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Donnerstag, 22. Februar 2024

Kräuterbrotpancakes mit Paprikazhoug


                                          Problem: Übrige Brötchen und Kräuter aus einer TGTG Tüte.
                        Bei Pinterest ins Auge gesprungen: Ottolenghis A'jas & Black Sea Pancakes
                                                     Ersteres: Zu viele Eier, zu wenig Altbrot.
                                                             Letzteres: Ohne Brotzugabe. Mist.
                                   Idee: Die zwei Rezepte Handgelenk mal Pi zusammenmischen. 
                                                               Ergebnis: Experiment gelungen. 

Für etwa 20 kleine Pancakes

  • 4 helle Brötchen vom Vortag, ca. 160gr ohne Rinde 
  • 2 Eier Grösse L
  • kalte Milch nach Bedarf (io: etwa 150 ml)
  • 1/2 Tl geräuchertes Paprikapulver
  • je ein bombierter 1/4 Tl Kräutersalz, Sumach und gemahlener Koriander
  • 1/4 Tl gerösteter Kreuzkümmel, ganz oder gemahlen
  • 1/4 Tl grob gemahlener schwarzer Pfeffer (io: Pesteda)
  • 1 Prise Urfa Biber
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • eine Handvoll glatte Petersilie ohne grobe Stiele, abgebraust und trocken getupft
  • eine kleine Handvoll Dill, dito
  • Öl zum Braten (io: halb Olive, halb Raps)

Brötchen entrinden und halbieren. Eine Schüssel mit lauwarmen Wasser füllen. Brötchenhälften nacheinander kurz hineintauchen, so gut wie möglich ausdrücken und über einer Rührschüssel zerzupfen. Die Brötchenmasse mit einem Kartoffelstampfer zermatschen. Eier aufschlagen, zur Brötchenmasse geben und alles nochmals mit dem Kartoffelstampfer bearbeiten. Stampfer zur Seite legen und den Schwingbesen hervorholen. Milch Schluck für Schluck unterrühren, bis der Schüsselinhalt die Konsistenz eines dicken Omelettenteigs hat. Zwiebeln in dünne Röllchen schneiden, Petersilie und Dill mittelfein hacken. Zusammen mit Salz und Gewürzen unter den Teig rühren. Eine beschichtete Pfanne mit hohem Rand auf den Herd stellen und einen grosszügigen Gutsch Öl reingiessen. Heiss werden lassen (io: Stufe 7,5 von 9). Pro Pancake einen bombierten Suppenlöffel Masse in die Pfanne setzen, vorsichtig ein bisschen breit streichen. Wenn sich unten eine Kruste gebildet hat, die Pancakes mit einem Pfannenwender vorsichtig umdrehen. So lange wiederholen, bis alle Pancakes auf beiden Seiten schön gebräunt sind. Auf Küchenpapier absetzen und evt. im Ofen bei 80 Grad warm halten. Heiss mit Zhoug und Salat geniessen. Oder handlange Baguettestücke aufschneiden, Unterseite mit einem Löffel voll Zhoug bestreichen und mit zimmerwarmen Pancakes belegen. Mit Grünzeug, Tomatenscheiben und Fetakrümeln toppen. Als Hauptericht mit Salat reichen die Pancakes für 2-3 Esser, als Baguettefüllung für 4-6 Personen.


Unorthodoxes Paprikazhoug:
  • 1/4 Tl geröstete Kreuzkümmelsamen
  • 1 Knoblauchzehe, geschält & gescheibelt
  • 20 gr Koriander mit Stielen, abgebraust & getrocknet
  • 50 gr Olivenöl
  • 12 gr milder Weissweinessig (io: Condimento Bianco)
  • Kräutersalz
  • 1 rote Spitzpaprika, ca. 100 gr

Die Kreuzkümmelsamen im Zerkleinerer ein paar Runden drehen lassen. Knoblauchscheiben zum Kreuzkümmel in den Behälter legen, obendrauf den Koriander. Öl und Essig zuwiegen. Salzen und bis zur gewünschten Konsistenz kleinmixen (io: glatt). Paprika abbrausen, trocken tupfen, rüsten und in kleine Würfelchen schneiden. Mit dem Korianderpesto verrühren. Nachsalzen und, falls nötig, mit ein paar zusätzlichen Tropfen Essig abschmecken. Reste halten sich locker eine Woche im Kühlschrank.

Mittwoch, 22. August 2018

Ekşili Antakya



Die Tomatensträucher im Garten sind dieses Jahr so grosszügig, dass ich einen Teil der Ernte letzte Woche dörren konnte. Im Vorratsschrank stehen nun zwei randvolle Einmachgläser mit gesalzenen, getrockneten Tomatenhälften. Der Rest verwandelte sich in ein würziges Püree namens Ekşili Antakya. Das Rezept für diesen Aufstrich/Dip stammt allerdings nicht aus der gleichnamigen türkischen Stadt nahe der syrischen Grenze, sondern aus dem Istanbuler Restaurant Agora Meyhanesi, wo das Ekşili seit 1890 auf der Speisekarte steht. Sehr wahrscheinlich würde der zuständige Koch mein Ekşili - ohne getrocknete Chilischoten & scharfe Paprikapaste - als Weicheier-Variante abtun. Aber uns schmeckt's so und das ist die Hauptsache.


