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Dienstag, 31. Dezember 2024

Adieu 2024: Cashew-Sesam-Mayonnaise (vegan & ideal für Dips)

Noch auf der Suche nach einer feinen ei- und laktosefreien Mayonnaise? 
Die auch als Grundmasse für Dips und für Salatsaucen taugt?
Ding, ding, ding! 
Jackpot!

Wünsche allen einen guten Rutsch und eine sanfte Landung im Jahr 2025.
Herzlichen Dank fürs Mitlesen und Kommentieren.
Schön, dass es euch gibt.
See y'all next year.

Für etwa 200 ml Mayo:

  • 100 gr ungesalzene, ungeröstete Cashewkerne
  • 70 gr warmes Wasser
  • 30 gr helles Sesammus (io: Achva Tahini) 
  • 25 gr milder Essig (io: Narcissus Reisessig)
  • 12 gr Senf
  • 1/2 Tl Zwiebelpulver
  • knapper 1/2 Tl Knoblauchsalz (io: mit Kräutern & Chipotle)
  • 1 Prise Kala Namak, optional

    Cashews in einer Schüssel grosszügig mit heissem Wasser bedecken (ca. 60 Grad). Abdecken und drei Stunden zum Rehydrieren gönnen. Nach der Einweichzeit in ein Sieb schütten und gründlich abspülen. Abtropfen lassen. Unterdessen alle anderen Zutaten direkt im Behälter des Zerkleinerers/Mixers abwiegen. Cashews zugeben und alles seidenglatt pürieren. Falls die Konsistenz zu dick ist, esslöffelweise mehr Wasser einpürieren. Nach Geschmack mit Salz, Essig oder Kala Namak nachwürzen. Direkt verwenden oder in ein sauberes Einmachglas umfüllen und maximal eine Woche im Kühlschrank aufbewahren. Kombinationsideen für Dips: Zitronensaft und fein geriebene Zitronenschale / Knoblauchmus / Meerrettich und geriebener Apfel / pürierte Ananas und Currypulver / Schnittlauchröllchen und Weisswein / Paprikastücke und geräuchertes Paprikapulver / gehackte Kräuter und grüner Pfeffer und so weiter und so fort.

    Wichtig: Beim Braun Zerkleinerer das warme Wasser Schluck für Schluck einpürieren. Vorher mit einem Löffel unterrühren, sonst drückt die Flüssigkeit beim Mixen durch den Deckel raus. Bitte an die Essigmenge herantasten. Narcissus Reisessig ist milder als Weissweinessig aus dem Supermarkt. Eventuell lieber weissen Balsamico oder Zitronensaft verwenden. Ich empfehle für dieses Rezept ein israelisches Sesammus - obwohl mir die aktuelle Politik der dortigen Regierung gewaltig gegen den Strich geht. Tahin aus anderen Ländern ist in der Regel merklich bitterer und würde geschmacklich stärker herausstechen. Zum Thema Kala Namak: Eine Prise reicht für den Hauch Schwefel, den man von eibasierter Mayonnaise gewöhnt ist. Tipp: Grobe Salzkristalle kaufen und jeweils frisch mörsern. Trocken und dunkel aufbewahrt hält sich Kala Namak so quasi ewig. 

    Mittwoch, 29. Juli 2020

    Vierkornflauschiweggli



    Die elegante Einleitung fällt wegen der aktuellen Hitzewelle aus. Kurz und bündig: Superflausch!


    Für ein Wegglibrot, bestehend aus 15 Brötchen:

    • 25 gr feiner Gersten- oder Maisgriess
    • 130 gr Milch
    • 10 gr Salz

    Alle Zutaten in einem kleinen Topf vermischen, unter ständigem Rühren einmal aufkochen. Zur Seite ziehen, Deckel auflegen und 2-3 Stunden auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. 

    • Griesskochstück
    • 220 gr helles Ruchmehl (io: Moitiémehl, Mühle Maisprach)
    • 200 gr helles Kamutmehl
    • 55 gr Semola rimacinata
    • 20 gr Zucker
    • 4 gr frische Hefe
    • 280 gr Milch-Wasser, knapp lauwarm
    • 15 gr Rapsöl

    Alle Zutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und etwa 12 Minuten auf Stufe 1 kneten, bis der Teig sich vollständig von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen und mit einer Duschhaube abdecken. 4-5 Stunden bei Zimmertemperatur verdoppeln lassen. Abwiegen und in 15 gleich schwere Stücke teilen (950 gr : 15 =  63 gr). Auf einer bemehlten Fläche absetzen.

    • 2 El Milch
    • 2 El Sesamsamen

    Den Ofen auf 220 Grad vorheizen, das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine Wähenform (30 cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen. Die Ecken der Teigstücke zusammenkneifen, danach vorsichtig rund schleifen. Fünf Kugeln mit ein wenig Abstand in die Mitte der Form legen. Oben und unten je drei Kugeln anlegen und mit je zwei Kugeln dahinter vervollständigen. Mit zwei Stössen aus der Sprühflasche befeuchten, mit der Duschhaube abdecken und etwa 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis sich die Kugeln verdoppelt haben. Mit Milch bepinseln, grosszügig mit Sesam bestreuen, leicht andrücken. Form in den Ofen schieben und die Hitze gleich auf 200 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken, dann die Ofentemperatur auf 180 Grad drosseln und weitere 20 Minuten backen. Ohne Form und Backpapier auf einem Gitter auskühlen lassen.

    Sonntag, 1. März 2020

    Sesamfocaccia mit Kümmel



    Alles begann mit dem appetitlichen Foto einer schneckenförmig eingedrehten, dick mit Sesam bestreuten Challah. Im Rezept darunter wurden vier Eier, Anis-, Fenchel- und Kümmelsamen verlangt. Ungewöhnliche Gewürzkombinationen? Kein Problem. Vier Eier in einem Brot? No chance. Beim Nachbacken wurde so aus der Challah ein Schneckenzopf ohne Ei im Teig. Nett, aber beim Schneiden verabschiedete sich der grösste Teil der Sesamsamen unglücklicherweise in alle Richtungen. Tja, das kommt davon, wenn man Gebäck nur mit Milch statt Ei einpinselt. Ein Umstieg auf Eiwasch? No chance. Grandioser Geistesblitz: Samen einfach im Teig versenken. Keine Sauerei, aber voller Sesamgeschmack. Heureka! Gesagt, getan. Der Zopf war nett, aber alles noch ein bisschen ausbaufähig. In den darauf folgenden Versuchen wurde der Sesam zuerst angeröstet und landete vor der Teigzugabe in einem Quellstück. Schon besser. Zuerst fielen die Anis-, danach die Fenchelsamen weg, wobei sich herausstellte, dass Kümmel und Sesam alleine wunderbar miteinander harmonieren. Kartoffelflocken sorgen für eine lange Frischhaltung und zuletzt änderte sich die Teigform vom Zopf zur lunchboxtauglicheren Focaccia. Lange Rede, kurzer Sinn: Nachbacken!


