Sonntag, 27. September 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -247-


 Zusammen mit lieben Menschen [GE]gessen: Im Ochsen in Arlesheim. Herr C. hatte zuerst Nüsslisalat mit Speck, Ei und Croutons. Onkel Z. die Tatartrilogie, Frau Schwiegermutter die angebratenen Thunfischstücke auf Randencarpaccio. Schwesterherz, Tante Z. und ich Tarte Tatin mit Steinpilzen, wobei ich meine unangetastete Vorspeise mit die der Frau Schwiegermutter tauschte, weil ihr der Fisch zu roh war. Als Hauptgericht gab's Spinatrisotto mit Jakobsmuscheln und Shrimps, Hirschentrecôte mit herbstlichen Beilagen, die herbstlichen Beilagen plus Pfifferlinge minus Fleisch, und Wiener Schnitzel vom Kalbsbäckchen mit Frites belges, Gemüse und Preiselbeeren. Zum Dessert folgte ein mit Geburtstagskerzen bedeckter Marronikuchen von Tante Z.  

[GE]trunken: Einen Spritz mit Orangenbitter aus der Region und danach einen Rotwein, den unser familieneigener Weinpapst ausgesucht hat. Ein Volltreffer, wie immer. Erst wollte er dem Geburtstagskind die Ehre des Aussuchens zuteil werden lassen, aber als ich ihn daran erinnerte habe, dass mein wichtigstes Kaufkriterium für Wein ein gefälliges Etikett ist, hat er die Weinkarte ausgehändigt bekommen.

[GE]freut: 
Über die tollen Geschenke, u.a. Tulpenzwiebeln, eine ausziehbare Kuchenform, frische Bio-Lorbeerblätter, ein Hörspiel und einen Zustupf in die Ferienkasse.

[GE]kocht: Lauchgemüse mit Bratkartoffeln

[GE]backen: Rüeblikuchen

[GE]wesen: In verschiedenen Bibliotheken, Reiseführer zusammengetragen.

 [GE]sehen: Doc Martin 

[GE]lesen: Cook's Guide to Asian Vegetables - Wendy Hutton

[GE]lacht: Kleider ausgezogen, ins Bad abgebogen, rückwärts wieder raus und die Kleider wieder angezogen, weil a) der Badevorhang nach dem Waschen noch auf der Wäscheleine hing, b) die Vorhangringe nach dem Reinigen noch in der Küche auf dem Abtropfgitter lagen, c) die Duschstange noch auf's Abwischen wartete und d) niemand das in der Badewanne mit Backofenreiniger eingesprühte Backblech sauber geschrubbt hatte. 10 Minuten später, als das Bad wieder benutzbar war, einen weiteren Anlauf genommen, der durch ein Telefonat unterbrochen wurde. Eine Stunde später wieder Richtung Bad gewatschelt, als das Telefon erneut klingelte. Nach dem Abhängen endlich unter die Dusche gesprungen, danach in die Küche gelaufen und festgestellt, dass die Nudelsuppe, die ich vor dem Entkleiden zum Aufwärmen auf den Herd gestellt hatte, mittlerweile zu einem Nudelbrei mutiert war.. 

[GE]kauft: Eine Portion afghanisches Essen via TGTG.
Sehr lecker, bis auf den Klecks Joghurt, der unangenehm säuerlich roch und übergekippt schmeckte. Eine Nachfrage ergab, dass es tagesfrisch war und gleich nebenan von Mylk produziert wurde. Fall gelöst: Dessen Joghurtkulturen und ich sind keine Freunde. Und werden es wahrscheinlich auch nie.

[GE]bucht: Ein Ferienhäuschen mit Garten. Ganz spontan, mitten in unserem Lieblingsdörfchen am Lago Maggiore. Zwei Wochen unverbaute Seesicht. Ungestört unsere Seelen baumeln lassen. Haben wir redlich verdient. 

