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Sonntag, 24. Juli 2022

Cuisine du Jardin: Okroschka - Kalte Sommersuppe für 2


Das Thermometer auf der Terrasse zeigt heute um 10:00 schon 30 Grad an. 
Eiskalte Okroschka in eine Thermosflasche füllen, in die Berge fahren und den Tag dort geniessen.
Wäre meine Empfehlung.

Für zwei Personen :

  • 2 mittlere Kartoffeln, ca. 250 gr
  • 500 ml kühlschrankkalter Kefir (io: eine Flasche Andechser Bio-Kefir)
  • 1 gehäufter Tl mittelscharfer Senf
  • ein bombierter 1/4 Tl Kräutersalz
  • 2 Dillzweige, fein gehackt oder 1/2 Tl getrockneter Dill, fein zerrieben
  • reichlich schwarzer Pfeffer
  • eine grosszügige Prise Sumach
  • 1-2 El heller Kräuteressig
  • 1 mittlere Nostranogurke, ca. 300 gr
  • 1 Bund Radieschen, ca. 125 gr ohne Grün
  • 2 Lauchzwiebeln (io: kleine Zwiebel)
  • optional: 2 Hühner- oder 8 Wachteleier, hartgekocht
  • optional: Kräuter & Blüten, z.B. Portulak, Kapuzinerkresseblüten, Baumspinatblättchen und Rucola

Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden, leicht salzen und im Dünsteinsatz gar dämpfen. Zum Auskühlen zur Seite stellen. Kefir in eine Schüssel oder ein grosses Einmachglas (io: 1,2 Liter Tupperli) umfüllen. Ein grosszügiger Schluck - etwa 125 ml - kaltes Wasser in die Flasche füllen. Kräftig schütteln und zum Kefir giessen. Senf, Salz, Dill, Pfeffer und Sumach untermischen. Mit Essig abschmecken. Gurke schälen, entkernen, klein würfeln. Radiesli gründlich abbrausen, rüsten, ebenfalls klein würfeln. Lauchzwiebel in dünne Ringe schneiden, normale Zwiebel fein hacken. Alles zusammen mit den zimmerwarmen Kartoffelwürfeln unter den Kefir mischen. Nochmals abschmecken, eventuell nachsalzen. Suppe mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen. Die durchgekühlte Okroschka in zwei Teller schöpfen und mit geviertelten Eiern (Wachteleier nur halbieren), Blüten und Grünzeug garnieren. Schmeckt aber natürlich auch ohne Garnitur. 

Anmerkungen: Ihr könnt euch das Abwiegen bei dieser Suppe sparen. Verwendet wird, was der Garten aktuell hergibt. Mehr Kartoffeln? Weniger Radieschen? Eine Riesengurke? Ein Bund Schnittlauch statt Frühlingszwiebeln? Kein Sumach im Vorratschrank? Pas de problème, die Okroschka wird trotzdem gelingen.

Sonntag, 5. Juni 2022

Cuisine du Placard: Dahi Aloo - Kartoffelcurry mit Joghurt

 
Letzten Sonntag, am Geburtstagsessen des Herrn C., erschien Schwesterherz mit einer leichten Erkältung. Kein Grund zur Panik, das Gelage fand unter freiem Himmel statt. Kurz darauf stellte sich bei einem Arztbesuch heraus, dass sie sich keine Grippe sondern eine Bakterienherde eingefangen hat. Und nun ratet mal, wer neben ihr sass und seit vier Tagen flach liegt.... Das Kartoffelcurry hatte ich am Tag vor dem Seuchenausbruch gekocht und die Reste in den folgenden Tagen aufgewärmt. Sobald ich wieder beschwerdefrei am Herd stehen kann, d.h. ohne Fieber, Schwindelanfälle, Kopfweh und Husten, wird das Curry gleich nochmal zubereitet. Es ist würzig und trotzdem mild genug für Herrn C., der sich am Kochtag freudig eine zweite Portion auf den Teller geschaufelt hat. Alle, die es etwas schärfer mögen, rühren mit den Kartoffeln einen halben Teelöffel Chilipulver unter. Die tiefgekühlten Erbsen sind übrigens optional, aber nicht nur optisch eine feine Ergänzung.

Für 4 Portionen:

  • 6 mittelgrosse Kartoffeln, geschält und in je 16 Stück zerteilt (io: mehligkochende Sorte)
  • 1 El Ghee 
  • 1 Tl Korianderpulver
  • 1/2 Tl braune Senfkörner
  • 1/2 Tl Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/2 Tl Kurkumapulver
  • 1/2 Tl Garam Masala
  • eine grosszügige Prise Asafoetida
  • ein walnussgrosses Stück junger Ingwer, fein gerieben
  • etwa 350 ml hahnenheisses Wasser
  • Salz
  • 150 gr Joghurt (io: 3,5% Fett, laktosefrei) 
  • zwei Handvoll feine TK-Erbsen
  • Korianderblättchen zum Garnieren (io: zuletzt ein paar Korianderkrümel untergerührt)

Kartoffeln schälen. Jede Kartoffel in 16 Stücke zerteilen. Ghee in einer grossen Pfanne mit hohem Rand auf mittlerer Stufe zerlassen (io: Stufe 6 von 9). Gewürze in das zerlassene Ghee streuen und ohne zu rühren kurz anrösten. Wenn der Pfanneninhalt fein duftet, Kartoffeln und Ingwer zugeben. Rührbraten, bis die Kartoffelstücke rundum von der Gewürzmischung bedeckt sind. Hitze hochdrehen und soviel hahnenheisses Wasser zugiessen, bis die Kartoffelstücke ganz knapp bedeckt sind. Kräftig salzen, Deckel auflegen und so lange kochen, bis die Kartoffeln weich sind. Joghurt direkt im Becher mit vier Esslöffel heisser Flüssigkeit aus der Pfanne verrühren. Joghurtmischung in die Pfanne löffeln. Das Curry langsam unter ständigem Rühren wieder zum Kochen bringen, eine Minute köcheln. Erbsen einrühren und abschmecken (io: zwei Prisen Kokoszucker & Bio Orient Salz). Zugedeckt zehn Minuten durchziehen lassen. Mit Cashew-Butter-Reis (ohne Currypulver und Kurkuma) oder Methi Parata (Pfannenbrote mit Bockshornklee) geniessen. Reste halten sich mind. drei Tage im Kühlschrank. Vegane Variante: Ghee durch Öl ersetzen und Joghurt durch Kokosjoghurt, z.B. von The Coconut Collaborative.

Sonntag, 6. März 2022

Härdöpfelgulasch mit Silberzwiebeln


Auf der obersten Ablage im Kühlschrank tummeln sich diverse angebrochene Gläser und Flaschen. Unter anderem mit Sambal Manis, Currypasten, Miso, Dijonsenf, Austernsauce, Mushroom Ketchup, Worcestershiresauce, fermentierter Salsa, Gewürzgurken und eingelegten Silberzwiebeln aus vier verschiedenen Ländern. Die Silberzwiebeln waren, zu meinem Verdruss, alles Fehlkäufe. Vor einigen Monaten wurde unsere Lieblingssilberzwiebelmarke (ohne Süssstoff und Zusätze) klammheimlich gegen das, wohl billigere, Erzeugnis eines anderen Herstellers ausgetauscht (metallischer Geschmack und extrem sauer, trotz Süssstoffzusatz). Seither sind wir auf der Suche nach einem neuen Lieferanten. Bislang leider erfolglos. Direkt aus dem Glas sind alle getesteten Sorten zu sauer, aber gründlich abgespült und mitgekocht, verwandeln sie sich in eine knackige Bereicherung für deftige Suppen und Eintöpfe. Das Erdäpfelgulasch schmeckt übrigens auch mit eingelegten Maiskölbchen oder Mixed Pickles, die vom letzten Racletteabend übrig geblieben sind.

