Montag, 31. Dezember 2012

Wir sehen uns dann im Januar wieder



Auch dieses Jahr kurz und bündig: 

Herzlichen Dank fürs Reingucken, Mitlesen und Kommentieren. 

Schön, dass es euch gibt. 

Guten Rutsch und liebe Grüsse aus den schneelosen Bergen


Samstag, 29. Dezember 2012

Mörderisch gut: Kastanientruffetorte



Weihnachten ist überstanden. Gottseidank. Noch mehr gutes Essen würde mir garantiert einen Platz im Expresszug Richtung Himmelreich bescheren. Zum Glück sind bis Ostern keine weiteren Orgien geplant. Schwesterherz würde jetzt einwerfen: Geplant nicht, aber organisieren kann man alles. Dazu setzt sie dann ein oberfieses Grinsen à la schmieriger Mafiaboss auf und geht im Geist schon die Termine durch, an denen sie Zeit hätte. Notiz an mich: Ich muss meine Auswanderungspläne dringend vorantreiben und schleunigst herausfinden, wie hoch die Immobilienpreise auf Tristan da Cunha oder St. Helena sind.

Doch vor der Flucht Abreise verrate ich euch noch ein Lieblingsrezept. Ich kenne niemanden, der diese Torte gekostet hat und sie nicht mochte. Zartschmelzend, üppig, nicht zu süss und in kleinere Stücke geschnitten, auch ein hervorragendes Dessert. In der Frage, ob Kirsch oder Cognac, ist la Famiglia in zwei Lager gespalten. Ich tendiere übrigens zu Cognac, Herr C. zu Kirsch. Er ist und bleibt halt ein kleiner Bünzli. Mein Bünzli.


Für 8 Personen:


Den Boden einer kleinen Springform (20 cm Durchmesser) mit Klarsichtfolie belegen und den Rand mit zugeschnittenem Backpapier auskleiden. Folie und Backpapier halten übrigens besser, wenn die Form vorher mit ein bisschen Butter eingefettet wurde. Schokolade mit Butter und Sahne im Wasserbad schmelzen. Aufgetautes Marronipüree in eine Rührschüssel bröckeln, Kirsch zugeben und mit dem Handmixer oder Schwingbesen einigermassen glatt rühren. Geschmolzene Schokolade zum Marronipüree geben. Kräftig verrühren, bis die Masse seidig glatt ist. In die ausgekleidete Form giessen und die Oberfläche mit einem Löffel glatt streichen. Form abdecken und die Torte im Kühlschrank, oder im Winter auf der Terrasse, mehrere Stunden erstarren lassen. Eine halbe Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen und vorsichtig aus der Springform befreien. Mit wenig Kakaopulver bestäuben und flaumig geschlagene Sahne dazu reichen.

P.S. Die nächsten Posts werden, wie dieser, vor grottigen Fotos nur so strotzen. Kommt davon, wenn man die Kamera mitnimmt, den Akku aber zu Hause lässt. Aaargh. *michselberhau*


Sonntag, 23. Dezember 2012

Maestro, darf ich um einen Tusch bitten?


Es ist vollbracht. Zumindest theoretisch. Zu den Klängen von "Last Christmas" wuselten seit Wochen folgende Überlegungen durch meine Hirnwindungen: Soll ich überhaupt kochen oder dieses Jahr endlich, wie schon lange geplant, auf eine einsame Insel fliehen? Wenn die Flucht misslingt, sie mich wieder einfangen und an den Herd zerren, was koche ich dann? Wieviel kann ich vorbereiten und mir dadurch das Leben erleichtern? Neues ausprobieren? Auf Altbewährtes verlassen? Wer wird meckern, wer wird sich freuen? Wo bekomme ich die Zutaten her? Was darf wegen Allergien nicht auf dem Teller landen? Uns so weiter und so fort. Nach endlosen Beratungsgesprächen mit mir selbst, präsentiere ich:


