Freitag, 8. November 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -206-



[GE]gessen
Geschmorter Gitzischlegel mit gebackenen Senfkohlschnitzen

[GE]trunken: Ginger Ale mit einem Schuss Randensaft

[GE]kocht: Eine tomatige Topinambursuppe

[GE]züchtet: Einen Weizensauerteig aus dem neuen Roggensauerteig

[GE]backen: 
Hartweizenfocaccia mit gekochtem Sauerteig, Pelati, Kapern & Oregano
Schwarzwälder Kasten
Pan bauletto aus Hartweizen
UrDinkel-Linsen-Ruchbrot mit zweierlei Sauerteig 

[GE]wesen
Mit Schwesterherz zuerst im Elsass, dann auf dem samstäglichen Gemüsemarkt in Lörrach und zuletzt beim Italiener in Weil am Rhein.

[GE]kauft
Wachteleier, Schafjoghurt, mehrere Sorten Ziegenkäse, Quitten, ButterbirnenKäse mit Bockshornklee und Koriander, lila Chinakohl, Birra di Messina, Semola rimacinata und Farina di Manitoba.  

An Halloween [GE]sehen
Die 100ste Folgen von American Horror Story 
und
A Nightmare on Elm Street

[GE]lesen: Hitlers Hofstaat - Heike B. Görtemaker

[GE]freut
Meinen Franz-Marc-LOQI wiedergefunden. Hatte ihn Schwesterherz in den Ferien für ihre Besorgungen geliehen und danach war der Shopper wochenlang verschwunden. Bis er gestern, ganz klein zusammengelegt, in einer anderen Einkaufstasche auftauchte.
Werde jahrelang Abbitte leisten müssen. *soifz* 

[GE]ärgert
Der liebste Schöpflöffel ist, dank meiner Ungeschicklichkeit, nun im Löffelhimmel. 
Das putzige Nessie tröstet mich über den Verlust hinweg. 
(Ja, das Teil ist aus Plastik. Metallkellen haben in meinen Gusseisentöpfen nichts zu suchen. Und nein, ein Holzschöpflöffel ist für mich keine Alternative. 
Greta & Co. werden sich über diese Aussage grün und blau ärgern. Ist mir schnuppe.)

[GE]hört
Everytime - The Flames
Love me again - John Newman

Dienstag, 5. November 2019

Fırın Sütlaç



Fırın Sütlaç und ich sind uns zum ersten Mal in Istanbul begegnet. Genauer gesagt war es in einer Lokanta in unmittelbarer Nähe der Blauen Moschee. Keine Ahnung mehr, was ich als Vorspeise oder Hauptgericht gegessen hatte. Nur das Dessert, begleitet vom melodischen Gebetsruf des Muezzins, ist mir in bester Erinnerung geblieben. Erst Jahre später, als in der neuen Wohnung ein Elektroofen zur Verfügung stand, gelang es mir, den Reispudding zu Hause exakt so hinzubekommen, wie er in dem kleinen Restaurant serviert wurde. In der Türkei wird Fırın Sütlaç meist in flachen Tontöpfchen gereicht oder zum Mitnehmen in Aluschalen verkauft. Als Ersatz bieten sich kleine Gratinformen aus Porzellan oder Glas an. En famille verzichten wir aber auf das vorgängige Portionieren und tischen die deliziöse Süssspeise direkt im Gusseisentopf auf. Oder in der gläsernen Cakeform, wenn das Düpfi anderweitig beschäftigt ist.

Für 4 Personen:

  • 300 gr Wasser
  • 85 gr Milchreis
  • 1 Prise Salz

Einen (gusseisernen) Topf mit mindestens 1,5 Liter Fassungsvermögen auf den Herd stellen. Wasser, Reis und Salz hineingeben und auf mittlerer Stufe kochen, bis die Flüssigkeit fast verschwunden ist.

  • 375 gr Milch, zimmerwarm
  • 1/4 Tl Mandarinenschalenpulver (entspricht dem Abrieb einer halben Bio-Mandarine)
  • 1/4 Tl Cassia, fein gemahlen

Milch und Gewürze zugeben. Unter ständigem Rühren so lange weiter kochen, bis die Milch fast gänzlich aufgesogen wurde und der Reis komplett weich ist.

  • 20 gr Speisestärke
  • 375 gr Milch, zimmerwarm
  • 75 gr Zucker

Speisestärke mit vier Esslöffeln Milch klümpchenfrei verquirlen. Restliche Milch in den Topf giessen, unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Aufgelöste Stärke zugiessen und zwei Minuten rührend kochen. Den Topf vom Herd ziehen. Ein Küchentuch über den Topf legen, Deckel drauf und 15 Minuten ausquellen lassen. Danach, falls gewünscht, in vier ausgebutterte Portionsförmchen oder eine Cakeform (28 x 12 x 8 cm) umfüllen. Unbedeckt etwa 30 Minuten abkühlen lassen, damit sich auf der Oberfläche eine Haut bildet. An diesem Punkt kann die Zubereitung unterbrochen werden. Form oder Förmchen abdecken und maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Karamellisieren unbedingt Zimmertemperatur annehmen lassen, die Förmchen könnten sonst im Ofen zerspringen.

