Donnerstag, 14. Februar 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -185-




[GE]gessen: Fondueschnitten mit Chicoréesalat

[GE]trunken: Elmer Citro 

[GE]backen: Moosbänklibrot

[GE]wesen
Zuerst im Mühleladen Maisprach, Malzmehl und zweierlei UrDinkelmehl besorgt. 
Danach im Holle Fabrikladen in Arlesheim, verschiedene salzige und süsse Knabbereien für drei Familien abgeschleppt. 

Im Garten ab[GE]schnitten
Hasel- und Cassiszweige für zwei Vasen voll Frühlingsvorfreude

Auf dem sonntäglichen Flohmarkt [GE]kauft
Eine Halskette mit Bakelit- und Türkisperlen und ein Tiffin aus Edelstahl

 [GE]sehen: Les Enfants de Monsieur Mathieu

[GE]lesen
Julia Mann - Dagmar von Gersdorff
Kaukasis - Olia Hercules

[GE]freut
Endlich ist es mir gelungen, zwei Flaschen Red Boat Fischsauce zu organisieren.

Zufällig vorbei[GE]fahren: An einem Schild vor einem Restaurant, auf dem stand: Grosser Gastrozubehör Ausverkauf. Fünfzehn Minuten später luden wir einen riesigen Topf für den Neffen zum Auskochen seiner Jagdbeute, und einen etwas kleineren Topf von WMF Hotel für Suppen und Fonds pour moi ins Auto. *froi*

[GE]hört
La tribu de Dana - Manau 
A girl like you - Edwyn Collins

[GE]lacht: Babaletten kaufen. 
Herr C. wollte damit ausdrücken, dass wir statt einer Gartenbank für die Terrasse, auch einfach ein paar Paletten besorgen und selber was Nettes zusammenschrauben könnten. Kurzspeak, sozusagen.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Beschwipste Linsenpâté



Leberwurst war noch nie mein Ding. Weder gekocht noch als Aufstrich. Bis auf eine Ausnahme: Die schlachtfrische Leberwurst, die wir letzten Herbst von einem Appenzeller Bauern bekamen. Es war schlicht und ergreifend die beste Leberwurst meines bisherigen Lebens. Aber auch eine ziemlich spezielle Erfahrung, denn einen Tag zuvor hatte ich die zwei Schweinchen namens Hanni und Nanni noch liebevoll hinter den Ohren gekrault... Von der Geburt eines Tieres bis hin zum Produkt im Kühlregal liegt oft viel Leid und Qual, ganz zu schweigen vom obligatorischen Tod irgendwo dazwischen. Diese Tatsachen müssen wir uns immer wieder vor Augen führen. Die Zahl der Mastschweine, die, wie Hanni und Nanni, ihr kurzes Leben lang artgerecht eine Weide umpflügen dürfen, wird weiterhin im einstelligen Prozentbereich bleiben, so lange viele Konsumenten nicht bereit sind, den Kartoffelsalat zwischendurch ohne Billigschnitzel als Beilage zu verzehren. Biofleisch für alle ist eine Illusion, schon alleine, weil Ethik nicht nur eine Frage der Denkweise sondern auch eine Frage des Einkommens ist. Aber jeder kann den Entschluss treffen, ab und zu - gerne auch öfter - auf Fleisch und Wurst zu verzichten. Tut nicht weh, ruft keine Mangelerscheinungen hervor und der Kartoffelsalat schmeckt übrigens auch mit Gewürzgurken statt Speck. Ach herrje, ich bin wieder einmal ins Schwafeln geraten. Darum kurz und bündig der Kommentar von Herrn C. zur Blindverkostung der Linsenpâtéstulle: Schmeckt fleischig. Pürierte Wurst?  Damit wurde alles Wichtige gesagt.


Für ein Weckglas mit 500 ml Fassungsvermögen:

  • 100 gr rote Linsen, geschält & ganz
  • 4 grosse Lorbeerblätter
  • 1/3 Tl Herbamare Kräutersalz
  • 1/3 Tl schärfliches Currypulver (io: Madras aus der Migros)
  • 450 gr Wasser

Alle Zutaten in einen Topf geben und ca. fünf Minuten vorkochen.

  • 100 gr Knollensellerie, klein gewürfelt
  • 50 gr rote Zwiebel, fein geschnitten 
  • 1 riesengrosse Knoblauchzehe, fein gescheibelt

Zugeben und weiter kochen, bis die Linsen fast weich sind.

  • 100 gr Rotwein (io: Bio Nero d'Avola aus Sizilien)
  • 20 gr Malzessig
  • 1 Tl Ketjap Manis 
  • 1/2 Tl getrocknetes Bohnenkraut
  • 1/4 Tl getrocknete Thymianblättchen
  • 1 Prise gemahlene Gewürznelken

Unterrühren und so lange kochen, bis die Linsen zerfallen. In ein Sieb schütten, Flüssigkeit auffangen. Flüssigkeit zurück in den Topf leeren. 

  • 3 El Sherry
  • 1/2 Tl getrocknete Majoranblättchen
  • grüner Pfeffer aus der Mühle

Sherry und Majoran in den Topf geben und die Flüssigkeit unter ständigem Rühren auf die Hälfte reduzieren bzw. bis sie sirupartig ist. Linsen wieder untermischen. Auf der heissen Platte zwei Minuten rührkochen. Kräftig pfeffern. Zur Seite stellen und etwa 10 Minuten abkühlen lassen, bis die Masse warm aber nicht mehr heiss ist.

