Samstag, 29. September 2012

Der Tee meines Liebhabers



Tagsüber trinke ich am liebsten Kräutertee. Meist ungesüsst, im Sommer eisgekühlt, im Winter zimmerwarm. Ab und zu begeht Herr C. den Fehler, sich ein Glas voll einzugiessen, um nach einem Schluck lautstark zu bemerken: "Bäh! Igitt! Gruusig! Ist die Zuckerrübenpest schon wieder ausgebrochen?" Dabei verzieht er das Gesicht und gibt Geräusche von sich, als ob er gerade einen Schluck aus dem Ganges genommen hätte. 

Letzthin goss er sich wieder gedankenverloren ein Glas voll ein. Nach einem Schluck verzog er das Gesicht, sah mich böse an und feixte: "Aha, wenn ich auf Geschäftsreise bin, dann kannst du plötzlich vernünftigen Tee machen. Ist dir das Honigglas in die Kanne gefallen oder bevorzugt dein Liebhaber auch gesüsste Getränke?" Ha,ha...


Für eine Tagesration:

  • 2 Beutel Lindenblütentee
  • 2 Beutel Eisenkrauttee
  • 1 Beutel Pfefferminztee
  • 1 Beutel Kamillentee
  • 1 Beutel Salbeitee
  • 1 Beutel Hagebuttentee 
  • 1 Tl Fenchelsamen
  • 1/2 Tl getrocknete Rosmarinnadeln
  • Saft einer Zitrone, Orange oder Grapefruit
  • Agavendicksaft oder Honig

Fenchelsamen und Rosmarinnadeln in ein kleines Tee-Ei füllen. 1,5 Liter Wasser zum Kochen bringen, fünf Minuten abkühlen lassen. Teebeutel und -Ei in eine grosse Teekanne hängen, mit dem heissen Wasser übergiessen, 12-15 Minuten ziehen lassen. Teebeutel und -Ei entfernen, Zitrussaft einrühren und nach Belieben süssen. Tee-Ei wieder in die Kanne hängen, Deckel aufsetzen und auskühlen lassen. Wenn der Tee vollständig ausgekühlt ist, Tee-Ei herausnehmen, evt. nachsüssen und servieren.


Donnerstag, 27. September 2012

Gerstenbrei mit getrockneten Aprikosen



Auf einer Skala von 1-10 (1 = Sehr schlecht, 10 = Perfekt), würde dieses Frühstück von mir eine glatte 10 erhalten! Nussig, fruchtig, süss, sättigend. Unbedingt ausprobieren. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. :-)


Für 2 Portionen:

  • 3 El Gerstengriess 
  • 200 ml naturtrüber Apfelsaft
  • 200 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Tl Spekulatiusgewürz 
  • 5 getrocknete Aprikosen, in kleine Stücke geschnitten
  • frische Früchte (optional)

Griess in ein feines Sieb schütten. Unter fliessendem Wasser waschen, bis das ablaufende Wasser fast klar ist. Falls kein so feines Sieb vorhanden ist, kann der Griess auch in einer Schüssel gewaschen werden. Mit Apfelsaft, Wasser, Salz und dem Spekulatius-Gewürz in einem Topf zum Kochen bringen. Hitze auf kleinste Stufe drehen und den Brei etwa 10 Minuten köcheln lassen. Ab und zu umrühren, damit nichts anbrennt. 

Wenn der Griess weich und die meiste Flüssigkeit aufgesogen ist, die Aprikosenstücke unterrühren. Herd ausschalten, über den Topf ein Geschirrtuch legen, Deckel draufpressen und 10 Minuten ziehen lassen. Nun habt ihr zwei Möglichkeiten. Warm geniessen oder kalt servieren. Wer mag, süsst mit etwas Ahornsirup nach und/oder mischt noch ein paar frische Fruchtstücke unter. Hält sich im Kühlschrank locker 3-4 Tage.


Anmerkung: Gerstengriess ist in orientalischen Shops unter dem Namen "Semoule d'Orge" für wenig Geld erhältlich. In französischen Supermarchés auch oft bei den nordafrikanischen Lebensmitteln zu finden. Ersatzweise fein geschrotete Gerste verwenden, die gibt es zum Beispiel bei Kaufland. Kochzeit entsprechend anpassen.


Montag, 24. September 2012

Pompoenkroketjes aus Curaçao



Ausländische Supermärkte sind meine liebsten Expeditionsgebiete. Erstens entdecke ich dort immer wieder neue, mir bisher unbekannte Lebensmittel. (Die Dose vietnamesischer Spicy Mud Fish war übrigens der Fehlkauf des Jahrhunderts. Obwohl das Etikett so nett aussah). Zweitens befinden sich die Zeitschriftenregale oft direkt bei den Kassen. Mann darf anstehen, während Frau in Ruhe noch etwas Lesestoff auswählt und erst dann an die Kasse geht, wenn die letzten Artikel vom Band rollen. Praktischer geht's kaum.


In Amsterdam stach mir, beim Durchblättern einer "Elle eten", das Rezept für karibische Pompoenkroketjes (Kürbiskroketten) ins Auge. Zeitschrift gekauft und dann kam es, wie es kommen musste. Zu Hause ins Regal gestellt und völlig vergessen. Tja. Jetzt, fast drei Jahre später, kam sie wieder zum Vorschein und zufälligerweise waren alle Zutaten vorrätig. Was'n Glück. Zusammen mit einem Salat een smakelijk diner. 


