Sonntag, 8. Oktober 2023

24 x [GE] - Meine Hirnwindungen: Die Ferienedition -335-

 

[GE]fahren: Wie fast immer, und gegen den anfänglichen Widerstand des Schwesterherzens, über den Gotthardpass Richtung Lago Maggiore.

Zuerst [GE]lacht: Über die angeblich sooooo enge Strasse zum gemieteten Häuschen.

Dann aber das Lachen abrupt ein[GE]stellt: Die Strasse entpuppte sich hinter dem letzten Dörfchen als holpriger, extrem enger Weg, bei dem zwischen Aussenspiegeln und Steinmauern oft weniger als 10 cm Luft auf beiden Autoseiten zum Manövrieren reichen mussten. Und das über eine Strecke von mehreren hundert Metern hinweg.


Aber die Anfahrt hat sich [GE]lohnt: Das Haus war gross, der Garten noch grösser und die Aussicht vom Balkon sogar grandios.


[GE]ärgert: Aber die Sauberkeit... Unterirdisch!


Fest[GE]stellt: Der Zustand der meisten Möbel, d.h. Sofa, Betten, Tische etc., 
fiel in die gleiche Kategorie.

Ein[GE]richtet: Nach einer Putz- und Umräumaktion war das Feriendomizil einiges wohnlicher und wir konnten beginnen, unsere Ferien zu geniessen.


Radikal zusammen[GE]strichen: Unsere Ausflugspläne. Dank des, bei Nebel, Regen und Dunkelheit gefährlichen Weges, mussten wir zum Beispiel mein Geburtstagsdinner im Gibigiana in Rancio Valcuvia ersatzlos ausfallen lassen. Ebenso einen Besuch im MiDeC und einen Ausflug mit dem Schiff auf die piemontesische Seite des Sees.


Als Ersatz [GE]gönnt: Frusteinkäufe in der heissgeliebten sizilianischen Pasticceria in der nächstgelegenen "Grossstadt".


Keine Kultur, dafür herrliche Leckereien mit Seesicht garniert. Auch okay.


Auf[GE]halten: Vorwiegend im und ums Haus herum. Herr C. und Schwesterherz unternahmen kurze Ausflüge und eine Wanderung den Berg hoch, ich genoss lieber ein spannendes Buch nach dem anderen im Liegestuhl.


[GE]lesen: Weniger als vorgenommen, aber trotzdem mehr als 1500 Seiten geschafft.
Die Kennedys und ihre Frauen - Randy Taraborrelli
The French Chef in America: Julia Child's Second Act - Alex Prud'homme
Schattenzeit: Deutschland 1943, Alltag & Abgründe  - Oliver Hilmes
Die rätselhaften Honjin-Morde & Mord auf der Insel Gokumon - Seishi Yokomizu



 [GE]sehen: Eines Morgens war rings ums Haus der Rasen aufgewühlt, eine Rotte Wildschweine hatte uns unbemerkt in der Nacht besucht. In den folgenden Tagen bekamen wir regelmässig Rehe und Füchse zu Gesicht, aber zum Glück blieben uns Begegnungen mit den grunzenden Viechern erspart.


Jede Nacht [GE]hört: Unter dem Dach des Holzhauses lebt ein Radaubruder.
Keine Ahnung, ob es sich um eine Siebenschläferfamilie, Marder oder einen Waschbären handelt. Einziger physischer Beweis seiner Existenz waren die täglichen Hinterlassenschaften neben dem Auto und einmal auch auf der Sonnenliege.


Tagsüber [GE]hört: Unten im Dorf, bewegte zwei Esel auf der gleichen Weide jeden Tag eine Menge - was sie dann auch umgehend der Welt lautstark und ausdauernd ab 05:00 mitteilten. Der Hahn schräg vis-à-vis begann schon um 04:30 im Stockdunkeln zu krähen und von dem Dutzend Hunde um uns herum, wurden wir rund um die Uhr beschallt. Zwischendurch schrie ein Pfau hysterisch herum und die - Gott sei Dank - wenigen Autofahrer, die die Passstrasse hochkrochen, hupten vor unübersichtlichen Kurven. Wir konnten daher getrost auf TV- und Radioberieselung verzichten.


