Posts mit dem Label Fischsauce werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fischsauce werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. April 2025

Grünkernklopse nach Königsberger Art

Ausmisten ist angesagt. Unmengen Bücher tummeln sich überall in der Wohnung und entlocken Herrn C. beinahe täglich originelle Flüche. Ich gestehe: Meine Neugier ist oft grösser als mein Lesehunger. Ständig nehme ich beim Büchertauschtisch mehr Lektüre mit, als ich in den folgenden Wochen bewältigen kann. Dazu finde ich noch regelmässig interessante Bücher im Bibliotheksausverkauf, in Brockenstuben, auf Flohmärkten, in Bücherschränken... Die Versuchung lauert an allen Ecken. Mich von guten Krimis und spannenden Biographien zu trennen - egal, ob gelesen oder nicht - fällt mir meist schwerer, als Kochbücher wegzugeben. Einige der in den letzten Jahren gehorteten Kochbücher lockten mit tollen Titeln, entpuppten sich dann aber aus verschiedensten Gründen als kein Must-have. Wenn das der Fall ist, fotografiere ich die Rezepte, die mir gefallen, und danach darf das Buch weiterziehen. Adieu und auf Nimmerwiedersehen. Während einer langweiligen Zugfahrt am Freitag blätterte ich auf der Suche nach Inspiration fürs Abendessen durch meine Fotogalerie. Dabei stach mir ein Bild mit der Überschrift Vegetarische Königsberger Klopse mit Kapernsauce aus "Deftig Vegetarisch - Heimatküche" von Anne-Katrin Weber ins Auge. Frei Schnauze nachgekocht, für gut befunden und nun bereue ich es, das Buch letzthin auf dem Tauschtisch zurückgelassen zu haben.... *gnaaaah*

Für 4 Personen:

  • 200 gr fein geschroteter Grünkern (io: Mühle Degerfelden)
  • 50 gr fein gehackte Zwiebel
  • 600 ml hahnenheisse Rinderbrühe 

Grünkernschrot in einer beschichteten tiefen Pfanne anrösten, bis er gut duftet. Zwiebel zugeben, unter ständigem Rühren die heisse Bouillon zugiessen. Einmal aufkochen. Herd ausschalten. Deckel auflegen und die Pfanne 30 Minuten auf der heissen Platte stehen lassen. Am Anfang ein paarmal umrühren, damit nichts am Boden anbrennt. Nach der Quellzeit den Deckel entfernen, gründlich umrühren und den gegarten Schrot mindestens 10 Minuten abkühlen lassen. 

  • 1 Ei Grösse L
  • 3 El Paniermehl (io: fein geraspeltes 1/2 Schwöbli vom Vorvortag)
  • etwas feiner Zitronenabrieb
  • wenig Kräutersalz
  • je eine grosszügige Prise Pfeffer aus der Mühle, frisch geriebene Muskatnuss und Majoranblättchen
  • 2 grosse Lorbeerblätter, angeknickt

In der Mitte der lauwarmen Grünkernmasse eine Mulde formen. Ei, Paniermehl, Zitronenabrieb, Salz und Gewürze reingeben. Mit einem Gummispatel alles gründlich vermischen. Die Masse soll gut zusammenhalten, sonst mehr Paniermehl unterkneten. Mit angefeuchteten Händen 12-14 golfballgrosse Klopse formen und auf einem kalt abgespülten Teller zwischenlagern. In einem grossen Topf reichlich Wasser mit Salz und Lorbeerblättern zum Kochen bringen. Klopse im siedenden Salzwasser 15-20 Minuten ohne Deckel garen. (Io: Wasser mit Lorbeerblättern und Salz in der Wokpfanne aufkochen. Herd ausschalten, Pfanne zur Seite ziehen. Bällchen nacheinander schnell zugeben. Zurück auf die heisse Platte stellen und 20 Minuten schwimmen lassen. Herd zwischendurch dreimal anschalten, bis das Wasser gerade zu blubbern beginnt. Die Klopse sind am Schluss eher weich, halten aber gut zusammen). Während der Badezeit die Sauce zubereiten.

