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Dienstag, 6. April 2021

Karotten-Frischkäse-Mousse mit Frühlingskräutern


Der Garten quillt förmlich über vor lauter Frühlingsgrün: Giersch, Löwenzahn, Schnittknoblauch, Schaumkraut, Borretsch, Gänseblümchen, Schnittlauch und Dost sind schon gross genug für die erste Ernte nach der Winterpause. Die pipieinfache, blitzschnell zubereitete Karotten-Frischkäse-Mousse schmeckt, je nach verwendetem Kraut oder Kräutermix, im Jahresverlauf immer wieder anders und wird so nie langweilig.

Für vier Personen als Apéro, serviert mit Gemüsesticks und Cräckern:

  • 1 grosse Karotte, ca. 180 Gramm
  • 150 gr Frischkäse, nach Belieben Kuh-, Ziegen-, Schaf- oder Nusskäse (io: Züger, bio & lactosefrei)
  • 1/2 Tl Dijonsenf
  • wenig Kräutersalz
  • eine grosszügige Menge Piment d'Espelette
  • 1/4 Tl Sumach 
  • 1 - 2 El fein gehackte frische Kräuter (io: Schnittlauch, Löwenzahn- & Gänseblümchen)

Karotte schälen, im Zerkleinerer oder Mixaufsatz zu einem feinstückigen Brei zermixen. Mit den restlichen Zutaten gründlich vermischen. Abdecken, kühl stellen und mindestens eine Stunde durchziehen lassen. Vor dem Servieren nochmals abschmecken. Reste im Kühlschrank lagern und innerhalb einer Woche aufbrauchen.

Anmerkungen: Sumach kann durch Amchur oder Zitronensaft ersetzt werden. Für die milde Schärfe sorgen reichlich Pfeffer, Cayennepfeffer, Chiliflocken oder frisch geriebener Meerrettich statt Piment d'Espelette.

Freitag, 21. Februar 2020

Broccoliquiche mit Ziegenkäse



Das Foto ist grauslich, keine Diskussion. Bei Regen und Sturm das unspektakuläre Reststück der Quiche möglichst sexy abzulichten, überstieg meine bescheidenen fotographischen Fähigkeiten. Vertraut mir einfach, sie sieht am Backtag und in natura wesentlich appetitlicher aus. Natürlich hätte ich die Veröffentlichung dieses Posts, mangels tauglichem Bildmaterial, verschieben können. Aber die Broccoliquiche kam bei allen Testessern so gut an, dass ich mehrmals um das Rezept gebeten wurde. Et voilà, hier ist es.


Für eine runde Wähenform mit 28 cm Durchmesser:

  • 1 Broccoli, ca. 400 gr
  • 250 gr Milch
  • 150 gr Ziegenfrischkäse (z.B. Chavroux oder Alnatura Ziegenfrischkäse aus Heumilch)
  • 2 Eier Grösse L
  • 1/4 Tl Sumach
  • reichlich schwarzer Pfeffer und frisch geriebene Muskatnuss
  • 65 gr fein geraspelter Pecorino oder Parmesan
  • wenig Kräutersalz
  • ein fixfertiger, runder Blätterteig (io: mit Vollkornanteil)

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Brokkoli putzen. Den Hauptstamm schälen, der Länge nach vierteln und dünn aufschneiden. Dünne Stiele ungeschält scheibeln. Den Rest über einem engmaschigen Metallsieb in kleine Röschen zerteilen (so werden auch die kleinsten Stücke eingefangen). Abbrausen und abtropfen lassen. In einem passenden Topf etwa zweifingerbreit Wasser zum Kochen bringen. Sieb auf dem Topf platzieren, mit einem Deckel oder Teller bedecken. Wenige Minuten über kochendem Wasser dämpfen, bis die Gemüsestücke sich intensiv grün verfärbt haben. Broccolistücke ein paar Minuten auskühlen lassen. Unterdessen den Guss zubereiten. Milch, Frischkäse, Eier und Gewürze im Mixbecher glatt pürieren. Zuletzt den geriebenen Käse unterrühren und sparsam salzen. Blätterteig samt Backpapier in die Backform legen, ggf. den Rand nachformen. Die abgekühlten Broccolistücke gleichmässig darauf verteilen, mit dem Guss übergiessen. Vorwitzig rausguckende Stücke mit einer Gabel in den Guss drücken, sonst werden sie beim Backen zu dunkel. Backzeit: Etwa 50 Minuten, bis alles nett gebräunt ist. Vorsichtig aus der Form heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Lauwarm oder kalt mit einem gemischten Salat servieren.

Sonntag, 6. August 2017

Blechpizza mit Zucchinichips, Ziegenkäse und Sumach



Die fünf Zucchinipflanzen in unserem Garten sind ausser Rand und Band und wir kommen mit ernten kaum hinterher. Ab und zu übersehen wir vor lauter Grünzeug auch mal ein, zwei Zucchini, die sich dann schnurstracks in Keulen verwandeln, mit denen man problemlos jemanden verprügeln könnte. Manchmal sind wir aber schnell genug und erwischen die Früchtchen noch bevor sie sich in einen Baseballschläger transformieren, doch leider haben sie in diesem Zustand auch schon einiges an Aroma eingebüsst. Um dieses zurückzuholen bzw. den kläglichen Rest zu verstärken, empfiehlt sich ein Aufenthalt unter dem Grill. Je mehr Wasser das Gemüse verliert, desto stärker tritt der Eigengeschmack hervor und ein paar Röstaromen als Zugabe können auch nicht schaden. Aus diesem Grund verwende ich für Pizzen nur vorgängig geröstete Zucchinischeiben, die sich bei der zweiten Runde im Ofen in aromatische Chips verwandeln. Die knusprige Pizza eignet sich auch als Apérogebäck und Reste sind ein gern gesehener Gast in der Lunchbox.


