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Sonntag, 11. Februar 2024

Bunte Kürbis-Gersten-Suppe mit Petersilie

Starke Windböen und Temperaturen unter 10 Grad. Kein Ponyhofwetter für Herrn C., der heute ein paar Stunden mit seiner Fasnachtsclique über Wiesen und Wälder bummelt. Um ihn aufzutauen, erwartet ihn nach seiner Rückkehr eine warme Suppe. Oder vielleicht auch nicht. Werde mich zwingen müssen, ihm ein winziges Schälchen dieser Köstlichkeit abzutreten. Vielleicht verstecke ich - ganz hinterhältig - den Suppentopf auf der Terrasse und biete ihm nur einen heissen Tee an. Die Idee gefällt mir. Mehr Suppengenuss für mich. Ha!

Für 4-6 Personen, je nach Hunger und Grösse des Kürbisses:

  • etwa 1,2 Liter Gemüsebrühe
  • 2 Lorbeerblätter, eines mit einer Gewürznelke gespickt
  • 1 grosse Muskatblüte
  • 100 gr fein geschrotete Gerste oder grober Gerstengriess (io: Semola di orzo grossa)
  • ein Kabocha Kürbis, ca. 1,2 Kilo - gerüstet und in mirabellengrosse Würfel zerteilt
  • 1 richtig grosse Zwiebel (io: Rosa Roscoff)
  • 1 Stange Sellerie
  • 100 gr Bündner- oder Hobelfleisch, gerne auch Ab-/Anschnitte 
  • ca. 150 ml Milch
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle (io: Pesteda)
  • Kräutersalz
  • Piment, gemahlen
  • ein kleines Sträusschen Petersilie, ca. 20 Gramm

In einem beschichteten Bräter 800 ml Gemüsebrühe mit den Lorbeerblättern und Macis zum Kochen bringen. Unterdessen die Gerste in einem Sieb unter fliessendem kalten Wasser so lange abspülen, bis das abfliessende Wasser klar bleibt. Griess etwa 5 Minuten in der Bouillon vorkochen. Unterdessen die Zwiebel schälen und mittelfein hacken. Sellerie entfädeln und in kleine Würfel schneiden. Trockenfleisch ebenfalls klein würfeln. Wenn die Gerste fast weich ist, Kürbis, Gemüse und Fleisch einrühren. Soviel Brühe zugiessen, bis die Kürbiswürfel knapp bedeckt sind. Deckel auflegen und etwa 10 Minuten kochen, bis die Kürbisstücke weich sind. Dann die Milch zugiessen. Suppe mit Salz, Pfeffer und Piment abschmecken, weitere drei Minuten kochen. Falls die Gerstensuppe zu dick scheint, mit heissem Wasser oder mehr Milch bis zur gewünschten Konsistenz verdünnen. Lorbeerblätter, Gewürznelke und Macis rausfischen. Lorbeer und Nelke entsorgen, gekochte Muskatblüte fein hacken. Anschliessend auf dem Schneidebrett mit der Breitseite des Messers zermusen und wieder zur Suppe geben. Petersilie waschen, entstielen, fein hacken und zuletzt unterrühren. Heiss servieren.

Tipps: Fein geschrotete Gerste bzw. grober Gerstengriess benötigt ein Bruchteil der Kochzeit, die man für Perlgraupen einrechnen muss. Kürbiswürfel aus dem TK verkürzen den Vorbereitungsaufwand enorm, ebenso dünne Bündnerfleischanschnitte. Petersilie weglassen und Schnittlauchröllchen zum Schluss über die Suppe streuen. Für eine üppigere Version, Milch durch Sahne ersetzen.

Sonntag, 19. Februar 2023

Käferbohnencassoulet mit Hirschlandjäger und Marroni

 

Viele Menschen nennen es beschönigend "Frühjahrsmüdigkeit". Oft wird mit diesem Wort eine Unterversorgung des Körpers verniedlicht. Geht schon, wird schon wieder, braucht nur ein bisschen Zeit. Man schleppt sich durch den Alltag, stopft kiloweise Früchte und Gemüse in sich hinein, hechelt jedem Sonnenstrahl hinterher, wartet sehnsüchtig auf Besserung. Ein Arztbesuch wegen so einer Lappalie? Und als nächstes renne ich beim ersten Anzeichen von Schnupfen in die Notaufnahme? Tststststststs.... Liebe Leute, lasst euch sagen: Vitamin- und Eisenmangel sind kein Vergnügen. Auch wer sich einigermassen gesund und ausgewogen ernährt, kann unterversorgt sein. Die verschriebenen, hochdosierten Tablettchen bewirken keine Wunder, aber es ist ein Lichtschein am Ende des Tunnels sichtbar. Nach Wochen mit einfachsten Gerichten wie Haferkleieporridge, Rühreiern mit Brot, Sandwiches und Chicoréesalat en masse, darf's endlich wieder etwas Aufwendigeres sein. 

Für 4 Personen:

  • 500 gr gekochte Käferbohnen* 
  • 4 Hirschlandjäger oder normale Landjäger
  • 2 Riesenkarotten
  • 2 Selleriestangen
  • 1 grosse rote Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • ein bombierter El Tomatenmark
  • 600 ml Hühnerfond
  • 5 Stiele frischer Thymian
  • 2 frische oder getrocknete Lorbeerblätter, mehrmals eingerissen
  • 100 gr gegarte Esskastanien (io: Bio Snack Marroni vom Denner)
  • 1 Tl milde Paprikaflocken/Pul biber
  • 1 Tl Kokoszucker
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle

Falls Dosenbohnen verwendet werden: In ein Sieb schütten, gründlich abbrausen und zum Abtropfen zur Seite stellen. Landjäger, geschält oder ungeschält, in etwa zentimeterdicke Scheiben schneiden. Im Bräter ohne Fett auf mittlerer Stufe anbraten. Rüebli schälen, der Länge nach vierteln und in zentimeterdicke Stücke zerteilen. Ab in die Pfanne. Selleriestangen in dünne Scheiben schneiden. Ebenfalls in die Pfanne damit. Zwiebel fein würfeln. Knoblauchzehen schälen und in dünne Scheibchen schneiden. Zusammen mit den Zwiebelstückchen in den Bräter schubsen. Alles miteinander kurz rührbraten. Tomatenmark unterrühren, kurz anbraten. Mit Hühnerfond bedecken, Thymian und Lorbeerblätter reinwerfen. Vorsichtig salzen. Deckel auflegen und etwa 10 Minuten kochen, bis das Gemüse knapp weich ist. Probieren und ggf. nachsalzen. Bohnen, Marroni, Paprikaflocken, Kokoszucker und zwei Umdrehungen Pfeffer unterrühren. Zu diesem Zeitpunkt sollte noch genug Flüssigkeit vorhanden sein, um die Bohnen damit zu bedecken. Sonst einen Gutsch hahnenheisses Wasser zufügen. Einmal aufkochen. Deckel wieder auflegen und den Pfanneninhalt 15 Minuten simmern lassen. Möglichst wenig umrühren, damit Bohnen und Marroni nicht zerfallen. Abschmecken. Heiss mit geröstetem Sauerteigbrot und Nüsslisalat servieren. Das Cassoulet lässt sich problemlos einen Tag im Voraus zubereiten und schmeckt, wie viele Gerichte mit Hülsenfrüchten, durchgezogen noch besser als frisch gekocht. Quelle: Marmite

*Io: Ein halbes Kilo getrocknete Käferbohnen mit Salz im Slow Cooker gegart, Rest portioniert eingefroren. 

Samstag, 17. September 2022

Kalbszunge für 2 aus dem Slow Cooker


Ich schulde euch schon viel zu lange das Rezept für die im Tonnato-Post erwähnte Zunge aus dem Crocky.

Das Fazit aller Testesser war einhellig: Hervorragend! Die Meute stürzte sich so blitzschnell auf Fleisch und Sauce, dass keine Fitzelchen für ein gemeinsames Foto übrig blieb. Wird aber nachgereicht. Versprochen.