Sauce:
  • 1 grosse Zwiebel
  • 3 El Butter
  • 3 El Mehl (io: dunkles UrDinkelmehl Typ 1100)
  • 300 ml hahnenheisses Wasser
  • 400 ml Milch
  • 2 El Salzkapern (io: halbes Glas Kapern aus Pantelleria, ca. 20 Gramm, nicht abgespült)
  • ein sehr grosszügiger Schuss Fischsauce (io: Red Boat)
  • 1 Tl milder Senf
  • bisschen feiner Zitronenabrieb
  • 3 El trockener Weisswein
  • Salz

Zwiebel schälen und gleichmässig (!) klein würfeln. Butter in der Pfanne zerlassen, Zwiebelstücke darin glasig dünsten. Mit Mehl bestäuben. Durchrühren, bis der Pfanneninhalt gut vermischt ist. Unter ständigem Rühren das hahnenheisse Wasser zugiessen. Rühren, rühren, rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Sobald alles glatt aussieht, Milch zugiessen. Kapern, Fischsauce, Senf und Zitronenabrieb zugeben. Mindestens 10 Minuten köcheln lassen, bis der Mehlgeschmack verschwunden ist. Ab und zu umrühren. Wein unterrühren und weitere 5 Minuten köcheln. Falls nötig, mit Salz abschmecken. Good to know: Salzkapern bleiben auch nach dem Kochen kleine Salzbömbchen, also lieber die Sauce nur dezent salzen. Mit Petersilienkartoffeln und Salat servieren.

Freitag, 15. April 2022

Cuisine du Placard: Shiitake Tom Kha in 15 Minuten

 

Cuisine du Placard? Wandschrankküche? Ergibt, wörtlich aus dem Französischen übersetzt, tatsächlich nicht viel Sinn. Gemeint ist damit das Kochen mit lange haltbaren Vorräten, die im Wand(Vorrats)Schrank, Kühlschrank und Tiefkühler vorhanden sind. Kein extra Einkauf, keine ellenlange Zutatenliste, kein grosser Aufwand. Gerichte, die man spontan für Überraschungsbesuch, Sonntags im Pyjama, und unter der Woche auch nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag mit links auf den Tisch zaubert.

Aus dem Vorratsschrank benötigen wir getrocknete Shiitakepilze, Kokosmilch, Fischsauce (in der veganen Variante aus fermentierter Ananas) und Kokos- oder Palmzucker. Die Kaffirlimetten- und Korianderblätter sollten im Tiefkühler schlummern, getrocknete Blätter sind kein Ersatz. Schalotten liegen im Zwiebeltopf, fehlt nur noch die Suppenpaste. Falls ihr keine vorrätig habt, wäre die Chop Stick Tom Kha Paste aus der Migros einen Abstecher an den Bahnhof wert. Sie besteht nur aus Limettensaft, Zucker, Salz, Ingwer, Zwiebeln, Zitronengras, Knoblauch, Koriander, Kaffirlimettenblättern, Chili und Pfeffer. Die bisher getesteten thailändischen Produkte fand ich alle zu scharf und die Zutatenlisten bedenklich (E-Nummern noch und nöcher, Sojaöl, Glutamat...). Irks.

Übrigens verwende ich seit Jahren ätherisches Korianderöl in Körnchenform von Aromandise statt frische oder gefrorene Korianderblättchen. Ein geniales Mitbringsel aus Frankreich: Es besteht aus genau zwei Zutaten in Bioqualität, nämlich Agavenpulver als Trägerstoff und ätherischem Korianderöl. Zudem ist es sehr lange halt- und perfekt portionierbar. Ideal zum Abschmecken von asiatischen Gerichten, wenn der oder die Mitesser Korianderhasser sind. Wer mehr über diese tolle Produktlinie erfahren möchte: Klick

Für zwei hungrige Suppenliebhaber:

