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Samstag, 7. Dezember 2019

One-Pot-Soulfood: Zweierlei Kartoffelgratin mit Sardellen



Dieses Gratin wird sicherlich nie einen Schönheitspreis gewinnen. 
Kratzt uns das? 
Nö.
Es ist deftiges, unkompliziertes Soulfood für eiskalte Winterabende.
Und nur das zählt.

Für 4 Personen:

  • 600 gr Vollmilch
  • 7 Sardellenfilets
  • 2 Knoblauchzehen, zermust
  • je 1/4 Tl getrocknete Thymian-, Bohnenkraut- und Majoranblättchen
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • knapper Teelöffel Kräutersalz 

Man nehme eine gusseisernen Topf mit etwa vier Litern Fassungsvermögen und vermische darin alle oben stehenden Zutaten. Auf mittlerer Stufe erwärmen. Die Flüssigkeit soll recht salzig, aber nicht versalzen sein.

  • 600 gr festkochende Kartoffeln, geschält gewogen
  • 300 gr Süsskartoffeln, dito (io: eine weisse Sorte)
  • 1 mittlere Zwiebel, geschält
  • 4 El geriebener Pecorino oder Parmesan
  • 1 El Butter
  • eine kleine handvoll geschälte, gehackte Haselnüsse

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln und Zwiebel in dünne Scheiben hobeln. In den Topf geben, Hitze hochdrehen. Unter ständigem Rühren 3-4 Minuten köcheln, bis die Milch leicht angedickt ist und die Kartoffelscheiben fast gar sind. Topf in den Ofen verfrachten, 30 Minuten backen. Oberfläche des Gratins mit dem Käse bestreuen, Butterflöckchen darüber verteilen und mit den Nüssen garnieren. Gitter auf der mittleren Schiene einschieben und das Gratin weitere 10 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen und stellenweise gebräunt ist. Heiss mit Chicoréesalat servieren.

Sonntag, 4. März 2018

Pomodori ripieni - Perfekt, um einen Fehlkauf zu vertuschen...



Im Supermarkt gab es kurz vor Ladenschluss am Samstagabend wieder diverses Gemüse zum halben Preis. Neben Petersilienwurzeln, Lauch, Knollensellerie und Chicorée, landete noch eine Packung spanischer Strauchtomaten im Einkaufskorb. Ja, ja, ich weiss. Nix saisonal, nix regional, nix vernünftig. Aber sie sahen einfach so unglaublich verführerisch aus. Ein Sommergruss an einem trüben, eiskalten Wintertag....*schwelg*...  


Wie halbwegs erwartet, entpuppten sich die Pomodori zu Hause als geschmacksbefreite Bocciakugeln. Tja. Ich hätte die Tomaten während einer Protestkundgebung gerne als Wurfgeschosse eingesetzt, aber mangels sinnvoller Demonstrationen um diese Uhrzeit, endeten sie im Ofen. Glück im Unglück, kann ich da nur sagen. 


Für 2-4 Personen:

  • 4 grosse, feste Tomaten, ca. 800 gr
  • 140 gr altbackenes, helles Brot (io: Emmerbrioche)
  • 7 Sardellenfilets
  • 2 Knoblauchzehen, geschält
  • 1/2 Tl Italienische Kräuter
  • 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut
  • 1 grosszügiger Gutsch Olivenöl
  • 1 Gutsch Weisswein
  • 3 El frisch geriebener Pecorino
  • 1 El Kapern, gut abgetropft & fein gehackt (optional)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 4 Butterflöckchen