Teig:
  • 410 gr Farina di Manitoba oder kleberstarkes Weizenmehl Typ 550
  • 260 gr knapp lauwarmes Wasser
  • 20 gr Rapsöl
  • 6 gr Salz
  • 4 gr frische Hefe

Alle Zutaten in die Schüssel der Küchenmaschine geben, etwa 14 Minuten auf Stufe 2 verkneten. Der Teig sollte sich komplett von der Schüsselwand gelöst haben, bleibt aber leicht klebrig. Auf einer eingeölten Fläche falten und an einem warmen Platz ca. 2-3 Stunden aufgehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Wenn der Teig aufgegangen ist, den Belag vorbereiten. 


Belag:
  • 1 mittelgrosse Zucchini (ca. 700 gr)
  • 200 gr Crème fraîche, glatt gerührt
  • 1 Tl Sumach
  • Kräutersalz
  • 1 Tl frische Thymianblättchen, grob gehackt
  • 150 gr Ziegenfrischkäse (z.B. von der Domaine du Geissberg oder Chavroux)
  • Pfeffer
  • 1 Tl fein abgeriebene Schale einer Bio-Orange

Grill vorheizen. Zucchini waschen, von den Enden befreien und in ca. 7 mm dicke Scheiben hobeln. Blech mit Backpapier belegen und die Scheiben nebeneinander platzieren. Sparsam (!!!) salzen und auf der zweiten Schiene von oben einschieben. Wenn das Gemüse geschrumpft und stellenweise gebräunt ist, Blech aus dem Ofen holen und alle Scheiben umdrehen. Nochmals ein paar Minuten im Ofen gönnen, bis die Scheiben auch auf der anderen Seite angebräunt sind und sich ledrig anfühlen. Aus dem Ofen holen und das Backpapier samt den Scheiben auf ein Abkühlgitter legen. Ofen auf 250 Grad Ober- und Unterhitze umschalten. Abgekühltes Blech mit einem weiteren Bogen Backpapier belegen, den aufgegangenen Teig mit nassen Händen möglichst gleichmässig über die ganze Fläche verteilen (sanft ziehen & breit drücken). 10 Minuten ruhen lassen, ggf. nachformen. Die Crème fraîche darauf verstreichen, dabei einen ca. 2 cm breiten Rand frei lassen. Mit dem Sumach und wenig Kräutersalz betreuen. Zucchinischeiben nebeneinander auf die Crème fraîche legen, mit den Thymianblättchen bestreuen. Ziegenkäse, je nach Konsistenz, zerbröckeln oder mit einem Teelöffel portionsweise zwischen den Scheiben verteilen. Auf der untersten Schiene einschieben und 25 Minuten backen, bis die Pizza am Rand leicht gebräunt ist. Blech auf die zweite Schiene von oben versetzen und noch 5-7 Minuten nachbräunen. Aus dem Ofen nehmen, grosszügig pfeffern und mit dem Orangenabrieb besprenkeln. Heiss oder lauwarm servieren.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Think global, buy local: Wilde Formaggini



Nach einem Multitasking-Ausflug auf's Land (Schweinwoll spaziert, Wildkräuter gesammelt, auf drei verschiedenen Bauernhöfen eingekauft, die raren Sonnenstrahlen genossen), brauchte ich zu Hause nur noch fünf Minuten zu investieren, bis dieser phantastische Minisalat auf dem Tisch stand. Die Inspiration dazu stammt von Meret Bissegger, die in ihrem Buch "Wilde Pflanzenküche" Gierschknospen mit Robiola und Senf zu einer speziellen Vorspeise kombiniert. Ein Stück vom Glück auf dem Teller, auch ohne Sonnenschein.


Pro Person:

  • 7-10 junge Gierschblätter, gerne auch mit halb geschlossenen Blütenknospen
  • 1 kleiner Formaggino aus Kuh- oder Ziegenmilch
  • 1 Tl Birnel
  • 2 Tl kaltgepresstes Rapsöl
  • 2 Tl Apfelessig 
  • frisch gepflückte Gundermannblüten
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salzflocken

Gierschblätter nur bei starker Verschmutzung kurz abbrausen, trockentupfen, vom Stiel befreien und auf den Tellern verteilen. Formaggini waagerecht halbieren und auf die Gierschblätter setzen. Birnel, Rapsöl und Essig zu einem Dressing verrühren und über den Käse giessen. Grosszügig pfeffern und mit den Gundermannblüten garnieren. Fertig ist die Hexerei. Wer mag, kann alles noch mit ein paar Salzflocken bestreuen. Finde ich völlig unnötig, Herr C. sieht das etwas anders. Dazu frisches Baguette, ein Glas Wein und der Abend ist geritzt.


Formaggini, kleine Frischkäse aus Kuh-, Schaf oder Ziegenmilch, sind eine Tessiner Spezialität und ännet des Gotthard leider selten in guter Qualität zu bekommen. Umso mehr freut es mich, dass ich vor kurzem diese köstlichen, milden Bio-Formaggini aus Ziegenmilch entdecken durfte. Zu beziehen sind sie beim Hof Ränggersmatt, oberhalb von Arlesheim/BL. Im winzigen Selbstbedienungslädeli werden ausserdem noch frische Milch, Quark, Feta und Frischkäse von der Ziege angeboten. Zur Zeit gibt es noch Löwenzahnmelasse und Zitronenmelissensirup. Leider nur mit dem Auto oder zu Fuss erreichbar. Am besten mit einem Spaziergang zur Schönmatt oder durch die Ermitage kombinieren.