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Sonntag, 26. März 2017

Mandel-Milch-Jelly ohne Tütenzeug



Im Asialaden, in der Ecke mit den Instant-Pülverchen, lachten mich gestern die farbenfrohen Tütchen mit Almond-Jello-Powder aus Thailand an. Süssigkeiten gegenüber bin ich ja so gut wie nie abgeneigt, aber nachdem ich die Inhalts(kampfstoff)liste gelesen hatte, war mir der Appetit gründlich vergangen.


So viele E-Nummern auf einem Haufen sind richtig unheimlich, ganz zu schweigen von den drei zugesetzten künstlichen Aromastoffen. Natürlich geht es auch anders. Fünf Zutaten, 10 Minuten Aufwand und schon habe ich den importierten, pulverisierten Desserthorror übertrumpft. Und zwar um L-Ä-N-G-E-N! Juhui!


Für 2-3 kleine Portionen:

  • 250 gr Milch*
  • 125 gr Wasser
  • 2-3 El Zucker
  • 1/2 Tl Agar-Agar
  • 3-4 Tropfen Bittermandelöl (oder Bittermandelaroma, falls leichter erhältlich)

Alle Zutaten bis auf das Bittermandelöl in einen kleinen Topf geben und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen. Topf danach vom Herd ziehen und die gesüsste Milch 10 Minuten abkühlen lassen. Bittermandelöl einrühren und in einen kalt ausgespülten Suppenteller oder eine Tarteform giessen. Eine Stunde abkühlen lassen, dann mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank fest lassen. Sobald das Jelly durchgekühlt ist, in mundgerechte Stücke schneiden und mit oder ohne fruchtige Begleitung servieren. Bei mir waren es heute Orangenfilets samt Saft, aber auch Erdbeeren oder Melonen passen hervorragend dazu.
* Für eine vegane Variante Milch und Wasser durch 375 gr Mandel-, Hafer- oder Reismilch ersetzen.


Sonntag, 10. Mai 2015

First: Einfache Rhabarber-Pudding-Torte



Der erste Rhabarber aus dem Garten musste mit einer speziellen Zubereitung geehrt werden. Im Unterschied zur altbekannten Methode, Torten nach dem Backen zu füllen, wird die Füllung hier gleich mitgebacken. Oder hat irgendjemand etwas gegen weniger Aufwand und weniger Abwasch?

P.S. Frisch mit Puderzucker bestäubt hätte ihr Bild jedes Lehrbuch für gehobene Pâtisserie zieren können. Zehn Sekunden später war die ganze Pracht dahin. Was lernen wir daraus? Hetzerei + lauwarmes Gebäck + falsch eingestellter Fotoapparat = Optik gestrichen. Glücklicherweise zählen ja eh nur die inneren Werte.


Für die Puddingschicht:

  • 250 ml Milch
  • 45 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 2 Msp Kurkumapulver
  • 25 gr Speisestärke 
  • 20 gr Butter

Vier Esslöffel Milch in ein kleines Schälchen geben, die Speisestärke darin klümpchenfrei anrühren. Restliche Milch, Zucker, Salz, Vanillemark und Kurkuma in einen Topf geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Sobald der Topfinhalt kocht, die angerührte Speisestärke zügig untermischen. Etwa zwei Minuten unter ständigem Rühren kochen, bis die Flüssigkeit merklich eingedickt ist. Topf zur Seite ziehen, Butter unterrühren und in einen tiefen, kalt ausgespülten Suppenteller giessen. Der Durchmesser der Vertiefung sollte nicht grösser als 18 cm sein, sonst passt die Puddingschicht nicht in die Springform. Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. Komplett abkühlen lassen und dann für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Klarsichtfolie abziehen und wie unten beschrieben weiterverfahren.


Für eine Springform mit 18 cm Durchmesser:

  • 185 gr Mehl
  • 40 gr Speisestärke 
  • 2 Tl Backpulver
  • 180 gr Butter, weich
  • 110 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier Grösse L
  • 3 El Milch
  • 2 grosse Rhabarberstängel, geputzt und in kleine Stücke geschnitten
  • 1 El Zucker

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Boden und Seiten der Springform mit Backpapier auskleiden. Mehl, Backpulver und Speisestärke vermischen und durchsieben. Butter mit Zucker und Salz crèmig aufschlagen. Eier jeweils einzeln 30 Sekunden lang unterrühren. Mehl abwechselnd mit der Milch untermischen, bis der Teig schön glatt ist. Hälfte des Teiges in die Form geben und einigermassen glatt streichen. Pudding vom Teller lösen und vorsichtig auf den Teig gleiten lassen. Restlichen Teig darüber verteilen und wieder glatt streichen. Mit den Rhabarberwürfeln toppen und mit dem Zucker bestreuen. Auf der zweiten Schiene von unten einschieben und 90 Minuten backen (oder bis der Stäbchentest positiv verläuft). Falls die Oberfläche zu schnell bräunt, locker mit Alufolie abdecken. Zwanzig Minuten in der Form abkühlen lassen, erst dann Ring und Boden entfernen. Auf einem Gitter komplett auskühlen lassen und mit viel Schlagsahne servieren. Quelle: Table for 2 / Eingereicht beim Garten-Koch-Event Mai.

