Mittwoch, 12. Januar 2022

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -291-


              [GE]gessenEinen gekauften Dreikönigskuchen, der keinen König enthielt.            Die gerechte Strafe für meine momentane Backfaulheit, nehme ich an.

[GE]trunken: Kalter Kamillentee mit Zitrone und Honig

[GE]kocht: Betrunkene Linsen mit Chioggia-Randen und Marroni

[GE]backen: Dunkles UrDinkelbrot mit Haferflocken

[GE]wesen
In Schlieren, bei Thraki mit griechischen Spezialitäten eingedeckt.

 [GE]sehen: Ted Lasso 

[GE]lesen
Mamuschka: Osteuropa kulinarisch neu entdecken - Olia Hercules

[GE]freut: Als Boosterbelohnung gab's zwei Tulpensträusse.

     [GE]ärgert: Eine meiner Lieblingskeramikvasen hat einen Glasurschaden.           Der Abschied ist absehbar.

[GE]kauft: Zwei Packungen Niederegger Marzipan. Lübeck, I miss you so much.

[GE]hört: Westerland - Die Ärzte

[GE]reinigt: Einen versilberten Flaschenhalter von WMF.
Eine Stunde lang Schicht um Schicht den Dreck der letzten 110 Jahre runtergeschrubbt. Downton Abbey Feeling für Arme, sozusagen.

Sonntag, 9. Januar 2022

Vegan, laktose- und glutenfrei: Süsse Reisblinis

Der Grossteil meiner Küchenutensilien stammt aus zweiter Hand. Wunderbar für's schlechte Gewissen, schlecht für die vorhandenen Schrankkapazitäten. Ich bemühe mich redlich, zu lange ungenutzte Sachen auszusortieren und so Platz zu schaffen. Das freut das Teufelchen auf meiner Schulter. Er merkt sich nämlich die neuen Lücken und flüstert mir beim nächsten Brockibesuch ins Ohr: Kauf dieses. Oder das. Du hast genug Platz dafür. *säusel* Die Pancakespfanne, die im Herbst bei uns einzog, verdanke ich ebenfalls dem gehörnten Mistvieh. Obwohl ich jederzeit Schwesterherzens Pancakespfanne hätte ausleihen können, bestand der Verführerfürst auf ein eigenes Exemplar. Doch dieses Mal habe ich ihn ausgetrickst. Seit die Pfanne den Platz der unterdessen verkauften Tajine eingenommen hat, ist sie ständig in Gebrauch: Vegane Blinis, fluffige Pancakes ohne Eier, Minibeghrir, Wachtelspiegeleier, süsse Reisblinis.... Und die Ideen gehen mir noch lange nicht aus. Ätsch, bätsch!

Für etwa 20 kleine Reisblinis:

  • 200 gr dicke Kokosmilch, zimmerwarm 
  • 100 gr lauwarmes Wasser 
  • 50 gr Zucker
  • je eine grosszügige Prise Salz, Vanillepulver und/oder frisch gemahlener Kardamom
  • 3 gr frische Hefe
  • 20 gr lauwarmes Wasser
  • 125 gr grobes Reismehl (io: Coarse Rice Atta von Aggarwal - fühlt sich wie Hartweizenmehl an)
  • 1 El Sonnenblumenöl zum Braten

Kokosmilch mit Wasser, Zucker, Salz, Vanille und Kardamom in einer Teigschüssel mit dem Schwingbesen verrühren. Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und zusammen mit dem groben Reismehl unter die Kokosmilch mischen. Der Teig sollte dickflüssig, schon fast crèmig sein. Mit einer Duschhaube abdecken und 2-3 Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis sich an der Oberfläche unzählige kleine Bläschen zeigen. Wenn der Teig das gewünschte Stadium erreicht hat und fein hefig riecht, eine möglichst schwere Pancakespfanne auf mittlerer Stufe erhitzen (io: 5 von 9). Die Vertiefungen dünn mit Sonnenblumenöl einpinseln. Teig mit einem Schöpflöffel durchrühren und die Vertiefungen nicht ganz bis zum Rand damit auffüllen. Nach kurzer Zeit zeigen sich auf den Teigrondellen viele Bläschen, die für eine lockere Struktur/die Fluffigkeit sorgen. Erst wenn die Oberfläche quasi trocken ist, die Blinis wenden und kurz auf der zweiten Seite bräunen. Heiss oder zimmerwarm geniessen. Übrige Blinis eintuppern und im Kühlschrank aufbewahren. Quelle: Tanzanian Coconut Pancakes aus The African News Cookbook (Rezept stark abgewandelt).