    Quellstück:

    • 35 gr geschälte Sesamsamen
    • 10 gr Kümmel*
    • 100 gr hahnenheisses Wasser

    Sesam und Kümmel zusammen in einem kleinen Topf unter ständigem Rühren/Schütteln hellbraun rösten. Nicht zu dunkel werden lassen, sonst wird der Sesam gallenbitter. Topf vom Herd ziehen und vorsichtig das heisse Wasser zugiessen. Achtung: Es dampft und blubbert wie wild! Sobald sich die Wogen geglättet haben, Topfinhalt in die Rührschüssel der Küchenmaschine schütten. Schüssel abdecken und eine Stunde quellen lassen.

    Teig:

    • 500 gr Weizenmehl Typ 405 
    • 15 gr Kartoffelflocken
    • 345 g Milch, lauwarm
    • 30 gr heller Honig 
    • 20 gr Olivenöl
    • 4 gr frische Hefe
    • 10 gr Salz

    Alle Zutaten zum Quellstück in die Rührschüssel geben und fünf Minuten auf niedriger Stufe kneten. Danach fünf Minuten auf der mittlere Stufe gönnen, bis sich der seidenweiche Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen, abdecken und 4-5 Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Unterdessen ein Wähenblech (28 cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden. Den aufgegangenen Teig vorsichtig mit einem eingeölten Schaber aus der Schüssel lösen und in die vorbereitete Form gleiten lassen. Mit nassen Händen den Teig breit drücken, bis er die Form gänzlich ausfüllt. Abdecken und etwa 40 Minuten an einem warmen Plätzchen verdoppeln lassen. Unterdessen die Salamoia vorbereiten und den Ofen auf 240 Grad vorheizen. Gitter auf der untersten Schiene einschieben.

    Salamoia:

    • 20 gr warmes Wasser
    • 2 gr feines Salz
    • 20 gr Olivenöl

    Salz und Wasser in einer kleinen Schüssel mit dem Schwingbesen so lange durchrühren, bis das Salz vollständig aufgelöst ist. Öl zugeben und kräftig verquirlen, bis sich der Schüsselinhalt in eine helle Emulsion verwandelt hat. Spiralförmig auf den Teig giessen. Mit feuchten Fingerkuppen gleichmässig verstreichen, danach vorsichtig möglichst viele Vertiefungen in den Teig drücken. Form in den Ofen stellen, nicht schwaden. Die Focaccia 35 Minuten bei 210 Grad backen. Mit dem Backpapier aus der Form heben, auf ein Kuchengitter setzen. Das Papier entfernen. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.

    * P.S. Wer Kümmel auf den Tod nicht ausstehen kann, darf ihn durch 10 Gramm schwarzen Sesam ersetzen.

    Sonntag, 18. November 2018

    Nan-E Barbari



    Langsam aber sicher kommt der Winter angekrochen und je kälter es wird, desto lieber halte ich mich in der Nähe des Backofens auf. Gibt es etwas Entspannenderes, als an einem nasskalten Tag in der warmen Küche zu stehen und einem Brot beim Backen zuzuschauen?


    Wobei die Kombination aus gemütlichem Sofa, spannendem Buch und Grog natürlich auch ihren Reiz hat...😉


    Mein Nan-E barbari ist die Weiterentwicklung eines Rezeptes, das ich vor Jahren von einem befreundeten Iraner erhielt. Die Oberflächenstruktur des Brotes ist eher untypisch, viele Bäcker im Iran backen Nan-E Barbari mit Längsrillen. Laut meinem Kollegen wurde der Brotkauf in seiner Familie folgendermassen gehandhabt: Zwei Brote mit Längsrillen für den Vater, der dazu Käse, gekochte Eier und gehackte Kräuter zum Frühstück ass. Fünf Brote mit runden Vertiefungen aus einer anderen Bäckerei für den Rest der Familie, die Konfitüre und Honig bevorzugte. Dazu muss man wissen, dass typisch persische Konfitüren ziemlich dünnflüssig sind und auch der Honig fast nur in liquider Form erhältlich ist. Nach dem Auftragen sammelten sich die Aufstriche in den Vertiefungen, konnten deshalb nicht von den Brotstücken runtertropfen und die Mutter hatte weniger zu reinigen.


    Für ein Fladenbrot:

    • 300 gr Weizenmehl Typ 550
    • 35 gr dunkles Ruchmehl 
    • 3 gr frische Hefe
    • 225 gr knapp lauwarmes Wasser
    • 5 gr Salz

    Alle Zutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und 15 Minuten auf Stufe 1 kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen. Abdecken und eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur anspringen lassen. Danach 12-15 Stunden bei etwa 5 Grad (Kühlschrank, Terrasse) aufgehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

    • 40 gr Wasser
    • 1 Tl Weizenmehl Typ 550
    • 2 Prisen Zucker

    Am nächsten Tag dem Teig zwei Stunden Zimmertemperatur zum Akklimatisieren gönnen. Kurz vor der Weiterverarbeitung den Ofen auf 240 Grad vorheizen. Backblech auf der zweituntersten Schiene umgekehrt einschieben. Wasser, Mehl und Zucker in einen kleinen Topf geben und eine Minute unter ständigem Rühren kochen, bis die Pampe angedickt ist und glänzt. In ein Schälchen umfüllen und abkühlen lassen. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche vorsichtig zu einem Rechteck formen. Mit einer grossen Schüssel abdecken und 30 Minuten entspannen lassen. Arbeitsfläche und Hände grosszügig bemehlen und das Rechteck zu einem ca. 50 cm langen Fladen ausziehen. Diagonal auf ein Backpapier legen. Oberfläche und Seiten gleichmässig dünn mit der Mehlpampe bestreichen. Überschüssige Pampe abstreichen und entsorgen. Mit den Fingern reihenweise Vertiefungen reindrücken. Dabei darauf achten, dass der Boden nicht perforiert wird. 