Garten-Koch-Event Mai: Rhabarber [31.05.2015]


Dienstag, 7. Oktober 2014

Crèmiger Schokopudding aus Chia



Mein erster Chiapudding löste bei mir keine Begeisterungsstürme aus. So sehr ich matschig-wabblig-schlammiges Essen wie dicke Suppe, Griessbrei und Jellies liebe, so wenig mag ich geschmackloses glibberig-schleimiges Zeug. Ich sage nur: Jellyfish - Chinarestaurant - Antwerpen. *schüttel* (Und nein, diese Bestellung ging ausnahmsweise nicht auf meine Kappe).

Werden Chiasamen etwa im Verhältnis 1:7 mit Flüssigkeit vermischt, bildet sich nach einigen Minuten eine Art Gel von sehr eigenartiger, schlotziger Konsistenz mit Tendenz zur Schleimigkeit. Natürlich spricht nichts dagegen, einfach mehr Flüssigkeit zu verwenden. Aber ab einer gewissen Verdünnungsrate wird das Ergebnis ein Getränk sein, und kein Pudding. (Oder zumindest etwas in der Art). Erschwerend kam noch hinzu, dass die kleinen Biester unglaublich hartnäckig in den Zahnzwischenräumen hängen bleiben. Alles in allem gab es also für mich keinen Grund, jemals wieder einen Chiapudding anzusetzen. Bis ich bei Pinterest über ein hübsches Foto stolperte, welches mich zu diesem Post führte. Clevere Idee. Besonders, weil die vielen guten Inhaltsstoffe durch das Zerkleinern vom Körper besser absorbiert werden können.


Aaaaaberrr....(wäre ja auch zu schön gewesen):

Ihr braucht für ein perfekt seidiges Puddingmousse wirklich einen Hochleistungsmixer. Sowas wie den völlig überteuerten Vitaminschredderer, für den seit einiger Zeit auf vielen Blogs Werbung gemacht wird. Im normalen Standmixer geht es aber auch ziemlich gut. Allerdings nur, wenn ihr die Menge mindestens verdoppelt. Für mich alleine ist das natürlich viel zu viel. Bei einem weiteren Versuch, dieses Mal mit dem Stabmixer, bekam ich nur einen Teil der Körnchen zerkleinert, der Rest blieb ärgerlicherweise intakt. Ein weiteres Experiment im Zerkleinerer endete gleich. Mehr Häcksel als Püree. Frustriert wusch ich das Maschinchen ab, versorgte es in der Schublade und da fiel mein Blick auf die Kaffeemühle. Und damit funktionierte es. Endlich. Zwar bekommt man mit dieser Vorgehensweise keine Mousse, aber einen glatten Pudding, der nicht wie eine Portion Froschlaich mit Sauce aussieht. Ganz wichtig: Bloss nicht mit Kakao und Gewürzen knausern, denn die Chiasamen selbst haben keinen nennenswerten Eigengeschmack.


Für 2 Portionen:


Chia in der Kaffeemühle* so fein wie möglich mahlen. Mit allen trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Flüssigkeit unter stetigem Rühren zugiessen. Funktioniert am besten mit einem kleinen Schneebesen. Nach Belieben süssen und gleich servieren oder bis zu drei Tage im Kühlschrank lagern.

*Ich kann euch das Model 7580 von Cloer wärmstens empfehlen. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und der Behälter kann abgenommen und ganz einfach gereinigt werden. 


Donnerstag, 27. Juni 2013

Coquito Jelly - Weihnachten ist näher als vermutet



Coquito ist ein puertoricanisches Punschgetränk aus Kokosmilch, Kondensmilch, Eiern, Rum und Gewürzen. Gereicht wird es in der Weihnachtszeit und rund um Neujahr. Jetzt fragt ihr euch natürlich: Hat sie einen Knall? Hallo?? Es ist Sommer! Zumindest kalendarisch. Nö, ich habe keinen Knall. Zumindest keinen allzu grossen. Aber wie ihr ja alle wisst, einen kleinen Tick bezüglich Jelly und Pudding mit Agar-Agar statt Gelatine (siehe Kiwi Jelly, Kuro Goma Purin, Mango-Kokos-Pudding oder Hokkaido Milk Pudding). Ob Sommer oder Winter, ohne Schwabbelspeisen kann und will ich nicht sein. Auf der Suche nach neuen Ideen bin ich auf ihre Seite gestossen und das Coquito Jello hat geschrieen: Mach mich! Iss mich! Büüüüttteeee.... Wer kann da schon widerstehen? Allerdings mochte ich keine gesüsste Kondensmilch verwenden, der Rumanteil schien mir zu grosszügig dosiert und so musste ich wieder einmal alles ummodeln. Entstanden ist ein tolles Sommerdessert. Nicht zu süss, nicht zu alkohollastig, würzig und trotzdem sehr erfrischend.


