Freitag, 8. November 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -206-



[GE]gessen
Geschmorter Gitzischlegel mit gebackenen Senfkohlschnitzen

[GE]trunken: Ginger Ale mit einem Schuss Randensaft

[GE]kocht: Eine tomatige Topinambursuppe

[GE]züchtet: Einen Weizensauerteig aus dem neuen Roggensauerteig

[GE]backen: 
Hartweizenfocaccia mit gekochtem Sauerteig, Pelati, Kapern & Oregano
Schwarzwälder Kasten
Pan bauletto aus Hartweizen
UrDinkel-Linsen-Ruchbrot mit zweierlei Sauerteig 

[GE]wesen
Mit Schwesterherz zuerst im Elsass, dann auf dem samstäglichen Gemüsemarkt in Lörrach und zuletzt beim Italiener in Weil am Rhein.

[GE]kauft
Wachteleier, Schafjoghurt, mehrere Sorten Ziegenkäse, Quitten, ButterbirnenKäse mit Bockshornklee und Koriander, lila Chinakohl, Birra di Messina, Semola rimacinata und Farina di Manitoba.  

An Halloween [GE]sehen
Die 100ste Folgen von American Horror Story 
und
A Nightmare on Elm Street

[GE]lesen: Hitlers Hofstaat - Heike B. Görtemaker

[GE]freut
Meinen Franz-Marc-LOQI wiedergefunden. Hatte ihn Schwesterherz in den Ferien für ihre Besorgungen geliehen und danach war der Shopper wochenlang verschwunden. Bis er gestern, ganz klein zusammengelegt, in einer anderen Einkaufstasche auftauchte.
Werde jahrelang Abbitte leisten müssen. *soifz* 

[GE]ärgert
Der liebste Schöpflöffel ist, dank meiner Ungeschicklichkeit, nun im Löffelhimmel. 
Das putzige Nessie tröstet mich über den Verlust hinweg. 
(Ja, das Teil ist aus Plastik. Metallkellen haben in meinen Gusseisentöpfen nichts zu suchen. Und nein, ein Holzschöpflöffel ist für mich keine Alternative. 
Greta & Co. werden sich über diese Aussage grün und blau ärgern. Ist mir schnuppe.)

[GE]hört
Everytime - The Flames
Love me again - John Newman

Dienstag, 5. November 2019

Fırın Sütlaç



Fırın Sütlaç und ich sind uns zum ersten Mal in Istanbul begegnet. Genauer gesagt war es in einer Lokanta in unmittelbarer Nähe der Blauen Moschee. Keine Ahnung mehr, was ich als Vorspeise oder Hauptgericht gegessen hatte. Nur das Dessert, begleitet vom melodischen Gebetsruf des Muezzins, ist mir in bester Erinnerung geblieben. Erst Jahre später, als in der neuen Wohnung ein Elektroofen zur Verfügung stand, gelang es mir, den Reispudding zu Hause exakt so hinzubekommen, wie er in dem kleinen Restaurant serviert wurde. In der Türkei wird Fırın Sütlaç meist in flachen Tontöpfchen gereicht oder zum Mitnehmen in Aluschalen verkauft. Als Ersatz bieten sich kleine Gratinformen aus Porzellan oder Glas an. En famille verzichten wir aber auf das vorgängige Portionieren und tischen die deliziöse Süssspeise direkt im Gusseisentopf auf. Oder in der gläsernen Cakeform, wenn das Düpfi anderweitig beschäftigt ist.

Für 4 Personen:

  • 300 gr Wasser
  • 85 gr Milchreis
  • 1 Prise Salz

Einen (gusseisernen) Topf mit mindestens 1,5 Liter Fassungsvermögen auf den Herd stellen. Wasser, Reis und Salz hineingeben und auf mittlerer Stufe kochen, bis die Flüssigkeit fast verschwunden ist.

  • 375 gr Milch, zimmerwarm
  • 1/4 Tl Mandarinenschalenpulver (entspricht dem Abrieb einer halben Bio-Mandarine)
  • 1/4 Tl Cassia, fein gemahlen

Milch und Gewürze zugeben. Unter ständigem Rühren so lange weiter kochen, bis die Milch fast gänzlich aufgesogen wurde und der Reis komplett weich ist.