Für 12 Kroketjes:

  • 500 gr Hokkaido-Kürbis, geputzt gewogen
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Handvoll Petersilie oder Koriander, fein gehackt
  • je 3 Zweiglein Minze und Thymian, Blätter fein gehackt
  • 1 kleine rote Chilischote, entkernt und fein gehackt 
  • 125 gr milder Hartkäse, fein geraspelt
  • etwa 8 El selbst gemachtes Paniermehl oder Panko
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Rapsöl zum Braten

Kürbis in daumendicke Schnitze schneiden und im Dampf garen. Alternativ im Ofen backen, bis Schale und Fruchtfleisch butterweich sind. Mit dem Kartoffelstampfer zu Brei verarbeiten. Zwiebelstücke in wenig Öl anbraten. Wenn sie weich sind, Kräuter und Chili untermischen. Eine Minute mitgaren. Kurz abkühlen lassen. Zuerst die Zwiebelmischung, dann 5 Esslöffel Paniermehl und zum Schluss den Käse unter den Kürbisbrei mischen. Kräftig würzen und zehn Minuten ruhen lassen. Die Masse ist ziemlich weich, aber mit nassen Händen gut formbar. Wenn nicht, etwas mehr Paniermehl untermischen. Zwölf Golfbälle formen, flachdrücken und in Paniermehl wenden. Reichlich Öl in einer grossen Pfanne erhitzen. Die Kroketjes bei mittlerer Hitze auf jeder Seite etwa 5 Minuten braten. Heiss mit einer Chilisauce oder Knobidip servieren.

P.S. Kalte Kroketjes machen auch als Sandwichbelag eine gute Figur.



Freitag, 21. September 2012

Chia-Pudding mit Vanille und Mandelmus



Könnt ihr euch etwas unter der Überschrift "Superduperhyperfood" vorstellen? Nein? Ich mir auch nicht. Bis ich den Artikel dazu las. Es ging um Chia-Samen (Salvia hispanica L.), die momentan in aller Munde sind. Die kleinen Powerpakete sollen reich am Omega 3- & Omega 6 Fettsäuren, Proteinen, Antioxidantien und Vitaminen sein. Nebenbei sollen sie die Konzentration stärken und für mehr Ausdauer sorgen. Viele schwärmen auch von einem Diäteffekt, da die kleinen Samen ein lange andauerndes Sättigungsgefühl hinterlassen. Mehr zum Thema und eine Bestellmöglichkeit zum Beispiel hier.

Update Februar 2013: Neuerdings werden die Samen auch bei Alnatura verkauft. Von Dr. Jacobs sind sie in einigen (Online)Apotheken und Drogerien erhältlich. Wer in der Nähe von Rheinfelden wohnt, kann sie sich direkt im Birlin Mühleladen zum unschlagbar günstigen Preis von knapp 4 Euro für 500 Gramm besorgen. Update Mai 2014: Im Mühleladen ist der Preis mittlerweile auf 9 Euro gestiegen. :-(

Neugierig, wie ich immer bin, durfte kürzlich ein Päckchen in den Einkaufskorb hüpfen. Erster Eindruck: Kein wahrnehmbarer Duft, kaum Eigengeschmack. Wunderfitzig einen Esslöffel voll mit Wasser und einen mit roher Mandelmilch angerührt und über Nacht quellen lassen. Am nächsten Morgen sah's wie Froschlaich aus. Njammi... Die in Wasser angerührten Samen schmeckten nach nichts, die in der Mandelmilch nur sehr verhalten. Um mehr Pfiff an das Glibberzeug zu bekommen, nahm ich Mandelmus, welches dem Pudding einen leckeren Marzipangeschmack verpasst. Optisch zwar immer noch seeehr gewöhnungsbedürftig, aber wenn's gesund ist, muss es ja nicht auch noch hübsch sein. Von wegen innere Werte und so.


Für 2 Portionen:

  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 gehäufter El Mandelmus
  • 1-2 Tl Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz
  • etwas Vanillemark
  • 3 El Chia Samen

Alle Zutaten der Reihe nach in einer Schüssel gründlich verquirlen. Abdecken, in den Kühlschrank stellen und über Nacht einweichen lassen. Am nächsten Morgen mit Fruchtstückchen mischen oder pur löffeln.


Mittwoch, 19. September 2012

Algerische Harira-Suppe (ohne Fleisch)



Ich liebe den Herbst. Schwesterherz würde jetzt einwerfen: Aber nur, weil du im Herbst Geburtstag hast. Vielleicht steckt in dieser Aussage ein Fünkchen Wahrheit. Doch eigentlich mag ich den Herbst so sehr, weil es die melancholischste Jahreszeit ist. Regen, Nebel, buntes Laub, lange Spaziergänge, kalte Hände. Und dann nach Hause kommen, eine grosse Schüssel heisse Suppe schnappen und mich auf dem Sofa einkuscheln. Genau das mag ich. Auch ohne Torten und Geschenke.