Zutaten:

  • 30 gr getrocknete Walnusshälften
  • 500 ml Wasser
  • 100 gr getrocknete Tomaten
  • 3 El milde türkische Paprikapaste aus dem Glas (io: hausgemachte Peperonata dolce)
  • 2 El Granatapfelmelasse
  • 1/8 Tl Urfa Biber 
  • mindestens 50 gr Olivenöl
  • optional frische Kräuter, fein gehackt (io: ein Zweig Bergbohnenkraut)

Die Walnüsse in einer Pfanne kurz anrösten, abkühlen lassen und im Zerkleinerer fein mahlen. Abgedeckt zur Seite stellen. Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Unterdessen die Tomaten in dünne Streifen schneiden. Sobald das Wasser kocht, den Topf zur Seite ziehen. Tomaten zugeben, Deckel auflegen und eine Stunde einweichen lassen. Danach in ein Sieb schütten und kurz abtropfen lassen. Tomatenstreifen mit allen restlichen Zutaten, bis auf das Olivenöl und die Kräuter, im Zerkleinerer zu einer stückigen Masse pürieren. Olivenöl esslöffelweise einpürieren (io: 3 Esslöffel), bis das Ekşili einigermassen glatt ist und die Konsistenz gefällt. Walnüsse und die gehackten Kräuter unterrühren, abschmecken. Mit Fladenbrot und Gemüse servieren. Reste halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche. Idee: Istanbul Cult Recipes - Pomme Larmoyer.

Freitag, 23. Oktober 2015

Süsskartoffel-Curry-Suppe mit getrockneten Aprikosen und Urfa Biber



Irgendwann vor den Ferien sind mir zwei Süsskartoffeln in den Einkaufskorb gehüpft. Nachdem ich sie zu Hause im Kartoffelsieb verstaut hatte, wurde die Erinnerung bezüglich ihrer Existenz völlig getilgt. Demenz? Vorreisestress? Ufo-Entführung? Wer weiss.... Ein paar Tage nach unserer Rückkehr aus dem Tessin, gab es eines Abends Raclette mit blauen St. Galler Kartoffeln. Als ich die restlichen Exemplare verräumen wollte, grinsten mich die zwei vergessenen Süsskartoffeln an. Glücklicherweise hatten sie mir den erzwungenen Langzeitaufenthalt im Schrank nicht übel genommen, sie waren nämlich immer noch prall und schimmelfrei. Am nächsten Tag wurden sie dann zu einer strahlend orangen Suppe verarbeitet, die Herr C. schon ein Spürchen zu scharf fand. Wohlgemerkt: Er hat seine Portion ohne Urfa Biber serviert bekommen. (Falls hier irgendwelche entführungsfreudige Ausserirdische mitlesen: Nächstes Mal bitte Herrn C. raufbeamen und seine Schärfeempfindlichkeit herabsetzen. Danke). Unten findet ihr jedenfalls das unveränderte Rezept, denn meiner Meinung nach war die Suppe gut ausbalanciert. 


Für 4 Personen als Vorspeise oder 2-3 als Hauptgericht:

  • 2 El Butter
  • 2 mittelgrosse Süsskartoffeln, ca. 400 gr
  • 2 rote Spitzpaprika, ca. 185 gr
  • 1 handlanges Stück Lauch, ca. 60 gr
  • 1,5 Tl mildes Currypulver
  • 1/2 Tl scharfes Currypulver
  • 50 gr getrocknete Aprikosen
  • 800 ml Wasser
  • Salz, Pfeffer
  • Schafmilchjoghurt und Urfa Biber zum Servieren

Butter in einem grossen Topf zerlassen. Süsskartoffeln schälen, Paprika und Lauch putzen, und alles in kleine Stücke schneiden. In den Topf geben und fünf Minuten auf kleiner Hitze andünsten. Beide Sorten Currypulver über das Gemüse stäuben, weitere fünf Minuten dünsten. Ab und zu umrühren nicht vergessen. Aprikosen grob hacken und in den Topf geben. Nun die Hitze hochdrehen und das Wasser zugiessen. Suppe zum Kochen bringen, salzen und etwa 15 Minuten köcheln, bis die Süsskartoffelstücke pflutterweich sind. Mit dem Stabmixer fein pürieren und nach Belieben noch durch ein Sieb streichen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Joghurt und Urfa Biber servieren. Quelle: Abgeändert nach einem Rezept im Tagesanzeiger