Die Tomaten abbrausen, einen dünnen Deckel abschneiden und mit einem Löffel aushöhlen. Das schlabberige Innenleben entsorgen. Das Brot im Mixer mittelgrob zerschreddern und in eine Schüssel umfüllen. Den grünen Stielansatz bei den vier Tomatendeckeln herausschneiden. Ansätze wegwerfen, den Rest in den Mixbecher legen. Sardellen, Knoblauch, Kräuter, Öl und Wein hinzugeben und alles zu einer Paste zermixen. Zu den Brotbröseln in die Schüssel giessen. Zum Schluss noch Käse und Kapern zugeben, den Schüsselinhalt gut vermischen. Kräftig pfeffern und ggf. noch nachsalzen. Mit einem Teelöffel in die Tomaten füllen, die Oberfläche glatt streichen. Den Boden einer kleinen (gusseisernen) Auflaufform mit ein bisschen Öl bepinseln, die Tomaten nebeneinander reinsetzen. Gitter auf der untersten Schiene einschieben, die Form auf dem Gitter absetzen und erst jetzt den Ofen auf 180 Grad einstellen. Nach 40 Minuten Backzeit die Butterflöckchen auf die leicht gebräunte Füllung streichen. Weitere 20-30 Minuten backen, bis die Tomaten weich geschmort sind und die Füllung appetitlich braun ist. Heiss oder lauwarm, z.B. mit einem Salatteller, servieren.

P.S. Weil die Tomaten auf dem Gitter nur so wenig Platz brauchen, kann man daneben problemlos noch ein Gratin oder anderes Gemüse mitbacken, z.B. ganze Randen, Kartoffeln, Süsskartoffeln oder kleine Kürbisse. Und schon freut sich das schlechte Gewissen über die vorbildliche Ofennutzung.

Mittwoch, 20. März 2013

Cime di Rapa Quiche



Sodele, wie hier versprochen, kommt nun eine Verwertungsmöglichkeit für die zäheren Cime di Rapa Teile. Auch praktisch, wenn der Kohl schon etwas "lätschig" (angewelkt) ist. In der Quiche sieht bzw. merkt das niemand. Wer keine Sardellen mag, kann sie einfach weglassen und den Guss stärker salzen. Weil Herr C. und ich aber sardellensüchtig sind und ein riesengrosses Glas aufbrauchen müssen, dürfen es für uns auch doppelt so viele Filets sein. Reine Geschmackssache, genau wie die Konsistenz des Gusses nach dem Backen. Ich mag die Quiche lieber kompakt. Wer sie flaumiger möchte, sollte die Stärke weglassen, nur Sahne verwenden und evt. ein Ei mehr unterrühren. Die Chilischote sorgt für den unerwarteten Kontrast. Geräuchertes Paprikapulver ist ein netter Ersatz für alle, die nicht so auf Schärfe stehen.


Für 4-6 Personen als Beilage zu einem Salätchen:

  • 600 gr Cime di Rapa 
  • 2 El Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 5 grosse Sardellenfilets
  • 2 Eier
  • 1 gehäufter El Stärke
  • 200 ml Sahne
  • 200 ml Milch
  • 1 kleine rote Chilischote, fein gehackt oder 1/4 Tl (geräuchertes) Paprikapulver
  • Salz, Pfeffer
  • 1 fertiger Blätterteig, rechteckig ausgewallt

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Cime di Rapa putzen, waschen und fein schneiden. Olivenöl in einer Pfanne auf kleiner Hitze erwärmen. Knoblauchzehe in hauchdünne Scheiben schneiden, zusammen mit den Sardellenfilets im Öl schmelzen lassen. Der Knoblauch darf auf keinen Fall braun werden, dann schmeckt er bitter. Cime di Rapa zugeben, Hitze hochdrehen und kurz rührbraten, bis die Blattstreifen zusammengefallen sind. Zur Seite stellen und etwas auskühlen lassen. Eier, Stärke, Sahne und Milch zusammen verquirlen. Mit wenig Salz und Pfeffer würzen. Eine rechteckige Backform mit dem Blätterteig samt anhaftendem Backpapier auslegen. Chilistückchen und Cime di Rapa mit dem Guss mischen und alles in die Form füllen. Auf der zweiten Schiene von unten etwa 40 Minuten backen, bis der Guss leicht gebräunt ist. Schmeckt am besten lauwarm.