauch, falls verwendet, fein zermusen und untermischen. Bulgur mit einer Gabel auflockern, in die Rührschüssel umfüllen. Ein paar Minuten kräftig mit (behandschuhten) Händen oder den Knethaken des Rührgeräts vermengen. Die Konsistenz sollte an feuchten Sand erinnern. Falls die Masse zu trocken scheint, esslöffelweise kaltes Wasser unterrühren. Gegebenenfalls nachsalzen und -würzen.

  • 1 kleine rote Zwiebel oder zwei Frühlingszwiebeln
  • eine kleine Handvoll Petersilienblätter, abgebraust
  • 6 frische Minzeblätter oder 1/4 Tl getrocknete Nanaminze
  • eine kleine Bio-Zitrone

Zwiebel sehr fein hacken, Frühlingszwiebeln in dünne Röllchen schneiden. Petersilie und Minzeblätter fein hacken. In die Bulgurmischung einkneten, zuletzt mit Zitronensaft abschmecken. Die Schüssel abdecken und dem Salat mindestens zwei Stunden im Kühlschrank zum Durchziehen gönnen. Der Bulgursalat lässt sich auch prima ein, zwei Tage vorher zubereiten. Bei uns gab's als Beilage einen einfachen Gurkensalat (dünn gehobelte Bio-Gurke, halbfett Crème fraîche, Zitronensaft, Dill, Salz), der wie die Faust auf's Auge gepasst hat. Die Knoblauchzehe würde ich unter der Woche weglassen, am Wochenende - besonders, wenn der Salat als Grillbeilage vorgesehen ist - ist sie aber eine herzlich willkommene Ergänzung.

Donnerstag, 24. Juni 2021

Kohlrabislaw mit Misodressing, Sbrinzbaguette & eiskaltes Bier



Hot town, summer in the city. Back of my neck gettin' dirty and gritty...*summ*

Für 2 - 3 Personen:

  • 2 El neutrales Öl (io: Rapsöl)
  • 2 El Reisessig
  • 2 El Reiswein
  • 1 El helles Miso (io: Schwarzwald Lupinen Miso)
  • 1 Tl Mayonnaise
  • 1/2 Tl geröstetes Sesamöl

Alle Zutaten in den Mixbecher füllen und mit dem Stabmixer zu einer glatten Sauce pürieren.

  • 2 Kohlrabiknollen, ca. 600 gr
  • 1 grosser, säuerlicher Apfel
  • 1 grosse rote Spitzpaprika
  • 2 El Schnittlauchröllchen
  • Salz nach Bedarf

Kohlrabi und Apfel schälen, putzen und in zündholzgrosse Stäbchen zerkleinern (io: Rohkostraffel). Paprika abbrausen, rüsten, der Länge nach dritteln und in dünne Streifen schneiden. Alles zusammen mit der Sauce und den Schnittlauchröllchen vermischen, eventuell nachsalzen. Im Kühlschrank mindestens zwei Stunden durchziehen und runterkühlen lassen. Idee: bon appétit

Herr C. ergänzt den erfrischenden Salat gerne mit einem eiskalten Bier und brandheissem Sbrinzbaguette: Etwa 100 Gramm pomadige Butter mit vier Esslöffeln fein geriebenem Sbrinz, einem Esslöffel fein gehackter Petersilie, einer zermusten Knoblauchzehe, einem gehäuften 1/4 Tl Sumach, reichlich Pfeffer und je einer Prise Muskatnuss und Kräutersalz vermischen. Ofengrill auf höchster Stufe vorheizen. Ein halbes Baguette aufschneiden, mit den Schnittseiten nach unten auf dem mit Backpapier belegten Backblech platzieren. Kurz anrösten. Blech aus dem Ofen holen, Baguettehälften umdrehen und grosszügig mit der Sbrinzbutter bestreichen. Zurück in den Ofen schieben und, unter ständiger Beobachtung, leicht anbräunen. Schräg zerschneiden und zackig servieren. Übrige Sbrinzbutter maximal zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. 

Montag, 8. März 2021

Let's get wild: Bärlauchbutter



Meine Damen und Herren, mit diesem Rezept läute ich offiziell die Bärlaucherntezeit ein.


Um den Sommer über für alle Grillpartys versorgt zu sein, stelle ich gleich eine grössere Menge Bärlauchbutter her und friere die in Klarsichtfolie gewickelten Rollen ein. 


Für einen Grillsaisonvorrat:

  • 750 gr Butter, sehr weich
  • 120 gr Bärlauchblätter, gründlich kontrolliert*
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • Schale einer halben Bio-Zitrone, fein abgerieben
  • 2 El Worcestershiresauce
  • 1 El scharfer Senf
  • 1 gehäufter Tl Sumach
  • 2-3 Tl Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer

Weiche Butter ein paar Minuten in der Küchenmaschine aufschlagen, bis sie fast weiss und sehr crèmig ist. Kräuter unterdessen gründlich abbrausen und anschliessend trocken schleudern. Etwa 2/3 davon grob zerkleinern und zusammen mit der Worcestershiresauce pürieren. Restliche Kräuter von Hand fein hacken. Pürierte und gehackte Kräuter, Zitronenschale, Senf und Sumach gründlich unter die aufgeschlagene Butter rühren, mit Kräutersalz und Pfeffer würzen. Schüssel etwa 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, bis die Buttermasse formbar ist. Gewünschte Menge abnehmen, auf ein Stück Klarsichtfolie geben und zu einer Rolle eindrehen. Enden satt verknoten. Die Bärlauchbutterrollen halten sich im Kühlschrank gut eine Woche, im Tiefkühler mindestens ein halbes Jahr.

*WICHTIGER HINWEIS: Harmlose Bärlauchblätter und giftige Maiglöckchen-/Herbstzeitlosenblätter sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Im Zweifelsfall jedes einzelne Blatt anknicken und auf Knoblauchduft überprüfen. Wer auf Nummer sicher gehen will, macht einen Abstecher zum Gemüsehändler des Vertrauens.

