Montag, 22. Oktober 2012

Allerliebster Quittensirup



Sind genug Quitten vorhanden, koche ich den Sirup aus ganzen Früchten, d.h. inklusive Schalen und Kerngehäuse. Die ausgedrückten Reste wandern dann auf den Kompost, denn bei 20 Kilo Quitten freue ich mich natürlich über jedes Gramm, das ich nicht weiterverarbeiten muss. Wenn die Quittenernte nicht ganz so üppig ausfällt, wird der Sirup aus gerüsteten Fruchtstücken zubereitet. Schalen und Kerngehäuse werden für Quittenlikör gebraucht, übriges Quittenmus wird püriert und mit Apfelmus gemischt, unter Kuchen- oder Brotteige gerührt oder zu Quitten-Lorbeer-Konfitüre eingekocht. 


Für 4 Flaschen à 350 ml:

  • 1,2 kg reife Quitten
  • 8 ganze Gewürznelken
  • 1,5 Liter kaltes Wasser
  • 1 1/2 Zitronen, nur Saft 
  • etwa 600 gr Zucker

Flaum gründlich abreiben, Früchte waschen, vierteln und in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden. Zusammen mit Wasser und Nelken in einem grossen Topf 30 Minuten kochen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und über Nacht/12 Stunden ziehen lassen. Am nächsten Tag alles in ein grosses Sieb schütten. Saft auffangen. Die im Sieb verbleibenden Fruchstücke sanft ausdrücken. Quittensaft durch Nussmilchbeutel/Geléetuch/Mullwindel filtern. Den nun klaren Saft abmessen und zurück in den ausgespülten Kochtopf geben. 

Pro 100 ml Saft werden 40 gr Zucker zugegeben. Beispiel: Saftausbeute 1,4 Liter. 14 x 40 = 560 gr Zucker.

Grosszügig, wie ich halt so bin, runde ich auf 600 gr Zucker auf. Zitronensaft durch ein feines Sieb in den Topf giessen. Zum Kochen bringen und dann genau 10 Minuten kochen lassen. Zwischendurch umrühren. Heiss in ausgekochte Flaschen abfüllen, sofort verschliessen. Auskühlen lassen und danach an einem kühlen Ort lagern. Nach Anbruch bitte im Kühlschrank aufbewahren. Haltbarkeit: Mindestens 6 Monate.

Ganz wichtig: Flaschen, Gummiringe, Verschlüsse und Deckel müssen peinlichst sauber sein. 
Sonst verringert sich die Haltbarkeit immens.

Meine Methode dafür: Gründlich ausgewaschene Flaschen in die saubere Spüle stellen, Deckel u.ä. in eine hitzefeste Schüssel legen. Flaschen und Schüssel mit heissem Wasser aus dem Hahn füllen. Einige Minuten vorwärmen lassen. Diesen Schritt nicht übergehen, ohne Vorwärmen könnten die Flaschen platzen! Unterdessen genügend Wasser zum Kochen bringen, um alle Flaschen und die Schüssel damit füllen zu können. Ein elektrischer Wasserkocher ist da sehr hilfreich. Hahnenwasser ausschütten, Flaschen und Schüssel mit kochendem Wasser auffüllen. Mindestens fünf Minuten stehen lassen, bis alles richtig heiss ist. Wasser ausschütten und den Sirup in die noch warmen Flaschen füllen. 


Kommentare:

Wilde Henne hat gesagt…

Flaschen auskochen? Hmmm, ehrlich gesagt, ich mache das nie. Und mir ist meiner Lebtag noch nie ein Sirup kaputt gegangen. Mein Holunderblütensirup hält jedenfalls immer locker ein Jahr.

Cooketteria hat gesagt…

So,so, Frau Henne kocht nie aus. Sybille, was halten wir davon? ;-)

Ich geh jetzt einfach von meinen Erfahrungen aus. Früher nur gründlich gereinigt, nix ausgekocht, ab und zu hat's leider geschimmelt. Seit ich Auskoche (zumindest mit der Schüttstein-Methode), ist nichts mehr verdorben. Vor allem bei Sirup und Konfi mit wenig Zucker erhöht sich die Haltbarkeit enorm.

Sybille hat gesagt…

Cooki,

richtig gscheit gespült reicht sicher aus, doch ich bin mit meinem medizinischen Beruf vorgeschädigt.
Ich sterilisiere für mein Leben gern :)
meistens im Backofen. Verschimmelt ist mir wirklich noch nie was.
Was sicher wichtig ist..die Ränder müssen sauber sein beim Zumachen. Da können Keime eindringen.Wenn ich was verschenken will bin ich megapingelig.
Doch wie die Henne sagt: Jeder hat so seine eigenen Erfahrungen.
Du hast auf jeden Fall ne Menge Sirup gekocht. Ich mach eh nur ein oder zwei Flaschen. Wenn ich bei allem was ich einkoch ne ganze Batterie machen würde müsste ich das ganze Jahr ausschließlich Eingeglastes essen.
Zwischendrin will ich auch was Frisches.;)
Liebe Grüße

Wilde Henne hat gesagt…

Tja, was mach ich denn falsch, dass mir da nix schimmelt? ;-)
Ich spül die Flaschen mit Spülmittel und einer Flaschenbürste gut aus und spüle mit sauheissem Wasser die Flaschen nach. Dann heissen Sirup einfüllen, einsperren, Flaschen für ein paar Minuten auf den Kopf stellen und gut isses.
Tja, Frauen... irgendwie klappt das bei mir. Aber wie Sybille auch sagt, der Flaschenrand muss vor dem Verschliessen top-sauber sein.

Cooketteria hat gesagt…

@ Sybille
Insgesamt sind es 12 Flaschen Sirup. Die Hälfte geht an meine Familie, den Rest wird vorwiegend Herr C. vernichten. Ich koche nur wenige Sachen ein, da meine Frau Mama die Einweckköchin Nummer 1 ist. Aber wenn ich einkoche, dann immer in grösseren Mengen, damit ich passende Last-Minute-Geschenk zur Hand habe.

P.S. Ich sterilisiere so gerne, seit ich in einer total verdreckten Zahnarztpraxis gearbeitet habe. Seither bin ich ebenfalls leicht geschädigt. ;-)


@ Wilde Henne
Gerade vorhin mit Frau Mama telefoniert und sie hat mir versichert, dass sie Gläser und Flaschen auch nie auskocht. Und ihre Produkte werden ebenfalls vom Schimmel verschont. Lustige Sache.

Frage mich gerade, ob es an unserem Hahnenwasser, bzw. am uralten Boiler liegen könnte. Vielleicht lag's auch an den Früchten. Oder sonst was. Ich glaube jetzt einfach mal an die Macht des Auskochens. Und ich werde nicht abschwören. :D

Em hat gesagt…

Also die Damen, mal abgesehen von all den Auskoch-, Abwasch- Sonstwiewasmethoden: dein Quittensirup klingt lecker. Grad Sonntag bin ich noch an einem Baum voller Quitten vorbeigelaufen...
Liebe Grüße,
Em

Cooketteria hat gesagt…

Das ist doch mal ein Wort! :D
P.S. An deiner Stelle würde ich schnellstens nochmal einen Spaziergang rund um den Baum organisieren...

Cooketteria hat gesagt…

Oh, und natürlich liebe Grüsse zurück

kegala hat gesagt…

hmmm, ich mag Sirup in allerlei Geschmacksrichtungen. Selbst gemacht habe ich bis jetzt noch nicht sehr viele. Von Deinem Sirup hätte ich gerne ein Gläschen
liebe Grüße
Gaby