Dienstag, 10. November 2020

12 x GE - 251 - Auf Nimmerwiedersehen, Trumpelstilzchen -



[GE]gessenArancini und Cannoli siciliani bei Sapori del Sud in der Spalenvorstadt. Doppelnjamm!

[GE]trunken: Espressi aus Orzo & Chicorée. Gebraut in der neuen, im Brocki ergatterten Miniespresso von GSI.

[GE]kocht: Polenta aus Reis- und Gerstengriess mit Tain Highland Cheddar, dazu Wildschwein-Charbonnade und Jus

[GE]backen: Einen Dinkelzopf mit Reiskochstück und Flohsamenquellstück

[GE]wesen
Jeden Mittag auf der Terrasse, mindestens eine Viertelstunde Sonne tanken.

 [GE]sehenAntebellum 
Etliche Sendungen rund um die Präsidentenwahl in den USA

[GE]lesen
Der letzte Sommer in Mayfair - Theresa Révay
Marie Antoinette - Joan Haslip

[GE]freut: Geh 2021 ohne Umwege ins Gefängnis, Donni.

[GE]kauft: Eine Peperomia Raindrop, eine rote Flamingoblume und zwei weisse Orchideen. Eigentlich wollte ich mir nur einen Blumenstrauss nach der nervenzerreissenden Präsidentenwahl gönnen. Trumps Schmierenkomödie scheint mich aber heftiger als vermutet mitgenommen zu haben. (Ausserdem gab's die Pflänzchen zum halben Preis, das hat mich sicher auch beeinflusst. Hoffe ich zumindest).

[GE]hört: Great Balls of Fire - Jerry Lee Lewis

[GE]trauert: Der Grossonkel des Herrn C. ist mit 92 Jahren friedlich entschlafen.

Sonntag, 8. November 2020

Oranger Ingwersirup mit Kardamom und Vanille



Alnatura hatte letzte Woche nochmals jungen Bio-Ingwer aus Deutschland im Angebot. Blitzschnell setzte bei diesem Anblick meine Denkfähigkeit aus und die Gier übernahm das Kommando. Nachdem meine Zurechnungsfähigkeit zurückgekehrt war - naturellement erst hinter der Kasse -  stellte sich heraus, dass ein Viertelkilo Ingwer für das geplante Linsengericht ein bisschen zu viel des Guten wäre. Bevor Herr C. den Spontankauf im Kühlschrank erspähen und mich dafür ausschelten würde, musste das Corpus Delicti spurlos verschwinden. Blöd nur, dass die ganze Bude bis am späten Abend nach dem frisch gekochten Sirup roch... 

Für ca. 600 ml:

  • 220 gr junger Bio-Ingwer
  • 50 gr frische Bio-Kurkuma
  • 4 Kapseln grüner Kardamom
  • 1 Liter Wasser

Ingwer und Kurkuma gründlich abbrausen. Ungeschält in einen mindestens 2,5 Liter fassenden Kochtopf raffeln (io: Röstiraffel). Die Kardamomkapseln der Länge nach halbieren, zum Ingwer in den Topf legen. Wasser zugiessen, Topf auf den Herd stellen und den Inhalt zum Kochen bringen. Hitze reduzieren, Deckel auflegen und eine Viertelstunde köcheln. Auf der ausgeschalteten Herdplatte eine Stunde ziehen lassen.

  • ca. 300 gr Zucker
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 1/4 Tl Kurkumapulver
  • 1 gehäufter El heller Honig (io: Eukalyptushonig)