Sonntag, 1. November 2020

Nussiger Dinkelbraten im Dinkelblätterkleid



Herr C. nahm den Teller in Empfang, stach einen Teil des Dinkelbratens mit der Gabel ab, beäugte ihn kritisch und bemerkte nach der ersten Kostprobe: So wie du grinst, ist es kein Hackbraten.
Vegetarisch oder vegan?.... Hmmm?.... Egal. Schmeckt.


Geschmack: Umamibombe. 
Konsistenz: Locker und trotzdem saftig. 
Nachbackempfehlung: Ist das eine ernsthafte Frage?

Für 4-6 Personen:

  • 320 gr Gemüsebouillon
  • 1 mittlere Karotte
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 Selleriestange
  • 1 riesiger Zweig glatte Petersilie
  • je 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut und Majoran
  • je ein gehäufter 1/4 Tl getrocknete Thymian- und Oreganoblättchen
  • 1 Tl Worcestershiresauce

Brühe in einem Topf zum Kochen bringen. Unterdessen das Gemüse schälen, putzen und in kleine Würfelchen zerteilen. Petersilie entlauben, den Stiel in dünne Röllchen schneiden. Gemüsewürfel und Stielröllchen zur Bouillon in den Topf kippen und etwa zwei Minuten kochen, bis die Karottenwürfel knapp gar sind. Den Topf zur Seite ziehen und die Bouillon ein paar Minuten abkühlen lassen. Unterdessen die Petersilienblätter abbrausen und fein hacken. Alle Kräuter und die Sauce in die warme Suppe einrühren.

  • 200 gr Paranüsse
  • 175 gr hartes Dinkelbrot (io: halb Vollkorn)
  • 15 gr getrocknete Shiitake
  • 15 gr getrocknete Steinpilze
  • bunter Pfeffer aus der Mühle

Während die Bouillon abkühlt, die Nüsse im Mixer fein mahlen. In eine Salatschüssel umfüllen. Das trockene Dinkelbrot mit einem scharfen Messer grob zerkleinern. Zuunterst die Pilze, darüber die Brotstücke in den Mixaufsatz legen und zusammen klein mixen. Das Paniermehl zu den gemahlenen Nüssen in die Schüssel schütten. Kräftig pfeffern und mit einem Gummischaber verrühren.

  • 75 gr Pecorino, fein gerieben
  • 2 Eier Grösse L
  • Kräutersalz
  • ein rechteckig ausgewallter Dinkelblätterteig (24 x 40 cm, 275 gr)
  • 2 El Milch 

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die lauwarme Gemüsebouillon über die Brot-Nuss-Mischung giessen, gut durchmischen. Der Schüsselinhalt sollte nun feucht-krümelig sein, ähnlich wie ein Couscoussalat. Den geriebenen Käse zugeben und die Masse äusserst sparsam mit Salz abschmecken. Wichtig: Lieber unter- statt übersalzen. Die Eier aufschlagen und gründlich untermischen. Die Masse muss am Schluss ausreichend feucht sein, damit sie gut zusammenhält. Sie sollte deshalb beim Formen noch minimal an den angefeuchteten Händen kleben. Falls sie zu trocken scheint, esslöffelweise lauwarmes Wasser unterkneten. Ist sie zu feucht, mehr Brotbrösel untermengen. Den Blätterteig auf dem mit Backpapier belegten Blech entrollen. Mit der Nussmasse in der Mitte des Teiges der Länge nach einen etwa handbreiten, flachen Hügel formen. Die Längsseiten des Teiges schräg bis zur Füllung in etwa daumenbreite Streifen schneiden. Die Teigstreifen abwechselnd über die Füllung legen, Überlappungen leicht andrücken. Die Teigoberfläche mit Milch oder einem verquirlten Ei bepinseln. Das Blech auf der untersten Schiene einschieben. Den Braten 45 Minuten backen. Danach noch 10 Minuten auf der mittleren Schiene zum Bräunen gönnen. Vor dem Anschneiden fünf Minuten ruhen lassen. Zum Beispiel mit Lauch in Sahnesauce und reichlich Randensalat servieren. Reste eignen sich hervorragend für die Lunchbox.

Next time: Walnüsse statt Paranüsse verwenden und den Pecorino durch Sbrinz ersetzen. Von wegen Swissness und so. Weisswein oder Verjus anstatt Worcestershiresauce wäre auch einen Versuch wert.

Freitag, 18. Oktober 2019

Klappe, die Zweite: Kürbisrisotto aus dem Ofen



Dank den (un)lustigen Wetterkapriolen im Frühjahr und Sommer würde ich die diesjährige Gartensaison als schlecht bis sehr schlecht einstufen: Kaum Zucchini, wenige Tomaten, keine Karotten, fast alle Salate geschossen, ein Grossteil der unreifen Zwetschgen wurde runtergehagelt, das Vordach durchhagelt, die Bohnen verhagelt, Borretsch und Topinambur sind flächendeckend von Mehltau befallen, der vermaledeite Dachs ist wieder da... Und so weiter und so fort. Auch die Kürbisernte ist alles andere als üppig ausgefallen, aber zum Glück braucht man für dieses feine Risotto keine Unmengen der kostbaren Riesenbeeren.

Für zwei ausgehungerte Gärtner:

  • 350 gr Kürbis (io: ein kleiner Emerald Buttercup)
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 1 El Butter
  • 4 grosse Zweige glatte Petersilie, Blätter abgezupft
  • 150 gr Risottoreis
  • 100 ml Weisswein
  • 600 ml Gemüsefond
  • ein Streifchen Macis oder zwei Prisen Muskatnuss, frisch gerieben
  • Salz oder Herbamare

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Kürbis ggf. schälen, entkernen und in unregelmässige Stückchen zerteilen. Grund: Die kleineren Stücke sollen beim Garen zerfallen, die grösseren für eine nette Optik sorgen. Zwiebel schälen und fein hacken. Butter in einer gusseisernen Cocotte zerlassen, Zwiebelstücke darin andünsten. Kürbis zugeben, kurz mitdünsten. Unterdessen die Petersilienstiele in dünne Ringe schneiden. In den Topf schubsen, mit Weisswein ablöschen. Reis unterrühren. Mit Fond, Macis und ausreichend Salz zum Kochen bringen. Deckel auflegen und für 35 Minuten in den Ofen stellen.