  • 20 gr Speisestärke
  • 375 gr Milch, zimmerwarm
  • 75 gr Zucker

Speisestärke mit vier Esslöffeln Milch klümpchenfrei verquirlen. Restliche Milch in den Topf giessen, unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Aufgelöste Stärke zugiessen und zwei Minuten rührend kochen. Den Topf vom Herd ziehen. Ein Küchentuch über den Topf legen, Deckel drauf und 15 Minuten ausquellen lassen. Danach, falls gewünscht, in vier ausgebutterte Portionsförmchen oder eine Cakeform (28 x 12 x 8 cm) umfüllen. Unbedeckt etwa 30 Minuten abkühlen lassen, damit sich auf der Oberfläche eine Haut bildet. An diesem Punkt kann die Zubereitung unterbrochen werden. Form oder Förmchen abdecken und maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Karamellisieren unbedingt Zimmertemperatur annehmen lassen, die Förmchen könnten sonst im Ofen zerspringen.

  • 3 El Zucker

Backofengrill vorheizen. Zucker gleichmässig auf der Reismasse verstreuen. Unter dem Grill so lange karamellisieren, bis sich schwarze Flecken bilden. In der kalten Jahreszeit direkt aus dem Ofen servieren. Im Sommer lasse ich den Reispudding lieber zuerst im Kühlschrank ein paar Stunden durchkühlen. Wer Zeit und Lust hat, kocht dazu noch eine Fruchtsauce oder ein Kompott.

P.S. Besitzer eines Gasbackofens ohne regulierbare Oberhitze bzw. Grillfunktion, benutzen zum Karamellisieren vorzugsweise einen handlichen Flammbierbrenner (z.B. von GEFU oder Rösle).

Sonntag, 27. Oktober 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -205-



[GE]gessen: Twix Speculoos (kein Wiederholungsbedarf meinerseits) 

[GE]trunken: Beerlao

[GE]kocht: Fenchelreis mit Curry und Rosmarin

An[GE]setzt: Einen neuen Sauerteig aus Triticale

[GE]backen
Senor-Sauerteig-is-back-Brot
Herbsthörnchen mit Süsskartoffeln, Rosinen und Walnüssen
Appenzeller Lebkuchenfladen

[GE]wesen: Am allerliebsten Lieblingsflohmi!

Dort [GE]kauft: Eine Umhängetasche von Marimekko, eine Lederhandtasche von EM-EL, vier Halsketten, einen Armreif, zwei Bücher und zwei Wagenfeld Eierkoch.

 [GE]sehen: Ein paar Folgen Father Brown 

[GE]lesen
Istanbul: Die Biographie einer Weltstadt - Bettany Hughes

[GE]hört: Miss California - Dante Thomas

[GE]ärgert:
Den angeblich weltbesten Lebkuchen nachgebacken. 
Das Rezept weilt nun in der Mülltonne und das Ergebnis im Komposter.
Schade um die guten Zutaten.

[GE]freut
Am letzten Quartierflohmarkt des Jahres eine kuschelige Sofadecke aus Baumwolle, einen Bohnentopf von Cousances, zwei Anismödeli und eine nigelnagelneue Backform namens Garland von Nordic Ware erstanden.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Heiss & Fettig: Appezöller Chässchnitte



Herr C. liebt Käse. Ausser Harzer Roller und rezente Sorten. Auch ich liebe Käse. Besonders Harzer Roller und rezente Sorten. Keine Ahnung, ob Schwesterherz, die uns ein paar Tage im Appenzeller Ferienhäuschen besucht hat, Harzer Roller liebt. Aber sie steht ebenfalls auf rezenten Käse. Am Ende unseres Aufenthaltes in der Ostschweiz fanden deshalb zwei angeschnittene Käsestücke der rezenten Art den Weg ins Gepäck. Ich alleine hätte daran sicher die nächsten zwei Wochen herumgeknabbert, aber nachdem ich zufällig in Nose to Tail ein nettes Rezept für Welsh Rarebit gesehen hatte, fiel mir die Entscheidung leicht. Lieber drei Tage Käsetoast und Salat zum Znacht statt zwangsweise vierzehn Tage lang Käse zum Frühstück. Allerdings beschränkte sich die Käsetoastorgie auf einen einzigen Abend, denn Herr C. war vom Ergebnis so begeistert, dass er die Hälfte der Schnitten verputzt hat. Danach hat er mir das Versprechen abgenommen, bei unserem nächsten Ausflug ins Appenzellerland, extra mehr rezenten Käse zu kaufen. Sein Wunsch ist mir Befehl.