Für zwei hungrige Fasnächtler als Hauptgericht:

  • 2 El Butterschmalz
  • 1 Kilo Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • 1 rote Blockpaprika, gerne auch angeschrumpelt
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 1 El Paprikamark (io: mildes ungarisches Paprikamark aus der Tube)
  • ein gehäufter 1/2 Tl gemahlener Kümmel*
  • 2 Tl geräuchertes Paprikapulver, mild 
  • ca. 600 ml hahnenheisses Wasser
  • Salz oder ein Bouillonwürfel 
  • ein knapper Tl Majoranblättchen
  • 100 gr eingelegte Silberzwiebeln, gut abgebraust
  • Crème fraîche und Schnittlauch, optional

Butterschmalz in einem Kochtopf zerlassen. Kartoffeln schälen und in grosse, mundgerechte Stücke zerteilen. Im Butterschmalz bei mittlerer Hitze anbräunen (io: Stufe 6 von 9). Unterdessen die Paprikaschote rüsten, grob zerkleinern und in den Mixbecher legen. Die Zwiebel schälen, ebenfalls grob zerkleinern und mit den Paprikastücken zu einem glatten Brei zermixen. Wenn die Kartoffelstücke stellenweise braun angebraten sind, Gemüsebrei zusammen mit Paprikamark und Kümmelpulver zugeben. Kurz rührbraten, bis der rohe Zwiebelgeruch verflogen ist. Paprikapulver untermischen. Mit dem heissen Wasser ablöschen, kräftig salzen. Das Wasser sollte die Kartoffeln knapp bedecken, Menge entsprechend anpassen. Zuletzt Majoran und Silberzwiebeln unterrühren. Deckel auflegen und das Härdöpfelgulasch etwa 25 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln weich sind und die Sauce schön eingedickt ist. Topf vom Herd ziehen und das Kartoffelgulasch, wenn möglich, eine halbe Stunde - gerne auch länger - durchziehen lassen. Vor dem Servieren wieder aufwärmen. Herr C. besteht auf einen grossen Klacks Crème fraîche dazu, ich begnüge mich mit Schnittlauchröllchen.

* Zwei Esslöffel Kümmelsaat in einer Pfanne kurz anrösten, bis es fein nussig duftet. Auf einem Teller auskühlen lassen und anschliessend in der Kaffeemühle fein mahlen. Restliches Kümmelpulver in einem kleinen Gläschen aufbewahren und zum Beispiel Kartoffelsuppen, Linsen- und Kohlgerichte damit würzen.

Freitag, 12. Februar 2021

Erbsensuppe mit Garam Masala aus dem Slow Cooker

                        
  

Früher hatte Herr C. die Qual der Wahl: Restaurants, Kantinen, Imbissbuden, Migi Gourmessa oder ein Lunchpäckchen. Freudig entschied er sich immer öfter für die hausgemachte Variante und umso grösser wurde das Sammelsurium an Brotdosen für Sandwiches, auslaufsicherer Tupperware für Salate, Tiffins aus Edelstahl für Reste vom Vortag und Click-Clack-Boxen für gerüstetes Obst. Nur eines fehlte: Thermogeschirr. Bis letzte Woche bestand in unserem Haushalt auch kein Bedarf danach. Wenn's eiskalt war, verbrachte Herr C. seine Mittagspausen stets in einem wohlig warmen Restaurant. Und dann kam Corona... Und mit dem Kroppzeug der Shutdown. Die Restaurants sind zu und Take-away ist bei Minusgraden ziemlich reizlos. Kantinen sind für Aussenstehende geschlossen, und ohne Herd oder Mikrowelle am Arbeitsplatz, sieht's essenstechnisch düster aus. Um dem Mann unnötiges Leid zu ersparen, umgehend zwei Thermobehälter beim Grossverteiler besorgt. Mein neuer Tagesablauf seither: Um 06:00 Suppe aufwärmen, Brote streichen und Apfelviertel eintuppern. Yeah.


Für vier Portionen Erbsensuppe:

  • 250 gr getrocknete, halbierte grüne Erbsen
  • 1,2 Liter hahnenheisses Wasser
  • 3 Selleriestangen
  • 1 grosse Karotte
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 2 grosse festkochende Kartoffeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 gehäufter El Gemüsebrühepulver (io: Alnatura ohne Hefeextrakt) 
  • 1/2 Tl getrockneter Majoran
  • 1/2 Tl Garam Masala 
  • Salz, Pfeffer

Den 3,5 Liter Slow Cooker auf HIGH vorheizen. Die Erbsen in ein Sieb schütten, gründlich abbrausen. Zusammen mit dem heissen Wasser in den Einsatz geben. Stangensellerie putzen, der Länge nach dritteln und in feine Scheiben schneiden. Karotte putzen und in zentimetergrosse Stücke zerteilen. Zwiebel schälen und fein hacken. Kartoffeln schälen und in mirabellengrosse Stücke schneiden. Alle Gemüsestücke zusammen mit den angeknickten Lorbeerblättern, Brühepulver, Majoran und Garam Masala ins Erbsenwasser einrühren. Deckel auflegen und 3-4 Stunden auf HIGH oder 6-7 Stunden auf LOW garen, bis die Erbsen zu zerfallen beginnen. Falls gewünscht, kurz den Stabmixer reinhalten und einen Teil der Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Heiss mit oder ohne (Seitan)Würstchen servieren bzw. abfüllen.

P.S. Wie auf dem Foto ersichtlich, klappt der Transport zur Not auch in einem dickwandigen Konfiglas. 

Freitag, 7. Februar 2020

Pav Bhaji aus Wintergemüse



Schon mal was von Pav Bhaji gehört? Hinter dem Begriff verbirgt sich ein indischer Gemüsecurrystampf, zu dem reichlich gebutterte Brötchen gehören. In diesem Video könnt ihr die Zubereitung in einer Haushaltsküche verfolgen und in diesem Video, wie Pav Bhaji an einem Streetfoodstand in Mumbai gekocht wird. Natürlich habe ich - wieder einmal - alles über den Haufen geworfen und beschlossen, ausschliesslich saisonales Gemüse zu verwenden, frische Paprika und Tomaten deshalb durch Eingemachtes ersetzt, die Gewürzmischung unserem Geschmack entsprechend angepasst und alles in einem Bräter zubereitet. Herr C. hat sich nur nicht nur einen, sondern auch noch einen zweiten Nachschlag Pav Bhaji gegönnt. Das ist der beste Beweis dafür, dass es mir gelungen ist, seinen Wintergemüseblues schamlos auszutricksen. Ha!


Für die Gewürzmischung:

  • 2 Tl Tandoori-Gewürzmischung
  • 1 Tl gemahlener Koriander
  • 1 Tl Garam Masala
  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • je 1/8 Tl grüner Kardamom und Nelken, frisch gemahlen
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss 

Vermischen und abgedeckt zur Seite stellen. Ersatz: Zwei Esslöffel fixfertiges Pav Bhaji Masala.

  • 1 Blumenkohl, ca. 1 Kilo 
  • 2 mehligkochende Kartoffeln, ca. 400 gr
  • 2 Karotten, ca. 250 gr
  • 250 ml hahnenheisses Wasser

Blumenkohl rüsten, in kleine Röschen zerteilen, abbrausen. Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Karotten ebenfalls schälen und grob hacken. Wasser in einer grossen Pfanne mit hohem Rand zum Kochen bringen, kräftig salzen. Zerkleinertes Gemüse zugeben, Deckel auflegen und kochen, bis die Stücke fast gar sind. Deckel wegnehmen, damit eventuell überschüssige Flüssigkeit verdampfen kann. 