Für 4-6 Personen:

  • 100 gr Gerstengriess (Belboula)
  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 grosse Karotte
  • 2 Selleriestangen
  • 1 grosse Fenchelknolle
  • 2 grosse Tomaten, enthäutet und entkernt 
  • 1 El Olivenöl
  • 1 El Tomatenmark
  • 1/2 El frisch geriebener Ingwer
  • 1 Tl Kurkumapulver
  • 1 Tl Zimt
  • 1/4 Tl schwarzer Pfeffer, grob zermörsert
  • Salz
  • 100 gr gekochte Kichererbsen
  • 1 Handvoll Petersilie oder Koriander, fein gehackt
  • frisch gepresster Zitronen- oder Limettensaft

Griess in ein feines Sieb geben und unter fliessendem Wasser so lange waschen, bis das Wasser klar bleibt. Im Sieb zur Seite stellen. Gemüse putzen und/oder schälen und in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem grossen Topf erhitzen, Gemüsewürfel (bis und mit Fenchel) darin anschwitzen. Tomatenmark, geriebener Ingwer, Kurkuma, Pfeffer und Zimt zugeben, zwei Minuten bei hoher Hitze rührbraten. Tomatenwürfel dazu, mit 1,5 Liter kaltem Wasser auffüllen und kräftig salzen. Suppe zehn Minuten köcheln lassen. Gerstengriess einrühren. Kochen lassen, bis der Griess weich ist. Zwischendurch immer mal wieder umrühren, damit nichts am Boden anpappt. Kurz vor Ende der Garzeit Petersilie und Kichererbsen unterrühren. Suppe mit Zitronen- oder Limettensaft abschmecken, eventuell nachwürzen und heiss servieren.

Anmerkung: Wenn die Suppe zu dick wird, mit heissem Wasser bis zur gewünschten Konsistenz verdünnen. Gerstengriess erhält man in Geschäften mit nordafrikanischen Lebensmitteln oder in gut sortierten Bioläden. 


Montag, 17. September 2012

Der Duft des Herbstes: Quittentee



Quitten sind für mich die schönsten Vorboten des Herbstes. Nebenbei sind sie noch die widerspenstigsten Früchtchen, die mir je unter die Finger gekommen sind. Oder kennt ihr jemanden, der sich beim Quitten schälen und/oder schneiden nicht schon mal verletzt hat? Eben. Spätestens beim Kerngehäuse hört der Spass auf. Sogar der superscharfe Gemüsehobel verweigert hier seinen Dienst. Nach unzähligen Fingerwunden kam irgendwann die Erleuchtung. Die Küchenmaschine könnte es meistern. Und siehe da, es funktionierte einwandfrei! Zu meinem grossen Kummer musste die Maschine im Sommer entsorgt werden. Der Aufsatz hatte einen Riss und die Herstellerfirma keine Ersatzteile mehr für über 20 Jahre alte Küchengeräte. *soifz*


Da kommt mir Zorras Event "Rezepte für Sieger" zu ihrem achten Blog-Geburtstag doch gerade recht. Zu gewinnen gibt es Stabmixer und, was für ein Zufall, eine Küchenmaschine! Ausserdem werden die eingereichten Rezepte in einem Hardcover-Buch zusammengefasst und dieses an die Teilnehmer verschenkt! Wow! Da lasse ich mich natürlich auch nicht lumpen und steuere gerne mein Lieblingsrezept für Quitten bei. 


Für eine Kanne Tee:

  • 1 mittlere Quitte (etwa 250 gr)
  • 1,5 Liter kaltes Wasser
  • 2 Gewürznelken
  • 1/2 Vanilleschote, ausgekratzt 
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 El Zucker

Quitte mit einem Küchentuch gründlich abreiben, um den Flaum zu entfernen. Waschen und, je nach Grösse, halbieren oder vierteln. Samt Schale und Kerngehäuse mit Hilfe der Küchenmaschine in 2-3 Millimeter dünne Scheiben schneiden. Wer keine Küchenmaschine hat, kann dies auch von Hand tun. 
Quittenstücke zusammen mit allen anderen Zutaten in einem Topf zum Kochen bringen. Zehn Minuten köcheln lassen, bis die Fruchtstücke sehr weich sind, aber noch nicht zu Mus zerfallen. Topf vom Herd ziehen, Deckel auflegen und mindestens vier Stunden, besser über Nacht, durchziehen lassen. Tee durch ein feines Sieb oder einen Nussmilchbeutel filtern. Wieder erhitzen, in eine Teekanne umfüllen und mit Zuckerstückchen servieren. Schmeckt übrigens auch kalt ganz vorzüglich. An frostigen Herbstabenden verfeinere ich den Tee für Erwachsene gerne mit einem Schuss Rum oder Arrak.


Sonntag, 16. September 2012

Dampfnudeln aus dem Ofen



Geplant waren Germknödel. Bis mir sämtliche Supermärkte in der näheren Umgebung einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Kein Powidl und kein gemahlener Mohn auf weiter Flur.


Ännet der Grenze fast überall erhältlich, hier so gut wie unbekannt, wie diese Nachfrage beweist:
"Was wollen sie? Powedel? 
Ist das was zum Abstauben?"


Dann halt nicht. Dampfnudeln sind ja auch ganz nett. Kurzerhand Eckart Witzigmanns Rezept vereinfacht, etwas umgemodelt, Eier durch mehr Flüssigkeit ersetzt und die Erdbeerfüllung unterschlagen. Erdbeerkonfitüre gehört meiner Meinung nach auf's Butterbrot, aber nicht in eine Dampfnudel. Nach dem ersten Bissen stand fest, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Sehr sogar. 