Für sechs grosse Brotscheiben:

  • 2 El Butter
  • 2 El Mehl
  • 200 ml helles Appenzeller Bier
  • 350 gr rezenter Appenzeller, grob geraffelt (io: Appenzeller Surchoix & Urnäscher Holzfasskäse)
  • 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut, zwischen den Finger fein zerrieben
  • 1/4 Tl scharfes Paprikapulver
  • drei Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El milder Senf
  • 1 Tl Worcestershiresauce

Butter in einem kleinem Topf schmelzen. Mehl zugeben und kurz anrösten, bis es wunderbar duftet und die Farbe Richtung goldgelb wechselt. Mit dem zimmerwarmen Bier ablöschen. Unter ständigem Rühren 3-4 Minute köcheln, bis die Roux eingedickt ist. Käse unterrühren, dann die Gewürze. Wenn die Sauce im Topf klümpchenfrei aussieht, mit Senf und Worcestershiresauce abschmecken. In eine Schüssel umfüllen und unbedeckt auskühlen lassen. Brot (z.B. Ruchbrot oder St. Galler) in fingerdicke Scheiben schneiden. Anschnitte darf der Koch verspeisen. Käsemasse dick auf die Broscheiben streichen und unter den vorgeheizten Grill schieben, bis die Oberfläche stellenweise gebräunt ist. Heiss mit einem gemischten Salat servieren. Prima zum Vorbereiten, weil die Käsemasse locker drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden kann. 

Sonntag, 20. Oktober 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -204-



[GE]gessen: Marinierte Bananenscheiben nach Frédy Girardet

[GE]trunken: Karotte-Apfel-Kurkuma von Saftwerk

[GE]kocht: Einen schmackhaften Thaisuppenverschnitt aus
Wasser, Currypaste, Limettenschale, Schalotte, Fischsauce, Trutenbrust, Kokosmilch, gehackten Frühlingszwiebeln und Pfeffer. 

[GE]backen: Gitzivoressen mit Appenzeller Bier

[GE]wesen
In Zürich, mit Tante Z. bei tibits einen Salatteller verdrückt.

Vor der Rückfahrt rein[GE]guckt: Bei Dunkin Donuts am HB Zürich.
Zwei Stück gekauft, später mit Schwesterherz geteilt und beschlossen, mein sauer Verdientes in Zukunft woanders zu investieren.

 [GE]sehenZombieland Double Tap 

[GE]lesen
A casa - Claudio Del Principe
Erika Mann: Eine Lebensgeschichte - Irmela von der Lühe 

Im Brocki [GE]kauft: Vier handgeschnitzte Anismödeli, ein Tonmodel, drei Fakirbed und einen weiss-blauen Kerzenhalter von Bitossi.

Als Ausgleich weg[GE]bracht: Zwei Säcke voll Bücher.

Vor der Biotonne [GE]rettet: Einen kleinen Eukalyptusbaum und einen Geweihfarn. (Womit volumenmässig wieder ein Ausgleich erzielt wurde...)

[GE]freut
Der Plastikaufsatz meines Slow Juicers ist vor einigen Wochen kaputt gegangen. Konnte das gleiche Gerät im Internet für einen Bruchteil des Neupreises ergattern und verfüge nun über ein Ersatzteillager im Falle eines weiteren Malheurs.

Freitag, 18. Oktober 2019

Klappe, die Zweite: Kürbisrisotto aus dem Ofen



Dank den (un)lustigen Wetterkapriolen im Frühjahr und Sommer würde ich die diesjährige Gartensaison als schlecht bis sehr schlecht einstufen: Kaum Zucchini, wenige Tomaten, keine Karotten, fast alle Salate geschossen, ein Grossteil der unreifen Zwetschgen wurde runtergehagelt, das Vordach durchhagelt, die Bohnen verhagelt, Borretsch und Topinambur sind flächendeckend von Mehltau befallen, der vermaledeite Dachs ist wieder da... Und so weiter und so fort. Auch die Kürbisernte ist alles andere als üppig ausgefallen, aber zum Glück braucht man für dieses feine Risotto keine Unmengen der kostbaren Riesenbeeren.

