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Samstag, 25. Februar 2023

Harcha Pancakes (vegan)

Harcha (ausgesprochen: Herrscha) ist ein in Marokko und Algerien beliebtes Pfannenfladenbrot aus Hartweizengriess. Die einfachere Frühstücksversion wurde von Choumicha erfunden und nennt sich Harcha à la semoule façon pancake. Frei übersetzt: Harcha aus Griess nach Art eines Pancakes. Ich habe mir krankheitsbedingt die Freiheit genommen, das Rezept meinen Vorräten anzupassen. Dass die Harcha Pancakes am Ende zufällig vegan waren, hat Herr C. gar nicht bemerkt und genüsslich vier Stück verputzt. Hurra!

Für etwa acht Pancakes:

  • 200 gr Hartweizenmehl, z.B. Coop Bio (io: Semola rimacinata von Molisana)
  • 50 gr Hartweizengriess
  • 60 gr vegane Margarine, geschmolzen (io: Violey Block)
  • 20 gr neutrales Öl (io: Erdnussöl)
  • 15 gr Zucker
  • 7 gr Weinsteinbackpulver
  • 1/2 Tl Salz
  • 350 gr lauwarme Pflanzenmilch (io: Bio Cashewdrink, Aldi CH)
  • 4 gr frische Hefe

Mit einem Löffel zuerst Hartweizenmehl, Griess, Margarine und Öl in einer Schüssel gründlich verrühren. Der Schüsselinhalt sollte wie feuchter Sand aussehen. Erst dann Zucker, Backpulver und Salz untermischen. Mit dem Schwingbesen Cashewmilch und Hefe glatt rühren. Zu den trockenen Zutaten giessen, gut vermischen. Die Teigwärme sollte ca. 32 Grad betragen. Schüssel mit einer Duschhaube abdecken und dem Teig zwei Stunden bei Zimmertemperatur zum Quellen und Aufgehen gönnen. Danach eine kleine, beschichtete Pfanne ohne Fettzugabe auf mittlerer Stufe erhitzen (io: 6 von 9). Eine Kelle voll Teig in die Pfanne giessen. Mit der Kellenrückseite den Teig kreisförmig ausstreichen (wie bei der Crêpeszubereitung). Sobald sich auf der Oberfläche Blasen zeigen und die Unterseite nett gebräunt ist, den Pancake vorsichtig wenden. Die zweite Seite ebenfalls hellbraun braten. Sofort servieren oder auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Übrige Harcha Pancakes eintuppern und maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. 

Tipp: Mit der oben angegebenen Zucker- und Salzmenge sind die Pancakes eher auf der neutralen Seite. Sie passen deshalb zu Gelée aus Zierquittenblüten genau so gut wie zu Hummus aus Kichererbsenmehl.

Sonntag, 31. Oktober 2021

Fluffige Blinis ohne Eier (vegan)

Mir stand der Sinn nach Blinis. Einer ganzen Platte voller Blinis. Und auf jedem Blini ein grosszügiger Klacks Crème fraîche de brebis. Garniert mit einem Löffelchen Osietra und ein Dillspitzchen als Farbklecks. *sabber*

Ein Blick in den Kühlschrank holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Keine Crème fraîche, kein Kaviar, kein Dill. Aber dafür Saure Sahne, hartgekochte Wachteleier und ein Bund Schnittlauch. Auch gut. Allerdings schien mir, nach sorgfältiger Überlegung, die Kombination aus Butter, Eierteig, Saurer Sahne und Eiergarnitur ein wünziges bisschen zu deftig. Pinterest offerierte diverse Blinis mit Chia, Leinsamen und Fertigpülverchen als Eiersatz. Doch es funktioniert auch mit banaler Speisestärke. Geplant war, den Teig mit Kuhmilch anzurühren, doch die hatte ich schon am Vorabend für Creamed Corn aufgebraucht. Mein Gedächtnis ist auch nicht mehr das, was es mal war...  Schulterzuckend nahm ich den Tetrapack mit Not Milk von Alpro aus dem Kühlschrank. Die halbfette Version ist pur kein Favorit, die Blinis - und eine Béchamelsauce - gelangen damit aber 1A.* 

 Für 18 Stück:

  • 100 gr Weizenmehl Typ 550
  • 25 gr Maisstärke
  • 20 gr Zucker
  • 3 gr frische Hefe 
  • 2 gr Salz
  • 3/4 Tl Weinsteinbackpulver
  • 220 gr möglichst neutrale Pflanzenmilch, zimmerwarm**
  • Sonnenblumenöl 

Mehl mit Stärke und Zucker in einer Tupperschüssel verrühren. Hefe reinbröckeln und mit einem Teil des Mehls verrubbeln. Restliche Zutaten klümpchenfrei mit einem Schwingbesen unterrühren. Mit einem Deckel verschliessen und bei Zimmertemperatur etwa drei bis vier Stunden stehen lassen, bis sich an der Oberfläche unzählige kleine Bläschen zeigen. Das Volumen ist übrigens kein Indiz. Es verändert sich kaum, dafür ist der Teig zu flüssig. Wenn der Teig das gewünschte Stadium erreicht hat und fein hefig riecht, eine möglichst schwere Pancakespfanne auf mittlerer Stufe erhitzen (io: 5 von 9). Die Vertiefungen dünn mit Sonnenblumenöl einpinseln. Teig mit einem Schöpflöffel durchrühren und die Vertiefungen nicht ganz bis zum Rand damit auffüllen. Nach kurzer Zeit zeigen sich auf den Teigrondellen viele Bläschen, die für eine lockere Struktur/die Fluffigkeit sorgen. Erst wenn die Oberfläche quasi trocken ist, die Blinis wenden und kurz auf der zweiten Seite bräunen. Heiss oder zimmerwarm geniessen. Übrige Blinis eintuppern und im Kühlschrank aufbewahren. Wobei ich kaum glauben kann, dass von den leckeren Teilchen je etwas übrig bleiben würde.

* Seit mein Gedärm im Frühling angefangen hat, nach dem Genuss von purer Milch zu grummeln, bin ich auf der Suche nach einem wohlschmeckenden und möglichst vielseitig verwendbaren Ersatz. Post dazu folgt. Irgendwann.

** Zum Beispiel ungesüsste milde Mandelmilch, Cashewdrink oder Erbsenmilch. Wenn Hafermilch verwendet wird, eventuell den Zucker unterschlagen.

Sonntag, 24. Mai 2020

Klappe, die Vierte: Beghrir mit frischer Hefe



In meinen früheren Posts zum Thema Beghrir wird als Zutat stets Trockenhefe verlangt. Mittlerweile backe ich aber ausschliesslich mit frischer Hefe und es wurde Zeit, das Rezept dahingehend anzupassen. Damit die Hefe sich problemlos auflöst, sollte man sie mit einem Teelöffel Griess vermengen und die Mischung dann mit den Fingerspitzen zu feinsten Bröseln zerreiben, bevor sie in der Teigschüssel landet. 