[GE]frühstückt: Die Brotqualität rund um unseren Ferienort ist, verglichen mit der Schweiz, leider immer noch kaum der Rede wert. Also landete jeden Morgen Pan Bauletto im Toaster: Aus Hartweizen, in Bio-Qualität, mit extra Olivenöl, aus Kamut, mit Roggenanteil und 100% Vollkorn mit Walnüssen und Kürbiskernen. Zumindest sind Auswahl, Qualität und Inhaltsstoffe der abgepackten und vorgeschnittenen Brote ganz ordentlich. Selbstverständlich begnügten wir uns nicht mit trockenem Toast, auf dem Esstisch standen stets Butter, diverse Käsesorten, Charcuterie, Konfitüren, Honig, Oliven, geschnibbeltes Gemüse und Obst zur freien Verfügung.


 Am Mittag [GE]gessen: Meist Fingerfood. Kühlschrank durchsucht, die Beute nett auf einem Teller angerichtet und dort verspeist, wo man gerade Lust dazu hatte. Gerne auch Arancini mit diversen Füllungen aus der Konditorei Siciliana. 
Bevorzugtes Trio: Spinat, Zucchini & Garnelen, Pistazien. Buonissimo!


[GE]kocht: Fast ausnahmslos am Abend.
Während der nebligen, regnerischen Tagen zum Beispiel Minestrone mit extra Borlottibohnen, Kürbiswürfeln und Marroni. An einem anderen Tag Polenta taragna mit gebratenem Broccoli. Als die Temperaturen wieder über 25 Grad kletterten, genossen wir mehrmals frische Pasta. Immer zwei oder drei verschiedene Sorten, beispielsweise mit Borretsch und Ricotta gefüllte Pansotti und mit grünem Spargel und Rohschinken gefüllte Ravioli. Fast jeden Abend wurde dazu Cicoriasalat gewünscht. Rezept: 4 El Taggiasche Olivenöl mit einem El Rotweinessig, einem knappen El Balsamico, genug Kräutersalz und frisch gemahlenen Pfeffer verrühren. Eine kleine Zwiebel in dünne Streifen schneiden, mit der Sauce mischen. Eine handvoll Cherrytomaten halbieren, mit der Schnittseite auf die Zwiebelstreifen legen. Darüber eine handvoll halbierte Bocconcini di Bufala. Mit reichlich fein geschnittenen grünen Zichorienblättern bedecken. Mindestens 15 Minuten abgedeckt stehen lassen. Dadurch mildert sich die Schärfe der Zwiebeln, die Tomaten marinieren, Mozzarella und Salat nehmen Zimmertemperatur an.


[GE]grillt: Wurde zwischendurch natürlich auch. Sehr zur Freude des Schweinwolls, der sich für die Folienkartoffeln genau so wie für die Wurstenden begeisterte.


 [GE]testet: Weil Herr C. und ich am liebsten Salsicce con finocchio auf den Rost legen, und beide nur minimale Erfahrungen mit Steaks u.ä. vorweisen können, kamen wir nicht um ein Testlauf mit einem riesigen Rindskotelette herum. War eine gute Idee. Das zweite Fleischstück - zu Ehren von Onkel Z. - gelang dann fast perfekt. 


Verabschiedet und willkommen [GE]heissen: Nach einer Woche verliess uns das Schwesterherz arbeitsbedingt. Wir brachten sie zum Zug, bewunderten den stetigen Verfall des Bahnhofgebäudes und stoppten auf dem Rückweg noch in drei Brockenstuben. In der zweiten Woche holten wir dann Tante Z., Onkel Z. und Frau Schwiegermama am gleichen Bahnhof ab. Sie reisten alle für Grillspass mit einer Übernachtung inklusive Frühstück an.

[GE]ärgert: Am Bahnhof von Luino wurde Frau Schwiegermama dreist um eine beträchtliche Menge Bargeld "erleichtert". Der Mann hatte sie wegen Wechselgeld angesprochen und statt rigoros zu verneinen, hielt sie ihm ihr Portemonnaie unter die Nase auf der Suche nach Münzen...


Aus der Situation trotzdem das Beste [GE]macht: 
Herr C. konnte mit einiger Mühe seine Mutter von einer überstürzten Rückreise abhalten, danach liessen wir den Nachmittag ruhig angehen. Am Abend wurde gegrillt und der aufregende Tag klang mit Sternenbeschau und einem Grappa aus. Speisezettelnotiz für mich: Folienkartoffeln, Knoblauchbutter mit Oregano & Pecorino, Dip aus Schafricotta mit Kapern und gegrillten Peperoni, gebräunte halbierte Brötchen, eingelegte Champignons, Oliven, zwei Sorten Salsicce, Riesenkotelette, Portobellopilze und Cicoriasalat. Die restlichen Ferientage, nach der Rückreise der Verwandschaft, dienten dann der Erholung und der gemütlichen Vorbereitung der Rückfahrt. Die, btw, aus Versehen wieder über den Gotthard führte. War anders geplant, aber halt.