Für 3-4 Portionen:

  • 250 ml Kokosmilch
  • 250 ml Vollmilch
  • 2 leicht gehäufte El Vanillezucker
  • 1/4 Tl Mixed Spice oder je 1/8 Tl Zimt und Piment
  • 2 Msp frisch geriebene Muskatnuss
  • 3/4 Tl Agar-Agar
  • 2 El Coruba Rum

Alle Zutaten ausser dem Rum in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Ständig rühren, damit nichts anbrennt. Zwei Minuten kochen, damit das Agar-Agar seine Bindefähigkeit entwickeln kann. Topf vom Herd nehmen und die Flüssigkeit 10 Minuten abkühlen lassen, dann den Rum einrühren. Eine grosse Puddingform oder vier kleine Förmchen kalt ausspülen und das Jelly einfüllen. Eine Stunde stehen lassen, dann mit Klarsichtfolie zudecken und für mindestens vier Stunden, besser über Nacht, zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Das Jelly lässt sich wunderbar vorbereiten und hält sich bei ausreichender Kühlung locker 2-3 Tage. Solo oder mit fruchtiger Begleitung servieren.


Mittwoch, 19. Juni 2013

Panna Cotta mit Pfirsichblättern



Als ich mich mit der Herstellung von Gazzosa auseinandersetzte, fiel mir das kleine Kochbuch Le ricette della nonna samt einem Rezept namens Cavolatte wieder in die Hände. Es brachte viele, viele bittersüsse Erinnerungen an die Oberfläche. Verdrängt wurden sie durch die Freude, dass ich nun endlich eine Quelle für naturbelassene Pfirsichblätter aufgetan hatte, um das Dessert endlich nachkochen zu können. Nachbars Schrebergarten, der uns mit reichlich Unkraut versorgt, hat nämlich auch einen Pfirsichbaum zu bieten. So huschte ich kürzlich nach Einbruch der Dämmerung hinüber und pflückte ein paar Hand voll. Nachdem die Blätter aussortiert und gewaschen waren, steckte ich mir eines in den Mund und war völlig überrascht, als sich Bittermandelgeschmack darin breit machte. 


Die Autorinnen setzten anscheinend voraus, dass allgemein bekannt ist, wie Pfirsichblätter schmecken. Die Vanilleschote wurde wohl als Ersatz angegeben, weil viele Leute Bittermandel nicht mögen oder nicht wahrnehmen können. Ich war erstaunt, doch in meinem Hirn ratterte und knarrte es wie verrückt. Was könnte man mit den Blättern denn noch alles anstellen? Eine der ersten Ideen war Panna Cotta damit zu parfümieren. Allerdings bevorzuge ich, vor allem im Sommer, eine abgespeckte Version mit Milch. Statt Gelatine verwende ich lieber eine Kombination aus Agar-Agar und Speisestärke, die dem Dessert Stand und Schlotzigkeit verleihen. Und wie schmeckt es? Grandios. Beim ersten Löffel schmeckt man einen Hauch Frucht mit Vanille, beim zweiten Löffel Vanille und eine Spur Bittermandel, ab dem dritten Löffel haben sich alle drei Aromen zu einem Hochgenuss vereint. Empfehlung: Unbedingt ausprobieren!


Für 4 Portionen:

  • 8-10 grosse oder 16 kleine Pfirsichblätter
  • 200 gr frische Sahne
  • 300 gr frische Vollmilch
  • 20 gr selbstgemachter Vanillezucker
  • 20 gr Zucker
  • 1/2 Tl Agar-Agar
  • 50 gr Milch
  • 20 gr Speisestärke

Blätter waschen und in Stücke reissen. Sahne und Milch in einem kleinen Topf aufkochen, zur Seite ziehen, Blätter einrühren und zugedeckt 45 Minuten ziehen lassen. Milchgemisch durch ein Sieb in einen anderen Topf giessen, die Blätter entsorgen. Mit Zucker, Vanillezucker und Agar-Agar zum Kochen bringen. Unterdessen die Speisestärke mit den 50 Gramm Milch klümpchenfrei verquirlen. Sobald der Topfinhalt kocht, unter ständigem Rühren zugiessen. Etwa zwei Minuten kochen, bis die Flüssigkeit merklich andickt. Dabei immer fleissig rühren, damit nichts anbrennt. In vier kleine Tässchen oder hitzefeste Glasformen giessen. Eine Stunde auskühlen lassen, dann mit Klarsichtfolie abdecken und mindestens vier Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank parkieren, damit die Panna Cotta fest werden kann. Nach der Kühlzeit stürzen oder im Tässchen servieren. Dazu passen frische Früchte wie Aprikosen oder Kirschen.


Sonntag, 21. Oktober 2012

Old-fashioned Louisiana Tomato Aspic



Schon mal an einer Beerdigung oder einer Totenfeier im Mississippi-Delta teilgenommen? Nein? Ich auch nicht. Aber dank des Buches "Being Dead is no Excuse - The Official Southern Ladies Guide to Hosting the Perfect Funeral" wäre ich zumindest als Gastgeberin nicht völlig aufgeschmissen. Wollten sie schon immer mal wissen, was (essenstechnisch) bei so einer Party nie fehlen darf? Was man tunlichst vermeiden sollte? Und warum es für eine Breakfast Casserole nur das billigste Toastbrot sein darf? Diese und viele andere wichtige Fragen zur Ausrichtung einer angemessenen Abdankung im Süden der USA werden hier beantwortet. Lustig, auf eine schrullige Art informativ und dazu kuriose Rezepte. Prädikat: Sehr empfehlenswert.