Für 6 Stück:

  • 160 gr Hartweizengriess
  • 150 gr Weizenmehl Typ 550
  • 20 gr Zucker
  • 5 gr frische Hefe
  • 360 gr lauwarmes Wasser
  • 3 gr Salz
  • 325 gr Milch oder Haferdrink
  • 1,5 Tl Weinsteinbackpulver

Alle Zutaten bis und mit Salz in einer Rührschüssel mit einem Schwingbesen klümpchenfrei vermischen. Schüssel mit einer Duschhaube abdecken und über Nacht an einem eher kühlen Ort, d.h. bei maximal 15 Grad, aufgehen lassen. Turbo: Bei Zimmertemperatur, oder im Ofen mit eingeschalteter Lampe, beträgt die Ruhezeit nur 3-4 Stunden. Der Teig ist fertig, wenn er leicht aufgegangen und die Oberfläche voller Bläschen ist. Nun mit einem Schwingbesen kräftig durchrühren. Milch schluckweise zugeben. Wenn der Teig etwas flüssiger ist, Backpulver untermischen. Restliche Milch portionsweise unterrühren, bis die Konsistenz eines Crêpesteigs bzw. eines sehr dünnflüssigen Pfannkuchenteiges erreicht ist. Eine möglichst schwere, beschichtete Pfanne leer erhitzen (io: Pfannendurchmesser 30 cm). Eine Schöpfkelle voll Teig hineingiessen. Pfanne sachte schwenken, damit sich der Teig gleichmässig verteilt. Wenn sich innerhalb von Sekunden viele Bläschen an der Oberfläche bilden, ist die richtige Temperatur erreicht. Hitze regulieren und Beghrir "backen", bis sich alle Bläschen geöffnet haben und die Oberfläche nicht mehr glasig aussieht. In Marokko werden die Pfannkuchen nur auf einer Seite gebraten. Wer mag, kann sie natürlich auch noch kurz auf der anderen Seite bräunen. Bitte erst wenden, wenn das vorher genannte Stadium erreicht ist, sonst schliessen sich die Löcher und der Pfannkuchen wird matschig. Vor jeder neuen Teigportion die Pfanne wieder auf höchster Stufe erhitzen. Gleich servieren oder auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Gut verpackt halten sich die Beghrir im Kühlschrank mindestens drei Tage. Einfach kurz in der Pfanne oder im Ofen aufwärmen und zimmerwarm mit Honigbutter oder Amlou geniessen.

Sonntag, 17. Juni 2018

Kastanienmilch



Bevor der Amtsschimmel wiehert: Pflanzlicher Milchersatz darf offiziell nicht mit dem Wörtchen "Milch" vermarktet werden. Aber wir sind ja hier entre nous und mir gefällt der Name Kastanienmilch wesentlich besser als Kastaniendrink. Dank ihrer nussigen, leicht süsslichen Note trinke ich die Kastanienmilch sehr gerne pur, aber auch für Kakaogetränke, Chai, Shakes, Pfannkuchen, Gebäck, Brot und Saucen ist sie bestens geeignet. 


Für 2 Gläser:

  • 400 gr Wasser
  • 1 El / 10 gr Kastanienmehl 
  • ein paar Körnchen Salz
  • Gewürze nach Geschmack, optional (io: 1/4 Tl Hippiemilchpulver)

Alle Zutaten in einem kleinen Topf vermischen. Auf den Herd stellen und unter ständigem Rühren eine Minute kochen, bis der mehlige Geschmack verschwunden ist. In eine saubere Glasflasche abfüllen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Anschliessend im Kühlschrank mindestens 2 Stunden durchkühlen lassen. Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von vier Tagen konsumieren. 

Anmerkungen: Besonders bei grösseren Mengen geht es schneller, wenn nur die Hälftes des Wassers zum Kochen verwendet wird. Restliches Wasser kalt untermischen. Bitte beachten, dass sich dadurch aber die Haltbarkeit verkürzen kann. Wer eine dickere Konsistenz bevorzugt, erhöht die Mehlmenge auf 15 oder 20 Gramm. Gewürze sind absolut nicht nötig, aber eine Prise Zimt, Piment, Vanille und/oder Garam Masala ist nie verkehrt. Kastanienmehl findet man im Bioladen, meist im Regal mit den glutenfreien Produkten, und in Italien in jedem gut sortierten Supermarkt. In Bella Italia unbedingt darauf achten, dass ihr kein Mehl aus Kastanien kauft, die über Rauch getrocknet wurden. Mit dem Verpackungsaufdruck "essicate senza fumo" seid ihr auf der sicheren Seite. Ich bevorzuge das Tessiner Bio-Kastanienmehl der Firma Erboristi Lendi, welches im italienischsprachigen Teil der Schweiz in jedem grösseren Coop erhältlich ist (350 gr für ca. 8 Franken).

Sonntag, 4. Juni 2017

Puddingtörtchen mit Johannisbeeren und Lavendel (vegan)



Obwohl der späte Frost auch den Johannisbeerbüschen im Garten stark zugesetzt hat, können wir seit dieser Woche die ersten Beeren ernten. Ein paar Meter weiter beginnen die Lavendelsträucher rund um den kleinen Apfelbaum gerade zu blühen, worüber sich Bienen und Hummeln mordsmässig freuen. Herr C. (Allergiker) und das Schweinwoll (Fluginsektenphobie) sind von dem regen Luftverkehr etwas weniger begeistert und werden daher die nächsten Wochen einen grossen Bogen rund um die Bienen-Blüten-Parade machen. Ich hingegen würde mich tagtäglich mit Wonne durch unser Lavendelfeld en miniature wälzen, sofern eine Chance bestünde, dass Grünzeug, Frau und Insekten einigermassen unversehrt bleiben. Da diese Chance aber verschwindend gering ist, vereine ich lieber Beeren und Blüten in einem einfachen Dessert und erfreue mich an dem sommerlichen Duft, den die Törtchen schon beim Backen verströmen.


Für 6 Tartelettes (Glas- oder Blechförmchen mit 10 cm Durchmesser):

  • 35 gr Speisestärke
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Kurkuma
  • 1 Prise Salz
  • 350 ml Mandel-, Reis- oder Hafermilch
  • 2-3 El Zucker
  • 1 fixfertiger, rechteckig ausgewallter Blätterteig
  • 180 gr rote Johannisbeeren, abgezupft
  • 2-3 El Zucker 
  • 1/2 Tl frische Lavendelblüten, fein gehackt

    Ofen auf 210 Grad vorheizen. Speisestärke, Vanillepulver, Kurkuma und Salz in einer kleinen Schüssel vermischen. Mit 100 ml Pflanzenmilch klümpchenfrei verrühren. Die restliche Pflanzenmilch mit zwei oder drei Esslöffeln Zucker aufkochen. Aufgelöste Speisestärke in die kochende Flüssigkeit giessen. Unter ständigem Rühren eine Minute kochen, bis die Puddingmasse merklich angedickt ist. Vom Feuer nehmen und etwas auskühlen lassen. Unterdessen mit einer Küchenschere aus dem Blätterteig sechs Kreise ausschneiden, die rundherum etwa 1,5 cm grösser als die Förmchen sein sollten. Blätterteig mit dem anhaftenden Backpapier nach unten in die Förmchen legen. Jeweils etwa zwei gehäufte Esslöffel Pudding auf dem Blätterteig verstreichen. Johannisbeeren mit Zucker und den gehackten Lavendelblüten vermischen, auf der Puddingmasse verteilen. Förmchen auf das Gitter stellen und auf der untersten Schiene ca. 25 Minuten backen, bis der Teig gebräunt ist und die Fruchtmasse fröhlich blubbert. Aus dem Ofen holen, etwa 10 Minuten ruhen lassen, dann vorsichtig aus den Förmchen befreien und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

    Sonntag, 15. Januar 2017

    Rösa Wintermülch



    Se Winter samt Schnee und Eisglätte is back! Und damit auch das Bedürfnis, ununterbrochen heisse Getränke zu schlürfen. Egal ob Tee, Kakao, Bouillon, Suppe, Punsch oder Glühwein. Hauptsache hot as hell.


    Ein weiterer Favorit ist heisse Milch mit Trietolt Magenträs. Vor einigen Jahren durfte ich bei einem Ausflug nach Braunwald/GL zum ersten Mal einen Cappuccino mit Magenträs statt Kakao auf dem Milchschaum geniessen und bin seither dem Glarner Gewürzzucker regelrecht verfallen. An sich keine schlimme Sache, doch der Nachschub stockt und je öfter ich die Mischung verwende, desto stärker sticht der künstliche Vanillinzucker hervor. Alle, die von Vanillin- auf Vanillezucker umgesattelt sind, wissen was ich meine.


    Und so kam wieder einmal der gute, alte DIY-Gedanke ins Spiel. Magenträs wird aus Zucker, Sandelholz, Zimt, Vanillinzucker, Muskat, Nelken und Ingwer zusammengemischt. Bis auf den verpönten Vanillinzucker war alles im Vorratsschrank vorhanden, sogar das tomatenrote Sandelholzpulver. Nach ein paar Testläufen wurde die Gewürzpalette mit grünem Kardamom und Safran ergänzt, der weisse Zucker gegen Palmzucker ausgetauscht und für das Eggnog-Feeling noch Speisestärke zum Andicken mitgekocht. Die Rösa Wintermülch schmeckt aber natürlich auch ohne "Dickmacher", und nach 17:00 Uhr darf die Rumzugabe um 100% erhöht werden.