Für zwei Geniesser:

  • eine Kalbsszunge, ca. 600 gr (io: Zunge vom jungen Dexter-Rind aus Lauperswil) 
  • hahnenheisses Wasser nach Bedarf
  • 1 kleine Karotte
  • 1 dünne Selleriestange
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • ein mirabellengrosser Knubbel frischer Ingwer
  • gehäufter 1/2 Tl Salz
  • je 5 Wacholderbeeren und Pfefferkörner
  • 2 Pimentbeeren
  • 2 Lorbeerblätter

Den kleinen Slow Cooker (1,5 Liter) auf maximale Heizstufe einstellen. Eine Tasse hahnenheisses Wasser in den Einsatz giessen, Deckel auflegen. Während der Slow Cooker vorheizt, in einem ausreichend grossen Kochtopf reichlich Wasser zum Kochen bringen. Nebenbei das Gemüse abbrausen und rüsten. Karotte schräg in zentimeterdicke Scheiben schneiden, die Selleriestange in 4 cm lange Stücke zerteilen, die geschälte Schalotte vierteln, die ebenfalls geschälte Knoblauchzehe halbieren und den ungeschälten Ingwerknubbel einmal der Länge nach durchsäbeln. Die Zunge abspülen und im kochendem Wasser 3 Minuten blanchieren. Mit einem Schaumsieb herausheben und vorsichtig in den Slow Cooker verfrachten. Kochwasser weggiessen. Gerüstetes Gemüse, Knoblauch, Ingwer, Salz und alle Gewürze um die Zunge herum platzieren. Alles mit hahnenheissem Wasser knapp bedecken (io: bis ca. 2,5 cm unter dem Rand). Deckel wieder auflegen und die Zunge etwa 2-3 Stunden garen, bis sie weich ist. Das stellt man am einfachsten so fest: Wenn man mit einem Messer in den hinteren, dicken Teil der Zunge sticht, und das Fleisch damit hochzuheben versucht, sollte es quasi widerstandslos herausgleiten. Falls das nicht der Fall ist, Deckel auflegen und 30 Minuten später einen nächsten Versuch wagen. Sobald der Messertest gelingt, die Zunge mit dem Schaumsieb aus dem Fond heben und unter fliessendem kalten Wasser kurz abschrecken. Die feste Haut einschneiden und mit den Händen abschälen. Good to know: Nix für Zimperlisen, geht aber erstaunlich einfach, wenn man den Dreh raus hat. Danach die butterzarte Zunge in breite Scheiben schneiden, dekorativ auf den Tellern verteilen und mit reichlich Fenchel-Tonnato krönen. Mit grünem Salat und angerösteten Brotscheiben servieren. Reste im Kühlschrank aufbewahren. Dünn aufgeschnitten ist die kalte Zunge ein deliziöser Sandwichbelag.

Anmerkung: Eine 600 Gramm schwere Zunge hat genau die richtige Grösse für den kleinen Slow Cooker. Für grössere Zungen den grösseren Slow Cooker (mind. 3 Liter) hervorkramen. Garzeit anpassen nicht vergessen! Ungepökelte Zungen sind in gut sortierten (türkischen) Metzgereien - und selbst dort oft nur auf Vorbestellung - erhältlich. Bauernmärkte empfehlen sich ebenso als Anlaufstelle, vor allem Selbstvermarkter haben immer ein offenes Ohr für Sonderwünsche.

P.S. Keine Angst, die im Juni verspeiste Zunge war nicht vom Oktober 2021. Die oben abgebildete Packung landete einen Tag nach dem Kauf im Topf. Danach habe ich schlicht und ergreifend vergessen, je wieder ein Foto einer frisch erworbenen Zunge zu knipsen. Alt werden ist echt kein Zuckerschlecken.

Freitag, 12. Februar 2021

Erbsensuppe mit Garam Masala aus dem Slow Cooker

                        
  

Früher hatte Herr C. die Qual der Wahl: Restaurants, Kantinen, Imbissbuden, Migi Gourmessa oder ein Lunchpäckchen. Freudig entschied er sich immer öfter für die hausgemachte Variante und umso grösser wurde das Sammelsurium an Brotdosen für Sandwiches, auslaufsicherer Tupperware für Salate, Tiffins aus Edelstahl für Reste vom Vortag und Click-Clack-Boxen für gerüstetes Obst. Nur eines fehlte: Thermogeschirr. Bis letzte Woche bestand in unserem Haushalt auch kein Bedarf danach. Wenn's eiskalt war, verbrachte Herr C. seine Mittagspausen stets in einem wohlig warmen Restaurant. Und dann kam Corona... Und mit dem Kroppzeug der Shutdown. Die Restaurants sind zu und Take-away ist bei Minusgraden ziemlich reizlos. Kantinen sind für Aussenstehende geschlossen, und ohne Herd oder Mikrowelle am Arbeitsplatz, sieht's essenstechnisch düster aus. Um dem Mann unnötiges Leid zu ersparen, umgehend zwei Thermobehälter beim Grossverteiler besorgt. Mein neuer Tagesablauf seither: Um 06:00 Suppe aufwärmen, Brote streichen und Apfelviertel eintuppern. Yeah.


Für vier Portionen Erbsensuppe:

  • 250 gr getrocknete, halbierte grüne Erbsen
  • 1,2 Liter hahnenheisses Wasser
  • 3 Selleriestangen
  • 1 grosse Karotte
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 2 grosse festkochende Kartoffeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 gehäufter El Gemüsebrühepulver (io: Alnatura ohne Hefeextrakt) 
  • 1/2 Tl getrockneter Majoran
  • 1/2 Tl Garam Masala 
  • Salz, Pfeffer

Den 3,5 Liter Slow Cooker auf HIGH vorheizen. Die Erbsen in ein Sieb schütten, gründlich abbrausen. Zusammen mit dem heissen Wasser in den Einsatz geben. Stangensellerie putzen, der Länge nach dritteln und in feine Scheiben schneiden. Karotte putzen und in zentimetergrosse Stücke zerteilen. Zwiebel schälen und fein hacken. Kartoffeln schälen und in mirabellengrosse Stücke schneiden. Alle Gemüsestücke zusammen mit den angeknickten Lorbeerblättern, Brühepulver, Majoran und Garam Masala ins Erbsenwasser einrühren. Deckel auflegen und 3-4 Stunden auf HIGH oder 6-7 Stunden auf LOW garen, bis die Erbsen zu zerfallen beginnen. Falls gewünscht, kurz den Stabmixer reinhalten und einen Teil der Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Heiss mit oder ohne (Seitan)Würstchen servieren bzw. abfüllen.

P.S. Wie auf dem Foto ersichtlich, klappt der Transport zur Not auch in einem dickwandigen Konfiglas. 

Donnerstag, 28. Januar 2021

La Soupe des Brigands du Jorat



Schmuddelwetter. Gestern Schnee, heute Regen und starke Windböen. Moral im Keller, Coronablues. Erprobtes Gegenmittel: Backen. Hilft oft. Aber nicht immer. Denke an meine Frau Mama, deren Allheilmittel ein Dampfkochtopf voll Gemüsesuppe mit Siedfleisch und Nüdeli war. Suppe, das hilft. Nicht immer. Aber oft.


Für 4 Personen:

  • 165 gr halbierte Gelberbsen
Über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am Kochtag in ein Sieb schütten, abspülen und abtropfen lassen.

  • 1 grosse Zwiebel
Wurzelansatz auf ein Minimum einkürzen, Zwiebel abbrausen. Ungeschält der Länge nach halbieren und in einer beschichteten Pfanne ohne Fettzugabe die Schnittseiten dunkelbräunen.

  • 1 Tl neutrales Öl
  • ca. 500 gr frischer Schweinsfuss (io: M-Classic, der Länge nach gespalten, halbiert)
  • 2 Liter hahnenheisses Wasser

Im grossen Suppentopf das Öl bei mittlerer Hitze erwärmen. Fusstücke abbrausen, trocken tupfen und im Topf rundherum anbräunen. Wasser zugiessen und zum Kochen bringen. Mehrmals abschäumen.

  • 1 grosse Selleriestange
  • 1 grosse Karotte
  • die grüne Hälfte einer grossen Lauchstange

Unterdessen das Gemüse rüsten. Lauch gründlich waschen. Alles grob zerteilen und erst in den Topf schubsen, wenn sich kaum mehr Schaum auf der Oberfläche bildet. 

