Dienstag, 20. Juni 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -107-



[GE]gessen
Salat mit Taglilienknospen, Borretsch- und Kapuzinerkresseblüten

[GE]trunken: Apfel-Karotten-Schorle

Entsaftet aber noch nicht zu [GE]lée verkocht
5,5 Kilo rote Johannisbeeren = 3 Liter Saft

[GE]backen: Agege mit Teff, Auberginensalat, Kürbiswürfel mit Za'atar

[GE]wesen: Bei einem Abschiedsfest mit brasilianischem Buffet

[GE]sehen
Guru - Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard
A Cure for Wellness

[GE]lesen
Stille Wasser - Donna Leon
My Paris Kitchen - David Lebovitz

[GE]freut: Herr C. war auf Geschäftsreise und hat mir aus Holland
zwei Sorten Hagelslag, Appelstroop, Perenstroop, Speculaaskruiden und ein Tijgerbrood mitgebracht.

[GE]ärgert
Über eine Mitarbeiterin, die nur Stroh im Kopf hat.
Und das ist noch äusserst nett formuliert...

[GE]kauft
Ein Döschen Asafoetida, eine Flasche Absinth 
und das Römische Kochbuch aus dem Reclam Verlag

[GE]hört: Chet Baker nonstop während Herr C. abwesend war

[GE]lacht
Herr C.s Kommentar zu einem Fauxpas bei Trooping the Colour:
Das darfst du in England definitiv nicht machen, da wirst du direkt standesamtlich erschossen...

Sonntag, 18. Juni 2017

Fencheleistee mit Schwarzem Kardamom



Schwarzer Kardamom ist in Europa lange nicht so bekannt und beliebt wie grüner Kardamom. Kein Wunder, denn Schwarzer Kardamom ist einiges sperriger als sein laubfroschfarbener Cousin aus der Ingwerfamilie. Sein markanter Duft, der Eukalyptus, Kampfer, Grapefruit, Altbau-Estrich und Lapsang Souchong vereint, löst oft spontane Abneigung aus. Herr C. hat es beispielsweise so formuliert: Riecht wie Fishermen's Friend mit Teershampooglasur und sieht aus wie ein Rattenschrumpfkopf. Welcher deiner Feinde willst du damit foltern? Yeah... Aber lasst euch bloss nicht von dieser unqualifizierten Aussage abschrecken und greift beherzt zu, wenn ihr irgendwo Schwarzen Kardamom erspäht. Er verleiht nämlich Curries, Dhals und vielen anderen indischen Gerichten das je ne sais quoi. Sogar Desserts, Gebäck und Getränke profitieren von seinem vielschichtigen Aroma. Um sich an den speziellen Geschmack heranzutasten, empfehle ich euch diesen erfrischenden Eistee, der sich mit der Zugabe von Milch im Handumdrehen in einen exotischen Chai verwandelt.


Für 2 Personen:

  • 800 ml kaltes Wasser
  • 2 Tl Fenchelsamen
  • 2 schwarze Kardamomkapseln, angequetscht
  • 1-2 Esslöffel loser Schwarztee
  • 1 Msp Natron
  • Palmzucker
  • Zitronenlimonade oder Milch (optional, io: Gazzosa)

Wasser mit Fenchel und Kardamom in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und auf der heissen Platte 15 Minuten ziehen lassen. Nochmals aufkochen und die Teeblätter einrühren. Zur Seite ziehen und dem Tee weitere 5 Minuten Ziehzeit gönnen. Absieben, Natron einrühren, nach Geschmack süssen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Danach ein paar Stunden Zwischenhalt im Kühlschrank einplanen. Vor dem Servieren, falls gewünscht, mit Limo oder Milch verfeinern.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Mango-Kokos-Lassi am Stiel (vegan)



Wettervorhersage: 30 Grad und 10 Stunden Sonnenschein
Aktuelle Thermometeranzeige: Schwüle 29 Grad
Gefühlte Wärme: Mindestens 50 Grad
Anzahl der heute durchgeschwitzten Kleidungsstücke: 4
Massnahmen: Literweise Cold Brew Tea und Eis am Stiel, bis das TK-Fach leer ist