  • 2 El Butter
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 halbdaumengrosses Stück Ingwer
  • gesamte Gewürzmischung
  • 2 gegrillte rote Paprikaschoten aus dem Glas (io: selbst eingelegt, gibt's z.B. auch von Rapunzel)
  • 4 Pelati/geschälte Dosentomaten
  • 3 El Paprikapaste oder Tomatenmark
  • 350 ml Wasser
  • 1/2 Tl Amchur oder etwas Zitronensaft
  • Salz 
  • 2 El Butter
  • fein gehackter Koriander 

Während das Gemüse kocht, die Zwiebel schälen und fein hacken. Knoblauch und Ingwer ebenfalls schälen, beides fein zermusen. Paprikaschote und Pelati in kleine Würfel schneiden. Zuerst die Butter, danach die anderen Zutaten nacheinander zum Gemüse in die Pfanne geben. Dazwischen immer 30 Sekunden rührbraten. Nach der Zugabe der Paprikapaste das Wasser angiessen. Salzen, Deckel drauf und so lange kochen, bis das Gemüse pfluterweich ist. Mit einem Kartoffelstampfer zermatschen, eventuell mehr Wasser zugeben, falls der Pfanneninhalt zu trocken scheint. Mit Amchur oder Zitronensaft abschmecken. Zuletzt die Butter unterrühren. Deckel auflegen und mindestens 15 Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte durchziehen lassen. Vor dem Servieren mit Koriander (io: Gartenpetersilie aus dem TK) bestreuen. In einer weiten Pfanne reichlich Butter zerlassen und pro Person zwei halbierte Milchbrötchen mit den Schnittseiten kurz ins Fett tunken. Fettreduzierte Version: Mit ungebutterten Zopfscheiben, Naanbrot oder Reis servieren. Mein Pav Bhaji aus Wintergemüse reicht übrigens locker für 4 Leute, mit Reis und Salat als Beilagen auch für 6 Personen. 

Dienstag, 7. Januar 2020

Le Fit, c'est chic!



Könnt ihr euch noch an die Aerobic-/Fitnesswelle Ende der 1980er erinnern? In vielen Schweizer Restaurants standen damals - und stehen teilweise noch heute - Fitnessteller neben gutbürgerlichen Gerichten auf der Speisekarte. Diese All-in-one-Hauptgänge bestanden meist aus einen Salat mit Joghurtsauce, einer gebratenen Pouletbrust oder, in der edleren Variante, einem pochierten Fischfilet. Dekoriert wurde alles mit zwei Ananasscheiben und knallroten Kirschen aus der Dose. Gewiefte Restaurantbesitzer boten ihren gesundheitsbewussten Gästen oft als kostenpflichtige Ergänzung zum frugalen Mahl ein Körbchen mit zwei, drei Scheiben Fitbrot an. Diese, wahrscheinlich wegen den Leinsamen und dem Vollkornanteil so genannten Fitnessbrote, waren eine Zeit lang der letzte Schrei. Sogar Frau Mama liess sich von diesem Trend mitreissen und buk damals regelmässig Körnlibrote nach einer Anleitung aus einem Betty Bossi Heftli. Ich bin überzeugt, dass mein Le Fit sich keinesfalls hinter einem Salat oder Dosenobst verstecken muss. Abschliessendes Urteil der Jury des Herrn C.: Gesund? Blödsinn. Schmeckt viel zu gut. Aber tauf es um, der Ohrwurm nervt....

Für ein Le Fit Kastenbrot:

  • 280 gr warmes Wasser
  • 125 gr Triticale- oder Roggenvollkornmehl
  • 25 gr feine Vollkornhaferflocken
  • 10 gr Chia
  • 11 gr Salz

Alle Zutaten in der Rührschüssel der Küchenmaschine vermischen. Abgedeckt zwei Stunden quellen lassen.

  • 400 gr Weizenmehl Typ 550
  • 150 gr gekochte Kartoffeln, fein gerieben (io: Gschwellti vom Vortag, vorwiegend festkochende Sorte)
  • 50 gr fein geriebene rohe Karotte
  • 20 gr Kokoszucker
  • 10 gr Rapsöl
  • 5 gr frische Hefe

Restliche Zutaten zum Quellstück in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Fünfzehn Minuten auf Stufe 1 kneten. Der Teig bleibt leicht klebrig, lässt sich aber auf einer eingeölten Fläche problemlos falten. Nach dem Falten zurück in die Schüssel legen. Mit einer Duschhaube abdecken und etwa 12-14 Stunden bei ca. 10 Grad aufgehen lassen. Am nächsten Tag zwei Stunden zum Akklimatisieren in der warmen Küche gönnen. Ofen auf 250 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine 30 cm lange Brotbackform mit Backpapier auskleiden. Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben. Den Teig in vier gleich grosse Stücke zerteilen. Jedes Teigstück zu einer länglichen Zunge ausziehen, aufrollen, Seiten einschlagen und in die vorbereitete Form legen. Leicht bemehlen, mit einer Duschhaube abdecken und ca. 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis der Teig etwa fingerbreit über den Rand schaut. Mit einem scharfen Messer schräg etwa 3 cm tief einschneiden. In den Ofen stellen, kräftig schwaden und die Hitze danach auf 220 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken. Dann auf 200 Grad runterdrehen und weitere 35 Minuten backen. Aus der Form nehmen und noch 10 Minuten nachbacken. Gesamtbackzeit: 55 Minuten. 

Samstag, 7. Dezember 2019

One-Pot-Soulfood: Zweierlei Kartoffelgratin mit Sardellen



Dieses Gratin wird sicherlich nie einen Schönheitspreis gewinnen. 
Kratzt uns das? 
Nö.
Es ist deftiges, unkompliziertes Soulfood für eiskalte Winterabende.
Und nur das zählt.

Für 4 Personen:

  • 600 gr Vollmilch
  • 7 Sardellenfilets
  • 2 Knoblauchzehen, zermust
  • je 1/4 Tl getrocknete Thymian-, Bohnenkraut- und Majoranblättchen
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • knapper Teelöffel Kräutersalz 

Man nehme eine gusseisernen Topf mit etwa vier Litern Fassungsvermögen und vermische darin alle oben stehenden Zutaten. Auf mittlerer Stufe erwärmen. Die Flüssigkeit soll recht salzig, aber nicht versalzen sein.

  • 600 gr festkochende Kartoffeln, geschält gewogen
  • 300 gr Süsskartoffeln, dito (io: eine weisse Sorte)
  • 1 mittlere Zwiebel, geschält
  • 4 El geriebener Pecorino oder Parmesan
  • 1 El Butter
  • eine kleine handvoll geschälte, gehackte Haselnüsse

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln und Zwiebel in dünne Scheiben hobeln. In den Topf geben, Hitze hochdrehen. Unter ständigem Rühren 3-4 Minuten köcheln, bis die Milch leicht angedickt ist und die Kartoffelscheiben fast gar sind. Topf in den Ofen verfrachten, 30 Minuten backen. Oberfläche des Gratins mit dem Käse bestreuen, Butterflöckchen darüber verteilen und mit den Nüssen garnieren. Gitter auf der mittleren Schiene einschieben und das Gratin weitere 10 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen und stellenweise gebräunt ist. Heiss mit Chicoréesalat servieren.

Donnerstag, 18. April 2019

Samosastrudel



Wir sind keineswegs religiös und trotzdem wird bei uns zu Hause am Karfreitag weder Fisch noch Fleisch aufgetischt. Um die Tradition zu wahren, backe ich dieses Jahr einen Samosastrudel. Vorher gibt's gemischten Blattsalat an Wildkräuterdressing und danach mit Cointreau marinierte Orangenfilets. Einfach und gut.


Für 4-6 Personen:

  • 700 gr Kartoffeln, schälen und in kleine Würfel schneiden
  • 2 El Rapsöl
  • 1 mittlere Zwiebel, mittelfein gehackt
  • 1 haselnussgrosser Knubbel Ingwer, fein gerieben
  • je ein bombierter 1/4 Tl Kreuzkümmel- und Ajowansamen
  • Salz

In einer grossen Pfanne mit hohem Rand die Kartoffelstücke im Rapsöl rundherum anbraten. Wenn die Kartoffeln fast gar sind, gehackte Zwiebel, Ingwer und Gewürze zugeben. Kräftig salzen. Auf mittlerer Stufe weiter rührbraten, bis die Kartoffelwürfel durch und auf allen Seiten gebräunt sind. 