Ein Eckpfeiler jeder richtigen Louisiana-Totenfeier ist Tomatenaspik. Fehlt dieses Gericht auf dem Buffet, kann man sich den Totenschein gleich abschminken. Die Hinterbliebenen müssten sich in Grund und Boden schämen und die nächsten 50 Jahre würden sich alle mit Grausen an eine äusserst ungehörige Feier ohne Aspik erinnern. Wahrscheinlich könnte man auch in Badehosen bei einem solchen Anlass auftauchen, so lange man dabei eine Platte mit rotem Wabbelzeug vor sich herträgt. Ein lustiges Völkchen, die Amis.


Für 4 Personen als Appetithäppchen:

  • 500 ml Tomatensaft
  • 3 Zitronenscheiben
  • 1 kleine Zwiebel, in Ringe geschnitten
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 kleine Selleriestange, in Scheiben geschnitten
  • 2 ganze Nelken
  • 1 Tl Agar-Agar
  • 1 El frisch geriebener Meerrettich
  • 1/2 El Zitronensaft
  • 1/2 El Worcestershire Sauce
  • 1-2 El Apfelessig
  • Salz, schwarzer Pfeffer

Tomatensaft, Zitronenscheiben, Zwiebel, Lorbeerblatt, Sellerie und Nelken in einen Topf geben, zum Kochen bringen und danach 15 Minuten bei kleiner Hitze simmern lassen. Topfinhalt durch ein Sieb giessen, Saft auffangen und zurück in den Topf leeren. Agar-Agar einrühren, zwei Minuten unter ständigem Rühren köcheln. Topf vom Herd ziehen. Meerrettich, Zitronensaft, Worcestershire Sauce und Apfelessig nach Geschmack zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Eine hitzefeste Schüssel kalt ausspülen, Tomatenaspik reingiessen. Eine Stunde auf dem Küchentisch auskühlen lassen, danach für mindestens sechs Stunden in den Kühlschrank stellen. Auf eine Platte stürzen oder mit einem Esslöffel Nocken abstechen und servieren. Traditionell werden dazu Mayonnaise, gekochte Shrimps und Avocadoscheiben gereicht. Wir hatten Brot, Butter und grünen Salat dazu. 

Seit ziemlich genau sieben Jahren in meinem Besitz, oft gelesen, mich dabei köstlich amüsiert und trotzdem nie etwas daraus gekocht. Das hat sich ja nun geändert und deshalb ab damit zu Bushcooks Event "Alte Schätzchen". Gehostet wird das Ganze wieder mal von der unermüdlichen Zorra.


Freitag, 21. September 2012

Chia-Pudding mit Vanille und Mandelmus



Könnt ihr euch etwas unter der Überschrift "Superduperhyperfood" vorstellen? Nein? Ich mir auch nicht. Bis ich den Artikel dazu las. Es ging um Chia-Samen (Salvia hispanica L.), die momentan in aller Munde sind. Die kleinen Powerpakete sollen reich am Omega 3- & Omega 6 Fettsäuren, Proteinen, Antioxidantien und Vitaminen sein. Nebenbei sollen sie die Konzentration stärken und für mehr Ausdauer sorgen. Viele schwärmen auch von einem Diäteffekt, da die kleinen Samen ein lange andauerndes Sättigungsgefühl hinterlassen. Mehr zum Thema und eine Bestellmöglichkeit zum Beispiel hier.

Update Februar 2013: Neuerdings werden die Samen auch bei Alnatura verkauft. Von Dr. Jacobs sind sie in einigen (Online)Apotheken und Drogerien erhältlich. Wer in der Nähe von Rheinfelden wohnt, kann sie sich direkt im Birlin Mühleladen zum unschlagbar günstigen Preis von knapp 4 Euro für 500 Gramm besorgen. Update Mai 2014: Im Mühleladen ist der Preis mittlerweile auf 9 Euro gestiegen. :-(

Neugierig, wie ich immer bin, durfte kürzlich ein Päckchen in den Einkaufskorb hüpfen. Erster Eindruck: Kein wahrnehmbarer Duft, kaum Eigengeschmack. Wunderfitzig einen Esslöffel voll mit Wasser und einen mit roher Mandelmilch angerührt und über Nacht quellen lassen. Am nächsten Morgen sah's wie Froschlaich aus. Njammi... Die in Wasser angerührten Samen schmeckten nach nichts, die in der Mandelmilch nur sehr verhalten. Um mehr Pfiff an das Glibberzeug zu bekommen, nahm ich Mandelmus, welches dem Pudding einen leckeren Marzipangeschmack verpasst. Optisch zwar immer noch seeehr gewöhnungsbedürftig, aber wenn's gesund ist, muss es ja nicht auch noch hübsch sein. Von wegen innere Werte und so.


Für 2 Portionen:

  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 gehäufter El Mandelmus
  • 1-2 Tl Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz
  • etwas Vanillemark
  • 3 El Chia Samen

Alle Zutaten der Reihe nach in einer Schüssel gründlich verquirlen. Abdecken, in den Kühlschrank stellen und über Nacht einweichen lassen. Am nächsten Morgen mit Fruchtstückchen mischen oder pur löffeln.


Donnerstag, 19. Juli 2012

Mexikanischer Schokopudding



Die Idee, Schokopudding mit Zimt und Vanille zu kochen, stammt von hier. Ich habe ihn mit Mandel- und Kuhmilch ausprobiert und finde beide Versionen gleich gut. Wer Zimt liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Rohrzucker und Vanilleschote lassen sich durch 60 Gramm selbst gemachten Vanillezucker ersetzen.