Für 6 lebenserhaltende Lutscher:

  • 280 gr sehr reifes Mangofruchtfleisch (von einer mittelgrossen Mango)
  • 90 gr hausgemachtes Kokosmilchjoghurt
  • Saft einer halben Limette
  • 1-2 Tl Rosenwasser
  • 1 grüne Kardamomkapsel, Körner fein zermörsert
  • 1 El Agavendicksaft oder Akazienhonig
  • 2 dünne Scheibchen frische Kurkumawurzel oder 1 Prise Kurkumapulver (optional)

Alle Zutaten in den Mixer geben und zu einem glatten Brei pürieren. In die Lutscherförmchen (io: vom blauen Schweden) giessen, Stiele hineinstecken und über Nacht in den Tiefkühler stellen. Das Eis hält sich dort locker 2-3 Wochen, überlebt bei uns aber höchstens 2-3 Tage. 


Dienstag, 13. Juni 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -106-



[GE]gessen
Zu Hause statt im Garten, da die neuen Nachbarn wieder eine Party ohne Rücksicht auf Verluste geschmissen haben. Dank dem Rhabarberblatt musste Herr C. die nervtötenden Leute nicht anschauen, als Gehörschutz taugt es aber leider nichts.

[GE]trunken: Persische Zitronenmelisselimonade (Wortwurmalarm!)

[GE]kocht: Haferflockensuppe für Herrn C., 
der gesundheitlich zwei Tage nicht so auf der Höhe war

[GE]backen: Kürbiswürfel vom allerallerletzten Olivenkürbis

[GE]wesen: Hochzeit mit anschliessendem Dinner im Schützenhaus

[GE]sehen: Na was wohl? Sherlock! 

[GE]lesen: Simple - Diane Henry
Das Leben der Marlene Dietrich - Eva Gesine Baur

[GE]freut: Über einen Präsentkorb und eine Flasche Wein als
Anerkennung für einen Sondereinsatz

[GE]ärgert: Über den Bibliotheksdööfie
Was spricht denn dagegen, kurz bei einem Kollegen oder Vorgesetzten nachzufragen, wenn man etwas nicht weiss? Eigentlich nichts, oder? Obwohl ich vier Mal um eine solche Nachfrage gebeten hatte, durfte ich zehn Minuten vor der Infostelle ausharren, weil eine Aufhebung der Ausleihbeschränkung zwecks Abholung einer Bestellung, angeblich NIEMALS möglich ist (inkl. drei Mal Bildschirm zu mir drehen und auf falsche Textstellen verweisen). Nachdem er dann e-n-d-l-i-c-h den Telefonhörer in die Hand genommen hatte, konnte er die Frage gar nicht beenden, weil der Vorgesetzte ihm blitzschnell bestätigt hat, DASS ICH VOLLKOMMEN RECHT HATTE, WEIL DAS SEIT ÜBER 10 JAHREN SO GEHANDHABT WIRD! Und natürlich erfolgte keine Entschuldigung, auch nicht gegenüber den acht Leuten, die sich wegen seiner kreuzdummen Sturheit hinter mir die Beine in den Bauch gestanden haben.
O tempora, o mores...

[GE]kauft: 12 Flaschen Hochstamm-Süssmost für den Garten

[GE]hört: Edge of Heaven - Wham!

[GE]erntet: Zwei Schälchen Felsenbirnen, eine grosse Schale Stachelbeeren, zwei grosse Schalen Johannisbeeren, ein paar gelbe Himbeeren, vier riesige Salatköpfe, Portulak, Giersch, Kapuzinerkresse-, Borretsch und Taglilienblüten

Montag, 12. Juni 2017

Himbeeren, Eierlikör, Schokolade



Wer kann schon nein sagen zu den ersten frischen Himbeeren aus dem Garten? Nein sagen zu hausgemachtem Eierlikör? Nein sagen zu dunkler Schokolade mit mindestens 50% Kakaoanteil? Oder nein zu einem Kuchen, der alle drei Komponenten vereint?


