Donnerstag, 31. Mai 2012

Grüsse aus dem Schrebergarten


 Wer braucht schon Rosen, wenn er ein halbes Feld voller Schnittlauchblüten haben kann?

 Sieht nach einer Rekordernte bei den weissen Himbeeren aus

 Noch ein paar schöne Tage und die Johannisbeeren werden rot, schwarz oder weiss

 Nicht ganz meine Farbe, aber trotzdem wunderschön

 Die über 50 Jahre alten Reben haben die eisige Kälte glücklicherweise überlebt

 Und die Zitronenmelisse ist auch wieder fit und munter 

Um welches Gemüse, welche Frucht oder welche Blume könnte es sich hier handeln?
Kleiner Tipp: Blumenkohl ist es nicht

Auflösung des Rätsels:
Gold-Schafgarbe

Dienstag, 29. Mai 2012

Irischer Kartoffelzopf



Beim Andocken des Fotoapparates meldete der Mac: Speicherkapazität fast aufgebraucht. Uuups. Hunderte Familien- und Ferienfotos sollten schon lange auf die externe Festplatte verschoben werden. Mit Betonung auf "sollten". Nachdem die neuen Fotos geladen waren, sichtete ich die schon vorhandenen und fand einige Foodfotos aus der Zeit, bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe. Die meisten sind Schnappschüsse aus der Küche, mit dem Mobiltelefon aufgenommen. Zumindest kann man erkennen, um was es sich handelt. Oder handeln sollte...  

Hier der Kartoffelzopf, ein Renner bei unseren Grillsessions. Gross genug für acht bis zehn Personen, reicht er manchmal auch nur knapp für sechs Leute. Scheint beliebt zu sein. Als Inspirationsquelle diente ein Rezept für Irisches Kartoffelbrot, vor Jahren aus einer Zeitschrift (Elle Bistro? Annabelle?) ausgeschnitten.


 Für einen grossen Zopf:

  • 525 gr Mehl Typ 550
  • 225 gr Ruchmehl oder Mehl Typ 812
  • 1 El Zucker
  • 15 gr Salz
  • 15 gr frische Hefe
  • 400 ml Hafermilch, lauwarm
  • 60 gr Rapsöl
  • 250 gr gekochte Kartoffeln, grob geraffelt (mehlig kochende Sorte)
  • wenig (Hafer)Sahne zum Bestreichen 
  • Nigella oder schwarzer Sesam zum Bestreuen, optional

Mehl mit Zucker, Salz und Hefe in der Rührschüssel der Küchenmaschine mischen. Eine Mulde in die Mehlmischung drücken, Hafermilch und Rapsöl reingiessen. Maschine anstellen und drei Minuten auf kleinster Stufe laufen lassen. Dann die geraffelten Kartoffeln zugeben, weitere 10 Minuten auf Stufe 2 kneten. Der Teig sollte am Ende schön elastisch sein. Zu einer Kugel formen, kreuzweise einschneiden, wieder zurück in die Schüssel legen und mit Klarsichtfolie bedeckt etwa 180 Minuten aufgehen lassen. Das Volumen sollte sich nach dieser Zeit verdoppelt haben. 

Ofen auf 220 Grad vorheizen. Teig kurz durchkneten und in drei gleich schwere Stücke teilen. Grob rund formen und mit einem Tuch abgedeckt 10 Minuten entspannen lassen. Dann aus jedem Stück einen etwa 60 cm langen Strang formen. Zöpfeln (verflechten) und den Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit eingeölter Frischhaltefolie abdecken und 30-40 Minuten gehen lassen, bis sich der Zopf fast verdoppelt hat. Mit Sahne bestreichen und nach Belieben mit Nigella oder Sesam bestreuen. Auf der mittleren Schiene zuerst 10 Minuten bei 220 Grad, dann 15 Minuten bei 200 Grad backen. Weitere 25-30 Minuten bei 180 Grad fertig backen. Falls der Zopf beim Backen zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken. 


Sonntag, 27. Mai 2012

Schattenmorellen-Schoko-Kuchen aus Hermann-Teig



Tääätätätäääää! Maestro, bitte einen Tusch! Mit Spannung erwartet und hier ist er: 

Deeeeer Schaaaattenmoooorellen-Schoookoooo-Kuuucheeen aus Heeermann-Teeeeig!

Locker, luftig und trotzdem saftig. Einfach wunderbar.

Das Rezept habe ich mir vom Meister persönlich geholt. Nein, nicht von Robert, sondern von Dr. Oetker. Zutaten und Zubereitungsweise habe ich leicht angepasst und auch noch den Namen geändert. Unter einem "Versunkenen Kirschkuchen" stelle ich mir persönlich eher das letzte Dessert auf der Titanic vor....

Für eine runde Form (26 cm Durchmesser):

  • 125 gr Butter oder Alsan, sehr weich
  • 110 gr selbst gemachter Vanillezucker
  • 3 Eier
  • 70 gr gemahlene Mandeln
  • 40 gr Kokosraspel
  • 200 gr Hermann-Teig
  • 120 gr Mehl
  • 1 Tl Backpulver
  • 100 gr dunkle Schokolade, fein gehackt
  • 1 Glas Schattenmorellen/Sauerkirschen, abgetropft (Abtropfgewicht etwa 350 gr)
  • Puderzucker zum Bestäuben (optional)

Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Form mit Backpapier auslegen oder mit Butter ausfetten (hab ich in der Eile vergessen).