  • 75 gr kühlschrankkalte Butter oder Alsan, in fünf Stücke geschnitten
  • Salz 

Linsenmus und Butter abwechselnd in den Mixbecher geben, zuoberst Linsen einfüllen. Mit dem Stabmixer zu einem feinen Brei pürieren. Abschmecken. In ein sauberes Einmachglas umfüllen, unbedeckt ein paar Stunden abkühlen lassen (z.B. auf der Terrasse). Dann mit Brot/Crackern/Gemüsesticks servieren oder den Deckel befestigen und die Linsenpâté im Kühlschrank aufbewahren. Innerhalb von 10 Tagen verbrauchen.

P.S. Für den perfekten Imitationslook, aka Vegi-Leberwurst, noch einen Teelöffel fein gehackte, gekochte Mu-Err Pilze nach dem Pürieren unterrühren. 

Mittwoch, 6. Februar 2019

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -184-



[GE]gessen
Ein extrem saures, geschmacksneutrales demeter-Schokojoghurt vom Gitziberghof. 
Bei einer Blindverkostung hätte ich auf ungezuckertes Zitronenjoghurt getippt. *schüttel*

[GE]trunken: Mit Bergamottenöl aromatisierter grüner Rooibostee

[GE]kocht: Gemüsesuppe aus Süsskartoffeln, Fenchel, Karotten, Sellerie, Lauch, Currypaste, Garam Masala und Muskatblüte

[GE]backen: 
Focaccia mit Kartoffelflocken, Roggen- und Linsenmehl
Mit Feta gefüllte Mandelbrötchen
Schokokuchen mit Rotwein und Schlehengin

[GE]wesen
Zuerst auf einem Flohmarkt und danach mit den erstandenen Schätzen (ein neuwertiger Ochsi und drei poppige, unbenutzte Aschenbecher aus den späten Sechzigern) eine zweistündige Busreise durch das verschneite Dorneck genossen.

 [GE]sehen: Ein paar Folgen Father Brown & Persepolis

[GE]lesen: How to eat a peach - Diane Henry

[GE]freut: Vormittags mit Schwesterherz eingekauft und einen Kaffeeklatsch abgehalten. Abends brachte mir Herr C. ein türkisfarbenes Solidex Einmachglas mit, das er auf dem Nachhauseweg in einem Karton mit Gratiszeug gefunden hatte. 

Hervor[GE]holt
Die Kanne von Rosenthal mit dem putzigen Winterreise-Dekor.

[GE]kauftSchwarzer Kreuzkümmel und Zimtblätter

[GE]hört: Wie das gerade hinter mir abgestellte Trinkglas ins Rutschen geriet und eine Sekunde später auf dem Boden zerschellte. 

[GE]lacht
Teig für Focaccia geknetet, abgedeckt und erst eine halbe Stunde später bemerkt, dass ich die Hefe vergessen hatte. Eine Première.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Pomeranzentarte



Wenn das Leben dir Pomeranzen gibt, mach eine Tarte daraus.



War zumindest mein Gedanke, als die vermeintlichen Saftorangen aus dem Bioladen sich als aromatische, aber höllisch saure Bitterorangen entpuppten. Das Rezept für eine solche Tarte hatte ich ein paar Tage vorher in How to eat a peach von Diane Henry, einem Büchertauschtischfund, erspäht. Naturellement nichts für Herrn C., der kein Freund von prononcierten Bitterstoffen und Zitrusaromen ist. Banause, sage ich da nur. Püh.


Für eine runde Wähenform mit 24 cm Durchmesser:

  • ein fixfertig ausgerollter Butterblätterteig
  • 4 Bio-Pomeranzen, ca. 500 gr
  • 2-3 säuerliche Orangen (io: helle Moro)
  • 125 gr Zucker
  • 3 Eier Grösse L
  • 150 gr Double Crème de la Gruyère 

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der mittleren Schiene einschieben. Blätterteig samt dem anhaftenden Papier passend zuschneiden, in die Form legen und den Rand hochdrücken. Ein Backpapier rund zuschneiden, auf den Teig legen. Mit Blindbackkugeln oder Bohnen beschweren und 15 Minuten vorbacken. Form aus dem Ofen holen, Kugeln und Backpapier entfernen und weitere 5-10 Minuten backen, bis der Teig an den Rändern anfängt zu bräunen. Unterdessen die Pomeranzen abbrausen, abtrocknen und die orange Schale zweier Früchte mit einem Sparschäler entfernen. Schalen in den Zerkleinerer/Mixer geben und mit dem Zucker so fein wie möglich zerschreddern. Pomeranzen auspressen, Saft durchsieben und abwiegen. Blutorangen ebenfalls auspressen, Saft durchsieben und soviel zugiessen, bis die Gesamtsaftmenge 225 Gramm beträgt (io: 120 gr Pomeranzensaft & 125 gr Blutorangensaft). Mit dem Orangenzucker in einer Schüssel gründlich verquirlen. Eier einzeln unterrühren, zuletzt den Doppelrahm klümpchenfrei untermischen. Guss vorsichtig in die vorgebackene Teigform giessen, Gitter auf der untersten Stufe einschieben. 50-60 Minuten backen, bis die Füllung leicht aufgegangen ist, aber noch keine Farbe angenommen hat. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Vor dem Servieren mindestens vier Stunden Ruhezeit gönnen. Das aufwändigere Originalrezept ist hier online verfügbar.