Freitag, 9. März 2012

Südstaaten Hackbraten - So wie Elvis ihn mochte



Bei Hackbraten bin ich unendlich heikel. Ich mag ihn nicht, wenn er bröselig ist, d.h. beim Schneiden in seine Einzelteile zerfällt. Und ich mag keine (dicke) Sauce dazu, die den Eigengeschmack des Bratens völlig überdeckt und schlimmstenfalls zusammen mit den Hackbröseln eine matschige Pfütze auf dem Teller bildet. Ausserdem muss er zum grössten Teil aus Rindfleisch bestehen, da ich kein grosser Fan von Schweinefleisch bin. Mit anderen Worten: Es gab für mich lange nur einen geniessbaren Hackbraten. Den meiner Frau Mama. Und da sie ihn so hervorragend zubereitet, bestand für mich nie die Notwendigkeit, mich selbst daran zu versuchen.


Bis Herr C. vor einiger Zeit den Wunsch äusserte, mal wieder einen hausgemachten Hackbraten auf seinem Teller zu sehen. Sein Wunsch war mir Befehl (oder zumindest tue ich immer so, ich koche meist nur das, was mir in den Kram passt) und so durchwühlte ich meine Kochbücher nach einem passenden Rezept. Fündig wurde ich im "Original Elvis Kochbuch" von Elizabeth Wolf-Cohen. Das Rezept musste nur minimal angepasst werden und das Ergebnis ist toll. Ach was, es ist nicht nur toll, es ist grandios! Herr C. und der Rest der Familie stimmen mir übrigens zu. Und Elvis hätte das sicher auch getan. Davon bin ich überzeugt. 

Für 6-8 Personen (oder einen Elvis):

  • 100 gr Haferflocken
  • 200 ml Milch
  • 1 El Butter
  • 2 grosse Zwiebeln, gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, zu Mus zerrieben
  • 2 Stängel Stangensellerie, in kleine Stücke gehackt
  • 1/2 Bund glatte Petersilie, gehackt
  • 1,25 kg Rinderhackfleisch
  • 250 gr Schweinehackfleisch (oder Bratwurstbrät)
  • je 1 Tl getrockneter Majoran und Thymian
  • 2 Eier
  • 5 El Ketchup
  • 2 El Worcestershiresauce
  • 2 Tl scharfes Currypulver
  • 120 gr Panko 
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Tl Öl
  • 100 gr Bacon in Scheiben

Haferflocken in eine kleine Schüssel geben und mit der Milch übergiessen. Zugedeckt 2-3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, bis die Flocken die Milch absorbiert haben. Zwiebeln in der Butter anbraten. Stangensellerie und Knoblauchmus zugeben, zwei Minuten mitbraten. Gehackte Petersilie untermischen, Pfanne vom Herd ziehen und auskühlen lassen. 

Hackfleisch in eine grosse Schüssel geben, mit den eingeweichten Haferflocken, der Zwiebelmischung, einem gehäuften Teelöffel Salz und reichlich Pfeffer verkneten. Alle restlichen Zutaten bis und mit Panko zugeben und richtig kräftig unterkneten. Von der Masse eine kleine Portion abnehmen, flach drücken und in einer  Pfanne kurz durchbraten. Probieren und ggf. nachsalzen bzw. würzen. Falls der kleine Burger während des Bratens in seine Einzelteile zerfällt, mehr Panko zugeben.

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Boden und die Wände eines (Gusseisen)Bräters mit dem Öl ausreiben. Die Hackmasse zu einem länglichen Laib formen und in den Bräter legen. Die Oberfläche mit Bacon belegen. Auf der zweiten Schiene von unten ca. 80-100 Minuten backen. In einem Elektroofen mit Ober- und Unterhitze geht es sicherlich etwas schneller, als in meinem Gasbackofen ohne Oberhitze. Die Kerntemperatur des Hackbratens sollte 75 Grad betragen, dann ist man keimtechnisch auf der sicheren Seite. Braten aus dem Ofen nehmen und vor dem Anschneiden noch 10 Minuten ruhen lassen. Dann auf eine Servierplatte setzen und in dicke Scheiben schneiden. Dazu passen rote Essigzwiebeln (Rezept folgt).

Anmerkung:
Das Panko (japanische Semmelbrösel) kann durch fünf Scheiben entrindetes Toastbrot ersetzt werden. Die Scheiben in etwas Milch einweichen und in kleine Stücke zerzupfen, dann unter die Hackmasse kneten. Der Hackbraten ist übrigens auch am nächsten Tag als Sandwichbelag einfach köstlich.

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