Für zwei ausgehungerte Gärtner:

  • 350 gr Kürbis (io: ein kleiner Emerald Buttercup)
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 1 El Butter
  • 4 grosse Zweige glatte Petersilie, Blätter abgezupft
  • 150 gr Risottoreis
  • 100 ml Weisswein
  • 600 ml Gemüsefond
  • ein Streifchen Macis oder zwei Prisen Muskatnuss, frisch gerieben
  • Salz oder Herbamare

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Kürbis ggf. schälen, entkernen und in unregelmässige Stückchen zerteilen. Grund: Die kleineren Stücke sollen beim Garen zerfallen, die grösseren für eine nette Optik sorgen. Zwiebel schälen und fein hacken. Butter in einer gusseisernen Cocotte zerlassen, Zwiebelstücke darin andünsten. Kürbis zugeben, kurz mitdünsten. Unterdessen die Petersilienstiele in dünne Ringe schneiden. In den Topf schubsen, mit Weisswein ablöschen. Reis unterrühren. Mit Fond, Macis und ausreichend Salz zum Kochen bringen. Deckel auflegen und für 35 Minuten in den Ofen stellen.

  • Petersilienblätter
  • 25 gr Butter
  • 25 gr Sbrinz oder Pecorino, fein geraffelt
  • bunter Pfeffer aus der Mühle

Petersilienblätter fein hacken. Risotto aus dem Ofen holen und vorsichtig den Deckel abnehmen. Butter, Käse, Peterli und Pfeffer zügig unterrühren. Deckel wieder auflegen, 5 Minuten ziehen lassen. Abschmecken und mit einer Schüssel Rucola an Zitronenvinaigrette auftischen.

Sonntag, 13. Oktober 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -203-



[GE]wesen
Zuerst eine Woche campen am italienischen Teil des Lago Maggiore, 
danach zwei Wochen in einer abgelegenen Alphütte in der Ostschweiz. 

In Italien den neu erworbenen Lotus Grill ein[GE]weiht
Mit Salsiccia con finocchio, Asado di bovino, Tommino con speck und Peperoni.
Echt praktisches Teil.

Kulinarisches nach Hause [GE]schleppt
Aus Italien: Semola rimacinata integrale, Miele di sulla, Lampascioni, 
Taralli con grano arso, Vin Santo & Grappa con ruta 

Aus der Ostschweiz: Käse en masse (z.B. Urnäscher Hornkuhkäse), Whiskey- & Bierschüblig, Appenzeller Alpenbitter, Amarno, Berghimbeersirup, Bschorle, Leckerli, Birnbrot und Biberfladen aus dem Holzofen

[GE]backen: Nichts. 
Dafür regelmässig die Holzofenbäckerei Brotkorb in Waldstatt besucht. Es ist die letzte Bäckerei in der Schweiz, in der ausschliesslich im Holzofen gebacken wird. 
Alles, was wir genossen haben, und das sage ich nicht leichtfertig, war perfekt. Absolut perfekt.

[GE]trunken: Wasser aus der eigenen Quelle

Im Ferienhäuschen [GE]kocht: Unter anderem Linsen mit Kastanien, Kartoffel-Lauch-Suppe mit Rotwein, Curryreis mit Rüebli und Cashews.

 [GE]sehen: The Boys. Obercoole Serie! Guckempfehlung!
Godzilla: King of Monsters
Suburbicon
It 2

[GE]lesen
Das Institut - Stephen King
Die Welt als Speisekarte - Christian Seiler
Literarische Wanderungen in der Ostschweiz - Christa & Emil Zopfi
Greenfeast Autumn & Winter - Nigel Slater
Nose to Tail - Fergus Henderson
Smashing Plates - Maria Elia
Aromenfeuerwerk Vegetarisch - Katharina Küllmer 

In diversen Brockis [GE]funden
Ein paar Bücher, eine Jugendstilvase von Herrsching, ein spezielles Buttermodel, ein rot lackiertes Stopfei, Halsketten und ein uraltes Stickheft.

Ausserordentlich [GE]freut
Auf dem Flohmi eine neue Gusseisenpfanne von Le Creuset für zwei Franken ergattert.

