Montag, 9. Dezember 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -208-



[GE]wesen: In Colmar (Musée Unterlinden), 
Kaysersberg (Weihnachtsmarkt) und Breisach (Café Ihringer)

[GE]gessen: 
Lauwarme Spätzle, ungewürztes Sauerkraut und Räucherwurst mit ekliger Gummipelle auf dem Weihnachtsmarkt. P.S. Kaysersberg ist ein wunderhübsches Städtchen, aber an den Adventswochenenden komplett überlaufen. Tut euch selbst einen Gefallen und vermeidet einen Besuch während dieser Zeit.

Als einziges an diesem Tag [GE]gönnt: Ein Glas Ihringer Rapshonig

[GE]trunken: Apfelsaft mit einem Schuss Boskoopbrand

[GE]kocht: Bouillon aus Hühnerherzen. Njammi!
Die Herzen sind in handlichen Portionen abgepackt (ca. 300 gr) bei Coop 
und Migros im Kühlregal oder TK zu finden. Mengenmässig viel praktischer, als für zwei Personen ein ganzes Suppenhuhn auszukochen. 

[GE]backen: Ein reines Dinkelkastenbrot mit Kochstück & Sauerteig

 [GE]sehen: Pleasantville 

[GE]lesen: 
Maigret und die alten Leute
Maigret und der Verrückte von Bergerac
Maigret in Kur

[GE]freut: Mozartkugeln. Direkt aus Wien. From Herrn C. with love.

[GE]ärgert: Seit etwa zwei Wochen wird mein Mailfach täglich mit mindestens 50 Spammails geflutet und auf dem Festnetz rufen frühmorgens Callcenter aus Grossbritannien an. Nerviger Mist.

[GE]kauft: Ein ungemein praktisches Weihnachtsgeschenk für Herrn C. 

[GE]hört: 
In the mood - Glenn Miller
Take five - Dave Brubeck
Equinox - John Coltrane

Samstag, 7. Dezember 2019

One-Pot-Soulfood: Zweierlei Kartoffelgratin mit Sardellen



Dieses Gratin wird sicherlich nie einen Schönheitspreis gewinnen. 
Kratzt uns das? 
Nö.
Es ist deftiges, unkompliziertes Soulfood für eiskalte Winterabende.
Und nur das zählt.

Für 4 Personen:

  • 600 gr Vollmilch
  • 7 Sardellenfilets
  • 2 Knoblauchzehen, zermust
  • je 1/4 Tl getrocknete Thymian-, Bohnenkraut- und Majoranblättchen
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • knapper Teelöffel Kräutersalz 

Man nehme eine gusseisernen Topf mit etwa vier Litern Fassungsvermögen und vermische darin alle oben stehenden Zutaten. Auf mittlerer Stufe erwärmen. Die Flüssigkeit soll recht salzig, aber nicht versalzen sein.

  • 600 gr festkochende Kartoffeln, geschält gewogen
  • 300 gr Süsskartoffeln, dito (io: eine weisse Sorte)
  • 1 mittlere Zwiebel, geschält
  • 4 El geriebener Pecorino oder Parmesan
  • 1 El Butter
  • eine kleine handvoll geschälte, gehackte Haselnüsse

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln und Zwiebel in dünne Scheiben hobeln. In den Topf geben, Hitze hochdrehen. Unter ständigem Rühren 3-4 Minuten köcheln, bis die Milch leicht angedickt ist und die Kartoffelscheiben fast gar sind. Topf in den Ofen verfrachten, 30 Minuten backen. Oberfläche des Gratins mit dem Käse bestreuen, Butterflöckchen darüber verteilen und mit den Nüssen garnieren. Gitter auf der mittleren Schiene einschieben und das Gratin weitere 10 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen und stellenweise gebräunt ist. Heiss mit Chicoréesalat servieren.

Montag, 2. Dezember 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -207-



[GE]wesen:
Einen Tag lang in der Ostschweiz.
Wichtigster Punkt auf der Liste: Die Holzofenbäckerei Brotkorb in Waldstatt.
Der Einkaufswagen war danach bis zum Rand mit St. Galler Broten, Chäsflade, Linzertorte, Mandelgipfeln, Laugengipfeln, Zopf und Zimtfladen gefüllt.