  • 3 frische Lorbeerblätter, mehrmals eingeschnitten
  • 5 schwarze Pfefferkörner, angeknackst
  • Salz

Abgetropfte Erbsen, gebräunte Zwiebelhälften, Lorbeer und Pfeffer unterrühren. Deckel auflegen und mindestens zwanzig Minuten - oder auch viel länger - köcheln, bis die Erbsen weich sind (io: Stufe 2 von 9). Erst dann kräftig salzen. Insgesamt etwa 2,5 Stunden köcheln, bis das Fleisch butterzart ist. Zwischendurch umrühren. Nach Bedarf heisses Wasser nachfüllen. Am Ende der Kochzeit Fussstücke, Zwiebel, Lorbeer und Pfeffer aus der Suppe fischen. Zwiebelhälften von der braunen Hülle und dem Wurzelansatz befreien. Schale und Ansatz entsorgen, die geschälten Hälften zurück in den Topf befördern. Suppe mit dem Mixstab fein pürieren, ggf. mit heissem Wasser verdünnen. Abschmecken und warm halten. An den Füssli befindet sich nur wenig Fleisch, dieses suchen, finden und von den Knochen befreien. Gerecht auf die Suppenteller verteilen. Für die Croûtons zwei entrindete Brotscheiben (io: Pan de Calabaza) würfeln und in Butter rundherum golbraun braten. Optional: Zuletzt mit einer Prise Currypulver bestreuen. Heisse Suppe über die Fleischstückchen schöpfen, mit den Croûtons garnieren. Geniessen. Quellen: Bricelet & Baklava (f) und Swissmilk (d).

Sonntag, 29. November 2020

Asiatisch angehauchte Kürbissuppe aus dem Mixer



Sodele, das jahrelange Drumherumschleichen ist beendet. Seit letzter Woche wohnt ein Highspeedmixer im Küchenschrank. Endlich! Halleluja! Kein superteures High-End-Gerät mit gätlicher Optik, aber die Leistungsfähigkeit stimmt: 1500 Watt und maximal 33'000 Umdrehungen pro Minute.


Das reicht längstens für Nussmus, Eis aus gefrorenen Früchten, Grünzeugsmoothies und warme Suppen. Yup, richtig gelesen. Löffelfertige, knapp 80 Grad warme Kürbissuppe aus frischem Gemüse in unter 10 Minuten. Not bad, gell? Wer eine Schwäche fürs Zunge verbrennen hat - verständlich, schliesslich sind die Temperaturen im Sinkflug - giesst die Suppe in einen Topf und gönnt ihr eine zusätzliche Runde auf dem Herd. Mit fein gehacktem Grünzeug und Piment d'Espelette dekorieren. Tada!

Für etwa 900 ml Suppe:

  • 300 gr aromatischer Kürbis, geschält gewogen (io: Lunga di Napoli) 
  • 1 Karotte, ca. 120 gr
  • 1 Selleriestange, ca. 50 gr
  • 1 Frühlingszwiebel mit Grün, ca. 25 gr
  • 1 dünne Scheibe junger Ingwer 
  • 1 dünne Scheibe Limette oder Zitrone, mit Schale 
  • 1 kleine (!) Knoblauchzehe, geschält
  • frischer Koriander nach Geschmack (io: ein paar Cristaux d'Huiles Essentielles Coriandre Bio)
  • 1/4 Tl Currypaste oder Sambal Manis
  • 250 gr kaltes Wasser
  • 100 gr Kokosmilch
  • Salz

Kürbis in Stücke zerteilen. Karotte, Selleriestange und Frühlingszwiebel abbrausen, Enden kappen. Ebenfalls zerkleinern. Zusammen mit den restlichen Zutaten in den Mixbecher schichten. Kräftig salzen. Deckel drauf und das entsprechende Programm starten. Abschmecken und direkt geniessen. 
P.S. Ja, gekaufte Speisekürbisse können bedenkenlos ungekocht/roh verzehrt werden. Mehr zum Thema: Klick.

Sonntag, 1. November 2020

Nussiger Dinkelbraten im Dinkelblätterkleid



Herr C. nahm den Teller in Empfang, stach einen Teil des Dinkelbratens mit der Gabel ab, beäugte ihn kritisch und bemerkte nach der ersten Kostprobe: So wie du grinst, ist es kein Hackbraten.
Vegetarisch oder vegan?.... Hmmm?.... Egal. Schmeckt.


Geschmack: Umamibombe. 
Konsistenz: Locker und trotzdem saftig. 
Nachbackempfehlung: Ist das eine ernsthafte Frage?

Für 4-6 Personen:

  • 320 gr Gemüsebouillon
  • 1 mittlere Karotte
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 Selleriestange
  • 1 riesiger Zweig glatte Petersilie
  • je 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut und Majoran
  • je ein gehäufter 1/4 Tl getrocknete Thymian- und Oreganoblättchen
  • 1 Tl Worcestershiresauce

Brühe in einem Topf zum Kochen bringen. Unterdessen das Gemüse schälen, putzen und in kleine Würfelchen zerteilen. Petersilie entlauben, den Stiel in dünne Röllchen schneiden. Gemüsewürfel und Stielröllchen zur Bouillon in den Topf kippen und etwa zwei Minuten kochen, bis die Karottenwürfel knapp gar sind. Den Topf zur Seite ziehen und die Bouillon ein paar Minuten abkühlen lassen. Unterdessen die Petersilienblätter abbrausen und fein hacken. Alle Kräuter und die Sauce in die warme Suppe einrühren.

  • 200 gr Paranüsse
  • 175 gr hartes Dinkelbrot (io: halb Vollkorn)
  • 15 gr getrocknete Shiitake
  • 15 gr getrocknete Steinpilze
  • bunter Pfeffer aus der Mühle

Während die Bouillon abkühlt, die Nüsse im Mixer fein mahlen. In eine Salatschüssel umfüllen. Das trockene Dinkelbrot mit einem scharfen Messer grob zerkleinern. Zuunterst die Pilze, darüber die Brotstücke in den Mixaufsatz legen und zusammen klein mixen. Das Paniermehl zu den gemahlenen Nüssen in die Schüssel schütten. Kräftig pfeffern und mit einem Gummischaber verrühren.

  • 75 gr Pecorino, fein gerieben
  • 2 Eier Grösse L
  • Kräutersalz
  • ein rechteckig ausgewallter Dinkelblätterteig (24 x 40 cm, 275 gr)
  • 2 El Milch 

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die lauwarme Gemüsebouillon über die Brot-Nuss-Mischung giessen, gut durchmischen. Der Schüsselinhalt sollte nun feucht-krümelig sein, ähnlich wie ein Couscoussalat. Den geriebenen Käse zugeben und die Masse äusserst sparsam mit Salz abschmecken. Wichtig: Lieber unter- statt übersalzen. Die Eier aufschlagen und gründlich untermischen. Die Masse muss am Schluss ausreichend feucht sein, damit sie gut zusammenhält. Sie sollte deshalb beim Formen noch minimal an den angefeuchteten Händen kleben. Falls sie zu trocken scheint, esslöffelweise lauwarmes Wasser unterkneten. Ist sie zu feucht, mehr Brotbrösel untermengen. Den Blätterteig auf dem mit Backpapier belegten Blech entrollen. Mit der Nussmasse in der Mitte des Teiges der Länge nach einen etwa handbreiten, flachen Hügel formen. Die Längsseiten des Teiges schräg bis zur Füllung in etwa daumenbreite Streifen schneiden. Die Teigstreifen abwechselnd über die Füllung legen, Überlappungen leicht andrücken. Die Teigoberfläche mit Milch oder einem verquirlten Ei bepinseln. Das Blech auf der untersten Schiene einschieben. Den Braten 45 Minuten backen. Danach noch 10 Minuten auf der mittleren Schiene zum Bräunen gönnen. Vor dem Anschneiden fünf Minuten ruhen lassen. Zum Beispiel mit Lauch in Sahnesauce und reichlich Randensalat servieren. Reste eignen sich hervorragend für die Lunchbox.

