Sonntag, 22. Dezember 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -210-



[GE]gessen: Selleriesalat an Zitronensauce

[GE]trunken: Heisse Schokolade

[GE]kocht: Apfelpunsch 

[GE]wesen: In der Ostschweiz, inklusive obligatorischer Abstecher in die Holzofenbäckerei Brotkorb in Waldstatt.

Dort [GE]kauft: 
St. Galler Brot, Silsergipfel, Mandelgipfel, Schlorzifladen, Biberli, Mandelschnitte, Chäsflade, Pizza auf die Hand und se best Linzertorte.

[GE]backen: Unzählige Spitzbuben

 [GE]sehen: Ready or Not & Die zwei Päpste

[GE]lesen: 
Maigret verliert eine Verehrerin - Georges Simenon
The Glorious Foods of Greece - Diane Kochilas

[GE]freut: 
Den Silberlöffel und den neuesten Brunetti für zusammen 3 Franken ergattert.

[GE]ärgert: 
Herr C. wollte frühmorgens duschen, aber die Badheizung war eiskalt. Alle anderen Heizkörper im Rest der Wohnung ebenso. Im Keller den Ölstand kontrolliert und erschrocken festgestellt, dass die Anzeige im Reservebereich steht. Umgehend den Vermieter informiert. Der hatte vor Wochen eine Bestellung aufgegeben, die aber irgendwo untergegangen ist. Hoffentlich reicht's noch über die Festtage.

[GE]hört: Smalltown boy - Bronski Beat

Weihnachtsmenü [GE]plant:
***
Zweierlei Flammenkuchen: Bio-Speck & Bûche de Chèvre
***
Nüsslisalat mit Vinaigrette, Entenleber, Kümmelbrioche
***
Geschmorte Lammkeule, Kartoffelstock, buntes Wurzelgemüse mit Bockshornkleeblättern
***
Buttermilchmousse mit marinierten Orangenfilets
***
Vierfruchtcrumble mit Hafer-Roggen-Streuseln und Vanilleglacé
***

Dienstag, 17. Dezember 2019

Spinatpolenta aus Rheintaler Ribelmais



Vielleicht verdanke ich den aktuellen Erschöpfungszustand dem föhnigen Wetter, vielleicht aber auch dem alljährlich wiederkehrenden Weihnachtsterror. An jeder Ecke wird man mit bunten Lichterketten, Kunstschnee, Weihnachtssternen, singenden Nikoläusen, blinkenden Rentieren, künstlichen Tannenbäumen, Glühwein, sülzigen Weihnachtsliedern und Plastikengeln en masse zugeballert. Weihnachtsstimmung auf Teufel komm raus, im (Un)Glücksfall schon ab Ende September. Keine Spur von besinnlicher Adventszeit, sondern Hektik pur. Geschenke besorgen, Weihnachtsmenüs planen, Weihnachtsmärkte besuchen, von Weihnachtsessen zu Weihnachtsessen hetzen, Heim und Hof dekorieren, Haustiere und Kinder davon abhalten, die Deko zu mampfen oder zu zerstören... Too much, in jeder Beziehung. Ich probiere schon lange, so gut es geht, dagegenzuhalten. Die Geschenke für liebe Menschen werden möglichst schon Monate vorher besorgt, an der festlichen Speisefolge wird selten etwas grundlegend geändert, überlaufene Weihnachtsmärkte werden zukünftig rigoros aus dem Programm gestrichen, ebenso lieblose Weihnachtsfeten, bei denen es nur darum geht, sich schnurstracks ins Koma zu saufen. Unsere Deko ist minimalistisch, aber konzinn und wir brauchen weder Champagner noch Kaviar, um uns auf die kommenden Festtage einzustimmen. Im Gegenteil. Je einfacher das Essen vorher, desto grösser die Freude auf's Weihnachtsmenü.