Für 4 Portionen:

  • 500 ml Kuh- oder Mandelmilch
  • 1 Zimtstange
  • 1 ausgekratzte Vanilleschote (z.B. aus dem Vanillezucker-Glas)
  • 60 gr Rohrzucker
  • 40 gr Kakao
  • 1 Prise Salz
  • 1 El Butter oder Alsan
  • 40 gr Speisestärke

400 ml Milch mit der Zimtstange und der Vanilleschote in einem kleinen Topf aufkochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und 20 Minuten ziehen lassen. Gewürze herausfischen und die restlichen Zutaten bis und mit Butter in die warme Milch einrühren. Speisestärke mit 100 ml Milch klümpchenfrei verrühren. Herd wieder einschalten und Topfinhalt wieder zum Kochen bringen. Wenn der Kakao kocht, Topf vom Herd ziehen und die aufgelöste Speisestärke zügig unterrühren. Topf wieder auf den Herd stellen und Pudding eine Minute unter ständigem Rühren kochen, bis er merklich andickt. In kalt ausgespülte Förmchen* füllen und die Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. Eine Stunde auskühlen lassen, dann mindestens vier Stunden in den Kühlschrank stellen. 

Hält sich im Kühlschrank 3-4 Tage.

* Hab ich vergessen. Daher die unschön gefurchte Oberfläche.


Sonntag, 24. Juni 2012

Kiwi Jelly - Summer in the Kitchen



Jellys aus Agar-Agar sind wesentlich wärmeresistenter als ihre Kollegen aus Gelatine. Ungekühlt kann man die Gläschen stundenlang mit sich rumschleppen, ohne einen Kiwisee in der Handtasche befürchten zu müssen. Ausser man nimmt sie auf eine Wüstenexpedition mit. In diesem Fall kann ich für nichts garantieren. (Doktor Cookenstein, wer nimmt schon eine Handtasche mit in die Taklamakan? - Igor, wenn du weiterhin Fehler in meinen Argumentationen findest, werde ich dein Gehirn für das Monster verwenden!)

Für zwei Portionen:
  • 4 reife Kiwis 
  • 1 Tl Zucker oder Agavendicksaft
  • 1/2 Tl Agar-Agar

Kiwis halbieren und das Fruchtfleisch in einen Messbecher löffeln. Wasser zugeben, bis die Füllhöhe 400 ml beträgt. Je nach Grösse der Kiwis benötigt man etwa 50-120 ml Wasser. Kurz mit dem Mixstab pürieren. Die Betonung liegt auf kurz, denn wir wollen nur das Fruchfleisch zu Brei verarbeiten und nicht die Kerne atomisieren. Kiwipüree in einen kleinen Topf giessen. Mit Zucker und Agar-Agar zum Kochen bringen. Eine Minute kochen, dabei ständig rühren. Probieren und nach Geschmack mehr Zucker zufügen. In kalt ausgespülte Förmchen oder Gläser füllen. Eine halbe Stunde auskühlen lassen, dann mit Klarsichtfolie oder Deckel abdecken und mindestens vier Stunden im Kühlschrank gelieren lassen. Hält sich gekühlt maximal drei Tage.

Anmerkung:
Das Jelly auf dem Foto besteht aus zwei grünen und zwei Goldkiwis, ohne Zuckerzusatz. Die gelben Kiwis brachten genug Eigensüsse mit.


Dienstag, 12. Juni 2012

Griechischer Reispudding nach Art der zwei Schwestern



Unseren ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten Herr C. und ich auf Rhodos. Kurz vor Ende der Saison hatten wir das Vergnügen, die Insel fast für uns alleine zu haben. Einziger Nebeneffekt war das eingeschränkte kulinarische Angebot in unserem kleinen Dörfchen. Nur zwei Restaurants hatten noch geöffnet, alle anderen waren schon in der Winterpause. So assen wir abends oft an einem kleinen Gyrosstand, der von zwei Schwestern betrieben wurde. Zu den exzellent gewürzten Spiessen frisch vom Grill gab es wahlweise Salat, Gemüse, Pommes und/oder frisches Brot. Und danach immer noch eine grosse Portion Rizogalo als Dessert. Herr C. versuchte jeden Abend, mir meine Portion abzuschwatzen, da er den Reispudding so gerne mochte. Weil ich so verliebt war, hatte er meistens Erfolg. Heute hätte er keine Chance mehr... 

Der "Pudding" der zwei Schwestern war eher eine dickflüssige Crème mit ausgeprägtem Zimtaroma. Trotz zahlreicher Kochbücher über die griechische Küche, fand ich nirgends ein Rezept, welches dem Rizogalo aus Rhodos nahe kam. Nach einigen DIY-Fehlversuchen stellte sich heraus, dass Reismehl die gesuchte Zutat war. Mit Mais- oder Weizenstärke wird der Pudding einfach nicht so richtig schlotzig.  