  • 1 Tl gemahlener Koriander
  • 1/2 Tl Garam Masala
  • 1/2 Tl Kurkumapulver
  • 1/8 Tl Zimt
  • 1 grosszügige Prise Bombay Masala Spice oder Chilipulver nach Geschmack

Vermischen, über die Kartoffeln streuen und eine Minute rührbraten.

  • 200 gr TK-Erbsen
  • 2 El fein gehackte Petersilie oder Koriander
  • 1 Tl Amchoor oder 2 Tl frisch gepresster Zitronensaft
  • 1/2 Tl getrocknete Bockshornkleeblätter, fein zerrieben
  • Topfenblätterteig oder ein rechteckig ausgewallter Blätterteig 

Erbsen und Gewürze untermischen, eine weitere Minute rührbraten. Pfanne zur Seite stellen und die Füllung fünf Minuten durchziehen lassen. Probieren und ggf. nachsalzen oder -würzen. Mit einem Kartoffelstampfer oder einer Gabel etwa die Hälfte des Pfanneninhaltes grob zerquetschen. So hält die Füllung nachher besser zusammen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Unterdessen den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Topfenblätterteig auf einer bemehlten Fläche zu einem 40 x 25 cm grossen Rechteck ausrollen bzw. den fixfertigen Blätterteig auspacken und entrollen. Die abgekühlte Füllung der Länge nach auf dem unteren Teigdrittel verteilen und zu einer etwa handbreiten Wurst formen. Teigrand rundherum mit Wasser bepinseln. Die freie Teigseite über die Füllung legen und rundherum gut verschliessen. Die Oberfläche fünfmal schräg einschneiden, damit der Dampf entweichen kann. Auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech hieven. Auf der untersten Schiene etwa 40 Minuten backen, bis der Strudel rundherum nett gebräunt ist. Heiss servieren.

Dienstag, 17. Juli 2018

Zucchinipuffer aus dem Ofen



Die Zucchinipflanzen im Garten sind mittlerweile r-i-e-s-i-g und wir können beinahe täglich gelbe und gestreifte Zucchini ernten. Eigentlich wäre dies eine erfreuliche Mitteilung, von wegen gelungene Selbstversorgung und so. Aber bedauerlicherweise habe ich es Ende Mai nicht über's Herz gebracht, drei überzählige Setzlinge zu kompostieren und deshalb ertrinken wir förmlich in den Zucchini, die die sechs (!) Büsche hervorbringen.


Unterdessen versorgen wir schon die halbe Strasse mit unserer Ernte und ein Ende der Zucchinischwemme ist nicht in Sicht. Mir macht dieser Überschuss eine Riesenfreude, ich könnte täglich im Ofen gebackene Zucchinischeiben und zitronigen Zucchini-Kokos-Kuchen essen, doch Herr C. verlangt nach regelmässiger Abwechslung. Kein Problem. Die gelben Zucchini sind in diesen Puffern optisch und geschmacklich so gut versteckt, dass ich sie unbehelligt zwei Tage hintereinander auftischen durfte. Überlistet. Hö, hö....


Für 10-12 Puffer (die Grammangaben beziehen sich auf geputztes Gemüse):

  • 2-3 kleine Zucchini, ca. 400 gr 
  • 1 grosse Kartoffel, ca. 150 gr

Zucchini und die Kartoffel an der Röstiraffel direkt in eine Salatschüssel reiben. 

  • 2 mittelgrosse Karotten, ca. 150 gr
  • 1 mittlere rote Zwiebel
  • 1/2 Tl Salz

Karotten und die Zwiebel auf der anderen Seite der Vierkantreibe fein raspeln. Zerkleinertes Gemüse mit dem Salz vermischen. Kurz von Hand einkneten, bis Saft austritt. In ein passendes Sieb umleeren. Sieb auf der Schüssel platzieren, Gemüse abgedeckt eine halbe Stunde abtropfen lassen. Danach mit beiden Händen den Siebinhalt kräftig auspressen, damit die Gemüseraspel so trocken wir irgendwie möglich sind. Ausgepressten Saft wegschütten und die Schüssel ausspülen.

  • 2 Eier Grösse L
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • 70 gr zarte Vollkornhaferflocken

Ausgedrücktes Gemüse zurück in die Schüssel geben, in der Mitte ein grosses Loch formen. Eier aufschlagen und in die Vertiefung gleiten lassen. Knoblauch schälen und fein zermusen. Zu den Eiern geben und kräftig mit einer Gabel verquirlen. Dabei nach und nach das Gemüse unterrühren. Danach die Haferflocken gründlich untermischen. Die Masse ein paar Minuten quellen lassen. Unterdessen den Käse reiben und Kräuter hacken.

  • 100 gr Hartkäse(reste)
  • 1 grosszügige Handvoll frische Petersilienblätter
  • 1 grosser Dillzweig oder 1/4 Tl getrockneter Dill 
  • 1/2 Tl getrocknete Kräuter, z.B. Herbes de Provence 
  • Kräutersalz
  • bunter Pfeffer

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Blech mit Backpapier belegen. Käse (io: milder Bio-Schafskäse) fein raspeln. Die Kräuter mit den Stielen mittelfein hacken. Alles zusammen unter die Gemüsemasse rühren. Sparsam salzen und kräftig pfeffern. Nacheinander 10-12 nektarinengrosse Portionen abnehmen, in der Hand zu etwa 2,5 cm dicken Patties formen und auf dem vorbereiteten Blech verteilen. Auf der untersten Schiene einschieben und 20-25 Minuten backen, bis die Unterseite nett gebräunt ist. Die Puffer mit Hilfe eines Bratenwenders umdrehen. Weitere 10 Minuten backen. Heiss oder zimmerwarm mit einem gemischten Salat servieren. Idee: Verenas Welt

Dienstag, 27. Februar 2018

Zeytinyağlı Portakallı Kereviz aus dem Slow Cooker



Unsere Altbauwohnung ist alles andere als optimal isoliert, aber trotzdem wird während der kalten Jahreszeit nur ausnahmsweise ein Heizkörper eingeschaltet. Einerseits ist eine ausreichende Grundwärme durch die offen verlaufenden Heizungsrohre vorhanden, andererseits ist unser Bedürfnis, im Winter in Shorts und ärmellosen Shirts auf dem Sofa rumzulungern, äusserst minimal. Falls wir doch einmal, was nur sporadisch geschieht, wirklich heftig frösteln, ziehen wir zusätzlich dicke Socken oder einen Pullover an, und streiten uns darum, wer mit dem Schweinwoll kuscheln darf. 


Doch seit Freitag bullert die Heizung im Wohnzimmer, um den nächtlichen Minustemperaturen im zweistelligen Bereich und den heftigen Windböen Paroli zu bieten. Passend dazu löffeln wir abwechselnd siedeheisse Suppen und Eintöpfe in uns rein. Zubereitet hat sie der heissgeliebte Slow Cooker, denn der Küchenboden ist bitterkalt und die Lust, selber am Herd zu stehen, gleich null. Zeytinyağlı Portakallı Kereviz ist eine türkische Spezialität, die normalerweise zimmerwarm und ohne Flüssigkeit serviert wird. Aber wie schon erwähnt, passt ein heisses, suppiges Gericht gerade ein klitzekleines bisschen besser zur frostigen Bise.


Für den kleinen Slow Cooker (1,5 Liter):

  • 1 Sellerieknolle, ca. 500 gr
  • 1 dicke, fette Kartoffel
  • 1 riesengrosse Karotte
  • 1 mittelgrosse rote Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 grosszügige Prisen Zucker
  • 2 säuerliche Orangen (io: Tarocco)*
  • ca. 300 ml hahnenheisses Wasser
  • 1 grosszügiger Gutsch Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Slow Cooker auf HIGH schalten. Sellerie rüsten, Kartoffel schälen und beides in ca. 2,5 x 2,5 cm grosse Stücke zerteilen. Karotte abschrubben oder schälen und in etwa halb so grosse Würfel schneiden. Zwiebel schälen und fein hacken. Gemüsestücke, Lorbeerblatt und Zucker in den Einsatz des Slow Cookers geben, kräftig salzen. Orangen auspressen und den Saft, inklusive Fruchtfleisch, in den Einsatz giessen. Mit heissem Wasser auffüllen, bis das Gemüse fast bedeckt ist. Durchrühren und dann das Olivenöl zugeben. Deckel auflegen und auf HIGH 3 - 3,5 Stunden garen, bis das Gemüse weich ist. Pfeffern, abschmecken und sofort servieren.

