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Sonntag, 10. Dezember 2023

Gemüselastiger Pouletsalat mit Sesamdressing


Es gibt Lebenszeichen von sich! Huurrrrraaaaa! 

Keine Sorge, es geht mir gut. Auch Herr C. und das Schweinwoll sind fit und zufrieden. Für ihr Alter, meine ich. Meine Schlafstörungen tauchen immer mal wieder auf - gekommen um zu bleiben, sozusagen - aber momentan sind sie einiges harmloser als auch schon. Und sonst? Der Backofen nölt die ganze Zeit vor sich hin, denn er wird nur noch für Gemüse und Gratins angeworfen. Seit Anfang 2023 versorgt uns eine Freundin, die in einer Bäckerei arbeitet, beinahe täglich mit Brot und diversen anderen Backwaren, die sonst im Müll landen würden. Dadurch reduzierten sich das Backen, die Kocherei und das Bloggen entsprechend. Aber jetzt, im Winter, zieht es mich wieder öfters an den Herd. Unsere Lieblingsgerichte wie Wintergemüsecurry mit TofuKürbisrisotto, Linsensuppe mit Marroni, Kartoffelcurry und Kohlrabigemüse wechseln sich ab mit jahreszeitlich passenden Salaten, zum Beispiel aus Chicorée oder wechselnden Kohlsorten. Doch zwischendurch packt mich das Fernweh und es gelüstet mich nach Dingen, die weder regional noch saisonal sind. Dieser Hühnchensalat ist ein guter Kompromiss, wenn der Magen knurrt, das schlechte Gewissen mahnt und ich mir trotzdem etwas Spezielles gönnen möchte. Wenn der Salat mit Hühnerbrust, Peperoni und Kohl aus einer TGTG-Tüte zubereitet, und mit einem geretteten Brötchen kredenzt wird, schweigt sogar der familieneigene Superöko.

Für etwa 450 ml Sesamdressing :

  • 170 gr Rapsöl (io: 140 gr Erdnussöl & 30 gr geröstetes Erdnussöl)
  • 80 gr geröstetes Sesamöl 
  • 110 gr Reisessig (io: 118 gr Narcissus Reisessig)
  • 3 El Ketjap Manis (io: 30 gr Ketjap Manis & 15 gr Kikkoman Bio Sojasauce)
  • 2 El Tahini (io: 50 gr koscheres Tahin)
  • 1-2 El Zitronen- oder Limettensaft (io: etwas mehr als 2 El Limettensaft plus Fruchtfleisch)
  • 1/2 Tl zermuster Ingwer (io: 1 El fein geriebener junger Ingwer aus dem TK)
  • frisch gemahlener Pfeffer (io: bunter Pfeffer in der Mühle, fünf Umdrehungen)
  • Salz (io: 1/4 Tl Kräutersalz)

Alles ausser Salz zusammen in den Mixbecher geben und 2-3 Minuten auf höchster Stufe verquirlen. Kosten, und falls nötig, mit Salz abschmecken. In eine Flasche abfüllen. Mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen, damit sich die Aromen verbinden können. Salat mit beliebiger Menge Sauce vermischen, Rest in den Kühlschrank stellen. Das Sesamdressing hält sich dort locker einen Monat. Das Dressingrezept stammt von hier, Abwandlungen in Klammern. Tahin durch Erdnussmus zu ersetzen wäre übrigens auch eine gute Idee.

Salat:
  • 2 pochierte Hühnerbrüste, zimmerwarm und dünn aufgeschnitten*
  • 1 grosse rote Spitzpaprika, der Länge nach geviertelt und in dünne Streifen zerteilt
  • 1 riesengrosse Karotte, geraffelt - ob grob oder fein, it's up to you
  • zwei grosszügige Handvoll Kohlstreifen (io: Chinakohl)
  • zwei Frühlingszwiebeln oder ein kleines Stück Lauch oder eine grosse Schalotte, fein geschnitten
  • 4 El geröstete Erdnüsse, Cashews oder Pistazien
  • Koriander- oder Petersilienblätter, falls verfügbar

Der Gemüseanteil des Salates kann ganz nach Lust und Laune zusammengestellt werden. Was lümmelt im Kühlschrank/TK herum? Was muss weg? Passende Vorschläge: Rotkohl, Tiefkühlerbsen, Stangensellerie, Edamame, gedämpfter Brokkoli, gekochte Hülsenfrüchte, Äpfel, Dörrobst, Orangenfilets, übrige Reisnudeln.