    Für 4 Personen:

    • 1 Liter Vollmilch oder Hafermilch
    • 1 Halbkugel / 50 gr heller Palmzucker
    • 1 ausgekratzte Vanilleschote (z.B. aus dem Vanillezuckerglas)
    • 8 ausgelöste Kardamomkörner, angequetscht
    • 3 Gewürznelken, angequetscht
    • 2 Prisen frisch geraspelte Muskatnuss 
    • 1 kleinfingerdicke Cassiastange, davon ca. 1 cm frisch runterraspeln
    • 1/2 Tl Sandelholzpulver
    • 1/8 Tl Ingwerpulver
    • 8 Safranfäden
    • 1 Prise Salz
    • 50 gr Sahne oder Hafersahne
    • 2,5 El Speisestärke (optional)
    • Rum nach Belieben

    Alle Zutaten bis und mit Salz in einen grossen Topf geben. Bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren heiss werden lassen. Topf vom Herd ziehen, Deckel auflegen und mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Danach durchsieben, Gewürze entsorgen, die Milch wieder in den Topf giessen und nochmal erhitzen. Speisestärke klümpchenfrei mit der Sahne vermischen, zur heissen Milch geben und unter ständigem Rühren aufkochen. Eine Minute kochen, bis der Topfinhalt merklich angedickt ist. Sofort heiss mit oder ohne Rum servieren. Für eine Version ohne Maisstärke, die abgesiebte Milch nochmals heiss werden lassen, Sahne unterrühren und that's it. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass einmal etwas übrig bleibt, einfach abgedeckt im Kühlschrank oder auf der Terrasse parkieren und am nächsten Tag aufwärmen oder kalt schlürfen. 


    Mittwoch, 2. November 2016

    Ein Dickie am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen



    Für Dickies griff ich aus Faulheit meist zum Stabmixer, obwohl die Konsistenz oft zu wünschen übrig liess. Grünzeug, wie Petersilie oder Wildkräuter, endeten immer als Fitzelchenschwarm im Glas. Ingwer, Kurkuma oder gefrorene Fruchtstücke brachten ihn regelmässig an den äussersten Rand seiner Leistungskraft und wurden nie 100%ig glattpüriert. Mein alter Standmixer hingegen liefert wesentlich bessere Ergebnisse. Kein Wunder, bei doppelt soviel Power. Aber leider verschlingen Auf- und Abbau samt Reinigung auch mehr als doppelt soviel Zeit. Pest oder Cholera, sozusagen... Doch seit ein paar Wochen muss ich mich nicht mehr mit stückigen Frühstücksgetränken oder zeitfressendem Abwasch herumärgern, denn der Mixaufsatz der Ankarsrum vereint die Vorteile beider Geräte: Maximal 18'000 (!) Umdrehungen pro Minute sorgen für perfekte Smoothies, mit dem praktischen Trenndeckel werden auch Kleinstmengen ohne lästiges Runterschaben fitzelfrei glatt und die Reinigung ist kinderleicht. Warmes Wasser und zwei Tropfen Spülmittel in den Aufsatz füllen und ein paar Minuten laufen lassen (unterdessen kann man z.B. gemütlich die Lunchbox füllen). Spülflüssigkeit auskippen, abbrausen und zum Trocknen mit der Öffnung nach unten in den Geschirrhalter stellen. Höchstens 40 Sekunden Aufwand und der Mixaufsatz ist bereit für den nächsten Einsatz. I love my Ankarsrum!


    Zutaten für einen herbstlichen Dickie:

    • 1 gefrorene Banane
    • 2 Orangen oder 3 Clementinen
    • 1 vollreife Persimone
    • eine daumengrosse, frische Kurkumawurzel
    • 3 cm langes Stück einer Vanilleschote
    • Haselnussmilch oder Wasser zum Verdünnen

    Banane schälen bzw. die Schale mit einem scharfen Messer wegschnitzen. Orangen oder Clementinen schälen. Persimone waschen und den Stielansatz entfernen. Kurkuma waschen und zusammen mit allen anderen Zutaten in den Mixer geben. Glatt pürieren. Mit Haselnussmilch oder Wasser nach Geschmack verdünnen, ein paar Sekunden einpürieren und ab geht die Post.

    P.S. Ich kann das Wort Smoothie, besonders wenn es falsch ausgesprochen oder betont wird (z.B. Schmuusii/Smuuzi/Schmosie), nicht mehr hören. Darum wurden meine pürierten Obst- und Gemüsegetränke schon vor einiger Zeit in Dickies umgetauft. Klingt doch viel sympathischer, oder?


    Freitag, 22. April 2016

    DIY Hafermilch aus Hafergrütze



    Bald flattern sie wieder fröhlich durch die Wohnung, die verdammten Lebensmittelmotten. In unserer vorherigen Behausung gab es nur einmal Probleme mit den kleinen Mistviechern, die ich damals wahrscheinlich mit einer Packung Bio-Kamut eingeschleppt hatte. Grosszügiges Entsorgen und gründliches Putzen machte ihnen den Garaus, und die folgenden Jahre war Ruhe im Schrank. Leider hat sich das nach unserem Umzug schlagartig geändert, denn hier scheinen sich Motten aller Art pudelwohl zu fühlen. Aus diesem Grund riecht unser Schlafzimmer immer nett nach Lavendel und im Vorratsschrank klebt überall Mottenpapier. Um ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen, versuche ich die gefährdeten Vorräte so mottensicher wie möglich zu lagern, alles (einigermassen) regelmässig zu kontrollieren und schon länger angebrochene Getreideprodukte zügig aufzubrauchen. Bei der letzten Durchsicht fand sich ein Glas Hafergrütze, die ich für irgendein Rezept besorgt hatte, an das ich mich partout nicht mehr erinnern kann. Auf der Suche nach Verwendungsmöglichkeiten, stiess ich bei Pinterest auf die Idee, aus Hafergrütze Hafermilch herzustellen. Nach ein paar Experimenten, deren Ergebnisse irgendwo zwischen zu dünn und Porridge pendelten, habe ich für mich die perfekte Rezeptur gefunden. Ich weiss, dass viele Leute der Meinung sind, Johannisbrotkernmehl hätte in Pflanzendrinks nichts zu suchen. Grundsätzlich stimme ich der Menge zu, aber da ich noch ein fast volles Gläschen davon besitze (wurde mal für ein Rezept von Ferran Adrià angeschaft) und es ganz nett finde, wenn pflanzliche Milch homogen bleibt, gebe ich es hier in der Zutatenliste an. 


    Zutaten für ca. 750 ml Hafermilch:

    • 75 gr grob geschrotete Hafergrütze

    Über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten und gründlich mit kaltem Wasser abspülen. Kurz abtropfen lassen, dann die Hafergrütze in einen Topf geben.

    • 800 ml kaltes Wasser
    • 1 Prise Salz
    • 1 Msp Vanillemark 
    • Süssungsmittel nach Geschmack* 
    • 1/4 Tl Johannisbrotkernmehl (optional)

    500 ml Wasser zu der Hafergrütze in den Topf giessen, alles zum Kochen bringen und 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Topf zur Seite ziehen, die restlichen 300 ml Wasser zugeben und mit dem Stabmixer 2-3 Minuten sehr fein pürieren. Auf einem hitzebeständigen Gefäss (z.B. Messbecher aus Glas, Kaffeekanne) ein Spitzsieb platzieren, den Topfinhalt hineingiessen und Hafermatsch leicht ausdrücken. Den Kochtopf unterdessen auswaschen und ein feines Teesieb drauflegen. Flüssigkeit langsam in das Sieb giessen, um eventuell noch vorhandene Krümelchen herauszufiltern. Vanillemark und Süssungsmittel kurz mit dem Stabmixer einpürieren. Falls verwendet, das Johannisbrotkernmehl nun zugeben und den Topfinhalt mit dem Stabmixer nochmals eine Minute kräftig durchwirbeln, damit sich keine Klümpchen bilden. Die crèmige Hafermilch in eine saubere Flasche abfüllen, im Kühlschrank lagern und innerhalb von 4 Tagen verbrauchen. 

