Sonntag, 13. September 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -245-

 

[GE]gessen: Bio Vitello Salsiz der Metzgerei Hatecke, Scuol

[GE]trunken: Lindenblütentee mit Zitrone

[GE]schmort: Rinderbug mit Herbstgemüse, Markknochen und Dörrzwetschgen

[GE]backen: 
Caminadas Zopf, 100% Vollkorndinkel, Pane di due Sorelle und
eine Süsskartoffelbrioche ohne Eier

[GE]wesen: Zum letzten Mal an meinem Arbeitsplatz, Schlüssel und einen schriftlichen Einspruch wegen missbräuchlicher Kündigung abgegeben. 

[GE]ärgert: Obwohl schon mehrmals darum gebeten, 
warte ich immer noch auf mein Arbeitszeugnis.

 [GE]sehen: The Boys. Bisher vier neue Folgen.

[GE]lesen: 
Maigret verliert eine Verehrerin - Georges Simenon
Blutige Nachrichten - Stephen King
Meine Gemüseküche für Herbst & Winter - Meret Bissegger

[GE]freut: Der Saftladen in Muttenz ist wieder geöffnet! Apfelmost für alle!

[GE]kauft: 
Ein Fläschchen Colatura di Alici im Globus. Sie hatten dort auch wunderschönen jungen Ingwer in der Früchteauslage, allerdings zu einem angsteinflössenden Preis. Auf der anderen Seite des Rheins, im Asiashop, war der Galgant ausverkauft, dafür fand ich drei Päckchen frischen Ingwer mit Stängeln. Auch nicht günstig, d.h. fast dreimal so teuer wie normaler Bio-Ingwer, aber das Geld ist gut angelegt. Jung geerntet sind Ingwerrhizome aromatischer, deutlich milder und zitroniger als die gewohnte Supermarktware. Nächste Woche pilgere ich nochmal dorthin und besorge weitere drei oder vier Päckchen, die dann auch im Tiefkühler landen. Mein Restjahresverbrauch sollte damit gedeckt sein. *froi*

[GE]trauert: Um Birol Ünel

Donnerstag, 10. September 2020

Apfelkompott-Pie aus UrDinkelruchmehl


Das Apfelbäumchen im Garten scheint mich ständig verschmitzt anzugrinsen. Kein Wunder, denn es hat uns von Anfang an gründlich veräppelt. Als ich es zum ersten Mal sah, stand es zusammen mit unzähligen anderen Apfelbäumchen in einem Container vor dem Gartencenter. Es war das einzige Bäumchen mit rosafarbenen Blüten und obwohl das Sortenetikett fehlte, quengelte ich so lange, bis Herr C. den Kauf genehmigte. Die ersten Jahre nach dem Einpflanzen tat es nichts anderes, als Blätter zu produzieren. Kein Wachstum, keine Blüten, keine Früchte. Irgendwann begann es dann doch noch zu wachsen, überraschte uns mit weissen Blüten und wurde prompt vom Apfelschorf befallen. Die drei oder vier Äpfel, die es später pro Jahr trug, waren zwar fein, aber wegen der Krankheit so unansehnlich, dass eine Sortenbestimmung unmöglich war. Vor drei Jahren beschloss der Baum plötzlich in die Grossproduktion einzusteigen und bescherte uns einen Weidenkorb voll Äpfeln. Freudig stellten wir den Korb in den Keller, fuhren für zwei Wochen Ferien ins Appenzellerland, und als wir zurückkamen, waren alle Äpfel braun, verschrumpelt und ungeniessbar. Keine Lagersorte, offensichtlich.


Im letzten Herbst fiel die Ernte wieder gewohnt mickrig aus, doch dieses Jahr scheint der Baum dem Grössenwahnsinn verfallen zu sein. Er trägt so viele Früchte, dass sich alle Äste zum Boden hin durchbiegen. Wir mussten einige Hauptäste sogar mit Holzbalken stützen, sonst wären sie schon im Frühsommer abgebrochen. Nun sind die Äpfel reif, die Hälfte ist schon geerntet und wir haben immer noch keine Ahnung, um welche Sorte es sich handelt. Die Früchte sind mittelgross, sattgrün bis hellgelb, leicht säuerlich und eignen sich hervorragend für Apfelmus, Kompott, Apple Butter und Apfelkuchen. Der Apfelkompott-Pie ist der beste Beweis dafür, denn wenn die Füllung nicht aus aromatischen, säuerlichen Äpfeln bester Qualität hergestellt wird, taugt er nur als Kompostfutter. Oder als Geburtstagsgeschenk für den unausstehlichen Onkel, der sich als Gourmet ausgibt, eine Vanillesauce aber nicht von einer Mangosauce unterscheiden kann...