Den Ingwertee durch ein feines Teesieb giessen. Flüssigkeit auffangen, Siebinhalt leicht ausdrücken und danach im Kompostkübel entsorgen. Kochtopf reinigen, die Flüssigkeit darin abwiegen (io: 904 gr). Mit einem Drittel Zucker (io: 300 gr) im Topf vermischen. Zehn Minuten köcheln. Dann den Honig und die beiden Gewürzpulver unterrühren. Vorsicht: Der Sirup schäumt heftig auf! Weitere fünf Minuten köcheln, dabei den Topfrand mehrmals mit einem Gummischaber reinigen. Das am Schaber haftende Vanillepulver wieder unterrühren. Den Sirup durch ein feines Sieb in eine blitzsaubere, vorgewärmte Glasflasche füllen. Gut verschliessen und zugedeckt abkühlen lassen. Nach dem Anbruch im Kühlschrank aufbewahren. Der Sirup hält sich etwa ein halbes Jahr, wenn sauber gearbeitet wurde. Erkältungstee: Eine Tasse heisses Wasser oder Früchtetee, Saft eines Zitronenviertels, Ingwersirup und Honig nach Geschmack. Möglichst zügig trinken. Tipp: Plus 2 cl Rum = Ingwergrog. *hicks* Meine (kalte) Lieblingsvariante: Halb Orangensaft, halb Mineralwasser, mit einem Schuss Sirup verrühren.

Mittwoch, 4. November 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -250-


 [GE]gessenQuer durch die süssen Spezialitäten der portugiesischen Bäckerei Rapa O Tacho in Hésingue. Njamm!

[GE]trunken: Beeriger Gewürztee mit Zierquitten

[GE]kocht: Härdöpfel-Kohlrabi-Rüebli-Gmües

[GE]schmort: Gersbacher Rinderbeinscheiben in Rotwein

[GE]wesen: Mit Herrn C. in Olten und Aarau, inkl.
einem Zwischenstopp beim Vögeli Beck in Hägendorf. Njamm!

Chinas ungeliebte Frauen
Crazy Rich

[GE]lesen: Helvetia 1949 - Philipp Gurt

[GE]freut: Schon fast alle Weihnachtsgeschenke beisammen.

[GE]freut II: Die mit Hefewasser angesetzte Tannenlimo hat mit einiger Verspätung doch noch angefangen zu sprudeln.

[GE]kauft: Reinzuchthefe & pH-Streifen im Brau- & Rauchshop

[GE]trauert: Sean Connery. Held meiner Kindheit. 
Requiescat in pace, frater Baskerville.

[GE]ärgert
Ein enger Mitarbeiter des Herrn C. wurde positiv auf Corona getestet. Mindestabstand einhalten ist an ihrem Arbeitsplatz unmöglich, der Schutz durch Masken bei so engem Kontakt nicht gewährleistet, daher schien eine Ansteckung wahrscheinlich. Herr C. begab sich also vorsorglich selbst in Quarantäne. Was ihren Chef erboste: Herr C. solle arbeiten, bis er von einem Kontakttracer die Anweisung zur Quarantäne erhalte. Dumm nur, dass die aber völlig überlastet sind und das BAG die Bevölkerung bittet, enge Kontakte mittlerweile selber zu informieren.... Der Mitarbeiter wurde erst 5 Tage (!) nach dem positiven Testergebnis kontaktiert. Herr C. erhielt bis heute keinen Anruf. Er hätte also gut eine Woche Zeit gehabt, andere Leute reihenweise anzustecken, falls er infiziert gewesen wäre. Zwischenzeitlich liess er sich testen. Glücklicherweise war das Ergebnis negativ. Laut BAG wird die Quarantänezeit von 10 Tagen durch ein negatives Testergebnis NICHT verkürzt, was wiederum Diskussionen mit dem Vorgesetzten auslöste, der dann aber darauf bestand, dass Herr C. schon vor Ablauf der Frist wieder zur Arbeit erscheint.
 Rundum fahrlässig, wenn ihr mich fragt. 
Kein Wunder, läuft hier in der Schweiz alles aus dem Ruder.

Sonntag, 1. November 2020

Nussiger Dinkelbraten im Dinkelblätterkleid



Herr C. nahm den Teller in Empfang, stach einen Teil des Dinkelbratens mit der Gabel ab, beäugte ihn kritisch und bemerkte nach der ersten Kostprobe: So wie du grinst, ist es kein Hackbraten.
Vegetarisch oder vegan?.... Hmmm?.... Egal. Schmeckt.