Freitag, 25. September 2020

Sweet, Sour & Spicy: Pickeldi



Sucht ihr eine Sandwichergänzung, die gut zu Frischkäse passt? Oder etwas Peppiges zu den Resten des Sonntagsbratens? Das Finish für den Salat aus dem übrigen Suppenhuhnfleisch? Eine neue Beilage zu Raclette und Fondue Chinoise? Wie wäre es mit einer Abwechslung auf's Schinken- oder Butterbrot? Falls irgendetwas aus der Aufzählung zutrifft, zackig das folgende Rezept nachkochen. Ihr könnt mir später danken.


Für ein Einmachglas mit 350 ml Fassungsvermögen:

  • 1 Nostranogurke, ca. 250 gr, schälen & entkernen
  • 1 Zwiebel, ca. 150 gr, schälen
  • 1 rote Spitzpaprika, ca. 125 gr, putzen
  • etwa 7 gr feines Meersalz

Gemüse in kleine Stücke zerteilen und wiegen. Bei mir wogen die Gemüsestücke zusammen 375 Gramm. In einer Glas- oder Porzellanschüssel mit 2% Salz, bezogen auf das Gemüsegesamtgewicht, vermischen. In meinem Fall also 7,5 Gramm, abgerundet auf 7 Gramm. Schüssel abdecken und das Gemüse fünf Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Jede Stunde einmal gründlich umrühren. Nach der Ziehzeit den Schüsselinhalt in ein Sieb schütten, mit kaltem Wasser kurz abbrausen. Gut abtropfen lassen. Unterdessen die Einmachflüssigkeit vorbereiten und das gründlich gereinigte Glas vorwärmen.

  • 150 gr Apfelessig
  • 100 gr Wasser
  • 70 gr Zucker
  • 1 Tl gelbe Senfsamen
  • bombierter 1/4 Tl Dillsamen
  • je eine grosszügige Prise Kurkuma und Chilipulver (io: Cayennepfeffer) 

Alle Zutaten in einem Topf aufkochen, dann die abgetropften Gemüsestücke zugeben. Etwa 5-8 Minuten sprudelnd kochen, bis die Stücke merklich weicher geworden sind, aber immer noch Biss haben. Mit einer Schaumkelle das Gemüse aus dem Topf fischen und in das vorgewärmte Glas füllen. Sirup noch eine Minute sprudelnd kochen. Über das Gemüse giessen. Die Flüssigkeit sollte etwa bis einen Zentimeter unter den Rand reichen. Deckel sorgfältig schliessen. Zugedeckt erkalten lassen. The Pickeldi benötigt keine Ziehzeit und kann direkt nach dem Auskühlen genossen werden. Das angebrochene Glas bitte im Kühlschrank aufbewahren.

Dienstag, 22. September 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -246-

 

[GE]erntet: Noch mehr Äpfel. Und kein Ende in Sicht.

[GE]kocht: Apfeldal, dazu Safranreis mit Karotten und Korinthen

An[GE]setzt: Hefewasser aus Datteln und Kokoszucker

Daraus [GE]backen: 3 x Dattelboule

[GE]wesen: 
Bei Schwesterherz, ein Brot gegen 6 Bio-Eier aus den Meriangärten getauscht.

 [GE]sehen: DOK über evangelikale Hardliner. Beängstigend. 

[GE]lesen: Ludwig II - Oliver Hilmes

[GE]freut: Über den Tipp von Bea bezüglich der Apfelbestimmung.
Leider werde ich es nicht an den Pro Specie Rara Anlass am 27. September schaffen, aber ich hoffe auf eine Teilnahme am 1. November.

[GE]kauft: Reisgriess, Creamed Coconut, Massaman Currypaste, gelbe Currypaste und drei exzellente Frühlingsrollen. Aber den gesuchten jungen Ingwer hatten sie leider nicht mehr im Sortiment. (Falls ich die junge Verkäuferin richtig verstanden habe. Mein Vietnamesisch ist ein wenig eingerostet). 

[GE]hört: Dream on - Aerosmith

Den Kopf [GE]schüttelt: Zufällig meiner Ex-Chefin begegnet. Die gute Frau verhielt sich so erwachsen, dass sie kommentarlos die Strassenseite gewechselt hat. Wahrscheinlich war dies kein Zeichen der Einsicht oder Reue, sondern pure Feigheit. Zumindest habe es nicht nötig, vor ihr davonzulaufen. Eher ihr nachzulaufen und erneut mein Arbeitszeugnis zu verlangen, auf das ich seit Ende August warte...