    * Ich finde eine Mischung aus dunklem Agavendicksaft (ca. 1 El) und Kokosblütenzucker (ca. 1/2 El) sehr apart, obwohl die Optik des fertigen Getränks ein bisschen darunter leidet. Die Mengenangaben sind übrigens reine Schätzungen, denn ich süsse immer Handgelenk mal Pi. Manchmal mehr, manchmal weniger und wenn die Hafermilch in salzigen Gerichten eingesetzt werden soll, nur mit einer Prise Kokoszucker. 


    Donnerstag, 15. Mai 2014

    Porridge aus rohem Buchweizen mit Chia



    Auf der Suche nach den selbst getrockneten Persimonen, stiess ich in den Tiefen des Küchenbuffets auf ein Vorratsglas mit Buchweizenkörnern. Spontan gekauft, verschiedene Gerichte damit ausprobiert und kein einziges für gut befunden. Was sollte ich noch damit anstellen? Kompost füttern? In letzter Sekunde fiel mir ein, dass ich kürzlich bei Oh She Glows etwas über rohen Buchweizenporridge gelesen hatte. Schnurstracks die Körner eingeweicht, restliche Zutaten zusammengesucht und den Mixer angeworfen. Doch das Ergebnis konnte mich auch nach mehrmaligem Nachwürzen und -süssen nicht wirklich überzeugen. Es ist daher wohl besser, wenn der Inhalt des Glases und ich ab jetzt getrennte Wege gehen. Aber vielleicht ist dieses Rezept ja etwas für die Liebhaber von Frischkornbrei unter euch. 


    Für 2 Portionen:

    • 170 gr Buchweizen
    • 1 gehäufter El Chiasamen
    • 1 Prise Salz
    • 1/4 Tl Vanillepulver 
    • 1/2 Tl Spekulatiusgewürz
    • etwa 160 ml Reis-Kokos-Drink 
    • Ahornsirup oder Agavendicksaft
    • Obst, Nüsse, Schokostückchen oder andere Garnituren nach Belieben

    Buchweizen in reichlich kaltem Wasser mindestens eine Stunde, besser über Nacht, einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb geben und gründlich abspülen. Alle Zutaten bis und mit Reisdrink in den Mixer geben und nach Geschmack stückig oder eher glatt pürieren. Unbedingt gut würzen, ohne schmeckt es langweilig-pampig. Süssen, garnieren und gleich servieren. Reste halten sich 3-4 Tage im Kühlschrank.

    Im Original werden Zimt, Vanilleextrakt und Mandelmilch verwendet, ich nahm was gerade geöffnet war bzw. verbraucht werden musste. 


    Sonntag, 6. April 2014

    Ananas-Smoothie mit Kurkuma und Chia



    Zufälle gibt's: Das Mädel vom Land schrieb Anfang März Interessantes über Kurkumawurzeln. Einige Tage zuvor hatte ich zum ersten Mal frische Rhizome im Bioladen gesehen, aber nicht mitgenommen. Ich bemühe mich redlich, nur noch solche Sachen einzukaufen, die ich auch wirklich gebrauchen kann. Darum der feste Vorsatz: Mir muss spontan mindestens eine Verwendungsmöglichkeit einfallen, sonst darf's nicht mit in meine Küche. Ich bin an dem Tag sicherlich länger als drei Minuten vor dem Karton gestanden und habe mir das Hirn nach einer gescheiten Verwertungsidee zermartert. Das Ergebnis war mau, deshalb ging ich weiter und suchte all die anderen Sachen zusammen, die auf dem Einkaufszettel standen. Auf dem Weg zur Kasse machte ich einen zweiten Abstecher zur Früchtetheke, doch mir fiel immer noch kein passendes Rezept ein. Normalerweise packe ich die begehrten Dinge dann trotzdem heimlich in den Einkaufskorb, irgendwo bringe ich sie immer unter. Warum ich dann doch nicht zugegriffen habe? Weil Herr C. plötzlich wie ein irrer Derwisch aus dem Nichts auftauchte, mich mit seinem Gefuchtel völlig aus dem Konzept brachte, und meine Verwirrung ausnutzend, direkt zur Kasse schob. Seiner Meinung nach hatte ich nämlich wieder viel zu lange herumgetrödelt. In dieser Hinsicht ist er unerbittlich. Ihr könnt euch sicher mein Grinsen vorstellen, als ich gestern einkaufen ging und den kleinen Karton wieder zwischen Limetten und Orangen erspähte. Ich nahm zwei kleinfingerlange Stückchen, die zusammen 30 Gramm auf die Waage brachten. Dafür musste ich den stolzen Preis von sage und schreibe 28 Cent berappen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Zu Hause angekommen, hatte ich unbändige Lust auf eine Vitaminbombe. Ich schnippelte eine perfekt reife Ananas in kleine Stücke, raspelte Ingwer und Kurkuma, gab Chiasamen hinzu und eine Minute später war der Smoothie fertig. Ingwer und Kurkuma kurbeln das Immunsystem an und sind der richtige Booster für alle, die momentan mit Frühjahrsmüdigkeit kämpfen. 


    Für 2 grosse Portionen:

    • 1 mittlere Ananas, ca. 800 gr schwer
    • 1 vollreife Banane, geschält
    • Saft einer halben Zitrone oder Limette
    • etwa 375 ml Reis- oder Mandeldrink 
    • 2 Tl fein geraspelte Kurkumawurzel
    • 1 Tl fein geraspelter Ingwer
    • 2 El Chiasamen
    • 2 El Rosenwasser, nach Belieben

    Ananas grosszügig schälen, der Länge nach vierteln und den Strunk herausschneiden. Viertel in kleine Würfel schneiden und 400 Gramm abwiegen.* Zusammen mit den restlichen Zutaten in den Mixbecher geben und so fein wie möglich pürieren. Die Chiasamen werden dabei teilweise zerschreddert, das ist völlig okay. Ihre Inhaltsstoffe können so noch besser aufgenommen werden. Falls der Smoothie zu dick ist, mit Reisdrink verdünnen und nochmals durchmixen. Sofort geniessen und danach voller Energie den Tag beginnen. Reste halten sich im Kühlschrank maximal zwei Tage.

    *Man kann natürlich auch gleich das gesamte Fruchtfleisch verwenden, einfach Flüssigkeitsmenge erhöhen und restliche Zutaten anpassen. Schmeckt übrigens auch mit anderen Pflanzendrinks. Luxuriöser wird's mit Kokoswasser. Bitte keine Kokosmilch nehmen, das ist zu heftig. Frische Kurkumawurzel ist oft auch in Asiashops erhältlich und kann sonst durch 1/2 Tl fein gemahlenes Pulver ersetzt werden.

    Dienstag, 11. März 2014

    Für heisse Sommertage: Cold Brew Coffee



    Eigentlich sollte dieser Post mit folgendem Satz eingeleitet werden: Bitte nur weiterlesen, wenn sie kalten Kaffee mögen. Stimmt so aber gar nicht, denn Cold Brew Coffee (übersetzt: kalt gebrühter Kaffee) kann trotz seines irreführenden Namens, auch heiss serviert werden. Klingt komisch, ist aber so. Kaffeepulver + kaltes Wasser + viel Zeit = exzellenter Kaffee. Egal ob kalt oder warm serviert.

    Doch fangen wir von vorne an. Im Sommer setze ich diverse Teesorten ausschliesslich mit kaltem Wasser an. Diesen energiesparenden Trick habe ich während eines Aufenthalts in Japan kennengelernt. Dort wird zum Beispiel der beliebte Mugi-Cha (gerösteter Gerstentee) während der warmen Monate meist kalt angesetzt. Den Tee am Abend mit einer entsprechenden Menge Wasser vermischen, im Kühlschrank oder auf der Küchentheke ziehen lassen, am nächsten Morgen absieben und schon ist er servierbereit. Funktioniert natürlich auch schneller: Gefüllte (Glas)Kanne in die pralle Sonne stellen und durch die milde Erwärmung ist der Tee nach 2-3 Stunden fertig. Einfach, praktisch, gut. 