Für 4-6 Personen:

  • 500 gr Mehl
  • 40 gr Zucker
  • 6 gr Salz
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 100 gr Butter
  • 300 ml Milch
  • 1 El Rum

Mehl, Zucker, Salz und Hefe in der Schüssel der Rührmaschine mischen. In der Mitte eine Mulde formen. Butter in einem Topf schmelzen, Milch zugeben und handwarm werden lassen. Rum unterrühren und alles in die Mulde giessen. Küchenmaschine zuerst zwei Minuten auf kleiner Stufe, dann etwa acht Minuten auf mittlerer Stufe kneten lassen. Der Teig soll nicht mehr kleben und so geschmeidig wie ein Ohrläppchen sein. Vierzig Minuten an einem warmen Platz aufgehen lassen, bis sich das Volumen beinahe verdoppelt hat. Kurz durchkneten und in acht Portionen teilen. Abgedeckt zehn Minuten entspannen lassen, dann zu Kugeln formen.

Guss:

  • 300 ml Milch
  • 2 El Zucker
  • 50 gr Butter
  • 1 Prise Salz

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Alle Zutaten für den Guss in einem Topf erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Butter geschmolzen ist. Die Hälfte der lauwarmen Flüssigkeit in einen gusseisernen Bräter giessen. Dampfnudeln mit der Naht nach unten in die Flüssigkeit setzen. Mit der restlichen Milchmischung begiessen, Deckel aufsetzen und 20 Minuten gehen lassen. Auf der zweituntersten Schiene in den Ofen schieben und 30 Minuten backen. Ofen ausschalten und den Bräter noch 15 Minuten im Ofen stehen lassen. Wichtig: Während der ganzen Zeit im Ofen den Deckel nicht öffnen, sonst fallen die Dampfnudeln zusammen. Verlangt einiges an Selbstbeherrschung, aber ihr schafft das. Bestimmt. Noch warm mit Vanillesauce servieren.

Anmerkung: Für die einen sind es Rohrnudeln, weil im Ofen gebacken. Für die anderen, zu denen ich gehöre, Dampfnudeln. Gibt es noch eine dritte Fraktion bzw. andere Bezeichnungen?


Freitag, 14. September 2012

Süsse Vanillesosse (ohne Eier & vegane Varianten)




Vanillesosse passt beispielsweise zu: 


Braucht es noch mehr Argumente? :D


Für zwei Saucenliebhaber oder vier normale Menschen:

  • 500 ml Milch
  • 30-40 gr Zucker
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 1 Prise Salz
  • 1 Msp Kurkuma 
  • 1 Msp Zimt
  • 20 gr Speisestärke
  • 2 El Sahne

400 ml Milch mit Zucker, Vanillemark, Salz, Curcuma und Zimt zum Kochen bringen. Unterdessen die Speisestärke in der restlichen Milch auflösen. Sobald der Topfinhalt kocht, Topf vom Herd nehmen und die angerührte Speisestärke zügig unterrühren. Topf wieder auf's Feuer setzen. Unter ständigem Rühren etwa zwei Minuten köcheln, bis die Sosse merklich andickt. In eine hitzebeständige Schüssel oder einen Krug umfüllen und die Sahne unterrühren. Während die Sosse abkühlt, immer mal wieder mit dem Schneebesen durchrühren, damit sich keine Haut bildet. Lauwarm oder kalt servieren. 

Für eine vegane Vanillesosse die Kuhmilch durch Cashew- oder Mandelmilch und die Sahne durch Cashewsahne oder dicke Kokosmilch ersetzen. Die Cashewvariante schmeckt neutraler, die Mandel-Kokos-Variante exotischer. Je nach Geschmack, etwas stärker süssen. Die Zubereitung bleibt gleich. 

Anmerkung: Falls die Sosse zu dick wird, mit etwas Milch oder Sahne verdünnen. Kurkuma verleiht einen leichten Gelbstich, geschmacklich nimmt man ihn nicht wahr. Wenn keiner zur Hand ist, einfach weglassen. Oder für die Luxusvariante durch Safranpulver ersetzen. Hält sich im Kühlschrank 3-4 Tage.


Mittwoch, 12. September 2012

Rüebliknöpfli (übersetzt: Karottenknöpfle)



Was man nicht alles findet, wenn man etwas ganz anderes sucht. Meist läuft es etwa so ab: Wo zum Teufel ist - beispielsweise - meine Sonnenbrille? Erste Schublade auf. Nein, hier ist sie nicht. Aber was glänzt denn da in der Ecke? Aha, hierhin hat sich die neu gekaufte Fahrradklingel verzogen. Gut, muss ich mir merken (20 Sekunden später hab ich's natürlich wieder vergessen). Zweite Schublade auf. Keine Sonnenbrille, aber die lange gesuchte Haarspange. In der dritten Schublade finden sich unter den Handschuhen völlig vergessene Handcrème- und Parfümpröbchen. Upps. Und so weiter und so fort.

Geht mir nicht nur im echten Leben so, sondern auch im Internet. Ziel der Suche sollte eigentlich ein Rezept für Kürbis-Amaretti-Torte sein. Über absolut nicht mehr nachvollziehbaren Umwegen landete ich dann bei den Karottenspatzeln von Genussmousse. Zutaten waren alle da, Spätzlehobel ebenfalls, also ran an den Topf.

Für 2-3 Personen als Beilage:

  • 200 gr Karotten, geschält gewogen
  • 1 grosses Ei
  • 200 gr Mehl
  • Salz, schwarzer Pfeffer 
  • 1-2 El Butter 

Karotten in sehr dünne Scheiben schneiden. In einen kleinen Topf geben und knapp mit Wasser bedecken. Salzen, Deckel drauf und sehr weich kochen. Noch heiss mit dem Mixstab zu einem glatten Brei pürieren. 