Für eine rechteckige Brownieform (20 x 30 cm):

  • 125 gr weiche Butter & ein Knubbel zum Ausbuttern
  • 100 gr Zucker
  • 1 Prise Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier Grösse L
  • 110 gr Mehl 
  • 40 gr Speisestärke
  • 1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 100 gr hausgemachter Eierlikör
  • 30 gr dunkle Schokolade, fein gehackt
  • ca. 120 gr Himbeeren, frisch oder gefroren 

Form mit dem Knubbel Butter grosszügig einfetten, zur Seite stellen. Ofen auf 190 Grad vorheizen und das Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Butter, Zucker, Vanillepulver und Salz mit dem Handrührer crèmig aufschlagen. Eier einzeln zugeben und jeweils 30 Sekunden unterrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver in einer anderen Schüssel vermischen. Abwechselnd Mehlmischung, Eierlikör und Schokolade unter die Eiermasse rühren. In die eingefettete Form löffeln und die Oberfläche glatt streichen. Die Beeren möglichst gleichmässig auf dem Teig verteilen. Form auf das Gitter stellen und etwa 30-35 Minuten bei 190 Grad backen, bis die Stäbchenprobe positiv verläuft. Falls der Kuchen zu schnell bräunt, die Oberfläche locker mit Alufolie abdecken. In der Form auskühlen und vor dem Servieren möglichst ein paar Stunden durchziehen lassen. Und bloss nicht die Schlagsahne dazu vergessen! Wenn schon, denn schon.

Dienstag, 6. Juni 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -105-



[GE]gessen
: Simits mit Frischkäse und Mostbröckli

[GE]trunken: Orangen-Pfirsich-Buttermilch

[GE]kocht: Mehrmals Tee aus frischer Marokkanischer Minze (eigene Ernte)

[GE]backen: Toastbrot mit lila Süsskartoffeln

[GE]wesen: Fast täglich im Garten

[GE]sehen: Maos letzter Tänzer

[GE]lesen
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens - J.R. Stradal
Besessen: Meine Kochmemoiren - Elisabeth Bronfen
Vegane indische Küche - Richa Hingle
Der Sommer, als F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte - Emily Walton

[GE]freut: Viele Bohnen sind schon drei Tage nach dem Säen gekeimt.*froi*

[GE]ärgertEin Glas Sumach bezahlt, aber nicht eingepackt.

[GE]kauft: Dillsamen und Schwarzer Kardamom 

[GE]hört: More than words - Extreme

Aus[GE]mistet und der Berghilfe gespendet:
2,5 Säcke voll Altkleider 

Sonntag, 4. Juni 2017

Puddingtörtchen mit Johannisbeeren und Lavendel (vegan)



Obwohl der späte Frost auch den Johannisbeerbüschen im Garten stark zugesetzt hat, können wir seit dieser Woche die ersten Beeren ernten. Ein paar Meter weiter beginnen die Lavendelsträucher rund um den kleinen Apfelbaum gerade zu blühen, worüber sich Bienen und Hummeln mordsmässig freuen. Herr C. (Allergiker) und das Schweinwoll (Fluginsektenphobie) sind von dem regen Luftverkehr etwas weniger begeistert und werden daher die nächsten Wochen einen grossen Bogen rund um die Bienen-Blüten-Parade machen. Ich hingegen würde mich tagtäglich mit Wonne durch unser Lavendelfeld en miniature wälzen, sofern eine Chance bestünde, dass Grünzeug, Frau und Insekten einigermassen unversehrt bleiben. Da diese Chance aber verschwindend gering ist, vereine ich lieber Beeren und Blüten in einem einfachen Dessert und erfreue mich an dem sommerlichen Duft, den die Törtchen schon beim Backen verströmen.


