Dienstag, 7. Juli 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -236-



[GE]gessen
Rotes Curry und Gai Pad Med mit Duftreis von Khao HomNjamm!

[GE]trunken: Lindenblüten-Cassis-Eistee

Zum ersten Mal [GE]schmort: Beef Back Ribs
Spontan zwei marinierte Stücke à ca. 800 gr erstanden, ausreichend für 2-3 Personen. Ofen auf 150 Grad vorgeheizt, Gitter unterste Schiene. Kreuzförmig in den grossen runden Le Creuset gelegt. Kein Anbraten, kein Gemüse, keine Flüssigkeit. Deckel drauf und 4 Stunden schmoren lassen. Nach drei Stunden die Fleischstücke einmal gewendet. Butterzart, fällt beim Anheben von den Knochen, schön gebräunt, bisschen Jus im Topf. Unbedingt entfetten, falls er verwendet wird.

[GE]backen: Gemischtes Gemüse und Feta, serviert mit Kräuterschmand

[GE]wesen: In Diepoldsau. Familienmeeting wegen einer Hausräumung.

[GE]freut: Herr C. fand dort für sich, Schwesterherz und gute Freunde, massig Werkzeug und Kleinmaschinen. Ich durfte eine Kenwood Küchenmaschine, eine Schachtel voll Krimskrams und Kleinzeug zum Basteln abstauben.

Während der Räumungspause [GE]gessen: In der Trattoria il Sole.
Trotz Reservation war der Tisch nicht vorbereitet, die Bedienung von Anfang an genervt-unfreundlich, das Essen mittelmässig bis schlecht. Und wie so oft, hat das Glück mich nach der Bestellung verlassen: Das Vitello Tonnato war billigstes Convenience-Food, Formfleisch mit breiiger Sauce und angematschten Kapern. Brot gab's weder freiwillig noch auf Nachfrage dazu. Die extra georderte Portion Gemüse als Beilage war eine in der Mikrowelle aufgewärmte, fixfertig gewürzte TK-Mischung. Selten so lieblos zusammengestellte und angerichtete Menüsalate mit Gastrofertigsauce gesehen. Die Pizzen waren sosolala, die Pasta mässig, das Tagesmenü okay, aber die Spätzli dazu ebenfalls ein Fertigprodukt.
Herr Bumann, falls Sie sich im Ruhestand langweilen, überlasse ich Ihnen gerne die Adresse dieses Etablissements.

Nach dem Hupf über die österreichische Grenze [GE]kauft
Ein paar Flaschen Grüner Veltliner, Mozartkugeln, Tonic-Sirup, Almdudler mit Hanf (ein bisschen Spass muss sein..), Käferbohnen, geräucherter Bio-Käse und Bio-Gin. Leider hatten wir nur Zeit für einen ultrakurzen Abstecher und ausserdem war es an dem Tag zu heiss, um Frischprodukte quer durch die Schweiz zu karren.

 [GE]sehen: Castle Rock, die zweite Staffel

[GE]lesen: Pompeji - Robert Harris

[GE]hört: Thriller - Michael Jackson. Mein neuer Duschsoundtrack.
Reicht perfekt für zwei Durchgänge mit Shampoo und Duschgel.

[GE]ärgertIn der Markthalle bei Thipp's Thai Cuisine eine Portion Bratnudeln und rotes Hühnchencurry to go erstanden. Nach ein paar Gabeln voll Nudeln lagen sieben scharfkantige Knochensplitter auf dem Tellerrand. Der Genuss war dahin, der Rest des Gerichtes landete im Müll. 

Sonntag, 5. Juli 2020

Schnelle Pfirsich-Tonka-Tarte




Für eine Tarteform mit 28 cm Durchmesser:

  • ein rund ausgewallter Kuchen-, Mürb- oder Blätterteig (io: Dinkelkuchenteig ohne Palmöl, Migros)
  • 6 reife Pfirsiche, ca. 600 gr

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Fixfertigen Teig mit dem anhaftenden Backpapier in die Form legen, den Rand nachformen. Bei Affenhitze bis zur Verwendung im Kühlschrank parkieren. Pfirsiche gründlich abbrausen, trocken tupfen und halbieren. Die pelzige Haut abziehen, falls möglich. Kerne entfernen und jede Hälfte in vier Schnitze schneiden. Abgedeckt zur Seite stellen.