Püree in eine Rührschüssel umfüllen. Ei zugeben und gut unterrühren. Dann das Mehl und etwas Salz untermischen. Nun kommt der lustige Teil. Mit einer Lochkelle muss der Teig so lange geklopft werden, bis er Blasen wirft. Das dauert gut und gerne zehn Minuten und erfordert Muckis. Also eine ideale Aufgabe für den Herrn, der damit seine Männlichkeit unter Beweis stellen kann. Ist kein Mann verfügbar, tut's zur Not auch eine Küchenmaschine. Aber bloss nicht weitersagen, sonst protestieren die Puristen wieder.

Einen grossen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Spätzlehobel positionieren und den Teig portionsweise ins siedende Wasser durchdrücken. Wenn die Knöpfli auf der Oberfläche schwimmen, mit einer Schaumkelle herausfischen. Etwas Butter untermischen, damit die Knöpfli nicht zusammenkleben. Pfeffern und heiss servieren.

Man könnte die Knöpfli auch kurz in Butter anbraten. Oder Kräuter (z.B. Thymian, Estragon) untermischen und alles am Schluss mit geriebenem Käse überschneien. Pilzragout würde sich sicher auch als Begleitung eignen. Oder doch lieber ein Rehragout dazu servieren?


Montag, 10. September 2012

Herbstlich gewürzte Pfirsich-Hafer-Muffins (vegan)


Ich bin ja ein bekennender Frühstücksverweigerer. Bevor ich nicht richtig wach bin, kann ich beim besten Willen nichts herunterbringen. Früher war meine erste Mahlzeit des Tages oft das Mittagessen. Doch je älter ich werde, desto früher schreit mein Körper nach Futter. Lösung: Hastig verschlungene Süssigkeiten. Kein Idealzustand, ich weiss. Deshalb werde ich in den nächsten Wochen versuchen, dies zu ändern. Mein Ziel ist es, ein paar Minuten früher aufzustehen und etwas "Vernünftiges" (wie meine Mutter sagen würde) zu essen. Keine leichte Aufgabe. Um mir die Umstellung zu erleichtern, sind in den letzten Tagen diverse gesunde Frühstücksalternativen in den Vorratsschrank gezogen. Hafer-, Dinkel-, Mehrkorn- und Reisflocken, Quinoa, Gerstengriess, Amaranth, Chufas Nüssli und Chia.

Stellt euch also schon mal darauf ein, dass es hier in nächster Zeit etwas "breiig" zugehen wird. Doch zuvor noch ein "Müsli-to-go" in Form von Pfirsichmuffins. Wir wollen ja nicht gleich mit Hardcorezeug beginnen. ;-) 


Für 12 Muffins:
            
  • 3 mittlere Plattpfirsiche / 1 normaler Pfirsich
  • 100 gr Haferflocken
  • 100 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 75 gr Vollkorndinkelmehl
  • 100 gr Rohrzucker
  • 1 geh. El Speisestärke
  • 1 Tl Natron
  • 1 Tl Backpulver
  • 1/2 Tl Salz
  • 1 Tl gemahlener Koriander
  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • wenig frisch geriebene Muskatnuss

Pfirsiche vierteln, Haut abziehen und jedes Viertel in drei Schnitze schneiden. Abgedeckt zur Seite stellen. Haferflocken im Mixer zu feinem Puder zerkleinern. Macht nichts, wenn ein paar grössere Stückchen übrig bleiben. Das sorgt für etwas Biss. Hafermehl kurz in einer Pfanne rösten, bis es anfängt intensiv zu duften. Auskühlen lassen und mit den übrigen Zutaten in einer Rührschüssel vermischen.

  • 100 gr Rapsöl oder natives Kokosöl, geschmolzen
  • 200 gr Hafermilch und 75 gr Sojajoghurt            
  • 4 El Apfelmus, ungezuckert
  • Saft einer halben Zitrone

Ofen auf 190 Grad vorheizen. Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder Vertiefungen gut ausbuttern. Alle Zutaten in einer kleinen Schüssel mischen. Zu den trockenen Zutaten geben und kurz (kurz! kurz!! kurz!!!) durchmischen. Teig in die Vertiefungen löffeln und mit je drei Pfirsichschnitzen belegen. Auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten backen. Stäbchentest machen und wenn nichts mehr klebt, Form aus dem Ofen holen. Muffins einige Minuten in der Form abkühlen lassen. Danach rausholen und auf ein Kuchengitter setzen. 

Anmerkung: Bitte übriggebliebene Muffins im Kühlschrank aufbewahren, da die Fruchtstücke schnell zu schimmeln anfangen. Hafermilch und Sojajoghurt können durch 275 Gramm Buttermilch ersetzt werden. Da ich Sojajoghurt verabscheue, bevorzuge ich diese unvegane Variante. Inspiriert von einem Muffinrezept aus dem Buch Good to the Grain von Kim Boyce. 


Freitag, 7. September 2012

Kirsch-Schoko-Kuchen aus der Nähe des Schwarzwaldes



Vielleicht habe ich eine besondere Vorliebe für Kuchen mit Schokolade und Sauerkirschen, weil ich schon als Kind ein grosser Fan von Schwarzwälder Torte war. Leider gab es davon immer nur winzige Stücke, sonst wäre das arme Kind ja plötzlich angetüddelt gewesen. Ich hätte ja nichts dagegen gehabt, aber nach der Sache mit dem Champagner bei der Hochzeitsfeier meiner Schwester... Ich schweife wieder mal ab. Den amüsanten Rest erzähle ich euch ein anderes Mal. 