* Io: Zwei mit Knoblauch und Kurkuma marinierte Pouletbrüste aus einer TGTG-Tüte, Gesamtgewicht etwa 400 Gramm. Zum Pochieren so viel Wasser in einem passenden Topf aufkochen, dass das Fleisch locker darin schwimmen kann. Kräftig salzen. Oder, wenn man die Brühe weiterverwenden möchte, die entsprechende Menge Bouillonpulver einrühren. Wenn das Wasser kocht, die Hühnerbrüste reinlegen. Sofort den Deckel auflegen und sobald das Wasser wieder zu blubbern beginnt, den Herd ausschalten. Topf auf der heissen Platte stehen lassen. Nach etwa 12 Minuten die Kerntemperatur des Fleisches an der dicksten Stelle mit einem Küchenthermometer messen. Ab 75 Grad ist man auf der sicheren Seite. Aus dem Wasser fischen, auf einen Teller legen und abkühlen lassen. Falls das Pochieren am Vortag erledigt wird, Pouletfleisch bis zur Verwendung abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Anmerkung: Ziehzeit auf 17 Minuten verlängert, Fleisch kam direkt aus dem Kühlschrank. Kerntemperaturmessung: 83,9 Grad. War innen trotzdem zartrosa und butterzart.

Sonntag, 27. März 2022

Kastenbrot mit Kürbiskernen, Emmer und Haferflocken

 

Knusprige Kruste, innen flauschig, angenehm nussig und lange haltbar. Yeah.

Vorteig:

  • 75 gr Emmervollkornmehl
  • 60 gr kaltes Wasser
  • 1 gr frische Hefe

Hefe mit dem Wasser verrühren. Mehl untermischen, verkneten. In einem Schüsselchen mit einer Duschhaube abgedeckt vier Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen.

Brühstück:
  • 50 gr zarte Vollkornhaferflocken
  • 100 gr Kürbiskerne, fein gemahlen
  • 11 gr Salz
  • 250 gr hahnenheisses Wasser

Haferflocken in einem kleinen Topf anrösten. Wenn die Flocken anfangen zu bräunen, die gemahlenen Kürbiskerne kurz (!) mitrösten, bis sie fein duften. (Io: Herdplatte ausschalten, Resthitze reicht). Salz unterrühren, Topf vom Herd ziehen, Wasser zugiessen. Deckel auflegen und vier Stunden quellen lassen.

Hauptteig:

  • Vorteig
  • Brühstück
  • 390 gr Farina di Manitoba oder kleberstarkes Weizenmehl Typ 550
  • 2 gr Hagebuttenpulver
  • 4 gr frische Hefe
  • 5 gr Rapsöl
  • 140 gr lauwarmes Wasser

In der Schüssel der Knetmaschine das Mehl mit dem Hagebuttenpulver vermischen. Restliche Zutaten zugeben. Kneten: 15 Minuten auf Stufe 1, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten. Zurück in die Schüssel legen, mit einer Duschhaube abdecken. Gehzeit bei Zimmertemperatur: Etwa 4-5 Stunden, bis sich der Teig verdoppelt hat. Cakeform auf 30 cm Länge ausziehen, vollständig mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck (ca. 45 x 30 cm) formen, einrollen. Mit dem Schluss nach unten in Form legen. Die Oberfläche mit zwei, drei Stössen aus der Sprühflasche befeuchten. Die Form mit der Duschhaube abdecken und den Teig etwa 55 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis er ca. zweifingerbreit über den Rand guckt.  Unterdessen den Ofen auf 270 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Sobald der Brotteig wie gewünscht aufgegangen ist, in den Ofen befördern. Kräftig schwaden und 10 Minuten bei 250 Grad anbacken. Hitze auf 210 Grad regulieren, weitere 30 Minuten backen. Brot aus der Form befreien und noch 10 Minuten nachbacken. Gesamtbackzeit: 50 Minuten. Vor dem Anschneiden auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Donnerstag, 24. Juni 2021

Kohlrabislaw mit Misodressing, Sbrinzbaguette & eiskaltes Bier



Hot town, summer in the city. Back of my neck gettin' dirty and gritty...*summ*

Für 2 - 3 Personen:

  • 2 El neutrales Öl (io: Rapsöl)
  • 2 El Reisessig
  • 2 El Reiswein
  • 1 El helles Miso (io: Schwarzwald Lupinen Miso)
  • 1 Tl Mayonnaise
  • 1/2 Tl geröstetes Sesamöl

Alle Zutaten in den Mixbecher füllen und mit dem Stabmixer zu einer glatten Sauce pürieren.