Für 4 Personen:

  • 400 gr Wasser
  • 350 gr Vollmilch
  • 400 gr TK-Spinat ohne Zusätze (z.B. von Naturaplan, M-Budget oder zur Not halt 450 gr Rahmspinat)
  • Kräutersalz
  • 150 gr Rheintaler Ribelmais
  • 3 El Crème fraîche
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss
  • Pfeffer & Piment aus der Mühle
  • eine Handvoll fein geriebener Sbrinz, optional

Wasser und Milch mit dem Spinat in einem ausreichend grossen Topf zum Kochen bringen. Kräftig salzen. Den grossen Schwingbesen schnappen und unter ständigem Rühren den Maisgriess in die Flüssigkeit reinrieseln. Sobald der Griess anzudicken beginnt, Hitze reduzieren. Fünf Minuten kochen, dabei u-n-u-n-t-e-r-b-r-o-c-h-e-n rühren. Das ist echt wichtig, denn sonst blubbert sich das Zeug aus dem Topf, hinterlässt auf blossen Armen schmerzhafte Verbrennungen und ausserdem brennt Polenta schneller an, als ihr Archaeopteryx buchstabieren könnt. Wenn der Topfinhalt sich in einen dicken Brei verwandelt hat, Herd ausschalten. Crème fraîche unterrühren, mit Muskatnuss, Pfeffer und Piment würzen. Sbrinz, falls verwendet, zugeben und ggf. nachsalzen. Ein sauberes Küchentuch über den Topf legen, Deckel draufpressen und die Polenta auf der ausgeschalteten Herdplatte mindestens 10 Minuten ausquellen lassen. Unterdessen Salat rüsten, Vinaigrette zusammenrühren und pro Person zwei Eier (tot)braten. Auch fein: Spiegeleier gegen Fischfilets austauschen. En guete mitenand.

Sonntag, 15. Dezember 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -209-

                 

Auch dieses Jahr wieder ein[GE]legt: Salzzitronen (Rezept)

[GE]trunken: Tee aus Hagebutten, Kakardeh und Schrumpeläpfeln 

[GE]kocht: Risotto mit gemischten Waldpilzen und Muttenzer Linsen

[GE]backen: 
Flauschiweggli und ein komplett misslungenes Apfelbrot

[GE]wesen: 
Wegen Bandscheibenstreik im Bett statt an Schwesterherzens Geburtstagsfete

 [GE]sehen: Doctor Sleep & Vanity Fair

 Durch[GE]blättert: 
Türkei, Das Kochbuch - Musa Dagdeviren 
Gleich wieder zurückgeschickt, u.a. wegen den grottigen Übersetzungen und den vielen Rezeptfehlern.

[GE]freut: Zwei hübsche Lammkeulen für Weihnachten aufgetrieben.

[GE]ärgert: 
Meine beste Arbeitskollegin hat kurzentschlossen gekündigt. Unter anderem auch wegen unserer "Allerliebstenlieblingsmitarbeiterin", die nix auf die Reihe kriegt, alle Anweisungen geflissentlich ignoriert, ständig Fehler macht, aber trotzdem konsequent Rückendeckung aus der Chefetage erhält. Furchtbar traurig sowas. 

 [GE]kauft: Hartweizenmehl in der Landi. Bin ja gespannt auf den Backvergleich mit dem Semola rimacinata von Divella, dem Bio-Mehl von Naturaplan und dem Hartweizenmehl aus der Mühle Maisprach.

[GE]hört und, wie früher als Kind, über die Knittelverse [GE]lacht:
 
                                    

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Völlig unspektakulär: Hühnerherzenbouillon



Yep, diese Suppe aus Hühnerherzen ist, wie im Titel angekündigt, komplett unspektakulär. Es werden keine ausgefallenen Zutaten benötigt - von den Herzen einmal abgesehen -, keine ausgefallenen Kochtechniken angewendet, keine ausgefallenen Utensilien eingesetzt. Dafür gibt's viel Geschmack für wenig Geld und den Vorteil, dass man nicht stundenlang ein ganzes Suppenhuhn für zwei Personen auskochen muss, um eine feine Hühnersuppe geniessen zu können. P.S. Keine Angst, die Herzen verleihen der Bouillon keine strenge oder an Leber/Innereien erinnernde Note, wie viele Leute glauben. Probiert's aus.