Mit[GE]bracht: 
Sämtliche Supermercati entlang des Weges können froh sein, dass ich ihnen nach meiner zweijährigen Abstinenz noch ein paar Waren in den Regalen übrig liess.
 Für uns, Verwandschaft und Freunde durften viele, viele gute Sachen mit: Honig, Käse noch und nöcher (Schafricotta, Primo Sale, Pecorino, Ricotta salata stagionata di pecora, frischer Ziegenkäse, Ziegenrobiola, gereifter Schafkäse vom Markt, Büffelmozzarella), junge Salami, Bergamottensirup, Bresaola, Orzo für die Bialetti, italienische Bio-Fave, Colatura di Alici, Garum, Sardellenpaste, sizilianischer Bio-Oregano, Pasta, Taggiasche Oliven & Olivenöl, Balsamico, Polenta, Grappa, Bier, getrocknete Steinpilze, Palmkohlsetzlinge, Gemüsesamen, Tessiner Luganighe etc. pp.

[GE]lacht: Reichlich. Unter anderem über ein Ausfahrticket & Corona im Bauchnabel.

Sonntag, 3. September 2023

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -334-

 

[GE]gessen: Ein Zitronentörtchen und ein namenloses Törtchen aus Mürbteig mit einer vanilligen Joghurt-Panna-Cotta-Füllung, belegt mit Nektarinenstückchen. Njamm! Beides gekauft in der Bäckerei Gaugler im Gundeldingerquartier.

[GE]trunken: Mandarinenlimo von La Mortuacienne

[GE]kocht: Reisnudeln in einer würzigen Erdnussbrühe

Ein[GE]legt: Ein weiteres Glas Hölskytyskurkut.
Zum zweiten Mal mit einer gehobelten Zwiebel, einem Teelöffel Zucker und einem zusätzlichen Teelöffel gelben Senfkörnern.

[GE]wesen: 
Zuerst bei Aggarwal in Basel, eine Grosspackung Surti Kolam Reis gekauft (Lieblingstrockenreis!). Danach ging's weiter mit Herrn C. nach Schlieren.
Am Mittag besorgten wir uns Qebapa mit Fladenbrot in der Victoria Bäckerei & Grill. Keine Ahnung, warum die Google Rezensionen so überschwänglich ausfallen: Gutes Fladenbrot, zwei unreife Tomatenscheiben, grobe Zwiebelstücke, völlig ungewürztes Tarator ohne Gurken und kleine, ungewohnt pfefferscharfe Hackröllchen. Ähem..... 
Nächstes Mal speisen wir wieder im Tiara Grill. 

[GE]freut: Auf der Fahrt zurück bei einem abgelegenen Brocki gehalten und dort eine wunderschöne Schale des bedeutenden Schweizer Keramikers Mario Mascarin gefunden. *froifroifroi*

Ausserdem [GE]freut: 
Die Reiseunterlagen für unsere Herbstferien in Italien sind eingetroffen.

Für den Aufenthalt [GE]ordert: 
The French Chef in America: Julia Child's Second Act - Alex Prud'homme
Double Illusion (Ikmen Mystery 25) - Barbara Nadel
Breaking Breads: A New World of Israeli Baking - Uri Scheft

Zusätzlich in der Bibliothek aus[GE]liehen:
Wahn und Wunder: Hitlers Krieg gegen die Kunst - Charlie English
Zucker, Schnaps & Nilpferdpeitsche: Wie hanseatische Kaufleute Deutschland zur Kolonialherrschaft trieben - Dietmar Pieper
und zwei Reiseführer

 [GE]sehen: Painkiller & The Afterparty 

[GE]ärgert: Momentan schaffe ich es einfach nicht, unter der Woche ein Rezept zu posten. Schuld ist die beinahe tägliche Freiwilligenarbeit nebenbei. Bin vorerst bis Ende Jahr verpflichtet. Bis dahin wird es wohl hier auf dem Blog eher still bleiben. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

[GE]hört: History Repeating - Propellerheads feat. Shirley Bassey

Sonntag, 27. August 2023

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -333-

 

 [GE]gessen: Auf Gartengemüse gebackene Spitzpaprika.
Die Ricotta-Altbrot-Füllung ist ein neuer Favorit.

[GE]mixt: Long Island Ice Tea mit Yuzusirup statt Zitronensaft & Zuckersirup. 1A.