Mittwoch, 5. Januar 2022

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -290-

 

Am Neujahrstag [GE]gessen
Geplant war eine Wiederholung des Bigos aus dem Slow Cooker
Krankheitsbedingt wurde daraus veganes Sushi von Negishi.

[GE]trunken: 1+1 (ähnlich wie Orangenmost, Mitbringsel aus der Ostschweiz)

[GE]kocht: Gschwellti mit Kräutertwarog

[GE]wesen: Im Appenzell 

Secondhand [GE]kauft: Drei obercoole italienische Mid-Century Vasen, fünf riesige Bienenwachskerzen (Jahrgänge ab 1994 aufwärts...) und einen Chinoisetopf von SIGG aus den 1980ern (beim Vorgänger löst sich die äussere Beschichtung).

[GE]backen: Rien. Den Familienbedarf, wie immer, wenn wir in der Gegend sind, in der Holzofenbäckerei Brotkorb in Waldstatt gedeckt: St. Galler Brote, Silsergipfel, Mandelgipfel, Appenzeller Nussgipfel, Linzertorten und altmödige Chäsfladen.

[GE]ärgert: 
Nach dem Ausflug in die Ostschweiz war ein Dinner mit Übernachtung in Zürich geplant. Doch meine Krankheitssymptome wurden immer schlimmer und ich entschied, von Zürich aus mit dem Zug nach Hause zu fahren. Es war die falsche Entscheidung. Der Zug war, trotz Randzeit, total vollgestopft. Etwa ein Drittel der Passagiere trugen ihre Masken auf Halbmast, und viel zu viele Leute gar keine Masken. Ständig war jemand am Husten, Niesen oder Rotzröcheln, sichtlich erkältete Kinder tobten schreiend durch den Waggons. Das Zugpersonal ignorierte konsequent sämtliche Falschträger und Verweigerer, ebenso die brüllende Kindermeute. Weder freundliche Hinweise noch Beschwerden verbesserten die Situation.
#BussenstattSelbstverantwortung# 

 [GE]sehen: Faking Hitler
Schtonk! ist wesentlich witziger, aber die Serie ist näher an den Fakten dran.

[GE]hört: Love in an elevator - Aerosmith

[GE]freut: Herr C. brachte aus ZH noch zwei Geschenktüten mit. Zweierlei selbstgebackene Cantuccini von L. & P., und eine Schwarzenbach-Goodietüte von Tante Z. mit Zimtwasser und Gewürzen (Weisse Kurkuma, junger Ingwer & Sumach ohne Salz)

An Silvester ver[GE]ssen: Räuchle. Am Neujahrstag nachgeholt.
Das auf dem Bild ist übrigens ein Omanisches Räucherhäuschen.
Nicht stilecht, aber feuersicher.

[GE]gackert und [GE]kichert
Mit Herrn C. beim Munsters-Serien-Marathon am 2. Januar.

Samstag, 1. Januar 2022

Kulinarischer Jahresrückblick 2021 (inkl. Reste aus 2020)

Aloha, alle zusammen! Gut gerutscht? Sanft gelandet? Nach dem letztjährigen, pandemiebedingten Aussetzer, beglücke ich euch nun wieder mit einem rein kulinarischen Jahresrückblick. Last but not least: Herzlichen Dank für's Mitlesen und Kommentieren. Schön, dass es euch gibt.

Erstes Mal
Frische, ungepökelte Zunge vom jungen Rind aus der Region im Slow Cooker gegart. Eine Offenbarung!
Linsengranola selbst hergestellt. Gesünder, sättigender und keine Spur von Linsengeschmack weit und breit. 
Hefeteig mit Flohsamenschalen. Dank diesem natürlichen Zusatz bleiben sogar Dinkelbrote tagelang frisch.

Neu entdeckt
Gersten- und Zichorienkaffee für die Caffettiera. Bester Mix: 70% grob gemahlene Zichorie und 30% Orzo.
Barattiere/Gurkenmelonen. Handliche Grösse, leicht süsslich, knackig. Alles ist essbar, inklusive der Kerne.
Schwarzer Kreuzkümmel. Kala Jeera ist weniger dominant und nussiger als normaler Kreuzkümmel.

Wiederentdeckt
Frische bzw. tiefgekühlte Curryblätter. Waren eine Zeit lang wie vom Erdboden verschluckt.
Gedörrte Minifeigen. Weniger Kernchen, mehr Geschmack. Verfeinern Brote, Kuchen und Birchermüesli.
Apropos Birchermüesli: Ein Tupperli voll mit Himbeeren aus dem eigenen Garten rettet jeden Sommerabend.

