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Mittwoch, 28. Dezember 2022

Sizilianischer Wackelpudding: Gelo di clementine con vaniglia


Na, alle die Festfresserei schadlos überstanden?

Egal, wie die Antwort ausfällt: Dieses leichte, fruchtig-säuerliche Dessert passt immer (noch irgendwo rein).

Für sechs Personen / eine Gugelhupfform mit 1,5 Litern Fassungsvermögen: 

  • 1 Liter frisch gepresster Clementinensaft (io: aus 22 Clementinen)*
  • ca. 120 gr Zucker (io: hellbrauner Bio-Zucker)
  • 35 gr frisch gepresster Zitronensaft, durchgesiebt
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 85 gr Maisstärke

Die Clementinen auspressen und den Saft durchsieben um Fruchtfleisch und Kerne zu entfernen. Einen Liter fruchtfleischfreien Saft abmessen. Zucker direkt im Kochtopf (io: 2,5 Liter) abwiegen. Zitronensaft, Vanillepulver und 800 gr Clementinensaft zugeben. Auf den Herd stellen und zum Kochen bringen. Unterdessen die Maisstärke mit dem restlichen Saft klümpchenfrei verrühren. Wenn der Topfinhalt kocht, die aufgelöste Stärke unter ständigem Rühren mit dem Schwingbesen zugiessen. Hitze reduzieren (io: 6 von 9), zwei Minuten kochen. Dabei ständig rühren, rühren, rühren! Topf zur Seite ziehen. Gugelhopfform (io: aus Borosilikatglas) kalt ausspülen und die Puddingmasse reingiessen. Die Oberfläche direkt mit einem Stück Klarsichtfolie belegen (ein Folienquadrat abreissen, in der Mitte ein Loch mit den Fingern reinstechen - siehe zweites Foto). Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, danach über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das Gelo nach der Kühlzeit vorsichtig auf eine Tortenplatte stürzen. Wenn es sich unkooperativ verhält, vorsichtig mit den Fingern vom Rand lösen oder die Form kurz in heisses Wasser tauchen. Wer auf Deko steht, kann noch fein geschabte Bitterschokolade und/oder gehackte Pistazienkerne - natürlich ungeröstet & ungesalzen - über den knallorangen Wackelpudding streuen. Sofort servieren und erst am Tisch zerteilen. Quelle: La cucina siciliana (ohne Vanille).

* Faule Köche sparen sich die Auspresserei und besorgen heimlich eine Flasche Clementinensaft, zum Beispiel im Coop von Andros. Die Zuckermenge ist stark abhängig vom Säuregehalt der Früchte bzw. dem fixfertigen Saft. Lieber mit 80 Gramm beginnen und vor der Zugabe der Stärke noch nachzuckern, falls nötig. Im Rezept werden 200 Gramm verlangt, wir fanden das Gelo mit 120 Gramm Zucker perfekt ausbalanciert.

Mittwoch, 2. November 2016

Ein Dickie am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen



Für Dickies griff ich aus Faulheit meist zum Stabmixer, obwohl die Konsistenz oft zu wünschen übrig liess. Grünzeug, wie Petersilie oder Wildkräuter, endeten immer als Fitzelchenschwarm im Glas. Ingwer, Kurkuma oder gefrorene Fruchtstücke brachten ihn regelmässig an den äussersten Rand seiner Leistungskraft und wurden nie 100%ig glattpüriert. Mein alter Standmixer hingegen liefert wesentlich bessere Ergebnisse. Kein Wunder, bei doppelt soviel Power. Aber leider verschlingen Auf- und Abbau samt Reinigung auch mehr als doppelt soviel Zeit. Pest oder Cholera, sozusagen... Doch seit ein paar Wochen muss ich mich nicht mehr mit stückigen Frühstücksgetränken oder zeitfressendem Abwasch herumärgern, denn der Mixaufsatz der Ankarsrum vereint die Vorteile beider Geräte: Maximal 18'000 (!) Umdrehungen pro Minute sorgen für perfekte Smoothies, mit dem praktischen Trenndeckel werden auch Kleinstmengen ohne lästiges Runterschaben fitzelfrei glatt und die Reinigung ist kinderleicht. Warmes Wasser und zwei Tropfen Spülmittel in den Aufsatz füllen und ein paar Minuten laufen lassen (unterdessen kann man z.B. gemütlich die Lunchbox füllen). Spülflüssigkeit auskippen, abbrausen und zum Trocknen mit der Öffnung nach unten in den Geschirrhalter stellen. Höchstens 40 Sekunden Aufwand und der Mixaufsatz ist bereit für den nächsten Einsatz. I love my Ankarsrum!