  • 800 ml hahnenheisses Wasser
  • 6 grosse, getrocknete Shiitakepilze
  • 4 Kaffirlimettenblätter, eingerissen
  • Tom Kha Suppenpaste ohne Zusätze (io: ein Beutel)
  • 2 grosse Schalotten oder eine mittelgrosse Zwiebel 
  • eine Dose Kokosmilch à 400 ml
  • (vegane) Fischsauce 
  • Kokoszucker
  • Korianderblättchen, frisch oder aus dem TK (io: Cristaux d'huiles essentielles)

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Unterdessen die Pilze grob zerbröckeln und zusammen mit den Kaffirlimettenblättern und der Tom Kha Paste in den Topf geben. Die Zwiebel schälen und in kleine Stücke zerteilen. Ebenfalls in den Topf schubsen. Etwa fünf Minuten kochen, bis die Shiitake- und Zwiebelstücke weich sind. Kokosmilch zugiessen und den Topfinhalt wieder zum Kochen bringen. Weitere zwei Minuten kochen, dann die Zitrusblätter rausfischen. Herd ausschalten. Suppe mit dem Stabmixer möglichst glatt pürieren. Kosten und, je nach Geschmack und Salzgehalt, mit heissem Wasser verdünnen. Pürierte Suppe mit Fischsauce und Kokoszucker abschmecken. Zuletzt die Korianderkörner unterrühren. Oder die Suppe in Schüsseln verteilen und mit Korianderblättchen toppen. Danach noch einen Salat und der fleischfreie Karfreitag ist gerettet.


P.S. Wer noch einen Knubbel Ingwer oder Galgant im Tiefkühler findet, darf gerne ein paar Scheibchen mitkochen. Das gilt auch für Chilischoten, Korianderwurzeln und Zitronengras, die ebenfalls vor dem Pürieren entfernt werden. Limettenspalten zum Nachsäuern sind kein Muss, die Suppenpasten enthalten meist genug Limettensaft. Wenn ihr wisst, dass eure Paste sehr sauer ist, lieber zwei Dosen Kokosmilch und nur 400 ml Wasser verwenden. Für eine gemüsige Tom Kha können die Pilze zum Beispiel durch Karottenscheiben, Randen-, Süsskartoffel- oder Kürbiswürfel ersetzt werden. Oder, um die Sache mit den lange haltbaren Vorräten wieder aufzugreifen, wie wäre es mit einer Linsen Tom Kha, vorzugsweise aus halbierten roten oder gelben Linsen? Die Suppe auf dem Foto wurde mit lila Süsskartoffeln zubereitet und die Deko besteht aus farblich passenden roten Rettichsprossen. Lasst eurer Phantasie freien Lauf. 

Sonntag, 23. Juli 2017

Shakshuka mit Zucchini und Kichererbsen



Theoretische Foodbloggproblemchen: Was soll ich bloss kochen? Wo bekomme ich die Zutaten dafür her? Habe ich die Zubereitung ausführlich genug notiert? Änderungen? Anmerkungen? Ist das verständlich? Macht das Sinn? Soll ich dieses oder jenes wirklich veröffentlichen oder lieber noch einmal überarbeiten? Ist das Foto einigermassen gelungen? Wird das überhaupt irgendjemanden interessieren? etc.pp.

Praktische Foodbloggerproblemchen: Spätes Dinner gekocht. Nach dem Essen war es dunkel, daher die Fotosession auf den nächsten Tag verschoben. Am Nachmittag die Schüssel mit den Resten aus dem Kühlschrank geholt, abgedeckt und einen mittleren Wutanfall bekommen. Ins Büro gestampft, Herrn C. das Corpus delicti unter die Nase gehalten und böse funkelnd erkundigt: Na, fehlt da nicht was? Etwas, das ich heute für einen Blogeintrag fotografieren wollte? Von dem ich dir gesagt hatte, dass du auch im Falle einer schweren Fressattacke oder dem Besuch der Queen mindestens eines übrig lassen solltest? Häh? 