Das Weihnachtsmenü 2012
(Tusch, Jubeltrubel, Applaus)


Apéro

Crostini
mit
Kürbiskernpesto 
Rillettes de Maquereaux
Terrine de Roquefort aux Noix et Raisins


Vorspeise

Gebratene Hühnerleber
Nüsslisalat an Devil's Rain Dressing
Littauische Kümmelbrötchen 


Hauptgang

Kalbshaxenscheiben, in Rotwein geschmort
Weisse Polenta mit Steinpilzen
Gemischtes Wintergemüse an Zitronenbutter

Vegetarier dürfen sich an Fava Bean Stew erfreuen 


Dessert

Mein Syllabub mit Rosmarin-Heidelbeeren


Krönender Abschluss

Kastanientruffetorte



Jetzt muss ich nur noch einen Dummen finden, der das Menü kochen wird. Ha, ha..


Schwesterherz sorgt, wie jedes Jahr, für die erlesenen Tröpfchen.
Frau Cooketteria ist nämlich passionierte Biertrinkerin und kauft Wein nur nach gefälligem Etikett.


Und damit verabschiede ich mich in die wohlverdienten Weihnachtsferien.
Wir wünschen euch allen ein gesegnetes Fest und viele, viele Geschenke.

..."'Cause we are living in a material world and I am a material girl"... ;-)


Donnerstag, 20. Dezember 2012

Bananenketchup



Im Asialaden um die Ecke sind zwei Sorten Bananenketchup erhältlich, Spicy B. und Hot B. Leider stehen bei beiden unzählige E-Nummern in der Zutatenliste. Es hat mich trotzdem immer in den Fingern gejuckt, da ich mir den Bananengeschmack gut zu gegrilltem Fleisch vorstellen kann. Als völlig überraschend zwei sehr reife Bananen hinter der Obstschale auftauchten, durfte ich zwischen Kuchen und Ketchup entscheiden. Der Süsszahn hatte ausnahmsweise das Nachsehen. Das Rezept ist frei Schnauze zusammengewurschtelt und das Ergebnis von der Familie als gut befunden worden. Ich mag die Sauce gerne zu Fisch und kurz gebratenem Gemüse. Passt natürlich auch als exklusiv-exotisches Geschenk unter den Weihnachtsbaum.


Für 2 Gläser à 250 ml:

  • 2 grosse, sehr reife Bananen, ca. 300 gr
  • 1 El Rapsöl
  • 1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 walnussgrosses Stück Ingwer, zu Mus zerrieben
  • 1 Tl Kurkuma, gemahlen
  • je 1/2 Tl gemahlener Piment, Koriander, mildes Currypulver 
  • 1/4 - 1 Tl Chiliflocken, je nach gewünschter Schärfe
  • 2 El Tomatenmark
  • 200 ml Wasser
  • 1 El Sojasauce
  • 2 El Rosinen
  • 3 El Reisessig
  • 1 gehäufter Tl brauner Rohrzucker
  • Salz und schwarzer Pfeffer

Bananen schälen und in kleine Stücke schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelstücke darin anbraten. Zuerst Knoblauch und Ingwer anschwitzen, dann alle Gewürze zugeben und 30 Sekunden rührbraten. Bananenstücke und Tomatenmark zugeben, gut durchrühren. Mit dem Wasser ablöschen. Sojasauce, Rosinen, 2 El Reisessig und Rohrzucker zugeben. Hitze reduzieren, Deckel halb auflegen und 10 Minuten leise köcheln lassen. Mit dem Mixstab fein pürieren. Pfeffern und ggf. nachsalzen. Topf wieder auf den Herd stellen und das Ketchup unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Vorsicht, die Masse blubbert wie wild! Topf vom Herd nehmen, restlichen Reisessig unterrühren und heiss in ausgekochte Gläser füllen. Hält sich ungeöffnet etwa 3 Monate, geöffnet im Kühlschrank etwa 4 Wochen.