Sonntag, 31. Oktober 2021

Fluffige Blinis ohne Eier (vegan)

Mir stand der Sinn nach Blinis. Einer ganzen Platte voller Blinis. Und auf jedem Blini ein grosszügiger Klacks Crème fraîche de brebis. Garniert mit einem Löffelchen Osietra und ein Dillspitzchen als Farbklecks. *sabber*

Ein Blick in den Kühlschrank holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Keine Crème fraîche, kein Kaviar, kein Dill. Aber dafür Saure Sahne, hartgekochte Wachteleier und ein Bund Schnittlauch. Auch gut. Allerdings schien mir, nach sorgfältiger Überlegung, die Kombination aus Butter, Eierteig, Saurer Sahne und Eiergarnitur ein wünziges bisschen zu deftig. Pinterest offerierte diverse Blinis mit Chia, Leinsamen und Fertigpülverchen als Eiersatz. Doch es funktioniert auch mit banaler Speisestärke. Geplant war, den Teig mit Kuhmilch anzurühren, doch die hatte ich schon am Vorabend für Creamed Corn aufgebraucht. Mein Gedächtnis ist auch nicht mehr das, was es mal war...  Schulterzuckend nahm ich den Tetrapack mit Not Milk von Alpro aus dem Kühlschrank. Die halbfette Version ist pur kein Favorit, die Blinis - und eine Béchamelsauce - gelangen damit aber 1A.* 

 Für 18 Stück:

  • 100 gr Weizenmehl Typ 550
  • 25 gr Maisstärke
  • 20 gr Zucker
  • 3 gr frische Hefe 
  • 2 gr Salz
  • 3/4 Tl Weinsteinbackpulver
  • 220 gr möglichst neutrale Pflanzenmilch, zimmerwarm**
  • Sonnenblumenöl 

Mehl mit Stärke und Zucker in einer Tupperschüssel verrühren. Hefe reinbröckeln und mit einem Teil des Mehls verrubbeln. Restliche Zutaten klümpchenfrei mit einem Schwingbesen unterrühren. Mit einem Deckel verschliessen und bei Zimmertemperatur etwa drei bis vier Stunden stehen lassen, bis sich an der Oberfläche unzählige kleine Bläschen zeigen. Das Volumen ist übrigens kein Indiz. Es verändert sich kaum, dafür ist der Teig zu flüssig. Wenn der Teig das gewünschte Stadium erreicht hat und fein hefig riecht, eine möglichst schwere Pancakespfanne auf mittlerer Stufe erhitzen (io: 5 von 9). Die Vertiefungen dünn mit Sonnenblumenöl einpinseln. Teig mit einem Schöpflöffel durchrühren und die Vertiefungen nicht ganz bis zum Rand damit auffüllen. Nach kurzer Zeit zeigen sich auf den Teigrondellen viele Bläschen, die für eine lockere Struktur/die Fluffigkeit sorgen. Erst wenn die Oberfläche quasi trocken ist, die Blinis wenden und kurz auf der zweiten Seite bräunen. Heiss oder zimmerwarm geniessen. Übrige Blinis eintuppern und im Kühlschrank aufbewahren. Wobei ich kaum glauben kann, dass von den leckeren Teilchen je etwas übrig bleiben würde.

* Seit mein Gedärm im Frühling angefangen hat, nach dem Genuss von purer Milch zu grummeln, bin ich auf der Suche nach einem wohlschmeckenden und möglichst vielseitig verwendbaren Ersatz. Post dazu folgt. Irgendwann.

** Zum Beispiel ungesüsste milde Mandelmilch, Cashewdrink oder Erbsenmilch. Wenn Hafermilch verwendet wird, eventuell den Zucker unterschlagen.

Dienstag, 19. Oktober 2021

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -282-

 

Im Ochsen in Schwellbrunn [GE]gessen
Herr C. bestellte zuerst den Herbstsalat mit sautierten Pilzen, Speck & Nüssen. Als Hauptgericht Rehschnitzel mit Wildrahmsauce, Pilze, Knöpfli, Rotkraut, Marroni, Rosenkohl, Trauben, Preiselbeer-Apfel und Rotweinbirne. Für mich gab's Carpaccio vom Hirschbröckli mit Salat, Urnäscher Hornkuhkäse und Zwiebel-Speck-Konfi. Danach Rehpfeffer mit Silberzwiebeln und die gleiche Beilagenorgie. Njamm! 

[GE]wesen: Einen Tagesausflug in die Ostschweiz unternommen.

[GE]kauft: Wie immer, wenn wir in der Gegend sind, eine Familienbestellung in der Holzofenbäckerei Brotkorb in Waldstatt abgeholt: Altmödige Chäsfladen (die mit dem Hefeteigboden), St. Galler Brote, Linzertorten, Laugengipfel, Mandelgipfel, kleine Pizzen, Früchtekuchen und Nussgipfel. 