[GE]hörtWalking on broken glass - Annie Lennox

Unter den Nagel [GE]rissen:
Ein massiv grösseres Kellerabteil. Als Gegenleistung mussten wir das übrige Gerümpel des Vormieters entsorgen. Allein seine dort unten eingelagerten Kleider haben 7 Säcke à 110 Liter gefüllt... War ein etwas staubiges Ferienende.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Eine narrensichere Anleitung für Toum



Meine unfreiwilligen Ferien vom Bloggerdasein haben den Besucherzahlen in keinster Weise geschadet. Zumindest etwas Positives, denn die letzten Wochen boten leider nicht viel Anlass zur ausgelassenen Freude. Aber Schwamm drüber, I'm back again. Während meiner virtuellen Abwesenheit wurden Herd und Ofen stetig genutzt, aber die meisten Ergebnisse halt aus Zeitmangel weder fotografiert noch grammgenau dokumentiert. Zum Glück kann Toum, eine vegane Knoblauchmayonnaise aus dem Libanon, problemlos Handgelenk mal Pi zusammengemixt werden. Unumgänglich sind nur zwei Schritte: Zuerst die Knoblauchzehen mit Zitronensaft, etwas Öl und Salz zu einer feinen Paste pürieren. Nur so wird das Toum garantiert seidenglatt. Erst danach das Öl in drei oder vier Durchgängen einpürieren. Keine Hexerei, oder? 

Für eine Familienportion Toum:

  • 8 grosse Zehen von einer frischen, rosafarbenen Knoblauchknolle
  • eine kleine Zitrone
  • Kräutersalz (io: Herbamare)
  • etwa 250 ml Rapsöl

Knoblauchzehen schälen und in den Mixbecher legen. Halbe Zitrone auspressen, einen Esslöffel Saft über die Knoblauchzehen giessen. Einen gehäuften 1/4 Tl Kräutersalz und soviel Öl folgen lassen, bis die Zehen grosszügig mit Flüssigkeit bedeckt sind. Mit dem Stabmixer zu einer glatten Paste pürieren. Etwa ein Drittel des Öls zugiessen, gründlich einpürieren. Ein weiteres Drittel Öl zugeben, ebenfalls gründlich einpürieren. Die nun entstandene dicke Masse kosten und mit Zitronensaft und Salz würzen. Restliches Öl einpürieren. Wiederum probieren und ggf. nachwürzen. Je nach Geschmack und gewünschter Konsistenz, mehr Öl und/oder weitere Knoblauchzehen einpürieren. Falls das Toum einer Spachtelmasse gleicht, esslöffelweise lauwarmes Wasser untermixen, bis die Konsistenz einer dicken Mayonnaise erreicht ist. Wichtig: Die Zutaten immer erst gründlichst einpürieren, bevor die nächste Zugabe folgt. Keine Angst, die Masse kann nicht übermixt werden. Am Schluss nochmals abschmecken. Ein gutes Toum sollte nur dezent sauer/zitronig und nur leicht salzig sein. Falls unumgänglich, sofort servieren. Besser: Abgedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen und erst dann auftischen. Reste in einem sauberen Glas im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb einer Woche verbrauchen.

Abwandlungen: Getrockneter statt frischer Knoblauch. Das Toum schmeckt dann allerdings etwas schärfer. Zitronensaft ganz oder teilweise durch sauren Orangensaft ersetzen. Statt Kräutersalz stinknormales Salz verwenden. Rapsöl durch Sonnenblumen- oder Reisöl ersetzen. Als Basis empfehlen sich möglichst geschmacksneutrale Öle. Olivenöl oder andere Öle mit durchdringendem Eigengeschmack wie Walnuss-, Pistazie- oder Rapskernöl, schluckweise am Schluss der Herstellung einpürieren. 

P.S. Toum passt hervorragend zu gedämpftem Gemüse (Blumenkohl, Karotten, Randen, grünen Bohnen, Broccoli etc.), zu gekochtem Maniok, grilliertem Fleisch, zu Gschwellti, auf's Sandwich, zu Fondue Chinoise....

Samstag, 21. September 2019

Cookies T-Masala



Natürlich hat es auch Nachteile, in einer grossen Stadt zu leben: Aggressive Fahrradfahrer, dämliche Hipster, riesige Baustellen, Verkehrslärm.... Aber die Vorteile, besonders solche der kulinarischen Art, tilgen alle kleineren Unannehmlichkeiten. Zumindest wenn man mich fragt, denn die Besorgung des Schwarzen Kardamoms für diese indische Gewürzteemischung hat nur 15 Minuten in Anspruch genommen. I love my Quartier!

Für ein kleines Gläschen T-Masala, ausreichend für etwa 8 Liter Masala Chai:

  • 4 Tl Fenchelsamen
  • 4 schwarzer Kardamomkapseln
  • 1 Tl grüne Kardamomkörner 
  • 1 Sternanis, grob zerbrochen
  • 14 Gewürznelken

Gewürze kurz in einer kleinen Pfanne anrösten, bis sie gut duften. Auf einem Teller abkühlen lassen und danach in der Kaffeemühle fein mahlen.