Next time: Walnüsse statt Paranüsse verwenden und den Pecorino durch Sbrinz ersetzen. Von wegen Swissness und so. Weisswein oder Verjus anstatt Worcestershiresauce wäre auch einen Versuch wert.

Sonntag, 26. Januar 2020

Gerstensuppe mit Lammbröckli



Minustemperaturen im niedrigen einstelligen Bereich sind nun wahrlich kein Grund für Wehklagen. Ausser man heisst Herr C. und fängt schon bei Temperaturen unter 20 Grad an zu schlottern. Okay, ich geb's ja zu, temperaturtechnisch wird niemand unsere Wohnung jemals mit einem Tropenhaus verwechseln. Eine Grundwärme um 18 Grad reicht völlig aus, damit weder die Topfpflanzen noch das Schweinwoll bibbern müssen. Alles andere ist Energieverschwendung à discretion, wenn ihr mich fragt. Statt in T-Shirt und Shorts verbringe ich meine häusliche Freizeit in einem Sweater, Pyjamahosen aus dickem Flanell und Skisocken. Zusätzlich geheizt werden nur die Räume, in denen wir uns länger aufhalten, sprich Wohnzimmer und Büro. In der Küche wird's durchs Kochen und Backen ausreichend warm, im Badezimmer steht ein kleiner Heizlüfter und lustigerweise bevorzugt auch der Hausherr ein kühles Schlafzimmer. Vorteil: Jedes Jahr erhalten wir eine stattliche Rückzahlung des im Voraus überwiesenen Heizkostenanteils. Nachteil: Herr C. überlegt sich schon länger, ob er nicht anfangen sollte, Kolibris zu züchten. O-Ton des Jammerlappens: Kolibris ertragen keine Temperaturen unter 25 Grad. Das wäre Tierquälerei. So hätten wir zukünftig immer ein mollig warmes Zuhause und eine weitere Einnahmequelle durch den Vertrieb der Eier. Verkauft man die eigentlich im Hunderter- oder Zweihunderterpack? Bis er eine Antwort auf seine Frage - und einen Hersteller für Kolibrieierkartons - gefunden hat, muss er sich leider mit heisser Suppe statt Dschungelfeeling begnügen.


Für 4 Personen:

  • 100 gr Gerstengriess oder geschrotete Rollgerste

Gerste in ein Spitzsieb schütten und unter fliessendem kalten Wasser abspülen, bis das ablaufende Wasser klar bleibt. Bis zur Verwendung im Sieb abtropfen lassen.

  • 1 El Butter
  • 1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
  • 1 grosse Karotte, in kleine Würfel geschnitten
  • 2 Selleriestangen, ebenfalls klein gewürfelt
  • zwei Handvoll mittelfein gehackter Weisskohl
  • 1 handbreites Stück weisse Lauchstange, fein geschnitten
  • 100 gr Lamm- oder Mostbröckli am Stück/Abschnitte (io: aus der Metzgerei Heis, Walzenhausen) 
  • 2 Zimt- oder Lorbeerblätter
  • 1,2 Liter Gemüsebouillon 
  • 240 gr gekochte Borlottibohnen, Dosenware bitte gründlich abbrausen
  • 250 ml Milch
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • Schnittlauchröllchen, optional

Butter in einem grossen Topf zerlassen (io: beschichteter Bräter, weil der Griess gerne anpappt). Gemüsestücke bei mittlerer Hitze darin anschwitzen. Unterdessen das Mostbröckli in etwa quadratzentimeter grosse Stücke schneiden. In die Pfanne geben und kurz mitbraten. Hitze hochdrehen, Zimtblätter zugeben, mit der Bouillon ablöschen. Abgetropfter Gerstengriess unterrühren. Zum Kochen bringen, Deckel auflegen und 20 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich ist. Herd ausschalten, Bohnen zugeben und dem Griess 30 Minuten zum Ausquellen gönnen. Nach der Ziehzeit den Topfinhalt wieder erwärmen, Milch unterrühren. Falls die Suppe zu dickflüssig ist, mit heissem Wasser bis zur gewünschten Konsistenz verdünnen. Abschmecken und pfeffern. In tiefe Suppenteller schöpfen und, falls vorhanden, mit Schnittlauchröllchen garnieren.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Ein Gruss aus den Bergen: Linsengemüse mit Garam Masala



Wetter bis und mit Freitag: Sonnenschein & perfekte Wandertemperatur.
Wetter am Samstag: Regen. Noch mehr Regen. Und noch mehr Regen.
Wetter am Sonntag: Schnee und Nebel.


Aus diesem Grund die geplanten Aktivitäten gestrichen, den Holzofen zum Bullern gebracht, Hundebett davor gelegt, mit den vorhandenen Zutaten einen Topf voll Linsengemüse gekocht und die netten, in der Nähe lebenden Verwandten spontan zum Essen eingeladen. Gemütliche Ferien für Fortgeschrittene.😊


Für 8 Personen:

  • 500 gr Berglinsen
  • 1 mittlere weisse Randenknolle
  • 2 El Butter
  • 1 kleiner Stangensellerie
  • 5 riesengrosse Karotten
  • 1 grosse Zwiebel
  • 2 grosse Knoblauchzehen
  • 1 knoblauchzehengrosser Knubbel Ingwer
  • 1 kleinfingergrosses Kurkumarhizom
  • 1 Tl Garam Masala
  • 1/2 Tl Zimtpulver
  • 5 Lorbeerblätter
  • ein grosszügiger Gutsch Weisswein
  • hahnenheisses Wasser
  • ein halber Becher Sahne
  • Salz, weisser Pfeffer, geriebene Muskatnuss

Berglinsen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten und abtropfen lassen. Randenknolle schälen, in etwa 1 cm grosse Würfel zerteilen und in wenig Salzwasser halb gar kochen. Nebenbei in einem grossen Topf die Butter zum Schmelzen bringen. Unterdessen Karotten waschen und in etwa 1,5 cm grosse Würfel zerteilen. In der Butter andünsten. Den Stangensellerie putzen und in kleine Stücke schneiden. Zwiebel schälen und fein hacken. Zusammen in den Topf geben und alles auf kleiner Flamme anbräunen. Knoblauch schälen und zusammen mit dem Ingwer und dem Kurkuma fein zerreiben. Unter ständigem Rühren mitbraten, bis der rohe Geruch verflogen ist. Gewürze und Lorbeerblätter eine Minute mitrösten, danach die Linsen unterrühren, mit dem Weisswein ablöschen. Randenstücke samt Kochflüssigkeit zugiessen, danach den Topfinhalt grosszügig mit heissem Wasser bedecken. Hitze hochdrehen, kräftig salzen, Deckel auflegen und etwa 30 Minuten kochen, bis die Linsen und die Randenstücke weich sind, aber noch nicht zerfallen. Herd ausschalten und die Sahne unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und ein bisschen Muskatnuss abschmecken. Eine Viertelstunde auf der heissen Herdplatte ziehen lassen. Direkt im Topf servieren, damit sich jeder selber bedienen kann. Als Beilagen genossen wir heisse Saucisson bernoise, österreichische Bauernwurst, geriebenen Parmesan, Zopfscheiben, Rioja und Quellwasser.

Sonntag, 17. September 2017

Röstiwähe mit Gemüse und Schinken



So etwas nenne ich Resteverwertung de luxe: Gschwellti vom Vortag, angewelkte Lauchzwiebeln, eine einsame Karotte und eine übrige Beinschinkenscheibe verwandelten sich zusammen mit ein paar anderen Zutaten in einen salzigen Kuchen, der warm und kalt schmeckt. Während die Wähe im Ofen ist, bleibt genug Zeit um einen gemischten Salat zusammenzuschnippeln, das Dressing anzurühren und zu überlegen, ob man dazu kaltes Bier oder doch lieber eine Flasche Federweisser servieren möchte. (Der Federweisser hat übrigens gewonnen).


