Mittwoch, 5. September 2012

Besten Dank, aber ich verzichte auf einen Nachschlag



Meine Lieben, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich möchte zukünftig nicht mehr mit Awards bedacht werden. Seit Anfang Juli sind drei Awardnominierungen eingetrudelt, für die ich mich (wegen meiner teilweise unfreiwilligen Blogpause) nicht zeitnah bedanken konnte. Eine Bloggerin hat sich über diese "Art des Totschweigens" ziemlich geärgert und mir ihren Frust per Mail mitgeteilt. Auch wenn ich ihre Ungeduld und Enttäuschung nachvollziehen kann, ich habe keine 24 Stunden/7 Tage-Präsenzpflicht und ob ich hier einen Blog freundschaftlich verlinken möchte oder nicht, ist immer noch meine Entscheidung. Es tut mir trotzdem sehr leid, eine Leserin auf diese Art und Weise zu verlieren. 

Um solchen Missverständnissen in Zukunft aus dem Weg zu gehen, erkläre ich meinen Blog zur awardfreien Zone. Ich freue mich aber natürlich weiterhin über eure Kommentare und Bestechungsversuche in Form von Kochbüchern, Küchengeräten, Ferienwohnungen.... :D


Dienstag, 4. September 2012

Roggenbrot mit Zwetschgen - Fast wie aus dem Wallis



Beim Thema Roggen-Sauerteigbrot sind Herr C. und ich uns einig. Wir mögen es beide nicht besonders. Oder präziser ausgedrückt: Er hasst es. Seine Mutter brachte früher oft Roggenbrote mit nach Hause, die die Bezeichnung Folterinstrumente verdient hätten. Ich zitiere: Klitschig-schmierige Klumpen, die eklig sauer schmeckten und lang andauerndes Bauchweh verursachten. Seither hegt er eine verständliche Aversion gegen Brote mit einem hohen Roggenanteil. Mich hat es glücklicherweise nicht so schlimm getroffen. Meine Mutter hatte bei der Auswahl unseres Bäckers anscheinend ein besseres Händchen.

Aber ab und zu gelüstet es mich doch nach einem Roggenbrot. Dann backe ich dieses mild-säuerliche Mischbrot, welches gut verpackt drei Tage frisch bleibt. Dazu Butter, Trockenfleisch, Käse, ein Glas Rotwein und das Ferienfeeling stellt sich ganz von alleine ein. Genau so, wie sich Sandra (From-Snuggs-Kitchen) das für ihren Blogevent "Urlaubsgerichte" wünscht. Mitmachen lohnt sich, es winken drei tolle Preise (u.a. eine Krups Eismaschine)! Jetzt aber hurtig, denn Abgabeschluss ist am 7. September 2012.


Für ein Brot:

  • 50 gr selbst getrocknete Zwetschgenhälften ohne Stein

Zwetschgen mit lauwarmem Wasser bedecken und 3-4 Stunden einweichen. Wasser abgiessen und die Früchte in einem Sieb gut abtropfen lassen. Danach mit Küchenpapier trockentupfen und in kleine Stücke schneiden. Abgedeckt zur Seite stellen.

  • 350 gr Roggenvollkornmehl (plus 3 El für die Arbeitsfläche & zum Bestreuen)
  • 200 gr Ruchmehl oder Mehl Typ 812
  • 3 gr Trockenhefe
  • 15 gr getrockneter Natursauerteig
  • 1 El Zucker
  • 11 gr Salz
  • 350-400 ml Wasser, lauwarm

Alle Zutaten bis und mit Salz in einer Schüssel mischen. In der Mitte eine Mulde formen und 350 ml Wasser reingiessen. Mit den Händen oder der Küchenmaschine rasch zu einem glatten Teig kneten. Falls er zu trocken ist, restliches Wasser esslöffelweise zugeben. Der Teig darf nicht mehr an den Händen kleben, sollte aber auch nicht bröckelig sein. Abgedeckt an einem nicht zu warmen Plätzchen 2-3 Stunden aufgehen lassen, bis sich sein Volumen fast verdoppelt hat.

Die Zwetschgenstücke unterkneten, bis sie sich gleichmässig im Teig verteilt haben. Auf wenig Roggenmehl zu einer Kugel formen und mit den Händen leicht flach drücken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit etwas Wasser einstreichen. Ein bis zwei Esslöffel Roggenmehl auf die Oberfläche streuen. Eine ausreichend grosse Schüssel über den Teig stülpen und so lange aufgehen lassen, bis sich an der Oberfläche gleichmässige Risse zeigen. Im Sommer dauert das etwa eine Stunde, im Winter auch schon mal 2-3 Stunden. Zwischendurch einfach mal unter die Schüssel linsen.

Ofen auf 230 Grad vorheizen. Schüssel entfernen und das Brot auf der mittleren Schiene 10 Minuten backen. Dann die Hitze auf 180 Grad senken und weitere 40 Minuten backen. Klopftest machen und vor dem Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.