  • 2 Tl Ingwerpulver
  • 2 Tl Cassiapulver
  • 1 Tl Pimentpulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Mohrenpfeffer oder schwarzer Pfeffer, fein gemahlen 
  • 1/4 Tl Galgant, fein gemahlen
  • 1/8 Tl Zimtblätterpulver
  • 1/8 Tl Muskatnuss, frisch gerieben

Alle Gewürze vermischen und in einem gut schliessenden Gläschen aufbewahren. Pro Liter Chai einen gehäuften Teelöffel Masala mitkochen (io: ohne Milch, wenig Schwarztee). Und wie immer gilt: Lieber unzerkleinerte Gewürze kaufen und nach Bedarf selber mahlen. Die Anschaffung einer Cloer 7580 mit abnehmbarem Mixbehälter lohnt sich wegen der einfachen Handhabung und Reinigung auch für Teetrinker.

Dienstag, 20. August 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -202-



Nach[GE]feiert: Den 1. August.
Erstens weil Schwesterherz an dem Tag noch im Ausland weilte und zweitens, weil die neuen Gartennachbarn uns sämtliche Feiertage mit ihrem extrem rücksichtslosen Verhalten vermiesen. Als Entschädigung gönnten wir uns am Samstag ein kulinarisches Programm der Extraklasse: Cassiszwiebeln, Cherrytomaten mit Basilikum, Feta, Bella di Cerignola Oliven, Za'atar, Focaccia con cipolle fritte croccanti, Rehrücken mit Honig-Senf-Marinade, Merguez, Lachs, Hühnerbeine, Schwarzwälder Käsewürstchen, Pulpo, Champignons mit Kräuterbutter, Omas Kartoffelsalat, Griechischer Krautsalat, Honigmelone und zum Schluss Zwetschgenwähe mit Double Crème de Gruyère.

[GE]tränkeauswahl
Moscato, Crèmant d'Alsace, Mineral, drei Sorten Bio-Eistee, diverse Biere, u.a. Hanfblütenbier und dunkles Quöllfrisch

[GE]ärgert: Das Schweinwoll war an dem Abend über weite Strecken unausstehlich und als krönenden Abschluss hat er noch ein Baguette vom Beistelltisch geklaut.

[GE]kocht: Griechisches Schmorgemüse, abgekupftert bei Küchenlatein

[GE]wesen
In Zürich. Online ergatterte Bücher abgeholt, kleine Shoppingtour durch drei Asialäden unternommen und mit Tante Z. bei tibits das Buffet geplündert.

Unterwegs [GE]kauft
Butterfly Pea Flowers, Tigerbalsam, Reisnudeln, Vermicelli, Thai Eistee Mix, Tarochips, Ginger & Peanut Candy, Chinesischer Kardamom

Mit Tee aus den Erbsenblüten [GE]backen: Schlumpfblauer Zwetschgengugelhupf

 [GE]sehen: Der Goalie bin ig  

[GE]lesen
Finderlohn - Stephen King
Trauma - Dean R. Koontz

[GE]freut
Auf der Suche nach einer Briocheform im Brockenhaus eine lustige Eule aus Keramik gefunden. Laut zwei Anbietern im Internet wurde die Spardose in den 1970ern von Aldo Londi für Bitossi designt.   

Vor[GE]nommen
So viele Kochbücher zu verkaufen und/oder zu verschenken, bis genug Platz vorhanden ist, um meine Bitossi-Sammlung endlich zusammen auf einem Regalbrett auszustellen. 

[GE]dankt:
Dem Lieblingsneffen für seine Bereitschaft, Herrn C. schnurstracks in die Notaufnahme zu fahren, weil dieser im Garten von einer Biene gestochen wurde. Die Kombination aus einem besonders bienen- und hummelfreundlichen Garten und einem auf Bienengift allergisch reagierenden Gärtner ist nichts für schwache Nerven.

Samstag, 10. August 2019

Focaccia con cipolle fritte croccanti



Sommer. Gemütliche Abende mit la famiglia. Apéro. Grillieren.
Bloss keine Umstände, alles möglichst stressfrei halten.
Ein unkomplizierter Teig, kaum Aufwand.
Passt.