Für eine Wähenform mit 30 cm Durchmesser:

  • 700 gr gekochte Kartoffeln vom Vortag, möglichst eine vorwiegend festkochende Sorte
  • 8 dünne Lauchzwiebeln
  • 4 grosse Zweige glatte Petersilie 
  • 2 grosse Selleriestangen
  • 1 grosse Karotte
  • je ein bombierter 1/4 Tl Sumach und Paprikapulver, edelsüss oder rosenscharf
  • je ein bombierter 1/4 Tl frisch geriebene Muskatnuss und fein zerriebenes Bohnenkraut
  • Kräutersalz 
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 200 gr Schinken, gewürfelt
  • 2 Eier Grösse L
  • 200 gr Sahne
  • 125 gr Milch
  • 1 rund ausgewallter Kuchen- oder Butterblätterteig

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln schälen und an der Röstiraffel in eine Salatschüssel reiben. Lauchzwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Petersilie waschen und mit den Stielen fein hacken. Selleriestangen waschen und in dünne Scheiben schneiden. Karotte waschen oder schälen und ebenfalls an der Röstiraffel reiben. Gemüse zusammen mit den Gewürzen zu den geriebenen Kartoffeln in die Schüssel geben. Kräftig salzen und pfeffern, vermischen und probieren, ob die Masse genug gesalzen ist. Schinken zugeben und kurz untermischen. Eier in einem Messbecher verquirlen, Sahne und Milch kräftig einrühren, leicht salzen. Wähenform mit dem Blätterteig auslegen, Kartoffel-Gemüse-Masse gleichmässig darauf verteilen und leicht andrücken. Guss über die Füllung giessen und dann ab in den vorgeheizten Ofen damit. Backzeit: ca. 60-65 Minuten, bis Füllung und Teig nett gebräunt sind. Heiss oder zimmerwarm servieren.

P.S. Mädels, ich habe euch nicht vergessen. Das Rezept für den perfekten Mohnkuchen folgt nächste Woche.

Sonntag, 3. September 2017

Herbstliche Linsensuppe für 100 Personen (vegan)



Am Donnerstag flatterte ein Mail in mein Postfach, indem so ganz nebenbei angefragt wurde, ob ich Lust hätte, kochenderweise eine Premièrenfeier zu unterstützen. Zeitpunkt: Am Samstag, also knapp 48 Stunden später. Vorgabe: 80-100 Gäste, minimales Budget. Gewünscht: Chili con carne. Vorhanden: Weder eine Küche noch ein Herd. Zur Verfügung stehendes Material: Elektrische Kochplatte mit zwei unterschiedlich grossen Feldern und ein grosser Kochtopf.... Nur Wahnsinnige würden einen solchen Auftrag annehmen!... Darum die Ärmel hochgekrempelt, mit ein paar Zahlen jongliert und nach zwei Minuten die Idee mit dem Chili in die Wüste geschickt. Weitere Berechnungen angestellt und dann vorgeschlagen, eine Linsensuppe ohne Würstchen zu kredenzen. Während mein Vorschlag kontroverse Diskussionen entfesselte, organisierte Herr C. nebenbei eine Gastro-Induktions-Kochplatte und zwei Töpfe mit jeweils 25 Litern Fassungsvermögen. Nachdem die zögerliche Zusage per SMS eingetroffen war, wurde der Einkauf generalstabsmässig durchgeplant, ein Karton mit Kochwerkzeug, -bekleidung, Gewürzen und sonstigen Hilfsmitteln zusammengepackt und Herr C. genötigt, alles zusammen, inkl. der Köchin, zum Ort des Geschehens zu kutschieren. Nach der Ankunft weichte ich die Linsen ein, am Freitag wurde dann die Suppe etappenweise gekocht und gestern Abend nach der Vorstellung verteilt. Die Rückmeldungen waren überwältigend, es wurde nicht mit Lob gegeizt und wenn ich Pech habe, werde ich ab jetzt regelmässig für solche Feiern verpflichtet. Oje, oje....


Für 80-100 Portionen:

  • 2 Kilo Le Puy Linsen (aus Baden-Württemberg, gekauft bei Hieber)
  • 1 Kilo Berglinsen (Alnatura)

Linsen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Empfehlenswert hierfür: Ein Topf mit Deckel, der mindestens 20 Liter fasst. Vor dem Kochen die Linsen portionsweise in ein grosses Sieb schütten und gründlich abbrausen.

  • 2 Kilo dünne, orangefarbene Karotten, schälen & in ca. 8 mm dicke Scheiben schneiden
  • 850 gr gelbe Karotten, dito
  • 1,5 Kilo Gemüsezwiebeln, in kleine Stücke geschnitten
  • 1,2 Kilo Stangensellerie, dito
  • 350 ml Olivenöl
  • 2 daumengrosse Stücke Ingwer, geschält & fein gerieben
  • 2 El Garam Masala (TRS)
  • 2 El gemahlener Koriander
  • 2 El gemahlener Zimt
  • 1 Tube Tomatenmark
  • 1,5 Liter Weisswein 
  • 14 grosse Lorbeerblätter
  • ca. 12-14 Liter hahnenheisses Wasser, je nach gewünschter Dicke der Suppe
  • pro Liter Wasser ca. 3/4 El grobes Meersalz

Gemüse in Olivenöl anschwitzen. Sofrito, nennen das die Italiener. Wenn die Gemüsestücke glasig aussehen, Ingwer und Gewürze einrühren. Etwa fünf Minuten rührbraten, dann das Tomatenmark untermischen. Mit dem Wein ablöschen, fast gänzlich einkochen lassen. Linsen, Lorbeerblätter und Wasser zugeben, kräftig salzen. So lange kochen, bis die Linsen weich sind. 

  • 3,5 Kilo Kürbis (z.B. Tetsukabutooder 3 Kilo grosse, vorwiegend festkochende Kartoffeln 
  • 1 grosse Lauchstange, ca. 700 gr, in kleine Quadrate geschnitten
  • 1 Kilo geschälte Kastanien aus dem TK, angetaut, halbiert oder geviertelt
  • 1 El getrocknete Thymianblätter, zwischen den Händen fein zerrieben
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Salz

Unterdessen Kürbis oder Kartoffeln schälen (Kürbis natürlich noch entkernen) und in ca. 2 cm² grosse Stücke zerteilen. Zusammen mit den Lauch- und Kastanienstücken zur Suppe geben, mit Thymian würzen und kochen, bis das Gemüse weich ist. Abschmecken, so schnell wie möglich herunterkühlen, abdecken und über Nacht gekühlt durchziehen lassen. Vor dem Servieren langsam aufwärmen, kräftig pfeffern und ggf. nachwürzen.


Für Self-Service bereitstellen:

  • 200 gr eher milde Peperoncini, evt. entkernt & fein gehackt
  • Zitronenachtel, ca. 4-5 kleine Zitronen
  • geriebener Sbrinz, falls gewünscht
  • Basler Brot

Geschöpft wurde mit einem Kelle, die 175 ml fasst, d.h ca. 200-250 gr Suppe pro Person. Insgesamt waren es etwa 25 Kilo Suppe, verteilt auf zwei Töpfe. Die Kosten für die Zutaten beliefen sich auf etwa 80.- Euro, in der Schweiz muss man mit etwa 160 Franken rechnen. Regionale Lebensmittel (Linsen) und Bioprodukte (Gemüse, Öl, Wein, Gewürze) wurden bevorzugt. Brot und Käse wurden von den Veranstaltern besorgt, daher von meiner Seite her leider keine Mengenangaben möglich. Zeit fürs Rüsten & Kochen, eine Person: ca. 6 Stunden.

