Sonntag, 24. Juni 2012

Kiwi Jelly - Summer in the Kitchen



Jellys aus Agar-Agar sind wesentlich wärmeresistenter als ihre Kollegen aus Gelatine. Ungekühlt kann man die Gläschen stundenlang mit sich rumschleppen, ohne einen Kiwisee in der Handtasche befürchten zu müssen. Ausser man nimmt sie auf eine Wüstenexpedition mit. In diesem Fall kann ich für nichts garantieren. (Doktor Cookenstein, wer nimmt schon eine Handtasche mit in die Taklamakan? - Igor, wenn du weiterhin Fehler in meinen Argumentationen findest, werde ich dein Gehirn für das Monster verwenden!)

Für zwei Portionen:
  • 4 reife Kiwis 
  • 1 Tl Zucker oder Agavendicksaft
  • 1/2 Tl Agar-Agar

Kiwis halbieren und das Fruchtfleisch in einen Messbecher löffeln. Wasser zugeben, bis die Füllhöhe 400 ml beträgt. Je nach Grösse der Kiwis benötigt man etwa 50-120 ml Wasser. Kurz mit dem Mixstab pürieren. Die Betonung liegt auf kurz, denn wir wollen nur das Fruchfleisch zu Brei verarbeiten und nicht die Kerne atomisieren. Kiwipüree in einen kleinen Topf giessen. Mit Zucker und Agar-Agar zum Kochen bringen. Eine Minute kochen, dabei ständig rühren. Probieren und nach Geschmack mehr Zucker zufügen. In kalt ausgespülte Förmchen oder Gläser füllen. Eine halbe Stunde auskühlen lassen, dann mit Klarsichtfolie oder Deckel abdecken und mindestens vier Stunden im Kühlschrank gelieren lassen. Hält sich gekühlt maximal drei Tage.

Anmerkung:
Das Jelly auf dem Foto besteht aus zwei grünen und zwei Goldkiwis, ohne Zuckerzusatz. Die gelben Kiwis brachten genug Eigensüsse mit.


Samstag, 23. Juni 2012

Dinkelzopf mit Dill und Moutarde de Dijon



Ich liebe Dill. Frau Mama und mein Neffe mögen ihn, Herr C. mag ihn nur in kleinster Dosierung, Schwesterherz und ihre Tochter hassen ihn wie die Pest. Was mich um das Vergnügen bringt, öfters mal was mit Dill zu kochen oder zu backen. Schade, denn der Dill-Senf-Zopf kommt bei Einladungen immer sehr gut an. Besonders als Unterlage für Lachs. Dafür die Scheiben mit Zitronenbutter* bestreichen, mit Lachs belegen und je nach gewünschter Grösse dritteln oder vierteln. Etwas frisch gemahlener Pfeffer darüber, dazu ein Glas Weisswein und die Party kann beginnen. Passt auch perfekt zu Fleisch, Fisch und Gemüse vom Grill. Wer Dill nicht mag, kann ihn auch durch andere Kräuter (z.B. Herbes de Provence) ersetzen. Oder Dill und Senf ganz weglassen. Ergibt dann einen einfachen, aber nicht weniger schmackhaften Dinkelzopf. 


Für einen Zopf:

  • 500 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 25 gr Zucker
  • 10 gr Salz
  • 10 gr frische Hefe
  • 280 gr Milch, lauwarm
  • 60 gr Rapsöl
  • 1 El getrockneter Dill
  • 2 El Moutarde de Dijon
  • 2 El Sahne zum Bestreichen

Mehl, Zucker, Salz und Hefe in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Eine Mulde formen, Milch, Rapsöl, Senf und Dill zugeben. Maschine zuerst drei Minuten auf niedriger Stufe, danach etwa 7 Minuten auf mittlerer Stufen kneten lassen. Der Teig sollte nun schön geschmeidig sein. Zwei Minuten von Hand kneten. Rund formen, kreuzweise einschneiden und zurück in die heiss ausgespülte Schüssel legen. Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und den Teig etwa 120 Minuten aufgehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. 

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Teig kurz durchkneten und in drei gleich schwere Stücke teilen. Unter einem Küchentuch 5 Minuten entspannen lassen. Dann die Stücke zu drei je ca. 50 cm langen Strängen formen. Flechten und den Zopf auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Mit eingeölter Klarsichtfolie abdecken und etwa 40 Minuten gehen lassen, bis er fast doppelt so gross ist. Klarsichtfolie entfernen und den Zopf mit Sahne einpinseln. Auf der mittleren Schiene einschieben. Zuerst 20 Minuten bei 200 Grad, dann 10-15 Minuten bei 180 Grad backen. Falls der Zopf zu schnell bräunt, mit Alufolie abdecken. Klopftest machen und vor dem Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

* Rezept Zitronenbutter:
125 gr weiche Butter, eine Prise Salz und 1 Tl fein abgeriebene Zitronenschale schaumig rühren. Fertig.