Vorteig:

  • 160 gr Weizenmehl Typ 550
  • 40 gr Dinkelruchmehl
  • 3 gr frische Hefe
  • 150 gr kaltes Wasser

Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Abgedeckt vier Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen.


Mehl, Wasser und Salz zum Vorteig in die Rührschüssel geben und fünf Minuten auf niedriger Stufe kneten. Danach fünf Minuten auf der mittlere Stufe gönnen, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Röstzwiebeln kurz einkneten. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen, abdecken und 1-2 Stunden aufgehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Unterdessen ein Wähenblech (30 cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden. Den aufgegangenen Teig vorsichtig mit einem eingeölten Schaber aus der Schüssel lösen und in die vorbereitete Form gleiten lassen. Mit nassen Händen den Teig verteilen, d.h. vorsichtig breit drücken, bis er die Form gänzlich ausfüllt. Mit einem Backblech abdecken und etwa 40 Minuten an einem warmen Plätzchen verdoppeln lassen. Unterdessen die Sole vorbereiten und den Ofen auf 220 Grad vorheizen.

  • 20 gr Wasser
  • 12 gr Olivenöl
  • 1 gr Salz 

Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Salz und Wasser in einer kleinen Schüssel mit dem Schwingbesen so lange durchrühren, bis das Salz vollständig aufgelöst ist. Öl zugeben und kräftig verquirlen, bis sich der Schüsselinhalt in eine helle Emulsion verwandelt hat. Spiralförmig auf den Teig giessen. Mit feuchten Fingerkuppen gleichmässig verstreichen, danach vorsichtig möglichst viele Vertiefungen in den seidenweichen Teig drücken. Wichtig: Den Boden dabei keinesfalls durchlöchern! Form in den Ofen stellen, nicht schwaden. 25 Minuten backen. Eventuell noch zwei Minuten auf der obersten Stufe für eine nette Bräunung gönnen. Mit dem Backpapier aus der Form heben, auf ein Kuchengitter setzen und dann das Papier entfernen. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.

Donnerstag, 1. August 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -201-



[GE]wesen: Auf grosser Tour
Zuerst ging's mit dem Zug nach Engi, danach mit dem Postauto über den Klausenpass bis nach Flüelen. Anschliessend mit dem Schiff quer über den Vierwaldstättersee nach Luzern. Weiter mit dem Zug zum Grillabend bei meiner Lieblingsnichte in Bern, und spät in der Nacht wieder nach Hause. 

[GE]kauft: Drei luxuriös flauschige Badetücher im Weseta Fabrikladen

Während der Schiffahrt [GE]nossenEin Coupe Danmark mit Felchlin-Schokosauce

[GE]ärgert
Drei Versuche unternommen, während der Rückfahrt im Zug eine Toilette zu benutzen. Zwei waren wegen eines Defektes verriegelt, und die dritte so widerlich verdreckt, dass ich würgend verzichtet habe. Äusserst unangenehm, wenn man in einem Zug mit defekter Klimaanlage sitzt, der zudem über eine Stunde Verspätung hat.

[GE]backen: Nichts. Affenhitze.

[GE]trunken: Einen hervorragenden Roku Gin Tonic

Zusammen[GE]rührtBirchermüesli mit Himbeeren aus dem Garten 

[GE]lesen: Wenn die Gondeln Trauer tragen - Daphne du Maurier

[GE]freut
Frau Schwiegermutter mit praktischen Geschenken bedacht, die sehr gut ankamen.  

[GE]ärgert: Gewitter und Hagel haben innerhalb weniger Minuten den Garten verwüstet. Mindestens 3/4 der unreifen Zwetschgen wurden vom Baum gefegt, etwa 1/3 der Topinamburpflanzen geknickt, Dahlien reihenweise umgelegt, beide Rosmarinbüsche entspitzt, unzählige Dillpflanzen geköpft, Bohnen zermatscht, Sonnenblumen umgelegt, Zucchini, Kürbisse und Rhabarber durchlöchert. *heul* 

[GE]hört: Baila - Zucchero

[GE]trauert: Um Andrea Camilleri

Dienstag, 30. Juli 2019

Fermentierte Salsa mit Pfirsichen und Portulak



Fermentierte Salsa gehört seit Jahren zu unserem Feiertagsprogramm: Mit gerösteten Brotscheiben zum Apéro, als Beilage zu allem, was der Grill hergibt, mit Tortillachips zum Absacker und mit Toast als Katerfrühstück... 