Geschmack: Umamibombe. 
Konsistenz: Locker und trotzdem saftig. 
Nachbackempfehlung: Ist das eine ernsthafte Frage?

Für 4-6 Personen:

  • 320 gr Gemüsebouillon
  • 1 mittlere Karotte
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 Selleriestange
  • 1 riesiger Zweig glatte Petersilie
  • je 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut und Majoran
  • je ein gehäufter 1/4 Tl getrocknete Thymian- und Oreganoblättchen
  • 1 Tl Worcestershiresauce

Brühe in einem Topf zum Kochen bringen. Unterdessen das Gemüse schälen, putzen und in kleine Würfelchen zerteilen. Petersilie entlauben, den Stiel in dünne Röllchen schneiden. Gemüsewürfel und Stielröllchen zur Bouillon in den Topf kippen und etwa zwei Minuten kochen, bis die Karottenwürfel knapp gar sind. Den Topf zur Seite ziehen und die Bouillon ein paar Minuten abkühlen lassen. Unterdessen die Petersilienblätter abbrausen und fein hacken. Alle Kräuter und die Sauce in die warme Suppe einrühren.

  • 200 gr Paranüsse
  • 175 gr hartes Dinkelbrot (io: halb Vollkorn)
  • 15 gr getrocknete Shiitake
  • 15 gr getrocknete Steinpilze
  • bunter Pfeffer aus der Mühle

Während die Bouillon abkühlt, die Nüsse im Mixer fein mahlen. In eine Salatschüssel umfüllen. Das trockene Dinkelbrot mit einem scharfen Messer grob zerkleinern. Zuunterst die Pilze, darüber die Brotstücke in den Mixaufsatz legen und zusammen klein mixen. Das Paniermehl zu den gemahlenen Nüssen in die Schüssel schütten. Kräftig pfeffern und mit einem Gummischaber verrühren.

  • 75 gr Pecorino, fein gerieben
  • 2 Eier Grösse L
  • Kräutersalz
  • ein rechteckig ausgewallter Dinkelblätterteig (24 x 40 cm, 275 gr)
  • 2 El Milch 

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die lauwarme Gemüsebouillon über die Brot-Nuss-Mischung giessen, gut durchmischen. Der Schüsselinhalt sollte nun feucht-krümelig sein, ähnlich wie ein Couscoussalat. Den geriebenen Käse zugeben und die Masse äusserst sparsam mit Salz abschmecken. Wichtig: Lieber unter- statt übersalzen. Die Eier aufschlagen und gründlich untermischen. Die Masse muss am Schluss ausreichend feucht sein, damit sie gut zusammenhält. Sie sollte deshalb beim Formen noch minimal an den angefeuchteten Händen kleben. Falls sie zu trocken scheint, esslöffelweise lauwarmes Wasser unterkneten. Ist sie zu feucht, mehr Brotbrösel untermengen. Den Blätterteig auf dem mit Backpapier belegten Blech entrollen. Mit der Nussmasse in der Mitte des Teiges der Länge nach einen etwa handbreiten, flachen Hügel formen. Die Längsseiten des Teiges schräg bis zur Füllung in etwa daumenbreite Streifen schneiden. Die Teigstreifen abwechselnd über die Füllung legen, Überlappungen leicht andrücken. Die Teigoberfläche mit Milch oder einem verquirlten Ei bepinseln. Das Blech auf der untersten Schiene einschieben. Den Braten 45 Minuten backen. Danach noch 10 Minuten auf der mittleren Schiene zum Bräunen gönnen. Vor dem Anschneiden fünf Minuten ruhen lassen. Zum Beispiel mit Lauch in Sahnesauce und reichlich Randensalat servieren. Reste eignen sich hervorragend für die Lunchbox.

Next time: Walnüsse statt Paranüsse verwenden und den Pecorino durch Sbrinz ersetzen. Von wegen Swissness und so. Weisswein oder Verjus anstatt Worcestershiresauce wäre auch einen Versuch wert.