Mittwoch, 10. Oktober 2012

Fette Beute! (Untertitel: Wer hat Angst vor Schwarznüssen?)


 Während Schweinwoll schnupperte und schnupperte und schnupperte, 
stolperte die Leinenträgerin über eine Schwarznuss.

 Wo eine Nuss ist, kann der Nachschub nicht weit entfernt sein.

Eigentlich sollte der geneigte Leser hier ein Foto des ganzen Baumes erspähen können,
aber leider sind alle Totalansichten verregentropft.

 Fette Beute und ein kleines Souvenir 
(Und ja, es tat richtig weh, als mir dieses eigrosse Ding aus grosser Höhe auf die Schulter krachte).

Vorher: Schweinchenrosa (siehe Ansatz kleiner Finger)
Fünf Minuten später: Grillhähnchenbraun 

Mehr Infos und eine Anleitung zur Schwarznuss findet ihr hier

Montag, 8. Oktober 2012

Lenticulam de Castaneis (Linsen mit Kastanien nach Apicius)



Wieder mal nur ganz leicht zu spät... Eigentlich wollte ich diesen Beitrag zeitlich passend zum Römerfest in Augusta Raurica veröffentlichen. Der Veranstaltungstermin war Ende August. *hüstel* Vor 17 Jahren fand das Römerfest zum ersten Mal statt. Damals noch einiges kleiner und unorganisierter, aber auch sehr viel gemütlicher, da weniger Besucherandrang herrschte. Kulinarisch wurden wir immer gut versorgt, zum Beispiel mit gegrillter Wildschweinwurst, Römerbrot, Pouletschenkel in Zitronentunke oder meinem Favoriten, Linsen mit Kastanien. Leider war das Linsengericht in den letzten Jahren schneller ausverkauft, als man "Hypocaustum" buchstabieren konnte. Dank des Originalrezepts kann ich dieses superleckere Soulfood für kalte Herbsttage nun auch zu Hause geniessen. Wenn möglich, daneben "Quo Vadis" gucken und sich an Sir Peter Ustinovs herrlich überzogener Darstellung des Kaisers Nero erfreuen. Und alle mitsingen: "....Rooohom breeehennt ...klimperklimper ...." 


Für 4 Personen als Beilage:

  • 150 gr blonde Linsen
  • 1 grosse Zwiebel, fein gehackt 
  • etwa 350 ml Wasser
  • 1 El frische Nanaminze, fein gehackt
  • 1 Tl Oreganoblättchen, fein gehackt
  • 1/2 Tl frischer Majoran, fein gehackt
  • 1/4 Tl Kümmelpulver
  • 1/4 Tl gemahlener Koriander
  • weisser Pfeffer, frisch gemahlen 
  • 1 El Gin oder weisser Martini
  • 1 El Honig
  • 1-2 El Fischsauce, je nach Salzgehalt
  • 150 gr gegarte Kastanien 
  • 1 El Malzessig
  • 2 El Olivenöl

Linsen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abspülen und im Sieb abtropfen lassen. Ein Esslöffel Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelstücke darin anbraten. Linsen zugeben, mit Wasser auffüllen. Alle weiteren Zutaten bis und mit Fischsauce einrühren. Deckel auflegen und etwa 15 Minuten kochen, bis die Linsen fast gar sind. Je nach Linsensorte muss eventuell mehr Wasser zugegeben werden. Kastanien und Essig in den Topf geben, weitere 5 Minuten köcheln, bis die Linsen weich sind. Deckel abnehmen und die Hitze für etwa zwei Minuten hochdrehen, damit überschüssige Flüssigkeit verdampfen kann. Das Linsengericht sollte schön feucht sein, aber nicht in Sauce schwimmen. Restliches Olivenöl unterrühren, abschmecken und heiss oder zimmerwarm servieren.

