Sonntag, 23. April 2017

Wildkräuter-Frittata mit Ricotta aus dem Ofen



Was den Spaniern die Tortilla, ist den Italienern die Frittata. Beides wird normalerweise in einer Pfanne zubereitet, aber ich verfrachte die südländische Eierspeise viel lieber in den Ofen. Kein Anbrennen, kein Kondenswasserproblem und mehr als genug Zeit, um einen Beilagensalat samt Sauce zusammenzumischen.


Passend zur Jahreszeit, gab es vor ein paar Tagen eine Wildkräuter-Frittata aus Spinat, Brennnesselspitzen, Giersch, Gänseblümchen, einer grossen Hand voll Petersilienblättern, ein bisschen Basilikum, wenig Minze, drei Maggikrautblättern und einem Esslöffel Dill (getrocknete Vorjahresernte). Der Salat dazu bestand aus Tomaten mit Orangendressing und Schnittlauchblüten, von denen ich im Moment nicht genug bekommen kann. Frittatareste werten übrigens als kleckerfreier Sandwichbelag jede Frühstücks- und Lunchbox auf.


Für 4 Personen:

  • 1 grosse Salatschüssel voll Grünzeug und Wildkräuter
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 250 gr Ricotta
  • 3 Eier Grösse XL
  • 250 gr Milch oder Sahne
  • 1/4 Tl Sumach
  • etwas Limetten- oder Zitronenabrieb
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
  • ein Knubbel weiche Butter

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Eine backofenfeste Form (20 x 30 cm) grosszügig ausbuttern und zur Seite stellen. Spinat, Brennnesseln, Giersch und Maggikraut putzen und gründlich abbrausen (evt. vorher einweichen, wenn sie stark verschmutzt sind). Einen Topf kurz leer erhitzen, tropfnasses Grünzeug reingeben, Deckel auflegen und zusammenfallen lassen. Grünzeug in ein Sieb geben, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, kräftig ausdrücken und dann fein hacken. Restliche Kräuter ebenfalls putzen und fein hacken. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Ricotta mit den Eiern verquirlen, Milch zugiessen und weiterrühren, bis die Masse glatt ist. Kräftig mit Sumach, Zitrusabrieb, Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Grünzeug unter die Eiermischung rühren und in die Form füllen. Etwa 40 Minuten backen, bis die Mitte leicht aufgegangen ist und die Ränder sanft gebräunt sind. Heiss oder zimmerwarm servieren.

Donnerstag, 20. April 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -98-



[GE]gessen
: Jakobsmuscheln mit scharfen Linsen

[GE]trunken: Prosecco morgens um 10:30h

Zuerst [GE]kocht und dann bunt ein[GE]färbt: 12 Öffs

Für den Osterbrunch [GE]backen: 
Mandeliges Honigbrot
Pao de mandioca
Saftiger Hefegugelhupf mit Rosinen
Pflaumenkuchen mit Emmermehl

[GE]wesen: In Solothurn

[GE]sehenZhao Xiao-Mei: Bach ist stärker als Mao

[GE]lesen
Villa America - Liza Klaussmann
Das abenteuerliche Leben des William Bligh - Jann M. Witt
Queen Victoria - Karina Urbach
Manhatten Transfer - John Dos Passos

[GE]freut: Schwesterherz hat mich mit einem traditionellen Weihrauchgefäss aus dem Oman überrascht. Sänks a lot, best sista!

[GE]ärgert: Se Mottenplage is back *zähneknirsch*

[GE]kauftEine neue Haarbürste aus Schweizer Buchenholz

[GE]hört: Isyankar - Mustapha Sandal feat. Gentleman

[GE]rettet: Die wohl letzten Pfingstrosenblüten vor dem bösen, bösen Frost

Samstag, 15. April 2017

Orangiger Tomatensalat mit Kräutern und Schnittlauchblüten



Obwohl im Treppenhaus noch ein Kürbis der Verwertung harrt, im Gemüsefach des Kühlschranks noch Sellerie und Karotten herumliegen und die Nachtschattengewächsesaison noch in weiter Ferne ist, gierte mein Magen nach Bruschette mit frischen Tomaten. Mit Vernunft war ihm nicht beizukommen, also gaben Hirn und Hände nach und packten ein Päckchen leuchtend rote Cherrytomaten (notabene aus einem Schweizer Gewächshaus) in den Einkaufskorb. Als ich nach Hause kam, hatte Herr C. unmittelbar vorher drei Scheiben Brot mit Käse verspeist und war verständlicherweise nicht auf ein weiteres Brotgericht erpicht. Also gab es für ihn, quasi als Dessert, Tomatensalat und für mich als Hauptgericht Tomatensalat auf geröstetem Määhbrot