    • 2 Tl Sesam, egal ob hell oder schwarz
    • 1 Tl Za'atar, optional

    Grosszügig mit Sesam und, falls verwendet, Za'atar bestreuen. Nochmals 10 Minuten zum Entspannen gönnen. Dann den Teig schnell mit dem Backpapier auf das umgedrehte Blech gleiten lassen und 18-20 Minuten backen, bis das Fladenbrot aufgegangen und nett gebräunt ist.

    P.S. Wenn irgendwo noch ein Glas der besten Persischen Quittenkonfitüre rumsteht, ist das Glück perfekt. 

    Sonntag, 12. August 2018

    Gerstenporridgebrot



    Zürich ist lediglich eine Fahrstunde von unserem Zuhause entfernt und trotzdem schaffen wir es nur noch selten dorthin. Der letzte Abstecher liegt schon wieder acht Monate zurück und der nächste ist erst für Mitte September, zur Geburtstagsfeier von Tante Z., geplant. Nachdem wir ihre Einladung erhalten hatten, wurde Herrn C. von mir darüber informiert, dass wir an diesem Tag mindestens eine Stunde früher losfahren werden, damit genug Zeit bleibt, um bei Schwarzenbach einen Grosseinkauf zu tätigen. Herr C. hat daraufhin die Augen verdreht und in seinen Bart gemurmelt: So wie ich dich kenne, sollten wir lieber zwei Stunden früher starten und auf dem Weg noch mindestens eine Bank überfallen... Püh, der Mann hat nach über einer Dekade trauter Zweisamkeit immer noch keine Ahnung, wie ich ticke. Naturellement ist die Einkaufsliste schon lange erstellt und der Budgetrahmen wird nur geringfügig angekratzt. Einer der günstigsten Posten auf der Liste ist ein Kilo Gerstenflocken, die sich hervorragend für eine blitzschnelle Gerstensuppe, Birchermüesli, Porridge und zum Verbacken eignen. Einhellige Meinung der dreiköpfigen Jury zum Gerstenporridgebrot: Flauschig, g'schmackig, njammi!


    Für ein Wähenblech mit 30 cm Durchmesser:

    • 400 gr Milch
    • 100 gr Gerstenflocken*
    • 50 gr flüssiger, heller Honig (io: Borretschhonig)
    • 10 gr Salz

    Alle Zutaten in einem kleinen Topf vermischen. Auf den Herd stellen, zwei Minuten kochen, ab und zu umrühren. Zur Seite ziehen, Deckel auflegen und 2 Stunden quellen lassen.

    • 400 gr Mehl Typ 405
    • 50 gr Mehl Typ 550
    • 3 gr frische Hefe
    • 135 gr Wasser
    • 25 gr Butter

    Alle Zutaten bis auf die Butter in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und 5 Minuten auf Stufe 1 kneten, bis der Teig einigermassen glatt ist. Dann die Butterflöckchen einkneten und die Maschine weitere 10 Minuten laufen lassen, bis der Teig sich von der Schüssel gelöst hat. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen und mit einer Duschhaube abdecken. Über Nacht, d.h. 10-14 Stunden, bei ca. 12 Grad aufgehen lassen. Am nächsten Tag dem Teig 2 Stunden in der Wärme zum Akklimatisieren gönnen. Danach abwiegen und in 15 Stücke à  76 Gramm zerteilen. Auf einer bemehlten Fläche absetzen.

    • 2 El Milch
    • 2 El Sesamsamen

    Den Ofen auf 220 Grad vorheizen, das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Die Wähenform mit Backpapier auslegen. Die Ecken der Teigstücke zusammenkneifen, danach vorsichtig rund schleifen. Fünf Kugeln mit ein wenig Abstand in die Mitte der Form legen. Oben und unten je drei Kugeln anlegen und mit je zwei Kugeln dahinter vervollständigen. Mit zwei Stössen aus der Sprühflasche befeuchten, mit der Duschhaube abdecken und etwa 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis sich die Kugeln verdoppelt haben. Mit Milch bepinseln, und grosszügig mit Sesam bestreuen. Form in den Ofen schieben, wenig schwaden (io: drei Stösse aus der Sprühflasche) und die Hitze gleich auf 200 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken, dann die Ofentemperatur auf 180 Grad drosseln und weitere 25 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

    * Weitere Produzenten/Verkaufsstellen: Vanadis, Holle, Spielberger Mühle, Birlin Mühle & Mühle Maisprach.

    Montag, 21. Mai 2018

    Flauschibrot



    Anfang Mai einen Butterzopf mit Griesskochstück bei Plötz gesehen, spontan nachgebacken und dem Ergebnis nicht viel Positives abgewinnen können. Der Zopf war uns zu labberig, liess sich schlecht aufschneiden und die laschen Scheiben zerrissen gnadenlos beim Bestreichen mit etwas zu harter Butter. Das war nix, zumindest nicht in Form eines Zopfes. Aber warum nicht Brötchen aus dem Teig backen? Gedacht, getan. Schon besser. Beim dritten Anlauf einige Zutaten und die Vorgehensweise verändert, die Weggli in eine Form verfrachtet und vor dem Backen noch mit Sesam bestreut. Das Ergebnis? Ich zitiere Herrn C.: Boah, die sind echt lecker. Und Schwesterherz meinte: Se Flauschibrot ist suuuuupiiiii! Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. 😎


    Für eine Wähenform mit 30 cm Durchmesser:

    • 25 gr Hartweizengriess
    • 125 gr Milch
    • 10 gr Salz

    Alle Zutaten in einem kleinen Topf vermischen, unter ständigem Rühren einmal aufkochen. Zur Seite ziehen, Deckel auflegen und 2-3 Stunden auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. 

    • Griesskochstück
    • 475 gr Weizenmehl Typ 550
    • 30 gr Zucker
    • 4 gr frische Hefe
    • 245 gr Milch, knapp lauwarm
    • 45 gr Butter, kühlschrankkalt

    Alle Zutaten bis auf die Butter in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und 5 Minuten auf Stufe 1 kneten, bis der Teig einigermassen glatt ist. Dann die Butterflöckchen einkneten und die Maschine weitere 5-7 Minuten laufen lassen, bis der Teig Ohrläppchenkonsistenz aufweist. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen und mit einer Duschhaube abdecken. Über Nacht, d.h. 12-14 Stunden, bei ca.10 Grad aufgehen lassen. Am nächsten Tag dem Teig 2 Stunden in der Wärme zum Akklimatisieren gönnen. Danach abwiegen und in 15 gleich schwere Stücke teilen (950 gr : 15 = 63 gr). Auf einer bemehlten Fläche absetzen.

