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Dienstag, 5. November 2019

Fırın Sütlaç



Fırın Sütlaç und ich sind uns zum ersten Mal in Istanbul begegnet. Genauer gesagt war es in einer Lokanta in unmittelbarer Nähe der Blauen Moschee. Keine Ahnung mehr, was ich als Vorspeise oder Hauptgericht gegessen hatte. Nur das Dessert, begleitet vom melodischen Gebetsruf des Muezzins, ist mir in bester Erinnerung geblieben. Erst Jahre später, als in der neuen Wohnung ein Elektroofen zur Verfügung stand, gelang es mir, den Reispudding zu Hause exakt so hinzubekommen, wie er in dem kleinen Restaurant serviert wurde. In der Türkei wird Fırın Sütlaç meist in flachen Tontöpfchen gereicht oder zum Mitnehmen in Aluschalen verkauft. Als Ersatz bieten sich kleine Gratinformen aus Porzellan oder Glas an. En famille verzichten wir aber auf das vorgängige Portionieren und tischen die deliziöse Süssspeise direkt im Gusseisentopf auf. Oder in der gläsernen Cakeform, wenn das Düpfi anderweitig beschäftigt ist.

Für 4 Personen:

  • 300 gr Wasser
  • 85 gr Milchreis
  • 1 Prise Salz

Einen (gusseisernen) Topf mit mindestens 1,5 Liter Fassungsvermögen auf den Herd stellen. Wasser, Reis und Salz hineingeben und auf mittlerer Stufe kochen, bis die Flüssigkeit fast verschwunden ist.

  • 375 gr Milch, zimmerwarm
  • 1/4 Tl Mandarinenschalenpulver (entspricht dem Abrieb einer halben Bio-Mandarine)
  • 1/4 Tl Cassia, fein gemahlen

Milch und Gewürze zugeben. Unter ständigem Rühren so lange weiter kochen, bis die Milch fast gänzlich aufgesogen wurde und der Reis komplett weich ist.

  • 20 gr Speisestärke
  • 375 gr Milch, zimmerwarm
  • 75 gr Zucker

Speisestärke mit vier Esslöffeln Milch klümpchenfrei verquirlen. Restliche Milch in den Topf giessen, unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Aufgelöste Stärke zugiessen und zwei Minuten rührend kochen. Den Topf vom Herd ziehen. Ein Küchentuch über den Topf legen, Deckel drauf und 15 Minuten ausquellen lassen. Danach, falls gewünscht, in vier ausgebutterte Portionsförmchen oder eine Cakeform (28 x 12 x 8 cm) umfüllen. Unbedeckt etwa 30 Minuten abkühlen lassen, damit sich auf der Oberfläche eine Haut bildet. An diesem Punkt kann die Zubereitung unterbrochen werden. Form oder Förmchen abdecken und maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Karamellisieren unbedingt Zimmertemperatur annehmen lassen, die Förmchen könnten sonst im Ofen zerspringen.

  • 3 El Zucker

Backofengrill vorheizen. Zucker gleichmässig auf der Reismasse verstreuen. Unter dem Grill so lange karamellisieren, bis sich schwarze Flecken bilden. In der kalten Jahreszeit direkt aus dem Ofen servieren. Im Sommer lasse ich den Reispudding lieber zuerst im Kühlschrank ein paar Stunden durchkühlen. Wer Zeit und Lust hat, kocht dazu noch eine Fruchtsauce oder ein Kompott.

P.S. Besitzer eines Gasbackofens ohne regulierbare Oberhitze bzw. Grillfunktion, benutzen zum Karamellisieren vorzugsweise einen handlichen Flammbierbrenner (z.B. von GEFU oder Rösle).

Freitag, 16. November 2012

Bolo de Cenoura (Brasilianischer Karottenkuchen)



Wie peinlich aber auch. Ich liebe Rüeblikuchen und ich habe auf meinem Blog noch nie ein Wort darüber verloren. Fotos sind irgendwo gespeichert, das Rezept sowieso. Aber wie so oft, fehlt einfach die Zeit, um alles direkt nach der Vollendung zu veröffentlichen. Da rutschen optisch eher unscheinbare Gerichte schnell in die Versenkung. Was mein Standartrüeblikuchen nicht verdient hat. Das Rezept wird also bald nachgereicht. Zwischenzeitlich präsentiere ich euch Bolo de Cenoura, brasilianischen Karottenkuchen. Bei mir allerdings im Kleinformat und mit Deep Purple Karotten, die das Gebäck dunkelviolett färben. Im Original wird dem Teig kein Aroma zugesetzt, mit einer Zitrusnote gefallen mir die Küchlein aber wesentlich besser. Fast eine Bedrohung für meinen Lieblingskuchen und auf alle Fälle eine nette und bunte Abwechslung auf dem Kuchenteller.


Für 6 Muffins oder Herzen (Nordic Ware):

  • 70 gr Butter 
  • 85 gr Karotten, geschält gewogen
  • Saft einer Mandarine oder Clementine 
  • abgeriebene Schale einer halben Mandarine oder Clementine 
  • 1 El Grand Marnier oder Cointreau
  • 1 Ei Grösse L
  • 65 gr Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 gr Mehl
  • 3/4 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 210 Grad vorheizen, Formen mit Papierförmchen bestücken oder gründlich einfetten. Butter schmelzen und einige Minuten zum Abkühlen zur Seite stellen. Karotte in Stücke schneiden, mit dem Saft der Mandarine im Mixer zu einem glatten Brei pürieren. Mandarinenschale, Grand Marnier, Ei, Zucker und Salz zugeben, kurz einmixen. Mehl und Backpulver sieben, unter die Karottenmasse mischen. Nicht zu lange rühren, sonst werden die Küchlein nicht luftig. Mit einem Löffel in die Förmchen füllen und auf der mittleren Schiene 18-20 Minuten backen. Stäbchentest nicht vergessen. Kühl aufbewahrt bleiben sie 4-5 Tage ein echter Leckerbissen.