Für ein Bügelglas mit mindestens 750 ml Fassungsvermögen:

  • 300 gr grössere Cherrytomaten
  • 2 rote Spitzpaprika 
  • 2 reife Plattpfirsiche 
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Handvoll Portulak
  • 2 Tl frische Oreganoblättchen oder 1/2 Tl getrockneter Oregano
  • Pures, unjodiertes Salz ohne Rieselhilfezusatz (kein aromatisiertes Salz o.ä. / io: Meersalz)
  • Rapsöl 

Gemüse kurz abbrausen. Tomaten in jeweils acht Würfel zerteilen. Paprika putzen und in etwa gleich grosse Stücke schneiden. Pfirsiche häuten, ebenfalls zerstückeln. Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und beides fein hacken. Portulak gründlich abbrausen, Blättchen abknipsen und zusammen mit dem Oregano in die Salatschüssel geben. Nun den Schüsselinhalt abwiegen, damit die passende Salzmenge ermittelt werden kann. 

Schüsselinhalt geteilt durch 100 = Salzanteil (ein Prozent der Gesamtmenge)
  
Bei mir waren es 648 Gramm, d.h. 648 : 100 = 6,48 Salz, abgerundet auf 6 Gramm 

Die Stellen hinter dem Komma dürfen nach Belieben auf- oder abgerundet werden. Fermentieren ist schliesslich keine exakte Wissenschaft und ob der Salzgehalt passt, entscheidet sowieso der Gaumen. Uns reicht ein Prozent, aber es funktioniert auch mit zwei oder maximal drei Prozent Salzgehalt. Abgewogenes Salz mit dem Schüsselinhalt vermischen und abgedeckt 30 Minuten Saft ziehen lassen. Unterdessen das Einmachglas mit Bügelverschluss gründlich reinigen, heiss ausspülen und mit der Öffnung nach unten auf einem Tuch trocknen lassen. Schüsselinhalt samt Saft in das saubere Glas umfüllen. Idealerweise ist das Gemüse nun von der ausgetretenen Flüssigkeit bedeckt. Falls nicht, mit einem sauberen Löffel vorsichtig nachhelfen, bis genügend Saft vorhanden ist. Mit einer dünnen, etwa zentimeterdicken Ölschicht bedecken. Deckel mit oder ohne aufgelegten Gummiring verschliessen und das Glas an ein warmes, ruhiges Plätzchen ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen (sonst mit Tuch abdecken). Ideal sind Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad. Falls ein Gummiring verwendet wird, sollte das Glas einmal pro Tag geöffnet werden, um Druck abzulassen. Der Gummiring ist wegen der Ölschicht, die schon für ein anaerobes Gärumfeld sorgt, aber eigentlich unnötig. Würde ihn nur auflegen, wenn das Glas z.B. in einer winzigen Küche dauernd umplatziert werden muss oder auf einem Tisch steht, wo es von kleinen, grossen und haarigen Mitbewohnern umgeworfen werden könnte.


Wenn alles rund läuft, zeigen sich nach 24 - 36 Stunden die erste Bläschen an den Seitenwänden.  


Nach 36 - 48 Stunden haben sich die Bläschen vervielfacht. In diesem Stadium wird sich am Boden des Glases Flüssigkeit absetzen. Keine Panik, das ist völlig normal.


Nach 48 - 96 Stunden sind an den Seiten und der Oberfläche neben den vielen kleinen auch grosse Bläschen zu sehen. Wichtig: Exakte Zeitangaben zum Fermentierungsprozess sind unmöglich. Deshalb empfehle ich, halbtäglich eine Kostprobe und wenn der Geschmack passt, ist die Salsa fertig. Das kann nach zwei, drei oder auch erst nach fünf Tagen der Fall sein. Wir mögen sie am liebsten nur leicht angesäuert, mit feinem Brizzeln auf der Zunge. Dieses Stadium erreicht die Salsa im Sommer meist schon nach 72 Stunden. Je länger die Salsa fermentieren darf, desto saurer und haltbarer wird sie. Um die Fermentation zu unterbrechen, das Glas unbedingt im Kühlschrank aufbewahren. Haltbarkeit im Kühlschrank: Mindestens eine Woche. Bitte beachten: Es handelt sich bei diesem Rezept um ein Kurzzeitferment, welches nicht den vollständigen Fermentierungsprozess durchläuft und deshalb weder ohne Kühlung noch monatelang haltbar ist. Mehr Infos: Klick