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Sonntag, 20. November 2016

Shortcake Pie mit beeriger Kompottfüllung



So, wie am Donnerstag versprochen, folgt hier noch das Rezept für den Shortcake Pie mit einer Füllung aus Heidelbeer-Apfel-Zierquitten-Kompott. Wir lieben diesen Kuchen, weil die Zubereitung kinderleicht ist und die Kompottfüllung unendlich variiert werden kann. Im Frühling bieten sich zum Beispiel Rhabarber und Erdbeeren an. Im Sommer Sauerkirschen, Pfirsiche und diverse Beeren aus dem Garten. Herbstlich wird's mit Birnen, Holunder, Kornelkirschen oder Quitten-Kakao-Kompott. Und im Winter kombiniere ich die tiefgefrorene oder entsaftete Ernte frisch-fröhlich mit Äpfeln, Zitrusfrüchten und/oder weihnachtlichen Gewürzen.


Je niedriger der Rand der verwendeten Backform, desto kleiner natürlich die benötigte Kompottmenge. Für Wähen- & Tarteformen reicht ein Kompott aus 600 Gramm frischen Früchten. Für ein Kuchenblech dürfen es 750 Gramm sein. Besitzer einer Pie-/Auflaufform mit extra hohem Rand können die Fruchtmenge auf 1 Kilo steigern.


Für eine Kuchenform mit 24 cm Durchmesser:

  • 1 Zierquitte
  • 1 grosser Apfel (ca. 250 gr)
  • 500 gr Heidelbeeren, frisch oder aus dem TK
  • 3 El brauner Rohrzucker
  • Schale einer halben Bio-Orange, fein abgerieben

Zierquitten waschen und vierteln. Kerngehäuse, Fliege und braune Stellen herausschneiden, danach fein hacken. Äpfel schälen, vierteln, putzen und in dünne Scheiben zerteilen. Heidelbeeren und Zucker in einen kleinen Topf geben. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Regelmässig umrühren, damit nichts anbrennt. Wenn der Topfinhalt im Saft schwimmt, alle Beeren mit einer Schaumkelle herausfischen und in einer Schüssel zur Seite stellen. Zierquitten- und Apfelstücke zum Heidelbeersaft geben. Etwa 5-7 Minuten unter ständigem Rühren kochen, bis die Fruchtstücke weich sind und der Sirup dickflüssig ist. Heidelbeeren und Orangenabrieb untermischen. Nur noch so lange auf dem Herd lassen, bis die Konsistenz kompottartig ist. Probieren, ggf. nachsüssen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Unterdessen den Teig zubereiten.



Teig:

  • 125 gr weiche Butter & ein Knubbel für die Form
  • 125 gr Zucker
  • 1/4 Tl Vanillepulver* 
  • 1 grosszügige Prise Salz
  • 1 Ei Grösse XL, zimmerwarm
  • 225 gr Weizenmehl Typ 405
  • 25 gr Maismehl oder Speisestärke
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kuchenform mit der weichen Butter gut einfetten. Butter, Zucker, Vanillepulver und Salz mit dem Handrührer 2 Minuten hellcrèmig aufschlagen. Ei zugeben und 30 Sekunden unterrühren, bis die Masse wieder glatt ist. Weizenmehl mit Maismehl und Backpulver vermischen und in zwei Portionen unter die Buttermasse rühren. 150 Gramm Teig für die Riesenstreusel zur Seite stellen. Restlichen Teig möglichst gleichmässig mit den Händen oder einem Löffelrücken in der Form verteilen und bis zur Randkante hochdrücken. Lauwarmes Kompott bis knapp unter den Rand einfüllen. Vom abgenommenen Teig walnussgrosse Portionen abstechen, leicht flach drücken und auf der Fruchtschicht verteilen. In den Ofen stellen und 30-35 Minuten backen, bis der Teig nett gebräunt ist. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Teigrezept: Pie - Dean Brettschneider


Sonntag, 28. April 2013

Viva la Diva: La Sbrisolona



Geplant war für nächste Woche ein kleiner Shoppingtrip nach Bella Italia. Leider wird nichts daraus, da mir das Wetter wieder einmal meine schönen Pläne versaut hat. Dieses Wochenende wollten wir im Garten alle Setzlinge einpflanzen und den im letzen Winter erfrorenen Aprikosenbaum durch ein Apfelbäumchen ersetzen. Doch dank des heftigen Regens, der gestern früh begonnen hat und erst am Montag aufhören soll, ist ausser Schlammcatchen in den Beeten nicht mehr viel machbar. Und weil der Wetterdienst für meinen Reisetag strahlenden Sonnenschein angekündigt hat, darf ich nicht fahren. Befehl von Herrn C., der in solchen Dingen unerbittlich ist. Zuerst kommt die Gartenarbeit, dann das Vergnügen. Nicht lustig.