Für 6 Tartelettes (Glas- oder Blechförmchen mit 10 cm Durchmesser):

  • 35 gr Speisestärke
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Kurkuma
  • 1 Prise Salz
  • 350 ml Mandel-, Reis- oder Hafermilch
  • 2-3 El Zucker
  • 1 fixfertiger, rechteckig ausgewallter Blätterteig
  • 180 gr rote Johannisbeeren, abgezupft
  • 2-3 El Zucker 
  • 1 Tl frische, fein gehackte Lavendelblüten

    Ofen auf 210 Grad vorheizen. Speisestärke, Vanillepulver, Kurkuma und Salz in einer kleinen Schüssel vermischen. Mit 100 ml Pflanzenmilch klümpchenfrei verrühren. Die restliche Pflanzenmilch mit zwei oder drei Esslöffeln Zucker aufkochen. Aufgelöste Speisestärke in die kochende Flüssigkeit giessen. Unter ständigem Rühren eine Minute kochen, bis die Puddingmasse merklich angedickt ist. Vom Feuer nehmen und etwas auskühlen lassen. Unterdessen mit einer Küchenschere aus dem Blätterteig sechs Kreise ausschneiden, die rundherum etwa 1,5 cm grösser als die Förmchen sein sollten. Blätterteig mit dem anhaftenden Backpapier nach unten in die Förmchen legen. Jeweils etwa zwei gehäufte Esslöffel Pudding auf dem Blätterteig verstreichen. Johannisbeeren mit Zucker und den gehackten Lavendelblüten vermischen, auf der Puddingmasse verteilen. Förmchen auf das Gitter stellen und auf der untersten Schiene ca. 25 Minuten backen, bis der Teig gebräunt ist und die Fruchtmasse fröhlich blubbert. Aus dem Ofen holen, etwa 10 Minuten ruhen lassen, dann vorsichtig aus den Förmchen befreien und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

    Mittwoch, 31. Mai 2017

    12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -104-



    [GE]gessen: Die beste Salsiccia ever! 
    Handmade by Herrn C. und dem Lieblingsneffen

    [GE]trunken: Painkiller

    [GE]kocht: Pulled Pork im Slow Cooker

    An einem anderen Tag [GE]grillt: Zwei Onglet & eine Salsiccia mit Kastanien

    [GE]wesen
    Zuerst in Densbüren, die Männer pünktlich zum Wurst- und Tatarkurs abgeladen. Danach in Aarau und Trimbach, kleine Shoppingtour mit Schwesterherz. Zuletzt gemütliches Grillfest mit den selbstgewursteten Salsiccie und Luganighe im Garten.

    [GE]sehen: Handmaid's Tale & Big Little Lies & Grace and Frankie

    [GE]lesen
    Sugar, Butter, Flour: The Waitress Pie Book - Jenna Hunterson
    Mountain Berries & Desert Spice  - Sumayya Usmani
    Under The Tamarind Tree - Sumayya Usmani
    Tree Of Life: Turkish Home Cooking - Angie Brenner
    Die Herzogin von Devonshire - Amanda Foreman

    [GE]freut: Herr C. und der Lieblingsneffe fanden nach anfänglicher Skepsis den Wurstkurs doch noch cool (hängt vielleicht auch damit zusammen, dass im anderen Kursraum Bier gebraut wird und sie nebenbei einige Sorten verkosten durften).

    Fast täglich [GE]ärgert: Über unsere neuen Schrebergartennachbarn. Kaum zwei Wochen da, schon sind sie zu unseren absoluten Lieblingsmenschen mutiert. Sie haben sich bis heute nicht vorgestellt, lassen aber dafür ihre Kinder und die Kinder ihrer Gäste unbeaufsichtigt durch das Areal rennen. Die Kinder können ungestört in den Gärten der anderen Pächter wüten, weil keiner der bis zu acht (!) erwachsenen Anwesenden überhaupt auf die ständig heulenden und schreienden Kleinen achtet. Als Ergänzung spielen sie auch noch CD's mit brasilianischer Volksmusik in Disco-Lautstärke ab, heizen den Grill täglich stundenlang rauchstark ein und sind dann noch beleidigt, wenn man sie höflich auffordert, das Radio nach 21h doch bitte etwas leiser zu stellen...

    [GE]kauft: Für Trauzeugen passende Kleider

    [GE]hört: St. Elmos Fire - John Parr

    [GE]lacht: Schöaraffenland (Die automatische Korrektur hat es nicht beanstandet!) 