* Wer gerade keine säuerlichen Orangen zur Hand hat, presst zwei süsse Orangen und eine halbe Zitrone aus.

Sonntag, 17. September 2017

Röstiwähe mit Gemüse und Schinken



So etwas nenne ich Resteverwertung de luxe: Gschwellti vom Vortag, angewelkte Lauchzwiebeln, eine einsame Karotte und eine übrige Beinschinkenscheibe verwandelten sich zusammen mit ein paar anderen Zutaten in einen salzigen Kuchen, der warm und kalt schmeckt. Während die Wähe im Ofen ist, bleibt genug Zeit um einen gemischten Salat zusammenzuschnippeln, das Dressing anzurühren und zu überlegen, ob man dazu kaltes Bier oder doch lieber eine Flasche Federweisser servieren möchte. (Der Federweisser hat übrigens gewonnen).


Für eine Wähenform mit 30 cm Durchmesser:

  • 700 gr gekochte Kartoffeln vom Vortag, möglichst eine vorwiegend festkochende Sorte
  • 8 dünne Lauchzwiebeln
  • 4 grosse Zweige glatte Petersilie 
  • 2 grosse Selleriestangen
  • 1 grosse Karotte
  • je ein bombierter 1/4 Tl Sumach und Paprikapulver, edelsüss oder rosenscharf
  • je ein bombierter 1/4 Tl frisch geriebene Muskatnuss und fein zerriebenes Bohnenkraut
  • Kräutersalz 
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 200 gr Schinken, gewürfelt
  • 2 Eier Grösse L
  • 200 gr Sahne
  • 125 gr Milch
  • 1 rund ausgewallter Kuchen- oder Butterblätterteig

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln schälen und an der Röstiraffel in eine Salatschüssel reiben. Lauchzwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Petersilie waschen und mit den Stielen fein hacken. Selleriestangen waschen und in dünne Scheiben schneiden. Karotte waschen oder schälen und ebenfalls an der Röstiraffel reiben. Gemüse zusammen mit den Gewürzen zu den geriebenen Kartoffeln in die Schüssel geben. Kräftig salzen und pfeffern, vermischen und probieren, ob die Masse genug gesalzen ist. Schinken zugeben und kurz untermischen. Eier in einem Messbecher verquirlen, Sahne und Milch kräftig einrühren, leicht salzen. Wähenform mit dem Blätterteig auslegen, Kartoffel-Gemüse-Masse gleichmässig darauf verteilen und leicht andrücken. Guss über die Füllung giessen und dann ab in den vorgeheizten Ofen damit. Backzeit: ca. 60-65 Minuten, bis Füllung und Teig nett gebräunt sind. Heiss oder zimmerwarm servieren.

P.S. Mädels, ich habe euch nicht vergessen. Das Rezept für den perfekten Mohnkuchen folgt nächste Woche.

Sonntag, 3. September 2017

Herbstliche Linsensuppe für 100 Personen (vegan)



Am Donnerstag flatterte ein Mail in mein Postfach, indem so ganz nebenbei angefragt wurde, ob ich Lust hätte, kochenderweise eine Premièrenfeier zu unterstützen. Zeitpunkt: Am Samstag, also knapp 48 Stunden später. Vorgabe: 80-100 Gäste, minimales Budget. Gewünscht: Chili con carne. Vorhanden: Weder eine Küche noch ein Herd. Zur Verfügung stehendes Material: Elektrische Kochplatte mit zwei unterschiedlich grossen Feldern und ein grosser Kochtopf.... Nur Wahnsinnige würden einen solchen Auftrag annehmen!... Darum die Ärmel hochgekrempelt, mit ein paar Zahlen jongliert und nach zwei Minuten die Idee mit dem Chili in die Wüste geschickt. Weitere Berechnungen angestellt und dann vorgeschlagen, eine Linsensuppe ohne Würstchen zu kredenzen. Während mein Vorschlag kontroverse Diskussionen entfesselte, organisierte Herr C. nebenbei eine Gastro-Induktions-Kochplatte und zwei Töpfe mit jeweils 25 Litern Fassungsvermögen. Nachdem die zögerliche Zusage per SMS eingetroffen war, wurde der Einkauf generalstabsmässig durchgeplant, ein Karton mit Kochwerkzeug, -bekleidung, Gewürzen und sonstigen Hilfsmitteln zusammengepackt und Herr C. genötigt, alles zusammen, inkl. der Köchin, zum Ort des Geschehens zu kutschieren. Nach der Ankunft weichte ich die Linsen ein, am Freitag wurde dann die Suppe etappenweise gekocht und gestern Abend nach der Vorstellung verteilt. Die Rückmeldungen waren überwältigend, es wurde nicht mit Lob gegeizt und wenn ich Pech habe, werde ich ab jetzt regelmässig für solche Feiern verpflichtet. Oje, oje....


Für 80-100 Portionen:

  • 2 Kilo Le Puy Linsen (aus Baden-Württemberg, gekauft bei Hieber)
  • 1 Kilo Berglinsen (Alnatura)

Linsen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Empfehlenswert hierfür: Ein Topf mit Deckel, der mindestens 20 Liter fasst. Vor dem Kochen die Linsen portionsweise in ein grosses Sieb schütten und gründlich abbrausen.

  • 2 Kilo dünne, orangefarbene Karotten, schälen & in ca. 8 mm dicke Scheiben schneiden
  • 850 gr gelbe Karotten, dito
  • 1,5 Kilo Gemüsezwiebeln, in kleine Stücke geschnitten
  • 1,2 Kilo Stangensellerie, dito
  • 350 ml Olivenöl
  • 2 daumengrosse Stücke Ingwer, geschält & fein gerieben
  • 2 El Garam Masala (TRS)
  • 2 El gemahlener Koriander
  • 2 El gemahlener Zimt
  • 1 Tube Tomatenmark
  • 1,5 Liter Weisswein 
  • 14 grosse Lorbeerblätter
  • ca. 12-14 Liter hahnenheisses Wasser, je nach gewünschter Dicke der Suppe
  • pro Liter Wasser ca. 3/4 El grobes Meersalz

Gemüse in Olivenöl anschwitzen. Sofrito, nennen das die Italiener. Wenn die Gemüsestücke glasig aussehen, Ingwer und Gewürze einrühren. Etwa fünf Minuten rührbraten, dann das Tomatenmark untermischen. Mit dem Wein ablöschen, fast gänzlich einkochen lassen. Linsen, Lorbeerblätter und Wasser zugeben, kräftig salzen. So lange kochen, bis die Linsen weich sind. 

  • 3,5 Kilo Kürbis (z.B. Tetsukabutooder 3 Kilo grosse, vorwiegend festkochende Kartoffeln 
  • 1 grosse Lauchstange, ca. 700 gr, in kleine Quadrate geschnitten
  • 1 Kilo geschälte Kastanien aus dem TK, angetaut, halbiert oder geviertelt
  • 1 El getrocknete Thymianblätter, zwischen den Händen fein zerrieben
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Salz

Unterdessen Kürbis oder Kartoffeln schälen (Kürbis natürlich noch entkernen) und in ca. 2 cm² grosse Stücke zerteilen. Zusammen mit den Lauch- und Kastanienstücken zur Suppe geben, mit Thymian würzen und kochen, bis das Gemüse weich ist. Abschmecken, so schnell wie möglich herunterkühlen, abdecken und über Nacht gekühlt durchziehen lassen. Vor dem Servieren langsam aufwärmen, kräftig pfeffern und ggf. nachwürzen.