Miesepetrig verzog ich mich gestern Abend mit einem alten Kochbuch von Lorenza de Medici ins Bett. Darin beschreibt sie eine Torta Sbrisolona, eine Spezialität aus der Gegend um Mantova, die nur aus Streuseln besteht. Eine Krümeltorte, sozusagen. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Ihr Rezept mit Schweinefett und Eiern gefiel mir hingegen überhaupt nicht. Doch die Neugierde war geweckt und in anderen Kochbüchern fand ich verschiedenste Rezepte mit Butter oder Margarine, mit oder ohne Eier, mit Nüssen und auch mit Konfitüre oder Nutella gefüllt. Ich entschied mich für eine Eigenkreation ohne Eier, in der die Butter für eine vegane Variante problemlos durch Alsan ersetzt werden kann. Der Maismehlanteil macht die Torte erst richtig mürbe, bitte nicht durch Maisstärke (Maizena) oder Polenta ersetzen, das ergibt einen ungeniessbaren Murks. Traditionell wird die Torte übrigens nicht geschnitten, sondern in unregelmässige Stücke gebrochen. 


Für eine Springform mit 28 cm Durchmesser:

  • 100 gr Weizenmehl
  • 100 gr Maismehl
  • 100 gr Haselnüsse, frisch gemahlen
  • 150 gr Butter, weich
  • 140 gr Zucker
  • fein abgeriebene Schale einer halben Zitrone
  • 1 Prise Salz

Beide Mehlsorten, Haselnüsse, Zucker, Salz und Zitronenschale in einer Teigschüssel vermischen. Butter in kleine Würfel schneiden und zugeben. Mit den Händen rasch zu grossen Streuseln verarbeiten. Schüssel abgedeckt 30 Minuten in den Tiefkühler oder 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit die Streusel gut durchkühlen können und extra knusprig werden. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform ausfetten oder mit Backpapier auslegen. Die kalten Streusel vorsichtig gleichmässig in der Form verteilen. Auf der mittleren Schiene 30-35 Minuten goldgelb backen. Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen und erst dann vorsichtig aus der Form befreien. In Stücke schneiden oder brechen und mit einem Espresso servieren. Die Torte hält sich gut eingepackt mindestens eine Woche. Kurz vor dem Servieren fünf Minuten in den heissen Ofen schieben und schon schmeckt sie wieder wie frisch gebacken.


Sonntag, 11. März 2012

Gâteau Ti'son de la Réunion (Glutenfrei)



Mein Lieblingsneffe hat mir gestern telefonisch gedroht, dass er sich vor der heutigen Gartenarbeit drücken wird, wenn ich keine anständige Verpflegung mitbringe. Um mir seine Hilfe beim Umgraben zu sichern, begab ich mich also in die Küche. In Tupperware verpackt warten deshalb die Reste des Elvis-Hackbratens, marinierter Rettich, Rucola-Tomaten-Salat und frisch gebackener Zibelechueche auf ihre Reise in den Schrebergarten. Als Dessert gibt es heute eine süsse Spezialität der Île de la Réunion, einen Maismehlkuchen mit Vanille und Rum namens Ti'son (= Réunion-Kreolisch für Maismehl). 

Glutenfrei, einfach zu machen, supersaftig und superlecker! 