    Irgendwann beschäftigte mich dann die Frage, ob nicht auch Kaffee auf diese Art zubereitet werden könnte. Versuche mit ganzen Kaffeebohnen lieferten ungeniessbare Ergebnisse, daher wurde die Idee schnell in die Schublade mit der Aufschrift "Geistesblitze der doofen Art" verbannt. Heute weiss ich, dass ich mit dem falschen Material und viel zu kurzen Ziehzeiten experimentiert habe. Cold Brew Coffee ist in Asien schon länger ein It-Getränk und amerikanischen Kaffeeliebhabern spätestens seit einem Artikel in der New York Times ein Begriff. Der Trend schwappt nun auch mit einiger Verspätung zu uns nach Europa herüber. 

    Kaffee hatte ich noch im Schrank, eine French Press ebenso, nur die Papierfilter musste ich neu besorgen. Der erste Versuch bestand aus 60 Gramm fertig gemahlenem Espresso-Pulver und 250 Millilitern Wasser. Das Ergebnis entsprach nicht so ganz meinen Vorstellungen. Es folgte ein zweiter Versuch mit 40 Gramm Kaffeepulver auf die gleiche Menge Wasser. Besser, aber nur geniessbar, wenn ich den Kaffee noch durch einen Papierfilter laufen liess. Fazit: Fertig gemahlener Pulverkaffee ist zu fein für meine French Press. Deshalb angelte ich als nächstes einen Spontankauf, eine Packung Espresso aus der Sylter Sansibar, aus dem Schrank und mahlte 50 Gramm Bohnen auf Stufe 6 (mittel). Dieser Versuch lieferte dann ein auf ganzer Länge überzeugendes Ergebnis. Äusserst geschmackvoll, keinerlei unerwünschte Bitterkeit oder Säure, keine unangenehmen Nebenwirkungen und keine Abstriche bei der Wirkung des Koffeins. Laut einer Studie soll kalt angesetzter Kaffee einiges bekömmlicher sein als heiss aufgebrühter, was sich komplett mit meinen Beobachtungen deckt. Keine Übersäuerung, kein unangenehmes Aufstossen und auch keine anderen Nebenwirkungen, die ich mir von kräftigem Kaffee/Espresso leider schon gewohnt war.  Bei der Auswahl der Kaffeesorte hat man die Qual der Wahl: Alle fünf mit dem Cold Brew Verfahren getesteten Sorten (demeter Espresso, Sansibar, La Semeuse, Lavazza, Julius Meinl) schnitten gleich gut ab.


    Mein Vorgehen: 50 Gramm nicht zu fein gemahlener Kaffee in ein Einmachglas geben. Mit 250 ml kaltem Wasser aufgiessen. Kräftig umrühren, damit das Pulver durch und durch nass wird. Mit dem Deckel verschliessen und 12-24 Stunden an einem eher kühlen Plätzchen ziehen lassen. Am nächsten Tag ein Kaffeesieb mit einem Papierfilter bestücken, das Ganze auf ein sauberes Marmeladeglas setzen und den Kaffee durchlaufen lassen. Sofort weiterverwenden oder gut verschlossen im Kühlschrank bis zu zwei Wochen aufbewahren. Konzentrat nach Geschmack mit kaltem oder heissem Wasser, Milch, Pflanzenmilch und/oder (Kaffee)Sahne verdünnen. Meine Lieblingsvariante ist der Haselnuss-Eiskaffe: Ein paar Eiswürfel in ein Latte Macchiato Glas geben, 2-3 El Kaffeekonzentrat zugiessen und mit Reis-Haselnuss-Drink von Isola Bio auffüllen. Das Konzentrat eignet sich übrigens auch hervorragend zum Backen und Kochen. Zum Beispiel als Zusatz in Kuchen, Desserts oder Saucen.


    Dienstag, 21. Januar 2014

    Vegane Beghrir - Marokkanische Pfannkuchen reloaded



    Es wurde Zeit, einen dritten Post zum Thema "Beghrir" zu schreiben. 
    Die flauschigen Pfannkuchen sind immer noch ein Geheimtipp für den Frühstückstisch und verdienen einfach mehr Aufmerksamkeit. Zur Abwechslung in der veganen Variante, die sich definitiv nicht hinter dem Original mit Kuhmilch verstecken muss.



    Ergibt 6 Stück:

    • 150 gr Mehl
    • 160 gr Hartweizengriess
    • 1 El Zucker
    • 1 Tl Trockenhefe
    • 360 ml Wasser
    • 1/2 Tl Salz
    • ca. 325 ml Hafermilch
    • 1,5 Tl Backpulver

    Alle Zutaten bis und mit Salz in einer Rührschüssel mit einem Schwingbesen klümpchenfrei vermischen. Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht an einem eher kühlen Ort (10-15 Grad) gehen lassen. Wenn es schneller gehen soll, für 3-4 Stunden an ein wärmeres Plätzchen stellen. Der Teig ist fertig, wenn er leicht aufgegangen und die Oberfläche voller Bläschen ist. Nun mit einem Schwingbesen kräftig durchrühren. Hafermilch schluckweise zugeben. Wenn der Teig etwas flüssiger ist, Backpulver untermischen. Weiter Hafermilch unterrühren, bis die Konsistenz eines sehr flüssigen Pfannkuchenteigs erreicht ist. Eine möglichst schwere, beschichtete Pfanne (Durchmesser 30 cm) leer erhitzen. Eine Schöpfkelle voll Teig hineingiessen. Pfanne sachte schwenken, damit sich der Teig gleichmässig verteilt. Wenn sich innerhalb von Sekunden viele Bläschen an der Oberfläche bilden, ist die richtige Temperatur erreicht. Hitze regulieren und Beghrir 1-2 Minuten fertig backen. Sie sind fertig, wenn sich alle Bläschen geöffnet haben und die Oberfläche nicht mehr glasig aussieht. In Marokko werden die Pfannkuchen nur auf einer Seite gebraten. Wer mag, kann sie natürlich auch noch kurz auf der anderen Seite bräunen. Erst wenden, wenn das vorher genannte Stadium erreicht ist, sonst schliessen sich die Löcher und der Pfannkuchen wird matschig. Vor jeder neuen Teigportion die Pfanne wieder auf höchster Stufe erhitzen. Gleich servieren oder auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Gut verpackt halten sie sich im Kühlschrank 3-4 Tage. Aufgewärmt schmecken sie genau so lecker wie am ersten Tag.

    Perfekter Begleiter: Birnelbutter. Dafür 3 El Birnel und 2 El Alsan zusammen in einem Topf erwärmen, zu einer homogenen Sauce verrühren und warm über die Beghrir löffeln. Schweinerei garantiert. 

    Samstag, 5. Januar 2013

    Neu und nur für kurze Zeit: Gemüsiger Dreikönigskuchen



    Süsse Dreikönigskuchen werden seit dem 31. Dezember an jeder Ecke angeboten. Eine Unsitte, genau so wie Schokohasen im Februar, Dominosteine im September oder Erdbeeren im November.


    Ein Dreikönigskuchen wird am 6. Januar gebacken. Nicht früher und nicht später. Basta. Der Herr des Hauses ist kein Süssschnabel, er bevorzugt salzige Dreikönigskuchen. Wer mag, kann zusammen mit dem Gemüse noch 150 Gramm gebratene Speckwürfel einarbeiten. Er kriegt den Speck, ich die Bohne.


    Für einen grossen Dreikönigskuchen:

    • 25 gr getrocknetes Suppengemüse (io: Mix aus Karotten, Pastinaken, Lauch, Sellerie & Kräutern)
    • 150 gr Wasser, lauwarm

    Getrocknetes Gemüse im Mixer zerkleinern, mit dem Wasser vermischen und 2-3 Stunden einweichen. Das Wasser sollte vollständig aufgesogen sein. Eventuelle Restflüssigkeit abgiessen, abmessen und wieder zum Gemüse geben. Wassermenge im Teig entsprechend reduzieren.