Für Self-Service bereitstellen:

  • 200 gr eher milde Peperoncini, evt. entkernt & fein gehackt
  • Zitronenachtel, ca. 4-5 kleine Zitronen
  • geriebener Sbrinz, falls gewünscht
  • Basler Brot

Geschöpft wurde mit einem Kelle, die 175 ml fasst, d.h ca. 200-250 gr Suppe pro Person. Insgesamt waren es etwa 25 Kilo Suppe, verteilt auf zwei Töpfe. Die Kosten für die Zutaten beliefen sich auf etwa 80.- Euro, in der Schweiz muss man mit etwa 160 Franken rechnen. Regionale Lebensmittel (Linsen) und Bioprodukte (Gemüse, Öl, Wein, Gewürze) wurden bevorzugt. Brot und Käse wurden von den Veranstaltern besorgt, daher von meiner Seite her leider keine Mengenangaben möglich. Zeit fürs Rüsten & Kochen, eine Person: ca. 6 Stunden.

Sonntag, 27. August 2017

Surinaamse huzarensalade



Randen: Aus dem Garten. 
Zwiebel: Aus dem Garten. 
Kartoffeln: Aus dem Garten.
Saure Sahne: Selber fermentiert.
Mayonnaise: Selber zusammengerührt.
Piccalilly: Selber eingekocht.
Gewürzgurken: Selber eingelegt.
Mais: Aus der Dose.
Nobody's perfect.


Für 4 Personen:

  • 4 mittelgrosse Knollen rote und/oder gelbe Bete (ca. 650 gr / 500 gr geputzt)
  • 1/2 Tl grobes Salz
  • 1 mittelgrosse Zwiebel, nicht zu fein gehackt
  • 1 El milder Essig (io: Reisessig)

Rote Bete schälen und in ca. 2 cm grosse Stücke schneiden. Salzen und ca. 15 Minuten im Dämpfeinsatz gönnen, bis die Würfel durch sind. Sofort, d.h. heiss, mit der Zwiebel und dem Essig vermischen. 

  • 600 gr festkochende Kartoffeln*
  • 150 gr Saure Sahne
  • 70 gr Gurkenwasser
  • 3 El Mayonnaise
  • 2 El milder Essig
  • 2 El Piccalilly, fein gehackt (Notbehelf: 1/2 Tl Madras-Curry, 1 Tl Senf & 1,5 El Mayonnaise)
  • 2 grosse Gewürzgurken, in kleine Stücke geschnitten
  • 70 gr gekochte Maiskörner
  • Salz, Pfeffer
  • 2 hartgekochte Eier als Deko (optional)

Ungeschälte Kartoffeln weich dämpfen oder kochen. Unterdessen die restlichen Zutaten vermischen und kräftig salzen. Kartoffeln abschütten, etwa 10 Minuten abkühlen lassen, schälen und ebenfalls in ca. 2 cm grosse Stücke schneiden. Mit der Sauce vermischen, zuletzt die marinierten Randenstücke unterheben. Mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen, ggf. vor dem Servieren nachwürzen und mit den geviertelten Eiern dekorieren.

* Wagemutige ersetzen die Kartoffeln durch eine grosse Maniokknolle (ca. 650 gr): Gründlich schälen, alle schwarzen/dunklen Stellen wegschneiden, grob zerteilen und die Mittelvene entfernen. In Salzwasser kochen, bis die Maniokstücke durchgegart sind. Abgiessen, kurz abkühlen lassen und in kleine Würfel zerteilen. Herr C. bevorzugt den Salat mit gelben Beten, Kartoffeln & Ei, ich die Variante mit Maniok und roten Randen, ohne Ei.

Samstag, 17. September 2016

Herbstgratin aus Zucchetti, Härdöpfel und Rüebli



Die Sortenbeschreibung der Zucchini versprach eher kleine, birnenförmige Früchte. Geflissentlich unterschlagen wurde hingegen der Vermerk, dass es sich um eine dröge Lagersorte handelt und die Schale schon bei den jüngsten Exemplaren so zäh wie Leder ist. Teuflischerweise haben uns die fünf Pflanzen eine Rekordernte reichlich geschmackloser Keulen beschert, die in den nächsten Wochen aufgefuttert werden sollten. Damit ich schlussendlich nicht an einer Zucchinivergiftung leide, musste eine Verwertung gefunden werden, die Herr C. ebenfalls goutiert. Gratins stehen hoch in seiner Gunst, also versuchte ich es zuerst in dieser Richtung. Die Experimente ergaben, dass der Zucchinianteil nicht höher als die Kartoffelmenge sein darf, weil das das Gratin sonst wässerig wird. Das Verhältnis Flüssigkeit zu Gemüse sollte etwa 1:1,5 betragen und bloss nicht mit dem Salz sparen. Keine Sterneküche, aber wunderbares Soulfood für kühle Herbstabende.


Für 4 Personen:

  • 1 Knubbel weiche Butter
  • 800 gr Milch
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • ca. 1,5 Tl Kräutersalz 
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss
  • 600 gr Kartoffeln, geschält gewogen
  • 200 gr Karotten, geschrubbt
  • 600 gr Zucchetti, gerüstet gewogen
  • 1 Tl getrocknetes Bohnenkraut*
  • 1 gehäufter El Speisestärke
  • 100 gr Sahne
  • frisch gemahlener Pfeffer

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine tiefe Gratinform (30 cm Durchmesser) ausbuttern und zur Seite stellen. Vier Esslöffel Milch in ein Schälchen giessen. Restliche Milch zusammen mit dem gehackten Knoblauch in einen grossen Topf geben. Salzen und grosszügig mit Muskatnuss würzen. Auf mittlerer Stufe heiss werden lassen. Unterdessen die Kartoffeln in feine Scheiben hobeln und in die heisse Milch gleiten lassen. Karotten fein hobeln und zu den Kartoffeln in den Topf damit. Zucchetti in etwas dickere Scheiben hobeln. Hitze erhöhen und den Topfinhalt unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Etwa 3-4 Minuten köcheln, bis die Kartoffelscheiben fast gar sind. Dann Zucchetti und Bohnenkraut untermischen. Speisestärke mit der Milch im Schälchen klümpchenfrei verquirlen und unter das Gemüse rühren. Noch einmal aufkochen lassen, dann die Sahne zugiessen. Kurz vermischen, pfeffern, abschmecken und vorsichtig in die vorbereitete Gratinform umfüllen. In den Ofen stellen und 50-60 Minuten backen, bis die Oberfläche nett gebräunt ist. Je nach Ofen und verwendeter Form, nach etwa 40 Minuten Backzeit beginnen, den Garzustand mit einem Messer zu überprüfen. Wenn es beim Hineinstechen wie durch weiche Butter flutscht, ist das Gratin fertig. Heiss servieren. 

* Im Sommer durch 2-3 El frische, gehackte Kräuter aus dem Garten bzw. vom Balkon ersetzen. Schon ausprobiert und für gut befunden: Rosmarin, Oregano, Thymian, Zitronenthymian, Bergbohnenkraut, Majoran, wenig Liebstöckel oder eine wilde Mischung daraus. 


Montag, 25. August 2014

Senegalesisches Mafé



Mafé ist ein im Senegal sehr beliebtes Eintopfgericht. Normalerweise wird es mit Fleisch zubereitet, hier präsentiere ich euch eine vegetarische Version. Es existiert kein Standartrezept, jede Hausfrau bereitet ihr Mafé ein wenig anders zu. Grundzutaten neben dem (weggelassenen) Fleisch sind Gemüse und massig Erdnussbutter. Welche Gemüsesorten im Topf landen, bestimmt das Marktangebot. Ich habe genommen, was gerade im Kühlschrank war. Nicht typisch afrikanisch, dafür regional und saisonal. Passen würden beispielsweise auch Kürbis, Süsskartoffeln, Maniok, Steckrüben, Auberginen und Weisskohl. Das Tomatenmark kann durch zwei gehackte Tomaten ersetzt werden und die Erdnussbutter durch gemahlene Erdnüsse. Die Bouillonwürfel sind nicht zwingend, verleihen aber den typischen Grundgeschmack. Milde Currypaste für eine scharfe Version durch frische Chilischoten ersetzen und wer es deftig mag, nimmt die doppelte oder dreifache Menge Erdnussbutter. Ein Mafé aus der unten angegebene Gemüsemenge reicht solo für 2-3 hungrige Esser, mit Reis oder Polenta als Beilage auch für doppelt so viele Leute.