Sonntag, 27. November 2016

Brasato al Nero d'Avola e Cioccolata



Bei uns zu Hause wurde früher höchst selten Fleisch im Ofen geschmort. Und wenn, dann nur an Sonn- oder Feiertagen. Wahrscheinlich lag es an der damaligen finanziellen Situation. Vielleicht aber auch am fehlenden Kochgeschirr. Frau Mama besass zwar eine grosse Pyrexform mit Deckel, in der sie manchmal Poulet zubereitete, aber kein klassisches Düpfi aus Gusseisen. Um dieses Manko aus meiner Kindheit auszugleichen, habe ich mir im Lauf der Jahre mehrere Schmortöpfe von Le Creuset und Cousances zugelegt. Sehr zum Verdruss von Herrn C., dessen Hauptaufgabe mittlerweile darin besteht, mich vom Kauf von "noch mehr Altmetall" abzuhalten. Nur ein einziges Argument schafft es, sein Herz zu erweichen: Liebling, wenn ich dieses superschnuckelige Teil kaufen darf, dann bereite ich dir am Wochenende darin alles zu, was dein Magen begehrt. Möchtest einen Braten? Oder Ragout? Oder lieber Ossobuco? Und dazu Petersilienkartoffeln? Oder Gratin Dauphinoise? *klimperklimper*... Als Nebeneffekt finde immer mehr Gefallen an dem Gedanken, jeden Sonntag ein Schmorgericht auf den Tisch zu stellen. Back to the roots, sozusagen. 


Für 4 Personen:

  • 1 Kilo Rinderbraten aus der Schulter
  • 500 ml Nero d'Avola di Sicilia
  • 2 grosse Lorbeerblätter
  • 1 Gewürznelke
  • 1 Zimtblüte

Fleisch in eine ausreichend grosse Gefriertüte geben und mit dem Wein übergiessen. Lorbeerblätter mit den Gewürzen spicken und in die Tüte legen. Möglichst viel Luft herausdrücken und gut verschliessen. In den Kühlschrank verfrachten und über Nacht marinieren lassen. 

  • 3 Karotten
  • 3 Schalotten 
  • 2 grosse Knoblauchzehen
  • 2 Selleriestangen
  • 2 kleine Lauchstangen
  • 2 El Kakaobutter oder Ghee
  • 2 El Tomatenmark
  • 2 El Sultaninen
  • gesamte Marinade
  • 1 handlanger Zweig Rosmarin
  • 2 grosse Zweige Thymian
  • etwa 500 ml Rinderfond oder Wasser
  • Salz, Pfeffer
  • 40 gr ungesüsste Schokolade, grob zerteilt (Brunslimasse oder 90% Bitterschokolade)
  • 4 El angefrorene Butter 

Ofen auf 160 Grad vorheizen. Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Karotten schälen, Enden kappen und in dicke Scheiben schneiden. Schalotten und Knoblauchzehen ebenfalls schälen, aber ganz belassen. Sellerie- und Lauchstangen putzen, in 4 cm lange Stücke zerteilen. Fleisch aus der Marinade heben und mit Küchenpapier trocken tupfen. Marinade zur Seite stellen. Bräter auf den Herd befördern und ein Esslöffel Kakaobutter darin schmelzen lassen. Bratenstück salzen, dann bei mittlerer Hitze rundherum anbräunen. Fleisch aus dem Topf nehmen und auf einen Teller legen. Restliche Kakaobutter in den Topf geben, dann das vorbereitete Gemüse darin anbraten. Tomatenmark einrühren, Sultaninen zugeben und mit der Marinade ablöschen. Kräftig salzen und ein bisschen pfeffern. Fleisch und Kräuter in den Topf legen und mit Fond oder Wasser auffüllen, bis das Bratenstück etwa zu 2/3 bedeckt ist. Hitze hochdrehen, aufkochen und dann den Deckel auflegen. In den Ofen stellen und 120 Minuten schmoren lassen. Braten, Karottenstücke und Schalotten in eine vorgewärmte Schüssel umplatzieren. Restlichen Topfinhalt in ein Spitzsieb giessen und sanft ausdrücken. Sauce kurz mit dem Stabmixer durchwirbeln, um eine möglichst glattes Ergebnis zu erhalten. Reste im Sieb entsorgen. Sauce zurück in den Bräter geben, wieder auf den Herd stellen. Schokolade reinbröckeln und ständig rühren, bis alle Stücke geschmolzen sind. Abschmecken und dann für die Bindung zügig die eiskalte Butter Stück für Stück einquirlen. Braten gegen die Faserrichtung in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Scheiben zusammenschieben und vorsichtig in die heisse Sauce legen. Gemüsestücke darüber verteilen, Deckel auflegen und auf der ausgeschalteten Platte noch fünf Minuten ziehen lassen. Im Topf servieren. Herr C. empfiehlt dazu seine Spezialspätzli mit Ruchmehl. Natürlich in viel Butter geschwenkt. Wenn schon, denn schon.


Freitag, 17. Juni 2016

Pasta e Fagioli für verregnete Sommerabende



Regen. Donner. Blitz. Donner. Regen. Regen. Regen. Regen. Kurze Pause. Noch mehr Regen....
Einziges Gegenmittel: Soulfood.


Für 2 Personen als Hauptgericht (plus Reste für einen Mitternachtsimbiss):

  • 3 El Butter oder Olivenöl
  • 2 rote Spitzpaprika
  • 1 Stange Stangensellerie 
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 Tasse/160 gr kleine Nudeln, z.B. Lumacchine
  • 2 El Tomatenmark
  • 1 grosszügiger Schuss guter Rotwein
  • 1 Dose/400 gr Pelati, fein zerquetscht 
  • 4 Tassen/1 Liter heisses Wasser
  • 5 Zweige Oregano
  • 250 gr gekochte Fava-Bohnen aus dem TK*
  • Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, Chiliflocken

Butter oder Olivenöl in einer grossen, hohen Pfanne erwärmen. Unterdessen Spitzpaprika und Stangensellerie putzen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und fein hacken. Gemüse etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze in der Pfanne anbräunen. Nudeln zugeben, kräftig durchrühren, dann das Tomatenmark untermischen. Hitze hochdrehen, eine Minute später mit dem Rotwein ablöschen. Sobald der Alkohol verdampft ist, Pelati und drei Tassen Wasser zugeben. Kräftig salzen und zum Kochen bringen. Unterdessen die Blätter von den Oreganozweigen abstreifen, grob hacken und in die Pfanne damit. Etwa 4 Minuten köcheln, bis die Pasta anfängt weich zu werden. Dann die Bohnen und die restliche Tasse Wasser unterrühren. Weitere 4-5 Minuten köcheln, bis die Pasta die gewünschte Bissfestigkeit erreicht hat und die Sauce schön schlotzig ist. Mit Pfeffer, wenig Kreuzkümmel und einer Prise Chiliflocken abschmecken. Heiss servieren. Wer hat, reicht geriebenen Pecorino dazu. Und die restliche Flasche Rotwein nicht vergessen!

* Getrocknete Hülsenfrüchte mit langen Garzeiten, wie Kichererbsen, Fava-, Lima- und Käferbohnen, koche ich gleich päckchenweise im Slow Cooker und friere sie dann portionsweise in Weckgläsern ein. Im Notfall ist auch Dosenware erlaubt (z.B. von Chtoura), dann den Inhalt aber gründlich abbrausen und abtropfen lassen. 


Sonntag, 24. April 2016

Peppige Linsensuppe mit Shiitake



Es regnet.... und regnet.... und regnet.... und regnet immer noch....
Dank der ungemütlichen Temperatur, gibt es schon wieder Suppe statt Salat.
Als Finish bevorzuge ich ein paar Spritzer Zitronensaft, Herr C. hingegen einen grossen Klacks Mascarpone.