Festgestellt
Gebackene Semmelknödel mit Silserli/Brezeln sind den gekochten Cousins aus Brötchen jederzeit vorzuziehen.
Fruchtsaftschorle mit wenig (!) Hagebuttenpulver gepimpt, ergibt eine erfrischende Vitaminbombe.
Selber gesammelte Kastanien über offenem Feuer zu rösten scheint so simpel, ist aber Genuss in Perfektion.

Gelernt
Bretzeleisen und ich sind einfach nicht kompatibel. Stichwort: Verbrannte Finger. Konsequenz: Verkauft.
Den perfekten Zopf zu backen. Und das perfekte UrDinkelvollkornbrot. Und den perfekten Mohn-Zitrus-Kuchen.
Lauch zu lieben. Aber nur, wenn er kurz gegart, gedämpft oder roh aufgetischt wird.

Vernachlässigt
Den Garten. In jeglicher Hinsicht. Nichts angebaut, kaum geerntet, zu nasser Sommer. Eine Tragödie.
Grosser Gusseisenbräter. Selten Topfbrote gebacken. Kastenbrotscheiben passen halt besser in die Lunchbox. 
Sandwichtoaster. Steht wahrscheinlich zu weit hinten im Schrank. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Aus dem Speiseplan gestrichen
Kuhmilch & -frischkäse. Nicht vollständig. Aber massiv reduziert, seit mein Gedärm deswegen protestiert.
Quornaufschnitt. I like Quorn, doch die "Qurstscheiben" sind geschmacksarm und viel zu salzig. 
Schwarze Limetten. Selbst als Pulver, und sparsam eingesetzt, verleiht es Gerichten eine seifige Note.

Highlights
Geburtstagsessen im Gibigiana. Mit den zwei wichtigsten Menschen in meinem Leben gefeiert. Unbezahlbar.
Die Gelatiera neben dem Centro dell' usato in Luino. Grapefruit, Haselnuss, Fior di Latte, Birne.... So fein!
Und natürlich auch dieses Jahr auf dem Siegertreppchen: Die Holzofenbäckerei Brotkorb in Waldstatt. 

Küchentechnisch Top
Stabmixer und Zerkleinerer von Braun. Beide sind regelmässig im Einsatz, beispielsweise für Dressings.
Ovaler 1,5 Liter Slow Cooker. Ideal für zwei Personen. Ich sage nur: Butterzarte Pouletbrust in Kokosmilch.
Die Kaffeemühle mit herausnehmbarem Behälter von Cloer. Perfekt für Gewürze und kleine Mohnmengen.

Küchentechnische Flops
Passevite. In den letzten zwei Jahren nur zweimal für Kartoffelstock gebraucht. Entsorgen?
Silikonabdeckhauben. Die Grundidee ist toll, aber leider zieht Silikon Hundehaare und Fussel magisch an.
Backmatte. Angeschafft, um Teige darauf passgenau auszurollen. Ausschlussgrund siehe Silikonabdeckhauben.

Angeschafft
Eine Tawa und eine Multi Kadai für Dosa, Idli, Dhokla und viele weitere indische Spezialitäten.
Couscousière für Gerstencouscous. Aufwändiger, aber Instantcouscous ist ein feuchter Abklatsch dagegen.
Highspeed Blender. Hausgemachtes Kokos- und Cashewmus. Lemon Curd. Gazpacho. Laut, aber effektiv.

Neu im Bücherregal
Avantgardistische Naturküche von Stefan Wiesner. Nur für ambitionierte Kochnerds. Faszinierende Ideen.
French Drinking von David Lebovitz. Falls sein Frenchman ihn irgendwann über hat, ziehe ich bei ihm ein.
Honig für die Armen, Marzipan für die Reichen. Eine ausführliche Rezension folgt in den nächsten Tagen.

Geärgert
Keine eigenen Zitrusfrüchte dieses Jahr, alle Bäumchen waren monatelang von Ungeziefer befallen. *heul*
In einer Portion Bratnudeln mit Huhn vom Thai in der Markthalle fanden sich etliche Knochensplitter.  *pfui*
Die Quartierdrogerie mit Bio-Ecke musste ihre Pforten für immer schliessen. Der Nachfolger, ein überteuerter Hipsterbioladen, kann weder mit seinem Sortiment noch mit der Freundlichkeit der Angestellten punkten. *püh*

Vorgenommen
Kartoffeln für Kartoffelsalat nur noch im Crocky zu garen (ohne Wasser). Superpraktisch, besonders im Sommer.
Generell weniger einzukaufen und endlich aufzuhören, für eine eventuelle Quarantäne Lebensmittel zu horten.
Eingemachtes stets anschreiben. Verhindert Missgeschicke wie Erdbeerkonfi statt Trübeligelée im Rotkraut...