  • 2 Kohlrabiknollen, ca. 600 gr
  • 1 grosser, säuerlicher Apfel
  • 1 grosse rote Spitzpaprika
  • 2 El Schnittlauchröllchen
  • Salz nach Bedarf

Kohlrabi und Apfel schälen, putzen und in zündholzgrosse Stäbchen zerkleinern (io: Rohkostraffel). Paprika abbrausen, rüsten, der Länge nach dritteln und in dünne Streifen schneiden. Alles zusammen mit der Sauce und den Schnittlauchröllchen vermischen, eventuell nachsalzen. Im Kühlschrank mindestens zwei Stunden durchziehen und runterkühlen lassen. Idee: bon appétit

Herr C. ergänzt den erfrischenden Salat gerne mit einem eiskalten Bier und brandheissem Sbrinzbaguette: Etwa 100 Gramm pomadige Butter mit vier Esslöffeln fein geriebenem Sbrinz, einem Esslöffel fein gehackter Petersilie, einer zermusten Knoblauchzehe, einem gehäuften 1/4 Tl Sumach, reichlich Pfeffer und je einer Prise Muskatnuss und Kräutersalz vermischen. Ofengrill auf höchster Stufe vorheizen. Ein halbes Baguette aufschneiden, mit den Schnittseiten nach unten auf dem mit Backpapier belegten Backblech platzieren. Kurz anrösten. Blech aus dem Ofen holen, Baguettehälften umdrehen und grosszügig mit der Sbrinzbutter bestreichen. Zurück in den Ofen schieben und, unter ständiger Beobachtung, leicht anbräunen. Schräg zerschneiden und zackig servieren. Übrige Sbrinzbutter maximal zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. 

Sonntag, 14. März 2021

Rettichsalat mit Rüebli und Öpfel



Unspektakulär. Günstig. Fein.


Sauce:

  • frisch gepresster Saft einer grossen Orange
  • 2 El Mayonnaise 
  • 1 El Rapsöl
  • 1 El Weissweinessig
  • 1 Tl mittelscharfer Senf
  • reichlich Kräutersalz
  • bunter Pfeffer

Alle Zutaten gründlich in einer Salatschüssel verrühren.

  • 1 weisser Rettich
  • 1 grosse Karotte
  • 1 grosser, säuerlicher Apfel

Rettich, Karotte und Apfel schälen. Direkt in die Salatschüssel raffeln, zum Beispiel an der Rösti- oder Rohkostreibe (io: Börner Curly). Vermischen und mindestens 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Vor dem Servieren abschmecken. Bei uns gab's dazu Appezöller Chässchnitten. Wie gesagt: Unspektakulär, aber fein.

Freitag, 7. August 2020

Blitzschnell nachgebacken: Quarktaler mit Brombeeren



Eben noch bei Barbaras Spielwiese, jetzt auf Cookies Showbühne: Quarktaler mit Beeren aus unkompliziertem Quark-Öl-Teig. Praktischerweise waren ein Viertelkilo Halbfettquark und ein Schälchen säuerliche Brombeeren aus Biel-Benken im Kühlschrank zu Gast, beides Überbleibsel aus TGTG-Rettungstüten, die zügig verbraucht werden sollten. Zum Glück sind Aufwand und Backzeit so gering, dass die Taler auch während einer Hitzewelle problemlos ohne Schweissausbrüche realisiert werden können. Quod erat demonstrandum.