Für 4 Personen:

  • 6 grosse getrocknete Shiitake
  • 230 gr rote Linsen
  • 2 El Ghee oder Kokosöl
  • 3 grosse Karotten (ca. 300 gr)
  • 2 Stangen Staudensellerie (ca. 100 gr)
  • 1 mittlere Zwiebel 
  • 1 grosszügiger Schuss Rotwein
  • 2 Tl Massaman-Currypaste
  • 1/4 Tl Kurkumapulver
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz 
  • schwarzer Pfeffer
  • 1/4 Zitrone oder 1 gehäuften El Mascarpone pro Person

Shiitake in 500 ml heissem Wasser zugedeckt 30 Minuten einweichen. Linsen in ein Sieb geben, gründlich waschen und zur Seite stellen. In einem grossen Topf Ghee auf kleinster Stufe zerlassen. Unterdessen Rüebli und Zwiebel schälen, Stangensellerie putzen und alles in nicht zu kleine Würfel schneiden. In den Topf geben, Hitze auf mittlere Stufe drehen und das Gemüse etwa 10 Minuten anschmurgeln, bis es herrlich duftet und ganz leicht gebräunt ist. Während das Gemüse im Topf weilt, die Shiitake aus dem Wasser fischen, Stiele entfernen und Hüte in kleine Stücke schneiden. Hitze hochdrehen und den Topfinhalt mit dem Wein ablöschen. Vollständig verdampfen lassen, dann die Shiitakestücke, abgetropfte Linsen, Currypaste, Kurkumapulver und Lorbeerblatt unterrühren. Zwei Minuten rührbraten. Einweichwasser der Pilze durch einen Kaffeefilter in den Topf giessen. Einen Liter Wasser zugeben. Zum Kochen bringen, Hitze etwas reduzieren und ca. 10 Minuten kochen lassen, bis die Linsen fast gar sind. Erst dann kräftig salzen. Weitere 5-10 Minuten kochen, bis Gemüse und Linsen weich sind. Heiss mit den Zitronenvierteln und/oder Mascarpone servieren. 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Old-fashioned Louisiana Tomato Aspic



Schon mal an einer Beerdigung oder einer Totenfeier im Mississippi-Delta teilgenommen? Nein? Ich auch nicht. Aber dank des Buches "Being Dead is no Excuse - The Official Southern Ladies Guide to Hosting the Perfect Funeral" wäre ich zumindest als Gastgeberin nicht völlig aufgeschmissen. Wollten sie schon immer mal wissen, was (essenstechnisch) bei so einer Party nie fehlen darf? Was man tunlichst vermeiden sollte? Und warum es für eine Breakfast Casserole nur das billigste Toastbrot sein darf? Diese und viele andere wichtige Fragen zur Ausrichtung einer angemessenen Abdankung im Süden der USA werden hier beantwortet. Lustig, auf eine schrullige Art informativ und dazu kuriose Rezepte. Prädikat: Sehr empfehlenswert.


Ein Eckpfeiler jeder richtigen Louisiana-Totenfeier ist Tomatenaspik. Fehlt dieses Gericht auf dem Buffet, kann man sich den Totenschein gleich abschminken. Die Hinterbliebenen müssten sich in Grund und Boden schämen und die nächsten 50 Jahre würden sich alle mit Grausen an eine äusserst ungehörige Feier ohne Aspik erinnern. Wahrscheinlich könnte man auch in Badehosen bei einem solchen Anlass auftauchen, so lange man dabei eine Platte mit rotem Wabbelzeug vor sich herträgt. Ein lustiges Völkchen, die Amis.


Für 4 Personen als Appetithäppchen:

  • 500 ml Tomatensaft
  • 3 Zitronenscheiben
  • 1 kleine Zwiebel, in Ringe geschnitten
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 kleine Selleriestange, in Scheiben geschnitten
  • 2 ganze Nelken
  • 1 Tl Agar-Agar
  • 1 El frisch geriebener Meerrettich
  • 1/2 El Zitronensaft
  • 1/2 El Worcestershire Sauce
  • 1-2 El Apfelessig
  • Salz, schwarzer Pfeffer

Tomatensaft, Zitronenscheiben, Zwiebel, Lorbeerblatt, Sellerie und Nelken in einen Topf geben, zum Kochen bringen und danach 15 Minuten bei kleiner Hitze simmern lassen. Topfinhalt durch ein Sieb giessen, Saft auffangen und zurück in den Topf leeren. Agar-Agar einrühren, zwei Minuten unter ständigem Rühren köcheln. Topf vom Herd ziehen. Meerrettich, Zitronensaft, Worcestershire Sauce und Apfelessig nach Geschmack zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Eine hitzefeste Schüssel kalt ausspülen, Tomatenaspik reingiessen. Eine Stunde auf dem Küchentisch auskühlen lassen, danach für mindestens sechs Stunden in den Kühlschrank stellen. Auf eine Platte stürzen oder mit einem Esslöffel Nocken abstechen und servieren. Traditionell werden dazu Mayonnaise, gekochte Shrimps und Avocadoscheiben gereicht. Wir hatten Brot, Butter und grünen Salat dazu. 

Seit ziemlich genau sieben Jahren in meinem Besitz, oft gelesen, mich dabei köstlich amüsiert und trotzdem nie etwas daraus gekocht. Das hat sich ja nun geändert und deshalb ab damit zu Bushcooks Event "Alte Schätzchen". Gehostet wird das Ganze wieder mal von der unermüdlichen Zorra.


Mittwoch, 19. September 2012

Algerische Harira-Suppe (ohne Fleisch)



Ich liebe den Herbst. Schwesterherz würde jetzt einwerfen: Aber nur, weil du im Herbst Geburtstag hast. Vielleicht steckt in dieser Aussage ein Fünkchen Wahrheit. Doch eigentlich mag ich den Herbst so sehr, weil es die melancholischste Jahreszeit ist. Regen, Nebel, buntes Laub, lange Spaziergänge, kalte Hände. Und dann nach Hause kommen, eine grosse Schüssel heisse Suppe schnappen und mich auf dem Sofa einkuscheln. Genau das mag ich. Auch ohne Torten und Geschenke.


Für 4-6 Personen:

  • 100 gr Gerstengriess (Belboula) oder fein geschrotete Gerstenkörner
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 grosse Karotte
  • 2 Selleriestangen
  • 1 grosse Fenchelknolle
  • 2 grosse Tomaten, enthäutet (Anmerkung: Im Winter durch 1/2 Dose Pelati ersetzen)
  • 1 El Olivenöl
  • 1 El Tomatenmark
  • 1/2 El frisch geriebener Ingwer
  • 1/2 Tl Kurkumapulver
  • 1/2 Tl Zimt
  • 1/4 Tl schwarzer Pfeffer, grob zermörsert
  • Salz
  • 200 gr gekochte Kichererbsen aus dem TK oder gut abgespülte Dosenware
  • 1-2 El frisch gepresster Zitronen- oder Limettensaft
  • 1 Handvoll Petersilien und/oder Korianderblätter, fein gehackt

Griess oder Schrot in ein feinmaschiges Sieb geben und unter fliessendem Wasser so lange abbrausen, bis das abfliessende Wasser klar bleibt. Im Sieb zur Seite stellen. Gemüse putzen und/oder schälen und in kleine Würfel schneiden. Tomatenstücke beiseite stellen. Öl in einem grossen Topf erhitzen, Gemüsewürfel darin anschwitzen. Tomatenmark, Ingwer, Kurkuma, Pfeffer und Zimt zugeben. Eine Minute bei hoher Hitze rührbraten. Tomatenwürfel zugeben, mit 1,5 Liter kaltem Wasser auffüllen und kräftig salzen. Suppe zehn Minuten köcheln lassen. Gerstengriess einrühren. So lange kochen, bis der Griess weich ist. Zwischendurch immer mal wieder umrühren, damit nichts am Boden anpappt. Meine Empfehlung: Benutzt einen beschichteten Bräter, dann brennt garantiert nix an. Kichererbsen unterrühren, fünf Minuten mitgaren. Suppe mit Zitronen- oder Limettensaft abschmecken, eventuell nachwürzen und heiss servieren. Gehackte Kräuter separat auf den Tisch stellen.

P.S. Wenn die Suppe zu dick scheint, mit heissem Wasser verdünnen. Gerstengriess ist z.B. im Carrefour Mulhouse erhältlich, ebenso in Geschäften mit nordafrikanischen Lebensmitteln oder in gut sortierten Bioläden. Geschrotete Körner wegen der verlängerten Garzeit gleich mit den Tomatenstücken in den Topf geben.

Freitag, 13. April 2012

Unser Osteressen: Kosovarischer Lammeintopf



Telefongespräch mit meinem Neffen vor etwa zwei Wochen: "Kind, dieses Jahr wollen wir zur Abwechslung an Ostern grillen. Na, was hältst du davon?" Neffe:" Dann bleibe ich zu Hause." - "Wieso denn? Du magst doch gegrilltes Fleisch?" - "Ja, schon. Aber Ostern ohne Lammeintopf geht gar nicht." Die Telefonate mit dem Rest der Familie verliefen verblüffend ähnlich. Was blieb mir also anderes übrig?