Zutaten für einen herbstlichen Dickie:

  • 1 gefrorene Banane
  • 2 Orangen oder 3 Clementinen
  • 1 vollreife Persimone
  • eine daumengrosse, frische Kurkumawurzel
  • 3 cm langes Stück einer Vanilleschote
  • Haselnussmilch oder Wasser zum Verdünnen

Banane schälen bzw. die Schale mit einem scharfen Messer wegschnitzen. Orangen oder Clementinen schälen. Persimone waschen und den Stielansatz entfernen. Kurkuma waschen und zusammen mit allen anderen Zutaten in den Mixer geben. Glatt pürieren. Mit Haselnussmilch oder Wasser nach Geschmack verdünnen, ein paar Sekunden einpürieren und ab geht die Post.

P.S. Ich kann das Wort Smoothie, besonders wenn es falsch ausgesprochen oder betont wird (z.B. Schmuusii/Smuuzi/Schmosie), nicht mehr hören. Darum wurden meine pürierten Obst- und Gemüsegetränke schon vor einiger Zeit in Dickies umgetauft. Klingt doch viel sympathischer, oder?


Montag, 9. November 2015

Süsses Gemüse im Glas: Rüeblikonfi



Die letzte Karottenernte fiel überraschend üppig aus. Obwohl Herr C. die Sämlinge aus Mitleid nur sehr unregelmässig ausgedünnt hatte, wuchsen einige Exemplare zu stattlicher Grösse heran. Nachdem sich Schwesterherz und U. auf meinen Wunsch hin ausgiebigst bedient hatten, blieben noch ein paar grössere und dutzende Mini-Rüebli übrig. Normalerweise verspeise ich solche Zwerge gleich im Garten, aber so grossen Hunger hatte ich dann doch nicht. Also habe ich sie nach Hause geschleppt und mir auf dem Weg dahin überlegt, wie ich sie noch am gleichen Abend verarbeiten könnte. Denn je kleiner die frisch geernteten Karotten, desto schneller fangen sie an zu schrumpeln. Kurz vor der Haustüre fiel mir ein, dass ich vor etlichen Jahren einmal Konfitüre aus Karotten und Orangen fabriziert hatte. Allerdings konnte ich mich nicht mehr erinnern, ob mir der Geschmack damals zugesagt hat. Die Einkocherei ergab nämlich nur ein Glas, und dieses war mein Antrittsgeschenk für die Eltern meines damaligen Freundes gewesen. Zum Glück hatte ich das Rezept in einem kleinen Notizbüchlein festgehalten. Orangen waren keine mehr im Haus, dafür aber zwei Kilo Clementinen. Ergebnis? Karottenkonfitüre ist njammi!


Rüeblichueche-Gewürzmischung:

  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • 1/4 Tl gemahlene Gewürznelken
  • 1/4 Tl Ingwerpulver
  • 1/8 Tl gemahlener Kardamom
  • 2 Raps Muskatnuss
  • 1 grosszügige Prise Vanillepulver

In einem kleinen Schüsselchen vermischen und abgedeckt zur Seite stellen. 


Für 5 Gläser Konfi à 250 ml:

  • 600 gr Bio-Rüebli mit Schale (gerüstet gewogen)
  • 2 Tl fein abgeriebene Zitronenschale
  • 300 gr frisch gepresster Orangen- oder Clementinensaft (6-7 Stück)
  • Saft einer kleinen Zitrone
  • 650 gr Bio-Gelierzucker 2:1 
  • ganze Menge Rüeblichueche-Gewürzmischung

Rüebli gründlich abschrubben, in dünne Scheiben schneiden und in einen kleinen Topf geben. Knapp mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und die Rüeblischeiben weich kochen. In ein Sieb abgiessen, Rüebli ggf. kurz abbrausen (nur bei verwachsenen, schwer putzbaren Gartenrüebli nötig) und kurz abtropfen lassen. Unterdessen den Topf ausspülen. Rüebli wieder in den Topf umfüllen und mit Zitronenschale, Clementinen- und Zitronensaft fein pürieren. Püree in einen grossen Topf umfüllen und mit dem Gelierzucker vermischen. Gewürzmischung ebenfalls unterrühren. Zum Kochen bringen, ständig rühren (Achtung: Spritzt wie blöd!) und 6 Minuten sprudelnd kochen lassen. In die ausgekochten, vorgewärmten Gläser füllen. Deckel gut zudrehen und unter einer Decke auskühlen lassen. Haltbarkeit, wenn sauber gearbeitet wurde: Mindestens 6 Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.