Apfelkompott:

  • 1,1 Kilo aromatische, säuerliche Äpfel (vorzugsweise alte Sorten, lasst euch auf dem Markt beraten)
  • Zimt, Piment, Gewürznelke, Ingwer
  • 100 ml Apfelsaft
  • ca. 40 gr heller Rohrzucker
  • 1 Tl Limettensaft

Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse, Stiele und Fliegen wegschneiden. Viertel direkt über dem Kochtopf in dicke Scheiben zerteilen. Mit reichlich Zimt, etwas weniger Piment, noch weniger Ingwer und zwei grosszügigen Prisen Nelkenpulver würzen. Apfelsaft und 2 Esslöffel Zucker unterrühren. Deckel auflegen und auf mittlerer Stufe kochen, bis die Äpfel fast weich sind. Mit einem Kartoffelstampfer zu einem grobstückigen Brei zerkleinern. Ohne Deckel und unter ständigem Rühren weiter einkochen, bis das Kompott schön eingedickt ist. Nach Belieben mehr Gewürzpulver und Zucker untermischen, zum Schluss mit Limettensaft abschmecken. Kompott auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Unterdessen den Teig zubereiten.

Teig:
  • 125 gr sehr weiche Butter & ein Knubbel für die Form
  • 125 gr heller Rohrzucker
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Salz
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 1 El Milch
  • 225 gr UrDinkelruchmehl (io: Mühle Maisprach, ca. Typ 1100)
  • 25 gr Maisstärke 
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 700 gr Apfelkompott

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Den Rand einer runden Kuchenform (24 cm Durchmesser) mit der Hälfte des Butterknubbels einschmieren. Ein Stück Backpapier rund zuschneiden und den Boden der Form damit auslegen. Den Backpapierboden mit dem restlichen Butterknubbel einfetten. Butter, Zucker, Vanillepulver und Salz mit dem Schwingbesen gründlich vermischen. Ei und Milch zugeben. So lange unterrühren, bis die Masse wieder glatt ist. Mehl mit Stärke und Backpulver vermischen. In zwei Portionen mit einem Kochlöffel unter die Buttermasse rühren. 165 Gramm Teig für die Deckschicht zur Seite stellen. Restlichen Teig möglichst gleichmässig mit feuchten Händen oder einem Löffelrücken in der Form verteilen und bis zur Randkante hochdrücken. Apfelkompott bis knapp unter den Rand einfüllen. Vom abgenommenen Teig walnussgrosse Portionen abstechen, flach drücken und möglichst deckend auf der Fruchtschicht verteilen. In den Ofen stellen und 35 Minuten backen, bis der Teig nett gebräunt ist. Vor dem Anschneiden auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. Reste gut eingepackt im Kühlschrank aufbewahren. Ohne Kühlung neigt die Apfelschicht wegen des niedrigen Zuckergehalts leider zur Schimmelbildung.

Donnerstag, 3. September 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -244-

[GE]gessen: Hot Banana. Das ist eine Kalbsbratwurst mit 3% Bananenanteil und Peppadewsprenkeln für die Schärfe. Keine Empfehlung meinerseits.

[GE]trunken: Ananassaft mit einem Schuss Tequila. Caramba!

[GE]kocht: Zucchini-Mais-Curry-Suppe. Njamm.

[GE]backen: Schwarzwälder Topfkruste mit Buchweizen

[GE]wesen: Im Elsass, bevor es auf der Quarantäneliste landet.

[GE]kauft:
Cidre rosé, Ziegen- und Schafkäse, Pâte en croûte, Mousse au Chocolat (GaultMillau approved!), Crème fraîche de brebis, Salzbutter, Schaf- und Ziegenjoghurt en masse.