    Sonntag, 28. Mai 2017

    The heat is on: Espressoparfait (mit oder ohne Koffein)



    It's gettin' hot in here, I take of all my clothes...*singandswing* 

    Was sieht aus wie Espresso, schmeckt wie Espresso und kommt direkt aus der Tiefkühltruhe? Klar, ein Espressoparfait! Für heute hat der Wetterdienst 32 Grad und 12 Stunden strahlenden Sonnenschein angesagt, darum bleiben wir zu Hause und versüssen uns den Tag mit ein, zwei oder drei Tässchen sündhaft gutem Espresso in Eisform. Für eine koffeinfreie Version, die übrigens genau so köstlich wie das Original ist, das Kaffeepulver durch 25 Gramm kräftigen Getreidekaffee (z.B. Bambu von A. Vogel) ersetzen. 


    Für 8-10 Espressotässchen:

    • 500 gr Sahne
    • 12 Tl Instant-Espressopulver (io: Naturata)
    • 125 gr Zucker
    • 4 Eigelb von Eiern der Grösse L
    • 1 El Cognac

    Espressotässchen in ein Kuchenblech mit möglichst hohem Rand stellen (z.B. eine Brownieform). Einen kleinen Topf zu etwa 1/3 mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Sahne mit dem Espressopulver in einem anderen kleinen Topf zum Kochen bringen. Eigelb und Zucker mit dem Handrührer in einer hitzebeständigen Schüssel hellcrèmig aufschlagen. Nun die kochende Kaffeesahne unter ständigem Rühren langsam zur Eigelbmasse giessen. Schüssel auf den Topf mit dem köchelnden Wasser setzen (Wasserbad) und die Masse mit einem Schwingbesen so lange aufschlagen, bis sie zur Rose abgezogen werden kann. Danach die Schüssel sofort in ein Eiswasserbad stellen und rühren, rühren, rühren bis die Masse vollständig abgekühlt ist. Cognac kurz unterrühren und dann gleichmässig in die Espressotässchen verteilen. Jedes Tässchen einzeln mit Klarsichtfolie abdecken und das Blech über Nacht in den Tiefkühler stellen. Vor dem Servieren 10 Minuten antauen lassen. Gut verpackt hält sich das Parfait problemlos zwei Wochen in der eisigen Kälte.


    Dienstag, 23. Mai 2017

    12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -103-



    [GE]gessen: Gegrillte Hühnerschlegel mit Knoblauchbrot

    [GE]trunken: Zimtblättereistee

    [GE]kocht: Indisches Shakshuka
    (d.h. Reste vom Zimtblättercurry und Kaju Pulao vermischt, mit einem Schuss Wasser in der Pfanne erhitzt und zum Schluss zwei Eier mitgegart. Njammi!)

    [GE]backen: Orangenbrot mit Rooibos / Krik / Himbeerchüechli

    [GE]wesen: Flohmarkt, Pflanzentauschbörse, Theater

    [GE]sehen: Nice Places To Die 

    [GE]lesen
    Food from across Africa - The Groundnut
    The Indian Grocery Store Demystified - Linda Bladholm
    Wildcrafted Cocktail - Ellen Zachos

    [GE]freut: Über die supertollen Flohmarktfunde, u.a. eine 
    Rosenthal Wirkkala Kaffeekanne, zwei kleine Vasen (Schweizer Studiokeramik) und ein viktorianisches Senftöpfchen.

    Trotz Nummerierung immer noch nicht heraus[GE]funden:
    Den Hersteller der kürzlich erworbenen, riesigen schwarzen Bodenvase.
    Kann jemand von euch vielleicht weiterhelfen?

    [GE]tauscht
    1. Zwei Zucchini-, ein Buschkürbis- und zwei Malabarspinatsetzlinge
    gegen 6 verschiedene Tomaten- und 20 rote Kopfsalatsetzlinge

    2. 10 Borretschli, dazu je 3 Tomaten- und Malabarspinatsetzlinge gegen 6 Paprika- und 3 Auberginenpflänzchen

    3. 3 kleine Rhabarber & eine Zucchini gegen 2 Artischocken & einen Salbeibusch

    [GE]hört: Ring of Fire - Johnny Cash Live at Folsom Prison

    [GE]trauert:
    Um den viel zu früh verstorbenen Chris Cornell.
    Ein weiterer Held meiner Jugendzeit hat die Bühne für immer verlassen. 