    • eingeweichtes Trockengemüse
    • 400 gr Halbweiss- oder Weizenmehl Typ 550
    • 80 gr Ruchmehl oder Mehl Typ 1050
    • 50 gr Dinkelmehl Typ 630
    • 20 gr Zucker
    • 10 gr Salz
    • 4 gr frische Hefe
    • 200 gr Milch, knapp lauwarm
    • 100 gr Wasser, knapp lauwarm
    • 20 gr Rapsöl 
    • 1 getrocknete Käferbohne  

    Alle Zutaten bis und mit Rapsöl in die Schüssel der Rührmaschine geben. Fünf Minuten auf der niedrigsten Stufe kneten, dann einen Gang höher schalten und weitere 7-10 Minuten kneten lassen, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf der eingeölten Arbeitsfläche zu einer Kugel formen, zurück in die Schüssel legen, abdecken und 5-7 Stunden bei Zimmertemperatur verdoppeln lassen. Backofen auf 210 Grad vorheizen. Teig in sieben gleich grosse Stücke teilen. Die Bohne in ein Teigstück verpacken/einschlagen. Alle Stücke grob rund formen, abgedeckt 10 Minuten entspannen lassen. Zu gleichmässigen Kugeln schleifen. Kugeln mit ein wenig Abstand auf dem mit Backpapier belegten Blech arrangieren. Mit eingeölter Frischhaltefolie abdecken und etwa 40 Minuten aufgehen lassen, bis sich ihr Volumen fast verdoppelt hat. Folie entfernen und das Blech auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Schwaden und 10 Minuten anbacken, dann die Hitze auf 180 Grad herunterdrehen. Weitere 25 Minuten backen. Falls die Oberfläche zu schnell bräunt, mit einem Stück Alufolie abdecken. Auf einem Gitter auskühlen lassen. Dazu passen Butter, Käse und Schinken. Salat oder Suppe sind auch nicht verkehrt. P.S. Die Bohne ist übrigens immer im zweiten Stück von Links. Ganz sicher.

    Montag, 12. November 2012

    50-Stunden-Toastbrot (geht aber auch schneller)



    Nach dem Topo Love Map Cake Desaster sitze ich immer noch auf einer fast vollen Packung Red Lotus Cake Flour. Auf der Suche nach anderen Verwertungsmöglichkeiten fand ich die verlockend aussehenden Overnight Soft Buns. Rezept nur husch, husch durchgelesen und den Poolish auf dem Küchentisch, statt im Kühlschrank, reifen lassen. Am nächsten Tag keine Zeit zum Backen gehabt, Vorteig in den Kühlschrank gestellt und bis zum nächsten Morgen vergessen. Statt 16 Stunden durfte der Poolish über 50 Stunden reifen.

    Aus Versehen nahm ich dann normales Mehl statt Typ 550 für den Hauptteig, Milchpulver war aus, keine Eier mehr im Kühlschrank und wo der letzte Rest Butter abgeblieben ist, weiss nur Herr C. Also schnell improvisiert, mit der Folge, dass der Teig viel zu weich war, um daraus Hörnchen zu formen. Beim Backen ging das Brot dann so stark auf, dass ich es nur mit Mühe und Not (Umkippen der Form) aus dem Ofen bekam. Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist trotzdem was geworden. Ein riesig tolles Toastbrot.


    Poolish:

    • 150 gr Mehl Typ 550
    • 150 gr kaltes Wasser
    • 1/4 Tl Trockenhefe

    Alle Zutaten in einer Schüssel verrühren, mit Klarsichtfolie abdecken und dann 16 Stunden bei Zimmertemperatur reifen lassen. Direkt verbacken oder maximal 2 Tage bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank lagern. Mindestens 2 Stunden vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank holen.


    Hauptteig:

    • 250 gr Mehl Typ 403
    • 100 gr Cake Flour oder Mehl Typ 403
    • 50 gr Zucker
    • 7 gr Salz
    • 2 gr Trockenhefe
    • 75 gr Hafermilch, lauwarm
    • 50 gr Wasser, lauwarm
    • 40 gr Alsan, geschmolzen

    Mehl, Cake Flour, Zucker, Salz und Hefe in der Schüssel der Küchenmaschine verrühren. In die Mitte eine Mulde machen, Vorteig hineingeben. Hafermilch, Wasser und Alsan drübergiessen. Maschine 2 Minuten auf kleiner Stufe, danach 10 Minuten auf mittlerer Stufe kneten lassen. Der Teig darf am Schluss noch leicht klebrig sein. Etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Zusammenfalten, auf wenig Mehl einrollen, in eine mit Backpapier ausgelegte Cakeform legen. Mit geölter Klarsichtfolie abdecken, Teig aufgehen lassen, bis er sich deutlich vergrössert hat. Das dauerte bei mir weitere 60 Minuten. Oberfläche nach Belieben mit etwas Sahne bepinseln, einschneiden und 10 Minuten bei 210 Grad im vorgeheizten Ofen backen. Hitze auf 190 Grad reduzieren, weitere 25-30 Minuten backen, bis das Toastbrot goldbraun ist. 


    Montag, 10. September 2012

    Herbstlich gewürzte Pfirsich-Hafer-Muffins (vegan)


    Ich bin ja ein bekennender Frühstücksverweigerer. Bevor ich nicht richtig wach bin, kann ich beim besten Willen nichts herunterbringen. Früher war meine erste Mahlzeit des Tages oft das Mittagessen. Doch je älter ich werde, desto früher schreit mein Körper nach Futter. Lösung: Hastig verschlungene Süssigkeiten. Kein Idealzustand, ich weiss. Deshalb werde ich in den nächsten Wochen versuchen, dies zu ändern. Mein Ziel ist es, ein paar Minuten früher aufzustehen und etwas "Vernünftiges" (wie meine Mutter sagen würde) zu essen. Keine leichte Aufgabe. Um mir die Umstellung zu erleichtern, sind in den letzten Tagen diverse gesunde Frühstücksalternativen in den Vorratsschrank gezogen. Hafer-, Dinkel-, Mehrkorn- und Reisflocken, Quinoa, Gerstengriess, Amaranth, Chufas Nüssli und Chia.

    Stellt euch also schon mal darauf ein, dass es hier in nächster Zeit etwas "breiig" zugehen wird. Doch zuvor noch ein "Müsli-to-go" in Form von Pfirsichmuffins. Wir wollen ja nicht gleich mit Hardcorezeug beginnen. ;-) 


    Für 12 Muffins:
                
    • 3 mittlere Plattpfirsiche / 1 normaler Pfirsich
    • 100 gr Haferflocken
    • 100 gr Dinkelmehl Typ 630
    • 75 gr Vollkorndinkelmehl
    • 100 gr Rohrzucker
    • 1 geh. El Speisestärke
    • 1 Tl Natron
    • 1 Tl Backpulver
    • 1/2 Tl Salz
    • 1 Tl gemahlener Koriander
    • 1/2 Tl gemahlener Zimt
    • wenig frisch geriebene Muskatnuss

    Pfirsiche vierteln, Haut abziehen und jedes Viertel in drei Schnitze schneiden. Abgedeckt zur Seite stellen. Haferflocken im Mixer zu feinem Puder zerkleinern. Macht nichts, wenn ein paar grössere Stückchen übrig bleiben. Das sorgt für etwas Biss. Hafermehl kurz in einer Pfanne rösten, bis es anfängt intensiv zu duften. Auskühlen lassen und mit den übrigen Zutaten in einer Rührschüssel vermischen.