Basierend auf vagen Kindheitserinnerungen eines lieben Freundes, kreierte ich vor Jahren dieses Gericht.  Er erzählte mir damals, dass seine Mutter den Eintopf früher nur zu speziellen Gelegenheiten zubereitet hatte. An einige Zutaten konnte er sich noch erinnern, der ganze Rest ist auf meinem Mist gewachsen. Ob authentisch oder nicht, köstlich ist er auf alle Fälle. Im Kosovo wird dazu weiches Weissbrot gereicht, meine Familie bevorzugt als Beilage Kartoffelstock oder Petersilienkartoffeln. 

Die Zubereitung erfordert etwas Zeit, aber der Eintopf lässt sich ausgezeichnet vorbereiten.

Für 8-10 Personen:

  • 1,5 Kilo Lammragout (Gigot ohne Bein)
  • 1 kg Karotten 
  • 1 Staude Stangensellerie (ca. 700 gr)
  • 700 gr Zwiebeln
  • eine Knolle junger Knoblauch
  • 500 gr rote Spitzpaprika, in kleine Stücke geschnitten
  • 2 El Tomatenmark
  • 2 Dosen Pelati (à 400 gr)
  • 5 El kleine Korinthen 
  • ein halbes Bund glatte Petersilie, Stiele und Blätter gehackt
  • 2 El edelsüsses Paprikapulver
  • Salz, Pfeffer
  • Butter zum Braten

Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Karotten und Zwiebeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Vom Sellerie die äusseren Stangen entfernen, waschen und ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Knoblauch schälen und die Zehen ganz lassen. In einem grossen Bräter 4 El Butter schmelzen und das gewürfelte Gemüse einige Minuten rührbraten. Knoblauchzehen zugeben, alles leicht salzen und ein paar Minuten weiter braten, bis das Gemüse angebräunt ist. Bräter zur Seite stellen.

Fleischstücke trockentupfen und portionenweise in wenig Butter in einer grossen Pfanne mit hohem Rand von allen Seiten anbraten. Leicht salzen und das Fleisch zum Gemüse in den Bräter geben.

In die Pfanne etwa 400 ml kaltes Wasser schütten und köcheln lassen, bis sich die Röststoffe am Boden gelöst haben. Unterdessen die Pelati in kleine Stücke schneiden oder in eine Schüssel umfüllen und mit der Hand zermanschen. Tomatenmark, Pelati, Korinthen und Paprikapulver zugeben, einige Minuten köcheln lassen. Salzen, pfeffern und zum Schluss die Petersilie einrühren. Sauce über das Fleisch geben und durchrühren, damit alles schön vermischt ist. Deckel aufsetzen und für 80 Minuten in den vorgeheizten Ofen stellen. Bräter aus dem Ofen holen, Deckel abnehmen und den Grossteil des Fetts mit einem Küchenpapier wegtupfen. Probieren und wenn nötig, vorsichtig nachsalzen. Auskühlen lassen und abgedeckt über Nacht kühl stellen.

Am nächsten Tag etwa 60 Minuten bei 160 Grad im Ofen erwärmen und heiss servieren.

Anmerkungen:
Wenn der Eintopf am gleichen Tag serviert werden soll, etwa 120 Minuten bei 170 Grad garen, bis das Fleisch butterweich ist. Ich finde es aber wesentlich praktischer, den Eintopf am Vortag zuzubereiten. Dann kann die Küche wieder auf Hochglanz gebracht werden und man hat am Tag der Einladung mehr Zeit für andere Dinge. Ausserdem schmeckt er einfach besser, wenn er einige Stunden durchziehen durfte.


Und wie immer, kurz vor Schluss, nehme ich an einem weiteren Blogevent teil. Zu "Lamm - Ganz ohne Wolle" hat uns Peter aufgerufen und gehostet wird das Ganze von zorra.

Freitag, 9. März 2012

Südstaaten Hackbraten - So wie Elvis ihn mochte



Beim Thema Hackbraten bin ich heikel. Ich kann es beispielsweise nicht ausstehen, wenn er beim Schneiden in seine Einzelteile zerfällt und der Koch alles mit pampiger Sauce bedeckt, damit niemand den Anblick dieses Hackbröselsupergaus ertragen muss. Mit anderen Worten: Es gab für mich lange nur einen geniessbaren Hackbraten. Den meiner Frau Mama. Und da sie ihn so hervorragend zubereitet, bestand für mich nie die Notwendigkeit, mich selbst daran zu versuchen.


Bis Herr C. vor einiger Zeit den Wunsch äusserte, mal wieder einen hausgemachten Hackbraten auf seinem Teller zu sehen. Sein Wunsch war mir Befehl. Naja, zumindest tue ich immer so... Also durchwühlte ich meine Kochbücher nach einem passenden Rezept. Fündig wurde ich im Original Elvis Kochbuch von Elizabeth Wolf-Cohen. Das Rezept wurde an meine Vorräte angepasst und das Ergebnis ist toll. Herr C. und der Rest der Familie stimmen mir übrigens zu. Und Elvis hätte das sicher auch getan. Davon bin ich überzeugt. 


Für 6-8 Personen oder einen Elvis:

  • 100 gr zarte Haferflocken
  • 200 gr Milch, kühlschrankkalt
  • 1 El Butter
  • 2 grosse Zwiebeln, fein gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, zu Mus zerrieben
  • 2 Stangen Sellerie, in kleine Stücke gehackt
  • eine Hand voll glatte Petersilie, gehackt
  • 1,25 kg Rinderhackfleisch
  • 250 gr Schweinehackfleisch oder Bratwurstbrät
  • 1/2 Tl getrockneter Majoran 
  • 1/2 Tl getrockneter Thymian
  • 2 Eier Grösse L
  • 5 El Ketchup
  • 2 El Worcestershiresauce
  • 1/2 Tl scharfes Currypulver
  • 120 gr Panko* 
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Tl Öl
  • 100 gr Bacon in Scheiben

Haferflocken in einer grossen Schüssel mit der Milch übergiessen. Zugedeckt zwei Stunden quellen lassen. Die Flocken sollten die Milch restlos absorbieren. Unterdessen die Zwiebelstücke in der Butter anbraten. Stangensellerie und Knoblauchmus zugeben, zwei Minuten rührbraten. Gehackte Petersilie untermischen, Pfanne vom Herd ziehen und das Zwiebelgemisch auskühlen lassen. Hackfleisch zu den eingeweichten Haferflocken geben. Mit der Zwiebelmischung, einem Teelöffel Salz und reichlich Pfeffer verkneten. Alle restlichen Zutaten bis und mit Panko zugeben und kräftig unterkneten. Von der Masse eine kleine Portion abnehmen, flach drücken und in einer  Pfanne kurz durchbraten. Probieren und ggf. nachsalzen/-würzen. Falls der Miniburger während des Bratens in seine Einzelteile zerfällt, eine Hand voll Panko zusätzlich unter die Hackfleischmasse kneten. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Boden und die Wände eines Bräters aus Gusseisen mit dem Öl ausreiben. Die Hackmasse zu einem länglichen Laib formen und in den Bräter legen. Die Oberfläche mit Bacon abdecken. Auf der zweiten Schiene von unten ca. 80-100 Minuten backen. In einem Elektroofen mit Ober- und Unterhitze geht es sicherlich etwas schneller, als in meinem Gasbackofen ohne Oberhitze. Die Kerntemperatur des Hackbratens sollte 75 Grad betragen, dann ist man keimtechnisch auf der sicheren Seite. Düpfi aus dem Ofen holen und den Braten vor dem Anschneiden noch 10 Minuten locker mit Alufolie abgedeckt ruhen lassen. Mit Kartoffelstock, süss-sauer eingelegten roten Zwiebeln, BBQ-Sauce und Cole Slaw servieren. Hackbratenreste eignen sich übrigens hervorragend als Sandwichbelag.

* Panko durch fünf Scheiben entrindetes Toastbrot ersetzen. Die Scheiben in etwas Milch einweichen und in kleine Stücke zerzupfen, dann unter die Hackmasse kneten.