  • Petersilienblätter
  • 25 gr Butter
  • 25 gr Sbrinz oder Pecorino, fein geraffelt
  • bunter Pfeffer aus der Mühle

Petersilienblätter fein hacken. Risotto aus dem Ofen holen und vorsichtig den Deckel abnehmen. Butter, Käse, Peterli und Pfeffer zügig unterrühren. Deckel wieder auflegen, 5 Minuten ziehen lassen. Abschmecken und mit einer Schüssel Rucola an Zitronenvinaigrette auftischen.

Donnerstag, 18. April 2019

Samosastrudel



Wir sind keineswegs religiös und trotzdem wird bei uns zu Hause am Karfreitag weder Fisch noch Fleisch aufgetischt. Um die Tradition zu wahren, backe ich dieses Jahr einen Samosastrudel. Vorher gibt's gemischten Blattsalat an Wildkräuterdressing und danach mit Cointreau marinierte Orangenfilets. Einfach und gut.


Für 4-6 Personen:

  • 700 gr Kartoffeln, schälen und in kleine Würfel schneiden
  • 2 El Rapsöl
  • 1 mittlere Zwiebel, mittelfein gehackt
  • 1 haselnussgrosser Knubbel Ingwer, fein gerieben
  • je ein bombierter 1/4 Tl Kreuzkümmel- und Ajowansamen
  • Salz

In einer grossen Pfanne mit hohem Rand die Kartoffelstücke im Rapsöl rundherum anbraten. Wenn die Kartoffeln fast gar sind, gehackte Zwiebel, Ingwer und Gewürze zugeben. Kräftig salzen. Auf mittlerer Stufe weiter rührbraten, bis die Kartoffelwürfel durch und auf allen Seiten gebräunt sind. 

  • 1 Tl gemahlener Koriander
  • 1/2 Tl Garam Masala
  • 1/2 Tl Kurkumapulver
  • 1/8 Tl Zimt
  • 1 grosszügige Prise Bombay Masala Spice oder Chilipulver nach Geschmack

Vermischen, über die Kartoffeln streuen und eine Minute rührbraten.

  • 200 gr TK-Erbsen
  • 2 El fein gehackte Petersilie oder Koriander
  • 1 Tl Amchoor oder 2 Tl frisch gepresster Zitronensaft
  • 1/2 Tl getrocknete Bockshornkleeblätter, fein zerrieben
  • Topfenblätterteig oder ein rechteckig ausgewallter Blätterteig 

Erbsen und Gewürze untermischen, eine weitere Minute rührbraten. Pfanne zur Seite stellen und die Füllung fünf Minuten durchziehen lassen. Probieren und ggf. nachsalzen oder -würzen. Mit einem Kartoffelstampfer oder einer Gabel etwa die Hälfte des Pfanneninhaltes grob zerquetschen. So hält die Füllung nachher besser zusammen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Unterdessen den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Topfenblätterteig auf einer bemehlten Fläche zu einem 40 x 25 cm grossen Rechteck ausrollen bzw. den fixfertigen Blätterteig auspacken und entrollen. Die abgekühlte Füllung der Länge nach auf dem unteren Teigdrittel verteilen und zu einer etwa handbreiten Wurst formen. Teigrand rundherum mit Wasser bepinseln. Die freie Teigseite über die Füllung legen und rundherum gut verschliessen. Die Oberfläche fünfmal schräg einschneiden, damit der Dampf entweichen kann. Auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech hieven. Auf der untersten Schiene etwa 40 Minuten backen, bis der Strudel rundherum nett gebräunt ist. Heiss servieren.

Dienstag, 17. Juli 2018

Zucchinipuffer aus dem Ofen



Die Zucchinipflanzen im Garten sind mittlerweile r-i-e-s-i-g und wir können beinahe täglich gelbe und gestreifte Zucchini ernten. Eigentlich wäre dies eine erfreuliche Mitteilung, von wegen gelungene Selbstversorgung und so. Aber bedauerlicherweise habe ich es Ende Mai nicht über's Herz gebracht, drei überzählige Setzlinge zu kompostieren und deshalb ertrinken wir förmlich in den Zucchini, die die sechs (!) Büsche hervorbringen.


Unterdessen versorgen wir schon die halbe Strasse mit unserer Ernte und ein Ende der Zucchinischwemme ist nicht in Sicht. Mir macht dieser Überschuss eine Riesenfreude, ich könnte täglich im Ofen gebackene Zucchinischeiben und zitronigen Zucchini-Kokos-Kuchen essen, doch Herr C. verlangt nach regelmässiger Abwechslung. Kein Problem. Die gelben Zucchini sind in diesen Puffern optisch und geschmacklich so gut versteckt, dass ich sie unbehelligt zwei Tage hintereinander auftischen durfte. Überlistet. Hö, hö....


Für 10-12 Puffer (die Grammangaben beziehen sich auf geputztes Gemüse):

  • 2-3 kleine Zucchini, ca. 400 gr 
  • 1 grosse Kartoffel, ca. 150 gr

Zucchini und die Kartoffel an der Röstiraffel direkt in eine Salatschüssel reiben. 

  • 2 mittelgrosse Karotten, ca. 150 gr
  • 1 mittlere rote Zwiebel
  • 1/2 Tl Salz

Karotten und die Zwiebel auf der anderen Seite der Vierkantreibe fein raspeln. Zerkleinertes Gemüse mit dem Salz vermischen. Kurz von Hand einkneten, bis Saft austritt. In ein passendes Sieb umleeren. Sieb auf der Schüssel platzieren, Gemüse abgedeckt eine halbe Stunde abtropfen lassen. Danach mit beiden Händen den Siebinhalt kräftig auspressen, damit die Gemüseraspel so trocken wir irgendwie möglich sind. Ausgepressten Saft wegschütten und die Schüssel ausspülen.