Für zwei Portionen:

  • 500 ml Vollmilch
  • 1 gehäufter El Milchreis
  • 1 Prise Salz
  • 1 kleines Stück Zimtstange (3-4 cm)
  • 1 gehäufter El Zucker
  • 50 ml Sahne
  • 1 gehäufter El Reismehl
  • frisch gemahlener Zimt (optional) 

200 ml Milch, Milchreis, Salz und Zimtstange aufkochen. Zehn Minuten auf kleiner Hitze kochen lassen, ab und zu umrühren. Herd abschalten, über den Topf ein Küchentuch legen und Deckel fest draufpressen. Reis 20-30 Minuten quellen lassen. Weitere 250 ml Milch und Zucker in den Topf geben, aufkochen, immer mal wieder umrühren. Unterdessen das Reismehl in der restlichen Milch und der Sahne klümpchenfrei verrühren. Wenn der Topfinhalt kocht, Zimtstange herausfischen und aufgelöstes Reismehl einrühren. Unter ständigem Rühren einige Minuten kochen, bis der Pudding merklich andickt. In kalt ausgespülte Schüsselchen füllen und Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken. So kann sich keine Haut bilden. Mindestens fünf Stunden in den Kühlschrank stellen, damit der Pudding durchkühlen kann. Mit Zimt bestreuen und kalt servieren.

Anmerkung:
Reismehl ist in Bio-Läden und in Asia-Shops erhältlich.

Sonntag, 15. April 2012

Kuro Goma Purin (Pudding aus schwarzem Sesam)



Ab und zu begleite ich Herrn C. nach Zürich. Und wenn der Zeitplan es zulässt, mache ich gerne einen Abstecher zu Nishi's, einem winzigen japanischen Spezialitätenladen. Beim letzten Besuch sprang mir dieser Puddingmix ins Auge. Mitgenommen und für gut befunden. Allerdings mit einem Preis von etwas über vier Franken (etwa 3.30 Euro) ein eher teures Vergnügen. Logische Schlussfolgerung: DIY.

Im Internet fand ich einige Rezepte mit schwarzem Sesammus als Zutat (natürlich nirgends in meiner Nähe erhältlich). Das selbst gemachte Mus wurde, warum auch immer, bei beiden Versuchen leider ungeniessbar bitter. Nach diesem Experiment kam mir dann die Idee, den Pudding mit frischem Sesam zuzubereiten. Ergebnis: Natürlich viel besser als die Fertigmischung und dazu noch wesentlich preisgünstiger. 

Für 2-3 Portionen:

  • 40 gr schwarzer Sesam
  • 320 ml Milch
  • 20 ml Sahne
  • 20-30 gr selbst gemachter Vanillezucker
  • 1/2 Tl Agar-Agar

Sesam mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten, gut abspülen und abtropfen lassen. Mit der Milch im Mixer so fein wie möglich pürieren und anschliessend durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel filtern. Sesammilch, Sahne, Vanillezucker und Agar-Agar in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen, dabei ständig rühren. Topf vom Herd nehmen und ein paar Minuten abkühlen lassen. Pudding in kalt ausgespülte Gläser oder Förmchen füllen und mindestens vier Stunden in den Kühlschrank stellen.

Schnelle Variante:
Sesam kurz rösten, auskühlen lassen und mit einem Teelöffel Zucker im Mixer fein zerkleinern. Nicht zu Mus pürieren, dieses könnte bitter werden. Sesam-Zucker-Mischung mit der Milch aufkochen, absieben und dann weiter wie oben angegeben.

Heute sammelt Katrin von lingonsmak für die {Initiative Sonntagssüss}


Sonntag, 25. März 2012

Mango-Kokos-Pudding mit einem Hauch Kaffirlimette



Eigentlich wollte ich nur ein paar Enoki-Pilze im Asiashop einkaufen. Nach Hause kam ich mit Padanblättern, frittierten Tofutaschen, Baby Bok Choy, einer neuen Sorte Fischsauce, Kokosmilch, Kaffirlimetten und zwei Mangos. Nur keine Pilze, die waren aus. Die Padanblätter liegen noch im Kühlschrank, aus den Tofutaschen wurden Inarizushis, Bok Choy mit Fischsauce gab's als Beilage und aus dem restlichen Einkauf habe ich einen Pudding gebastelt. Und den finde ich so gut, dass ich euch das Rezept nicht vorenthalten möchte.


Für 2-3 Portionen:

  • 1 Mango, vollreif
  • 150 ml Kokosmilch 
  • 1 Tl frisch gepresster Zitronensaft
  • abgeriebene Schale einer halben Kaffirlimette
  • 120 ml Wasser
  • 20-30 gr Zucker
  • 1/2 Tl Agar-Agar
  • 1 El Kokosraspel (optional)

Mango schälen, Fruchtfleisch vom Stein lösen und in kleine Würfel schneiden. Davon 150 Gramm abwiegen. Den Rest gleich essen oder die Würfelchen als Deko zur Seite legen. Mangostücke, Kokosmilch, Zitronensaft und Limettenschale mit dem Mixstab pürieren. 
Wasser, Zucker und Agar-Agar in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen, dabei ständig rühren. Topf vom Herd nehmen, fünf Minuten abkühlen lassen. Dann das Mangopüree mit einem Schwingbesen zügig einrühren. In Gläser oder kalt ausgespülte Puddingförmchen füllen und mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank stellen. Mit Kokosraspeln garnieren, in die Sonne sitzen und den Pudding geniessen.