  • 3 El Zucker

Backofengrill vorheizen. Zucker gleichmässig auf der Reismasse verstreuen. Unter dem Grill so lange karamellisieren, bis sich schwarze Flecken bilden. In der kalten Jahreszeit direkt aus dem Ofen servieren. Im Sommer lasse ich den Reispudding lieber zuerst im Kühlschrank ein paar Stunden durchkühlen. Wer Zeit und Lust hat, kocht dazu noch eine Fruchtsauce oder ein Kompott.

P.S. Besitzer eines Gasbackofens ohne regulierbare Oberhitze bzw. Grillfunktion, benutzen zum Karamellisieren vorzugsweise einen handlichen Flammbierbrenner (z.B. von GEFU oder Rösle).

Sonntag, 27. Oktober 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -205-



[GE]gessen: Twix Speculoos (kein Wiederholungsbedarf meinerseits) 

[GE]trunken: Beerlao

[GE]kocht: Fenchelreis mit Curry und Rosmarin

An[GE]setzt: Einen neuen Sauerteig aus Triticale

[GE]backen
Senor-Sauerteig-is-back-Brot
Herbsthörnchen mit Süsskartoffeln, Rosinen und Walnüssen
Appenzeller Lebkuchenfladen

[GE]wesen: Am allerliebsten Lieblingsflohmi!

Dort [GE]kauft: Eine Umhängetasche von Marimekko, eine Lederhandtasche von EM-EL, vier Halsketten, einen Armreif, zwei Bücher und zwei Wagenfeld Eierkoch.

 [GE]sehen: Ein paar Folgen Father Brown 

[GE]lesen
Istanbul: Die Biographie einer Weltstadt - Bettany Hughes

[GE]hört: Miss California - Dante Thomas

[GE]ärgert:
Den angeblich weltbesten Lebkuchen nachgebacken. 
Das Rezept weilt nun in der Mülltonne und das Ergebnis im Komposter.
Schade um die guten Zutaten.

[GE]freut
Am letzten Quartierflohmarkt des Jahres eine kuschelige Sofadecke aus Baumwolle, einen Bohnentopf von Cousances, zwei Anismödeli und eine nigelnagelneue Backform namens Garland von Nordic Ware erstanden.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Heiss & Fettig: Appezöller Chässchnitte



Herr C. liebt Käse. Ausser Harzer Roller und rezente Sorten. Auch ich liebe Käse. Besonders Harzer Roller und rezente Sorten. Keine Ahnung, ob Schwesterherz, die uns ein paar Tage im Appenzeller Ferienhäuschen besucht hat, Harzer Roller liebt. Aber sie steht ebenfalls auf rezenten Käse. Am Ende unseres Aufenthaltes in der Ostschweiz fanden deshalb zwei angeschnittene Käsestücke der rezenten Art den Weg ins Gepäck. Ich alleine hätte daran sicher die nächsten zwei Wochen herumgeknabbert, aber nachdem ich zufällig in Nose to Tail ein nettes Rezept für Welsh Rarebit gesehen hatte, fiel mir die Entscheidung leicht. Lieber drei Tage Käsetoast und Salat zum Znacht statt zwangsweise vierzehn Tage lang Käse zum Frühstück. Allerdings beschränkte sich die Käsetoastorgie auf einen einzigen Abend, denn Herr C. war vom Ergebnis so begeistert, dass er die Hälfte der Schnitten verputzt hat. Danach hat er mir das Versprechen abgenommen, bei unserem nächsten Ausflug ins Appenzellerland, extra mehr rezenten Käse zu kaufen. Sein Wunsch ist mir Befehl.

Für sechs grosse Brotscheiben:

  • 2 El Butter
  • 2 El Mehl
  • 200 ml helles Appenzeller Bier
  • 350 gr rezenter Appenzeller, grob geraffelt (io: Appenzeller Surchoix & Urnäscher Holzfasskäse)
  • 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut, zwischen den Finger fein zerrieben
  • 1/4 Tl scharfes Paprikapulver
  • drei Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El milder Senf
  • 1 Tl Worcestershiresauce

Butter in einem kleinem Topf schmelzen. Mehl zugeben und kurz anrösten, bis es wunderbar duftet und die Farbe Richtung goldgelb wechselt. Mit dem zimmerwarmen Bier ablöschen. Unter ständigem Rühren 3-4 Minute köcheln, bis die Roux eingedickt ist. Käse unterrühren, dann die Gewürze. Wenn die Sauce im Topf klümpchenfrei aussieht, mit Senf und Worcestershiresauce abschmecken. In eine Schüssel umfüllen und unbedeckt auskühlen lassen. Brot (z.B. Ruchbrot oder St. Galler) in fingerdicke Scheiben schneiden. Anschnitte darf der Koch verspeisen. Käsemasse dick auf die Broscheiben streichen und unter den vorgeheizten Grill schieben, bis die Oberfläche stellenweise gebräunt ist. Heiss mit einem gemischten Salat servieren. Prima zum Vorbereiten, weil die Käsemasse locker drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden kann.