Für 2-3 Personen als Beilage:

  • 500 gr aromatische Cherrytomaten
  • 2 kleine Frühlingszwiebeln
  • 1 kleine Hand voll Petersilienblätter
  • 4 Minzeblätter (vorzugsweise Nanaminze)
  • 1/4 Tl getrockneter Oregano, fein zerrieben
  • 8 Schnittlauchblüten
  • 1 Tl fein abgeriebene Schale einer Bio-Orange
  • ein paar Umdrehungen roter Kampotpfeffer aus der Mühle
  • eine grosszügige Prise Kokoszucker

Tomaten vierteln und in eine Salatschüssel geben. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Petersilie- und Minzeblätter fein hacken, Oregano zwischen den Handflächen zerbröseln. Schnittlauchblüten abzupfen und alles zusammen mit der Orangenschale unter die Tomatenstücke mischen. Mit Pfeffer und Kokoszucker würzen, nochmals vermischen und 10 Minuten ziehen lassen. Unterdessen das Dressing zubereiten. 

Salatsauce:
  • 1 El Rotweinessig
  • 2 El frisch gepresster Orangensaft
  • 2 El natives Sonnenblumenöl
  • (Kräuter)Salz

Alle Zutaten kräftig verquirlen, über den Salat giessen und nochmals 10 Minuten (mindestens!) ziehen lassen. Abschmecken und zimmerwarm servieren.


Freitag, 14. April 2017

Määhbrot



Dramatis personae:

Vater Weissbrot
Mutter Zopf
Fräulein Määh, die Tochter der beiden

Einleitung:
Das Töchterlein vereinigt die knusprige Kruste des Vaters und die wattige Krume der Mutter. Sie beweist mit ihrem milden und trotzdem komplexen Aroma, dass Milchbrote weder langweilig noch krümelig-trocken sein müssen. Eine wunderbares Brot für's Osterfrühstück, den Ostermontagsbrunch und den Rest des Jahres.


Für ein Brot:

  • 400 gr Weizenmehl Typ 550
  • 225 gr helles Emmermehl
  • 500 gr Schafmilch, knapp lauwarm (6,3% Fett)
  • 6 gr frische Hefe
  • 25 gr Honig
  • 11 gr Salz
  • 25 gr Rapsöl 

Alle Zutaten in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 8 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen, dann 8 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf der eingeölten Arbeitsfläche falten. Zurück in die Schüssel legen, mit einer Duschhaube abdecken und den Teig 12-16 Stunden an einem kühlen Ort (max. 10 Grad, z.B. Terrasse oder Kühlschrank) aufgehen lassen. Am nächsten Tag 1-2 Stunden akklimatisieren lassen. Gärkorb oder Salatschüssel mit einem Leinentuch auskleiden und mit reichlich Ruchmehl bestreuen. Arbeitsfläche ebenfalls bemehlen, Teigschaber befeuchten und den Teig damit aus Schüssel heben. Mit bemehlten Händen vorsichtig auseinanderziehen, bis er etwa den Durchmesser einer Pizza hat. Einrollen, zu einem länglichen Laib formen und mit dem Schluss nach oben in das vorbereitete Gärkörbchen setzen. Abdecken und etwa 45 Minuten aufgehen lassen, bis er sich um ca. 80% vergrössert hat. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 250 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel zur Seite legen. Teig vorsichtig schräg hineinkippen, so dass das Gärtuch gut weggezogen werden kann. Schnell einschneiden, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 25 Minuten bei 220 Grad, dann 25 Minuten bei 190 Grad backen. Deckel entfernen, Gitter auf die unterste Schiene versetzen und noch ein paar Minuten bis zum gewünschten Bräunungsgrad nachbacken. Vorsichtig aus dem Topf heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. 