Und natürlich ein weiterer Beitrag zur {Initiative Sonntagssüss}


Für eine Springform mit 26 cm Durchmesser:

  • 100 gr Zucker
  • 100 gr brauner Rohrzucker
  • 250 gr Butter, sehr weich
  • 1 Prise Salz
  • 4 grosse Eier
  • fein abgeriebene Schale einer kleinen, unbehandelten Zitrone
  • Mark einer Vanilleschote
  • 2 El brauner Rum
  • 250 gr Maismehl
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver, glutenfrei (z.B. von Biovegan)
  • 100 ml Milch 
  • etwas Butter zum Ausfetten der Form

Zucker, Butter und Salz mit dem Handrührer weissschaumig aufschlagen (mindestens 5 Minuten). Die Eier einzeln jeweils 20 Sekunden lang unterrühren. Zitronenraps, Vanillemark und Rum (ich bevorzuge Coruba) zugeben. Maismehl und Backpulver mischen, sieben, zur Masse geben, kurz einrühren und zuletzt die Milch untermischen. Die Springform gut ausfetten oder mit Backpapier auskleiden, Teig einfüllen und im vorgeheizten Ofen auf der zweiten Schiene von unten bei 160 Grad 45-55 Minuten backen. Falls die Oberfläche zu schnell bräunt, Kuchen locker mit Alufolie abdecken. Stäbchenprobe machen und wenn nichts mehr kleben bleibt, aus dem Ofen nehmen und 20 Minuten ruhen lassen. Danach aus der Form heben und auf einem Gitter ganz auskühlen lassen. Wer hat, serviert dazu geschlagene Sahne.

Hält sich gut verpackt 3-4 Tage.

Anmerkung:
Maismehl aus biologisch-dynamischem Anbau erhält man z.B. bei Alnatura (Eigenmarke, auch bei DM im Sortiment). Preislich liegt das Päckchen mit 500 Gramm Inhalt bei ungefähr 1,65 Euro. Aus Maismehl kann man übrigens auch auch superleckere Waffeln machen. Für eine lactosefreie Variante die Butter durch Alsan und die Milch durch frisch gepressten Orangensaft ersetzen.




Dienstag, 15. November 2011

Maismehl-Waffeln ohne Ei - Extreme Waffeling



Meinen Spleen bezüglich der Verwendung von Eiern habe ich ja schon erschöpfend in einem früheren Post behandelt. (Kleiner Seitenhieb. Immer schön meine Posts lesen und ihr seid immer voll informiert. Hö,hö..)

Genug Eigenwerbung, zurück zum Thema. Eifreie Waffeln haben gegenüber ihren meist ziemlich eierlastigen Verwandten einige Vorzüge. Sie halten sich meiner Erfahrung nach länger frisch und trocknen nicht so schnell aus. Aufbewahrt in einer Blechdose schmecken sie auch nach zwei bis drei Tagen immer noch sehr gut. Vorausgesetzt natürlich, dass auch nur eine einzige Waffel den Tag überlebt. Was bei uns selten der Fall ist. *Njomnjomnjom*

Ausserdem lässt sich das Rezept ganz einfach veganisieren. Statt Butter und Milch verwendet man Alsan und Hafermilch. Für Allergiker kann das Weizenmehl durch Dinkel- oder Kamutmehl ersetzt werden.

Heizt das Waffeleisen auf, stellt die Toppings auf den Tisch und zückt das Besteck.

Denn hier kommen die famosen Old fashioned Cornflour Waffles:

  • 480 ml Milch 
  • 1 El Apfelessig
  • 70 gr Butter, geschmolzen 
  • 180 gr Maismehl 
  • 120 gr Weizenmehl 
  • 1 knapper El Weinsteinbackpulver
  • 1/2 Tl Salz
  • 80 gr Zucker 
  • 1 gehäufter El Tapiocastärke

Zuerst alle trockenen Zutaten abmessen und in einer grossen Schüssel mischen. Dann alle feuchten Zutaten untermischen. Der Teig sollte dickflüssig sein. Evt. noch etwas Milch untermischen, wenn der Teig zu dick ist. Eine Schöpfkelle voll im vorgeheizten Waffeleisen verteilen und auf mittlerer Stufe 2-3 Minuten backen. 
Ergibt etwa 8 Stück.

Und was wäre eine Waffelorgie ohne Beilagen? Für Kalorienzähler empfehlen sich frische Früchte oder ungesüsstes Apfelmus. Und für alle, die über Kalorienzähler die Nase rümpfen, gibt es dazu Ahornsirup, Mandelmus und Agavendicksaft, Schokostreusel und Muskatsirup.

Anmerkungen: Maismehl gibts übrigens im Bioladen und bei DM, Tapiocastärke günstig im Asia-Shop. Idee aus Vegan Brunch.