Das Ende der Geschichte: Herr C. hatte die übrigen zwei mitgegarten Eier feinsäuberlich rausgefischt, heimlich mit Genuss verspeist und darum muss mein Shakshuka-Foto ohne Ei(er) auskommen. *gnaah*


Für 4 Personen:

  • 2 El Rapsöl
  • 2 grosse rote Paprikaschoten
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 2 mittelgrosse gelbe Zucchini
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • gehäufter 1/4 Tl Garam Masala
  • 1/2 Tl Zimt
  • 1/2 Tl Koriander
  • 1 grosszügiger Schuss Weisswein
  • 2 Tl Fischsauce
  • 250 gr gekochte Kichererbsen (TK oder Dose)
  • 1 Flasche Passata (700 gr, z.B. von Alnatura)
  • 350 ml Wasser
  • 5 Eier 
  • Salz, Pfeffer

Rapsöl in einer grossen Pfanne mit hohem Rand warm werden lassen. Unterdessen die Paprika und die Zwiebel putzen bzw. schälen und in kleine Stücke schneiden. In die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze anschmurgeln lassen. Die Zucchini in etwas grössere Stücke zerteilen. Knoblauch schälen und in hauchdünne Scheiben schneiden. Petersilie von den Blättern befreien, diese zur Seite stellen. Stengel fein hacken und zusammen mit den Zucchinistücken und den Knoblauchscheiben in die Pfanne geben. Hitze hochdrehen und fünf Minuten rührbraten, bis das Gemüse stellenweise gebräunt ist. Alle Gewürze zugeben, eine Minuten mitbraten. Mit dem Weisswein ablöschen. Fischsauce und Kichererbsen unterrühren. Wenn der Wein fast verdampft ist, Passata und Wasser zugiessen. Salzen, Deckel auflegen und etwa 10 Minuten kochen, bis das Gemüse weich ist. Abschmecken. Die Eier einzeln aufschlagen und mit genügend Abstand voneinander auf der Gemüsesauce platzieren. Jedes Ei sparsam salzen. Deckel wieder auflegen und weitere 8-12 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Eiweiss fest und das Eigelb merklich blasser geworden ist. Unterdessen die Petersilienblätter fein hacken. Petersilie über das Shakshuka streuen, pfeffern. Heiss mit frischem Fladenbrot servieren.

P.S. Natürlich auch ohne Eier ein Genuss, dann z.B. mit Buttercouscous oder als Beilage zu Fleisch reichen.

Freitag, 25. März 2016

Imitation Game: Mock Duck & Broccoli Stir Fry



Statt Fisch, gibt es für mich heute Seitan mit Gemüse. Grund? Die Abwesenheit des Hausherrn, der leider wie so oft, geschäftlich unterwegs ist. Bevor er seine Abwesenheit am Montag verkündigt hat, war Scholle mit Petersilienkartoffeln und Kohlrabi-Karotten-Gemüse für Karfreitag angedacht. Natürlich hätte ich den Plan nicht ändern müssen, und den Fischgang für mich alleine zubereiten können, aber bei solchen Gelegenheiten koche ich mir lieber Gerichte, die der Chef nicht gerade favorisiert. Bevor nun eine Diskussion um Sinn oder Unsinn von "Faux Meat" ausbricht, möchte ich kurz und knapp meine Meinung dazu darlegen: Braucht man sowas? Nö, sicherlich nicht. Aber ich mag Geschmack und Textur dieser "Mockingdosen" (Zitat Herr C.), und schätze es als praktische Alternative zu Sojaprodukten wie Tofu oder Tempeh. Nicht mehr und nicht weniger.


Für 2 Personen:

  • 1 Dose Mock Duck
  • 1 Broccoli (ca. 500 gr)
  • 2 frische Knoblauchzehen, geschält und in hauchdünne Scheiben geschnitten
  • 2 Tl Ghee oder Kokosöl
  • ein paar Spritzer Fisch- oder Sojasauce
  • 1 Schuss Weisswein
  • ca. 1/2 El Ketjap Manis 
  • Szechuanpfeffer