  • 2 Eier Grösse L
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • 70 gr zarte Vollkornhaferflocken

Ausgedrücktes Gemüse zurück in die Schüssel geben, in der Mitte ein grosses Loch formen. Eier aufschlagen und in die Vertiefung gleiten lassen. Knoblauch schälen und fein zermusen. Zu den Eiern geben und kräftig mit einer Gabel verquirlen. Dabei nach und nach das Gemüse unterrühren. Danach die Haferflocken gründlich untermischen. Die Masse ein paar Minuten quellen lassen. Unterdessen den Käse reiben und Kräuter hacken.

  • 100 gr Hartkäse(reste)
  • 1 grosszügige Handvoll frische Petersilienblätter
  • 1 grosser Dillzweig oder 1/4 Tl getrockneter Dill 
  • 1/2 Tl getrocknete Kräuter, z.B. Herbes de Provence 
  • Kräutersalz
  • bunter Pfeffer

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Blech mit Backpapier belegen. Käse (io: milder Bio-Schafskäse) fein raspeln. Die Kräuter mit den Stielen mittelfein hacken. Alles zusammen unter die Gemüsemasse rühren. Sparsam salzen und kräftig pfeffern. Nacheinander 10-12 nektarinengrosse Portionen abnehmen, in der Hand zu etwa 2,5 cm dicken Patties formen und auf dem vorbereiteten Blech verteilen. Auf der untersten Schiene einschieben und 20-25 Minuten backen, bis die Unterseite nett gebräunt ist. Die Puffer mit Hilfe eines Bratenwenders umdrehen. Weitere 10 Minuten backen. Heiss oder zimmerwarm mit einem gemischten Salat servieren. Idee: Verenas Welt

Sonntag, 17. September 2017

Röstiwähe mit Gemüse und Schinken



So etwas nenne ich Resteverwertung de luxe: Gschwellti vom Vortag, angewelkte Lauchzwiebeln, eine einsame Karotte und eine übrige Beinschinkenscheibe verwandelten sich zusammen mit ein paar anderen Zutaten in einen salzigen Kuchen, der warm und kalt schmeckt. Während die Wähe im Ofen ist, bleibt genug Zeit um einen gemischten Salat zusammenzuschnippeln, das Dressing anzurühren und zu überlegen, ob man dazu kaltes Bier oder doch lieber eine Flasche Federweisser servieren möchte. (Der Federweisser hat übrigens gewonnen).


Für eine Wähenform mit 30 cm Durchmesser:

  • 700 gr gekochte Kartoffeln vom Vortag, möglichst eine vorwiegend festkochende Sorte
  • 8 dünne Lauchzwiebeln
  • 4 grosse Zweige glatte Petersilie 
  • 2 grosse Selleriestangen
  • 1 grosse Karotte
  • je ein bombierter 1/4 Tl Sumach und Paprikapulver, edelsüss oder rosenscharf
  • je ein bombierter 1/4 Tl frisch geriebene Muskatnuss und fein zerriebenes Bohnenkraut
  • Kräutersalz 
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 200 gr Schinken, gewürfelt
  • 2 Eier Grösse L
  • 200 gr Sahne
  • 125 gr Milch
  • 1 rund ausgewallter Kuchen- oder Butterblätterteig

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln schälen und an der Röstiraffel in eine Salatschüssel reiben. Lauchzwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Petersilie waschen und mit den Stielen fein hacken. Selleriestangen waschen und in dünne Scheiben schneiden. Karotte waschen oder schälen und ebenfalls an der Röstiraffel reiben. Gemüse zusammen mit den Gewürzen zu den geriebenen Kartoffeln in die Schüssel geben. Kräftig salzen und pfeffern, vermischen und probieren, ob die Masse genug gesalzen ist. Schinken zugeben und kurz untermischen. Eier in einem Messbecher verquirlen, Sahne und Milch kräftig einrühren, leicht salzen. Wähenform mit dem Blätterteig auslegen, Kartoffel-Gemüse-Masse gleichmässig darauf verteilen und leicht andrücken. Guss über die Füllung giessen und dann ab in den vorgeheizten Ofen damit. Backzeit: ca. 60-65 Minuten, bis Füllung und Teig nett gebräunt sind. Heiss oder zimmerwarm servieren.

P.S. Mädels, ich habe euch nicht vergessen. Das Rezept für den perfekten Mohnkuchen folgt nächste Woche.

Sonntag, 23. Juli 2017

Shakshuka mit Zucchini und Kichererbsen



Theoretische Foodbloggproblemchen: Was soll ich bloss kochen? Wo bekomme ich die Zutaten dafür her? Habe ich die Zubereitung ausführlich genug notiert? Änderungen? Anmerkungen? Ist das verständlich? Macht das Sinn? Soll ich dieses oder jenes wirklich veröffentlichen oder lieber noch einmal überarbeiten? Ist das Foto einigermassen gelungen? Wird das überhaupt irgendjemanden interessieren? etc.pp.

Praktische Foodbloggerproblemchen: Spätes Dinner gekocht. Nach dem Essen war es dunkel, daher die Fotosession auf den nächsten Tag verschoben. Am Nachmittag die Schüssel mit den Resten aus dem Kühlschrank geholt, abgedeckt und einen mittleren Wutanfall bekommen. Ins Büro gestampft, Herrn C. das Corpus delicti unter die Nase gehalten und böse funkelnd erkundigt: Na, fehlt da nicht was? Etwas, das ich heute für einen Blogeintrag fotografieren wollte? Von dem ich dir gesagt hatte, dass du auch im Falle einer schweren Fressattacke oder dem Besuch der Queen mindestens eines übrig lassen solltest? Häh? 