Für sechs Quarktaler:

  • 250 gr backstarkes Weizenmehl Typ 405 
  • 60 gr Zucker
  • 2 Tl / 7 gr Weinsteinbackpulver
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 120 gr Halbfettquark (io: mit 6% Fettgehalt)
  • 70 gr Milch
  • 60 gr Rapsöl

Ofen auf 240 Grad vorheizen, Blech mit Backpapier belegen. Mehl, Zucker, Backpulver, Vanille und Salz in einer Rührschüssel mit einem Löffel vermischen. In der Mitte eine Mulde formen. Quark, Milch und Rapsöl zugeben. Mit dem Löffel zu einem möglichst homogenen Teig verrühren. Aus der Schüssel heben und den Teig mit den Händen auf der Arbeitsfläche kurz glatt kneten. In sechs gleich grosse Stücke zerteilen. Bei jeder Teigportion die Ecken unterschlagen, rund schleifen und danach die Bällchen auf die Grösse einer Untertasse platt drücken. Mit reichlich Abstand auf dem Blech verteilen, bei jedem Fladen einen kleinen Rand nachformen. 

Belag:

  • 350 gr Brombeeren
  • 130 gr Halbfettquark
  • 50 gr Zucker
  • 1 El / 8 gr Speisestärke
  • 1/4 Tl Zitronenschalenpaste oder etwas mehr frischer Zitronenabrieb

Brombeeren, falls nötig, kurz abbrausen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Quark gleich in der Verpackung mit dem Zucker, der Speisestärke und der Zitronenpaste klümpchenfrei verrühren. Auf jeden Teigfladen einen gehäuften Esslöffel Quarkmasse geben. Gleichmässig verstreichen, dabei rundherum einen knapp fingerbreiten Rand frei lassen, damit der Quark nicht auf's Blech fliesst. Mit den Beeren belegen und auf der untersten Schiene einschieben. Temperatur auf 180 Grad reduzieren, 17 Minuten backen. Grill zuschalten und die Teilchen auf der obersten Schiene 2-3 Minuten unter ständiger Beobachtung nachbräunen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, nach Belieben mit Puderzucker bestäuben und noch am gleichen Tag geniessen.

Anmerkung: Zutaten & Zubereitung wurden an die vorhandenen Vorräte und unseren zickigen Ofen angepasst.

Montag, 27. April 2020

Colonnade Corn Bread Muffins



Ich war noch niemals in New York....*summ*... Geschweige denn in Atlanta im Colonnade Restaurant, das für seine Corn Bread Muffins berühmt ist, die, mit möglichst viel Butter bestrichen, warm verspeist werden. Kalt reissen sie keinen mehr zu Begeisterungsstürmen hin, ähnlich wie Yorkshire Puddings oder Popovers. Idealer Partner für dieses Maisbrot in Muffinform ist gegrilltes Fleisch jeglicher Art. Und Chili con Carne. Sie passen natürlich auch zu Gemüse oder einem Salatteller. Obwohl die meisten Menschen im Süden der USA sich nicht vorstellen können, Corn Bread Muffins ohne Fleischbeilage zu essen. Womit sie richtig liegen. Ausnahmsweise.


Für 12 Muffins:

  • 360 ml feiner Maisgriess 
  • 120 ml Weizenmehl
  • 1 gehäufter El Zucker
  • 2,5 Tl Weinsteinbackpulver
  • ein knapper Tl Salz
  • 180 ml kaltes Wasser
  • 120 ml Rapsöl
  • 120 ml Buttermilch
  • 2 Eier Grösse L, zimmerwarm

Ofen auf 230 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Die Vertiefungen eines 12er Muffinblechs mit Papierförmchen bestücken oder einfetten. In einer Rührschüssel alle trockenen Zutaten verrühren. Ein einer anderen Schüssel die feuchten Zutaten mit einem Schwingbesen gründlich verquirlen. Flüssiger Schüsselinhalt zu den trockenen Zutaten giessen, zackig vermischen. Bloss nicht zu lange rühren! In die vorbereiteten Förmchen giessen und in 20 - 25 Minuten goldbraun backen. Stäbchentest nicht vergessen. 
P.S. Irgendwann werde ich die Mengen noch in Gramm nachreichen. Vielleicht. Quelle: Whats4DinnerTonite

Freitag, 27. März 2020

UrDinkeltoffel



Endlich! Endlich ein UrDinkelbrot, an dem es nichts auszusetzen gibt. Zumindest von meiner Seite her. Keine ausgefallenen Zutaten, keine Vorteige, keine komplizierte Zubereitung und trotzdem bleibt das UrDinkeltoffel mehrere Tage lang so frisch, wie es am Backtag aus dem Ofen kam. Ein richtig tolles Allroundbrot. Vielleicht werden UrDinkelmehl, Hefe und ich doch noch gute Freunde. Irgendwann.