Dienstag, 11. April 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -97-



[GE]gessenBei strahlendem Sonnenschein ein spätes Lachsfrühstück im Garten 

[GE]trunken: Aproz Lime & Mint (Urteil: Igittigitt)

[GE]kocht: Wildkräuterpolenta mit Giersch, Brennnesseln, Spinat und Maggikraut

[GE]backen: Herrenragoût, zwei Rhabarberkuchen & ein helles Emmermischbrot

[GE]wesen: Bei Fielmann

[GE]sehen: North by Northwest

[GE]lesenDie Adlon Verschwörung - Philip Kerr

[GE]freut: Familie Kohlmeisli brütet wieder bei uns!

[GE]freut II
Quasi vor der Haustüre eine Bezugsquelle für Mohrenpfeffer und roten Kampotpfeffer gefunden.

[GE]kauft: Eine riesige Bodenvase und ein Porzellanpistil

[GE]hört: Your Song - Elton John

[GE]lacht
Herr Schweinwoll hat im Schrebergarten 200qm zum Sünnele zur Verfügung, und legt sich ausgerechnet neben die Bodenbearbeitungsmaschine, die einen Höllenlärm macht.

Sonntag, 9. April 2017

Emmeriger Topfzopf



Brot im Topf backen kann ja (fast) jeder. Aber wie sieht es mit einem Zopf aus? Erfreulicherweise kann ich berichten: Funzt genau so gut, allerdings ist für dieses Gebäck eine längliche Cocotte (z.B. ein Gänsebräter) unabdingbar. Es sei denn, der geneigte Hobbybäcker verfügt über die Fähigkeit, einen Zopfknopf zusammenzöpfeln zu können. Dann reicht natürlich auch ein runder Topf. 


Ich bin leider nicht mit der benötigten Feinmotorik gesegnet und generell zu doof, um mit mehr als drei Strängen zurechtzukommen. Aber eigentlich ist die Formgebung sowieso egal, denn dieser Zopf ist so unglaublich aromatisch, dass spätestens nach dem zweiten Bissen die Optik überhaupt keine Rolle mehr spielt. (Gottseidank, kann ich da nur sagen).


Für einen Zopf:

  • 250 gr helles Emmermehl
  • 200 gr Weizenmehl Typ 550
  • 50 gr Ruchmehl
  • 40 gr Weizen-ASG aus dem Kühlschrank 
  • 5 gr frische Hefe
  • 145 gr warmes Wasser
  • 145 gr kühlschrankkalte Milch
  • 15 gr Honig
  • 9 gr Salz
  • 40 gr Butter, kühlschrankkalt
  • Milch oder Eiwasch zum Bepinseln

Alle Zutaten bis und mit Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 6 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen. Butterflöckchen zugeben und weitere 6 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Schüssel abdecken und den Teig über Nacht, d.h. 12-14 Stunden, an einem kühlen Ort (ca. 8-10 Grad, z.B. Terrasse oder Keller) aufgehen lassen. Am nächsten Tag 2-3 Stunden akklimatisieren lassen. Den Teig halbieren oder dritteln, grob länglich formen und 10 Minuten abgedeckt entspannen lassen. Danach zu 45 cm langen Strängen formen. Stumpfig verzöpfeln und auf ein ausreichend grosses Stück Backpapier (halber Bogen, 20 x 35 cm) setzen. Mit geölter Folie abdecken und etwa 45-60 Minuten aufgehen lassen, bis sich der Zopf um ca. 70% vergrössert hat. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte von Le Creuset) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 220 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel wegnehmen. Zopf vorsichtig mit dem Backpapier in die Form bugsieren, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 15 Minuten bei 220 Grad, dann 30 Minuten bei 190 Grad backen. Eventuell 3-5 Minuten ohne Deckel nachbräunen, falls eine dunklere Kruste gewünscht wird. Vorsichtig aus dem Topf heben, Backpapier entfernen und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. 