Obwohl ich diverse Torten sehr gerne esse, selber backen mag ich sie nur sehr selten. Der Aufwand, die Fummelei, die vielen Schüsseln und Utensilien, die nachher abgewaschen werden müssen... Ne, ne, dann lieber in der einfachen Version. Aromatischer Schokokuchen mit reichlich Kirschen, supersaftig, da mit Kirsch und Orangensaft statt Zuckersirup getränkt, dazu geschlagene Sahne. Soviel Aufwand ist vertretbar.


Für eine Brownieform (20 x 30 cm):

  • 100 gr Bitterschokolade (64%)
  • 200 gr Mehl
  • 40 gr Speisestärke
  • 30 gr Kakao
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 250 gr Butter, sehr weich
  • 250 gr Zucker
  • 4 Eier Grösse L
  • 120 gr Milch
  • 1 Glas Schattenmorellen/Sauerkirschen, abgetropft (ca. 350 gr)
  • 3 grosse Orangen, nur Saft
  • 3 El Kirsch 

Ofen auf 180 Grad vorheizen.    

Schokolade in kleine Stücke brechen und mit 25 gr Butter im Wasserbad schmelzen. Leicht auskühlen lassen. Unterdessen Mehl, Speisestärke, Kakao, Salz und Backpulver in einer Schüssel mischen. Butter und Zucker schaumig rühren. Eier einzeln einrühren, dann die geschmolzene Schokolade untermischen. Mehlmischung zur Fettmasse sieben und klümpchenfrei verrühren. Am Schluss noch die Milch untermischen. Teig in die ausgebutterte oder mit Backpapier ausgelegte Form füllen. Mit den Sauerkirschen belegen (nicht andrücken!). Auf der mittleren Schiene 50-55 Minuten backen. Stäbchentest nicht vergessen. In einem Kännchen Orangensaft und Kirsch verrühren. Wenn nichts mehr klebt, Kuchen aus dem Ofen holen und sofort mit dem Orangensaft tränken. Mindestens zwei Stunden durchziehen lassen. Mit viel geschlagener Sahne servieren. Anmerkung: Der Kirsch ist optional, verleiht dem Kuchen aber einen Hauch von Schwarzwälder Torte. 

Mittwoch, 5. September 2012

Besten Dank, aber ich verzichte auf einen Nachschlag



Meine Lieben, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich möchte zukünftig nicht mehr mit Awards bedacht werden. Seit Anfang Juli sind drei Awardnominierungen eingetrudelt, für die ich mich (wegen meiner teilweise unfreiwilligen Blogpause) nicht zeitnah bedanken konnte. Eine Bloggerin hat sich über diese "Art des Totschweigens" ziemlich geärgert und mir ihren Frust per Mail mitgeteilt. Auch wenn ich ihre Ungeduld und Enttäuschung nachvollziehen kann, ich habe keine 24 Stunden/7 Tage-Präsenzpflicht und ob ich hier einen Blog freundschaftlich verlinken möchte oder nicht, ist immer noch meine Entscheidung. Es tut mir trotzdem sehr leid, eine Leserin auf diese Art und Weise zu verlieren. 

Um solchen Missverständnissen in Zukunft aus dem Weg zu gehen, erkläre ich meinen Blog zur awardfreien Zone. Ich freue mich aber natürlich weiterhin über eure Kommentare und Bestechungsversuche in Form von Kochbüchern, Küchengeräten, Ferienwohnungen.... :D


Dienstag, 4. September 2012

Roggenbrot mit Zwetschgen - Fast wie aus dem Wallis



Beim Thema Roggen-Sauerteigbrot sind Herr C. und ich uns einig. Wir mögen es beide nicht besonders. Oder präziser ausgedrückt: Er hasst es. Seine Mutter brachte früher oft Roggenbrote mit nach Hause, die die Bezeichnung Folterinstrumente verdient hätten. Ich zitiere: Klitschig-schmierige Klumpen, die eklig sauer schmeckten und lang andauerndes Bauchweh verursachten. Seither hegt er eine verständliche Aversion gegen Brote mit einem hohen Roggenanteil. Mich hat es glücklicherweise nicht so schlimm getroffen. Meine Mutter hatte bei der Auswahl unseres Bäckers anscheinend ein besseres Händchen.

Aber ab und zu gelüstet es mich doch nach einem Roggenbrot. Dann backe ich dieses mild-säuerliche Mischbrot, welches gut verpackt drei Tage frisch bleibt. Dazu Butter, Trockenfleisch, Käse, ein Glas Rotwein und das Ferienfeeling stellt sich ganz von alleine ein. Genau so, wie sich Sandra (From-Snuggs-Kitchen) das für ihren Blogevent "Urlaubsgerichte" wünscht. Mitmachen lohnt sich, es winken drei tolle Preise (u.a. eine Krups Eismaschine)! Jetzt aber hurtig, denn Abgabeschluss ist am 7. September 2012.


Für ein Brot:

  • 50 gr selbst getrocknete Zwetschgenhälften ohne Stein

Zwetschgen mit lauwarmem Wasser bedecken und 3-4 Stunden einweichen. Wasser abgiessen und die Früchte in einem Sieb gut abtropfen lassen. Danach mit Küchenpapier trockentupfen und in kleine Stücke schneiden. Abgedeckt zur Seite stellen.