Butter und Vanillezucker schaumig rühren. Eier gründlich unterrühren, dann Mandeln, Kokosflocken und den Hermann zugeben. Mehl und Backpulver mischen, sieben und portionsweise unterrühren. Zuletzt die Schokostücke zugeben. Teig in die Springform füllen, mit dem Spatel glatt streichen und die Schattenmorellen darauf verteilen. Auf der mittleren Schiene etwa 40-50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen und wenn nichts mehr klebt, Kuchen aus dem Ofen holen. Fünfzehn Minuten stehen lassen, dann vorsichtig aus der Form holen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.
Am besten schon am Vortag zubereiten, der Kuchen schmeckt nach einem Tag Ruhezeit viel besser als frisch aus dem Ofen. Nach Belieben mit Puderzucker bestäuben und mit Sahne und Vanilleeis servieren.

Samstag, 26. Mai 2012

Projekt Hermann-Teig

Während meiner Grundschulzeit waren Hermann-Kuchen schwer en vogue und bei Geburtstagspartys ein fester Bestandteil des Kuchenbuffets. Jede Mutter, die etwas auf sich hielt, verteilte massenhaft Teigportionen mit einem Hermann-Brief dazu. Auch ich brachte immer mal wieder ein Säckchen Hermann nach Hause, sehr zum Leidwesen meiner Frau Mama. Denn die Schüssel mit dem Teig nahm im kleinen Familienkühlschrank immer viel zu viel Platz weg. Irgendwann hatten die meisten Leute den Hermann satt. Auch meine Frau Mama konnte das Zeug nicht mehr sehen. Der letzte Hermann-Teig wurde verbacken und seinen Platz im Kühlschrank nahmen selbst eingelegte Heringe ein. 

Wahrscheinlich hätte ich nie wieder an Hermann gedacht, wenn mir nicht vor einigen Tagen ein alter Hermann-Brief in die Hände gefallen wäre. Beim Durchwühlen einer Kiste mit Erinnerungsstücken lag er zwischen einem Liebesbrief (Liebst du mich? Ja oder nein? Bitte zutreffendes ankreuzen) und selbst gezeichneten Comics (Inspektor Blondschwein). Aus Nostalgie beschloss ich, dem Hermann ein Revival zu gönnen.

Ansatz:
  • 100 gr Mehl
  • 20 gr Zucker
  • 150 ml kaltes Wasser
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
Alle Zutaten in einer Tupperware-Schüssel (mind. 2 Liter Fassungsvermögen, nicht allzu dicht schliessender Deckel) mit dem Rührbesen zu einem klümpchenfreien Teig mischen. Deckel drauf und 48 Stunden in der Küche stehen lassen. Zwei Mal pro Tag umrühren. Nach den ersten zwei Tagen im Kühlschrank aufbewahren, denn sonst könnte die Milchsäuregärung in Essigsäuregärung umschlagen. Und das wäre nicht nett, weil der Teig dann entsorgt werden muss.

1. Tag: Umrühren

2. Tag: Umrühren
Teig ging mehrmals stark auf und fiel wieder zusammen

3. Tag: Umrühren
Im Kühlschrank ging der Teig nicht mehr so stark auf, begann aber "hefiger" zu riechen

4. Tag: Umrühren
Wasser setzte sich auf der Oberfläche ab. Kein Grund zur Besorgnis, das ist völlig normal.

5. Tag: Mit 100 gr Mehl, 40 gr Zucker und 150 ml Wasser füttern
Teig riecht stark "hefig" und ganz leicht säuerlich.

Die nächsten Tage habe ich keine Fotos gemacht, da der Teig sich gleich verhalten hat, wie in den Tagen zuvor. Der "hefige" Geruch verstärkte sich, ist aber keineswegs unangenehm.

6. Tag: Umrühren
7. Tag: Umrühren
8. Tag: Umrühren
9. Tag: Umrühren

10. Tag: Mit 100 gr Mehl, 40 gr Zucker und 150 ml Wasser füttern.

Danach den Teig in vier Portionen teilen (jeweils etwa 200 Gramm). Einen Teil verschenken, einen Teil einfrieren, einen Teil verbacken und den vierten Teil als Ansatz verwenden. Also wieder bei Tag eins starten. Wem das zu aufwendig ist, der kann alle vier Portionen einfrieren, nach Bedarf verbacken und irgendwann einen neuen Ansatz herstellen. 

Nach einigen Recherchen im Internet stellte sich heraus, dass mein Teig anscheinend kein Hermann, sondern ein Siegfried ist. Unterschied: Hermann wird mit mehr Zucker und Milch gefüttert und für süsse Kuchen verwendet. Siegfried hingegen eher für salzige Kuchen, Hefegebäck und Brot.

Nichtsdestotrotz wurde aus dem Hermann/Siegfried ein leckerer Kuchen. Das Rezept für den Schattenmorellen-Schoko-Kuchen findet ihr hier.