Für ein Kastenbrot:

  • 270 gr Buttermilch, lauwarm
  • 200 gr Wasser, lauwarm
  • 42 gr Kartoffelflocken (io: Bio Village aus 99,9% Kartoffeln und Rosmarinextrakt)
  • 15 gr Rapsöl
  • 10 gr Salz
  • 480 gr dunkles UrDinkelmehl (io: Mühle Maisprach, ca. Typ 1100)
  • 5 gr frische Hefe

Zutaten der Reihe nach in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Fünf Minuten auf Stufe 1 kneten. Danach zwei Minuten auf Stufe 2, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten. Zurück in die Schüssel legen, mit einer Duschhaube abdecken und 4-5 Stunden zum Verdoppeln gönnen. Dinkelteige sind etwas heikel im Bezug auf Wärme, deshalb lieber kühler und dafür länger aufgehen lassen, d.h. Zimmertemperatur statt Ofen mit eingeschalteter Lampe. Kastenform auf 27 cm Länge ausziehen, mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 240 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in vier gleich schwere Stücke zerteilen. Die Stücke zu langen Zungen ausziehen, aufrollen und in die vorbereitete Form legen. Oberfläche leicht bemehlen. Abdecken und etwa 30 Minuten aufgehen lassen, bis der Teig knapp den Formenrand erreicht hat. Mit einem scharfen Messer schräg ca. 2 cm tief einschneiden. In den Ofen stellen, nicht schwaden. Backen: 15 Minuten bei 210 Grad, danach die Temperatur auf 190 Grad senken und weitere 25 Minuten backen. Brot aus der Form heben, Backpapier entfernen und auf dem Gitter 10 Minuten nachbacken. Gesamtbackzeit: 50 Minuten. Vor dem Anschneiden auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Beim UrDinkeltoffel zeigen sich, selbst wenn es unverpackt gelagert wird, frühestens nach drei Tagen die ersten Anzeichen für dinkelbrottypisches Austrocknen.

Dienstag, 7. Januar 2020

Le Fit, c'est chic!



Könnt ihr euch noch an die Aerobic-/Fitnesswelle Ende der 1980er erinnern? In vielen Schweizer Restaurants standen damals - und stehen teilweise noch heute - Fitnessteller neben gutbürgerlichen Gerichten auf der Speisekarte. Diese All-in-one-Hauptgänge bestanden meist aus einen Salat mit Joghurtsauce, einer gebratenen Pouletbrust oder, in der edleren Variante, einem pochierten Fischfilet. Dekoriert wurde alles mit zwei Ananasscheiben und knallroten Kirschen aus der Dose. Gewiefte Restaurantbesitzer boten ihren gesundheitsbewussten Gästen oft als kostenpflichtige Ergänzung zum frugalen Mahl ein Körbchen mit zwei, drei Scheiben Fitbrot an. Diese, wahrscheinlich wegen den Leinsamen und dem Vollkornanteil so genannten Fitnessbrote, waren eine Zeit lang der letzte Schrei. Sogar Frau Mama liess sich von diesem Trend mitreissen und buk damals regelmässig Körnlibrote nach einer Anleitung aus einem Betty Bossi Heftli. Ich bin überzeugt, dass mein Le Fit sich keinesfalls hinter einem Salat oder Dosenobst verstecken muss. Abschliessendes Urteil der Jury des Herrn C.: Gesund? Blödsinn. Schmeckt viel zu gut. Aber tauf es um, der Ohrwurm nervt....

Für ein Le Fit Kastenbrot:

  • 280 gr warmes Wasser
  • 125 gr Triticale- oder Roggenvollkornmehl
  • 25 gr feine Vollkornhaferflocken
  • 10 gr Chia
  • 11 gr Salz

Alle Zutaten in der Rührschüssel der Küchenmaschine vermischen. Abgedeckt zwei Stunden quellen lassen.