Für 4 Personen:

  • 2 El Erdnuss- oder Rapsöl
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • 1 Tl milde Currypaste (Massaman)
  • 4 Karotten
  • 3 Kartoffeln
  • 2 grosse Knollen Topinambur
  • 1 grosse Kohlrabiknolle oder Navetrübe
  • 1 gehäufter El Tomatenmark
  • 2 Maggi Bouillon Cubes
  • die Hälfte eines kleinen Wirsingkopfes
  • 3 gehäufte El ungesüsste Erdnussbutter
  • Pfeffer, Salz

Zwiebel schälen, halbieren und in kleine Stücke schneiden. Knoblauch schälen, ggf. entkeimen und fein hacken. Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen und die Zwiebelstücke darin langsam anschwitzen. Unterdessen das restliche Gemüse schälen. Karotten in dünne Scheiben schneiden, restliches Gemüse in etwa gleich grosse Stücke zerteilen. Knoblauch, Currypaste und Karotten in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze 3 Minuten rührbraten. Danach Kartoffeln, Topinambur und Kohlrabi 3 Minuten mitbraten. Hitze hochdrehen und soviel kaltes Wasser zugiessen, bis das Gemüse gut davon bedeckt ist. Tomatenmark und zerbröselte Bouillonwürfel unterrühren. Deckel auflegen und fünf Minuten kochen. Zwischenzeitlich Wirsing vom Strunk befreien, der Länge nach halbieren und in grosse Stücke schneiden. Zusammen mit der Erdnussbutter in die Pfanne geben und soviel Wasser nachfüllen, dass das Gemüse gut in der Sauce schwimmt. Hitze auf mittlere Stufe herunter drehen und so lange köcheln, bis das Gemüse gar ist. Nach etwa 10 Minuten war bei mir das Gemüse durch und die Sauce schön dickflüssig. Pfeffern und nach Bedarf salzen. Am besten noch ein paar Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen. Falls die Sauce zu sehr nachdickt, mit wenig heissem Wasser verdünnen. Solo, mit Reis oder Polenta servieren. 


Mittwoch, 9. Juli 2014

Kartoffelsalat mit Almonnaise (vegan)



Nein, das Rezept meiner Frau Mama gebe ich nicht preis. Um nichts in der Welt. Sorry. Liegt auch daran, dass keine exakten Mengenangaben dazu existieren. Den muss man (in diesem Fall bin ich gemeint) im Gefühl haben, alles andere wird schrecklicher Murks. Aber da ich ja einen Beitrag zu ihrem Blogevent schicken möchte, verrate ich euch mein Lieblingsrezept für die vegane Variante mit selbst eingelegten Gewürzgurken und hausgemachter Almonnaise. Die meisten Zutaten und das Vorgehen habe ich vom "Original" übernommen, denn der vegane Salat entstand, als ich spontan eine Schüssel voll zu einer Grillparty mitbringen wollte und mir erst nach dem Abschütten der Kartoffeln auffiel, dass ich den unentbehrlichen Schmand am Tag zuvor aufgebraucht hatte. Gesamturteil der Familie: Anders, aber gut. Damit kann ich leben.


Für 4-6 Personen:

  • 1 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln (z.B. Agria)
  • 300 ml Wasser 
  • 1 Gemüsebouillonwürfel (für 500 ml)
  • 1 kleine Stange Lauch (ca. 120 gr) oder 4-5 Frühlingszwiebeln
  • 2 Gewürzgurken, am besten selbst eingelegte
  • 5 gehäufte El Almonnaise
  • 4 El Gurkenwasser
  • 2 El Kräuteressig
  • Kräutersalz, Pfeffer

Kartoffeln in Wasser gar kochen. Unterdessen das Wasser mit der Brühe zum Kochen bringen. Lauch oder Frühlingszwiebeln putzen, der Länge nach halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Streifen des unteren Drittels, also der weisse Teil, zur Seite stellen. Wenn die Brühe kocht, Topf vom Herd nehmen und die grünen Streifen zugeben. Kräftig pfeffern, Deckel auflegen und mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Dann in eine hitzebeständige Salatschüssel giessen. Kartoffeln abschütten, möglichst heiss schälen, in nicht zu dünne Scheiben schneiden und direkt in die Brühe fallen lassen. Gurken in Scheiben oder kleine Würfel schneiden, mit den restlichen Lauch- oder Zwiebelstreifen, Almonnaise, Gurkenwasser und Kräuteressig in einer Schüssel gut verquirlen. Wenn alle Kartoffeln in der Brühe liegen, Almonnaisemischung vorsichtig untermischen. Evt. nachsalzen, pfeffern und mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Falls die Kartoffeln sehr viel Flüssigkeit aufsaugen und der Salat zu trocken scheint, mehr Gurkenwasser untermischen. 


Montag, 25. März 2013

Randensuppe mit Meerrettichschaum



Geht euch das Wetter auch so auf den Keks? Dunkel und nass oder nass und dunkel, ganz wie's beliebt. Schnee und Kälte gehören in den Dezember, im März hätte ich gerne strahlenden Sonnenschein, milde Temperaturen und fröhlich spriessendes Grün. Aber auf mich hört ja keiner. *grummel* 

Dann holen wir uns halt etwas Farbe in die Suppenschüssel. Randen (für alle Nichtschweizer: Rote Beete oder Rote Rüben) sind reich an Folsäure, Kalium und Eisen und zählen zu den gesündesten Gemüsesorten. Der erdige Geschmack ist nicht jedermanns Sache, wie mir Herr C. immer wieder versichert. Alle Jubeljahre ein Gäbelchen voll Randensalat, mehr liegt bei ihm nicht drin. Ich hingegen mochte dieses Gemüse schon als Kind. Frau Mama bereitete an heissen Sommertagen oft Salatteller zum Z'nacht zu und dabei durften süss-saure Randenscheiben aus dem Glas nie fehlen. Frische Randen bzw. Randensuppe lernte ich erst einige Jahre später kennen. Das Rezept stammt von Schwesterherz, die es ihrerseits von einer Störköchin bekommen hat. Die Zugabe von Lauch und Piment sind auf meinem Mist gewachsen. Es ist mehr ein Püree als eine Suppe, was meiner Vorliebe für dicke Matschepampe sehr entgegen kommt. Der kräftige Geschmack der Randen, die Säure des Apfels und die Schärfe des Meerrettichs harmonieren wunderbar miteinander. 


Für 4 Personen:

  • 500 gr Randen 
  • 250 gr Lauch
  • 150 gr mehlige Kartoffeln
  • 1,25 Liter Gemüsebrühe
  • Salz
  • wenig frisch gemahlener Piment

Zuerst: Gummihandschuhe anziehen. Dann die Randen schälen, in kleine Würfel schneiden und in die kochende Gemüsebrühe geben. Kartoffeln schälen, in grössere Würfel schneiden und ebenfalls in den Topf geben. Deckel drauf und 15 Minuten kochen lassen. Unterdessen den Lauch rüsten, gründlich waschen und in feine Scheiben schneiden. Ab in den Topf damit und weitere 15-25 Minuten kochen, bis die Randenstücke weich sind. Mit dem Mixstab pürieren, abschmecken und ggf. vor dem Servieren nochmals erwärmen. Nicht mehr kochen, das würde die hübsche Farbe zerstören.

  • 200 ml Sahne
  • 1 kleiner saurer Apfel 
  • 2 Tl Zitronensaft
  • 1-2 El frisch geriebener Meerettich
  • Salz, Pfeffer

Apfel schälen, sehr fein reiben oder zermusen und sofort mit dem Zitronensaft mischen. Sahne nicht ganz steif schlagen und dann zügig unter das Apfelmus ziehen. Meerrettich zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und je einen grosszügigen Esslöffel voll auf die Suppe klecksen.


