Dienstag, 20. Juni 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -107-



[GE]gessen
Salat mit Taglilienknospen, Borretsch- und Kapuzinerkresseblüten

[GE]trunken: Apfel-Karotten-Schorle

Entsaftet aber noch nicht zu [GE]lée verkocht
5,5 Kilo rote Johannisbeeren = 3 Liter Saft

[GE]backen: Agege mit Teff, Auberginensalat, Kürbiswürfel mit Za'atar

[GE]wesen: Bei einem Abschiedsfest mit brasilianischem Buffet

[GE]sehen
Guru - Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard
A Cure for Wellness

[GE]lesen
Stille Wasser - Donna Leon
My Paris Kitchen - David Lebovitz

[GE]freut: Herr C. war auf Geschäftsreise und hat mir aus Holland
zwei Sorten Hagelslag, Appelstroop, Perenstroop, Speculaaskruiden und ein Tijgerbrood mitgebracht.

[GE]ärgert
Über eine Mitarbeiterin, die nur Stroh im Kopf hat.
Und das ist noch äusserst nett formuliert...

[GE]kauft
Ein Döschen Asafoetida, eine Flasche Absinth 
und das Römische Kochbuch aus dem Reclam Verlag

[GE]hört: Chet Baker nonstop während Herr C. abwesend war

[GE]lacht
Herr C.s Kommentar zu einem Fauxpas bei Trooping the Colour:
Das darfst du in England definitiv nicht machen, da wirst du direkt standesamtlich erschossen...

Sonntag, 18. Juni 2017

Fencheleistee mit Schwarzem Kardamom



Schwarzer Kardamom ist in Europa lange nicht so bekannt und beliebt wie grüner Kardamom. Kein Wunder, denn Schwarzer Kardamom ist einiges sperriger als sein laubfroschfarbener Cousin aus der Ingwerfamilie. Sein markanter Duft, der Eukalyptus, Kampfer, Grapefruit, Altbau-Estrich und Lapsang Souchong vereint, löst oft spontane Abneigung aus. Herr C. hat es beispielsweise so formuliert: Riecht wie Fishermen's Friend mit Teershampooglasur und sieht aus wie ein Rattenschrumpfkopf. Welcher deiner Feinde willst du damit foltern? Yeah... Aber lasst euch bloss nicht von dieser unqualifizierten Aussage abschrecken und greift beherzt zu, wenn ihr irgendwo Schwarzen Kardamom erspäht. Er verleiht nämlich Curries, Dhals und vielen anderen indischen Gerichten das je ne sais quoi. Sogar Desserts, Gebäck und Getränke profitieren von seinem vielschichtigen Aroma. Um sich an den speziellen Geschmack heranzutasten, empfehle ich euch diesen erfrischenden Eistee, der sich mit der Zugabe von Milch im Handumdrehen in einen exotischen Chai verwandelt.


Für 2 Personen:

  • 800 ml kaltes Wasser
  • 2 Tl Fenchelsamen
  • 2 schwarze Kardamomkapseln, angequetscht
  • 1-2 Esslöffel loser Schwarztee
  • 1 Msp Natron
  • Palmzucker
  • Zitronenlimonade oder Milch (optional, io: Gazzosa)

Wasser mit Fenchel und Kardamom in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und auf der heissen Platte 15 Minuten ziehen lassen. Nochmals aufkochen und die Teeblätter einrühren. Zur Seite ziehen und dem Tee weitere 5 Minuten Ziehzeit gönnen. Absieben, Natron einrühren, nach Geschmack süssen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Danach ein paar Stunden Zwischenhalt im Kühlschrank einplanen. Vor dem Servieren, falls gewünscht, mit Limo oder Milch verfeinern.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Mango-Kokos-Lassi am Stiel (vegan)



Wettervorhersage: 30 Grad und 10 Stunden Sonnenschein
Aktuelle Thermometeranzeige: Schwüle 29 Grad
Gefühlte Wärme: Mindestens 50 Grad
Anzahl der heute durchgeschwitzten Kleidungsstücke: 4
Massnahmen: Literweise Cold Brew Tea und Eis am Stiel, bis das TK-Fach leer ist


Für 6 lebenserhaltende Lutscher:

  • 280 gr sehr reifes Mangofruchtfleisch (von einer mittelgrossen Mango)
  • 90 gr hausgemachtes Kokosmilchjoghurt
  • Saft einer halben Limette
  • 1-2 Tl Rosenwasser
  • 1 grüne Kardamomkapsel, Körner fein zermörsert
  • 1 El Agavendicksaft oder Akazienhonig
  • 2 dünne Scheibchen frische Kurkumawurzel oder 1 Prise Kurkumapulver (optional)

Alle Zutaten in den Mixer geben und zu einem glatten Brei pürieren. In die Lutscherförmchen (io: vom blauen Schweden) giessen, Stiele hineinstecken und über Nacht in den Tiefkühler stellen. Das Eis hält sich dort locker 2-3 Wochen, überlebt bei uns aber höchstens 2-3 Tage. 


