Sonntag, 29. Mai 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -53-



[GE]gessen: Spaghetti mit Rahmlinsen

[GE]trunken: Ein paar Gläschen Vinho Verde zur Paella vom Grill

[GE]kocht: Mastix-Jelly 

[GE]backen: Ofenspargel mit Kartoffelspalten

Im Dörrer [GE]getrocknetHolunderblüten für Tee und Gebäck

[GE]sehen: The VVitch - A New-England Folk Tale

[GE]lesen: Sean Brummel: Einen Scheiss muss ich! - Tommy Jaud

[GE]freut: Über eine unerwartete Begegnung mit einem lieben Menschen

[GE]ärgert: Über eine Kassiererin im Coop, die einen schlechten Tag hatte und meinte, sie könne sich an mir abreagieren. Bad idea.

[GE]kauft: Vier Liter Kokoswasser, 
18 Bio-Salatsetzlinge
und 6 Ismene-Zwiebeln 

[GE]hört: I'll be your baby tonight - UB40 & Robert Palmer

[GE]lacht
Was möchte uns die oben abgebildete Verpackung sagen?
Wir haben 1978 zu viele Dosen bestellt?
Herr Lohse lässt grüssen?
*giggel*


Donnerstag, 26. Mai 2016

Buchvorstellung: Meine grüne Speisekammer von K. Jönsson



Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die grosse Freude bereiten können. Mir geht es immer so, wenn ich "neuen" Lesestoff entdecke. Letzten Sommer fand ich via Pinterest zu einem schwedischen Blog namens Det Gröna Skafferiet und war hingerissen von den originellen Rezepten und den hübschen Bildern. Als ich dann herausgefunden habe, dass seit August 2014 keine neuen Posts mehr verfasst wurden, hat mich das nicht wenig geärgert. Umso erfreuter war ich, als ich vor einigen Monaten erfuhr, dass Karoline Jönssons Buch im Januar 2015 unter dem Titel Meine grüne Speisekammer im Busse Seewald Verlag erschienen ist. Normalerweise rezensiere ich keine Kochbücher, die schon seit über einem Jahr auf dem Markt sind (olle Kamellen und so), doch für dieses Buch wollte ich unbedingt eine Ausnahme machen.

Erster Eindruck:
Besonders der Untertitel "Vegetarische Gerichte frisch aus dem Garten und der Natur" hat mich als Gartentante und Wildpflanzensammlerin direkt angesprungen, und wäre für mich schon alleine als Kaufgrund ausreichend gewesen. Nebenbei hat das Buch einen Hardcovereinband, die Seiten sind aus angenehm dickem Papier und beim Durchblättern machen die vielen Fotos Appetit auf mehr. Beim Lesen kam es mir so vor, als ob ich der erwachsenen Schwester von Pipi Langstrumpf eine Weile über die Schulter schauen durfte. :-)

Inhalt:
Der Auftakt ist eine Einführung in die Philosophie des Kochbuches, dann folgen Grundrezepte für Selbstversorger und solche, die es noch werden wollen: Hafer- und Sesammilch, Joghurt, Dickmilch, Granola, Salatgewürz, Brennesselpulver, Dinkelknäckebrot mit Sauerteig, Teemischungen und aromatisierter Zucker. Die restlichen Rezepte sind in vier Kapitel unterteilt. Um euch den Mund ein wenig wässrig zu machen, habe ich mir erlaubt, pro Kapitel ein paar Beispiele auszuwählen:

Die Fensterbank 
Schwarzwurzel-Tarte mit Bärlauch
Kohl süss-sauer mit Rhabarber und Erbsensprossen 
Caprese-Bagels mit gebratenen grünen Tomaten

Der Garten 
Birkensaft zapfen
Birkenblätterlimonade
Rosa Holunderblütensirup

Der Gemüsegarten 
Omas falsche Fish n' Chips
Päckchen mit Wurzelgemüse, Belugalinsen und Kokosmilch 
Honigglasierter Fenchel mit Aioli
Topinambur-Gnocchi

Aus Wald und Feld
Hagebuttenmehl
Kartoffel-Mandeltorte mit Blaubeeren
Pfifferlingssuppe aus der Papiertüte

Trotz meiner Begeisterung möchte ich nicht verschweigen, dass die Brotrezepte durchgehend verbesserungswürdig sind. Es wird, leider wie so oft, viel zu viel Hefe verlangt. Eine wirklich ärgerliche Sache, denn je höher der Hefeanteil, desto "hefiger" der Geschmack und umso schneller trocknet das Brot aus. Ebenfalls negativ aufgefallen sind mir die teilweise zu hohen Flüssigkeitsmengen. Mögliche Ursachen: Es könnte ein Übersetzungsfehler bei den verlangten Mehlsorten vorliegen (höherer Ausmahlungsgrad? Vollkornmehle?) oder schwedisches Mehl hat eine bedeutend grössere Wasseraufnahmekapazität. 