Anmerkung:
Statt Kokosmilch aus der Dose, verwende ich lieber Produkte der thailändischen Firma Aroy-D im Tetrapak. 100% Kokosmilch, keine Zusätze, schön cremig, kein Aufrühren nötig, sehr angenehmer Geschmack.


Sonntag, 18. März 2012

Erdbeer-Vanille-Jelly mit Filmjölk



Strahlender Sonnenschein und angenehme 20 Grad verleiteten mich gestern, eine Schale Erdbeeren zu kaufen. Im Winter habe ich in einer alten Ausgabe der Saisonküche ein Rezept für Erdbeer-Jelly gesehen und konnte mit dem Nachkochen nicht länger warten. Mein Gewissen wollte mich zwar vom Kauf abhalten ("Importware, sauer, geschmacklos!"), aber meine (Koch)gier gewann trotzdem. Sorry.

Filmjölk ist eine milde Sauermilch, die sich vor allem in Schweden grosser Beliebtheit erfreut. Sie wird wie Joghurt pur gegessen oder zu Früchten und Müsli gereicht. In der Schweiz ist Filmjölk von der Firma Biomilk in Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Leider kenne ich keine Bezugsadressen in Deutschland und Österreich, Hinweise werden aber gerne entgegengenommen. Sonst einfach durch Sauermilch, Dickmilch oder milden Joghurt ersetzen. Geschlagene Sahne tut's natürlich auch. Wie es euch beliebt.

Und ab damit zur {Initiative Sonntagssüss}, heute gesammelt von Fräulein Text.

Für 2-3 Personen:


Erdbeeren mit kaltem Wasser abbrausen, gut abtropfen lassen, putzen und in Stücke schneiden. Zugedeckt in den Kühlschrank stellen. Wein mit Zucker und Agar-Agar in einem kleinen Topf erhitzen und unter ständigem Rühren zwei Minuten kochen. Topf zur Seite stellen, damit die Flüssigkeit etwas auskühlen kann. Aber bitte nicht zu lange warten, unter 45 Grad beginnt das Agar-Agar zu gelieren. Unterdessen die Erdbeeren in Gläser verteilen. Flüssigkeit über die Erdbeeren löffeln. Einige Minuten stehen lassen, bis das Jelly etwas angedickt ist. Dann für 3-4 Stunden in den Kühlschrank stellen. Mit einem grosszügigen Klacks Filmjölk garnieren und genüsslich verputzen.

Anmerkung:
Für Kinder den Wein durch 250 ml Wasser und 3 Esslöffel Erdbeer- oder Himbeersirup ersetzen. Den Vanillezucker dann weglassen. In ein paar Tagen werde ich mich in einem Post ausführlicher mit dem Thema Filmjölk beschäftigen. So stay tuned!


Montag, 6. Februar 2012

Nachgekocht: Griesspudding



Wer braucht denn schon ein Rezept für so ein einfaches Gericht, werden sich manche fragen. Ich zum Beispiel. Früher kochte ich Griessbrei oder -pudding immer Handgelenk mal Pi. Manchmal wurde er zu fest, dann war er wieder zu dünn und im dümmsten Fall ist er am Topfboden angebrannt. Aber geschmeckt hat er mir immer. Herr C. hingegen ist beim Thema "Der perfekte Griesspudding" sehr heikel. Nicht zu dick, nicht zu dünn, sehr sahnig und süss genug muss er seiner Meinung nach sein. Da ich keine Lust mehr hatte, für ihn mehrmals im Monat abgepacktes Fertigzeug kaufen zu müssen, gab ich diesem Rezept von Küchenlatein eine Chance.

Herr C. ist ganz begeistert und findet ihn schlichtweg perfekt. Meine Frau Mama war auch sehr angetan. Mir ist er etwas zu mächtig, ich mag Griesspudding lieber ohne Sahne und mit etwas Zitronenabrieb. Aber meine Meinung zählt nicht, bin ja 2:1 überstimmt worden.

Für 8 Gläschen (à 150 ml) nehme man:

  • 1 Liter Vollmilch
  • 250 gr Sahne
  • 110 gr Vanillezucker, selbstgemacht
  • 100 gr Hartweizengriess
  • 1 Prise Salz

Milch, Sahne, Zucker und Salz in einem grossen Topf zum Kochen bringen. Wenn die Milch anfängt hochzusteigen, den Griess unter ständigem Rühren einrieseln lassen. Kräftig weiterrühren und alles noch mal aufkochen. Dann in die Gläser abfüllen. Nach dem Abkühlen Deckel drauf und ab in den Kühlschrank damit.

Sonntag, 5. Februar 2012

Blanc Manger mit frischer Mandelmilch



Bei diesen Temperaturen scheint auch meine Hirnleistung zu schwinden.
Habe zum Fotografieren den gleichen Unterteller wie letzten Sonntag verwendet. Uuups...

Schon wieder Sonntag, schon wieder ein weisses Dessert. Momentan könnte ich mich von Pudding, Griessbrei und Co. ernähren. Muss wohl am Wetter liegen. Bei dieser Kälte (-10 Grad) bleibe ich lieber mit einem Krimi im Bett und löffle dort gemütlich schwabbelige Süssspeisen. Leicht exzentrisch, ich weiss. Aber es macht mich glücklich und was mich glücklich macht, ist gut.