  • 400 gr Weizenmehl Typ 550
  • 150 gr gekochte Kartoffeln, fein gerieben (io: Gschwellti vom Vortag, vorwiegend festkochende Sorte)
  • 50 gr fein geriebene rohe Karotte
  • 20 gr Kokoszucker
  • 10 gr Rapsöl
  • 5 gr frische Hefe

Restliche Zutaten zum Quellstück in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Fünfzehn Minuten auf Stufe 1 kneten. Der Teig bleibt leicht klebrig, lässt sich aber auf einer eingeölten Fläche problemlos falten. Nach dem Falten zurück in die Schüssel legen. Mit einer Duschhaube abdecken und etwa 12-14 Stunden bei ca. 10 Grad aufgehen lassen. Am nächsten Tag zwei Stunden zum Akklimatisieren in der warmen Küche gönnen. Ofen auf 250 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine 30 cm lange Brotbackform mit Backpapier auskleiden. Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben. Den Teig in vier gleich grosse Stücke zerteilen. Jedes Teigstück zu einer länglichen Zunge ausziehen, aufrollen, Seiten einschlagen und in die vorbereitete Form legen. Leicht bemehlen, mit einer Duschhaube abdecken und ca. 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis der Teig etwa fingerbreit über den Rand schaut. Mit einem scharfen Messer schräg etwa 3 cm tief einschneiden. In den Ofen stellen, kräftig schwaden und die Hitze danach auf 220 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken. Dann auf 200 Grad runterdrehen und weitere 35 Minuten backen. Aus der Form nehmen und noch 10 Minuten nachbacken. Gesamtbackzeit: 55 Minuten. 

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Eine narrensichere Anleitung für Toum



Meine unfreiwilligen Ferien vom Bloggerdasein haben den Besucherzahlen in keinster Weise geschadet. Zumindest etwas Positives, denn die letzten Wochen boten leider nicht viel Anlass zur ausgelassenen Freude. Aber Schwamm drüber, I'm back again. Während meiner virtuellen Abwesenheit wurden Herd und Ofen stetig genutzt, aber die meisten Ergebnisse halt aus Zeitmangel weder fotografiert noch grammgenau dokumentiert. Zum Glück kann Toum, eine vegane Knoblauchmayonnaise aus dem Libanon, problemlos Handgelenk mal Pi zusammengemixt werden. Unumgänglich sind nur zwei Schritte: Zuerst die Knoblauchzehen mit Zitronensaft, etwas Öl und Salz zu einer feinen Paste pürieren. Nur so wird das Toum garantiert seidenglatt. Erst danach das Öl in drei oder vier Durchgängen einpürieren. Keine Hexerei, oder? 

Für eine Familienportion Toum:

  • 8 grosse Zehen von einer frischen, rosafarbenen Knoblauchknolle
  • eine kleine Zitrone
  • Kräutersalz (io: Herbamare)
  • etwa 250 ml Rapsöl

Knoblauchzehen schälen und in den Mixbecher legen. Halbe Zitrone auspressen, einen Esslöffel Saft über die Knoblauchzehen giessen. Einen gehäuften 1/4 Tl Kräutersalz und soviel Öl folgen lassen, bis die Zehen grosszügig mit Flüssigkeit bedeckt sind. Mit dem Stabmixer zu einer glatten Paste pürieren. Etwa ein Drittel des Öls zugiessen, gründlich einpürieren. Ein weiteres Drittel Öl zugeben, ebenfalls gründlich einpürieren. Die nun entstandene dicke Masse kosten und mit Zitronensaft und Salz würzen. Restliches Öl einpürieren. Wiederum probieren und ggf. nachwürzen. Je nach Geschmack und gewünschter Konsistenz, mehr Öl und/oder weitere Knoblauchzehen einpürieren. Falls das Toum einer Spachtelmasse gleicht, esslöffelweise lauwarmes Wasser untermixen, bis die Konsistenz einer dicken Mayonnaise erreicht ist. Wichtig: Die Zutaten immer erst gründlichst einpürieren, bevor die nächste Zugabe folgt. Keine Angst, die Masse kann nicht übermixt werden. Am Schluss nochmals abschmecken. Ein gutes Toum sollte nur dezent sauer/zitronig und nur leicht salzig sein. Falls unumgänglich, sofort servieren. Besser: Abgedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen und erst dann auftischen. Reste in einem sauberen Glas im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb einer Woche verbrauchen.