Mittwoch, 5. April 2017

Rhabarberkuchen mit Mascarpone-Mandel-Crème



Für's Abendessen war Herrenragoût mit Langpfeffer und Wildkräuterpolenta geplant. Mangels genügend Grünzeug auf dem Balkon, begab ich mich mit dem Schweinwoll in den Schrebergarten. Zuerst landeten ein paar Handvoll Giersch, Brennnesseln, Knoblauchsrauke und Spinat in der Papiertüte, und danach gönnte ich mir das Vergnügen der ersten Rhabarberernte des Jahres 2017. Bei uns wachsen nur alte Rhabarbersorten wie Paragon und Victoria, deren mächtige, grün-rötliche Stiele spätestens nach dem Putzen jegliche rote Färbung eingebüsst haben. Ausserdem ist der Säuregehalt höher als bei den "neuen", durchgehend rot gefärbten Sorten, die dafür oft an Geschmacksarmut leiden. Aus diesem Grund, und weil Herr C. Rhabarberkuchen gerne richtig süss mag, habe ich die Zuckermenge gegenüber dem Originalrezept ein wenig erhöht. 


Für ein grosses Wähenblech mit 30 cm Durchmesser:

  • 8 dicke Stangen grüner Rhabarber, ca. 750 gr
  • 2 Eier Grösse L
  • 125 gr Zucker
  • 150 gr Mascarpone
  • 125 gr Mandeln oder Aprikosenkerne, fein gemahlen
  • 2 El Bittermandelextrakt, hausgemacht
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 rund ausgewallter Blätterteig

Ofen auf 180 Grad vorheizen und das Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Rhabarber waschen, ggf. putzen und in 4 cm lange Stücke schneiden. Eier mit Zucker schaumig schlagen, dann die restlichen Zutaten einarbeiten. Wähenform mit dem Blätterteig samt anhaftendem Backpapier auslegen. Mascarponemasse darauf verstreichen, dann die Rhabarberstücke auf der Crème verteilen. Backen: ca. 55 Minuten, bis die Oberfläche haselnussbraun ist. Den Kuchen ab und zu drehen, falls die Bräunung zu einseitig ausfällt. 15 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form heben. Backpapier entfernen und den Kuchen vor dem Servieren vollständig auskühlen lassen.

Dienstag, 28. März 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -96-



[GE]gessen: Selleriesalat mit Knoblauchcroûtons
und danach gebackene Kürbisstücke (Crown Prince) mit Schnittlauchquark

[GE]trunken: Marokkanischer Minztee aus frischer Minze

[GE]kocht: Ein Gratin aus dem letzten Wintergemüse
(Knollensellerie, Pastinaken, Lauch, Kartoffeln)

[GE]backen: 
Viamala Brot nach einem Rezept der Wildbakers. 
Ergebnis: Trotz Reduzierung der Wassermenge um 10% löste sich die Kruste beim Backen von der viel zu feuchten Krume. Ursache war wohl der hohe Anteil an geröstetem Mehl. Auch geschmacklich konnte das Brot leider nicht überzeugen.

[GE]wesen: Am Sonntag auf dem ersten Freiluftflohmarkt des Jahres

 [GE]sehen: La femme et le TGV mit Jane Birkin

[GE]lesenKatharina die Grosse - Vincent Cronin

[GE]freut: Der Malabarspinat keimt nun doch noch!

[GE]ärgert: Wieder einmal über den verblödeten Beamten, 
der uns das Leben schon letztes Jahr erheblich erschwert hat.

Auf dem Flohmi [GE]kauft: Eine nigelnagelneue Pieform von Berghoff, zwei Eierkoch(er?) aus Glas und ein Scrabble mit Holzspielsteinen.

[GE]hört: Everytime - The Flames

[GE]schenkt bekommen:
Einen grossen Bund frisch geschnittene Äste für einen Osterbaum

Sonntag, 26. März 2017

Mandel-Milch-Jelly ohne Tütenzeug



Im Asialaden, in der Ecke mit den Instant-Pülverchen, lachten mich gestern die farbenfrohen Tütchen mit Almond-Jello-Powder aus Thailand an. Süssigkeiten gegenüber bin ich ja so gut wie nie abgeneigt, aber nachdem ich die Inhalts(kampf)stoffliste gelesen hatte, war mir der Appetit gründlich vergangen.