Zutaten für ca. 1,2 Liter:

  • 1 kleine Sellerieknolle
  • 1 grosse Pastinake oder Petersilienwurzel
  • 2 grosse, fette Karotten
  • 1 Lauchstange
  • 1 kleine Fenchelknolle

Gemüse abbrausen und, wenn nötig, gründlich abschrubben. Sellerie, Pastinake und die Karotten schälen, in kleine Würfel schneiden. Der weisse Teil der Lauchstange der Länge nach halbieren und in nicht zu dünne Halbringe zerteilen. Fenchelknolle ebenfalls in mundgerechte Würfel schneiden. Gemüsestücke abgedeckt zur Seite stellen. Die ganzen Rüstabfälle, d.h. Sellerie -, Pastinaken-, Karottenschalen, Abschnitte, der grüne Teil der Lauchstange, Fenchelröhren und -grün, in einer anderen Schüssel sammeln. Es versteht sich von selbst, dass angematschte oder vergammelte Stellen nicht für die Suppe verwendet werden, gell?

  • 1 grosse Zwiebel, ungeschält
  • 300 gr Hühnerherzen, abgebraust (putzen & Fett entfernen entfallen)
  • 6 schwarze Pfefferkörner
  • 4 Lorbeerblätter, angeknickt
  • 3 Gewürznelken
  • 1 haselnussgrosser Knubbel Ingwer, ganz
  • 1 kleinfingergrosses Kurkumarhizom, der Länge nach halbiert

Zwiebel abbrausen, Wurzeln so kurz wie möglich zurückschneiden. Die Zwiebel der Länge nach halbieren, so dass sie am Wurzelansatz noch zusammenhält. Einen grossen Kochtopf auf den Herd stellen. Die Zwiebelhälften mit den Schnittseiten nach unten reinlegen, auf mittlerer Stufe ohne Fett anbräunen. Dieser Vorgang sorgt für ein bisschen Röstgeschmack und eine schöne Grundfarbe. 1,5 Liter hahnenheisses Wasser zugiessen. Hühnerherzen reingeben, aufkochen lassen. Grauen Schaum abschöpfen. Wenn sich kein neuer Schaum mehr bildet, die Rüstabfälle und alle Gewürze in den Topf geben. Salzen. (Ich salze die Brühe allerdings erst später, damit das Schweinwoll die Hühnerherzen uneingeschränkt geniessen kann). Fünf Minuten ohne Deckel kochen. Nochmals Schaum abschöpfen, falls nötig. Hitze reduzieren, Deckel auflegen. Herzen und Gemüsereste mindestens 30 Minuten auskochen. 

  • vorbereitete Gemüsewürfel
  • je ein gehäufter 1/4 Tl Garam Masala, getrocknete Bohnenkraut- und Majoranblättchen
  • ein grosszügiger Schuss trockener Weisswein
  • (Kräuter)Salz

Probieren, und wenn die Flüssigkeit mit Poulet- und Gemüsegeschmack gesättigt ist, alle festen Bestandteile mit einem Sieb herausfischen. Die restlichen Zutaten in den Topf geben und spätestens jetzt die Suppe kräftig salzen. So lange kochen, bis das Gemüse die gewünschte Konsistenz angenommen hat. Abschmecken und heiss servieren. Wer Zeit und Lust hat, kann während dem Auskochen noch Griesswölkchen herstellen. Die passen hervorragend zur Suppe.

P.S. Man kann die Hühnerherzen natürlich auch klein schneiden und wieder in die Suppe geben. Bei uns landen sie immer gehackt im Hundefutter, weil das Schweinwoll komplett verrückt danach ist.

P.P.S. Hühnerherzen sind frisch in grossen Coop-Filialen, und gefroren in fast jeder Migros, für etwa einen Franken pro hundert Gramm erhältlich. Manchmal wird man auch auf dem lokalen Wochenmarkt fündig, beispielsweise in Lörrach. Leider noch nirgends in Bio-Qualität erspäht, bin für Hinweise dankbar.