Zusammen[GE]rührt: Bunter Coleslaw mit Edamame und Mais


[GE]erntet: Faustgrosse Tomaten von einer Pflanze, die ich auf einer Grünzeugtauschbörse mitgenommen hatte. Nix Mini-San-Marzano, wie das Schild versprach. Die Früchte der zweiten Minisorten sind ebenfalls zu gross, aber zumindest marzanoförmig.

[GE]wesen: Am Samstag über einen meiner Lieblingsflohmärkte geschlendert. Auf den letzten Metern hat der Himmel seine Schleusen geöffnet. Pech für die Verkäufer, Glück für mich. Hätte keinesfalls mehr Beute nach Hause schleppen können.


[GE]kauft: Unter anderem das Noma-Handbuch Fermentation, Nigel Slaters Küchentagebuch, Jetzt müsst ihr selber kochen von Tine Giacobbo, isländische Salzmischungen, eine Obstschale von Bitossi und einen Instant Pot.

 [GE]sehen: Wolf. BBC Miniserie. Wow.

[GE]lesen: Cicchettario - Die legendären Rezepte des Al Bottegon in Venedig
Alessandra De Respinis

Ein bisschen [GE]fürchtet: 
Mitte der Woche ein heftiges Unwetter inkl. Hagel in einem Elsässer Supermarché erlebt und leise gebetet, dass das Flachdach den Wassermassen standhält. Hat es, zumindest grösstenteils. Echt unheimlich, wenn in einem Einkaufszentrum den Leuten Regen auf die Köpfe platscht und sich in den Gängen Pfützen bilden.

[GE]freut: Die zwei Trinkstellen im Garten werden rege genutzt. Die obere Schale von den Flügis, die untere von Spitzmausis, Igelis und se Chrot.


Lilafarben [GE]ärgert: 
Herr C. hat - gegen meine AUSDRÜCKLICHE Anweisung - vier Lavendelbüsche neben dem Apfelbaum abgesägt. Könnte ihn vor Wut schütteln. Herrn C., nicht den Baum.

[GE]hört: Cotton Eye Joe - Rednex 
Der Song löst bei mir stets einen Lachanfall aus.
Keine Ahnung warum.
Wahrscheinlich ist die Ursache von einer alkoholbedingten Amnesie geschützt.
Vielleicht besser so.
Manche Jugendsünden sollten nie ans Tageslicht gezerrt werden.
Ich sage nur: Viva la revolución!
Uuuuuuuuhhhhhhh.....

Sonntag, 20. August 2023

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -332-

[GE]gessen: Falafel mit viel Gemüse und Tahinsauce im Fladenbrot

[GE]trunken: Zuckerfreie Pflanzenmilch aus Schweizer Mais namens MaisMe! 
Pur sosolala, aber gut für Béchamelsauce, Gratins und ähnliches.

Zusammen[GE]rührt: 
Kalte Gurkensuppe mit Kichererbsen und Kartoffelwürfeln als Einlage. 

Im Ofen ein[GE]weckt: Rotweinzwetschgen. Rezept folgt.

[GE]wesen: Im Garten. Zwetschgen, Mirabellen und Zucchini en masse geerntet.

 [GE]sehen: Renfield 
Ausserdem Marie Antoinette, Ghosts (BBC), The Pursuit of Love und 
Eine französische Mordsache.  

[GE]lesen: My life in France - Julia Child


[GE]freut: Die zahlreichen Dahlienblüten werden von Hummeln und Bienen belagert.

[GE]ärgert: Leider sind mehr Dahlienknollen als gewöhnlich nicht gekeimt und vier im Baumarkt erworbene Sorten entpuppten sich als "Verpackungsfehler", z.B. blüht gerade eine weisse Kaktusdahlie statt einer rot-weissen Bon Odori Anemonendahlie.

In einer Brockenstube [GE]kauft: Einen Rucksack von Lowe Alpine für die Ferien, ein Häuschenvogel von Plastia (Made in CZ), eine Terrinenform aus Edelstahl, zwei Kenzan, einen Double Jigger (Made in USA) und das Kochbuch La cucina verde - Die schönsten Gemüserezepte aus Italien von Carlo Bernasconi.

[GE]hört: Let's get rocked - Def Leppard

[GE]lacht: Herrn C. 17 Jahre lang bequatscht, in der Hoffnung, ihm irgendwann Jassen und 17+4 beibringen zu dürfen. Am letzten Sonntag spontan Nägel mit Köpfen gemacht. Zwei Stunden - und sämtliche verlorenen Spielrunden später - meine Hartnäckigkeit zutiefst bereut.