So viele E-Nummern auf einem Haufen sind richtig unheimlich, ganz zu schweigen von den drei zugesetzten künstlichen Aromastoffen. Natürlich geht es auch anders. Fünf Zutaten, 10 Minuten Aufwand und schon habe ich den importierten, pulverisierten Desserthorror übertrumpft. Und zwar um L-Ä-N-G-E-N! Juhui!


Für 2-3 kleine Portionen:

  • 250 gr Milch*
  • 125 gr Wasser
  • 2-3 El Zucker
  • 1/2 Tl Agar-Agar
  • 3-4 Tropfen Bittermandelöl (oder Bittermandelaroma, falls leichter erhältlich)

Alle Zutaten bis auf das Bittermandelöl in einen kleinen Topf geben und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen. Topf danach vom Herd ziehen und die gesüsste Milch 10 Minuten abkühlen lassen. Bittermandelöl einrühren und in einen kalt ausgespülten Suppenteller oder eine Tarteform giessen. Eine Stunde abkühlen lassen, dann mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank fest lassen. Sobald das Jelly durchgekühlt ist, in mundgerechte Stücke schneiden und mit oder ohne fruchtige Begleitung servieren. Bei mir waren es heute Orangenfilets samt Saft, aber auch Erdbeeren oder Melonen passen hervorragend dazu.
* Für eine vegane Variante Milch und Wasser durch 375 gr Mandel-, Hafer- oder Reismilch ersetzen.


Dienstag, 21. März 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -95-



[GE]gessenKarotten-Süsskartoffel-Suppe mit Orangensaft und Garam Masala

[GE]trunken: Grog gegen die Invasion der Grippeviren

[GE]kocht: Petersilienhonig

[GE]backen: Kürbiskernkuchen mit versteckten Karotten
Mosbolletjesbrot (gleichzeitig noch Randen & Kartoffeln für's Abendessen)

[GE]wesen: Übers Wochenende im Bett

 [GE]sehen: Logan: The Wolverine

[GE]lesen
Go! - Kazuki Kaneshiro
Das grosse Hercule Poirot Buch - Agatha Christie
26 Grains - Alex Hely-Hutchinson
Scraps, Wilt & Weeds: Turning Wasted Food into Plenty - Mads Refslund
The Lee Bros. Charleston Kitchen - Matt & Ted Lee

[GE]freut: Eine Lehrertasche aus Leder von Greenpeace für einen Schnäppchenpreis ergattert. Nach einer gründlichen Reinigung, kleineren Reparaturen an den Nähten und einer Behandlung mit Balliol, sieht sie gleich 10 Jahre jünger aus.

[GE]ärgert: Die Grippeviren haben mich umzingelt. Hoffentlich kann ich sie alle um die Ecke bringen, bevor sie in mir ihre Megaparty abhalten.

[GE]kauft
Rot-weisse Limabohnen, Apfelmehl, Gluten für Seitan und rotes Palmöl von Rapunzel

[GE]hört
People are people - Depeche Mode
You are in my system - Robert Palmer
Drop dead beautiful - Six was Nine

Zu meinem Held der Woche [GE]kürt:
Ünsal Arik
Er nimmt kein Blatt vor den Mund zum Thema Erdoğan und sein Präsidialreferendum.
Bravo!

Sonntag, 19. März 2017

Harmlose Kümmelweggli



Herr C. liebt Kümmelbrötchen, ich eigentlich auch. Aber die Kümmelkrümlerei, die der Herr des Hauses unweigerlich beim Genuss verursacht, treibt mich schier in den Wahnsinn. Oft finde ich noch Tage später Kümmelsamen an den unmöglichsten Orten, zum Beispiel in meinen Schuhen oder im Handschuhfach des Autos. Fragt mich bitte nicht, wie er das schafft. Ich will es gar nicht so genau wissen. Um der Sauerei Einhalt zu gebieten, backe ich neuerdings Kümmelbrötchen nur noch ohne Kümmeldekoration. Seither verläuft das Frühstück viel entspannter, der Innenraum des Autos sieht gepflegter aus und es finden sich auch keine Kümmelsamen mehr in der Schublade mit dem Geschenkpapier....