Mock Duck in ein Sieb schütten, mit kaltem Wasser abspülen und einige Minuten abtropfen lassen. Dann auf Küchenpapier geben, trocken tupfen, in dünne Scheiben schneiden und zur Seite stellen. Den Broccoli in mittelgrosse Röschen zerteilen, abbrausen und  gut abtropfen lassen. Unterdessen den Stängel schälen, der Länge nach vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Ein Teelöffel Ghee oder Kokosöl in einer grossen, hohen Pfanne zerlassen und die Broccolistielstücke darin eine Minute bei hoher Hitze anbraten. Dann die Röschen und die Knoblauchscheiben zugeben. Eine Minute rührbraten, mit ein paar Spritzern Fischsauce würzen. Einen Schluck kaltes Wasser angiessen, Deckel auflegen und 1-2 Minuten kochen, bis die Röschen leuchtend grün, aber immer noch sehr bissfest sind. Auf einen Teller geben und zur Seite stellen. Restliches Ghee in der Pfanne zerlassen. Mock Duck darin von allen Seiten scharf anbraten, bis die Stücke gleichmässig gebräunt sind. Mit dem Weisswein ablöschen, verdampfen lassen. Dann Ketjap Manis und 150 ml Wasser zugeben. Zwei Minuten kochen lassen, dann den Broccoli wieder in die Pfanne kippen. Kräftig pfeffern, gut durchmischen, die Sauce probieren und ggf. mehr Ketjap Manis unterrühren. Herd ausschalten, Deckel nochmals auflegen und das Stir Fry 2-3 Minuten auf der heissen Kochplatte nachziehen lassen, bis die Broccoliröschen knapp weich sind. Mit Poha (Reisflocken) oder Surti Kolam Reis servieren.


Donnerstag, 4. April 2013

Es muss nicht immer Kimchi sein: Mit Chili und Orange marinierter Bok Choy



Wer keine Lust hat, viel Aufwand zu betreiben und auch nicht tage- oder wochenlang warten möchte, ist mit diesem Rezept gut bedient. Es entstand, als ich im Kühlschrank zwei kleine Bok Choys überraschend wiederentdeckte und die grünen Chilis auch schon ganz traurig aus der Wäsche... ääähh... dem Gemüsefach guckten. Der Kohl ist nach einer Stunde Ruhezeit servierbereit, schmeckt aber meiner Meinung nach am nächsten Tag am besten. Länger als drei Tage sollte er nicht gelagert werden, aber bis dahin ist er ohnehin verputzt. Passt als Beilage zu weissem Reis, gedünstetem Gemüse und Schweine- oder Rindfleisch.


Für 2-3 Personen als kleine Beilage:

  • 2 kleine Bok Choy (ca. 350 Gramm)
  • 1/4 Tl Meersalz 
  • 1 haselnussgrosser Knubbel Ingwer, fein gerieben
  • 1 Tl fein abgeriebene Orangenschale
  • 2 Tl Orangen- oder Zitronensaft
  • 1 kleine grüne Chili, entkernt und ganz fein geschnitten
  • etwa 10 Tropfen (vegane) Fischsauce

Bok Choy rüsten, waschen, trocken schleudern und in dünne Streifen schneiden. Mit allen anderen Zutaten mischen. In einen Gefrierbeutel füllen und gut verschliessen. Etwa eine Minute durchkneten, so kann die Marinade schneller in den Kohl eindringen. Im Kühlschrank mind. eine Stunde, besser über Nacht, durchziehen lassen.

P.S. Unser Osterfest fiel wegen Renovierungsarbeiten ins Wasser und meine Laune befindet sich dank Stress, Chaos und Überforderung momentan knapp neben dem absoluten Tiefpunkt. Bitte nicht böse sein, wenn ich nicht auf eure Kommentare antworte. Bin momentan einfach zu sporadisch online.

Dienstag, 20. November 2012

Bayern meets Ungarn meets Vietnam: Fischkraut



Familie Kohl und ich werden wohl nie die dicksten Freunde werden. Was ganz klar an traumatischen Erlebnissen in der Kindheit liegt. Solche von der Sorte: "Keine Diskussionen Madame, iss deinen Rosenkohl / den Chinakohl / das Sauerkraut / den Rotkohl oder was auch immer da auf deinem Teller liegt. Gemüse ist gesund." Schlimmste vorstellbare Kombination war Kohl mit viel Kümmel und Speck gekocht. Und wie wurde Kohl bei uns zu Hause meistens zubereitet? Mit viel Kümmel und Speck. Shit happens. 