Kurz zur Geschichte des Blanc Manger:
Schon im Mittelalter gab es ein Gericht namens Blanc Manger (= weisse Speise), dieses war allerdings nicht süss, sondern salzig. Mandeln wurden zerstossen und mit Brühe und weissem Fleisch gekocht, daraus ergab sich eine beliebte Fastenspeise. Ab dem 17. Jahrhundert wandelte sich das Blanc Manger langsam zum Dessert. In seiner einfachsten Form war und ist es eine Mandelsulz, bestehend aus Mandelmilch, Zucker und Gelatine.

Bei mir darf es ein wenig luxuriöser sein und somit ein weiterer Beitrag zur {Initiative Sonntagssüss}

Für 4-6 Portionen:

  • 150 gr Mandeln, ungeschält
  • 600 ml Wasser
  • 100-125 gr Zucker
  • 1-2 Tropfen Bittermandelöl
  • 1 Tl Agar-Agar
  • 200 ml frische Sahne

Mandeln für einige Stunden (am besten über Nacht) in reichlich kaltem Wasser einweichen. Einweichwasser wegschütten, Mandeln mit 100 ml Wasser in den Mixer geben und zu einem glatten Mus pürieren. Nach und nach die restlichen 500 ml Wasser zufügen. Mandelmilch durch ein feines Tuch (Geléetuch, Nussmilchbeutel o. ä.) filtern. Das Mandelmehl weiterverwenden oder entsorgen.

Mandelmilch, Zucker und Agar-Agar in einen Topf zum Kochen bringen. Eine Minute kochen lassen, dabei immer schön rühren. Topf zur Seite stellen und Bittermandelöl zugeben. Nach einigen Minuten in eine Schüssel umfüllen und so lange auskühlen lassen, bis die Masse gerade anfängt fest zu werden. Das dauert so 10 bis 30 Minuten, je nach Temperatur. Unterdessen die Sahne steif schlagen. Wenn die Mandelmilch anfängt zu gelieren, Schlagsahne unterziehen. Am besten mit einem Gummischaber, damit so wenig Luftbläschen wie möglich zerstört werden.

Blanc-Manger in Förmchen oder Tassen abfüllen und mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Wer es puristisch mag, serviert nichts dazu. Allen anderen empfehle ich eine selbst gemachte Fruchtsosse (z.B. aus Beeren) als Begleitung. Frische oder gefrorene Beeren in den Mixer geben, Zucker nach Geschmack dazu, vielleicht noch einen Tropfen Alkohol, Mixer anschalten und fertig.

Anmerkung:
Schneller geht es natürlich mit fertig gekaufter Mandelmilch, z.B. aus dem Bio-Laden. In diesem Fall nur 500 ml verwenden. Reines Bittermandelöl erhält man in der Apotheke oder bei vielen Anbietern von ätherischen Ölen. Bitte kein künstliches Bittermandel-Aroma (Dr. Oe...) oder ähnliches verwenden. Dann lieber das Bittermandelöl durch etwas Vanillemark ersetzen.



Sonntag, 29. Januar 2012

Hokkaido Milk Pudding - Mit Bergmilch doppelt so gut!



Da der Pudding ziemlich weich ist, ist mein Buddha etwas in die Breite gegangen

Zum ersten Mal habe ich auf ihrer Seite den Hokkaido Milk Pudding entdeckt. Sie hat dafür Milch mit 3,6% Fettgehalt aus Hokkaido gekauft. Pro Liter lag der Preis bei etwas über 6 Dollar (!), was für japanische Verhältnisse aber völlig normal ist. Leider wird die Hokkaido-Milch nicht ins Ausland exportiert. (Ein Geschmacksvergleich mit hiesigen Produkten wäre sicher spannend gewesen). So musste ich mich mit frischer Milch aus den Schweizer Bergen begnügen.


"Il Buddino"

Weil mir dieser Pudding aber nicht cremig genug war, probierte ich Charsiubaus Rezept aus und er wurde genau so, wie ich ihn haben wollte. Cremig, sahnig, einfach wow! Einzig die Zuckermenge habe ich etwas reduziert, da der erste Versuch noch ein wenig zu süss war. Und bitte keine UHT-Milch oder so etwas ähnliches verwenden. Nur die beste Milch, die ihr finden könnt, ist für diesen Pudding gut genug.

Für 3 Portionen:

  • 280 ml frische Milch mit 3,8% Fettgehalt
  • 20 ml frische Sahne
  • 20 gr Zucker
  • 1/2 Tl Agar-Agar Pulver

Alle Zutaten in einen kleinen Topf geben und unter ständigem Rühren aufkochen. Eine Minute kochen lassen und dabei rühren, rühren, rühren! Wenn ihr nicht genug rührt, kocht der Pudding über oder brennt am Boden an. Dann den Topf vom Feuer nehmen und den Pudding in kalt ausgespülte Förmchen oder hitzebeständige Gläser füllen. Etwa eine Stunde auskühlen lassen, dann abdecken und für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Der Pudding hält sich dort 2-3 Tage, aber nicht länger, da das Agar-Agar mit der Zeit seine Bindekraft verliert.

Mein vierter Beitrag zur {Initiative Sonntagssüss}.