Für 20 Weggli:

  • 280 gr Weizenmehl Typ 550
  • 250 gr knapp lauwarmes Wasser
  • 10 gr Hefe

Alles zu einem Vorteig mischen. Schüssel abdecken und bei Zimmertemperatur 2-3 Stunden aufgehen lassen.

  • 200 gr Weizenmehl Typ 550
  • 200 gr Weizenmehl Typ 405
  • 30 gr Ruchmehl
  • 17 gr Malzmehl
  • 14 gr Salz
  • 1 El Kümmelsamen, leicht angequetscht
  • 250 gr Milch, kühlschrankkalt
  • 100 gr Butter, kühlschrankkalt 
  • Optional: 1 kleines Ei, mit etwas Milch verklopft & massig Kümmel

Alle Zutaten bis und mit Milch zugeben, in der Küchenmaschine auf niedrigster Stufe 8 Minuten kneten lassen. Dann die Butter in Flöckchen zerteilen und portionsweise zugeben. Die Küchenmaschine weitere 8 Minuten auf mittlerer Stufe laufen lassen, bis der Teig nicht mehr an der Schüssel klebt und sich seidig anfühlt. Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und den Teig an einem kühlen Ort 12-14 Stunden aufgehen lassen (ca. 5 Grad, Kühlschrank oder Terrasse). Danach eine Stunde bei Zimmertemperatur akklimatisieren lassen. Teig auf einer dünn bemehlten Arbeitsfläche zu einem Quadrat (ca. 40 x 40 cm) ausrollen. In 20 Stücke schneiden. Die Weggli mit möglichst viel Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backbleche legen. Mit geölter Frischhaltefolie abdecken und etwa 40 Minuten aufgehen lassen, bis sich das Volumen fast verdoppelt hat. Unterdessen den Ofen auf 250 Grad vorheizen. Falls gewünscht, die Oberseite mit Eiwasch bestreichen, mit reichlich Kümmel bestreuen und leicht andrücken. Anschliessend auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Schwaden, Hitze auf 210 Grad reduzieren und 20-22 Minuten backen, bis die Weggli goldbraun sind. Auf einem Gitter auskühlen lassen, frisch servieren oder umgehend einfrieren. 

Donnerstag, 16. März 2017

Torta dei Benedettini



In den letzten Wochen wurden Kochen, Backen und Bloggen zur Nebensache degradiert. Das wird auch noch ein Weilchen der Status quo bleiben, denn momentan verbringen wir jede freie Minute im Schrebergarten. Beete umstechen, Kompost ausbringen, aufräumen, umgestalten, zurückschneiden, auslichten et cetera pp. Und zu Hause geht es gleich weiter: Im Büro stehen dutzende Anzuchttöpfchen, die gehätschelt und gepflegt werden möchten (dieses Wochenende kommen noch weitere mit Salat und anderem Grünzeug dazu), die Terrassenbepflanzung wird peu à peu auf Vordermann gebracht, die Dahlien im Keller treiben schon munter aus und müssen noch geteilt werden... Gegessen wird irgendwann zwischendurch, oft ein belegtes Brot mit Salat oder G'schwellti mit Käse und Kräuterquark. Alles nicht besonders originell oder fotogen, aber im Archiv habe ich noch einen Kuchen gefunden, der mehr hermacht. Er sieht zwar auch nicht wie ein Supermodel(gebäck) aus, aber der Geschmack ist erste Sahne. Bitte den Zuckeranteil nicht reduzieren, denn die Orangenschale enthält reichlich Bitterstoffe, die sonst zu stark hervorstechen würden.