[GE]trunken: Frischer Apfelsaft vom Kürbisegge in Muttenz

[GE]kochtChampignonragout mit Kapern, Polenta aus Linthmais

[GE]backen: Quiche mit Chinakohl und Mostbröckli(anschnitt)  

 [GE]sehenProdigal Son und Being Poirot 

[GE]lesen: Simenon und Maigret bitten zu Tisch - Robert J. Courtine

[GE]freut
In den Ferien in einem Brocki eine völlig verwahrloste, aber seltene Alessi 9090/M erworben. Es hat mich einige Arbeitsstunden, eine Grosspackung Natron, eine Flasche Essig, eine halbe Tube Metallpolitur, eine neue Gummidichtung und drei zerschnittene Finger gekostet, um sie wieder funktionstüchtig hinzubekommen.

[GE]hörtBeim ersten Durchlaufcheck nach der Putzerei, versehentlich zu viel Gerstenkaffee verwendet. Nach kurzer Zeit auf dem Herd ist das Sicherheitsventil angesprungen, um Druck abzulassen.   

[GE]ärgert: Die Caffettiera sofort vom Herd genommen und zu früh geöffnet. Platsch, wurden ein paar Quadratmeter Küche mit Getreidekaffepulvermatsch dekoriert. Das hat man davon, wenn man ein Designerteil mit Hebelöffnung einem konventionellen Model mit Schraubverschluss vorzieht. Yeah.

[GE]lacht: Über mich selbst, nachdem der Herd, der Boden, die Tür, die Einkaufstaschen und die Köchin wieder sauber waren. Es soll mir eine Lehre sein.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Helles Sauermilchröggli



Zuerst hatte ich Lust auf ein Pan bauletto con semola di grano duro. Aber bitte mit Tangzhong, der das Brot vor dem hartweizenüblichen Austrocknen bewahrt. Für's schlechte Gewissen, Semola rimacinata durch Emmervollkornmehl im Mehlkochstück ersetzt. Spürt ihr schon, wie die Zipperlein vor der geballten Ladung Vollkorn Reissaus nehmen? Nachdem die Schlonze einen Tag im Kühlschrank geruht hatte, schien mir ein Brot mit Roggenanteil aber weitaus erstrebenswerter. Ein Rahmröggli vielleicht? Oder ein Pane Selawi


Schwierig, ohne Sahne und Roggenkörner. Vorhanden waren dafür ein Becher Sauermilch, helles Roggenmehl und der durchgekühlte Glibber. Faulheit macht bekanntlich erfinderisch und das Ergebnis spricht - zum Glück - für sich: Krachende Kruste, wattige Krume, mild-nussiger Geschmack, ausgezeichnete Frischhaltung.

Tangzhong:

  • 130 gr Wasser
  • 25 gr Emmervollkornmehl
  • 9 gr Salz
Wasser, Mehl und Salz in einem Topf unter stetigem Rühren mit einem Schwingbesen zum Kochen bringen. Wenn die Masse nach etwa zwei Minuten wie Béchamelsauce eingedickt ist, den Topf vom Herd ziehen. Deckel auflegen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Danach 24 Stunden im Kühlschrank parkieren. Vor der Verwendung wieder Zimmertemperatur annehmen lassen.

  • 150 gr Wasser, hahnenheiss
  • 125 gr Sauermilch, kühlschrankkalt (io: M-Dessert Sauermilch mit 12% Fett)
  • Tangzhong, zimmerwarm
  • 355 gr Farina di Manitoba oder backstarkes Weizenmehl Typ 550
  • 120 gr Roggenmehl Typ 997
  • 10 gr Kokoszucker
  • 5 gr frische Hefe

Alle Zutaten der Reihe nach in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Acht Minuten auf Stufe 1 kneten, danach noch sieben Minuten auf Stufe 2 kneten lassen, bis der Teig sich vollständig von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen. Abdecken und 4-5 Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. Ofen auf 250 Grad vorheizen, Blech umgekehrt auf der untersten Schiene einschieben. Eine Backform auf 28 cm Länge ausziehen und mit Backpapier auskleiden. Arbeitsfläche grosszügig mit Ruchmehl bestäuben. Den Teig in zwei gleich grosse Stücke à ca. 455 Gramm zerteilen. Jedes Teigstück zu einer länglichen Zunge platt drücken/ausziehen, satt aufrollen, Seiten einschlagen und der Länge nach in die vorbereitete Form legen. Leicht runterdrücken. Fein mit Ruchmehl bestäuben. Mit einer Duschhaube abdecken und ca. 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis der Teig mindestens (!) zweifingerbreit über den Rand guckt. In den Ofen stellen und die Hitze gleich auf 220 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken. Dann auf 190 Grad runterdrehen und weitere 35 Minuten backen. Aus der Form heben, 5 Minuten nachbacken. Auf ein Kuchengitter befördern und begeistert dem Knistern und Knacken beim Abkühlen lauschen. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen. 