Dienstag, 13. Juni 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -106-



[GE]gessen
Zu Hause statt im Garten, da die neuen Nachbarn wieder eine Party ohne Rücksicht auf Verluste geschmissen haben. Dank dem Rhabarberblatt musste Herr C. die nervtötenden Leute nicht anschauen, als Gehörschutz taugt es aber leider nichts.

[GE]trunken: Persische Zitronenmelisselimonade (Wortwurmalarm!)

[GE]kocht: Haferflockensuppe für Herrn C., 
der gesundheitlich zwei Tage nicht so auf der Höhe war

[GE]backen: Kürbiswürfel vom allerallerletzten Olivenkürbis

[GE]wesen: Hochzeit mit anschliessendem Dinner im Schützenhaus

[GE]sehen: Na was wohl? Sherlock! 

[GE]lesen: Simple - Diane Henry
Das Leben der Marlene Dietrich - Eva Gesine Baur

[GE]freut: Über einen Präsentkorb und eine Flasche Wein als
Anerkennung für einen Sondereinsatz

[GE]ärgert: Über den Bibliotheksdööfie
Was spricht denn dagegen, kurz bei einem Kollegen oder Vorgesetzten nachzufragen, wenn man etwas nicht weiss? Eigentlich nichts, oder? Obwohl ich vier Mal um eine solche Nachfrage gebeten hatte, durfte ich zehn Minuten vor der Infostelle ausharren, weil eine Aufhebung der Ausleihbeschränkung zwecks Abholung einer Bestellung, angeblich NIEMALS möglich ist (inkl. drei Mal Bildschirm zu mir drehen und auf falsche Textstellen verweisen). Nachdem er dann e-n-d-l-i-c-h den Telefonhörer in die Hand genommen hatte, konnte er die Frage gar nicht beenden, weil der Vorgesetzte ihm blitzschnell bestätigt hat, DASS ICH VOLLKOMMEN RECHT HATTE, WEIL DAS SEIT ÜBER 10 JAHREN SO GEHANDHABT WIRD! Und natürlich erfolgte keine Entschuldigung, auch nicht gegenüber den acht Leuten, die sich wegen seiner kreuzdummen Sturheit hinter mir die Beine in den Bauch gestanden haben.
O tempora, o mores...

[GE]kauft: 12 Flaschen Hochstamm-Süssmost für den Garten

[GE]hört: Edge of Heaven - Wham!

[GE]erntet: Zwei Schälchen Felsenbirnen, eine grosse Schale Stachelbeeren, zwei grosse Schalen Johannisbeeren, ein paar gelbe Himbeeren, vier riesige Salatköpfe, Portulak, Giersch, Kapuzinerkresse-, Borretsch und Taglilienblüten

Montag, 12. Juni 2017

Himbeeren, Eierlikör, Schokolade



Wer kann schon nein sagen zu den ersten frischen Himbeeren aus dem Garten? Nein sagen zu hausgemachtem Eierlikör? Nein sagen zu dunkler Schokolade mit mindestens 50% Kakaoanteil? Oder nein zu einem Kuchen, der alle drei Komponenten vereint?


Für eine rechteckige Brownieform (20 x 30 cm):

  • 125 gr weiche Butter & ein Knubbel zum Ausbuttern
  • 100 gr Zucker
  • 1 Prise Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier Grösse L
  • 110 gr Mehl 
  • 40 gr Speisestärke
  • 1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 100 gr hausgemachter Eierlikör
  • 30 gr dunkle Schokolade, fein gehackt
  • ca. 120 gr Himbeeren, frisch oder gefroren 

Form mit dem Knubbel Butter grosszügig einfetten, zur Seite stellen. Ofen auf 190 Grad vorheizen und das Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Butter, Zucker, Vanillepulver und Salz mit dem Handrührer crèmig aufschlagen. Eier einzeln zugeben und jeweils 30 Sekunden unterrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver in einer anderen Schüssel vermischen. Abwechselnd Mehlmischung, Eierlikör und Schokolade unter die Eiermasse rühren. In die eingefettete Form löffeln und die Oberfläche glatt streichen. Die Beeren möglichst gleichmässig auf dem Teig verteilen. Form auf das Gitter stellen und etwa 30-35 Minuten bei 190 Grad backen, bis die Stäbchenprobe positiv verläuft. Falls der Kuchen zu schnell bräunt, die Oberfläche locker mit Alufolie abdecken. In der Form auskühlen und vor dem Servieren möglichst ein paar Stunden durchziehen lassen. Und bloss nicht die Schlagsahne dazu vergessen! Wenn schon, denn schon.

