Freitag, 29. Juni 2012

Nachgekocht: Salatsauce nach Art der Wilden Henne



Es gibt nur wenige Gewächse, die in unserem Garten so gut gedeihen, wie Eichblattsalat. Wir mögen ihn sehr, doch immer mit der gleichen Sauce zubereitet wird es irgendwann langweilig. Und da wir in den nächsten Wochen 24 Köpfe ernten können, musste geschwind eine neue Salatsauce her.

Die Rotwein-Salatsauce der Wilden Henne gefiel mir auf Anhieb. Flugs das Rezept verkleinert, etwas angepasst und gleich losgelegt. In der Eile der Vorfreude beging ich aber einen klitzekleinen Fehler. Ich hätte nicht von Anfang an die ganze Menge Essig untermischen dürfen, denn am Ende war mir die Sauce zu sauer. 

Als Gegengewicht wanderten dann zwei grosszügige Esslöffel Mayonnaise in den Mixer. Ein paar Brotmöggeli zu Versuchszwecken eingetunkt und yep, jetzt war auch ich zufrieden. Herr C. ist übrigens so begeistert, dass er zum vierten (!) Mal in dieser Woche um Salat mit "däre wirgligg sauguete Sosse" gebeten hat. Gestern Abend musste ich gleich eine neue Flasche ansetzen und weiteren Salat organisieren, sonst hätte mir am Wochenende Ungemach gedroht. Passt übrigens auch super zu Tomatensalat mit Avocados.


Für 1,25 Liter nahm ich:

1/2 El Dijonsenf
1/2 El schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1/2 El Aromat
1/2 El Kräutersalz
1 El Salz
1 El Worcestersauce
1 El getrocknete Salatkräuter
2 El Mayonnaise
200 ml Rotwein
250 ml Weissweinessig mit Kräutern
50 ml geröstetes Haselnussöl
250 ml Olivenöl
500 ml Rapsöl


Liebe Henne, vielen Dank für dein Rezept, 
welches in unserer Familie 
künftig als "Pouletsalatsauce" bekannt sein wird.


Donnerstag, 28. Juni 2012

Bonjour Alsace












Herr C. war als kleiner Junge oft im Elsass. In seinen Erinnerungen wimmelt es von pittoresken Dörfern, guten Restaurants, schönen Wanderwegen, alten Bauernhöfen mit Direktverkauf und kleinen Cafés mit absonderlichen Eissorten. Leider kann er sich nur selten daran erinnern, wo sich diese Sehenswürdigkeiten in etwa befinden oder befunden haben. Auf den Spuren seiner Kindheit sind wir schon oft kreuz und quer durchs nahe Elsass gefahren. So auch dieses Mal. Keine Ahnung, wo wir genau waren. Aber es war sehr hübsch dort. Einziges Manko: Sämtlich Restaurants und Cafés waren geschlossen. Sehr schade, denn ich hätte euch doch so gerne ein Eis mit Sauerkraut-, Tomaten- oder Münstergeschmack präsentiert. Dazu natürlich ein Foto, auf dem Herr C. von dem Eis (am besten Münster) probiert... :D

Sonntag, 24. Juni 2012

Kiwi Jelly - Summer in the Kitchen



Jellys aus Agar-Agar sind wesentlich wärmeresistenter als ihre Kollegen aus Gelatine. Ungekühlt kann man die Gläschen stundenlang mit sich rumschleppen, ohne einen Kiwisee in der Handtasche befürchten zu müssen. Ausser man nimmt sie auf eine Wüstenexpedition mit. In diesem Fall kann ich für nichts garantieren. (Doktor Cookenstein, wer nimmt schon eine Handtasche mit in die Taklamakan? - Igor, wenn du weiterhin Fehler in meinen Argumentationen findest, werde ich dein Gehirn für das Monster verwenden!)