Mit einigen Sorten konnte ich mich wieder anfreunden, auch wenn es ein paar Jahre dauerte. Herr C. hingegen ist eine menschgewordene Kohlvernichtungsmaschine. Er verzehrt unglaubliche Mengen, ohne danach tot umzufallen. Roh als Salat, gedämpft, gewokt, gekocht, gebacken.... Hauptsache Kohl (und Fleisch, nicht zu vergessen). Allerdings gibt es immer wieder kleine Meinungsverschiedenheiten über die angemessene Würzung. Logische Konsequenz: Crossover in Reinkultur.


Für 3-4 Personen (oder einen Herrn C.):

  • ein halber Kopf / ca. 500 gr Jaroma- oder Weisskohl 
  • 1 El Butter
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1-2 Tl Kümmel
  • 1 Tl mildes Paprikapulver
  • etwa 1 El gute Fischsauce

Kohl so fein wie möglich hobeln. Zwiebel ebenfalls dünn hobeln oder in feine Streifen schneiden. Zwiebelstreifen in der Butter anbräunen. Kümmel und Paprikapulver zugeben, eine halbe Minute mitbraten. Kohl untermischen, mit einem grossen Schluck Wasser ablöschen, Hitze reduzieren und den Deckel aufsetzen. Fünf Minuten köcheln. Umrühren und mit der Fischsauce würzen. Ich würde empfehlen, mit der Hälfte der Menge zu beginnen, da manche Saucen extrem salzig sind. Probieren und ggf. mehr Fischsauce zugeben. Deckel wieder auflegen und den Kohl langsam weich schmoren. Zehn Minuten auf der ausgeschalteten Platte ruhen lassen. Mit gebratenen Schupfnudeln, Spätzle oder Knöpfli servieren.

Montag, 8. Oktober 2012

Lenticulam de Castaneis (Linsen mit Kastanien nach Apicius)



Wieder mal nur ganz leicht zu spät... Eigentlich wollte ich diesen Beitrag zeitlich passend zum Römerfest in Augusta Raurica veröffentlichen. Der Veranstaltungstermin war Ende August. *hüstel* Vor 17 Jahren fand das Römerfest zum ersten Mal statt. Damals noch einiges kleiner und unorganisierter, aber auch sehr viel gemütlicher, da weniger Besucherandrang herrschte. Kulinarisch wurden wir immer gut versorgt, zum Beispiel mit gegrillter Wildschweinwurst, Römerbrot, Pouletschenkel in Zitronentunke oder meinem Favoriten, Linsen mit Kastanien. Leider war das Linsengericht in den letzten Jahren schneller ausverkauft, als man "Hypocaustum" buchstabieren konnte. Dank des Originalrezepts kann ich dieses superleckere Soulfood für kalte Herbsttage nun auch zu Hause geniessen. Wenn möglich, daneben "Quo Vadis" gucken und sich an Sir Peter Ustinovs herrlich überzogener Darstellung des Kaisers Nero erfreuen. Und alle mitsingen: "....Rooohom breeehennt ...klimperklimper ...." 


Für 4 Personen als Beilage:

  • 150 gr blonde Linsen
  • 1 grosse Zwiebel, fein gehackt 
  • etwa 350 ml Wasser
  • 1 El frische Nanaminze, fein gehackt
  • 1 Tl Oreganoblättchen, fein gehackt
  • 1/2 Tl frischer Majoran, fein gehackt
  • 1/4 Tl Kümmelpulver
  • 1/4 Tl gemahlener Koriander
  • weisser Pfeffer, frisch gemahlen 
  • 1 El Gin oder weisser Martini
  • 1 El Honig
  • 1-2 El Fischsauce, je nach Salzgehalt
  • 150 gr gegarte Kastanien 
  • 1 El Malzessig
  • 2 El Olivenöl