Sonntag, 10. Oktober 2021

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -281-


[GE]fahren: Um dem Stau zu entkommen, wieder einmal über den Gotthard.


[GE]ärgert: Zehn Tage vor der Anreise wurden wir lapidar per Mail darüber informiert, dass unser Ferienhäuschen verkauft wurde und nicht mehr zur Verfügung steht. Das Ersatzdomizil war wesentlich kleiner, alles andere als sauber...

Verschimmelte Kühlschranktablare, zum Beispiel

 ...und in keiner Weise gemütlich. Bin noch mit der larifari Verwalterin in Kontakt, damit zumindest die Mietpreisdifferenz zurückbezahlt wird. 


Im Ferienhäuschen [GE]kocht: Nur wenig und wenn, möglichst einfache Gerichte. Die Küche war winzig, schlecht ausgerüstet, der Induktionsherd lief nur mit halber Kraft und ohne Abzug war es ein ungemütliches, schweisstreibendes "Vergnügen". Zum Glück sind Herr C. und Schwesterherz Freestyle-Hämsel-Fans (Resteverwertung gepaart mit Kühlschrankplünderung nach Lust und Laune).


[GE]gessenIm Ristorante Gibigiana in Rancio Valcuvia, meinen Geburtstag nachgefeiert. Schwesterherz bestellte die Antipasti misti, danach Tagliatelle mit frischen Steinpilzen und als Hauptgang Tartare di Fassona. Herr C. gönnte sich ebenfalls die Tagliatelle, gefolgt von einer riesigen Costata di manzo alla griglia mit Beilagen. Ich hätte gerne mit dem Tempura di verdura mista di stagione begonnen, leider war das Gericht fünf Minuten nach Restaurantöffnung ausverkauft. So gab's für mich ebenfalls Tagliatelle con porcini und als Hauptgericht einen knusprig gegrillten Freilandgüggel mit Kartoffeln und Gemüse.  


In der Pasticceria Siciliana [GE]holt: Die besten Brioche col tuppo, die je in meinem Mund gelandet sind. Leicht, locker, kein Eigeschmack/-geruch, mit einem Hauch Orangenblütenaroma. Perfetto!


[GE]wesen: Unter anderem endlich im MIDeC in Cerro di Laveno Mombello...


... im Eremitenkloster Santa Caterina del Sasso... 



...und im La Pulce in Cocquio-Trevisago.
Laut Eigenwerbung, ist es das grösste Brockenhaus Italiens.
(Brockenhaus/Brocki: Schweizer Bezeichnung für einen Gebrauchtwarenladen)


 [GE]freut: Für zwei Brockitouren rund um Varese und Bellinzona, schlüpfte Herr C. an meinem Geburtstag in die Doppelrolle des Chauffeurs und Sugardaddys. Ein Teil der Beute, von links nach rechts: Caffettiera Nova Espress, Spagnolo Vase von Bitossi, blaue Keramikvase ohne Marke, Raviolibrett, zwei Kerzenständer aus Messing. Vordere Reihe: Eine weiss-rote Schale aus den Swinging Fifties, hergestellt in Gallarate von Pozzi Ceramiche. Ein Keramikkerzenhalter und ein Aschenbecher aus der Zeit des Art déco, augenscheinlich vom gleichen Hersteller. Beide ungemarkt. Sachdienliche Hinweise werden mit Handkuss entgegengenommen.  


[GE]lesen
Diverse Reiseführer
Der Mumienschrein - Elizabeth Peters 
Flüchtiges Begehren - Donna Leon
Billy Summers - Stephen King
Tutto Bene & Buona Notte - Andrea di Stefano (keine Pflichtlektüre)


Notfallmässig [GE]lernt: Secondhand Caffettieren mit einfachsten Hilfsmitteln reinigen und die passenden Dichtungen für die angejahrten Schätzchen aufstöbern. Ein ausführlicher Post darüber ist in der Pipeline.


[GE]kauft: Uh... Äähhh... Fast nichts.
Nur Farina di Manitoba, Semola rimacinata, Semola rimacinata integrale, Tessiner Honig, Gazzossa, italienischer Honig, Gebäck, Orzo per la moka, Salami Mignon (die grossen), Barattiere, Primo sale, Scamorzine, Caprino vaccino, Amica Chips, Taggiasche Olivenöl, drei verschiedene Sorten Nussmilch aus italienischen Haselnüssen, Walnüssen und Kastanien, Balsamico, Birra Messina, Passito di Pantelleria, Grappa di Moscato, Südtiroler Birnenschnaps, eine eingetopfte Weinraute und ein paar Päckchen Gemüse-, Kürbis- und Kräutersamen. *räusper*


[GE]hört: Happy Birthday kann jeder, Flying nur die Nice Little Penguins


Sichtlich [GE]nossen
Aufgrund des unbeständigen Wetters, fand das Schweinwoll immer jemanden zum Kuscheln. Zumindest einer, dem die Ferien in bester Erinnerung bleiben werden.