P.S. Das Bild ist schon älter, daher wieder mal nur ein Zopf aus drei Strängen. Sobald ich Zeit habe, werde ich mich an einem Zopf aus sechs Strängen versuchen. Versprochen.


Dienstag, 19. Juni 2012

Süsses Kartoffelbrot (vegan)



In den Kühlschrank geguckt und zwei gekochte Kartoffeln erblickt, die endlich verbraucht werden wollten. Zu wenig, um daraus Bratkartoffeln zu machen und keine Lust auf spanische Tortilla gehabt. Irgendwo hatte ich doch kürzlich ein Rezept für ein süsses Kartoffelbrot gesehen. Wo war das bloss? Lange gegrübelt. Im Internet? Auf einem anderen Blog? In einem Kochbuch? Es klingelte leise im Hinterkopf. Vielleicht in einem neuen Kochbuch? Bingo, das war es. Gefunden in "Einfach vegan" von Roland Rauter.

Das Originalrezept ist auch online auf Rauters Blog verfügbar, daher notiere ich hier nur meine abgeänderte Version. Mangels Haferdrink nahm ich selbst gemachte Mandelmilch, weniger Alsan (200 Gramm schienen mir etwas zu viel des Guten) und weniger Hefe. Daraus entstand ein fluffiges, aber für meinen Geschmack zu wenig süsses Brot. Nächstes Mal werde ich die Zuckermenge auf 100 Gramm erhöhen und statt Puderzucker Rohrzucker verwenden. Bleibt gut verpackt bis zu vier Tage frisch.


Für ein Brot:

  • 200 gr mehlige Kartoffeln, gekocht
  • 500 gr Mehl Typ 550
  • 5 gr Trockenhefe
  • 125 gr Alsan
  • 225 ml Mandelmilch
  • 70 gr Puderzucker
  • 8 gr Salz

Kartoffeln schälen und fein reiben. Mehl, Trockenhefe, Puderzucker und Salz in der Rührschüssel der Küchenmaschine mischen. Alsan in einem Topf schmelzen, Mandelmilch zugeben und kurz durchrühren. Zwei Esslöffel abnehmen und zum Bestreichen zur Seite stellen. In die Mehlmischung eine Vertiefung machen, Flüssigkeit reingiessen. Auf mittlerer Stufe 10 Minuten kneten lassen. Der Teig ist am Anfang sehr weich und klebt an der Schüssel. Zum Schluss des Knetvorgangs sollte er sich von der Schüsselwand gelöst haben. Falls nicht, wenig Mehl (1-2 Esslöffel) unterkneten, bis der Teig nicht mehr klebt. Zu einem Ball formen, kreuzweise einschneiden und abgedeckt etwa 80 Minuten aufs Doppelte aufgehen lassen.

Ofen auf 220 Grad vorheizen

Teig kurz durchkneten und in eine beliebige Form bringen. Auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Mit geölter Klarsichtfolie abdecken und 30 Minuten gehen lassen. Mit der restlichen Alsan-Mandelmilch-Mischung bestreichen und auf der mittleren Rille einschieben. Hitze nach 10 Minuten auf 190 Grad reduzieren und weitere 35 Minuten backen bis das Brot goldgelb ist. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Nachtrag: In Rauters Buch hat sich bei diesem Rezept ein Druckfehler eingeschlichen. Angegeben sind 50 Gramm Mehl, es müssen aber 500 Gramm sein! Siehe Kommentare.


Sonntag, 17. Juni 2012

Flohmarktschätze Teil 9 - Der Geschirrberg wächst

Nach einer sehr kurzen Nacht (die Details erspare ich euch lieber), habe ich mich aus dem Bett gequält, bin zum Bahnhof gewankt und im Zug ganz undamenhaft auf einen Sitz geplatscht. In diesem Moment wäre es mir lieb gewesen, wenn wir ohne Halt bis Istanbul durchgefahren wären. Es graute mir vor der Aussicht, irgendwann aussteigen und in der prallen Sonne rumlaufen zu müssen. Glücklicherweise verschwand das Kopfweh kurz nach der Ankunft und meine Laune besserte sich von Minute zu Minute. Kein Wunder, bei den tollen Schätzchen, die ich heute auf dem Flohmarkt ergattert habe. Andere Frauen kaufen massenweise Schuhe, ich bevorzuge Geschirr. Jeder nach seiner Façon (und Fassungsvermögen der jeweiligen Schränke).

Schicke Limburger Dom-Keramik Schüssel aus den 50's

Zuckerdose, Sahnekännchen und Eierbecher mit blauem Bastdekor von Arzberg



Porzellandose (wohl für Butter) mit Folklore-Dekor von Figgjo Flint, Norwegen

Teekanne und Milchkännchen von Rössler aus der Serie Carona
Blauer Melitta Kaffeefilter

Ich wünsche euch allen einen erholsamen Sonntag und bis nächste Woche in alter Frische