  • 350 gr Roggenvollkornmehl (plus 3 El für die Arbeitsfläche & zum Bestreuen)
  • 200 gr Ruchmehl oder Mehl Typ 812
  • 3 gr Trockenhefe
  • 15 gr getrockneter Natursauerteig
  • 1 El Zucker
  • 11 gr Salz
  • 350-400 ml Wasser, lauwarm

Alle Zutaten bis und mit Salz in einer Schüssel mischen. In der Mitte eine Mulde formen und 350 ml Wasser reingiessen. Mit den Händen oder der Küchenmaschine rasch zu einem glatten Teig kneten. Falls er zu trocken ist, restliches Wasser esslöffelweise zugeben. Der Teig darf nicht mehr an den Händen kleben, sollte aber auch nicht bröckelig sein. Abgedeckt an einem nicht zu warmen Plätzchen 2-3 Stunden aufgehen lassen, bis sich sein Volumen fast verdoppelt hat.

Die Zwetschgenstücke unterkneten, bis sie sich gleichmässig im Teig verteilt haben. Auf wenig Roggenmehl zu einer Kugel formen und mit den Händen leicht flach drücken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit etwas Wasser einstreichen. Ein bis zwei Esslöffel Roggenmehl auf die Oberfläche streuen. Eine ausreichend grosse Schüssel über den Teig stülpen und so lange aufgehen lassen, bis sich an der Oberfläche gleichmässige Risse zeigen. Im Sommer dauert das etwa eine Stunde, im Winter auch schon mal 2-3 Stunden. Zwischendurch einfach mal unter die Schüssel linsen.

Ofen auf 230 Grad vorheizen. Schüssel entfernen und das Brot auf der mittleren Schiene 10 Minuten backen. Dann die Hitze auf 180 Grad senken und weitere 40 Minuten backen. Klopftest machen und vor dem Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.


Anmerkungen:
Getrockneten Sauerteig gibt es beispielsweise bei Alnatura (Arche Natursauerteig) oder Coop (Naturaplan Sauerteigpulver). Die getrockneten Zwetschgen können durch 100 gr Dörrpflaumen (ohne Einweichen) oder 100 gr Walnüsse ersetzt werden. Quelle: Knuspriges Brot von Betty Bossi



Montag, 3. September 2012

Couscous mit geröstetem Broccoli und Walnüssen



Heute mogle ich mal. Und zwar diesen Beitrag zu Zorras Geburtstagsevent "Walnüsse knacken & backen". Bedingungen: Im Rezept müssen Walnüsse UND ein Aufenthalt im Ofen vorkommen. Da denkt man natürlich gleich an Brote, Kuchen, Torten, Kekse oder ähnliches. Meine Gedanken gingen Richtung Apérogebäck aus Hefeteig mit Walnüssen und Roquefort. Rezept erfunden, gebacken, für gut befunden und dann im Stress tatsächlich vergessen, die Teilchen zu fotografieren! Als mir mein Fauxpas bewusst wurde, waren alle weg. Weg! Gemampft von einer Meute hungriger Familienmitglieder. Ich könnte mir jedes Haar einzeln ausreissen!


Bis zum Einsendeschluss am 15. September werde ich wohl nicht mehr genügend Zeit für eine zweite Backorgie erübrigen können. Falls doch, reiche ich das Rezept inkl. Fotos natürlich nach. Bis dahin bewege ich mich mal in einer Grauzone und reiche ein sehr leckeres Rezept ein, bei dem die Walnüsse nur ein paar Minuten im Ofen mitgeröstet werden. Liebe Zorra, bin ich trotzdem zugelassen? *wimperklimper*


Für 2-3 Personen als Hauptgericht oder für 4 Personen als Beilage:

  • 1 Broccoli (ca. 500 gr)
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1-2 El Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 50 gr Walnusshälften, in Stücke gebrochen

Ofen auf 210 Grad vorheizen. Broccoli in mundgerechte Röschen teilen, waschen, kurz abtropfen lassen und in eine Schüssel geben. Knoblauchzehen schälen, ggf. entkeimen, in Scheiben schneiden und zum Broccoli geben. Mit Salz, Pfeffer und Olivenöl mischen, bis alle Stücke schön eingeölt sind. Backblech mit Backpapier belegen, Gemüse darauf verteilen. Die Stücke sollten nicht aufeinander, aber dicht nebeneinander liegen. So gart der Broccoli gleichmässiger. Auf der mittleren Rille etwa 15-25 Minuten backen. Je kleiner die Röschen, desto kürzer die Garzeit. Alle 5 Minuten umrühren und probieren. Sobald die Röschen halb gar (noch ziemlich knackig) sind, Walnüsse darüber verteilen. Die Nüsse sollten so zwischen 5 und 10 Minuten im Ofen sein, damit sie anrösten, aber nicht verbrennen. Wenn der Broccoli noch leicht knackig ist und die Walnüsse wunderbar duften, kann das Blech aus dem Ofen. 

  • 120 gr Wasser
  • 120 gr heller Couscous oder halb Vollkorn/halb hell
  • Salz
  • 2 Prisen getrockneter Oregano
  • 1 El Olivenöl
  • 1 Tl abgeriebene Zitronenschale
  • Saft einer Zitrone
  • 100 gr Feta   (oder 2-3 El Edelhefeflocken für die vegane Variante)

Während der Broccoli im Ofen weilt, das Wasser mit Salz und Oregano in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Couscous zugeben, umrühren und 30 Sekunden kochen lassen. Hitze abdrehen, über den Topf ein Küchentuch legen und Deckel draufdrücken. Nach Packungsaufdruck gar ziehen lassen (etwa 5 Minuten). Mit einer Gabel auflockern. In eine Porzellanschüssel umfüllen, mit Öl, Zitronensaft und -schale mischen. Dann das Gemüse vom Blech zugeben. Feta oder Hefeflocken unter den lauwarmen Schüsselinhalt mischen. Abschmecken und sofort verputzen oder noch ein paar Minuten durchziehen lassen und dann geniessen.