    • 100 gr Rapsöl oder natives Kokosöl, geschmolzen
    • 200 gr Hafermilch und 75 gr Sojajoghurt            
    • 4 El Apfelmus, ungezuckert
    • Saft einer halben Zitrone

    Ofen auf 190 Grad vorheizen. Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder Vertiefungen gut ausbuttern. Alle Zutaten in einer kleinen Schüssel mischen. Zu den trockenen Zutaten geben und kurz (kurz! kurz!! kurz!!!) durchmischen. Teig in die Vertiefungen löffeln und mit je drei Pfirsichschnitzen belegen. Auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten backen. Stäbchentest machen und wenn nichts mehr klebt, Form aus dem Ofen holen. Muffins einige Minuten in der Form abkühlen lassen. Danach rausholen und auf ein Kuchengitter setzen. 

    Anmerkung: Bitte übriggebliebene Muffins im Kühlschrank aufbewahren, da die Fruchtstücke schnell zu schimmeln anfangen. Hafermilch und Sojajoghurt können durch 275 Gramm Buttermilch ersetzt werden. Da ich Sojajoghurt verabscheue, bevorzuge ich diese unvegane Variante. Inspiriert von einem Muffinrezept aus dem Buch Good to the Grain von Kim Boyce. 


    Donnerstag, 19. Juli 2012

    Mexikanischer Schokopudding



    Die Idee, Schokopudding mit Zimt und Vanille zu kochen, stammt von hier. Ich habe ihn mit Mandel- und Kuhmilch ausprobiert und finde beide Versionen gleich gut. Wer Zimt liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Rohrzucker und Vanilleschote lassen sich durch 60 Gramm selbst gemachten Vanillezucker ersetzen.

    Für 4 Portionen:

    • 500 ml Kuh- oder Mandelmilch
    • 1 Zimtstange
    • 1 ausgekratzte Vanilleschote (z.B. aus dem Vanillezucker-Glas)
    • 60 gr Rohrzucker
    • 40 gr Kakao
    • 1 Prise Salz
    • 1 El Butter oder Alsan
    • 40 gr Speisestärke

    400 ml Milch mit der Zimtstange und der Vanilleschote in einem kleinen Topf aufkochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und 20 Minuten ziehen lassen. Gewürze herausfischen und die restlichen Zutaten bis und mit Butter in die warme Milch einrühren. Speisestärke mit 100 ml Milch klümpchenfrei verrühren. Herd wieder einschalten und Topfinhalt wieder zum Kochen bringen. Wenn der Kakao kocht, Topf vom Herd ziehen und die aufgelöste Speisestärke zügig unterrühren. Topf wieder auf den Herd stellen und Pudding eine Minute unter ständigem Rühren kochen, bis er merklich andickt. In kalt ausgespülte Förmchen* füllen und die Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. Eine Stunde auskühlen lassen, dann mindestens vier Stunden in den Kühlschrank stellen. 

    Hält sich im Kühlschrank 3-4 Tage.

    * Hab ich vergessen. Daher die unschön gefurchte Oberfläche.


    Mittwoch, 4. Juli 2012

    Überhaupt nicht igittigitt: Süsse Mayonnaise-Küchlein



    Lange Zeit hielt ich Mayonnaise-Kuchen für eine Urban Legend. In meiner Vorstellung handelte es sich dabei um eine mehrstöckige süsse Torte, gefüllt und garniert mit Mayonnaise. Wer soll's erfunden haben? Na klar, die Amis. Denen trauen wir ja an kulinarischen Abartigkeiten so ziemlich alles zu. Würde jemand wirklich so etwas backen? Klare Antwort meinerseits: Nein, so irre kann keiner sein. Nicht einmal die Amis. Irgendwann erfuhr ich, dass die Mayo in den Teig wandert und nicht, wie ich mir vorgestellt hatte, als Buttercrème- oder Schlagsahneersatz verwendet wird. Mein Magen signalisierte trotzdem Sturmwarnung. Aber irgendwie liess mich der Gedanke viele Jahre nicht los. Nur den Mut, es einmal selbst auszuprobieren, konnte ich nie aufbringen. Liegt natürlich auch an meiner Feindschaft mit eierhaltiger Mayo.


    Als ich kürzlich wieder einmal Maionese de leite gemixt habe, schlug der Gedanke wie eine Bombe ein. Was wäre, wenn ich nur Öl, Milch, Zitronensaft und etwas Salz emulgieren würde? Dann könnte ich diese Mayobasis (ohne Ei, ohne Senf, Essig oder Knoblauch) doch unbeschwert für einen Kuchen verwenden. Kein komischer Nach- oder Nebengeschmack wäre zu befürchten und es gäbe kein Hintertürchen für unerwünschte Zusatzstoffe. Hach, welch genialer Geistesblitz. *mirstolzaufdieschulterklopf* Im Internet diverse Rezepte verglichen und mich dann für eine Variante ohne zusätzliche Eier entschieden. Wenn schon, denn schon. Und das Fazit? Himmlische Küchlein! Locker, fluffig, supersaftig und niemand würde je auf Mayo als Zutat kommen. Gesprächsstoff garantiert. Natürlich kann man auch ein Fertigprodukt verwenden. Egal ob mit Eiern oder in der veganen Variante. Nur möglichst neutral sollte sie sein. Knobi-Zitronen-Vanille-Küchlein sind wahrscheinlich nicht so der Hit...


    Mayonnaisebasis für 12 Küchlein:

    • 180 ml geschmacksneutrales Öl (z.B. Raps-, Reis- oder Sonneblumenöl)
    • 100 ml kalte Vollmilch oder Sojamilch
    • 2 Tl Zitronensaft
    • 2 Prisen Salz

    Alle Zutaten in einen hohen Mixbecher geben. Stabmixer reinhalten und einschalten. Wenn die Masse unten im Becher ganz dick wird, den Stabmixer sehr langsam hochziehen. Einige Sekunden weitermixen. Nun sollte die Mayobasis eine puddingähnliche, homogene Konsistenz haben. Bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern. Man kann sich die Mixerei auch sparen und die Zutaten einfach so untermischen. Dann werden die Küchlein aber nur halb so fluffig.


    Für sechs Zitronen-Vanille-Küchlein:

    • 120 gr Mehl
    • 20 gr Speisestärke
    • 100 gr Zucker
    • 1,5 Tl Weinstein-Backpulver
    • 1/3 Tl Natron
    • 120 ml kaltes Wasser
    • 120 ml Mayonnaisebasis
    • 2 Tl Vanille-Essenz
    • 2 Tl abgeriebene Zitronenschale
    • 1 Tl Apfelessig



    Für sechs Schoko-Küchlein:
    • 120 gr Mehl
    • 20 gr Kakao
    • 100 gr Zucker
    • 1,5 Tl Weinstein-Backpulver
    • 1/3 Tl Natron
    • 120 ml kaltes Wasser
    • 120 ml Mayonnaisebasis
    • 2 El Apfel- oder Bananenmus
    • 2 Tl Apfelessig

    Ofen auf 190 Grad vorheizen. Muffinblech einfetten oder mit Papierförmchen bestücken. Die trockenen Zutaten, bis und mit Natron, in einer Schüssel vermischen. In einer anderen Schüssel die restlichen Zutaten verquirlen. Flüssigkeit zu den trockenen Zutaten giessen und nur so lange rühren, bis sich alles gut vermischt hat. Etwa 3/4 hoch in die Vertiefungen des Blechs füllen und auf der mittleren Rille 15-20 Minuten backen. Stäbchenprobe machen und wenn nichts mehr klebt, Blech aus dem Ofen holen. Fünf Minuten warten, dann die Küchlein auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Gut verpackt bleiben sie mindestens drei Tage frisch. Wer mag, kann sie noch mit Zuckerguss oder Frosting garnieren. Bei uns braucht das niemand, also blieben die Muffins nackert.
    Ideen: Vegan Heartland & Occasional Sugar

    Dienstag, 19. Juni 2012

    Süsses Kartoffelbrot (vegan)



    In den Kühlschrank geguckt und zwei gekochte Kartoffeln erblickt, die endlich verbraucht werden wollten. Zu wenig, um daraus Bratkartoffeln zu machen und keine Lust auf spanische Tortilla gehabt. Irgendwo hatte ich doch kürzlich ein Rezept für ein süsses Kartoffelbrot gesehen. Wo war das bloss? Lange gegrübelt. Im Internet? Auf einem anderen Blog? In einem Kochbuch? Es klingelte leise im Hinterkopf. Vielleicht in einem neuen Kochbuch? Bingo, das war es. Gefunden in "Einfach vegan" von Roland Rauter.