Das Ende der Geschichte: Herr C. hatte die übrigen zwei mitgegarten Eier feinsäuberlich rausgefischt, heimlich mit Genuss verspeist und darum muss mein Shakshuka-Foto ohne Ei(er) auskommen. *gnaah*


Für 4 Personen:

  • 2 El Rapsöl
  • 2 grosse rote Paprikaschoten
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 2 mittelgrosse gelbe Zucchini
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • gehäufter 1/4 Tl Garam Masala
  • 1/2 Tl Zimt
  • 1/2 Tl Koriander
  • 1 grosszügiger Schuss Weisswein
  • 2 Tl Fischsauce
  • 250 gr gekochte Kichererbsen (TK oder Dose)
  • 1 Flasche Passata (700 gr, z.B. von Alnatura)
  • 350 ml Wasser
  • 5 Eier 
  • Salz, Pfeffer

Rapsöl in einer grossen Pfanne mit hohem Rand warm werden lassen. Unterdessen die Paprika und die Zwiebel putzen bzw. schälen und in kleine Stücke schneiden. In die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze anschmurgeln lassen. Die Zucchini in etwas grössere Stücke zerteilen. Knoblauch schälen und in hauchdünne Scheiben schneiden. Petersilie von den Blättern befreien, diese zur Seite stellen. Stengel fein hacken und zusammen mit den Zucchinistücken und den Knoblauchscheiben in die Pfanne geben. Hitze hochdrehen und fünf Minuten rührbraten, bis das Gemüse stellenweise gebräunt ist. Alle Gewürze zugeben, eine Minuten mitbraten. Mit dem Weisswein ablöschen. Fischsauce und Kichererbsen unterrühren. Wenn der Wein fast verdampft ist, Passata und Wasser zugiessen. Salzen, Deckel auflegen und etwa 10 Minuten kochen, bis das Gemüse weich ist. Abschmecken. Die Eier einzeln aufschlagen und mit genügend Abstand voneinander auf der Gemüsesauce platzieren. Jedes Ei sparsam salzen. Deckel wieder auflegen und weitere 8-12 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Eiweiss fest und das Eigelb merklich blasser geworden ist. Unterdessen die Petersilienblätter fein hacken. Petersilie über das Shakshuka streuen, pfeffern. Heiss mit frischem Fladenbrot servieren.

P.S. Natürlich auch ohne Eier ein Genuss, dann z.B. mit Buttercouscous oder als Beilage zu Fleisch reichen.

Sonntag, 2. Juli 2017

Gebackener Auberginensalat mit würzigem Buttercouscous



Das Thermometer zeigte vorgestern Abend nur noch 19 Grad an. Kommentar meinerseits: Endlich! Juhui! Kommentar Herr C.: Verdammt! Frostalaaaaaarm!... Als Reaktion darauf gierten wir beide nach einer warmen Mahlzeit. So landete der Auberginensalat direkt auf den Tellern, ohne Zwischenhalt zum Abkühlen. Ein Hochgenuss, besonders mit dem ebenfalls noch heissen Buttercouscous als Begleitung. Und die Reste, die es gestern zimmerwarm als Mittagessen gab, waren nicht minder köstlich. 


Für 4 Personen:

  • 1,4 Kilo grosse, feste Auberginen
  • 5 mittlere Tomaten (ca. 400 gr)
  • 3 rote Spitzpaprika (ca. 300 gr)
  • 10 kleine Schalotten
  • 6 Knoblauchzehen
  • 2 El Rapsöl
  • 2 Prisen Kreuzkümmel, frisch zermörsert
  • Salz

Ofen auf 230 Grad vorheizen und einen grossen Bräter (ca. 40 x 25 cm) bereitstellen. Auberginen waschen, Stiele entfernen und in 3-4 cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben vierteln und in eine Salatschüssel geben. Tomaten waschen, Stielansätze entfernen und achteln. Paprika waschen, putzen und in jeweils 12 Stücke zerteilen. Schalotten schälen und halbieren. Knoblauchzehen schälen und leicht anquetschen. Alles zu den Auberginen in die Schüssel geben und mit dem Rapsöl, dem Kreuzkümmel und reichlich Salz vermischen. In die ofenfeste Form umfüllen und so verteilen, dass die Gemüsestücke möglichst nicht übereinander liegen. Gitter mit der Form auf der mittleren Schiene einschieben und ca. eine Stunde backen, bis das Gemüse weich und stellenweise gebräunt ist. Zwischendurch 2-3 mal umrühren, damit alles gleichmässig gart. Unterdessen die Sauce und den Couscous zubereiten.


Sauce:

  • 1 El ungarische oder türkische Paprikapaste (scharf oder nicht scharf, it's up to you)
  • 1 El Granatapfelmelasse
  • 3 El Wasser
  • 1/2 Tl Sumach
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • ein paar Blätter frische Petersilie, zwei Dillzweige, ein paar Blättchen Nanaminze 

Alle Zutaten bis und mit Sumach vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Kräuter fein hacken und zur Seite stellen. Sobald das Gemüse aus dem Ofen kommt, direkt mit der Sauce und den Kräutern vermischen. Abschmecken und heiss servieren. Oder im Bräter auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. 


Couscous:

  • 350 ml Wasser
  • Salz
  • 1/2 Tl getrockneter Oregano, fein zerrieben
  • 350 ml Couscousgries (io: halb Vollkorn)
  • 2-3 El Butter

Wasser zum Kochen bringen, Salz und Oregano zugeben. Herd ausschalten und den Couscousgries einrühren. Küchentuch über den Topf legen, Deckel draufdrücken und vom Herd nehmen. 5-10 Minuten ziehen lassen. Nach der Ziehzeit Butterflöckchen auf der Oberfläche verteilen. Couscous mit einer Gabel auflockern und zuletzt vorsichtig umrühren, damit die Butter gleichmässig verteilt wird. Ebenfalls heiss oder zimmerwarm servieren.

Sonntag, 23. April 2017

Wildkräuter-Frittata mit Ricotta aus dem Ofen



Was den Spaniern die Tortilla, ist den Italienern die Frittata. Beides wird normalerweise in einer Pfanne zubereitet, aber ich verfrachte die südländische Eierspeise viel lieber in den Ofen. Kein Anbrennen, kein Kondenswasserproblem und mehr als genug Zeit, um einen Beilagensalat samt Sauce zusammenzumischen.