    • 2 El Milch
    • 2 El Sesamsamen

    Den Ofen auf 220 Grad vorheizen, das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Die Wähenform mit Backpapier auslegen. Die Ecken der Teigstücke zusammenkneifen, danach vorsichtig rund schleifen. Fünf Kugeln mit ein wenig Abstand in die Mitte der Form legen. Oben und unten je drei Kugeln anlegen und mit je zwei Kugeln dahinter vervollständigen. Mit zwei Stössen aus der Sprühflasche befeuchten, mit der Duschhaube abdecken und etwa 50 Minuten bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis sich die Kugeln verdoppelt haben. Mit Milch bepinseln, und grosszügig mit Sesam bestreuen. Form in den Ofen schieben, wenig schwaden (io: drei Stösse aus der Sprühflasche) und die Hitze gleich auf 200 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken, dann die Ofentemperatur auf 180 Grad drosseln und weitere 20 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

    Sonntag, 22. April 2018

    Gomfibraunies



    Im Kühlschrank finden sich ab und zu halbleere Gläser mit selbst gemachter Konfitüre und/oder Gelée, die unabsichtlich immer weiter nach hinten gewandert und so aus dem Blickfeld verschwunden sind. Diese Braunies sind eine wunderbare Möglichkeit, solche Reste in ein köstliches Dessert zu verwandeln. Ihr Name setzt sich übrigens zusammen aus dem mundartlichen "Gomfi" (siehe Schweizerisches Idiotikon) und der amüsanten eingedeutschten Schreibweise von "Brownies".


    Für eine runde Tarteform (24cm) oder eine viereckige Brownieform (20 x 20 cm):

    • 200 gr dunkle Schokolade, mind. 50%
    • 100 gr Butter
    • 3 Eier Grösse L
    • 140 gr Zucker
    • 20 gr Kakao
    • 1 grosszügige Prise Salz
    • 120 gr Konfitüre, Gelée oder Marmelade, glatt gerührt (io: Holundergelée)
    • 120 gr Mehl
    • gehäufter 1/4 Tl Backpulver
    • 2 El angerösteter Sesam (optional)

    Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Die Form mit Backpapier auslegen. Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen, glatt rühren. Zur Seite stellen. Eier mit Zucker, Kakao und Salz klümpchenfrei verquirlen, dann die Konfitüre unterrühren. Mehl und Backpulver in die Schüssel geben, kurz untermischen. Geschmolzene Schokolade einrühren. Nur so lange vermischen, bis der Teig gerade homogen ist. In die vorbereitete Form giessen, mit dem Sesam bestreuen. In den Ofen verfrachten und 30-35 Minuten backen, bis auch die Mitte aufgegangen ist. Auf ein Kuchengitter stellen, in der Form auskühlen lassen und zimmerwarm servieren. Die Braunies halten sich, gut eingepackt & kühl gelagert, etwa eine Woche.

    Sonntag, 8. April 2018

    Everything Digestiv Kekse



    Kennt ihr das auch, wenn ihr zwar Lust auf irgendetwas zum Knabbern habt, euch aber nicht zwischen süss und salzig entscheiden könnt? Hilfe naht in Form von Everything Digestiv Keksen, die nicht nur beides in sich vereinen, sondern auch noch durch das Everything Gomasio das je ne sais quoi erhalten. Herr C., kein Freund von solchen "Spielereien", bevorzugt die mürben Kekse ohne Zucker, dafür mit erhöhter Salzmenge. Schnell die Gartenmöbel auspacken, den Vinho Verde aus dem Kühlschrank holen und der Sommer kann beginnen.


    Für 28 Kekse:

    • 4 El Everything Gomasio
    • 125 gr Gerstenflocken
    • 125 gr Gerstengraupen, fein gemahlen
    • 40 gr brauner Rohrzucker
    • 1 Tl Weinsteinbackpulver
    • 1/4 Tl feines Meersalz
    • 125 gr Butter, kühlschrankkalt 
    • ca. 80 gr kalte Milch

    Ofen auf 200 Grad vorheizen, Backblech mit einem Backpapier belegen. Gomasio im Mixer fein zerkleinern. In eine Rührschüssel umfüllen. Gerstenflocken in den Mixer geben und ebenfalls fein zerhacken. Zum Gomasio in die Schüssel schütten, restliche Zutaten bis und mit Salz unterrühren. Butter in kleine Würfel zerteilen und zu den trockenen Zutaten in die Schüssel geben. Kurz durchrühren, danach mit einem Pastry Blender/zwei Messern/den Fingern zu einer feinkrümeligen Masse verarbeiten. Der Teig sollte am Schluss aussehen wie feuchter Sand. Milch esslöffelweise unterrühren und nur soviel verwenden, bis der Teig gerade zusammenhält. Er sollte leicht formbar sein und nicht kleben. Mit den Händen zu einer etwa 20 cm langen Rolle mit etwa 5 cm Durchmesser formen. Auf der Arbeitsfläche gleichmässig rund rollen und die Enden begradigen. Die Rolle vierteln und jedes Viertel in sieben Scheiben (ca. 7 mm dick) schneiden. Scheiben evt. nachformen, mit ein wenig Abstand auf dem vorbereiteten Blech verteilen. Auf der mittleren Schiene einschieben und ca. 20-25 Minuten backen, bis die Kekse unten und oben nett gebräunt sind. Auf einem Gitter auskühlen lassen und in einer dicht schliessenden Blechdose maximal 3 Wochen aufbewahren.

    Anmerkung: Mit Gerstenflocken werden die Kekse ziemlich crunchy. Wer das nicht mag, greift zu blütenzarten Haferflocken. Die Graupen können durch Gerste (z.B. von Vanadis) oder fertiges Gerstenmehl ersetzt werden. 

    Sonntag, 25. März 2018

    Everything Gomasio (I did it myyyy waaaayyyyyyy.....)