Abwandlungen: Getrockneter statt frischer Knoblauch. Das Toum schmeckt dann allerdings etwas schärfer. Zitronensaft ganz oder teilweise durch sauren Orangensaft ersetzen. Statt Kräutersalz stinknormales Salz verwenden. Rapsöl durch Sonnenblumen- oder Reisöl ersetzen. Als Basis empfehlen sich möglichst geschmacksneutrale Öle. Olivenöl oder andere Öle mit durchdringendem Eigengeschmack wie Walnuss-, Pistazie- oder Rapskernöl, schluckweise am Schluss der Herstellung einpürieren. 

P.S. Toum passt hervorragend zu gedämpftem Gemüse (Blumenkohl, Karotten, Randen, grünen Bohnen, Broccoli etc.), zu gekochtem Maniok, grilliertem Fleisch, zu Gschwellti, auf's Sandwich, zu Fondue Chinoise....

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Man(n) gönnt sich ja sonst nichts: Popovers mit Sauerteig



Popovers sind die US-Variante des englischen Yorkshire Puddings und halt typisch amerikanisch: Grösser, höher und (meiner Meinung nach) auch einen Ticken besser. Der Sauerteig dient in diesem Rezept nur als Geschmacksgeber, denn die Popovers kommen völlig ohne Triebmittel aus. Ihre aufgeblasene Form verdanken sie dem im Innern entstehenden Dampf, der nicht entweichen kann und den flüssigen Teig in überdimensionierte "Windbeutel" verwandelt. Sie passen perfekt zu Braten/Gemüse mit/in Sauce und natürlich Suppen und Eintöpfen. Oder wie Herr C. sagen würde: Halt wie Semmelknödel, nur praktischer zum Essen. Für eine süsse Variante Kräutersalz durch 1/4 Tl Salz ersetzen und Muskatnuss eventuell unterschlagen. Mit Butter, Honig und Konfitüre zum Brunch servieren.


Für 9 Popovers (12er Muffinblech):

  • 2 El Butter
  • 250 gr Milch
  • 90 gr ASG aus dem Kühlschrank, zimmerwarm (ich: Weizensauer aus Ruchmehl)
  • 3 Eier Grösse M, zimmerwarm (zusammen 180 gr mit Schale)
  • gut gehäufter 1/4 Tl Kräutersalz
  • 2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 120 gr Weizenmehl Typ 405
  • 1/2 El Rapsöl
  • etwa 2 El natives Kokosöl (pro Vertiefung ca. 1/2 Tl)

Butter in einem kleinen Topf schmelzen, kühlschrankkalte Milch zugiessen und lauwarm werden lassen. Unterdessen mit dem Handrührer Sauerteig, Eier, Kräutersalz und Muskatnuss verquirlen. Weizenmehl zugeben und schnell zu einem glatten Teig verrühren. Lauwarme Milch zugiessen und zügig zu einem glatten Teig vermischen. Abdecken und 25 Minuten quellen lassen. Unterdessen den Ofen auf 250 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Gesamte Oberfläche (Vertiefungen und Zwischenflächen) des Muffinblechs mit Hilfe eines Küchenpapiers grosszügig einölen. Muffinform für 2 Minuten zum Aufheizen in den Ofen stellen. Unterdessen den Teig nochmals aufmixen, bis sich an der Oberfläche viele Bläschen zeigen. Form aus dem Ofen holen, neun Vertiefungen zackig mit dem Kokosöl bestücken. Teig ebenso schnell in die Vertiefungen giessen, d.h. bis etwa fingerbreit unter den Rand füllen. Zurück in den Ofen und bei 230 Grad 15 Minuten backen. Während der ganzen Backzeit die Backofentüre NICHT öffnen, die Popovers könnten sonst zusammensacken. Temperatur auf 190 Grad reduzieren und weitere 20 Minuten backen, bis sie gut gebräunt sind und die Oberfläche trocken aussieht. Aus dem Ofen holen, aus der Form heben/kippen, am Boden mit einem scharfen Messer einstechen (dann fallen sie nicht so schnell zusammen) und heiss servieren. Quelle: King Arthur Flour