Passend zur Jahreszeit, gab es vor ein paar Tagen eine Wildkräuter-Frittata aus Spinat, Brennnesselspitzen, Giersch, Gänseblümchen, einer grossen Hand voll Petersilienblättern, ein bisschen Basilikum, wenig Minze, drei Maggikrautblättern und einem Esslöffel Dill (getrocknete Vorjahresernte). Der Salat dazu bestand aus Tomaten mit Orangendressing und Schnittlauchblüten, von denen ich im Moment nicht genug bekommen kann. Frittatareste werten übrigens als kleckerfreier Sandwichbelag jede Frühstücks- und Lunchbox auf.


Für 4 Personen:

  • 1 grosse Salatschüssel voll Grünzeug und Wildkräuter
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 250 gr Ricotta
  • 3 Eier Grösse XL
  • 250 gr Milch oder Sahne
  • 1/4 Tl Sumach
  • etwas Limetten- oder Zitronenabrieb
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
  • ein Knubbel weiche Butter

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Eine backofenfeste Form (20 x 30 cm) grosszügig ausbuttern und zur Seite stellen. Spinat, Brennnesseln, Giersch und Maggikraut putzen und gründlich abbrausen (evt. vorher einweichen, wenn sie stark verschmutzt sind). Einen Topf kurz leer erhitzen, tropfnasses Grünzeug reingeben, Deckel auflegen und zusammenfallen lassen. Grünzeug in ein Sieb geben, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, kräftig ausdrücken und dann fein hacken. Restliche Kräuter ebenfalls putzen und fein hacken. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Ricotta mit den Eiern verquirlen, Milch zugiessen und weiterrühren, bis die Masse glatt ist. Kräftig mit Sumach, Zitrusabrieb, Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Grünzeug unter die Eiermischung rühren und in die Form füllen. Etwa 40 Minuten backen, bis die Mitte leicht aufgegangen ist und die Ränder sanft gebräunt sind. Heiss oder zimmerwarm servieren.

Samstag, 15. April 2017

Orangiger Tomatensalat mit Kräutern und Schnittlauchblüten



Obwohl im Treppenhaus noch ein Kürbis der Verwertung harrt, im Gemüsefach des Kühlschranks noch Sellerie und Karotten herumliegen und die Nachtschattengewächsesaison noch in weiter Ferne ist, gierte mein Magen nach Bruschette mit frischen Tomaten. Mit Vernunft war ihm nicht beizukommen, also gaben Hirn und Hände nach und packten ein Päckchen leuchtend rote Cherrytomaten (notabene aus einem Schweizer Gewächshaus) in den Einkaufskorb. Als ich nach Hause kam, hatte Herr C. unmittelbar vorher drei Scheiben Brot mit Käse verspeist und war verständlicherweise nicht auf ein weiteres Brotgericht erpicht. Also gab es für ihn, quasi als Dessert, Tomatensalat und für mich als Hauptgericht Tomatensalat auf geröstetem Määhbrot. 


Für 2-3 Personen als Beilage:

  • 500 gr aromatische Cherrytomaten
  • 2 kleine Frühlingszwiebeln
  • 1 kleine Hand voll Petersilienblätter
  • 4 Minzeblätter (vorzugsweise Nanaminze)
  • 1/4 Tl getrockneter Oregano, fein zerrieben
  • 8 Schnittlauchblüten
  • 1 Tl fein abgeriebene Schale einer Bio-Orange
  • ein paar Umdrehungen roter Kampotpfeffer aus der Mühle
  • eine grosszügige Prise Kokoszucker

Tomaten vierteln und in eine Salatschüssel geben. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Petersilie- und Minzeblätter fein hacken, Oregano zwischen den Handflächen zerbröseln. Schnittlauchblüten abzupfen und alles zusammen mit der Orangenschale unter die Tomatenstücke mischen. Mit Pfeffer und Kokoszucker würzen, nochmals vermischen und 10 Minuten ziehen lassen. Unterdessen das Dressing zubereiten. 

Salatsauce:
  • 1 El Rotweinessig
  • 2 El frisch gepresster Orangensaft
  • 2 El natives Sonnenblumenöl
  • (Kräuter)Salz

Alle Zutaten kräftig verquirlen, über den Salat giessen und nochmals 10 Minuten (mindestens!) ziehen lassen. Abschmecken und zimmerwarm servieren.


Sonntag, 17. April 2016

From Italy with Love: Shiitake Dashi



Es regnet.... und regnet.... und regnet.... und regnet....
Darum gibt es heute wieder einmal Suppe statt Salat.
3 Zutaten aus dem Vorratschrank + 3 Zutaten aus dem Tiefkühler = Shiitake Dashi
Ohne Kombu und Bonito, dafür mit Parmesanrinde.
Wer keine zur Hand hat, lässt sie einfach weg. 
Geheimtipp: Risotto mit Shiitake Dashi kochen. 
Mehr Umami geht nicht.


Für etwa 800 ml:

  • 30 gr getrocknete Shiitakepilze
  • 2 getrocknete Tomatenhälften
  • 1 wünziges Stückchen Muskatblüte (ca. 1 cm x 5 mm)
  • 1 Stück Parmesanrinde, frisch oder aus dem TK (ca. 8 x 5 x1,5 cm)
  • 2 Petersilienstängel, frisch oder aus dem TK
  • Salz oder Miso

Pilze, Tomatenhälften und Muskatblüte in einen Topf geben, mit einem Liter kaltem Wasser bedecken. Deckel auflegen und 2 Stunden einweichen lassen. Käserinde und Petersilienstängel zugeben, Topfinhalt ohne Deckel zum Kochen bringen und 5 Minuten kräftig kochen lassen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und 10 Minuten auf der heissen Platte ziehen lassen. In ein Spitzsieb schütten, Gemüse kräftig ausdrücken und die Flüssigkeit auffangen. Pilze zur Seite legen, den Rest entsorgen. Sieb mit einem Geléetuch oder einem Papierfilter bestücken. Dashi nochmals filtern, damit eventuell ausgekochte Sandkörnchen nicht den Genuss trüben. Vorsichtig salzen oder mit Miso würzen. Mit ein paar Schnittlauchröllchen garnieren und heiss servieren. Oder, wie oben schon erwähnt, Risotto damit zubereiten. Oder Polenta. Oder Couscous. 