      

    Everything Bagel = Bagel mit einem Topping aus Sesam, Mohn, Zwiebeln, Knoblauch und Salzflocken.
    Everything Seasoning = Fixfertige Mischung aus den oben aufgezählten Zutaten (ohne Bagel).
    Gomasio = Japanisches Sesamsalz, besteht durchschnittlich aus 90% Sesam und 10% Salz.
    Everything Gomasio = Ein fröhlicher Mischmasch, ganz nach Lust und Laune zusammengewürfelt. 
    Verwendung: Einfach über Salate, Suppen, Butterbrot, gedämpftes Gemüse, gekochte Eier u.v.a.m. streuen.


    Für ein kleines Gläschen:

    • 5 El heller Sesam
    • 1 El schwarzer Sesam
    • 1 grosszügige Prise Fenchelsamen
    • 1 Prise Kümmelsamen
    • 1 Prise Ajowan, unzerkleinert
    • 1 Tl Rauch- oder Meersalzflocken (io: Falksalt Smoke)
    • 1 El getrocknete Zwiebelstückchen

    Alle Zutaten bis und mit Salz in kleine Pfanne geben, auf mittlerer Stufe rösten. Die Pfanne immer wieder rütteln und schütteln, damit nichts anbrennt. Nach etwa 5 Minuten sollten die Sesamsamen eine hellbraune Farbe angenommen haben, gut duften und anfangen zu springen. Dann die Pfanne vom Herd nehmen und die Zwiebelstücke unterrühren. Die Restwärme reicht aus, um den weissen Stückchen eine hellbraune Farbe zu verleihen. Dadurch verschwindet der rohe Geschmack, und die Röstzwiebelnote harmoniert perfekt mit dem nussigen Sesam. Die Mischung auf einen Teller schütten und vollständig auskühlen lassen. Danach in eine geeignete Mühle umfüllen, den Rest in einem dicht schliessenden Glas kühl und dunkel aufbewahren. Variante: Die gewünschte Menge vorzu frisch im Suribachi oder Mörser zerstossen. Ich rate davon ab, die gesamte Menge auf einmal zu zerkleinern, weil das freigesetzte Sesamöl schnell ranzig wird. Falls es doch sein muss, das Gomasio während der warmen Jahreszeit unbedingt im Kühlschrank aufbewahren und zackig verbrauchen.

    Natürlich kann die Mischung endlos variiert werden, z.B. mit Algenflocken, Brennnesselsamen, Bärlauchsalz, Kurkuma, Dillsamen, Zimt, Liebstöckelsamen, Knoblauchgranulat, getrockneten Schnittlauchröllchen, Leinsamen, Currypulver, Mohn, Kreuzkümmel, Hanfsamen, Koriander, Zitrusschalen, Hefeflocken, Nigella, Chiliflocken, Lapsang Souchong, Kokosflocken, Sumach oder was euch sonst noch so alles in den Sinn kommt.

    Montag, 30. Oktober 2017

    Gehackte Fledermäuse in Kuchenform



    Kaum zurück aus den Ferien, hält mich ein Schnupper-GA auf Trab, was eine sträfliche Vernachlässigung von Haushalt, Garten und Blog zur Folge hat. Vorausschauend, wie ich nun einmal bin, habe ich den Fledermauskuchen deshalb schon vor unserer Abreise gebacken, fotografiert und mit Genuss verspeist. Über mehrere Tage hinweg verteilt, natürlich. Am ersten Tag gab es eine Hälfte und am nächsten Tag den Rest. Ähem.... Happy Halloween y'all!


    Für eine Wähenform mit 24 cm Durchmesser:

    • 100 gr sehr weiche Butter oder Alsan
    • 80 gr schwarzes Sesammus
    • 125 gr Zucker
    • 1 Prise Salz
    • 1 Tl Mandarinenschalenpulver 
    • je 1/4 Tl Vanille- und Zimtpulver
    • 200 gr Mehl
    • 1/8 Tl Weinsteinbackpulver
    • 6 (oder auch mehr) Zuckergussglubscher

    Alle Zutaten der Reihe nach in einer Rührschüssel mit einem Kochlöffel vermischen. Kurz mit den Händen in der Schüssel verkneten, bis der Teig gerade so zusammenhält. Die Konsistenz ähnelt eher nassem Sand als einem Mürbeteig, aber keine Panik, des g'hört so. Schüssel abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag den Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Backpapier passend zuschneiden und die Backform damit auslegen. Teig aus dem Kühlschrank holen und mit den Händen portionsweise grob in der Form zerbröseln. Am Schluss ganz leicht zusammendrücken. In den Ofen stellen und etwa 35 Minuten backen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist. Aus dem Backrohr holen und 15 Minuten in der Form abkühlen lassen. Danach mit dem Backpapier auf ein Kuchengitter heben und vollständig auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit den Augen verzieren. In kleine Stücke zerschneiden oder brechen.

    Dienstag, 9. Mai 2017

    Vier-Jucharten-Brot



    Beim Aus- und Umräumen des Vorratsschrankes fanden sich einige, teilweise lächerlich geringe, Restbestände. Um Platz zu schaffen, und damit die Gläser/Vorratsgefässe bald geleert werden, stehen sie jetzt auf dem Schränkchen neben der Küchenmaschine. 

                                         

    Sieht zwar etwas unordentlich aus, aber die Reste verschwinden so nach und nach, weil sich kleine Mengen Flocken, Körner, Trockenfrüchte etc. gut in Brotteigen verstecken lassen. Nur dumm, dass dieses Brot so köstlich ist, und ich die geleerten Gläser aus diesem Grund bald wieder mit frischen Leinsamen, Roggenflocken und Weizenkörnern füllen werde...


    Quellstück:
    • 30 gr Sesam
    • 30 gr Leinsamen
    • 30 gr Gerstenflocken
    • 30 gr Roggenflocken
    • 120 gr kaltes Wasser
    • 5 gr Salz

    Sesam in einer kleinen Pfanne oder unter dem Grill kurz anrösten, bis er fein duftet. Die Leinsamen zugeben und mitrösten, bis sie zu springen beginnen. Zusammen mit den übrigen Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren, abdecken und 12 Stunden bei Zimmertemperatur einweichen lassen.


    Autolyse:
    • 125 gr fein gemahlener Weizen 
    • 100 gr lauwarmes Wasser

    In die Schüssel der Küchenmaschine geben, kurz verkneten, abdecken und 30 Minuten ruhen lassen.


