Samstag, 27. Juni 2015

Floridazopf



Pinterest zu durchforsten entpuppt sich langsam aber sicher als neue Sucht. Hier ein Pin, dort ein Pin, und schwupps, sind über 1'000 Pins beisammen. Ich versuche immer gleich zu überprüfen, ob der gepinnte Link überhaupt zur gewünschten Seite führt bzw. noch aktuell ist. Manchmal fehlt aber einfach die Zeit dafür. Zum Beispiel, wenn Herr C. fordernd neben mir steht und mich furchtbar böse anfunkelt, weil er den Laptop für geschäftliche Erledigungen braucht. Oder wenn das Schweinwoll beschliesst, sich auf die Tastatur zu legen, damit es Aufmerksamkeit erhält. Oder wenn der Akku gleich leer ist und irgendjemand das Aufladekabel wieder einmal vernuscht hat. Keine Ahnung, welcher Umstand zutraf, als ich das Rezept für ein Frühstücksbrot mit Orangensaft gespeichert, aber nicht direkt kontrolliert habe. Jedenfalls wollte ich es vor ein paar Tagen anschauen, aber der Link führte ins Nichts. Auch eine Suche via Tante Google brachte keine Ergebnisse. Ärgerlich, aber von solchen Kleinigkeiten lasse ich mich doch nicht abhalten. Flugs ein Zopfrezept mit hawaiianischem Ananasgebäck gekreuzt und siehe da, ein neues Lieblingsbrot wurde geboren. Passt zu Konfitüre genau so gut wie zu Käse, denn der Orangensaft hält sich sehr im Hintergrund. 


Für einen Zopf:

  • 375 gr Weizenmehl Typ 550 (für einen weichen Zopf durch Weizenmehl Typ 405 ersetzen)
  • 100 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 20 gr Leinsamen, angequetscht
  • 10 gr frische Hefe
  • 135 gr Orangensaft 
  • 135 gr Milch, lauwarm
  • 1 grosses Ei (70 gr mit Schale)
  • 25 gr Birnel oder Honig
  • 8 gr Salz
  • 40 gr Butter, kühlschrankkalt
  • 2 El Milch zum Bestreichen

Mehl und Leinsamen in der Schüssel der Küchenmaschine vermischen. Hefe reinreiben und in der Mitte eine Mulde formen. Orangensaft, Milch, Ei, Birnel und Salz in die Mulde geben und 3 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis der Teig zusammenhält. Dann die kalte Butter würfelweise zugeben und langsam einkneten. Am Anfang wird der Teig sich trennen und ziemlich komisch aussehen. Einfach weiterkneten lassen, bis sich der Teig vollständig von der Schüssel gelöst hat. Das dauert gut und gerne nochmals 10-14 Minuten. Teig aus der Schüssel nehmen, zu einer Kugel formen, rundum in Öl wälzen und wieder in Schüssel legen. Abdecken und etwa 120 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Aus der Schüssel nehmen, Teig halbieren und beide Stücke grob länglich formen. Wieder abdecken und 10 Minuten entspannen lassen. Zu etwa 60 cm langen Strängen formen, locker verzöpfeln, mit geölter Folie abdecken und etwa 40 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen um etwa 60% vergrössert hat. Ofen unterdessen auf 220 Grad vorheizen. Den Zopf mit der Milch bepinseln und auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Schwaden, Hitze auf 200 Grad reduzieren und 10 Minuten backen. Auf 180 Grad regulieren und weitere 30 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Butter, Konfitüre und Käse geniessen.


Kommentare:

milchmaedchen hat gesagt…

Du schreibst mir aus der Seele! Ich versuche, meine Pins regelmäßig aufzuräumen – Geschmäcker ändern sich schließlich – aber ganz ist man vor solchen Leichen trotzdem nicht gefeit. Schön, wenn es sich so lecker lösen lässt wie bei Dir! Ich würde jetzt gern sagen "gepinnt" – aber ich habe mir da gerade eine ähnliche Sperre auferlegt, wie bei neuen Zutaten... zum Glück hat man noch den Hinterkopf!

Susanne hat gesagt…

Pinterest...hab ich irgendwie ganz vergessen. Eine Zeit lang war ich zugange, aber irgendwie landete ich beim Nachverfolgen der Bildchen oft auf Seiten mit gruseligen Fertigprodukten. Oder auf der Weiterleitung der Weiterleitung der Weiterleitung der....jedenfalls ist mir der Elan abhanden gekommen. Und irgendwie muss man seine Zeit ja einteilen. Aber vielleicht sollte ich wenigstens meine eigenen Sachen mal auf Vordermann bringen....oder mich verabschieden. Grübel....

Cooketteria hat gesagt…

@ milchmädchen
Die Sache mit den Beschränkungen kommt mir verdammt bekannt vor. ;-)
Kaum habe ich einen Teil aufgeräumt, finden sich in einem anderen schon wieder neue Pins.
Drei gelöscht, fünf neu gespeichert. Oder so ähnlich.

@ Susanne
Oh, das mit den Fertigprodukten kenne ich. Besonders bei amerikanischen Rezepten besteht das Essen oft aus Fleisch+Suppenpulver/Dosensuppe+Fertigwürzmischungen. Und dann sind sie auch noch ganz stolz darauf und betiteln es als "Super schnelles Gulasch aus drei Zutaten". Tststststs....

Gourmande hat gesagt…

Oh, noch eine Pinterestsüchtige! ;-) Verrätst du uns deinen Namen dort, damit ich noch mehr pinnen kann?

Die Chayote wächst jetzt übrigens im Garten meiner Eltern und es gefällt ihr sehr gut dort! Ich hoffe, das bleibt weiterhin so. :-)

Liebe Grüße
Melissa

Cooketteria hat gesagt…

Ach herrje, willst du dir das wirklich antun? Wenn ja, dann findest du mich unter dem Namen Cookie G. (mitlesen auf eigene Gefahr :-)

Cool, wir haben dieses Jahr keine ausgepflanzt, da wir das Dach des Vorbaus erneuern müssen und die Pflänzchen dann unweigerlich plattgetrampelt worden wären. Die vom Nachbarn tragen schon kleine Früchte. Drücke dir die Daumen, dass
dir die deine auch eine reichliche Ernte beschert.

Ganz liebe Grüsse zurück

kochpoetin hat gesagt…

Pinterest sagt mir gar nix, da ich lieber lese als Bilder anschaue, scheine ich also Glück gehabt zu haben. :-)
Deinen Zopf hingegen nehme ich gern!

lieberlecker hat gesagt…

Was ist denn das für ein grossartiger Zopf ... herrlich! :-)
Liebe Grüsse aus Tsüriii ...
Andy