Donnerstag, 7. Januar 2016

Boston Brown Bread aus dem Slow Cooker



Am Weihnachtstag gab es zur Vorspeise Nüsslisalat mit Zierquittenvinaigrette, von T. direkt aus Irland importierten Räucherlachs und dazu Boston Brown Bread mit Frischkäse. Boston Brown Bread sieht auf den ersten Blick wie Pumpernickel aus, ist aber eher mit Pain d' épices vergleichbar, da es süsslich-würzig schmeckt. In Amerika wird der Teig traditionell in grosse Blechdosen gefüllt, im Wasserbad auf dem Herd gegart und als Begleiter zu deftigen Bohnengerichten gereicht. Ein typisch amerikanisches Rezept dafür: Speck anbraten, Bohnen aus der Dose samt Einkochwasser zugeben, mit massig Ketchup, viel Zucker und Gewürzen abrunden, kochen lassen und mit Boston Brown Bread servieren...*irks*


Natürlich ist dieses Beispiel nicht repräsentativ, aber auch bei gemässigteren Zubereitungsarten wird oft mehr als hundert Gramm Zucker pro Pfund getrocknete Bohnen verlangt. Wer den Zuckerschock nicht scheut, wird im Internet tausende von passenden Rezepten finden. Allen anderen empfehle ich als Beilage lieber guten (Ziegen)Frischkäse und ein Löffelchen (Algen)Kaviar. Oder Rauchlachs. Oder knusprigen Bacon. Oder ein bisschen scharfes Grünzeug wie Kresse, Senf-, Radieschen- und Rettichsprossen für die Vegetarier unter uns. Oder eine Kombination aus allem. Was passt, das passt. 


 Für 2 Weck-Sturzgläser à 500 ml:

  • 1 gehäufter El weiche Butter zum Ausfetten              
  • 110 gr Grahammehl       
  • 80 gr helles Roggenmehl
  • 50 gr feiner Maisgriess
  • 4 gr Salz
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 135 gr Maulbeermelasse (Dut Pekmezi)*
  • 330 gr Buttermilch

Zuerst die Weckgläser bis zum Rand gut ausfetten. Zwei Stücke Alufolie zurechtschneiden (Randdurchmesser der Gläser plus mind. 5 cm Zugabe), auf einer Seite mit der Butter bestreichen und zur Seite legen. Slow Cooker auf HIGH stellen, Einsatz etwa 5 cm hoch mit warmem Wasser befüllen. Deckel auflegen und vorwärmen lassen, während der Teig zubereitet wird. Nebenbei in einem Topf einen Liter Wasser zum Kochen bringen. In einer Rührschüssel alle trockenen Zutaten bis und mit Weinsteinbackpulver vermischen. In der Mitte eine Mulde formen, zuerst die Buttermilch hineingiessen, dann die Melasse. Mit dem Schwingbesen zu einem glatten, recht flüssigen Teig verrühren und gleichmässig auf die zwei Gläser verteilen. Falls das Rezept vervielfacht wird, bitte beachten: Die Gläser sollten nur zu 2/3 befüllt werden, damit genug Platz zum Aufgehen bleibt. 

In der Mitte der Alufolie einen etwa 2 cm breiten Streifen einknicken (siehe Video), damit der Teig genug Platz zum Aufgehen hat. Folie über die Gläser legen, rundherum andrücken und unter dem Glasrand mit einem Gümmeli oder einer Schnur fixieren. In den Einsatz stellen und diesen bis ca. 3/4 der Glashöhe mit dem kochenden Wasser auffüllen. Deckel auflegen und 3,5 Stunden auf HIGH garen. Stäbchentest durchführen und wenn nichts mehr klebt, die Gläser aus dem Slow Cooker heben. Falls am Stäbchen noch feuchte Krümel hängen, das Brot weitere 30-60 Minuten garen. Die Alufolie entfernen und die Brote 5 Minuten abkühlen lassen. Dann auf die Seite legen, sanft hin und her rollen und zum Schluss ein wenig nach vorne kippen, damit sich das Brot von den Seiten und dem Boden löst. Weitere 10 Minuten auf der Seite liegen lassen, erst dann stürzen und auf einem Gitter komplett auskühlen lassen. Zum Aufbewahren in die gereinigten Gläser zurückgeben und mit dem Glasdeckel verschliessen. Maximal eine Woche im Kühlschrank lagern (bei Zimmertemperatur beginnt es leider ziemlich schnell zu schimmeln).

Ganz wichtig: Die Buttermilch darf in diesem Rezept nicht durch ein Milch- oder Joghurtgemisch ersetzt werden, klitschiges Brot wäre die Folge. Wer keinen Slow Cooker besitzt, verfrachtet die Gläser einfach in einen grossen Kochtopf mit dicht schliessendem Deckel. Vorher noch ein gefaltetes Küchentuch unterlegen (minimiert das nervige Geklirre & die Bruchgefahr) und unbedingt die Kochzeit anpassen.
* Kann 1:1 durch andere Sorten ersetzt werden, z.B. Zuckerrohr-, Trauben- oder Johannisbrotmelasse.


Kommentare:

ostwestwind hat gesagt…

Prima, dass du das ausprobiert hast, wollte ich auch schon immer 'mal

Cooketteria hat gesagt…

Gern geschehen.

Ich wollte schon lange einmal das "echte" Brot nachkochen, aber mir waren die Dosen als Backform einfach zu unsympathisch.
Die Lösung mit den Weckgläsern lag nahe, nur ist mir beim ersten Versuch vorletztes Jahr gleich eines zersprungen (daher der Tipp mit dem Tuch). Und es dauerte nur wenig mehr als ein Jährchen, bis ich auf den Gedanken kam, es mal im Slow Cooker auszuprobieren...

Das Mädel vom Land hat gesagt…

Das ist interessant ... Ich habe einmal bei einem Rezept die Buttermilch durch Joghurt ersetzt, als ich es das zweite Mal gebacken hab - und es wurde nicht mehr so richtig gut... Vermutlich hätte es auch die Buttermilch für ein gutes Ergebnis gebraucht ... Liebe Grüße!

Cooketteria hat gesagt…

Bei gewissen Rezepten funktioniert es, aber bei diesem hier leider nicht. Bei einem Versuch mit 2/3 Buttermilch und 1/3 Joghurt-Wasser-Gemisch wurden beide Brote komplett klitschig. Da alle anderen Zutaten aus den gleichen Packungen/den gleichen Vorratsgläsern kamen, wie für die Brote, die einwandfrei waren, liegt die Schuld wohl ganz alleine beim Joghurt (meine ich zumindest).

Ganz liebe Grüsse zurück

Anonym hat gesagt…

Cooles Rezept,
ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, das mit meinem Multi-Kocher zu machen. Danke für den Tipp.
Ich hab letzten Kartoffelbrot im Instant Pot gebacken. Voll easy. Das Rezept hab ich aus einem kostenlosen Rezeptbuch. Das haben deutsche Blogger und Youtuber zusammen gestellt. Da sind viele unterschiedliche Rezepte drin.
Vielleicht interessiert dich das auch. Falls ja, schau einfach unter http://instantpot-deutschland.de/rezepte/
Ich will jetzt als nächstes den Kuchen aus dem Buch ausprobieren. Brownie-Kuchen. Bin schon voll gespannt, wie der wird.
Viele Grüße
Janina