    Das Originalrezept ist auch online auf Rauters Blog verfügbar, daher notiere ich hier nur meine abgeänderte Version. Mangels Haferdrink nahm ich selbst gemachte Mandelmilch, weniger Alsan (200 Gramm schienen mir etwas zu viel des Guten) und weniger Hefe. Daraus entstand ein fluffiges, aber für meinen Geschmack zu wenig süsses Brot. Nächstes Mal werde ich die Zuckermenge auf 100 Gramm erhöhen und statt Puderzucker Rohrzucker verwenden. Bleibt gut verpackt bis zu vier Tage frisch.


    Für ein Brot:

    • 200 gr mehlige Kartoffeln, gekocht
    • 500 gr Mehl Typ 550
    • 5 gr Trockenhefe
    • 125 gr Alsan
    • 225 ml Mandelmilch
    • 70 gr Puderzucker
    • 8 gr Salz

    Kartoffeln schälen und fein reiben. Mehl, Trockenhefe, Puderzucker und Salz in der Rührschüssel der Küchenmaschine mischen. Alsan in einem Topf schmelzen, Mandelmilch zugeben und kurz durchrühren. Zwei Esslöffel abnehmen und zum Bestreichen zur Seite stellen. In die Mehlmischung eine Vertiefung machen, Flüssigkeit reingiessen. Auf mittlerer Stufe 10 Minuten kneten lassen. Der Teig ist am Anfang sehr weich und klebt an der Schüssel. Zum Schluss des Knetvorgangs sollte er sich von der Schüsselwand gelöst haben. Falls nicht, wenig Mehl (1-2 Esslöffel) unterkneten, bis der Teig nicht mehr klebt. Zu einem Ball formen, kreuzweise einschneiden und abgedeckt etwa 80 Minuten aufs Doppelte aufgehen lassen.

    Ofen auf 220 Grad vorheizen

    Teig kurz durchkneten und in eine beliebige Form bringen. Auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Mit geölter Klarsichtfolie abdecken und 30 Minuten gehen lassen. Mit der restlichen Alsan-Mandelmilch-Mischung bestreichen und auf der mittleren Rille einschieben. Hitze nach 10 Minuten auf 190 Grad reduzieren und weitere 35 Minuten backen bis das Brot goldgelb ist. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

    Nachtrag: In Rauters Buch hat sich bei diesem Rezept ein Druckfehler eingeschlichen. Angegeben sind 50 Gramm Mehl, es müssen aber 500 Gramm sein! Siehe Kommentare.


    Dienstag, 29. Mai 2012

    Irischer Kartoffelzopf



    Beim Andocken des Fotoapparates meldete der Mac: Speicherkapazität fast aufgebraucht. Uuups. Hunderte Familien- und Ferienfotos sollten schon lange auf die externe Festplatte verschoben werden. Mit Betonung auf "sollten". Nachdem die neuen Fotos geladen waren, sichtete ich die schon vorhandenen und fand einige Foodfotos aus der Zeit, bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe. Die meisten sind Schnappschüsse aus der Küche, mit dem Mobiltelefon aufgenommen. Zumindest kann man erkennen, um was es sich handelt. Oder handeln sollte...  

    Hier der Kartoffelzopf, ein Renner bei unseren Grillsessions. Gross genug für acht bis zehn Personen, reicht er manchmal auch nur knapp für sechs Leute. Scheint beliebt zu sein. Als Inspirationsquelle diente ein Rezept für Irisches Kartoffelbrot, vor Jahren aus einer Zeitschrift (Elle Bistro? Annabelle?) ausgeschnitten.


     Für einen grossen Zopf:

    • 525 gr Mehl Typ 550
    • 225 gr Ruchmehl oder Mehl Typ 812
    • 1 El Zucker
    • 15 gr Salz
    • 15 gr frische Hefe
    • 400 ml Hafermilch, lauwarm
    • 60 gr Rapsöl
    • 250 gr gekochte Kartoffeln, grob geraffelt (mehlig kochende Sorte)
    • wenig (Hafer)Sahne zum Bestreichen 
    • Nigella oder schwarzer Sesam zum Bestreuen, optional

    Mehl mit Zucker, Salz und Hefe in der Rührschüssel der Küchenmaschine mischen. Eine Mulde in die Mehlmischung drücken, Hafermilch und Rapsöl reingiessen. Maschine anstellen und drei Minuten auf kleinster Stufe laufen lassen. Dann die geraffelten Kartoffeln zugeben, weitere 10 Minuten auf Stufe 2 kneten. Der Teig sollte am Ende schön elastisch sein. Zu einer Kugel formen, kreuzweise einschneiden, wieder zurück in die Schüssel legen und mit Klarsichtfolie bedeckt etwa 180 Minuten aufgehen lassen. Das Volumen sollte sich nach dieser Zeit verdoppelt haben. 

    Ofen auf 220 Grad vorheizen. Teig kurz durchkneten und in drei gleich schwere Stücke teilen. Grob rund formen und mit einem Tuch abgedeckt 10 Minuten entspannen lassen. Dann aus jedem Stück einen etwa 60 cm langen Strang formen. Zöpfeln (verflechten) und den Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit eingeölter Frischhaltefolie abdecken und 30-40 Minuten gehen lassen, bis sich der Zopf fast verdoppelt hat. Mit Sahne bestreichen und nach Belieben mit Nigella oder Sesam bestreuen. Auf der mittleren Schiene zuerst 10 Minuten bei 220 Grad, dann 15 Minuten bei 200 Grad backen. Weitere 25-30 Minuten bei 180 Grad fertig backen. Falls der Zopf beim Backen zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken. 


    Samstag, 14. April 2012

    Schwarze & weisse Sesammilch



    Was für ein Glück! Um ein Haar wäre ich gestern unfreiwillig wieder Single gewesen. Wie das kam? Herr C. hatte über Stunden am Küchentisch gearbeitet und sich dann zwecks einer Pause ins Wohnzimmer verkrümelt. Plötzlich gab es einen unglaublich lauten Knall. In der Vorratskammer sind zwei Flaschen Cidre explodiert und die halbe Küche war mit unzähligen Scherben übersät. Einige hatten sich so tief in die Wand gebohrt, dass wir sie nicht mehr herausholen konnten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn er oder der kleine Herr C. sich noch in der Küche aufgehalten hätten.... *Scheiss Freitag der 13.*

    Nach vier Stunden Scherben einsammeln, alles abwischen, mehrmaligem Staubsaugen und Böden feucht aufwischen, waren wir beide völlig fix und foxi. Herr C. ging dann wieder aufs Sofa und ich mixte mir zwei Gläser beruhigende Sesammilch. Die Sesamkörner hatte ich am Morgen eingeweicht und in einer Ecke deponiert, die netterweise von der Explosion verschont blieb. Und was lernen wir daraus? Auch gekaufter Cidre sollte immer ausser Sichtweite, d.h. am besten im Keller, gelagert werden. Ich werde es in Zukunft beherzigen. 

    Für ein grosses Glas:

    • 35 gr weisser oder schwarzer Sesam
    • etwa 400 ml kaltes Wasser
    • 1 Tl Agavendicksaft oder auch mehr
    • 1 Prise Salz

    Sesam mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in reichlich kaltem Wasser einweichen. In ein Sieb schütten, gründlich abspülen und abtropfen lassen. Mit 400 ml kaltem Wasser im Mixer/Zerkleinerer pürieren. Durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel filtern. In ein grosses Glas geben, Agavendicksaft und Salz einrühren und nach Geschmack mit etwas mehr Wasser verdünnen. Gleich geniessen oder bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.

    Anmerkung:
    Beide Sesamsorten ergaben eine cremige Milch, geschmacklich war kein Unterschied feststellbar. Sesammilch soll durch das enthaltene Serotonin beruhigend wirken, also ein ideales Betthupferl.