Für eine kleine Tarteform (20 x 15 cm):

  • 1 kleine Bio-Orange (vorzugsweise demeter, ca. 160 gr)
  • 1 Ei Grösse XL
  • 100 gr Zucker
  • 1 Prise Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 45 gr Raps- oder sehr mildes Olivenöl
  • 120 gr geschälte Mandeln oder Mandelblättchen, fein gemahlen
  • 2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 45 gr Mehl

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Form einbuttern oder mit Backpapier auslegen. Orange unter fliessendem Wasser gründlich abschrubben. Achteln und die Kerne entfernen. Orangenstücke im Mixer/Zerkleinerer zu einem glatten Brei pürieren. In einer Rührschüssel Ei, Zucker, Vanillepulver und Salz eine Minute mit dem Handrührer auf höchster Stufe aufschlagen. Öl etwa 30 Sekunden lang untermischen, dann die gemahlenen Mandeln und zuletzt Mehl und Backpulver. In die vorbereitete Form umfüllen, glatt streichen und ab damit in den Ofen. 30 Minuten backen, dann auf die unterste Schiene versetzen und die Temperatur auf 170 Grad senken. Weitere 5-10 Minuten backen, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Hält sich, gut verpackt und kühl gelagert, bis zu einer Woche (und wird mit jedem Tag aromatischer). Quelle: Ricercar

Montag, 13. März 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -94-




[GE]gessenMarktsuppe mit Wintergemüse, Shiitake und Garam Masala

[GE]trunken: Mate-Mandarinen-Tee

Im Ofen [GE]schmort: Kalbsschwanz à la maison

[GE]backen: 
Trumpelwaije (aka nicht formstabile Fastenwähen)
Karottenbrot mit Za'atar

[GE]wesen: In Aarau und Olten

 [GE]sehen: Kinomarathon statt Fasnacht!
Vermeer & The Founder & Hidden Figures & Arrival & Dr. Strange

[GE]lesen
Zwischen den Meeren - Sarah Moss
Pørridge - Anni Kravi
Rose Water & Orange Blossoms - Maureen Abood

[GE]freut: Dass Herr C. die Basler Fasnacht in vollen Zügen geniessen konnte. 
(Und ihr dürft jetzt raten, welcher der Herren auf dem Foto mein Lieblingsfasnächtler ist).

[GE]ärgert: Beinahe täglich über Bus- und Tramchauffeure. 
Sie sehen, dass Passagiere zu ihren Fahrzeugen eilen und fahren trotzdem einfach ab. Besonders mühsam ist es an Sonntagen, wenn man 15 Minuten (oder auch einiges länger) auf das nächste Tram bzw. den nächsten Bus warten darf.

Im Brocki [GE]kauft: Vier Tassen und fünf Untertassen aus den 60ern von Rössler(2 x zitronengelb, 1 x lindgrün und 2 x babyblau) und eine coole Kanne aus den 70ern.

[GE]hört: Bitter Earth - Andrew Strong

Um[GE]baut: Den vorderen Teil des Büros.
Nun ist es für die nächsten zwei Monate mein Anzuchtzimmer
aka Se Gärtnerei.

Sonntag, 12. März 2017

Tarte Tatin mit Emmermürbteig und Kokoskaramel



Tarte Tatin wird heute vorwiegend mit (gekauftem) Blätterteig zubereitet. Viel reizvoller ist aber die Variante mit Mürbteig, die den kleinen Mehraufwand allemal lohnt. Am liebsten verwende ich dafür Emmer- oder Dinkelmehl, die einen besonders mürben Deckel bzw. Boden ergeben. Rum ist nicht zwingend notwendig, aber ein bisschen Spass Alkohol kann nie schaden.


Kokoszucker süsst nicht so stark wie normaler Haushaltszucker und ist, meiner Meinung nach, die perfekte Wahl für diesen Kuchen. Durch die Prise Salz wird die Karamelschicht noch aromatischer und am Ende bleibt nur eine Frage offen: Warum backe ich nicht jede Woche eine Tarte Tatin?