    Teig:
    • 240 gr Weizenmehl Typ 550
    • 45 gr helles Emmermehl
    • 5 gr Chia
    • 8 gr frische Hefe
    • 120 gr lauwarme Milch
    • 25 gr Birnel oder flüssiger Honig
    • 20 gr Rapsöl
    • 3 gr Salz

    Eine 30 cm lange Kuchen- oder Brotbackform mit Backpapier auskleiden. Das Quellstück und alle restlichen Zutaten zu dem eingeweichten Weizenmehl in die Rührschüssel geben. Zwölf Minuten auf Stufe 1, danach 5 Minuten auf Stufe 2 kneten lassen, bis der Teig nicht mehr an Schüssel klebt. Auf einer eingeölten Fläche falten, zurück in die Schüssel legen. Abdecken und 4-5 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. Ofen auf 240 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Arbeitsfläche mit Ruchmehl bestäuben. Den Teig in vier gleich grosse Stücke teilen. Zu Kugeln schleifen, in die vorbereitete Form legen, mit ein wenig Mehl bestäuben, abdecken und ca. 50 Minuten aufgehen lassen, bis der Teig etwa fingerbreit über den Rand schaut. Mit einem scharfen Messer schräg etwa 2 cm tief einschneiden (wie bei einem Tessinerbrot). In den Ofen stellen, kräftig schwaden und die Hitze danach auf 210 Grad reduzieren. 10 Minuten anbacken. Dann auf 190 Grad runterdrehen und weitere 30 Minuten backen. Aus der Form nehmen und noch 5-10 Minuten nachbacken. Gesamtbackzeit: 45-50 Minuten. 

    Mittwoch, 13. Juli 2016

    Schwarzes Sesam-Amaranth-Brot aus dem Topf



    Vor ziemlich genau zwei Jahren hat der Brotdoc eine Anleitung für Deluxe-Sesambrötchen veröffentlicht. Und seit ziemlich genau zwei Jahren backe ich immer wieder Brote, die auf diesem Rezept basieren. Es ist ideal, um Reste von Nuss- und Samenmus aufzubrauchen. So entstand beispielsweise ein Brot mit hellem Tahini und Erdmandelflocken. Ein anderes vereinte Haselnussmus, Haselnüsse und Rosinen. Die Kombination aus Mandelmus, gerösteten Mandelblättchen und Oliven hat uns ebenfalls gut gemundet. 


    Dieses Mal wollte ich einen Versuch mit einer kleinen Menge selbst gemahlenem Amaranth wagen. Als Partner fand sich schwarzes Sesammus, welches schon vor Wochen Geburtstag gefeiert hat. Herr C. war zunächst wegen der ungewohnten Färbung ein wenig skeptisch, doch nach zwei Probebissen befand er die Kombination als äusserst gelungen. Wo er recht hat, hat er recht.


    Für ein Brot:

    • 50 gr Weizen-ASG
    • 460 gr Weizenmehl Typ 550
    • 40 gr Amaranth, fein gemahlen 
    • 40 gr schwarzes Sesammus
    • 25 gr Honig
    • 5 gr frische Hefe
    • 325 gr Wasser 
    • 9 gr Salz

    Alle Zutaten in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 10 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen, dann weitere 3 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Schüssel abdecken und den Teig etwa 4 Stunden bei Zimmertemperatur, oder über Nacht/ca. 12 Stunden an einem kühlen Ort (z. B. im Keller) aufgehen lassen. Einen Gärkorb mit einem Tuch auskleiden und/oder mit reichlich Ruchmehl bestreuen. Arbeitsfläche ebenfalls bemehlen, Teigschaber befeuchten und den Teig damit aus Schüssel heben. Mit bemehlten Händen vorsichtig auseinanderziehen, bis er etwa den Durchmesser einer Pizza hat. Zu einem länglichen Laib formen und mit dem Schluss nach oben in das vorbereitete Gärkörbchen setzen. Abdecken und 40-60 Minuten aufgehen lassen, bis er sich um ca. 70% vergrössert hat. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte von Le Creuset) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 250 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel wegnehmen. Teig vorsichtig schräg hineinkippen, so dass das Gärtuch gut weggezogen werden kann. Schnell einschneiden, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 15 Minuten bei 250 Grad, dann 30 Minuten bei 220 Grad backen. Den Deckel entfernen, Gitter auf die unterste Schiene versetzen und noch 10 Minuten nachbacken. Vorsichtig aus dem Topf heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. 


    Sonntag, 22. Mai 2016

    Körnlibrot mit Farina Bona aus dem Topf



    Was passiert, wenn trotz Heidelbeer-Tarte mit Farina Bona noch ein Rest Maismehl übrig ist?
    Frau kreiert ein Brotrezept.
    Total logisch, oder? 


    Und damit es auf dem Teller nicht langweilig wird, wanderten gleich noch ein paar Körnli mit in den Teig. Ergebnis: Knusprige Kruste, saftig-würziges Innenleben und ein Lob von Herrn C., der gleich nach dem Anschneiden drei Scheiben wegputzte.


    Für ein Brot:

    • 20 gr Sesam
    • 20 gr goldene Leinsamen
    • 1 El schwarze Mohnsamen
    • 1 El Brennesselsamen
    • 75 gr Farina bona
    • 215 gr kaltes Wasser

    Sesam in einer kleinen Pfanne anrösten, bis die Samen Farbe annehmen. Dann Leinsamen, Mohn, und Brennesselsamen in die Pfanne geben und eine Minute mitrösten, bis die Mischung gut duftet. Auf einem Teller ein paar Minuten abkühlen lassen. Unterdessen Farina Bona mit dem Wasser in der Rührschüssel der Küchenmaschine klümpchenfrei verrühren. Körnli untermischen und eine Stunde abgedeckt quellen lassen.

