Samstag, 11. Januar 2020

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -212-



[GE]wesen: Zu Besuch bei Tante Z. in Zürich

Dort [GE]gessen

Randensalat, Rüeblisalat und Treviso mit Peterli,
in reichlich Butter gebratene Felchenfilets mit Gschwellti,
als Dessert gab's Nusstorte und übrige Weihnachtskekse.

[GE]trunken: Martini. Aus'm türkischen Teeglas. Weil Silvester und so.

[GE]kocht: Minestrone mit Kürbiswürfeln

[GE]backen: Einen schnellen Flammenkuchen aus Dinkelblätterteig, 
Crème double de la Gruyère und karamellisierten Zwiebeln.

 [GE]sehen
Ein Herz und eine Seele, Silvesterfolge
Die Akte Caravaggio 
Dame Edna rules the Waves

[GE]lesen: Chur 1947 - Philipp Gurt 

[GE]freut: Einen Ausflug nach Winterthur zur Ausstellung 
Das Wunder im Schnee - Pieter Bruegel der Ältere geplant.

[GE]ärgert
Die Silvesterböllerei war heftiger und länger als in den letzten Jahren. 
Nichts gegen buntes Feuerwerk, aber diese Monsterknaller, bei denen die Fensterscheiben fast zerbersten, die braucht echt kein Mensch!

Im Brockiland [GE]kauft
Einen Sprossengarten, ein zitronengelbes Düpfi und Schlumpf Erwin Mord von Friedrich Glauser

[GE]hört: My town - Glass Tiger feat. Rod Stewart 

[GE]lacht
Auto abgestellt, alles eingepackt, das Schweinwoll rennt voraus.
Herr C. ihm hinterher, ruft mir zu: Hast du das Essen eingepackt?
Ich: Klar doch.
Später stellt sich heraus, dass er das Hundefutter meinte und ich die Tüte mit den Safrannudeln und dem Galgantsalz für Tante Z.
Das arme Tier musste die Zeit mit einer Clementine und Reiscrackern überbrücken.

Dienstag, 7. Januar 2020

Le Fit, c'est chic!



Könnt ihr euch noch an die Aerobic-/Fitnesswelle Ende der 1980er erinnern? In vielen Schweizer Restaurants standen damals - und stehen teilweise noch heute - Fitnessteller neben gutbürgerlichen Gerichten auf der Speisekarte. Diese All-in-one-Hauptgänge bestanden meist aus einen Salat mit Joghurtsauce, einer gebratenen Pouletbrust oder, in der edleren Variante, einem pochierten Fischfilet. Dekoriert wurde alles mit zwei Ananasscheiben und knallroten Kirschen aus der Dose. Gewiefte Restaurantbesitzer boten ihren gesundheitsbewussten Gästen oft als kostenpflichtige Ergänzung zum frugalen Mahl ein Körbchen mit zwei, drei Scheiben Fitbrot an. Diese, wahrscheinlich wegen den Leinsamen und dem Vollkornanteil so genannten Fitnessbrote, waren eine Zeit lang der letzte Schrei. Sogar Frau Mama liess sich von diesem Trend mitreissen und buk damals regelmässig Körnlibrote nach einer Anleitung aus einem Betty Bossi Heftli. Ich bin überzeugt, dass mein Le Fit sich keinesfalls hinter einem Salat oder Dosenobst verstecken muss. Abschliessendes Urteil der Jury des Herrn C.: Gesund? Blödsinn. Schmeckt viel zu gut. Aber tauf es um, der Ohrwurm nervt....

Für ein Le Fit Kastenbrot:

  • 280 gr warmes Wasser
  • 125 gr Triticale- oder Roggenvollkornmehl
  • 25 gr feine Vollkornhaferflocken
  • 10 gr Chia
  • 11 gr Salz

Alle Zutaten in der Rührschüssel der Küchenmaschine vermischen. Abgedeckt zwei Stunden quellen lassen.

  • 400 gr Weizenmehl Typ 550
  • 150 gr gekochte Kartoffeln, fein gerieben (io: Gschwellti vom Vortag, vorwiegend festkochende Sorte)
  • 50 gr fein geriebene rohe Karotte
  • 20 gr Kokoszucker
  • 10 gr Rapsöl
  • 5 gr frische Hefe

Restliche Zutaten zum Quellstück in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Fünfzehn Minuten auf Stufe 1 kneten. Der Teig bleibt leicht klebrig, lässt sich aber auf einer eingeölten Fläche problemlos falten. Nach dem Falten zurück in die Schüssel legen. Mit einer Duschhaube abdecken und etwa 12-14 Stunden bei ca. 10 Grad aufgehen lassen. Am nächsten Tag zwei Stunden zum Akklimatisieren in der warmen Küche gönnen. Ofen auf 250 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine 30 cm lange Brotbackform mit Backpapier auskleiden. Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben. Den Teig in vier gleich grosse Stücke zerteilen. Jedes Teigstück zu einer länglichen Zunge ausziehen, aufrollen, Seiten einschlagen und in die vorbereitete Form legen. Leicht bemehlen, mit einer Duschhaube abdecken und ca. 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis der Teig etwa fingerbreit über den Rand schaut. Mit einem scharfen Messer schräg etwa 3 cm tief einschneiden. In den Ofen stellen, kräftig schwaden und die Hitze danach auf 220 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken. Dann auf 200 Grad runterdrehen und weitere 35 Minuten backen. Aus der Form nehmen und noch 10 Minuten nachbacken. Gesamtbackzeit: 55 Minuten. 