Was meint der Magen:
Sirup aus Blättern der schwarzen Johannisbeere? Aus Blättern? Dieses Getränk klang so ungewöhnlich, dass ich es sofort ausprobieren musste. Zum Glück stehen in unserem Garten vier Cassis-Sträucher, die ich sorglos plündern durfte. Wichtige Erkenntnis: Nur die beerig duftenden Blätter schwarzer Johannisbeersorten sind geeignet. Blättern von roten und weissen Sorten fehlt der charakteristische Eigengeschmack. Nach fünf Tagen Ziehzeit hätte der Sirup direkt in Flaschen abgefüllt werden können. Ich entschied mich aber, zwecks längerer Haltbarkeit, 2/3 der Menge heiss abzufüllen. Bei der Verkostung stellte sich heraus, dass der Geschmack unter dem Einkochen nicht gelitten hat, und beide Varianten hervorragend blumig-fruchtig schmecken.


Herr C. mochte besonders das Kompott aus wilden Kriecherl-Pflaumen, die wir letztes Jahr zusammen bei einer Spazierfahrt geerntet und am gleichen Abend eingefroren hatten. Leider ist ihre Küchentauglichkeit stark einschränkt, weil die Steine der säuerlichen Früchtchen bombenfest mit dem Fruchtfleisch verbunden sind. Beim Kompott muss man sich dem Problem des Entkernens aber glücklicherweise nicht stellen. Aufkochen, Kerne abschöpfen, Kompott süssen, mit Kartoffelmehl andicken, fertig. Perfekt zu Griessköpfchen. Herr C. fragt sich ja öfters, ob ich nicht komplett plemplem bin. Normalerweise völlig zu Unrecht, aber dieses Mal konnte ich ihn verstehen. Denn wer serviert schon Glühwein im Mai? Zu meiner Verteidigung: Es handelte sich um Schlehenglühwein und an besagtem Abend zeigte das Thermometer gerade einmal 11 Grad an. Ich verwendete eingemachten Schlehensaft, und verfeinerte alles mit einem Rest DIY-Glühweinmix. Einstimmiges Urteil der Jury: Wird in der Adventszeit wiederholt. Und dazu eine Dose voll Mailänderli statt Safran-Biscotti.

Fazit: 
I like it! Und den meisten Gärtnern/Gärtnerinnen und Wildpflanzen-Aficionados unter euch wird es wohl gleich ergehen. Vorausgesetzt natürlich, ihr besorgt euch das Buch. :D

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Busse Seewald Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Mittwoch, 25. Mai 2016

Akkuratesse? Nee, Bratspargel!



Heute mal kein grammgenaues Rezept mit narrensicherer Anleitung. 


Dafür Improvisation vom Feinsten:

  • grüner Spargel
  • Butter 
  • Noilly Prat
  • Austernsauce

Spargel waschen, ggf. schälen und/oder Enden abbrechen. In mundgerechte Stücke schneiden, Spargelspitzen zur Seite legen. In einer möglichst grossen Pfanne einen grosszügigen Knubbel Butter zerlassen. Spargelstücke in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten anbraten. Hitze hochdrehen, die Spitzen zugeben und etwa zwei Minuten mitbraten. Mit einem guten Schluck Noilly Prat ablöschen. Verdampfen lassen, dann noch einen Schluck Wasser zugeben. Dem Pfanneninhalt eine Portion Austernsauce gönnen, zackig verrühren, eine Minute neben dem Herd ziehen lassen. Heiss oder zimmerwarm servieren. 

P.S. Bevor ich mit dem Spargelputzen beginne, wasche ich den Reis (Surti Kolam), den es meist als Beilage gibt. Während ich mich um das Gemüse kümmere, können die Körner gemütlich abtropfen. Bevor die Spargelstücke in die Pfanne wandern, wird der Reiskocher eingeschaltet. Der Reis ist immer kurz vor den Spargeln fertig und so kann beides unverzüglich aufgetischt werden. Übrigens bereite ich immer viel zu viel Bratspargel zu, denn mit den köstlichen Resten dekoriere ich am nächsten Tag meinen Salatteller, belege ein gebuttertes Baguette damit oder packe sie zusammen mit Mayonnaise als Lunch für Herrn C. ein. 

Montag, 23. Mai 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -52-



[GE]gessen: Pumpernickel mit Gorgonzola-Mascarpone

[GE]trunken: Cold Brew Mandarinentee

[GE]kocht: Linsensalat mit Peperonata dolce con mele

[GE]backen: 
Butchys mit Pumpkin Butter, Rhabarberwähe, Kartoffelbrot aus dem Topf

[GE]wesen: In der Landi, neue Gartenscheren besorgt

[GE]sehen: Beide Staffeln Grace & Frankie

[GE]freut: Über die schönen Ranunkeln aus dem Garten

[GE]ärgert: Über mein verrückt spielendes Kreislaufsystem

[GE]kauft: Eine preisreduzierte Curcuma-Pflanze mit hübschen Blüten

[GE]hörtMercy Mercy Me - Robert Palmer

[GE]lacht: Über Herrn C., als er den Kauf 
der vergünstigten Topfpflanze wie folgt kommentierte:
"Herrje, nicht noch eine Pflanze, die gerettet werden musste. 
Fang endlich an, Bierflaschen zu retten. 
Die muss man zumindest nicht giessen."