[GE]gessen: Spaghetti mit Ajvar und Pecorino

[GE]trunken: Anti-Viren-Tee
(Zimtblätter, Gewürznelken, grüner Kardamom, schwarzer Kardamom, Cassia, Zimtblüten, Kurkumapulver, Mohrenpfeffer, Baobabpulver und reichlich Honig)

[GE]kocht: Rindersuppe mit Fenchel

Aus den Resten [GE]bastelt: 
Bovino tonnato (Gersbacher Suppenfleisch mit Thonsauce)

[GE]backen: 
Walnussfocaccia mit Fütterungsüberschuss 
Allroundbrot mit UrDinkelruchmehl, Weizensauerteig und Kartoffelflocken
UrDinkelruchbrot mit Sauerteig und Kochstück aus Ribelmais
Fünferlei Brot aus zweierlei Weizen, Roggen, Gerste, Hartweizen

 [GE]sehen: Harlots & The Morning Show
Scary Stories to tell in the Dark 

[GE]lesen: 
Das Noma Handbuch Fermentation - René Redzepi
Der fröhliche Frauenhasser - Colin Cotterill
Heritage Baking - Ellen King
Slow Cooked - Miss South
Maigret im Haus der Unruhe - Georges Simenon

[GE]freut: Spontan Krippenpersonal gesucht und nach nur zwei Brockibesuchen war die Entourage vollständig. Ganz nebenbei noch eine Schale mit Rimini Blu Dekor von Bitossi und eine Le Creuset Grillplatte ergattert.

[GE]ärgert: 
Die uralte Haustüre ist seit der sommerlichen Hitzewelle komplett verzogen und wenn die Zwischentüre offen steht, werden wir, trotz Gangheizung auf höchster Stufe, vom eiskalten Durchzug gepeinigt. Und nun ratet mal, wer es trotz freundlicher Bitten und schriftlicher Ermahnung an der Tür kein einziges Mal schafft, die Zwischentüre hinter sich zu schliessen... Wetten, dass sich unsere Heizkosten wegen dieser vollgekifften Idiotin signifikant erhöhen werden? 
*gnah*

[GE]kauft: Eine kleine Schiefertafel, damit ich Herrn C. jeweils am Abend aufschreiben kann, wo er morgens seinen Lunch findet. 

[GE]hört: 
Golden Brown - The Stranglers
Serenata Rap - Jovanotti
Gold - Spandau Ballet

Sonntag, 1. Dezember 2019

Zum ersten Advent: Lebkuchenfladen



Auf der Suche nach einem patenten Hausfrauen-Lebkuchen-Rezept, musste ich einige Niederlagen einstecken. Der angeblich weltbeste Lebkuchen vom Blech, entpuppte sich beispielsweise als teigiger Murks. Cave superlativum, Miss Cookie! Irgendwann werde ich es auch noch lernen.... Von einer netten Leserin bekam ich dann den Tipp, diesen Luzerner Lebkuchen auszuprobieren. Das Ergebnis war fein, erfüllte aber nicht ganz meine hochgesteckten Erwartungen bezüglich eines idealen Gebäcks für einen Kaffeeklatsch in der Adventszeit.


Nach weiteren Misserfolgen musste mein bewährtes Zimtfladenrezept als Basis herhalten. Kurzentschlossen den Teigboden weggelassen, die Gewürzmischung angepasst und trotzdem war der erste Bissen, direkt nach dem Auskühlen, keine Offenbarung. Autsch. Aber am nächsten Tag hat mich der Kuchen fast aus den Socken gehauen. Der Fladen war feuchter, die Gewürze harmonierten perfekt und alles zusammen ergab genau den unkomplizierten Läbchueche, den ich mir für Überraschungsgäste und spontane Besuche gewünscht hatte. Unbedingt ausprobieren!


Gewürzmischung:
  • 2-3 Tl Lebkuchengewürz (z.B. von Betty Bossi)
  • 2 Tl Ingwerpulver 
  • 1 Tl Kakao- oder Schokoladenpulver
  • 1/2 Tl Zimtpulver
  • 1/2 Tl Piment, fein gemahlen
  • 1/4 Tl Nelkenpulver
  • 1 Prise Salz

Alle Gewürze in einem Schälchen vermischen und abgedeckt zur Seite stellen. Eine runde Wähenform (24 cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen oder gründlich ausbuttern.

Teig:
  • 2 Eier Grösse L
  • 150 gr Zucker
  • Gewürzmischung
  • 200 gr Sahne
  • 50 gr Milch
  • 200 gr Ruchmehl
  • 3 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eier und Zucker mit dem Handrührer weiss-crèmig aufschlagen. Zuerst die Gewürzmischung, dann Sahne & Milch unterrühren. Mehl mit Backpulver zugeben und nur so lange verrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Vorsichtig in die vorbereitete Form giessen, glatt streichen. In den vorgeheizten Ofen stellen und 45 Minuten backen, bis der Teig aufgegangen und leicht gebräunt ist. Anschliessend zwei Minuten auf der obersten Schiene zum Nachbräunen gönnen. Auf einem Kuchengitter 15 Minuten abkühlen lassen. Aus der Form heben, das Backpapier vorsichtig entfernen und auf dem Gitter vollständig auskühlen lassen. Danach wieder in die Form legen, mit einem Deckel oder Alufolie verschliessen und den Fladen über Nacht durchziehen lassen. Am Adventsmorgen mit weicher Butter und am Nachmittag mit heissem Kakao servieren. Der Kuchen bleibt, gut eingepackt und kühl gelagert, eine Woche lang ein Hochgenuss. Stosssicher verpackt, lässt sich der Fladen sogar per Post verschicken.