Donnerstag, 2. Januar 2020

Kulinarischer Jahresrückblick 2019



Na, alle gut gerutscht? Das Schweinwoll und ich waren vorgestern vollauf damit beschäftigt, unsere Wehwehchen zu pflegen. Wir werden halt beide auch nicht jünger. Oder hübscher. Weiser, vielleicht. Aber das könnte ich mir auch nur einbilden... Jedenfalls gab es zum überlauten Marvel-Marathon Nüsslisalat mit Senf-Vinaigrette, Kabeljau im Blätterteig, Orangenfilets mit Grand Marnier und später zum Anstossen eine Flasche Cidre. Wahrscheinlich verdanke ich dem Apfelwein die heisse Affaire mit Ewan McGregor, die abrupt von Herrn C. beendet wurde, als er mich nach seiner Rückkehr mit einem Kuss geweckt und ein fröhliches neues Jahr gewünscht hat. Ob das breite Lächeln ihm oder dem Schauspieler galt, werdet ihr wohl nie erfahren... Dafür beglücke ich euch auch dieses Jahr, und nur leicht verspätet, mit meinem rein kulinarischen Jahresrückblick. Last but not least: Herzlichen Dank fürs Mitlesen und Kommentieren. Schön, dass es euch gibt. 

Erstes Mal
Yamsbohne. Spannende Konsistenz, aber roh und gekocht ziemlich fade. Wiederholung gefällig? Nö, danke.
Hühnerherzen. Gebraten. Geschmort. Suppe daraus gekocht. Neuerdings liegt stets ein Päckchen im TK.
Büffel-, Schaf- und Ziegenbutter. Empfehlung: Büffel zu Brot, Ziege für Bratkartoffeln und Schaf für Kuchen.

Neu entdeckt
Triticalevollkornmehl aus Neuenburg. Perfekt für Mischbrote, mit oder ohne Sauerteig, und Gebäck.
Geröstetes Currypulver. Anbraten entfällt und die Wohnung riecht nicht tagelang wie eine indische Imbissbude.
Fixfertiges Tamarindenmus in der Flasche. Praktisch fürs Abschmecken von Curries, Suppen und Getränken.

Wiederentdeckt
Cornflakes. Mit viel kalter Milch und einem Löffel Ahornsirup oder Honig. Teeniefrühstück.
Dorschleber. Jahrelang aus den Augen verloren, dank einem französischen Supermarché wiedervereint.
Tequila Sunrise. Sorgt stets für einen Sommer-in-Südfrankreich-mit-Hotel-California-Soundtrack-Flashback.

Festgestellt
Michelada und ich sind seit diesem Sommer ziemlich beste Freunde. *hicks*
Petersilienhonig ist die neue Wacholderlatwerge. Ungewohnt sperrig, aber so fein auf einem gebutterten Weggli.
Ich gebe einem guten Cidre jederzeit den Vorrang vor Champagner, Prosecco und Co. (Auf dich, Ewan!)

Gelernt
Überlagerte Flageoletbohnen und Kichererbsen werden auch im Slow Cooker nie und nimmer mehr weich.
Fischsauce ist nicht gleich Fischsauce. Produkte der Marke Red Boat sind eine echte Offenbarung.
Eier im Ofen (mit)backen. Vorzeitiger Schalenbruch ade.

Vernachlässigt
Fleischwolf. Für Herrn C. angeschafft. Bis heute hat er, trotz Wurstkurst, nix damit fabriziert.
Flocker. Generell weniger Brote mit Flocken gebacken und die bösen Cornflakes tragen auch eine Mitschuld.
Getreidemühle. Je 2,5 Kilo Milo- & Hartweizenvollkornmehl gekauft, damit war der Jahresbedarf fast gedeckt.

Aus dem Speiseplan gestrichen
Handelsübliche Austernsaucen aus Caramel, Sojasauce und unnötigen Zusatzstoffen.
Xylit & Erythrit. Finde beides bäh. Lieber Zucker reduzieren oder gleich weglassen, z.B. in Getränken.
Toblerone. Verdanke der Schokolade ein abgebrochenes Zahnstück. War ein teurer Genuss.

Highlights
Spontane Grillsession auf dem Balkon der Lieblingsnichte während des Gurtenfestivals.
Spontane Grillsession mit Herrn C. und Schwesterherz direkt am Ufer des Lago Maggiore.
Brote und Backwaren aus der Holzofenbäckerei Waldstatt. Ich kann es nicht oft genug wiederholen.