    • 325 gr Weizenmehl Typ 405
    • 20 gr Waldhonig
    • 4 gr frische Hefe
    • 110 gr kaltes Wasser
    • 8 gr Salz
    • 20 gr Butter

    Alle Zutaten bis und mit Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 7 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen, dann die Butterflöckchen zugeben und weitere 7 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Schüssel abdecken und den Teig über Nacht/12 Stunden bei kühler Zimmertemperatur (ca. 15 Grad) gehen lassen. Am nächsten Tag einen Gärkorb mit einem Tuch auskleiden und mit reichlich Ruchmehl bestreuen. Arbeitsfläche ebenfalls bemehlen, Teigschaber befeuchten und den Teig damit aus Schüssel heben. Mit bemehlten Händen vorsichtig auseinanderziehen, bis er etwa den Durchmesser einer Pizza hat. Zu einem länglichen Laib formen und mit dem Schluss nach oben in das vorbereitete Gärkörbchen setzen. Abdecken und 40-60 Minuten aufgehen lassen. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte von Le Creuset) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 250 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel wegnehmen. Teig vorsichtig schräg hineinkippen, so dass das Gärtuch gut weggezogen werden kann. Schnell einschneiden, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 10 Minuten bei 250 Grad, dann 30 Minuten bei 220 Grad backen. Den Deckel wegnehmen, Gitter auf die unterste Schiene versetzen und das Brot noch 5 Minuten nachbacken. Vorsichtig aus dem Topf heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. 

    Sonntag, 22. November 2015

    Everything Bagels



    Schneeregen am Sonntag? 
    Passender Stimmungsaufheller: Ein Bagel
    Passender Belag: Frischkäse, Räucherlachs und gehackte Frühlingszwiebeln
    Passender Sound: New York State of Mind von Billy Joel
    Passende Location: Sofa & eine dicke Decke 
    In diesem Sinne: Enjoy the day



    Für 9 Bagels:

    • 350 gr Weizenmehl Typ 550
    • 170 gr Ruchmehl
    • 30 gr helles Roggenmehl
    • 10 gr frische Hefe
    • 350 gr knapp lauwarmes Wasser
    • 20 gr Kokosblütenzucker (z.B. von Madal Bal)
    • 8 gr Salz
    • 3 El Melasse, z.B. Trauben- oder Maulbeermelasse (ich: Tannenlatwerge)

    Alle Zutaten bis und mit Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben und 5 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen. Dann 8 Minuten auf Stufe 2, bis sich der Teig vollständig von Schüssel gelöst hat. Schüssel abdecken und den Teig 2-3 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Teig aus der Schüssel nehmen und in 9 etwa 100 gr schwere Stücke zerteilen. Fünf Minuten entspannen lassen, dann zu runden Weggli wirken. Auf ein eingeöltes Backpapier setzten, mit eingeölter Folie abdecken und bei Zimmertemperatur (oder im Ofen mit eingeschalteter Lampe) ca. 30 Minuten gehen lassen, bis sie sich um etwa 70% vergrössert haben. Folie wegnehmen, mit einem Kochlöffelstiel die Mitte durchstechen und mit eingeölten Fingern zu einem Loch mit etwa 5 cm Durchmesser ausdehnen.


    Everything-Topping:
    • 5 El heller Sesam
    • 2 El Mohn oder schwarzer Sesam
    • 1 Tl grobes, graues Meersalz
    • je 1/2 Tl Zwiebelflocken, Knoblauchflocken, Fenchel- und/oder Kümmelsamen (optional)

    Während die Teiglinge aufgehen, alle Zutaten für das Topping in einem kleinen Suppenteller verrühren, den Ofen auf 240 Grad vorheizen und in einem mittelgrossen Topf (1,5 Liter Fassungsvermögen) einen Liter Wasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, die Melasse einrühren. Aufgegangene Bagels einzeln in den Topf geben, pro Seite 20 Sekunden schwimmen lassen und mit einem Schaumlöffel herausfischen. Zuerst auf Küchenpapier absetzen, danach mit der Oberseite in die Everything-Mischung legen. Auf dem mit Backpapier belegten Blech platzieren und diesen Vorgang wiederholen, bis alle Bagels gebadet und dekoriert sind. Auf der mittleren Schiene einschieben, kräftig schwaden und bei 210 Grad etwa 20-25 Minuten backen, bis die Bagels schön aufgegangen und gebräunt sind. Noch am gleichen Tag geniessen oder direkt nach dem Auskühlen einfrieren. 


    Sonntag, 10. August 2014

    Sesam-Erdnuss-Karotten aus dem Ofen



    Meine Damen und Herren, bitte bleiben sie am Apparat, denn jetzt folgt der zweite Teil der beliebten Serie "Karottenverwertung für Fortgeschrittene". Zur Vorspeise gab es ja schon den Rüeblisalat mit Almonnaise und als Hauptgericht folgen die gebackenen Sesam-Erdnuss-Karotten. Ich mag am liebsten einen gemischten Salat dazu, aber sie passen auch als Beilage zu Pilaw, Gerstotto oder afrikanischen Gerichten.


    Für 2-4 Personen:

    • 500 gr Karotten
    • 2 El Sesammus 
    • 1 El Erdnussbutter
    • 1 Tl Rapsöl
    • 1-2 Tl Akazienhonig oder Agavendicksaft
    • (Kräuter)Salz, geräuchertes Paprikapulver, frisch gemörserter Kreuzkümmel

    Ofen auf 200 Grad vorheizen. Karotten gründlich waschen oder schälen und schräg in fingerdicke Scheiben schneiden. Tahini, Erdnussbutter, Öl und Honig in einem Schüsselchen verrühren und kräftig würzen. Karottenstücke einige Minuten dämpfen oder etwa drei Minuten in reichlich Salzwasser kochen, bis sie halbwegs gar sind. Abschütten, kurz mit kaltem Wasser überbrausen, gut abtropfen lassen und noch lauwarm mit der Sesamsauce vermischen. Backblech mit einem Backpapier belegen und die Stücke einzeln mit einem Löffel darauf verteilen. Blech auf der mittleren Schiene einschieben und 10-12 Minuten backen, bis die Kruste hellbraun und das Gemüse durchgegart ist. Heiss oder lauwarm servieren. Nur mit Salat reicht die Menge für zwei hungrige Leute, mit Getreide oder anderen Beilagen auch für vier Esser.


    Freitag, 27. April 2012

    Zakkoku Mai - Reis mit Körnern und Saaten



    "Zakkoku" könnte man etwa so übersetzen: Gemischte Körner und Saaten. In Japan sind diverse Zakkoku-Sorten von verschiedenen Herstellern erhältlich. Bestandteile sind zum Beispiel schwarzer und weisser Sesam, Adzuki-Bohnen, Hirse, Amaranth, Roggen, Quinoa, brauner Reis, Hiobstränen und/oder Gerste. Pro Tasse Reis werden ein oder zwei Esslöffel Zakkoku mitgekocht. Easy peasy. Leider kenne ich keine Bezugsquellen für original japanische Fertigmischungen, Hinweise werden aber gerne entgegen genommen. Einfachste Lösung: DIY. Dabei kann man ganz nach Lust und Laune vorgehen. Erlaubt ist, was schmeckt. Hier, hier und hier findet man mehr Infos zu diesem Thema.