Donnerstag, 29. November 2012

Kohlrabigemüse der Frau Mama



Winterliche One-Pot-Gemüse-mit-Kartoffel-Wonder der Frau Mama folgen keinen Rezepten. Es wandert in den Topf, was gerade da ist und verbraucht werden muss. Spätestens nach 30 Minuten kann gegessen werden. Manchmal sind's mehr Karotten, manchmal weniger Kartoffeln, vielleicht noch Pastinaken oder Butterrüben dazu, mit oder ohne Petersilie, ganz egal. Am Schluss schmeckt's immer. Oder wie mein Neffe sagen würde: Nur Omas Gemüse ist essbares Gemüse.  


Für 4 Portionen:

  • 1/2 El Butter
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 2 Kohlrabi
  • 3 grosse Kartoffeln
  • 4 grosse Karotten
  • 1 gehäufter El Mehl
  • Gemüsebrühepulver 
  • 1 grosszügiger Schluck Sahne
  • Salz, Pfeffer
  • sehr fein gehackte Petersilie (optional)

Butter im Kochtopf schmelzen, Zwiebelwürfel darin anbraten. Kohlrabi, Kartoffeln und Karotten schälen und in nicht zu kleine Stücke schneiden. Hitze hochdrehen, Gemüsestücke zu der Zwiebel in den Topf geben, kurz mitbraten. Alles mit Mehl bestäuben, eine weitere Minute rührbraten. Mit Wasser auffüllen, bis das Gemüse gerade knapp bedeckt ist. Brühepulver dazu, Deckel aufsetzen und so lange kochen, bis das Gemüse weich ist. Mit etwas Sahne, Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilie, falls vorhanden, unterrühren. In Suppenteller schöpfen und mit einer Scheibe frischem Brot als Beilage servieren. Einfach, sättigend, lecker.


Dienstag, 30. Oktober 2012

Caribbean Tuna Patties



Die Idee zu diesen Patties stammt aus einer alten Ausgabe von Allerhande, einer Werbezeitschrift der niederländischen Supermarktkette Albert Heijn. Wahrscheinlich bevorzugt man in der Karibik, sofern das Rezept überhaupt von dort stammt, frischen Fisch für diesen Snack, aber mangels Meer vor der Haustüre, ist Dosenware auch genehmigt. Ich mag die Patties gerne zu Salat oder mit scharfer Chilisauce zwischen zwei Brotscheiben. Brötchen und Ketchup gehen natürlich auch. Herr C. bevorzugt Knoblauchdip und ein Fläschchen Bier dazu.


Für 4-6 Personen:

  • 600 gr mehlige Kartoffeln
  • 2 Dosen rosa Thunfisch (à 185 gr)
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 1 Handvoll glatte Petersilie oder Koriander
  • 1 kleine rote Chilischote
  • 3 El Paniermehl
  • Salz, Pfeffer
  • Mehl oder Paniermehl zum Wälzen
  • Rapsöl zum Braten

Kartoffeln in der Schale gar kochen oder backen. Noch heiss schälen, mit einem Kartoffelstampfer zu Brei verarbeiten. Thunfisch gut abtropfen lassen, mit einer Gabel fein zerdrücken und unter den Kartoffelbrei mischen. Masse grosszügig mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebel fein hacken, in wenig Öl anbraten.

Petersilien- oder Korianderblätter fein hacken, zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Eine Minute mitbraten, dann den Pfanneninhalt auf einen Teller geben und abkühlen lassen. Chili entkernen, fein hacken und zusammen mit den Zwiebeln und dem Paniermehl unter die Kartoffelmasse mischen. Pflaumengrosse Bälle formen, flach drücken und in Mehl oder Paniermehl wenden. Überschüssiges Mehl gut abklopfen. Genügend Öl in einer grossen Pfanne erhitzen, Patties bei mittlerer Hitze auf jeder Seite 4-5 Minuten goldbraun braten. 


Samstag, 1. September 2012

Herbstanfangsgruss (aka Lauch-Pilz-Kartoffel-Wähe)



Herr C. war vorgestern mal kurz im Schrebergarten und brachte einen riesigen Korb voll Gemüse zurück. Kartoffeln, Bohnen, Tomaten, Lauch, Kürbisse und Kräuter in rauhen Mengen. Bei dem herbstlichen Wetter fiel die Entscheidung, was aus dieser Pracht werden sollte, nicht schwer. Aus den Kartoffeln wurden Pommes Anna, dazu Bohnen und Tomaten mit Roquefort-Senfsauce. Ein Kürbis wurde zu Suppe, die restlichen Exemplare harren ihres noch unbekannten Schicksals. Einige Kräuter sind nun in der "Quer-durch-den-Garten-Salzkräutermischung", der Rest wanderte in den Dörrer. Rezepte folgen.


Übrig blieb der Lauch, nicht gerade mein Lieblingsgemüse. Gekocht mag ich ihn, ausser in einer Gemüsesuppe, überhaupt nicht. Gebraten schon eher. Als Wähenfüllung finde ich ihn ganz okay, aber mehr als ein, zwei Stücke mag ich davon auch nicht essen. Zum Glück ist meine Familie nicht so schnäderfrässig (für alle Nichtschweizer: verschleckt/wählerisch) und so finden sich immer genug dankbare Abnehmer. Natürlich nur, falls Herr C. etwas davon übrig lässt. 


Teig  :

  • 250 gr Pellkartoffeln vom Vortag
  • 1/2 Tl Salz
  • 50 gr flüssige Butter, ausgekühlt
  • 1 Ei
  • 175 gr Mehl
  • 1/2 Tl Backpulver
  • 2 grosszügige Prisen Muskatnuss

Kartoffeln schälen und fein raffeln. In einer Schüssel kurz mit Salz, Butter und Ei verrühren. Mehl mit Backpulver und frisch geriebenem Muskat mischen, zur Kartoffelmasse sieben und schnell zu einem Teig verkneten. Geht am besten mit den Händen. Bloss nicht zu lange bearbeiten, sonst wird der Teig gummig. In Klarsichtfolie packen und 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. 


Füllung:

  • 20 gr getrocknete Pilze (z. B. Steinpilze, Totentrompeten, Shiitake, Champignons)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 El Butter
  • 500 gr Lauch (2 grosse Stangen)
  • je 1 Zweig Bohnenkraut und Thymian, Blättchen abgezupft
  • 100 ml Weisswein
  • 200 ml Sahne
  • 1 Ei
  • Salz und Pfeffer

Pilze mit heissem Wasser übergiessen und nach Packungsaufdruck einweichen lassen. Einweichwasser abgiessen, Pilze gut abbrausen, abtropfen lassen und sehr fein hacken oder im Mixer zerkleinern. 

Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und ebenfalls fein hacken. Lauch gründlich putzen und in kleine Stücke schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. Lauchwürfel zugeben, so lange mitdünsten, bis das Gemüse fast gar ist. Hitze erhöhen, Pilze und Kräuter zugeben, zwei Minuten mitbraten. Mit Weisswein ablöschen. Wenn der Wein verdampft ist, 100 ml Sahne unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Pfanne zur Seite stellen und Füllung etwas auskühlen lassen. Unterdessen in einer Schüssel die restliche Sahne mit dem Ei verquirlen.

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Während die Füllung auskühlt, eine Wähen- oder Tarteform (28 cm Durchmesser) ausbuttern oder mit Backpapier auslegen. Teig auf wenig Mehl auswallen, in die Form legen und den Rand nachformen. Oder den Teig direkt mit den Händen in die Form drücken. Füllung mit der Eiersahne gut verrühren und gleichmässig auf dem Teig verstreichen. Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen, bis der Teig gebräunt und die Füllung fest ist. Lauwarm oder ausgekühlt servieren. Reicht für 4-6 Personen.

Anmerkung: Das Teigrezept (dort für Schinkengipfeli) stammt aus einer alten "Chuchi"-Ausgabe.