Küchentechnisch Top
Zerkleinerer (Stabmixerzubehör). Frei nach Mariah Carey : ...I caaaaan't liiiihiihihihihihiive without it....
Altes Wähenblech. Hat wesentlich bessere Backeigenschaften als der sündhaft teure Nachfolger.
Lotus Grill. Handlich, einfach zu bedienen, superpraktisch für Balkon- und Ferieneinsätze.

Küchentechnische Flops
Mate-Röhrli. Die Reinigung grenzt an Folter. Hässliche Fingerverletzungen inklusive.
Küchenschwämme sans Rubbelschicht. Ohne kriege ich Töpfe und Pfannen nie richtig blitzeblank.
Weissblechformen. Sind meist recht günstig, aber leider ist die Wärmeleitung suboptimal.

Angeschafft
Ein gebrauchtes Popover-Blech für die Herstellung von neapolitanischen Babà al rum.
Vakuumierer. Für Fleisch direkt ab Bauernhof und für's Verschicken von eigenen Backmischungen.
Le Creuset Pfanne & Grillplatte, secondhand. Wer kann schon gusseisernen Schnäppchen wiederstehen?

Neu im Bücherregal
Heirloom - Sarah Owens. Wie ihre anderen Bücher, eine Fundgrube für experimentierfreudige Sauerteigbäcker.
Erfolgsrezepte aus meiner Küche - Rosa Tschudi. Vergriffenes Meisterwerk.
Brotbackbuch Nummer 4 - Lutz Geissler. War neugierig auf den Theorieteil. Das Urteil steht noch aus.

Geärgert
Naja, wie üblich: Mir gehen sämtliche Blogger/-innen auf den Keks, die sich auf ihre Fahne geschrieben haben, nur mit regionalen, saisonalen und biologischen Zutaten zu kochen, dann aber Rezepte wie Quinoasalat mit Avocado und Açaipulver veröffentlichen. Und übrigens stammen die Avocados von der wunderschönen Superfoodinsel, wo sie zusammen mit anderen Bloggern zwei Wochen auf Fotosafari waren. Die Kennzeichnung als Werbung im Header wurde "vergessen" und erst am Schluss erfährt der Leser, dass alles gesponsert wurde von Örgs-Avocados, der Fluglinie Inselhopper und Takatuka-Tourismus... I love it!

Vorgenommen
Mich E-N-D-L-I-C-H an meine eigene Vorgabe halten und KEIN Gusseisenzeuch mehr anschleppen. Ernsthaft.
Ein paar Backformen und -zubehör aussortieren. Oder wahlweise eine Pâtisserie eröffnen.
Buch zu führen über die haltbaren Sachen im Vorratsschrank. Die Doppel- und Dreifachkäufe lassen grüssen.

Mittwoch, 1. Januar 2020

Cookies T-Masala



Natürlich hat es auch Nachteile, in einer grossen Stadt zu leben: Aggressive Fahrradfahrer, dämliche Hipster, riesige Baustellen, Verkehrslärm.... Aber die Vorteile, besonders solche der kulinarischen Art, tilgen alle kleineren Unannehmlichkeiten. Zumindest wenn man mich fragt, denn die Besorgung des Schwarzen Kardamoms für diese indische Gewürzteemischung hat nur 15 Minuten in Anspruch genommen. I love my Quartier!

Für ein kleines Gläschen T-Masala, ausreichend für etwa 8 Liter Masala Chai:

  • 4 Tl Fenchelsamen
  • 4 schwarzer Kardamomkapseln
  • 1 Tl grüne Kardamomkörner 
  • 1 Sternanis, grob zerbrochen
  • 14 Gewürznelken

Gewürze kurz in einer kleinen Pfanne anrösten, bis sie gut duften. Auf einem Teller abkühlen lassen und danach in der Kaffeemühle fein mahlen.

  • 2 Tl Ingwerpulver
  • 2 Tl Cassiapulver
  • 1 Tl Pimentpulver
  • 1/4 Tl Zimtpulver
  • 1/4 Tl Mohrenpfeffer oder schwarzer Pfeffer, fein gemahlen 
  • 1/4 Tl Galgant, fein gemahlen
  • 1/8 Tl Zimtblätterpulver
  • 1/8 Tl Muskatnuss, frisch gerieben

Alle Gewürze vermischen und in einem gut schliessenden Gläschen aufbewahren. Pro Liter Chai einen gehäuften Teelöffel Masala mitkochen (io: ohne Milch, wenig Schwarztee). Und wie immer gilt: Lieber unzerkleinerte Gewürze kaufen und nach Bedarf selber mahlen. Die Anschaffung einer Cloer 7580 mit abnehmbarem Mixbehälter lohnt sich wegen der einfachen Handhabung und Reinigung auch für Teetrinker.