Anmerkung: Ich verwende für dieses Gericht am liebsten Kastanien aus dem Glas. Keine Zusätze, sehr guter Geschmack, aber leider nur in Frankreich erhältlich bzw. bezahlbar. Ein Glas mit 400 Gramm Einwaage kostet im Supermarché etwa 3 Euro. In der Schweiz kann man sich mit Kastanien aus dem Tiefkühler behelfen, in Deutschland mit vakuumierten Exemplaren. Wer den Aufwand nicht scheut, kann natürlich auch frische oder getrocknete Marroni verwenden. Allerdings verlängert sich dadurch die Kochzeit.


Sonntag, 7. Oktober 2012

Quinoa Sakkarai Pongal



Momentan komme ich kaum zum Kochen und noch weniger zum Fotografieren oder Bloggen. Über Langeweile kann ich mich gerade nicht beklagen, aber eine Verschnaufpause ab und zu wäre schon wünschenswert. Hoffentlich wird die nächste Woche etwas ruhiger.

Pongal ist ursprünglich ein tamilisches Festtagsgericht aus Reis, Milch und Palmzucker. Mittlerweile ist der reichhaltige Brei in ganz Indien ein beliebtes Frühstück. Die Idee, Quinoa statt Reis zu verwenden, übernahm ich von hier. Schmeckt natürlich auch als Pausenfüller.


Für 2 Portionen:

  • 75 gr Quinoa
  • 50 gr Moong Dal (geschälte Mungbohnen)
  • 2 grüne Kardamomkapseln
  • 250 ml Wasser
  • 200 ml Milch
  • 1-3 El geriebener Palmzucker 
  • je 1 El Rosinen und Cashewnüsse
  • 1 Tl Butter

Quinoa unter fliessendem Wasser gründlich waschen, um die eventuell anhaftenden Bitterstoffe zu entfernen. Kardamom anquetschen. Die Kapseln sollten nur leicht geöffnet sein, damit die Samen nicht herausfallen. Zusammen mit Quinoa, Mungbohnen, Milch und Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. 15 Minuten leise köcheln. Herd auf die kleinste Stufe stellen, Deckel auflegen und 10 Minuten ziehen lassen. Unterdessen Rosinen und Cashews in der Butter kurz anbraten. Topf vom Herd nehmen, Palmzucker, Rosinen und Cashews unterrühren. Deckel wieder auflegen und weitere 5 Minuten ziehen lassen. Wenn der Brei zu dick ist, mit etwas kalter Milch verdünnen. Möglichst heiss servieren.


Mittwoch, 3. Oktober 2012

Bohnensalat mit Senf-Roquefort-Dressing



Seit Ende August wartet dieses Rezept auf seinen Auftritt. Unerklärlicherweise, denn der Salat war sehr lecker. Ich werde auch immer dööfer vergesslicher. Zum Glück produzieren die Bohnenbüsche immer noch fröhlich Nachschub und die grün geernteten Tomaten reifen gemütlich auf der Fensterbank nach. Habe ja schliesslich nichts gegen ein Déjà-vu. ;-)


Für 4 Personen:

  • 500 gr Bohnen
  • 250 gr Cherrytomaten

Bohnen waschen, putzen und, je nach Grösse, ganz lassen oder zerkleinern. In gesalzenem Wasser bissfest garen. Abtropfen lassen und noch heiss mit dem Dressing mischen. Tomaten waschen, halbieren und vorsichtig unter den lauwarmen Bohnensalat mischen. Mit frischem Baguette servieren.


Dressing:

  • 50 gr Roquefort, zerkrümelt und zimmerwarm 
  • 50 gr Gewürzgurken, in kleine Stücke geschnitten
  • 1 El Sud der Gewürzgurken
  • 2 El milder Essig (z.B. Apfel-, Sherry- oder Reisessig)
  • 2 El Olivenöl
  • 1-2 El grober Senf
  • 2 Zweige Bohnenkraut, nur die Blättchen
  • Pfeffer, Salz

Alle Zutaten bis und mit Bohnenkraut mit dem Stabmixer fein pürieren. Pfeffern und eventuell leicht salzen. Wer es pikanter mag, kann noch mehr Senf unterrühren. 

Aus dem Buch "Der echte Geschmack" abgeguckt und natürlich hier und da verändert.