P.S. Die gekochten Shiitake können 2-3 Tage im Kühlschrank gelagert werden. Bei uns landen sie meist blättrig geschnitten in Bratreis und Gemüsefrittata. Oder fein gehackt in Pastasaucen. Wer gerade keine Verwendungsmöglichkeit hat, befreit die Pilze von ihren Stielen, verpackt die Hüte in ein Tupperdöschen und legt sie für einen Dornröschenschlaf in den Tiefkühler.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Kürbis Paneer Masala



Das einzige indische Gericht, das Herr C. mit Genuss verspeist. Er verlangt immer mindestens einen Nachschlag und freut sich wie ein kleines Kind, wenn er mehr Paneer- als Kürbiswürfel auf seinem Teller findet. 


Für 4-6 Personen:

  • 1,5 Tl Koriander, gemahlen
  • 3/4 Tl Garam Masala
  • je 1/2 Tl Kurkuma und Zimt, gemahlen
  • je 1/4 Tl Piment und Kardamom, gemahlen
  • 1 Prise Nelkenpulver

Alle Gewürze in einem Schüsselchen vermischen und abgedeckt zur Seite stellen. 

  • 70 gr ungesalzene Cashewkerne
  • 1 El Butter
  • 350 gr Paneer (io: von Züger, gekauft bei Aggarwal)
  • 1 Bio Hokkaidokürbis, etwa 1,2 kg
  • 2 El Butter
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 halbdaumengrosses Stück Ingwer 
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 El Tomatenmark 
  • 1 Dose Pelati à 400 gr, zerdrückt (io: Pomodorini von Cirio)
  • 3-4 El Sahne
  • 1 gehäufter Tl getrocknete Bockshornkleeblätter, fein zerrieben
  • eine Zitronenscheibe
  • Salz

Cashews waschen und in reichlich lauwarmem Wasser einweichen. Paneer in mundgerechte Würfel schneiden. In einer grossen, tiefen Pfanne in einem Esslöffel Butter gemächlich rundherum goldbraun braten. Nebenbei den Kürbis waschen, halbieren, Kerne entfernen. Zuerst in in daumendicke Spalten, dann in Würfel schneiden. Die angebräunten Paneerstücke auf einen Teller verfrachten. Die Kürbiswürfel in die Pfanne geben und rundherum anbräunen. Unterdessen die Zwiebel fein hacken. Ingwer und Knoblauchzehen schälen und fein raspeln. Gebratene Kürbiswürfel zum Paneer auf den Teller legen. Zwei Esslöffel Butter in der Pfanne zerlassen, die Zwiebelstücke darin langsam anbräunen. Hitze hochdrehen, Ingwer und Knoblauch unterrühren. Sobald der Knoblauch angenehm duftet, die Gewürzmischung darüber verteilen. Eine Minute rührbraten. Tomatenmark unterrühren, mit 700 ml heissem Wasser ablöschen. Kräftig salzen und fünf Minuten köcheln. Pelatimus einrühren, weitere fünf Minuten kochen. Mit dem Stabmixer fein pürieren. Sauce probieren und ggf. nachwürzen. Kürbiswürfel wieder in die Pfanne schaufeln, Deckel auflegen und in der Sauce knapp weich kochen. Zwischenzeitlich die Cashews in ein Sieb schütten und kurz abbrausen. In den Mixbecher geben, knapp mit kaltem Wasser bedecken und mit dem Stabmixer in ein glattes Mus verwandeln. Paneer, Cashewmus, Sahne und Bockshornkleeblätter der Reihe nach mit dem Pfanneninhalt verrühren. Deckel wieder auflegen und das Masala weitere fünf Minuten köcheln, bis die Kürbisstücke weich sind. Mit Zitronensaft abschmecken und vor dem Servieren noch mindestens 15 Minuten durchziehen lassen. Herr C. besteht auf Butterreis als Begleitung.

Donnerstag, 29. November 2012

Kohlrabigemüse der Frau Mama



Winterliche One-Pot-Gemüse-mit-Kartoffel-Wonder der Frau Mama folgen keinen Rezepten. Es wandert in den Topf, was gerade da ist und verbraucht werden muss. Spätestens nach 30 Minuten kann gegessen werden. Manchmal sind's mehr Karotten, manchmal weniger Kartoffeln, vielleicht noch Pastinaken oder Butterrüben dazu, mit oder ohne Petersilie, ganz egal. Am Schluss schmeckt's immer. Oder wie mein Neffe sagen würde: Nur Omas Gemüse ist essbares Gemüse.  


Für 4 Portionen:

  • 1/2 El Butter
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 2 Kohlrabi
  • 3 grosse Kartoffeln
  • 4 grosse Karotten
  • 1 gehäufter El Mehl
  • Gemüsebrühepulver 
  • 1 grosszügiger Schluck Sahne
  • Salz, Pfeffer
  • sehr fein gehackte Petersilie (optional)

Butter im Kochtopf schmelzen, Zwiebelwürfel darin anbraten. Kohlrabi, Kartoffeln und Karotten schälen und in nicht zu kleine Stücke schneiden. Hitze hochdrehen, Gemüsestücke zu der Zwiebel in den Topf geben, kurz mitbraten. Alles mit Mehl bestäuben, eine weitere Minute rührbraten. Mit Wasser auffüllen, bis das Gemüse gerade knapp bedeckt ist. Brühepulver dazu, Deckel aufsetzen und so lange kochen, bis das Gemüse weich ist. Mit etwas Sahne, Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilie, falls vorhanden, unterrühren. In Suppenteller schöpfen und mit einer Scheibe frischem Brot als Beilage servieren. Einfach, sättigend, lecker.


