Mittwoch, 12. September 2012

Rüebliknöpfli (übersetzt: Karottenknöpfle)



Was man nicht alles findet, wenn man etwas ganz anderes sucht. Meist läuft es etwa so ab: Wo zum Teufel ist - beispielsweise - meine Sonnenbrille? Erste Schublade auf. Nein, hier ist sie nicht. Aber was glänzt denn da in der Ecke? Aha, hierhin hat sich die neu gekaufte Fahrradklingel verzogen. Gut, muss ich mir merken (20 Sekunden später hab ich's natürlich wieder vergessen). Zweite Schublade auf. Keine Sonnenbrille, aber die lange gesuchte Haarspange. In der dritten Schublade finden sich unter den Handschuhen völlig vergessene Handcrème- und Parfümpröbchen. Upps. Und so weiter und so fort.

Geht mir nicht nur im echten Leben so, sondern auch im Internet. Ziel der Suche sollte eigentlich ein Rezept für Kürbis-Amaretti-Torte sein. Über absolut nicht mehr nachvollziehbaren Umwegen landete ich dann bei den Karottenspatzeln von Genussmousse. Zutaten waren alle da, Spätzlehobel ebenfalls, also ran an den Topf.

Für 2-3 Personen als Beilage:

  • 200 gr Karotten, geschält gewogen
  • 1 grosses Ei
  • 200 gr Mehl
  • Salz, schwarzer Pfeffer 
  • 1-2 El Butter 

Karotten in sehr dünne Scheiben schneiden. In einen kleinen Topf geben und knapp mit Wasser bedecken. Salzen, Deckel drauf und sehr weich kochen. Noch heiss mit dem Mixstab zu einem glatten Brei pürieren. 

Püree in eine Rührschüssel umfüllen. Ei zugeben und gut unterrühren. Dann das Mehl und etwas Salz untermischen. Nun kommt der lustige Teil. Mit einer Lochkelle muss der Teig so lange geklopft werden, bis er Blasen wirft. Das dauert gut und gerne zehn Minuten und erfordert Muckis. Also eine ideale Aufgabe für den Herrn, der damit seine Männlichkeit unter Beweis stellen kann. Ist kein Mann verfügbar, tut's zur Not auch eine Küchenmaschine. Aber bloss nicht weitersagen, sonst protestieren die Puristen wieder.

Einen grossen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Spätzlehobel positionieren und den Teig portionsweise ins siedende Wasser durchdrücken. Wenn die Knöpfli auf der Oberfläche schwimmen, mit einer Schaumkelle herausfischen. Etwas Butter untermischen, damit die Knöpfli nicht zusammenkleben. Pfeffern und heiss servieren.

Man könnte die Knöpfli auch kurz in Butter anbraten. Oder Kräuter (z.B. Thymian, Estragon) untermischen und alles am Schluss mit geriebenem Käse überschneien. Pilzragout würde sich sicher auch als Begleitung eignen. Oder doch lieber ein Rehragout dazu servieren?


Kommentare:

Wilde Henne hat gesagt…

Jawoll, Herbst ist Knöpflizeit. Ich liebe die Dinger - sonst bin ich ja nicht soooooooo der Pasta-Fan, aber bei Knöpfli werde ich defintiv schwach.
Übrigens, ich mach meinen Knöpfliteig immer in der Kenwood. Meine Mutter findet das ja absolut verwerflich, ja eigentlich sozusagen unter aller S.. (würde sie so ja nie sagen, weil sie grundanständig ist).
Mir egal, wenn sie sich einen Arm abmachen will beim Teig schlagen... ich kann in der Zeit, in der meine Maschine schlägt, Sinnvolleres tun, das weniger anstrengend ist. Aber jeder, wie er mag, gell ;-)

Sybille hat gesagt…

Was bleibt mir als Schwäbin schon anderes übrig...ich liebe Knöpfle!!
Und mit Möhrchen, kann nur gut sein.

grain de sel hat gesagt…

Schöne Idee - wo Karotte drinne ist, kann ich sowieso nicht *Nein* sagen :)

kegala hat gesagt…

cool, Deine Knöpfle gefallen mir.
Mit Karotten, sehr fein. :-)

Früher schlug ich den Teig auch immer von Hand,jetzt auch mit der Maschine, da blubbert der Teig auch wunderbar :-)

Cooketteria hat gesagt…

@ Wilde Henne
Wenn Herr C. verfügbar ist, darf er ran. Und sonst die Kitchen Aid. Nomen est omen.

@ Sybille
Als halbe Badenserin kann ich dir nur beipflichten.
Apropos Badenserin:
http://content.stuttgarternachrichten.de/stn/page/detail.php/2085121 :D

@ Salzkorn
Dann bist du natürlich herzlich eingeladen bei der nächsten Karottenorgie.

@ Kegala
Lustigerweise blubbert der Teig wirklich viel mehr, wenn er mit der Maschine bearbeitet wird. Was die Puristen wohl dazu meinen? ;-)

Barbara hat gesagt…

Ha, mir geht's mit dem Internet genauso - innerhalb von Sekundenbruchteilen habe ich vergessen, was ich eigentlich wollte und schwups, ist eine Stunde rum...

Für die Knöpfli hat sich's aber gelohnt! :-)

Einen Kürbis-Cheesecake habe ich mal gemacht, mächtig, mit Spekulatius im Boden, da gingen sicher auch Amaretti.