Guss:

  • 3 gehäufte El Zucker
  • 1 El Speisestärke
  • 200 gr Schmand*
  • 1 Ei Grösse L
  • 100 gr Sahne
  • 100 gr Milch
  • zwei bis drei grosszügige Prisen fein geriebene Tonkabohne 

Zucker und Speisestärke in eine Rührschüssel geben, mit dem Schwingbesen klümpchenfrei verrühren. Restliche Zutaten der Reihe nach unterrühren. Teig spiralförmig mit den Pfirsichspalten belegen. Guss vorsichtig über die Früchte giessen. In den vorgeheizten Ofen schieben und etwa 45 Minuten backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist und nicht mehr wabbelt. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen. Wer die Kalorien nicht scheut oder heute Geburtstag hat, darf sich dazu noch einen dicken Klecks geschlagene Sahne und/oder eine Kugel Vanilleeis genehmigen. Ristretto nicht vergessen!

* Zum Thema Schmand: War früher ausschliesslich in Deutschland erhältlich, kürzlich aber bei Aldi Suisse im Kühlregal erspäht. Hoffentlich bald auch in Bio-Qualität im Migi oder Konsi erhältlich. Ersatz: Saurer Halbrahm.

Dienstag, 30. Juni 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -235-



[GE]gessen
Oder besser gesagt, probiert zu essen, denn der Schoko-Crunch-Becher war übersüsst und eklig fettig. Ich bin davon ausgegangen, eine Art Mousse au chocolat mit Granola zu erstehen. Weit gefehlt, wie ihr dem Etikett entnehmen könnt. Kann mir mal jemand erklären, warum ausgerechnet eine Bäckerei solchen Mist herstellt? 

[GE]trunken: Melissenwasser

Ein[GE]kocht: 1,5 Liter Cassissaft

[GE]backen: Vierkornflauschis aus Weizen, Kamut, Gerste & Hartweizen

[GE]wesen: Mit Schwesterherz beim Interio Schlussverkauf.

[GE]kauft
Zwei rechteckige, gelochte Tarteformen mit herausnehmbaren Böden

 [GE]sehen: The Boys 

[GE]lesen: Der Kuss der Schlange - Ruth Rendell

[GE]freut
Die Gewitterfront hat unseren Garten gnädigerweise verschont.

[GE]freut 2: Herr C. begleitete mich zum letzten Flohmarkt vor der Sommerpause. Seine Beute: Eine Sägevorrichtung und Bohrerzubehör. Ich: Vier Bücher, ein Memory aus dem Jahr 1971 und zwei Brotdosen aus Aluminium. 

[GE]hört: Codo - DÖF

Mit Rasenschnitt [GE]mulcht: Das Gurkenbeet (10 Setzlinge) und alle Topfpflanzen (Tomaten, Minikiwis, Feige) im Garten. Das Experiment scheint zu funktionieren, die Erde unter dem Rasenschnitt bleibt länger feucht. Allerdings sollte die erste Schicht mindestens 3 cm dick sein, damit das Unkraut keine Chance hat (vorher natürlich gründlich jäten). Alle paar Wochen muss eine neue Schicht frischer Rasenschnitt aufgetragen werden. Schneckenkragen oder - körner verwenden, die Mistviecher lassen sich durch die Mulchschicht nicht abhalten.

Sonntag, 28. Juni 2020

Orangiges Schafmilcheis mit eingestrudelter Erdbeersauce



Beinahe wäre ich daran vorbeigelaufen. Auf der Suche nach Bergbauernbutter, bemerkte ich einen ganzen Karton voll verbilligter Schafmilch. Ich ging weiter auf Buttersuche und nachdem ich in der hintersten Ecke der Regalzeile fündig geworden war, kehrte ich grübelnd zur Milch zurück. Was könnte ich daraus machen? Frischkäse? Mmmmhhh... Hatte ich überhaupt noch Lab im Kühlschrank? Mmmmmhhh.... Definitiv unsicher grübelte ich weiter. Pudding? Griessköpfchen? Vanillesauce? Mmmmmmhhhh.... Auf dem Weg zur Kasse, packte ich stattdessen vier Körbchen vergünstigte Erdbeeren ein und fuhr anschliessend im Nieselregen nach Hause. Dort angekommen, zog ich gerade die nassen Kleider aus, als ein Gedankenblitz mein Hirn durchzuckte. Schafmilch = hoher Fettgehalt = supercrèmiges Eis. Blitzschnell zog ich mich wieder an und schwang mich, mittlerweile im strömenden Regen, nochmal aufs Velo. Schwein gehabt, von den sechs Flaschen waren noch vier da. Als ich aus dem Laden trat, war der Regen so heftig, dass mir nichts anderes übrig blieb, als das Velo zu schieben. So hatte ich genug Zeit, um über meine undichte Regenjacke zu fluchen und zu überlegen, auf welche Sorte Eis ich eigentlich Lust hatte. Die Grundmasse sollte die gleiche wie beim Vanilleeis sein, allerdings mit kleinen Änderungen. Statt Vanille stellte ich mir Orange und Grand Marnier vor. Und was passt dazu wie die Faust auf's Auge? Erdbeeren! Was soll ich noch sagen? Ich bin hin und weg. Crèmiges Milchglacé mit einer dezenten Nuance von Orangen und Grand Marnier, ergänzt durch frisch-fruchtige Erdbeerstrudel... Njammi! Aus den restlichen Früchten entstand übrigens eine Erdbeerkonfitüre mit Bergamotteschalen. Génial, nebenbei bemerkt. Doch das ist eine andere Geschichte. 