    Montag, 22. Mai 2017

    Orangenbrot mit Rooibostee aus dem Topf



    Bei Pinterest hatte ich ein verführerisch aussehendes Foto mit dem Titel "Pan de naranja 100%" (100%iges Orangenbrot) gespeichert. Als ich das Rezept gestern ausprobieren wollte, führte der Link ins Leere. *gnah* 


    Beim fröhlichen Nachbasteln ohne Vorlage habe ich mich dann aber doch nicht getraut, nur Orangenpüree als Schüttflüssigkeit zu verwenden. "Nicht getraut" ist übrigens die euphemistische Version von: Die faule Tante hatte nur noch vier wünzige Bio-Valencias zu Hause und gerade keine Lust, weitere Orangen für das Experiment zu besorgen.... Hat ja trotzdem gut geklappt. Die Idee, dem Brotteig Rooibostee unterzujubeln, stammt aus dem Buch Food From Across Africa. Die Kombination aus Orange und Rooibos ergibt ein saftiges Brot mit einer feinen, exotischen Fruchtnote und exzellenter Frischhaltung. Hell ausgebacken harmoniert es wunderbar mit Konfitüre (erstes Bild), stärker gebräunt auch sehr gut mit Käse und Gemüsesuppen (zweites Bild).


    Für ein Brot:

    • 2 mittelgrosse Orangen
    • 155 gr warmes Wasser

    Orangen mit einem Messer von der Schale samt weisser Innenhaut befreien. Das Fruchtfleisch der Länge nach vierteln, in grobe Stücke schneiden und eventuell vorhandene Kerne entfernen. Von den Orangenstücken 225 gr abwiegen und zusammen mit dem Wasser zu einem möglichst glatten Brei pürieren.


    Alle Zutaten bis auf das Kokosöl in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 8 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen, dann das Öl zugeben und weitere 6 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis sich der Teig von der Schüssel gelöst hat. Auf der eingeölten Arbeitsfläche falten. Zurück in die Schüssel legen, mit einer Duschhaube abdecken und den Teig 3-4 Stunden bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Gärkorb oder Salatschüssel mit einem Leinentuch auskleiden und mit reichlich Ruchmehl bestreuen. Arbeitsfläche ebenfalls bemehlen, Teigschaber befeuchten und den Teig damit aus Schüssel heben. Mit bemehlten Händen vorsichtig auseinanderziehen, bis er etwa den Durchmesser einer Pizza hat. Locker einrollen, zu einem länglichen Laib formen und mit dem Schluss nach oben in das vorbereitete Gärkörbchen setzen. Abdecken und etwa 45 Minuten aufgehen lassen, bis er sich um ca. 80% vergrössert hat. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 270 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel zur Seite legen. Teig vorsichtig schräg hineinkippen, so dass das Gärtuch gut weggezogen werden kann. Schnell einschneiden, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 20 Minuten bei 270 Grad, dann 25 Minuten bei 220 Grad backen. Deckel entfernen und das Brot noch ein paar Minuten bis zum gewünschten Bräunungsgrad nachbacken. Vorsichtig aus dem Topf heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. 


    Mittwoch, 17. Mai 2017

    12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -102-



    [GE]gessen
    : Randen-Apfel-Salat mit Schnittlauchblüten

    [GE]trunken: Cold Brew Karottentee

    [GE]kocht: Kichererbsencurry mit Zimtblättern, dazu Butterreis

    [GE]backen: 
    Mohnkuchen mit Zitronenguss 
    Schafquarkbrioche mit Teff

    [GE]wesen: Auf der Suche nach frischen Curryblättern.
    Mein Lieblingsinder hat sie leider aus dem Sortiment genommen und
    der Lieblingsvietnamese ebenso. Komische Sache.