    Mein bevorzugtes Zakkoku :

    • 1 Tl weisser Sesam
    • 1 Tl schwarzer Sesam
    • 1 Tl Mohn
    • 1 Tl Bulgur
    • 1 Tl kernige Haferflocken

      Mischen und sofort verwenden oder in ein luftdichtes Gefäss füllen und maximal 3 Monate aufbewahren.



      Zakkoku Mai kann mit jeder beliebigen Reissorte gekocht werden. Traditionell wäre natürlich japanischer Rundkornreis (Sushireis). Wie man japanischen Reis richtig kocht, hat z.B. Wagashi Maniac sehr ausführlich beschrieben. Ich bevorzuge Langkorn-Bruchreis, da er einiges günstiger ist. 

      Zakkoku Mai:
      • 1 Tasse Bruchreis
      • 2 Tassen Wasser
      • 1/2 Tl Salz
      • ganze Menge der obigen Zakkoku-Mischung
      Reis waschen bis das Wasser klar bleibt. In kaltem Wasser eine Stunde einweichen. Mit den zwei Tassen Wasser und Salz aufkochen. Fünf Minuten kochen lassen, Zakkoku zugeben, eine Minute mitkochen. Hitze ausschalten, Küchenpapier über den Topf legen, Deckel drauf und ein Küchentuch darüber legen. 15 Minuten ruhen lassen. Mit einer Gabel auflockern und servieren. Oder auskühlen lassen und daraus Onigiri basteln.



      Sonntag, 15. April 2012

      Kuro Goma Purin (Pudding aus schwarzem Sesam)



      Ab und zu begleite ich Herrn C. nach Zürich. Und wenn der Zeitplan es zulässt, mache ich gerne einen Abstecher zu Nishi's, einem winzigen japanischen Spezialitätenladen. Beim letzten Besuch sprang mir dieser Puddingmix ins Auge. Mitgenommen und für gut befunden. Allerdings mit einem Preis von etwas über vier Franken (etwa 3.30 Euro) ein eher teures Vergnügen. Logische Schlussfolgerung: DIY.

      Im Internet fand ich einige Rezepte mit schwarzem Sesammus als Zutat (natürlich nirgends in meiner Nähe erhältlich). Das selbst gemachte Mus wurde, warum auch immer, bei beiden Versuchen leider ungeniessbar bitter. Nach diesem Experiment kam mir dann die Idee, den Pudding mit frischem Sesam zuzubereiten. Ergebnis: Natürlich viel besser als die Fertigmischung und dazu noch wesentlich preisgünstiger. 

      Für 2-3 Portionen:

      • 40 gr schwarzer Sesam
      • 320 ml Milch
      • 20 ml Sahne
      • 20-30 gr selbst gemachter Vanillezucker
      • 1/2 Tl Agar-Agar

      Sesam mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten, gut abspülen und abtropfen lassen. Mit der Milch im Mixer so fein wie möglich pürieren und anschliessend durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel filtern. Sesammilch, Sahne, Vanillezucker und Agar-Agar in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen, dabei ständig rühren. Topf vom Herd nehmen und ein paar Minuten abkühlen lassen. Pudding in kalt ausgespülte Gläser oder Förmchen füllen und mindestens vier Stunden in den Kühlschrank stellen.

      Schnelle Variante:
      Sesam kurz rösten, auskühlen lassen und mit einem Teelöffel Zucker im Mixer fein zerkleinern. Nicht zu Mus pürieren, dieses könnte bitter werden. Sesam-Zucker-Mischung mit der Milch aufkochen, absieben und dann weiter wie oben angegeben.

      Heute sammelt Katrin von lingonsmak für die {Initiative Sonntagssüss}


      Samstag, 14. April 2012

      Schwarze & weisse Sesammilch



      Was für ein Glück! Um ein Haar wäre ich gestern unfreiwillig wieder Single gewesen. Wie das kam? Herr C. hatte über Stunden am Küchentisch gearbeitet und sich dann zwecks einer Pause ins Wohnzimmer verkrümelt. Plötzlich gab es einen unglaublich lauten Knall. In der Vorratskammer sind zwei Flaschen Cidre explodiert und die halbe Küche war mit unzähligen Scherben übersät. Einige hatten sich so tief in die Wand gebohrt, dass wir sie nicht mehr herausholen konnten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn er oder der kleine Herr C. sich noch in der Küche aufgehalten hätten.... *Scheiss Freitag der 13.*

      Nach vier Stunden Scherben einsammeln, alles abwischen, mehrmaligem Staubsaugen und Böden feucht aufwischen, waren wir beide völlig fix und foxi. Herr C. ging dann wieder aufs Sofa und ich mixte mir zwei Gläser beruhigende Sesammilch. Die Sesamkörner hatte ich am Morgen eingeweicht und in einer Ecke deponiert, die netterweise von der Explosion verschont blieb. Und was lernen wir daraus? Auch gekaufter Cidre sollte immer ausser Sichtweite, d.h. am besten im Keller, gelagert werden. Ich werde es in Zukunft beherzigen. 

      Für ein grosses Glas:

      • 35 gr weisser oder schwarzer Sesam
      • etwa 400 ml kaltes Wasser
      • 1 Tl Agavendicksaft oder auch mehr
      • 1 Prise Salz

      Sesam mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in reichlich kaltem Wasser einweichen. In ein Sieb schütten, gründlich abspülen und abtropfen lassen. Mit 400 ml kaltem Wasser im Mixer/Zerkleinerer pürieren. Durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel filtern. In ein grosses Glas geben, Agavendicksaft und Salz einrühren und nach Geschmack mit etwas mehr Wasser verdünnen. Gleich geniessen oder bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.

      Anmerkung:
      Beide Sesamsorten ergaben eine cremige Milch, geschmacklich war kein Unterschied feststellbar. Sesammilch soll durch das enthaltene Serotonin beruhigend wirken, also ein ideales Betthupferl.