Für zwei Portionen:
  • 4 reife Kiwis 
  • 1 Tl Zucker oder Agavendicksaft
  • 1/2 Tl Agar-Agar

Kiwis halbieren und das Fruchtfleisch in einen Messbecher löffeln. Wasser zugeben, bis die Füllhöhe 400 ml beträgt. Je nach Grösse der Kiwis benötigt man etwa 50-120 ml Wasser. Kurz mit dem Mixstab pürieren. Die Betonung liegt auf kurz, denn wir wollen nur das Fruchfleisch zu Brei verarbeiten und nicht die Kerne atomisieren. Kiwipüree in einen kleinen Topf giessen. Mit Zucker und Agar-Agar zum Kochen bringen. Eine Minute kochen, dabei ständig rühren. Probieren und nach Geschmack mehr Zucker zufügen. In kalt ausgespülte Förmchen oder Gläser füllen. Eine halbe Stunde auskühlen lassen, dann mit Klarsichtfolie oder Deckel abdecken und mindestens vier Stunden im Kühlschrank gelieren lassen. Hält sich gekühlt maximal drei Tage.

Anmerkung:
Das Jelly auf dem Foto besteht aus zwei grünen und zwei Goldkiwis, ohne Zuckerzusatz. Die gelben Kiwis brachten genug Eigensüsse mit.


Samstag, 23. Juni 2012

Dinkelzopf mit Dill und Moutarde de Dijon



Ich liebe Dill. Frau Mama und mein Neffe mögen ihn, Herr C. mag ihn nur in kleinster Dosierung, Schwesterherz und ihre Tochter hassen ihn wie die Pest. Was mich um das Vergnügen bringt, öfters mal was mit Dill zu kochen oder zu backen. Schade, denn der Dill-Senf-Zopf kommt bei Einladungen immer sehr gut an. Besonders als Unterlage für Lachs. Dafür die Scheiben mit Zitronenbutter* bestreichen, mit Lachs belegen und je nach gewünschter Grösse dritteln oder vierteln. Etwas frisch gemahlener Pfeffer darüber, dazu ein Glas Weisswein und die Party kann beginnen. Passt auch perfekt zu Fleisch, Fisch und Gemüse vom Grill. Wer Dill nicht mag, kann ihn auch durch andere Kräuter (z.B. Herbes de Provence) ersetzen. Oder Dill und Senf ganz weglassen. Ergibt dann einen einfachen, aber nicht weniger schmackhaften Dinkelzopf. 


Für einen Zopf:

  • 500 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 25 gr Zucker
  • 10 gr Salz
  • 10 gr frische Hefe
  • 280 gr Milch, lauwarm
  • 60 gr Rapsöl
  • 1 El getrockneter Dill
  • 2 El Moutarde de Dijon
  • 2 El Sahne zum Bestreichen

Mehl, Zucker, Salz und Hefe in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Eine Mulde formen, Milch, Rapsöl, Senf und Dill zugeben. Maschine zuerst drei Minuten auf niedriger Stufe, danach etwa 7 Minuten auf mittlerer Stufen kneten lassen. Der Teig sollte nun schön geschmeidig sein. Zwei Minuten von Hand kneten. Rund formen, kreuzweise einschneiden und zurück in die heiss ausgespülte Schüssel legen. Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und den Teig etwa 120 Minuten aufgehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. 

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Teig kurz durchkneten und in drei gleich schwere Stücke teilen. Unter einem Küchentuch 5 Minuten entspannen lassen. Dann die Stücke zu drei je ca. 50 cm langen Strängen formen. Flechten und den Zopf auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Mit eingeölter Klarsichtfolie abdecken und etwa 40 Minuten gehen lassen, bis er fast doppelt so gross ist. Klarsichtfolie entfernen und den Zopf mit Sahne einpinseln. Auf der mittleren Schiene einschieben. Zuerst 20 Minuten bei 200 Grad, dann 10-15 Minuten bei 180 Grad backen. Falls der Zopf zu schnell bräunt, mit Alufolie abdecken. Klopftest machen und vor dem Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

* Rezept Zitronenbutter:
125 gr weiche Butter, eine Prise Salz und 1 Tl fein abgeriebene Zitronenschale schaumig rühren. Fertig.

P.S. Das Bild ist schon älter, daher wieder mal nur ein Zopf aus drei Strängen. Sobald ich Zeit habe, werde ich mich an einem Zopf aus sechs Strängen versuchen. Versprochen.