Anmerkung: Hört sich im ersten Moment kompliziert an, ist es aber nicht. Normalerweise brauche ich maximal 30 Minuten, bis der Couscous auf dem Tisch steht. Ideenquelle: Foodie Reflections


Sonntag, 2. September 2012

Sonntagsspaziergang mit Déjà-vu


 Yep, wir haben's getan. Schon wieder ein Spaziergang auf der Chrischona. 


 Und wie letztes Mal, war das Wetter nicht gerade berauschend


 Kleine Zwischenverpflegung
Warnhinweis: Nur für Menschen mit einem Saumagen
(siehe Kommentare)


Hab 'nen Pilz gefunden!
(Bei meinem Glück garantiert giftig oder tödlich....)


Mann und Hund flüchteten vor dem Regen in den Wald und von dort aus Richtung Parkplatz
Memmen! ;-)


Samstag, 1. September 2012

Herbstanfangsgruss (aka Lauch-Pilz-Kartoffel-Wähe)



Herr C. war vorgestern mal kurz im Schrebergarten und brachte einen riesigen Korb voll Gemüse zurück. Kartoffeln, Bohnen, Tomaten, Lauch, Kürbisse und Kräuter in rauhen Mengen. Bei dem herbstlichen Wetter fiel die Entscheidung, was aus dieser Pracht werden sollte, nicht schwer. Aus den Kartoffeln wurden Pommes Anna, dazu Bohnen und Tomaten mit Roquefort-Senfsauce. Ein Kürbis wurde zu Suppe, die restlichen Exemplare harren ihres noch unbekannten Schicksals. Einige Kräuter sind nun in der "Quer-durch-den-Garten-Salzkräutermischung", der Rest wanderte in den Dörrer. Rezepte folgen.


Übrig blieb der Lauch, nicht gerade mein Lieblingsgemüse. Gekocht mag ich ihn, ausser in einer Gemüsesuppe, überhaupt nicht. Gebraten schon eher. Als Wähenfüllung finde ich ihn ganz okay, aber mehr als ein, zwei Stücke mag ich davon auch nicht essen. Zum Glück ist meine Familie nicht so schnäderfrässig (für alle Nichtschweizer: verschleckt/wählerisch) und so finden sich immer genug dankbare Abnehmer. Natürlich nur, falls Herr C. etwas davon übrig lässt. 


Teig  :

  • 250 gr Pellkartoffeln vom Vortag
  • 1/2 Tl Salz
  • 50 gr flüssige Butter, ausgekühlt
  • 1 Ei
  • 175 gr Mehl
  • 1/2 Tl Backpulver
  • 2 grosszügige Prisen Muskatnuss

Kartoffeln schälen und fein raffeln. In einer Schüssel kurz mit Salz, Butter und Ei verrühren. Mehl mit Backpulver und frisch geriebenem Muskat mischen, zur Kartoffelmasse sieben und schnell zu einem Teig verkneten. Geht am besten mit den Händen. Bloss nicht zu lange bearbeiten, sonst wird der Teig gummig. In Klarsichtfolie packen und 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. 


Füllung:

  • 20 gr getrocknete Pilze (z. B. Steinpilze, Totentrompeten, Shiitake, Champignons)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 El Butter
  • 500 gr Lauch (2 grosse Stangen)
  • je 1 Zweig Bohnenkraut und Thymian, Blättchen abgezupft
  • 100 ml Weisswein
  • 200 ml Sahne
  • 1 Ei
  • Salz und Pfeffer

Pilze mit heissem Wasser übergiessen und nach Packungsaufdruck einweichen lassen. Einweichwasser abgiessen, Pilze gut abbrausen, abtropfen lassen und sehr fein hacken oder im Mixer zerkleinern. 

Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und ebenfalls fein hacken. Lauch gründlich putzen und in kleine Stücke schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. Lauchwürfel zugeben, so lange mitdünsten, bis das Gemüse fast gar ist. Hitze erhöhen, Pilze und Kräuter zugeben, zwei Minuten mitbraten. Mit Weisswein ablöschen. Wenn der Wein verdampft ist, 100 ml Sahne unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Pfanne zur Seite stellen und Füllung etwas auskühlen lassen. Unterdessen in einer Schüssel die restliche Sahne mit dem Ei verquirlen.

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Während die Füllung auskühlt, eine Wähen- oder Tarteform (28 cm Durchmesser) ausbuttern oder mit Backpapier auslegen. Teig auf wenig Mehl auswallen, in die Form legen und den Rand nachformen. Oder den Teig direkt mit den Händen in die Form drücken. Füllung mit der Eiersahne gut verrühren und gleichmässig auf dem Teig verstreichen. Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen, bis der Teig gebräunt und die Füllung fest ist. Lauwarm oder ausgekühlt servieren. Reicht für 4-6 Personen.

Anmerkung: Das Teigrezept (dort für Schinkengipfeli) stammt aus einer alten "Chuchi"-Ausgabe.