Anmerkungen:
Getrockneten Sauerteig gibt es beispielsweise bei Alnatura (Arche Natursauerteig) oder Coop (Naturaplan Sauerteigpulver). Die getrockneten Zwetschgen können durch 100 gr Dörrpflaumen (ohne Einweichen) oder 100 gr Walnüsse ersetzt werden. Quelle: Knuspriges Brot von Betty Bossi



Sonntag, 2. September 2012

Sonntagsspaziergang mit Déjà-vu


 Yep, wir haben's getan. Schon wieder ein Spaziergang auf der Chrischona. 


 Und wie letztes Mal, war das Wetter nicht gerade berauschend


 Kleine Zwischenverpflegung
Warnhinweis: Nur für Menschen mit einem Saumagen
(siehe Kommentare)


Hab 'nen Pilz gefunden!
(Bei meinem Glück garantiert giftig oder tödlich....)


Mann und Hund flüchteten vor dem Regen in den Wald und von dort aus Richtung Parkplatz
Memmen! ;-)


Samstag, 1. September 2012

Herbstanfangsgruss (aka Lauch-Pilz-Kartoffel-Wähe)



Herr C. war vorgestern mal kurz im Schrebergarten und brachte einen riesigen Korb voll Gemüse zurück. Kartoffeln, Bohnen, Tomaten, Lauch, Kürbisse und Kräuter in rauhen Mengen. Bei dem herbstlichen Wetter fiel die Entscheidung, was aus dieser Pracht werden sollte, nicht schwer. Aus den Kartoffeln wurden Pommes Anna, dazu Bohnen und Tomaten mit Roquefort-Senfsauce. Ein Kürbis wurde zu Suppe, die restlichen Exemplare harren ihres noch unbekannten Schicksals. Einige Kräuter sind nun in der "Quer-durch-den-Garten-Salzkräutermischung", der Rest wanderte in den Dörrer. Rezepte folgen.


Übrig blieb der Lauch, nicht gerade mein Lieblingsgemüse. Gekocht mag ich ihn, ausser in einer Gemüsesuppe, überhaupt nicht. Gebraten schon eher. Als Wähenfüllung finde ich ihn ganz okay, aber mehr als ein, zwei Stücke mag ich davon auch nicht essen. Zum Glück ist meine Familie nicht so schnäderfrässig (für alle Nichtschweizer: verschleckt/wählerisch) und so finden sich immer genug dankbare Abnehmer. Natürlich nur, falls Herr C. etwas davon übrig lässt. 


Teig  :

  • 250 gr Pellkartoffeln vom Vortag
  • 1/2 Tl Salz
  • 50 gr flüssige Butter, ausgekühlt
  • 1 Ei
  • 175 gr Mehl
  • 1/2 Tl Backpulver
  • 2 grosszügige Prisen Muskatnuss

Kartoffeln schälen und fein raffeln. In einer Schüssel kurz mit Salz, Butter und Ei verrühren. Mehl mit Backpulver und frisch geriebenem Muskat mischen, zur Kartoffelmasse sieben und schnell zu einem Teig verkneten. Geht am besten mit den Händen. Bloss nicht zu lange bearbeiten, sonst wird der Teig gummig. In Klarsichtfolie packen und 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. 


Füllung:

  • 20 gr getrocknete Pilze (z. B. Steinpilze, Totentrompeten, Shiitake, Champignons)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 El Butter
  • 500 gr Lauch (2 grosse Stangen)
  • je 1 Zweig Bohnenkraut und Thymian, Blättchen abgezupft
  • 100 ml Weisswein
  • 200 ml Sahne
  • 1 Ei
  • Salz und Pfeffer

Pilze mit heissem Wasser übergiessen und nach Packungsaufdruck einweichen lassen. Einweichwasser abgiessen, Pilze gut abbrausen, abtropfen lassen und sehr fein hacken oder im Mixer zerkleinern. 

Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und ebenfalls fein hacken. Lauch gründlich putzen und in kleine Stücke schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. Lauchwürfel zugeben, so lange mitdünsten, bis das Gemüse fast gar ist. Hitze erhöhen, Pilze und Kräuter zugeben, zwei Minuten mitbraten. Mit Weisswein ablöschen. Wenn der Wein verdampft ist, 100 ml Sahne unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Pfanne zur Seite stellen und Füllung etwas auskühlen lassen. Unterdessen in einer Schüssel die restliche Sahne mit dem Ei verquirlen.

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Während die Füllung auskühlt, eine Wähen- oder Tarteform (28 cm Durchmesser) ausbuttern oder mit Backpapier auslegen. Teig auf wenig Mehl auswallen, in die Form legen und den Rand nachformen. Oder den Teig direkt mit den Händen in die Form drücken. Füllung mit der Eiersahne gut verrühren und gleichmässig auf dem Teig verstreichen. Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen, bis der Teig gebräunt und die Füllung fest ist. Lauwarm oder ausgekühlt servieren. Reicht für 4-6 Personen.

Anmerkung: Das Teigrezept (dort für Schinkengipfeli) stammt aus einer alten "Chuchi"-Ausgabe.