Sonntag, 20. September 2020

Golden Chai Sirup ohne Zucker


Wie in diesem Post schon angetönt, sorgen die via To Good To Go ergatterten Überraschungstüten öfters für rauchende Hirnzellen. Vor zwei Wochen brachte Herr C. zum Beispiel aus einem Bioladen einen Sack getrockneter Apfelringe und Datteln mit. Nur Apfelringe und Datteln. Dafür en masse. Mein erster Gedanke: Shit. Zweiter Gedanke: Apfelringe. Shit. Ausgerechnet dieses Jahr, in dem das Apfelbäumchen uns eine Rekordernte beschert. Dritter Gedanke: Datteln. Shit. Ich esse, wenn's hoch kommt, alle Jubeljahre ein paar frische Mazafati, und Herr C. würde Datteln, egal welcher Art, nicht einmal mit der Kneifzange anrühren. Shit. Shit. Shit. Konsequenz: Ein Rundtelefon gestartet. Am Tag danach lagen nur noch zwei Beutel Datteln und ein Säckchen Apfelringe auf der Arbeitsfläche. Die Apfelringe sind unterdessen Geschichte, das daraus entstandene Hefewasser leider auch (Fehlgärung). Übrig blieben die, teilweise schon ziemlich harten, tunesischen demeter-Datteln. Die eignen sich auch nicht für Hefewasser, wie ich nun weiss. Aber dafür umso mehr für diesen rundum gelungenen Sirup, der, in Milch aufgelöst, den göttlichsten Golden Chai westlich des Urals ergibt.

Für ca. 300 ml: 

  • 100 gr Datteln, halbieren und entsteinen
  • 1 mittelfingerlange, dünne Zimtstange (io: 3 gr Thai-Cassia, in drei Stücke zerbrochen)
  • 1 grosse grüne Kardamomkapsel, halbiert
  • 2 Gewürznelken
  • 2 Pimentkörner
  • 5 schwarze Pfefferkörner
  • 500 gr Wasser

Alle Zutaten in einem Topf zum Kochen bringen. Herd ausschalten, Deckel drauf und 1/2 Stunde ziehen lassen. 

  • 35 gr frische Bio-Kurkuma
  • 8 gr junger Ingwer
  • 1 Prise Salz

Nach der Ziehzeit die Gewürze mit einer Gabel rausfischen. Kurkuma und Ingwer gründlich abbrausen. Ungeschält direkt in den Topf schnippeln. Salz zugeben, mit dem Mixstab glatt pürieren. Gewürze wieder zugeben und die Flüssigkeit zehn Minuten kochen. Zwischendurch umrühren. Unterdessen die saubere Weckflasche mit heissem Wasser vorwärmen. Am Ende der Kochzeit das Wasser ausgiessen, einen Trichter auf der Öffnung platzieren und darauf ein Passier- oder Teesieb aus Metall positionieren. Die kochende Flüssigkeit portionsweise in das Sieb giessen, mit einem Löffel oder Gummischaber sanft durchstreichen. Auf gar keinen Fall mit Gewalt durchpressen, denn wir wollen zum Schluss einen dickflüssigen Sirup in der Flasche und keinen gelben Sumpf aus störenden Stückchen und strohigen Fasern. Mit den Rückständen den Kompost beglücken. Die Flasche gut verschliessen und nach dem Anbruch im Kühlschrank aufbewahren. Vor der Benutzung aufschütteln. Zubereitung Golden Chai/Kurkuma Latte/Golden Milk: Heisse oder kalte (pflanzliche) Milch mit der gewünschten Menge Sirup verrühren. That's it. Kein Aufkochen, Aufschäumen oder Aufmixen nötig. 

P.S. Unbedingt ausprobieren: Rooibostee, heisse Milch und ein Schuss Sirup. Schmeckt natürlich auch, wenn die Milch weggelassen wird. Und einen Löffel davon in ein Tässchen Grog ist auch nicht verkehrt. Auch nicht übel: Ein Anti-Kater-Saft aus Zucchini, Ananas, gelben Kiwi, Zitrone und Sirup nach Geschmack (siehe Foto).