Für eine eher kleine Tarte Tatin aus einer gusseisernen Pfanne oder Kasserolle mit 20 cm Durchmesser:

  • 70 gr weiche Butter
  • 30 gr selbst gemachter Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 gr helles Emmer- oder Dinkelmehl
  • 1 Tl Rum
  • 1 Tl Wasser

Butter, Vanillezucker, Salz und Mehl in einer Rührschüssel mit einem Pastry Cutter (oder zwei Messern) bearbeiten, bis der Schüsselinhalt wie feuchter Sand aussieht. Rum und Wasser zugeben, zackig einarbeiten. KURZ von Hand zusammenfügen, bis der Teig gerade so zusammenhält. Schüssel abdecken und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen, damit der Teig sich leichter bearbeiten lässt. Zwischen zwei Bögen Backpapier passend ausrollen. Teigplatte mit dem Backpapier in den Kühlschrank legen, bis die Füllung aus dem Ofen kommt. 

  • 4 grosse, säuerliche Äpfel (io: Boskoop und Braeburn, insgesamt ca. 800 gr)
  • 90 gr Kokoszucker
  • 1 grosszügige Prise Salz
  • 65 gr Butter

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Äpfel schälen, in 6 Stücke zerteilen, Kerngehäuse, Stiel und Fliege entfernen. Kokoszucker, Salz und Butter in die Kasserolle/Pfanne geben und bei mittlerer Hitze caramelisieren lassen. Sobald feine Rauchwölkchen aus der Pfanne aufsteigen, die Apfelspalten dicht an dicht in der Form verteilen. In den Ofen stellen und 30 Minuten backen, bis die Früchte beginnen zusammenzufallen. Nun zuerst den Teig aus dem Kühlschrank holen und vorsichtig vom Backpapier lösen. Danach die Form aus dem Ofen nehmen und den Teigdeckel schnell auf die Äpfel legen. Den Teigrand mit einem hitzebeständigen Teigspatel oder einem Löffel vorsichtig der Formwand entlang runterdrücken. Vier Luftlöcher in den Deckel stechen und 40 Minuten backen, bis der Teig hübsch gebräunt ist und es in der Küche herrlich duftet. 15 Minuten auf einem Gitter abkühlen lassen, dann den Rand rundherum mit einem spitzen Messer vorsichtig ablösen. Beherzt auf eine Tortenplatte stürzen und sofort mit viel Schlagsahne servieren. 

Sonntag, 5. März 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -93-



[GE]gessen
Ein vietnamesisches Tintenfischgericht mit Gemüse und Zitronengras

[GE]trunken: Vivi Kola

[GE]backen: Pão de mandioca & Tarta de queso

[GE]wesen: Bei einem renommierten Coiffeur bzw. dessen Azubi. Mit der Frisur bin ich leidlich zufrieden, aber obwohl ich bei der Anmeldung und vor Ort mehrmals betont habe, dass ich nur Cut & Go wünsche, wurde mir der Preis für einen teureren Neuschnitt verrechnet.😡  

[GE]lesen
Ein wenig Leben - Hanya Yanagihara
Mythos Germania: Vision und Verbrechen - Dagmar Thorau

[GE]freut: Endlich The Essential New York Times Cookbook gebraucht zu einem Schnäppchenpreis ergattert.

[GE]ärgert: Über Leute, die meinen, sie können die Anliegen anderer Menschen monatelang ignorieren und wenn sie selbst etwas wollen, sofortige Bearbeitung und blitzschnelle Rückmeldung verlangen (inkl. Telefonterror und dreiste Drohungen). 

[GE]kauft: Dattelsirup, Mate-Tee, Şalgam Suyu (fermentierter Schwarzkarottensaft), Granatapfelmelasse und eine grosse Tüte libanesisches Za'atar 

[GE]hört: The Power of Love - Frankie goes to Hollywood

Dank dem Internet [GE]funden
Eine neuwertige Dinky D Messenger Tasche von Crumpler.
Da ich nun auch oft mit dem Schweinwoll geschäftlich unterwegs bin, brauche ich mehr Stauraum als meine heissgeliebte Marimekko bieten kann.

Neben dem Waldmeister in Balkonkisten ein[GE]pflanzt
Die im italienischen Spezialitätengeschäft erstandenen Lampascioni (Schopfige Traubenhyazinthen). Sie blühen hübsch und die Zwiebeln sind eine Delikatesse. 

[GE]lacht: Über den Warentransport im Cabrio.