 Teil[GE]nommen: Am Quartierflohmarkt. Das Wetter hat nur drei Stunden mitgespielt, und trotzdem war der Erlös höher als letztes Jahr. 

[GE]freut: Wir konnten einiges verkaufen, der Rest wird gespendet.

[GE]ärgert: Zwei Flaschen Parfüm im Ausverkauf bestellt. Der Sendung lag keine Rechnung bei, angekündigt wurde eine Monatsrechnung (?), die allerdings nie eintraf. Dafür flatterte nun eine Mahnung in den Briefkasten, deren Gebühren den Gesamtpreis des Parfüms übersteigen. Total gaga.

[GE]lesen: 
Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet
Maigret am Treffen der Neufundlandfahrer
Maigret kämpft um den Kopf eines Mannes
Maigret bei den Flamen
Südafrika: Das Kochbuch - Ivana Ströde

[GE]hört: Baulärm von links und rechts und von früh bis spät.😖

Dienstag, 1. September 2020

Rustikales Fünferlei aus dem Topf



Während andere jammern, dass der Sommer, kaum da, auch schon wieder (fast) vorüber ist, freue ich mich unbändig auf den Herbst, meine Lieblingsjahreszeit: Äpfel und Kartoffeln ernten. Wildfrüchte und Nüsse sammeln. Kürbisse hamstern. Neue Suppenrezepte ausprobieren. Teemischungen aus getrockneten Gartenkräutern kreieren. Regentage mit einem Krimi und einer Kanne Tee auf dem Sofa verbringen. Frische Feigen. Spaziergänge mit dem Schweinwoll durch raschelndes Laub. Geröstete Kastanien. Grog an kalten Abenden. Herbsthimbeeren. Bunte Dahlien in einer weissen Porzellanvase. Und so weiter und so fort. Wenn dazu noch der Duft von frisch gebackenem Brot durch die Wohnung wabert, ist mein Glück (fast) perfekt.

Für ein Brot:

  • 285 gr helles Ruchmehl (io: Moitiémehl, Mühle Maisprach)
  • 135 gr Farina di Manitoba 
  • 80 gr Roggenmehl Typ 997
  • 30 gr Kartoffelflocken
  • 20 gr Buchweizenmehl
  • 10 gr Salz
  • 4 gr Hefe
  • 420 gr Wasser, knapp lauwarm
  • 10 gr Butter, kühlschrankkalt

Alle Zutaten in der Schüssel der Küchenmaschine abwiegen. Auf Stufe 1 etwa 14 Minuten kneten lassen, bis sich der Teig vollständig von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen, abdecken und bei Zimmertemperatur etwa 3-4 Stunden zum Verdoppeln gönnen. Auf einer bemehlter Fläche zu einem runden Laib formen. Die Rührschüssel auswaschen, mit einem Geschirrtuch auslegen. Das Tuch reichlich mit Mehl (io: Semola rimacinata) bestäuben. Den Teigball mit dem Schluss nach unten in die Schüssel legen, das ergibt beim Backen eine rustikal aufgerissene Oberfläche. Abdecken und 30-40 Minuten aufgehen lassen, bis sich der Teig fast verdoppelt hat. Unterdessen das Gitter auf der untersten Schiene einschieben, Gusseisenbräter (io: Le Creuset, 4,7 Liter) und Ofen auf 270 Grad vorheizen. Wenn der Teig ausreichend aufgegangen ist, Bräter aus dem Ofen nehmen, Deckel entfernen und den Teigling mit Hilfe des Tuches vorsichtig in die Mitte des Bräters kippen, ohne sich dabei irgendein Körperteil zu verbrennen. Mit einem scharfen Messer einschneiden, Deckel wieder auflegen und die Form zurück in den Ofen stellen. Temperatur auf 240 Grad senken. 25 Minuten backen. Dann auf 210 Grad regulieren, weitere 20 Minuten backen. Deckel entfernen und, je nach gewünschtem Bräunungsgrad, auf der untersten oder mittleren Schiene noch 5 Minuten nachbacken. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen. Ein eher helles, aber trotzdem geschmacksintensives Brot mit krachender Kruste, das perfekt zu Zwetschgenmus und Gemüsesuppe passt.