     [GE]sehen: Get Out 

     [GE]lesen
    Hotel du Barry - Lesley Truffle
    Hexensaat - Margaret Atwood

    [GE]freut:
    Bei einem Anzeigenportal gleich zwei Bücher entdeckt, die ich seit Jahren vergeblich gesucht hatte. Beide sind schon lange vergriffen und, wenn erhältlich, mordsmässig teuer. Die Anbieterin wollte aber für beide Exemplare nur Portoerstattung und damit hat sie mir eine Riesenfreude bereitet. She made my week, sozusagen.

    Mehr als einmal [GE]dacht:
    Nun kann ich nachfühlen, wie sich Überlebende einer Zombieapokalypse fühlen müssen: Umgeben von Hirntoten und kein Happy End in Sicht...

    Neuen Lesestoff [GE]kauft
    The Food of Oman - Felicia Campbell
    Senegal - Pierre Thiam
    Saving the Seasons - Kevin West 

    [GE]hört: Smooth Operator & Your Love is King - Sade

     Ein[GE]legt:
    Schlehen- und Zwetschgenschösslinge in Roséwein

    Sonntag, 14. Mai 2017

    Zimtblättercurry mit mildem Garam Masala



    Nachdem ich vor Urzeiten mit Herrn C. zusammengezogen bin, wurde ein grosser Teil meiner Gewürzsammlung zu Staubfängern degradiert. Damals weigerte er sich nämlich standhaft, irgendwelche Gerichte zu sich zu nehmen, die Chilis enthielten. Oder Kreuzkümmel. Oder Kaffirlimettenblätter. Oder Bockshornklee. Oder Ingwer. Oder Currymischungen in jeglicher Form. Die Aufzählung ist nicht vollständig, kurz zusammengefasst könnte man auch sagen: Die asiatische Küche wurde fast restlos vom Esstisch verbannt.


    Natürlich hat mich das extrem gewurmt, denn ich hielt mich damals schon für eine recht versierte Köchin, besonders wenn es um indische Gerichte ging. Statt meinem ersten Impuls zu folgen und den Kochlöffel aus Trotz an den Nagel zu hängen, fing ich heimlich an, die gerösteten Karotten mit einer winzigen Prise Kreuzkümmel zu würzen. Kürbissuppen wurden mit einem Hauch Massaman-Currypaste aufgepeppt, die geschmorten Linsen mit ein paar getrockneten Bockshornblättern verfeinert. Anfänglich verweigerte er oft wie ein bockiges Kind den Probierlöffel, doch meine Berharrlichkeit hat sich nach einigen Jahren ausgezahlt. Seither darf ich öfters Currygerichte auf den Tisch bringen, so lange die als unsympathisch eingestuften Gewürze nicht zu sehr hervorstechen und keine einzige Chilischote enthalten ist. Mit diesem Kompromiss kann ich gut leben.


    Daher stattete ich vor einigen Jahren dem Asialaden um die Ecke einen Besuch ab, um Nachschub an Korianderkörnern, Fenchelsamen, Bockshornkleeblättern und Asafoetida zu besorgen. Auf der Suche nach den Bockshornkleeblättern entdeckte ich im untersten Regal grosse Plastikverpackungen, die mit "Bay Leaves" beschriftet waren. Zuerst liess ich sie links liegen und suchte weiter nach dem gelben Karton mit der Aufschrift "Kasoori Methi". Doch irgendetwas hatte mich stutzig gemacht und ich wandte mich wieder den Packungen mit den Lorbeerblättern zu. Die Blätter waren riesig, im Vergleich zu den selbst getrockneten Lorbeerblättern von meinem Strauch, der auf der Terrasse steht (siehe Fotos). Ausserdem sahen sie so ungewöhnlich glatt aus, dass ich sie auf der Stelle kaufen musste. Nach ein paar Recherchen stellte sich dann heraus, dass es sich nicht um die Blätter des Echten Lorbeers (Laurus nobilis) handelte, sondern um Blätter des Mutterzimtbaumes (Cinnamomum tamala), besser bekannt als Tejpat, Indian Bay Leaves oder indischer Lorbeer. Zimtblätter duften verführerisch nach einer Mischung aus Zimt (Nomen est omen), Nelken und Piment. Ausserdem sind sie nicht so dominant wie Lorbeerblätter und können auch als Tee aufgebrüht werden. In Nordindien werden sie gerne zum Aromatisieren von Reis, in Gerichten mit Hülsenfrüchten und in milden Curries eingesetzt.