Dienstag, 6. Juni 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -105-



[GE]gessen
: Simits mit Frischkäse und Mostbröckli

[GE]trunken: Orangen-Pfirsich-Buttermilch

[GE]kocht: Mehrmals Tee aus frischer Marokkanischer Minze (eigene Ernte)

[GE]backen: Toastbrot mit lila Süsskartoffeln

[GE]wesen: Fast täglich im Garten

[GE]sehen: Maos letzter Tänzer

[GE]lesen
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens - J.R. Stradal
Besessen: Meine Kochmemoiren - Elisabeth Bronfen
Vegane indische Küche - Richa Hingle
Der Sommer, als F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte - Emily Walton

[GE]freut: Viele Bohnen sind schon drei Tage nach dem Säen gekeimt.*froi*

[GE]ärgertEin Glas Sumach bezahlt, aber nicht eingepackt.

[GE]kauft: Dillsamen und Schwarzer Kardamom 

[GE]hört: More than words - Extreme

Aus[GE]mistet und der Berghilfe gespendet:
2,5 Säcke voll Altkleider 

Sonntag, 4. Juni 2017

Puddingtörtchen mit Johannisbeeren und Lavendel (vegan)



Obwohl der späte Frost auch den Johannisbeerbüschen im Garten stark zugesetzt hat, können wir seit dieser Woche die ersten Beeren ernten. Ein paar Meter weiter beginnen die Lavendelsträucher rund um den kleinen Apfelbaum gerade zu blühen, worüber sich Bienen und Hummeln mordsmässig freuen. Herr C. (Allergiker) und das Schweinwoll (Fluginsektenphobie) sind von dem regen Luftverkehr etwas weniger begeistert und werden daher die nächsten Wochen einen grossen Bogen rund um die Bienen-Blüten-Parade machen. Ich hingegen würde mich tagtäglich mit Wonne durch unser Lavendelfeld en miniature wälzen, sofern eine Chance bestünde, dass Grünzeug, Frau und Insekten einigermassen unversehrt bleiben. Da diese Chance aber verschwindend gering ist, vereine ich lieber Beeren und Blüten in einem einfachen Dessert und erfreue mich an dem sommerlichen Duft, den die Törtchen schon beim Backen verströmen.


Für 6 Tartelettes (Glas- oder Blechförmchen mit 10 cm Durchmesser):

  • 35 gr Speisestärke
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Kurkuma
  • 1 Prise Salz
  • 350 ml Mandel-, Reis- oder Hafermilch
  • 2-3 El Zucker
  • 1 fixfertiger, rechteckig ausgewallter Blätterteig
  • 180 gr rote Johannisbeeren, abgezupft
  • 2-3 El Zucker 
  • 1 Tl frische, fein gehackte Lavendelblüten

    Ofen auf 210 Grad vorheizen. Speisestärke, Vanillepulver, Kurkuma und Salz in einer kleinen Schüssel vermischen. Mit 100 ml Pflanzenmilch klümpchenfrei verrühren. Die restliche Pflanzenmilch mit zwei oder drei Esslöffeln Zucker aufkochen. Aufgelöste Speisestärke in die kochende Flüssigkeit giessen. Unter ständigem Rühren eine Minute kochen, bis die Puddingmasse merklich angedickt ist. Vom Feuer nehmen und etwas auskühlen lassen. Unterdessen mit einer Küchenschere aus dem Blätterteig sechs Kreise ausschneiden, die rundherum etwa 1,5 cm grösser als die Förmchen sein sollten. Blätterteig mit dem anhaftenden Backpapier nach unten in die Förmchen legen. Jeweils etwa zwei gehäufte Esslöffel Pudding auf dem Blätterteig verstreichen. Johannisbeeren mit Zucker und den gehackten Lavendelblüten vermischen, auf der Puddingmasse verteilen. Förmchen auf das Gitter stellen und auf der untersten Schiene ca. 25 Minuten backen, bis der Teig gebräunt ist und die Fruchtmasse fröhlich blubbert. Aus dem Ofen holen, etwa 10 Minuten ruhen lassen, dann vorsichtig aus den Förmchen befreien und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.