Mittwoch, 7. November 2012

Linsen-Paté nach Meret Bissegger


Fürs Foto in den Regen raus gerannt, fünf Bilder geknipst und dann die Schnitte genüsslich verdrückt

Nach dem würzigen Quittenkompott mit Kurkuma folgt der zweite Streich, eine Linsen-Paté. Ebenfalls nach einem Rezept von Meret Bissegger. Die Linsenmenge wurde mangels Verfügbarkeit reduziert, der Gemüsenanteil aber bewusst nicht gekürzt. Petersilienstiele sind ein Geheimtipp der Frau Mama. In Gemüsesuppen ganz mitkochen, vor dem Verzehr herausfischen. Kleingeschnitten, in Eintöpfen oder Schmorgerichten, werden sie selbstverständlich mitgegessen. Während der Saison friere ich Petersilienblätter und -stängel getrennt ein, so sind auch kleinste Mengen immer zur Hand. Wer keine Stängel vorrätig hat, kann sie hier auch weglassen. Bitte nicht durch Petersilienblätter ersetzen, deren Geschmack wäre zu dominant.


Für 6 Personen:

  • 4 grosse Petersilienstiele, fein geschnitten
  • 75 gr rote Linsen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 300 ml Wasser

Linsen mit Petersilienstielen, Lorbeerblättern und Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Köcheln lassen, bis die Linsen verkocht sind. Ab und zu umrühren. Das Wasser wird dabei vollständig absorbiert. Im Topf befindet sich dann ein dicker Linsenbrei, aus dem die Lorbeerblätter nun entfernt werden. Zur Seite stellen.

  • 1 El Butter oder Alsan
  • 80 gr Schalotte, gehackt 
  • 80 gr Sellerie, in kleinen Würfeln
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1/2 Tl Thymian
  • 1 Gewürznelke
  • 2 Lorbeerblätter
  • 150 ml Weisswein
  • 150 ml Wasser
  • 1 El Malzessig
  • 1/2 Tl Majoran
  • 1/2 El Gemüsebrühepulver
  • 3 El Sherry
  • 60 gr Butter oder Alsan, in Stücke geschnitten
  • Pfeffer, Salz oder Sojasauce

Schalotte und Sellerie langsam in der Butter anbraten. Knoblauch zugeben, eine Minute mitbraten. Thymian, Nelke, Lorbeerblätter in die Pfanne geben, mit Weisswein ablöschen. Wenn der Weisswein kocht, Wasser und Essig zugiessen. Hitze hochdrehen und Flüssigkeit einreduzieren, bis fast nichts mehr übrig ist. Majoran und Brühepulver einrühren, Sherry zugiessen. Kochen, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Linsen unterrühren, zwei Minuten erhitzen. Herd ausschalten, Nelke und Lorbeerblätter rausfischen, fünf Minuten stehen lassen. Dann mit dem Stabmixer oder im Cutter zu einer glatten Masse pürieren. Butter oder Alsan Stück für Stück unter das warme Linsenpüree rühren. Mit Pfeffer und evt. Salz oder Sojasauce abschmecken. Paté in eine Schüssel oder kleine Portionsförmchen füllen. Wenn die Paté ausgekühlt ist, mit Klarsichtfolie abdecken und mindestens 6 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Mit Gemüse, Brot oder Crackern servieren.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Guten Appetit: Verrottende Sumpfkarotten zu Halloween



Als kleiner Racker fand ich diesen typisch amerikanischen Brauch wahnsinnig spannend. Gerne wäre auch ich verkleidet von Haus zu Haus gezogen und am Abend mit einem prall gefüllten Sack nach Hause gekommen. Jedes Jahr am 31. Oktober zerfloss ich vor Selbstmitleid und wünschte mir, meine Eltern würden in die USA auswandern. Heute danke ich allen Göttern, dass niemand diesen Wunsch erhört hat. 

Schnitter Tod und Herr Totengräber bitten zum Tanz

Seit ein paar Jahren ist Halloween nun endgültig bei uns angekommen, aber trotzdem irgendwie an mir vorbeigeschrammt. Parties zu diesem Anlass sind ja ganz nett, aber ich komme auch gut ohne das ganze Scheiaweia über die Runden. Zumindest nach aussen hin. Im Innern würde ich immer noch gerne losziehen und Nachbarn um Süssigkeiten erleichtern. Doch bevor mir noch jemand die netten Herren mit der schönen Jacke vorbeischickt, verziehe ich mich lieber mit verrottenden Sumpfkarotten und Treibsand aufs Sofa und gucke Halloween 1&2. "War das der schwarze Mann?" - "Wenn sie mich fragen, war er es." Happy Halloween!


Für viele Kinder, die sich über grauslich aussehendes Essen freuen :

  • 1 Zwiebel
  • 1 Stückchen Butter oder Alsan
  • 4 lilafarbene Karotten (z.B. Deep Purple)
  • 800 gr bunte oder normale Karotten
  • 1/2 Tl gemahlener Koriander
  • wenig Pfeffer
  • etwa 300 ml Gemüsebrühe
  • 1 Handvoll Petersilienblätter
  • 1 grosszügiger Schuss (Hafer)Sahne

Zwiebel fein hacken und in der Butter langsam anschmurgeln. Karotten schälen, in Scheiben schneiden und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Mit Koriander und wenig Pfeffer würzen, Gemüsebrühe angiessen. Deckel auflegen und die Karotten weich köcheln. Zwischendurch mal umrühren und bei Bedarf etwas Wasser nachgiessen. Am Schluss sollten die Karotten schön feucht sein, aber nicht in Sauce schwimmen. Petersilie hacken und mit der Sahne unter die Karotten rühren. 


Für den Treibsand eine Packung Couscous nach Packungsanweisung zubereiten. Couscous in eine grosse Schüssel oder Suppenteller füllen, in der Mitte eine Mulde machen und die Karotten reinlegen. Heiss oder kalt servieren und nicht vergessen zu erwähnen, wie schleimig die Sumpfkarotten aussehen und wie gefährlich der Treibsand ist. Kinder finden solche Witze einfach zu köstlich.

P.S. Zum Kaffee unbedingt Totenbeinchen reichen.