    Mittlerweile sind die Blätter Stammgäste in meiner Küche und seit ich eine Bezugsquelle für handverlesene Bio-Ware gefunden habe, ist der Verbrauch förmlich explodiert. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass Herr C. den milden Geschmack der Blätter ebenfalls schätzt und Zimtblättercurry mit Reis, natürlich auch mit einem Zimtblatt gekocht, sich zu einem seiner indischen Lieblingsgerichte gemausert hat. Man kann für das Curry natürlich auch fixfertiges Garam Masala kaufen, doch weil die meisten Mischungen auf Kreuzkümmel basieren, stelle ich sie lieber selber her. Vorsicht ist die Mutter des Gewürzschrankes. Oder so ähnlich.


    Für 2 Personen (plus reichlich Reste für die Lunchbox):

    • 220 gr getrocknete rote Linsen, ungeschält
    • 1 El Kokosöl
    • 1 mittlere Zwiebel, fein gehackt
    • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
    • 1 würfelgrosser Knubbel Ingwer, fein zermust 
    • 3,5 Tl mildes Garam Masala
    • 5 Zimtblätter, mehrmals bis zur Mittelrippe eingeschnitten (siehe letztes Foto)
    • ca. 350 ml heisses Wasser
    • 1 Dose Tomatenstücke (400 gr)
    • 200 ml Coconut Cream (ersatzweise 250 ml dicke Kokosmilch)
    • Salz
    • ca. 2 Tl Amchur zum Abschmecken

    Linsen am Vorabend in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb leeren, gut abspülen und abtropfen lassen. Unterdessen Kokosöl in einem Topf erhitzen. Zwiebelstücke, Knoblauch und Ingwermus zugeben und so lange anschwitzen, bis der rohe Geruch verflogen ist. Dann Garam Masala und Zimtblätter rein, 30 Sekunden mitbraten. Linsen in die Pfanne schütten und mit dem heissen Wasser ablöschen. Eventuell mehr Wasser zugeben, bis die Hülsenfrüchte mit der Flüssigkeit gerade bedeckt sind. Kräftig salzen, Deckel auflegen und 3-4 Minuten kochen, bis die Linsen fast weich sind. Tomatenstücke unterrühren, 10 Minuten ohne Deckel kochen. Coconut Cream zugiessen, weitere 5 Minuten kochen, bis die Linsen butterweich sind. Ggf. mit ein wenig Wasser verdünnen, falls die Sauce zu dick scheint. Noch mindestens 10 Minuten mit aufgelegtem Deckel auf der heissen Platte ziehen lassen. Mit Amchur (Pulver aus unreifen, getrockneten Mangos) und Salz abschmecken. Vor dem Servieren die Zimtblätter rausfischen und mit Reis oder Naan auftischen.


    Für das milde Garam Masala (die Mengenangaben beziehen sich auf gemahlene Gewürze):

    • 3 Tl Koriander
    • 1,5 Tl Zimt oder Cassia
    • 1 Tl Piment
    • 1/2 Tl schwarzer Pfeffer
    • gehäufter 1/4 Tl Zimtblätter
    • 1/4 Tl Nelken
    • 1/4 Tl Lorbeer
    • 1/4 Tl grüner Kardamom 
    • 1/4 Tl Kreuzkümmel
    • 1/8 Tl Macis

    Alle Gewürze vermischen und in ein dicht schliessendes Gläschen umfüllen. Die Menge reicht für zwei Runden Zimtblättercurry. P.S. Ich muss euch wohl nicht extra darauf hinweisen, dass der Unterschied zwischen einer schlechten und einer guten Gewürzmischung darin besteht, dass immer nur eine kleine Menge aus frisch gemahlenen Bestandteilen produziert wird, oder? Kleiner Tipp: Die genial konstruierte Kaffeemühle mit abnehmbarem Behälter von Cloer ist, meiner Meinung nach, die beste Gewürzmühle für den Hausgebrauch.