Für die Erdbeersauce:
  • 300 gr Erdbeeren, geputzt gewogen
  • 75 gr Bio-Gelierzucker 2:1
  • 30 gr frisch gepresster Orangensaft
  • 30 gr frisch gepresster Zitronensaft

Erdbeeren in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einem Topf vermischen und eine Stunde ziehen lassen. Zum Kochen bringen, 6 Minuten sprudelnd kochen lassen. Topf zur Seite stellen und zwei Stunden auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Dann mit dem Mixstab fein pürieren. Die dunkelrote Masse wird flüssiger und hellrot. Abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag die schaumig-wobblige Sauce in der letzten Minute vor Verwendung aus dem Kühlschrank holen und kurz durchrühren. 


Für das Schafmilcheis:
  • 500 gr Schafmilch (io: Naturaplan mit 6,3% Fett)
  • 300 gr Sahne
  • 110 gr Zucker
  • 2 El/30 gr Agavendicksaft
  • 4 breit abgeschälte Streifen Bio-Orangenschale
  • 2 Prisen Salz
  • 14 gr Speisestärke 
  • 60 gr sahniger Frischkäse (io: Crème fraîche de brebis)
  • 3 El Grand Marnier

400 gr Milch, Sahne, Zucker, Agavendicksaft, Orangenschale und Salz in einen Topf geben, auf den Herd stellen und unter Rühren zum Kochen bringen. Unterdessen die Speisestärke mit der restlichen Milch klümpchenfrei verquirlen. Wenn die Milchmischung kocht, Topf zur Seite ziehen und die angerührte Speisestärke zügig untermischen. Wieder auf die heisse Platte schieben und unter ständigem Rühren etwa eine Minute kochen, bis es merklich andickt. Vom Herd nehmen und die Schalenstreifen herausfischen. Frischkäse in einer kleinen Schüssel glatt rühren. Vier Esslöffel von der heissen Milchmischung zugeben und kräftig rühren, bis die Masse völlig glatt ist. Die Frischkäsemilch in den Topf löffeln und klümpchenfrei verquirlen. Waschbecken etwa handbreit mit kaltem Wasser füllen, Topf hineinstellen und so lange rühren, bis der Inhalt nur noch lauwarm ist. Dann den Grand Marnier untermischen. Wasser auswechseln und den Topf im Becken stehen lassen, bis der Inhalt vollständig abgekühlt ist. In einen grossen Messkrug mit Ausguss (vorzugsweise aus Glas) umfüllen, abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag nach Gebrauchsanweisung in der Eismaschine gefrieren lassen. Unterdessen eine Tupperschüssel im Tiefkühler vorkühlen und aus Backpapier eine passende Abdeckung ausschneiden. Nach 45 Minuten das Eis abwechselnd mit der Erdbeersauce in die vorgekühlte Schüssel füllen. Mit einem breiten Löffelstiel verwirbeln, vorsichtig den Backpapierdeckel andrücken und ab damit in den Tiefkühler. Nach 2-3 Stunden ist das Glacé fester und servierbereit. Erst dann, also wenn das Eis fest ist, mit dem Deckel verschliessen. Das Backpapier nicht entfernen, es sorgt dafür, dass sich auf der Oberfläche keine gummige Schicht oder Eiskristalle bilden. Das Eis hält sich locker einen Monat im Tiefkühler und behält dabei seine crèmige Konsistenz. Tipp: Schüssel 10 Minuten vor dem Servieren aus dem TK holen und Deckel abnehmen. Danach lässt es sich sehr gut portionieren. Geht zur Not aber auch ohne Aufwärmzeit. Ergibt etwa 1,2 Liter Eis. Notiz an mich: Etwas mehr, als das gelbe Tupperli fassen kann.

P.S. Zitronige Variante: Orangenschale durch 4 Streifen Zitronenschale und Grand Marnier durch 3 El Limoncello, Wodka oder Grappa ersetzen.