Linsen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abspülen und im Sieb abtropfen lassen. Ein Esslöffel Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelstücke darin anbraten. Linsen zugeben, mit Wasser auffüllen. Alle weiteren Zutaten bis und mit Fischsauce einrühren. Deckel auflegen und etwa 15 Minuten kochen, bis die Linsen fast gar sind. Je nach Linsensorte muss eventuell mehr Wasser zugegeben werden. Kastanien und Essig in den Topf geben, weitere 5 Minuten köcheln, bis die Linsen weich sind. Deckel abnehmen und die Hitze für etwa zwei Minuten hochdrehen, damit überschüssige Flüssigkeit verdampfen kann. Das Linsengericht sollte schön feucht sein, aber nicht in Sauce schwimmen. Restliches Olivenöl unterrühren, abschmecken und heiss oder zimmerwarm servieren.

Anmerkung: Ich verwende für dieses Gericht am liebsten Kastanien aus dem Glas. Keine Zusätze, sehr guter Geschmack, aber leider nur in Frankreich erhältlich bzw. bezahlbar. Ein Glas mit 400 Gramm Einwaage kostet im Supermarché etwa 3 Euro. In der Schweiz kann man sich mit Kastanien aus dem Tiefkühler behelfen, in Deutschland mit vakuumierten Exemplaren. Wer den Aufwand nicht scheut, kann natürlich auch frische oder getrocknete Marroni verwenden. Allerdings verlängert sich dadurch die Kochzeit.


Mittwoch, 9. Mai 2012

Inspirierter Glasnudelsalat



Pi-mal-Butters Rezept diente als Inspirationsquelle für diesen halb vietnamesischen, halb indischen Glasnudelsalat. Angepasst an den Geschmack des Herrn C., mit weniger Nudeln und mehr Fleisch. Der arme Mann muss sich schliesslich viel zu oft vegetarisch ernähren. Die Mühe hat sich gelohnt. Er fand den Salat sehr gut. Zumindest bis ich mich bei seinem dritten Nachschlag verplapperte. Die Currypaste als Zutat hätte ich wirklich nicht erwähnen dürfen....

Macht nichts, bleibt mehr für mich übrig. Wer es scharf mag, mischt noch 1-2 gehackte Chilischoten unter.


Für 4 Personen:

  • 100 gr Glasnudeln
  • 1 El Kokos- oder Reisöl
  • 500 gr Hackfleisch (Rind, Lamm oder Schwein)
  • 1/2 Tl Massaman-Currypaste
  • 1/4 Tl Zimt
  • 3 Knoblauchzehen, zermust
  • 2 Tl Ingwer, fein zermust
  • 1 El Palm- oder Kokoszucker
  • 3 grosse Frühlingszwiebeln
  • 1 rote Spitzpaprika
  • 1/2 Salatgurke oder 3 knackige Minigurken
  • 2 Limetten, nur Saft
  • 3-4 El Fischsauce
  • eine Hand voll Petersilie oder Koriander, grob gehackt
  • Pfeffer

Glasnudeln mit einer Schere in mundgerechte Stücke schneiden, mit kochendem Wasser übergiessen, einige Minuten einweichen (Packungsaufdruck beachten). Wenn die Nudeln weich sind, in ein Sieb schütten und gut abtropfen lassen. Öl in der Pfanne heiss werden lassen, Hackfleisch darin eine Minute anbraten. Currypaste, Zimt, Zucker, Knoblauch- und Ingwermus zugeben. Einige Minuten rührbraten, bis das Hack  schön gebräunt und jegliche Flüssigkeit verdampft ist. Pfanne vom Feuer nehmen, einen Esslöffel Fischsauce und die Glasnudeln unterrühren. Abkühlen lassen. Währenddessen Frühlingszwiebeln in sehr feine Ringe und Paprika in kleine Würfel schneiden. Gurke schälen, mit einem Löffel die Kerne ausschaben (entfällt beides bei den Minigurken) und ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Alles zusammen in die Salatschüssel geben, mit der restlichen Fischsauce und dem Limettensaft nach Geschmack würzen. Zuletzt noch das Grünzeug untermischen. Grosszügig pfeffern und gleich servieren.